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  • vor 2 Tagen

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Kurzfilme
Transkript
00:00Richard darf nicht wieder gewinnen. Das darf einfach nicht passieren.
00:04Ich bitte Sie, Herr Dr. Sieg, wir müssen alles versuchen, dass wir gewinnen.
00:09Das versuche ich, Frau Bergmann.
00:11Aber Sie müssen verstehen, dass auch mir die Hände gebunden sind.
00:14Warum? Was meinen Sie damit?
00:15Nicht nur, dass unerwartete und möglicherweise bestoffene Zeugen vor Gericht erscheinen,
00:19wir können auch noch nicht einmal jeden befragen, der uns nützen könnte.
00:23Doch!
00:24Doch, lassen Sie uns jeden befragen, der Paula und mich kennt und auf unserer Seite steht.
00:28Tobias hat doch sowieso schon die Wahrheit gesagt.
00:30Nina hat recht. Wir müssen jetzt alles versuchen.
00:33Das sehe ich ganz genauso.
00:35Und es gibt vor allem eine Person, die vor Gericht zu ihren Gunsten aussagen und das Blatt noch wenden könnte.
00:40Naja, also wer?
00:43Die Antwort wird Ihnen nicht gefallen, Frau Bergmann.
00:48Ihre Tochter.
01:27Habe ich Sie richtig verstanden?
01:29Sie wollen allen Ernstes meine Tochter vor Gericht zerren?
01:32Die Richterin wird nur mit ihr reden.
01:34Mehr nicht.
01:34Mehr nicht?
01:36Paula soll sich zwischen ihrer Mutter und ihrem Großvater entscheiden.
01:39Frau Bergmann.
01:40Naja, darauf läuft es doch hinaus, oder?
01:42Vielleicht nicht in dieser krassen Form.
01:45Nein.
01:46Nein, Paula wird nicht vor Gericht erscheinen.
01:49Das will ich nicht.
01:51Frau Bergmann, wir riskieren damit.
01:52Sie hat Nein gesagt.
01:57Was, wenn ich nochmal aussage?
02:01Das Herr Petersen würde die Situation auch nicht vereinfachen.
02:04Ganz im Gegenteil.
02:14Mit Rom hast du dich ja heute nicht gerade bekleckert.
02:18Wieso läuft er eures Bestens?
02:20Dank Annabelle und ihrer Überraschungszeugin.
02:23Es ist doch völlig egal, warum wir gewinnen, solange wir gewinnen.
02:26Du hättest die Ehefrau von Ben auftreiben müssen.
02:29Und sie hat ihre Aussage gemacht, das ist das Wichtigste.
02:33Sag mal, findest du das nicht irgendwie merkwürdig?
02:36Was denn?
02:38Ach komm, Harald.
02:39Ben Petersen, der strahlende Held von Falkenthal,
02:42ist verheiratet und verschweigt ist seiner geliebten Nina?
02:46So irgendwie merkwürdig, oder?
02:47Jeder hat seine Geheimnisse.
02:52Menschen wie du und ich haben Geheimnisse, Harald.
02:54Nicht jemand wie Ben Petersen.
02:56Dafür ist er viel zu gewöhnlich.
02:58Wie heißt es so schön?
02:59Stille Wasser sind tief.
03:01Bei ihm würde es mich interessieren,
03:02was er noch für Dummheiten gemacht hat.
03:07Gegen meinen Vater zu klagen
03:09und sich auf Ninas Seite zu stellen,
03:11das war jedenfalls die größte Dummheit.
03:15Wie auch immer,
03:17Ninas Chancen, das Sorgerecht zurückzubekommen, sind gering.
03:20Dein Vater braucht sich keine Sorgen machen.
03:22Und dafür wird er Annabelle sein Leben lang dankbar sein.
03:26Wie mich das anwidert.
03:27Na und?
03:29Am Ende des Tages habe ich für ihn die Annabelle gewonnen.
03:32Das hoffe ich für dich.
03:36Sollte es nämlich wieder erwartend doch Probleme geben.
03:39Nimm dir ein Beispiel an Annabelle.
03:42Wenn die was will, zieht die alle Register.
03:45Hört ihr da sowas wie Bewunderung?
03:47Für meinen Vater ist es erstmal wichtig,
03:49dass Nina ihre dumme Klage zurückzieht.
03:51Und dabei solltest du ihm helfen.
03:56Vergiss das nicht.
03:58Wie könnte ich das?
04:00Du erinnerst mich ja ständig dran.
04:12Ich verstehe Sie ja, Frau Gaffmann.
04:14An Ihrer Stelle würde ich wahrscheinlich ähnlich entscheiden.
04:16Aber?
04:17Wir stehen nicht besonders gut da.
04:18Weil ich schon mal verheiratete.
04:19Nein, weil es so aussieht, dass Sie es immer noch sind.
04:22Verdammt nochmal.
04:23Taterna lügt!
04:24Das können wir nicht beweisen.
04:25Und nur das zählt vor Gericht.
04:28Ja und jetzt?
04:29Ich sehe nur noch eine Möglichkeit.
04:31Wir müssen dem Gericht deutlich machen,
04:33dass die von Weidens nicht die glückliche Familie sind,
04:35als die sie sich verkaufen.
04:36Es gibt eine Menge Gerüchte über Annabelle von Weiden.
04:39Betrug, Unterschlagung bis hin zum Mord.
04:41Naja, aber da sind wie gesagt alles nur Gerüchte.
04:43Es würde reichen, Zweifel bei der Richterin zu sehen.
04:45Womit wir uns auf dasselbe Niveau hinabbegeben wie die von Weidens.
