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KurzfilmeTranskript
00:00Und Sie sind sicher, dass ein Irrtum ausgeschlossen ist?
00:04Ja, er war verheiratet. Das steht zweifelsfrei fest.
00:07Ich dachte nicht, dass Sie der Typ sind, der sich fest bindet.
00:11Tja, was soll ich sagen? Ich bin selbst ein bisschen überrascht.
00:13Zum ersten Mal wird es wirklich ernst.
00:16Was hast du denn?
00:18Verheiratet gewesen zu sein, ist doch kein Verbrechen.
00:20Eben. Und deshalb frage ich mich, warum er es verschweigt
00:24und stattdessen behauptet, die Ehe mit Nina Bergmann sei seine erste.
00:30Mein Gefühl sagt mir, hier stimmt etwas nicht.
00:33Ich weiß nichts.
00:36Willst du den Sorgerechtsprozess gewinnen?
00:39Natürlich will ich.
00:40Dann lass uns der Sache auf den Grund gehen. Vertrau mir.
00:47Nein, verstanden.
00:50Ihre Aufgabe wird jetzt etwas schwieriger.
00:53Ben Petersen war schon einmal verheiratet.
00:55Ich will wissen, mit wem.
00:57Wer diese Frau auch immer ist.
01:01Finden Sie sie.
01:09Hey, what you looking for?
01:13No one has the answer.
01:17They just want more.
01:21Hey, who's gonna make it right?
01:28This could be the first day of my life.
01:37Ich will alles über diese Frau wissen.
01:39Über ihre Ehe und vor allem über ihre Scheidung von Ben Petersen.
01:44Aber das kann ein bisschen dauern.
01:46Ich muss mit meinen Recherchen völlig neu ansetzen.
01:48Na, dann fangen Sie an. Die Anhörung beginnt übermorgen.
01:51Gut.
01:52Ich melde mich, sobald ich die Frau gefunden habe.
01:57Auf Wiedersehen.
01:58Auf Wiedersehen.
02:03Ich hoffe, du hast recht.
02:04Und Bens Ex-Frau hilft uns, diese Anhörung zu gewinnen.
02:07Vertrau mir.
02:08Was macht dich so sicher?
02:10Instinkt.
02:11Und der Wille zu gewinnen.
02:13Du gibst nie auf, oder?
02:14Nicht, bevor ich mein Ziel erreicht habe.
02:16Und das ist das Sorgerecht für Paula.
02:19Ich bin froh, dass du auf meiner Seite stehst.
02:23Ich auch.
02:26Das Abendessen, mein Birgit und Tobias, war wirklich schön.
02:28Ich habe sogar mal für einen Moment vergessen, dass die Anhörung ansteht.
02:33Das Umgangsrecht für Paula, das hast du schon.
02:35Das Sorgerecht, das schaffen wir jetzt auch noch.
02:37Schade ist nur, dass wir nicht genug Zeit haben, unsere Hochzeit richtig zu planen.
02:40Wann?
02:41Was willst du denn da planen?
02:43Wir brauchen die Papiere und dann geht's zum Standesamt.
02:45Oh, du bist aber sehr romantisch.
02:48Na gut, was stellst du dir denn so vor?
02:50Ähm, naja, Brautstrauß, Blumen, Musik.
02:54Für die Standesamtliche Traum.
02:56Gib zu.
02:58Du hast keine Ahnung, was es heißt, eine romantische Hochzeit zu machen.
03:03Ich habe gerade die zwei Frauen meines Lebens getroffen.
03:06Und ich will eine romantische Hochzeit.
03:17Ich wollte mich bei dir entschuldigen.
03:20Lilly hat mir erzählt, dass es Eva gestern wirklich nicht so gut ging.
03:23Und Lilly, glaubst du das?
03:26Erik, was erwartest du bitte?
03:28Du hast mich x-mal belogen und du hast sogar versucht, mir eine Kreditkarte zu klauen.
03:33Wer einmal lügt, dem glaubt man nicht.
03:35Das fällt mir zumindest verdammt schwer, ja.
03:38Aber ich will dir auch nicht die ganze Zeit misstrauen.
03:41Schon klar.
03:42Deshalb bist du lieber nicht mit so einem Typen wie mir zusammen.
03:46Schon wieder daneben getippt.
03:48Du hast verdammt viel Mist gebaut, ja.
03:53Aber es ist hoffentlich vorbei.
03:56Also lass uns die Sache gestern einfach vergessen, okay?
04:02Okay.
04:05Du bist echt.
04:06Ja.