04:51Es muss einen anderen Weg geben.
04:54Es ist Ihre Entscheidung.
05:00Ich brauche Sie noch die Tür.
05:04Trotzdem vielen Dank, Herr Dr. Sieg.
05:37Julia Gravenberg?
05:38Hallo Julia, ich bin's Ben.
05:39Ben! Schön, dich zu hören.
05:41Ich hoffe, ich habe dich nicht geweckt.
05:43Nein, nein, das hat unsere Kleine schon übernommen.
05:45Die macht jetzt immer Frühsport in meinem Bauch.
05:49Wie geht's dir?
05:50Sehr gut. Hier ist es traumhaft.
05:52Wir haben so viel zu tun mit unserem Hilfsprojekt.
05:54Es hat ganz schöne Ausmaße angenommen.
05:58Das freut mich.
05:59Gerade haben wir eine wundervolle Keramikserie fertiggestellt.
06:02Wenn die kein Erfolg wird, dann...
06:05Das wird sie doch bestimmt, oder?
06:07Sag mal, wie lief denn der Prozess gestern?
06:09Ich habe an euch gedacht.
06:11Ah, sie wurde vertagt.
06:13Gibt's etwa Probleme?
06:16Das kann man so sagen, ja.
06:18Jetzt sag schon, Ben, was ist denn passiert?
06:24Um es kurz zu machen, es sieht für uns im Moment nicht so gut aus.
06:29Die Verwaltens stehen einfach besser da.
06:32Oh nein, das tut mir leid für euch.
06:35Sie kennen sich aus in unserem Leben und, äh, leider ein bisschen zu gut.
06:40Jetzt suchen wir jemanden, der sich gut bei Ihnen auskennt.
06:42Ich verstehe.
06:43Jemand, der euch sagen kann, wie es bei denen tatsächlich zugeht.
06:46Worüber die sich streiten, welche Leichen die im Keller haben.
06:49Ganz genau.
06:50Deshalb rufe ich an.
06:51Vielleicht weißt du ja, wer das sein könnte.
06:53Hm.
06:54Da fällt mir eigentlich nur Patrizia ein.
06:56Die wohnt ja immerhin bei den Van Weidens.
06:59Ich habe neulich noch mit ihr telefoniert.
07:01Da rede ich gleich mal mit ihr.
07:02Dank dir.
07:03Keine Ursache.
07:04Ich drücke euch die Daumen.
07:05Und halte mich auf dem Laufenden.
07:06Ja, das mache ich.
07:07Grüß du, Daniel, ja?
07:08Danke.
07:09Und du, Nina, bis bald.
07:10Bis bald.
07:15Aber davon kann doch nicht abhängen, ob Paula zu Nina zurück darf.
07:19Was glaubst du denn, wovon manchmal so ein Richter seine Entscheidungen abhängig macht?
07:22Ja, aber Ben schwört, dass er längst geschieden ist.
07:25Wir glauben ihm ja auch.
07:26Nur er kann es nicht beweisen.
07:31Ich kann es kaum glauben.
07:34Es gibt einen neuen Interessenten.
07:36Für das Haus.
07:37Echt?
07:39Ja, der Makler hat eben angerufen, da will jemand 150.000 bieten und den Bestand garantieren.
07:50Aber die wollen das Häuschen stehen lassen.
07:52Ja, dann siehst du genau das, was du wolltest.
07:53Schlag zu.
07:54Warte mal.
07:56Was, wieso denn warten?
07:58Na ja, ich meine, wo ein neuer Interessent auftaucht, taucht auch bei der Nächste auf.
08:05Ja, aber ich will doch mit dem Häuschen nicht spekulieren.
08:08Ja, aber was ist mit den Leuten vom Seniorenstift?
08:10Die überlegen sich das vielleicht auch nochmal.
08:12Ja, das stimmt.
08:13Also denen gegenüber hätte ich schon ein bisschen ein schlechtes Gewissen.
08:16Die sind doch selbst schüttelt, wenn sie dir so ein grottenschlechtes Angebot machen.
08:19Vielleicht brauchen sie aber auch nur eine Gelegenheit, um das Angebot zu korrigieren.
08:25Auf jeden Fall ist das keine Entscheidung, die man mit leerem Magen treffen sollte.
08:28Jetzt frühstücken wir erst mal.
08:30Ja.
08:30Du auch.
08:30Na ja, aber ich, allerdings sollte ich nicht so viel Zeit verstreichen lassen, sonst überlegt es sich der Käufer noch
08:38und das glaube ich nicht.
08:41Und was macht dich da so sicher?
08:44Nur so ein Gefühl.
08:49Hast du das gehört, Lukas? Dein Vater macht Witze.
08:53Weißt du, wenn ich dir sage, dann kannst du mir das schon glauben. Stefan war wirklich sehr beeindruckt von dir.
08:57Ach, was du nicht sagst.
08:59Ja, ich habe ihn schon lange nicht mehr so locker erlebt.
09:03Was hat er denn genau gesagt?
09:05Na ja, dass es der schönste Abend war, seit seine Frau weg ist.
09:09Nein.
09:10Ja, wenn du mir nicht glaubst, dann fragen wir ihn, bitte.
09:13Na ja, das geht schlecht, weißt du, weil er ist schon seit über einer Stunde im Dienst.
09:17Schon zu spät?
09:18Gut, dann muss ich los. Charlotte wartet bestimmt schon.
09:21Und du bist dir ganz sicher, dass er einen wunderbaren Abend hatte?
09:25Ich bin mir nicht nur sicher, ich weiß es.
09:27Okay, also, tschüss, pass auf euch auf.
09:30Tschüss.
09:31Bis später.
09:33Mega.
09:36Sag mal, was war das denn eben?
09:38Ich weiß nicht, was du meinst.
09:40Warum rätst du Eva von dem Angebot ab?
09:42Das habe ich doch gerade schon gesagt, weil ich nicht glaube, dass es das beste Angebot ist.
09:46Ja, wenn der Käufer wieder abspringt.
09:48Ach, so laufen diese Geschäfte halt.
09:50Erst bietet er eine, dann bietet er andere und dann...
09:52Ja, und dann steht Eva ohne alles da und hat das Häuschen immer noch an der Backe.
09:55Mann, jetzt entspann dich mal, du bist doch sonst immer so ein cooler Typ.
10:12Danke, dass du so schnell kommen konntest.
10:14Du machst es ja ganz schön spannend.
10:16Ich wollte mit dir alleine sprechen.
10:18Möchtest du irgendwas trinken?
10:19Tee, Wasser, irgendwas?
10:21Danke.
10:22Sag mir lieber, was los ist.
10:25Wir wollten dich um deine Hilfe bitten.
10:28Kannst du dir vorstellen, dass du für Nina aussagst?
10:34Verstehe.
10:37Ich soll der Richterin sagen, wie schrecklich Richard van Weiden ist, von meiner Mutter ganz zu schweigen.
10:42Und wie furchtbar es für Paula wäre, wenn sie für immer im Gutshaus bei diesen Personen leben müsste.
10:47Nicht ganz so drastisch, aber es geht in die Richtung, ja.
10:50Meine Mutter hat mich auch schon gefragt, ob ich für sie aussage.
10:53Das hätte ich mir denken können.
10:56Ich kann Sie verstehen.
10:58Ich hätte nämlich eine Menge ziemlich positiver Dinge über Richard van Weiden zu sagen.
11:03Ja, das hängt wahrscheinlich davon ab, auf welcher Seite man steht.
11:07Er und Annabelle haben mir sehr geholfen, Ben.
11:11Ja, ich weiß. Entschuldige.
11:13Und ich habe trotzdem abgelehnt.
11:18Ich muss mich jetzt um mich kümmern.
11:20Ich kann mich da nicht reinziehen lassen.
11:23Ich kann und will nicht Partei ergreifen müssen.
11:25Weder für dich, noch für Nina, noch für Richard oder für meine Mutter.
11:30Verstehst du?
11:32Ich weiß nicht mehr, was ich machen soll.
11:35Von mir kann doch der Ausgang dieser Anhörung nicht abhängen.
11:38Die van Weidens haben herausgefunden, dass ich schon mal verheiratet war.
11:42Und diese Frau behauptet, dass ich es auch immer noch bin.
11:44Aber das ist eine Lüge.
11:46Und du kannst nicht das Gegenteil beweisen?
11:48Nein.
11:50Es sind vielleicht noch irgendwelche Kopien drüben in Kiew.
11:52Dort haben wir uns scheiden lassen.
11:53Aber der Rest ist in meiner Agentur verbrannt.
11:57Musst du Nina von deiner Ex-Frau?
11:59Nein.
12:01Ich weiß.
12:01Ich bin ein Idiot.
12:02Ich hätte es ihr sagen sollen.
12:04Aber es ist so lange her.
12:05Es ist auch gar nicht wichtig.
12:07Es war ein Gefallen, den ich irgendjemandem gemacht habe für eine Aufenthaltserlaubnis.
12:13Ich bin gerade dabei, alles zu verlieren, was mir wichtig ist.
12:18Das tut mir leid.
12:20Und deine Mutter, die hat wahrscheinlich die Hände im Spiel.
12:27Patricia.
12:31Ich kann nicht.
12:45Und weißt du was?
12:46Heute Abend machen wir eine echte Nachtwanderung.
12:49Das hört sich ja richtig aufregend an.
12:52Hast du gar keine Angst im Dunkeln?
12:54Nein.
12:55Überhaupt nicht.
12:56Ich habe ja eine Taschenlampe.
12:59Na dann kann dir nichts mehr schief gehen.
13:02Und das heißt, es gefällt dir doch ganz gut im Landschulein, was?
13:06Na klar.
13:07Wollen wir nicht auch mal hier hinfahren?
13:09Mal sehen, meine Süße.
13:12Das wäre doch toll.
13:14Du, ich und Ben.
13:16Vielleicht wollen Opa und Tate Annabelle auch mit.
13:19Das könnte ein bisschen schwierig werden, mein Schatz.
13:22Warum denn?
13:23Wir müssen doch nicht alle mit einem Auto fahren.
13:26Nein, Süße.
13:27Daran wird es auch nicht scheitern.
13:29Ist Opa denn jetzt einverstanden, dass ich mit dir und Ben wohnen kann?
13:35Das, ähm...
13:36Paula, du weißt doch, wir...
13:37Wir klären das gerade.
13:41Seid ihr denn immer noch nicht fertig?
13:45Du kennst doch deinen Großvater, Paula.
13:48Der kann nun ja ganz schön dickköpfig sein.
13:50Genauso wie du.
13:51Aber wir kriegen das schon hin, mein Schatz.
13:54Mama, wir gehen jetzt los zum Wildpark.
13:57Ich habe dich lieb.
13:58Und viele Grüße an Ben.
13:59Okay, viel Spaß, mein Schatz.
14:01Ich denke an dich.
14:03Und ich...
14:06Ich habe dich lieb.
14:08Sehr sogar.