04:09Ich lüge ab jetzt nie wieder.
04:11Ich schwöre es.
04:13Lauf zu schwören und küss mich.
04:29Ist das nicht der Typ, mit dem du nichts mehr zu tun haben wolltest?
04:34Ja, aber wir haben uns wieder versöhnt.
04:38Das habe ich dir zu verdanken.
04:39Ja.
04:41Aber sieh das jetzt nicht als Friedensangebot an.
04:43Ah, vielleicht als Waffenstillstand?
04:48Okay.
04:49Ich bring dir sofort ein.
04:52Okay.
04:58Und?
04:59Du und Tim?
05:00Habt ihr noch miteinander gesprochen, oder?
05:03Das ist alles so kompliziert.
05:06Quatsch, das ist überhaupt nicht.
05:08Du gehst jetzt hoch und machst das.
05:11Ich weiß noch nicht mal, was ich sage.
05:16Ich freue mich, wenn du hier bist.
05:18Danke.
05:20Ich habe es drüben einfach nicht mehr ausgehalten.
05:23Wäre es nicht besser gewesen,
05:25wenn du noch ein paar Tage im Krankenhaus geblieben wärst?
05:29Ich dachte, ich wäre so weit.
05:30Ich konnte ja nicht ahnen,
05:32dass Viktoria im Gutshaus schon wieder ein- und ausgeht.
05:33Was war los?
05:36Gab es Ärger?
05:39Richard hielt es für eine gute Idee,
05:42ein Familienessen zu veranstalten.
05:45Und Viktoria hat jede Gelegenheit benutzt zu sticheln.
05:49Aber gerade so viel,
05:49dass sie nicht rausgeflogen ist.
05:51Daddy soll ja nicht wissen,
05:52was für ein Miststück sie ist.
05:54Du bist doch bald im Sanatorium.
05:57Dann muss sie sich ein anderes Opfer suchen.
05:59Und das wird dann wohl Mutter sein.
06:02Die kommt mit Viktoria zurecht.
06:04Ja, da mache ich mir auch keine Sorgen.
06:06Die beiden sind ebenbürtige Gegnerinnen.
06:08Ja.
06:09Und dir wird es dann auch bald wieder besser gehen.
06:14Ich weiß nicht.
06:16Ich traue mir nicht mehr über den Weg.
06:19Aber warum?
06:20Du hast doch gesagt,
06:22dass du dir den Alkohol nicht selbst besorgt hast.
06:24Ja, und das stimmt auch.
06:26Aber ich konnte nicht widerstehen.
06:27Ich habe getrunken.
06:28Und ich will wissen, warum.
06:29Aber das ist doch gar nicht wichtig.
06:32Entscheidend ist,
06:32dass du nicht mehr trinken wirst.
06:34Aber wie soll ich das denn verhindern,
06:35wenn ich nicht weiß, wie es passiert ist?
06:37Das ist doch völlig egal.
06:39Wichtig ist,
06:39dass du nicht mehr trinkst.
06:41Und das wirst du auch nicht mehr.
06:43Das weiß ich.
06:46Ich wäre gern genauso überzeugt davon wie du.
06:51Ich weiß, wie viel Kraft du hast.
07:23Willi?
07:25Hi.
07:26Hey, wolltest du...
07:28Nein.
07:29Ich war bei Silke.
07:30Ach so.
07:33Ich wollte gucken,
07:34wie es dem Kleinen geht.
07:35Der ist so süß.
07:36Ja, das ist...
07:39Hast du gerade geübt?
07:41Ja, das...
07:42läuft immer besser.
07:44Schön.
07:49Na ja, man sieht sich.
07:51Ja.
07:51Ja, dann...
07:55Ja, das ist ja...
08:04Vielen Dank.
08:36Vielen Dank.
09:00Du bist in der stärkeren Position.
09:03Du hast Freunde, du hast einen festen Job.
09:06Ich bin bald mit dir verheiratet.
09:08Dagegen muss Richard erstmal ankommen.
09:11Ich bin froh, dass ich nicht mehr alleine bin.
09:18Oh, immer das Gleiche.
09:28Bergmann?
09:29Hallo Mama.
09:31Paula!
09:32Na?
09:33Ist das schön im Landschulheim?
09:34Ja, aber ich vermisse dich.
09:37Ich dich auch.
09:38Aber du kommst doch bald wieder.
09:40Darf ich dich denn wieder besuchen?
09:42Und Ben?
09:44Ja, das versuchen wir ja gerade zu klären mit Opa.
09:47Das weißt du doch.