14:11Trotzdem weiß ich nicht, ob wir es wirklich hinkriegen.
14:14Dr. Seek hat recht, unsere Chancen stehen schlecht.
14:17Und das alles nur, weil...
14:19Ben ist so ein Vollidiot.
14:23Okay.
14:24Um Ben kümmere ich mich später.
14:25Jetzt muss ich erst mal die Klage gegen Richard gewinnen.
14:27Ich muss einfach gewinnen.
14:34Und das macht dir wirklich nichts aus?
14:36Nein, ich habe doch Zeit.
14:38Lukas schläft und selbst wenn er aufwacht,
14:39so ein, zwei Stunden kann ich ihn schon irgendwie beschäftigen.
14:41Du, so lange wird es gar nicht dauern.
14:44Was hast du denn vor?
14:46Ich will nur schnell zum Friseur, weißt du?
14:48Weil meine Haare, die sehen irgendwie aus,
14:49als hätte ein Hamster drin genistet.
14:52Na, also wenn du mich fragst,
14:54so schlimm sieht es auch nicht aus.
14:55Oh, danke.
14:57Also, ach so, ja.
14:58Ich gehe noch schnell rüber und hole einen Schnuller,
15:00weil manchmal...
15:01Okay, ich lasse dir einfach den Schlüssel da
15:03und wenn was ist, dann rufst du mich an.
15:07Sag mal, wie war es denn eigentlich gestern
15:09mit Andreas und seinem Bruder?
15:10Stefan.
15:11Ja, genau, Andreas und Stefan.
15:13Ja, also eigentlich war ich nur mit Stefan,
15:16weil Andreas konnte nicht.
15:18Aha.
15:19Und, wie war es?
15:21Och.
15:23Nett.
15:24Und was heißt nett?
15:26Ja, ja, eben nett.
15:27Wir haben gut gegessen und ein bisschen erzählt
15:30und dann sind wir nach Hause.
15:32Ah ja.
15:34Und jetzt gehst du zum Friseur.
15:35Warum auch nicht?
15:36Ja, genau, ich muss, ich muss los.
15:37Du, und wie gesagt, lass dir bitte Zeit.
15:39Das kann ich nicht.
15:40Ja, danke.
15:42Ja.
15:49Bist du schon mal nach dem Rendezvous zum Friseur gegangen?
16:05Richtig gut sieht's für die beiden im Moment jedenfalls nicht aus.
16:08Das war doch zu erwarten.
16:11Naja, ich meine, wenn sie sich mit Richard von Weiden und Annabelle anlegen?
16:16Hätte Nina Paula gehen lassen sollen?
16:22Etwas Positives gibt es aber trotzdem.
16:25So wie es aussieht, kriegt Eva ihr Haus doch noch zu einem guten Preis los.
16:29Ach ja?
16:30Hat Erik einen seiner alten Kumpel zu den Leuten vom Seniorenheim geschickt?
16:33Ausgerüstet mit einem Baseballschläger?
16:34Das ist nicht witzig, Kolja.
16:36Abgesehen davon kümmert Erik sich toll um Eva.
16:40Du scheinst ja in letzter Zeit ganz schön abzufahren auf Erik.
16:43Kolja.
16:44Hey, ich hab kein Problem damit.
16:46Und mit Erik schon lange nicht mehr.
16:49Ich find ihn jedenfalls gar nicht mehr so blöd.
16:51Vielleicht haben wir uns ja geirrt.
16:53Hab ich was gesagt?
16:56Ist das nicht der Brief von Patricia?
16:58Witz hin?
17:00Verdammt, den hab ich total vergessen.
17:03Ich nehm ihn heute Abend mit.
17:05Ich kann ihm den Brief ja auch in der Mittagspause bringen.
17:09Vielleicht steht was Wichtiges drin und er muss sie unbedingt nochmal sprechen, bevor sie fährt.
17:22Patricia, du warst heute schon früh unterwegs.
17:26Bringst du eine Tasse Tee mit mir?
17:28Du hast Bens Ex-Frau gefunden und nach Falkenthal geholt?
17:33Wenn ich es richtig verstehe, ist sie nicht nur die Ex-Frau, sondern auch die Ehefrau von Ben Peterson.
17:40Wir alle waren sehr erstaunt.
17:41Ja.
17:42Vor allen Dingen Ben.
17:44Der behauptet nämlich, dass er schon vor Jahren geschieden worden ist.
17:48Nur leider kann er das nicht beweisen.
17:50Du weißt doch, wie viel mir daran liegt, dass Paula bei Richard bleibt.
17:54Und da ist dir wie immer jedes Mittel recht.
17:57Meines Wissens nach ist es nicht illegal, die Wahrheit zu verbreiten.
18:02Seit wann interessierst du dich wieder für die Anhörung?
18:06Ben hat mich gebeten, als Zeugin auszusagen.
18:10Und wirst du es tun?
18:12Sollte ich?
18:14Nein.
18:15Ich denke, du solltest dir das ersparen.
18:17Denkst du?
18:18So eine Aussage kann vor Gericht zu einer großen Belastung werden.
18:23Zumal geht es hier um sehr private Dinge.
18:25Ich wusste es.
18:26Ich wusste es, dass du irgend sowas sagst und auf meine Trinkerei anspielst.
18:32Vor ein paar Tagen wolltest du doch noch, dass ich für Richard aussage.
18:36Da hat das wohl keine Rolle gespielt.
18:39Du hast recht, ich habe mich geirrt.
18:41Ach.
18:42Ich habe dabei nur an Richard und Paula gedacht, als ich dich fragte, ob du vor Gericht aussagen würdest.
18:49Und jetzt geht es dir nur noch um mein Wohl.
18:53Vielleicht nicht nur, aber doch sehr.
18:57Mutter.
18:59Ich werde dich zu nichts überreden können, wenn du für Nina und Ben aussagen willst.
19:06Dann kann ich dich nicht daran hindern.
19:10Du wirst schon das Richtige tun.
19:15Ich weiß gar nicht, was sich Lilly dabei denkt.
19:17Das Ganze hier ist doch kein Pokerspiel.
19:19Hier geht es um die finanzielle Sicherheit e-Fast.
19:21Meinst du?
19:23Ich meine, meine Oma hätte das zweite Angebot sofort angenommen.
19:27Und das ist auch gut so.
19:28Die versprechen ja, das Häuschen stehen zu lassen.
19:30Ja, und dann kommt Lilly und versaut alles.
19:32Genau.
19:33Kommt Lilly und sagt hier, du musst doch nicht das nächstbeste Angebot annehmen.
19:37Und wo ein Interessent ist, ist vielleicht noch einer.
19:39Ja, aber das klingt doch eigentlich nicht so verkehrt.
19:43Sieht schon kommen, dass wir auf dem Häuschen sitzen bleiben.
19:46Diese Bruchbude, das ist doch hier mit dem Wasserschaden auch noch.
19:49Wie seid ihr denn verblieben jetzt?
19:52Ja, Oma ist jetzt erstmal komplett verwirrt und Tobias hat dir geraten, einfach bis morgen zu warten.
19:57Ja, aber das scheint doch eine ganz gute Idee zu sein.
20:01Es bringt doch nichts, auf die erstbeste Gelegenheit einzusteigen.
20:05Was solltest du eigentlich wissen?
20:12Ich habe eben mit Patricia gesprochen.
20:16Warum?
20:18Ich dachte, sie könnte für uns aussagen.
20:20Ich weiß, du willst vor Gericht keine schmutzige Wäsche waschen, aber...
20:24Vielleicht hilft es uns, wenn sie ganz ehrlich erzählt, wie es im Gutshaus zugeht.
20:28Und was hat sie gesagt?
20:30Sie hat abgelehnt.
20:34Nina.
20:34Hör zu, Ben.
20:38Was da passiert ist?
20:40Mit dieser...
20:41Deiner Frau oder wie auch immer.
20:42Sie ist nicht meine Frau, sie war es auch nie.
20:44Nur auf dem Papier.
20:44Das ist auch nicht wichtig.
20:45Jedenfalls nicht jetzt.
20:48Ich will endlich das Sorgerecht für Paula zurück.
20:52Die Frage ist nur, willst du mir dabei helfen?
20:54Ja, klar.
20:57Wir müssen dem Gericht zeigen, dass wir eine...
21:01völlig normale, harmonische Beziehung führen.
21:04Aber das machen wir doch.
21:07Und dass Paula bei uns am besten aufgehoben ist.
21:10Was ansonsten...
21:12zwischen uns läuft, das...
21:13das klären wir später.
21:16Wenn die Verhandlung vorbei ist.
21:19Bist du damit einverstanden?
21:21Okay.
21:24Okay.
21:28Wir müssen los.
21:49Sie können abräumen.
21:51Und äh, sagen Sie Bescheid, dass ich es selbst fahre.
21:53Selbstverständlich davon weinen.
21:56Ich frage mich die ganze Zeit,
21:58was versprechen sich die beiden von einer Anhörung Patricias?
22:01Es ist die reine Verzweiflung.
22:04Ich meine, Sie können doch nicht ernsthaft erwarten,
22:06dass mich deine Tochter als ein Monster erscheinen lässt.
22:09Wahrscheinlich wird dir jetzt langsam klar,
22:11dass sie mit ihrer Klage kaum noch Chancen hat.
22:14Hoffentlich.
22:16Ich glaube nicht, dass Patricia sich überreden lässt, auszusagen.
22:19Sie muss ihr eigenes Leben erst mal wieder richtig in den Griff kriegen.
22:23Und eine Aussage vor Gericht würde sie nur unnötig aus dem Gleichgewicht bringen.
22:27Wollen wir?
22:28Ja.
22:30Und was Patricia betrifft, mach dir keine Sorgen.
22:33Diesmal schafft sie die Therapie.
22:34Sie hat sich sehr verändert.
22:36Das muss ein guter Einfluss sein.
22:38Oder sie hat einfach Glück,
22:40eine einfühlsame und verständnisvolle Mutter zu haben.
22:43Könnte ja sein.
22:54In Ninas Haut möchte ich jetzt nicht stecken.
22:57Diese Ungewissheit.
22:59Also ich glaube, ich würde das nicht aushalten.
23:02Es bleibt ja nichts anderes übrig.
23:05Sag mal, können wir denn gar nichts tun?
23:07Wir haben alles versucht.
23:10Ich meine, wie kann eine Richterin überhaupt in so kurzer Zeit
23:16entscheiden, was wirklich gut für ein Kind ist?
23:18Ja, man müsste vielleicht...
23:20Ja, was denn?
23:21Ja, ich weiß es doch auch nicht.
23:27Soll ich dir was zu essen kochen?
23:29Nee, lass mal.
23:36Ist was passiert?
23:38Ja.
23:39Stellt euch mal vor, meine Patentante, sie ist gestürzt.
23:43Die Nachbarin hat jetzt gerade angerufen,
23:45es besteht Verdacht auf Oberschenkelhalsbruch.
23:48Wie ist denn das passiert?
23:49Ich weiß es nicht.
23:50Sie wollte wohl Fenster putzen oder irgend sowas.
23:53Ihr fährst jetzt zu ihr?
23:55Ja, aber der nächste Zug geht erst Nachmittag.
23:59Weißt du, in welchem Krankenhaus sie liegt?
24:00Nein, die Nachbarin wollte mich anrufen, sobald sie Näheres weiß.
24:05Hoffentlich ist nicht noch Schlimmeres passiert.
24:09Ach, mein Gott, als hätten wir nicht gerade genug Sorgen.
24:28Lilly, komm rein.
24:30Ähm, ich hab ja was für dich, das ist von Patrizia.
24:34Aha, Patrizia.
24:36Wie geht's ihr?
24:38Sie war gestern kurz in der Manufaktur, aber da war ich gerade nicht da.
24:41Sie hat sich verabschiedet.
24:43Ach, das heißt, sie macht jetzt doch die Therapie.
24:47Komm noch kurz rein, ich pass auf Lukas gerade auf.
24:50Ich mach dir gern Tee oder ich, ähm, ich hab noch Nudeln da.
24:53Lass mal, ich hab grad gegessen.
24:55Das heißt, du bist jetzt nur wegen des Briefs gekommen?
24:58Ja, Koya hat sie den bestimmt wieder vergessen und ich dachte, vielleicht steht was Wichtiges drin.
25:03Ja, dann mach ich den gleich mal auf.
25:10Ich muss dann mal wieder los.
25:14Ja, wir sehen uns.
25:21Aus all diesen Gründen ist es mehr als vernünftig, ja geradezu unumgänglich,
25:26der Klage meiner Mandantin stattzugeben und ihr und ihrem Partner das Sorgerecht für ihre Tochter Paula zurückzugeben.
25:33Und es nicht bei Richard von Weiden zu lassen.
25:36Einen mehrfach geschiedenen Mann, dessen jüngste Tochter seit Jahren nicht bei ihm wohnt, sondern in einem Interlat lebt.
25:42Herzlichen Dank.
25:43Danke, Herr Anwalt.
25:46Und Ihnen, Herr von Weiden, kann ich versichern, dass das Gericht durchaus in der Lage ist, sich ein eigenes Bild
25:50zu machen.
25:51Dank Ihrer nicht minder wortreichen Ausführungen wissen wir bereits, dass Richard von Weiden erst mit seiner jetzigen Frau Annabelle die
26:00ideale Lebenspartnerin gefunden hat
26:02und dass seine Tochter Elisabeth momentan die bestmögliche Ausbildung in einem Internat genießt.
26:08Ich könnte trotzdem einiges richtigstellen.
26:10Und ich möchte die Zeugenbefragung an dieser Stelle gerne abschließen.
26:14Sofern es von Ihnen nicht noch weitere Anträge, Zeugen und so weiter gibt.
26:27Die Verhandlung ist nicht öffentlich.
26:28Wenn ich Sie also bitten dürfte.
26:30Man hat mich gebeten, als Zeugin auszusagen.
26:33Das ist richtig. Hiermit beantragen wir...
26:34Ja.
26:36Ich hätte nicht gedacht, dass sie noch kommt.
26:38Gibt es irgendwelche Einwände gegen die Zulassung der Zeugin?
26:45Dann nehmen Sie bitte Platz.
26:54Name und Vorname, bitte.
26:56Grafenberg. Patricia.
27:09Hallo.
27:10Du kommst genau richtig. Das Essen ist gerade fertig.
27:12Hallo, Silke.
27:14Ich hoffe, du hast Hunger.
27:19Jetzt will sie auch noch auf Unterhalt klagen.
27:23Dabei zahle ich die Raten fürs Haus.
27:25Und das Auto habe ich ihr auch überlassen.
27:29Wahrscheinlich kann ich froh sein, wann ich meine Unterwäsche behalten darf.
27:32Also, das tut mir wirklich leid, aber...
27:35Magst du vielleicht was trinken? Wasser oder einen Saft?
27:38Entschuldige.
27:39Entschuldige.
27:39Ich will dich nicht schon wieder mit den Problemen meiner Scheidung belasten.
27:43Aber das macht doch nichts.
27:47Wäre es schlimm, wenn ich nichts esse?
27:49Im Moment kriege ich sicher kein Bissen runter.
27:51Du, kein Problem.
27:53Also, mit mir ging es wahrscheinlich ähnlich.
27:56Danke.
28:05Nach dem, was Sie erzählt haben, Frau Grafenberg, scheint mir doch Ihr Verhältnis zu den von Weidens ein sehr positives
28:10zu sein.
28:11Immerhin hätten Sie Ihr Alkoholproblem ohne deren Hilfe nicht in den Griff bekommen.
28:16Das ist richtig.
28:18Richard van Weiden und meine Mutter haben mir sehr geholfen.
28:21Ohne sie wäre ich jetzt vielleicht nicht hier.
28:25Und trotzdem glauben Sie, dass Paula nicht gut bei Ihnen aufgehoben wäre?
28:29Das müssen Sie mir erklären.
28:31So viel gibt es da gar nicht zu erklären.
28:33Ich meine, es geht ja um die Frage, ob ein Kind bei seiner Mutter aufwachsen sollte oder nicht.
28:38Ich weiß aus eigener Erfahrung, wie sehr ein Kind seine Mutter braucht.
28:44Ich hatte nämlich, bis jetzt jedenfalls, nie eine.
28:52Ich habe meine Mutter mit Paula gesehen.
28:56Sie geht wundervoll mit ihr um.
28:57Wie eine Großmutter das tun sollte.
29:02Aber mein Bruder und ich hatten keine Mutter.
29:08Ja, nie.
29:11Weil es ihr immer nur um sich selbst ging.
29:14Und weil sie ihre Ziele ausnahmslos durchgesetzt hat.
29:20Mit allen Mitteln.
29:22Egal auf wessen Kosten das ging.
29:26Frau Grafenberg.
29:27Meine Mutter wird sich nicht ändern.
29:32Selbst wenn sie das wollte.
29:36Und ich finde...
29:41Paula sollte nicht bei einer Frau, wie sie es ist, aufwachsen.
29:50Ich danke Ihnen für Ihre Aussage, Frau Grafenberg.
29:53Ich danke Ihnen.
30:45Hallo Tim.
30:47Keine Angst, ich mach es kurz.
30:50Ich gehe ins Sanatorium. Du siehst, ich bin endlich soweit, mich den Dingen zu stellen.
30:56Jetzt bist du an der Reihe.
30:58Ich stehe zu meinem Wort.
31:00Ich werde dir helfen. Nicht, weil ich mich damit von irgendeiner Schuld freikaufen, sondern weil ich dir helfen will.
31:08Ich werde die Kosten deiner Behandlung übernehmen.
31:11Dr. Lamarck ist einer der weltweit führenden Spezialisten für Hanschirurgie.
31:15Ich habe dich bereits bei ihm in Paris angekündigt.
31:19Durchstehen musst du die Behandlung selbst.
31:21So wie ich meine.
31:23Damit wir beide mit der Vergangenheit abschließen und die Zukunft gewinnen können.
31:27Ich will dich spielen hören.
31:30Mit den Falkenthaler Philharmonikern mindestens.
31:34Liebe Grüße, Patricia.
31:39Du willst mich spielen, ja?
31:44Ja.
31:45Ja.
31:46Ja.
32:03Okay.
32:04Okay.
32:22Okay, noch nicht ganz, aber bald.
32:50Hatte ich nicht gesagt, dass ich nicht gestört werden will?
32:52Entschuldigung, aber ich suche Bruno.
32:54Wer ist Bruno?
32:55Bruno ist Paulus Kaninchen. Der muss beim Stallreinigen weggelaufen sein.
33:01Sagen Sie bloß, dass das Viech hier frei im Haus rumläuft.
33:03Ja.
33:04Ja, dann finden Sie es, aber möglichst schnell.
33:06Ich reagiere allergisch auf diese Viecher.
33:10Hat mein Vater nicht angeordnet, dass die Kaninchen drüben bei Ihnen im Haus bleiben müssen?
33:13Wenn sie nicht mehr hier wohnen, darf Paula ihre Tiere in ihrem Zimmer behalten.
33:18Also über das Thema muss ich mich mit meinem Vater noch mal unterhalten.
33:21Auf ihrer Stelle würde ich mir da keine so großen Sorgen machen.
33:25Wie habe ich das zu verstehen?
33:27Ach, ich bin sicher, dass Paula bald bei Nina wohnen wird. Und sie sind die Kaninchen los.
33:33Erledigen Sie Ihre sonstige Arbeiten auch in diesem Tempo?
33:36Ach, da ist er ja.
33:37Ja, Gott sei Dank.
33:38An Ihrer Stelle würde ich schon mal ein warmes Plätzchen für das Vieh in Ihrem Haus vorbereiten.
33:42Nina hat nämlich wirklich nicht die geringste Chance gegen meinen Vater.
33:46Oh, schau mal, Bruder.
33:49Und Sie sollten auch nicht vergessen, wer Ihnen am Ende des Monats den Gehaltscheck ausstellt, Herr Becker.
33:54Aber doch nicht Sie.
34:01Falls es jetzt nicht noch weitere Anträge gibt und wir auch sonst von Störungen verschont bleiben,
34:07schließe ich hiermit die Anhörung und unterbreche ein letztes Mal.
34:11Wir sehen uns alle in einer Stunde hier wieder zur Beschlussfindung. Vielen Dank.
34:15Brauchen Sie mich jetzt. Dann bis nachher.
34:21Richard, einen Moment bitte.
34:24Was ist, Liebes?
34:26Sei mir nicht böse, aber ich kann nachher nicht dabei sein.
34:28Wieso?
34:29Ich muss zu Patricia. Sie reist heute ab ins Sanatorium und ich möchte mich von ihr verabschieden.
34:37Aber ja, das verstehe ich doch.
34:42Lilly, jetzt warte doch mal. Was hat er gesagt? Erzählt schon.
34:45Was soll er gesagt haben? Nichts weiter.
34:48Das heißt, ich hätte ihm den Brief auch heute Abend bringen können.
34:49Du hättest ihm den Brief gestern schon geben können.
34:51Gibst du. Du hast nur noch mal Gelegenheit gesucht, ihn zu sehen.
34:54Und wenn schon?
34:55Du solltest ihn in Ruhe lassen.
34:57Hör zu, Kolja. Ich will nichts mehr von Tim, okay?
35:00Ich habe ihm einfach nur diesen Brief gebracht. Mehr nicht. Ich weiß noch nicht mal, was Patricia geschrieben hat.
35:04Und jetzt muss ich weiterarbeiten.
35:14Tobias? Bist du es? Das ging aber schnell.
35:17Ich bin sicher.
35:18Das Essen ist gleich...
35:19Patricia!
35:23Ich dachte, weißt du...
35:24Aber Tobias bringt Birgit gerade zum Bahnhof. Ihre Tante ist gestürzt.
35:28Schlimm?
35:29Na, Oberschenkelhalsbruch. Mehr weiß Birgit auch noch nicht.
35:34Komm, setz dich. Willst du etwas essen?
35:37Danke.
35:38Aber ich wollte mich nur kurz verabschieden.
35:41Was geht jetzt los?
35:43Das Taxi zum Flughafen ist schon bestellt.
35:46Ich finde es gut, dass du das machst. Und diesmal schaffst du es. Ganz bestimmt.
35:52Da bin ich ganz sicher.
35:57Schade, dass Tobias nicht da ist. Er würde dich gern zum Flughafen fahren.
36:05Ich...
36:07Ich...
36:08Ich war vor Gericht.
36:11Du?
36:12Du hast als Zeuge ausgesagt?
36:14Ja.
36:15Für Nina und Ben.
36:18Ich weiß nicht, ob es was gebracht hat, aber...
36:22Mir hat es sehr geholfen.
36:24Dir?
36:25Ja.
36:27Mir ist endlich klar geworden, was ich von Annabelle erwarten kann und was eben nicht.
36:34Sie ist vielleicht eine gute Großmutter für Paula.
36:37Aber eine gute Mutter für mich wird sie nie sein.
36:42Patricia, sei nicht so streng.
36:44Schon gut, Eva.
36:50Du wirst mir fehlen.
36:53Du mir auch.
36:56Aber du kommst doch wieder.
36:59In zwei, drei Monaten bin ich wieder da.
37:03Wahrscheinlich.
37:04Ganz sicher.
37:07Pass auf dich auf.
37:22Was hast du von Patricia erwartet?
37:25Jedenfalls nicht, dass sie mal eben ihren ganzen Frust über ihre unmögliche Kindheit ablädt.
37:30Ich hätte es eher gewundert, wenn sie was Positives über ihre Mutter gesagt hätte.
37:35Genutzt hat es Nina jedenfalls nichts.
37:38Bist du sicher?
37:40Familienrichterinnen stehen auf Gefühlsduseleien.
37:44Das kann schon sein, aber hier steht nicht Annabelles Mutterrolle zur Diskussion.
37:47Das hoffe ich.
37:49Besonders für dich.
37:51Vicky, ich habe nicht vor, diese Anhörung zu verlieren.
37:55So gefällst du mir.
37:57Patricias Aussage hat uns geholfen?
38:00Ja.
38:02Es war sicher nicht leicht für sie so offen über ihre Familienprobleme zu sprechen.
38:07Annabelle ist trotz allem ihre Mutter.
38:14Ich glaube, wir haben es geschafft.
38:17Ich weiß es nicht.
38:19Aber es gibt nichts, was ich mir mehr wünsche.
38:25Egal, was die Richterin entscheidet, Nina.
38:29Wir stehen das gemeinsam durch.
38:32Wir werden nicht aufhören zu kämpfen, weil ich keinen einzigen Tag ohne dich und ohne Paula verbringen will.
38:52Es tut mir leid, Mutter. Ich muss.
38:54Ich weiß.
38:55Und ich nehme auch nichts zurück von dem, was ich gesagt habe.
38:58Ach, das ist mir klar.
39:02Gut, dann...
39:10Dann lass es uns kurz machen.
39:14Das Taxi wartet. Ich melde mich.
39:17Patrizia, ich verstehe dich. Du wolltest Nina helfen.
39:19Ja. Aber das ist es nicht allein.
39:23Einiges von dem, was du gesagt hast, hat mich sehr verletzt.
39:28Aber das soll nicht heißen, dass es nicht wahr ist.
39:31Ich war dir keine gute Mutter.
39:35Aber vielleicht nicht in jeder Beziehung.
39:38Das kommt auf den Standpunkt des Betrachters an.
39:44Ich will mich nicht mit dir darüber streiten.
39:48Nicht mehr.
39:49Denkst du etwa, ich...
39:50Komm.
39:51Ich bring dich ins Sanatorium.
39:59Bis zum Flughafen.
40:01Ach komm, lass mich doch...
40:02Bis zum Flughafen.
40:20Bis zum Flughafen.
40:24Setzen Sie sich, bitte.
40:31Ein paar Worte noch vorab.
40:34Es ist mir selten so schwergefallen, eine Entscheidung zu treffen.
40:37Da nur selten die Argumente beider Parteien derart ausgewogen waren.
40:43Die Ausführungen von Patricia Grafenberg waren in diesem Zusammenhang interessant.
40:48Für die Beschlussfindung konnten sie jedoch nur bedingt einbezogen werden.
40:53Näheres dazu später.
40:56Wenn Sie sich bitte erheben möchten...
41:08Dem Antrag auf Übertragung des Sorgerechts für Paula Bergmann durch die Kindsmutter Nina Bergmann wird nicht stattgegeben.
41:15Das Sorgerecht verbleibt bei ihrem Großvater Richard von Weiden.
41:27Auf die Sieger. Auf den K.O. in allerletzter Sekunde.
41:30Herr Petersen.
41:31Ich kann mich nicht daran erinnern, dass wir Sie zu unserer kleinen Feier eingeladen haben.
41:35Wenn ich sehe, wie Sie feiern, weil Paula der Mutter entzogen wurde, könnte ich kotzen.
41:39Das bedeutet, dass Paula nicht mehr Teil meines Lebens ist.
41:42Und dass ich nur noch ein ganz kleiner Teil ihres Lebens bin.
41:45Paula wird es nie so empfinden.
41:46Da bin ich mir nicht so sicher.
41:49Es ist nicht das erste Versprechen, das ich ihr gegenüber nicht halten konnte.
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