09:48Aber du gehörst ja zu uns.
09:50Wirklich?
09:52Ja, wirklich.
09:56Paula?
09:57Mama, ich muss jetzt los.
09:59Wir gehen jetzt wandern.
10:00Tschüss!
10:00Okay, alles klar.
10:03Tschüss.
10:07Gut, dass sie bei der Anhörung nicht dabei ist.
10:10Ja, aber so schlimm genug, dass sie die Streiterein hier mitbekommen hat.
10:17Morgen ist die Anhörung.
10:18Die gewinnst du.
10:20Und dann ist der Kampf um das Sorgerecht endlich vorbei.
10:23Hoffentlich.
10:40Es kann doch nicht sein, dass Nina mit einem Mann, den sie man gerade ein paar Monate kennt, vor Gericht
10:43bessere Karten haben soll.
10:45Wenn Nina glaubhaft machen kann, dass Paula aber ihr ein gutes Zuhause hat schon, ob mit oder ohne Mann.
10:50Dann müssen wir diese Glaubwürdigkeit eben untergraben.
10:53Die Frage ist nur, wie?
10:54Außer der Ex-Frau hat dieser Detektiv noch nicht viel gefunden.
10:57Die Frau ist doch ein Anfang.
11:00Macht euch nicht so viele Hoffnungen.
11:02Dass Petersen bis jetzt diese Ex-Frau verschwiegen hat, ist nur einer Formfehler.
11:06Für ein Urteil gegen Nina reicht das vor Gericht nicht aus.
11:11Wir sollten abwarten, was der Detektiv findet.
11:16Ich bin Richard's Anwalt. Abwarten ist nicht meine Aufgabe.
11:21Was schlägst du vor?
11:23Hast du schon mal über Kündigung nachgedacht?
11:25Die beiden sind finanziell von dir abhängig.
11:27So kurz vor der Anhörung?
11:28Das würde gegen mich verwendet werden.
11:31Vielleicht ist es ja gar nicht nötig, eine Kündigung offen auszusprechen.
11:34Man müsste den beiden klar machen, dass ihre gesicherten Verhältnisse auf deinem Wohlwollen beruhen.
11:42Ihn Angst einjagen.
11:45Wenn man schon nicht die besseren Argumente hat, dann ist Angst machen eine gute Strategie.
11:51Da ist was dran.
11:53Ein eingeschwüchterter Gegner ist ein verwundbarer Gegner.
11:57Das ist mir alles zu unsicher.
12:00Ich will von Anfang an sicher sein, dass ich den Prozess gewinne.
12:04Tut mir leid, Richard. Eine Garantie kann ich dir nicht geben.
12:07Ihr entschuldigt mich. Ich muss in die Manufaktur.
12:11Falls der Detektiv doch noch fündig wird, sage ich euch Bescheid.
12:15Bis später.
12:22Familienrecht ist nicht dein Spezialgebiet.
12:24Wenn du dich überfordert fühlst, dann musst du es bloß sagen.
12:28Ich fühle mich nicht überfordert. Es ist nur so, dass Nina die besseren Chancen hat.
12:33Richard, ich weiß, du hörst das nicht gerne.
12:35Aber wir sollten über eine außergerichtliche Einigung nachdenken.
12:38Was?
12:44Morgen.
12:45Morgen.
12:46Du siehst ja verschlafen aus.
12:48Naja, ist halt so, wenn man Kinder hat.
12:51Ich bin so froh, dass wir uns das teilen.
12:54Hör mal, das ist selbstverständlich. Ich lieb den Kleinen, als wäre er von mir.
12:57Ja, ich weiß.
13:00Wo ist Stefan?
13:02Du, der ist joggen gegangen. Der will fit bleiben.
13:05Das ist so typisch.
13:07Du musst immer was zu tun haben.
13:09Naja, besser als über seine gescheiterte Ehe nachzudenken.
13:12Ich hoffe, du hast es nicht darauf angesprochen.
13:13Naja, also, pff.
13:16Er hat ja sowieso nichts erzählt.
13:18Der Herr lässt nie viel raus.
13:20Aber es geht ihm ganz schön dreckig.
13:24Wie lange sind die beiden denn verheiratet?
13:26Seit vier Jahren, aber sie kennen sie schon seit der Sandkiste.
13:30Boah, so lange schon.
13:31Ja, seit er ihr das erste Sandförmchen geklaut hat, waren sie unzertrennlich.
13:36Wann haben sie sich doch getrennt?
13:38Ja.
13:39Für Stefan ist eine Welt zusammengebrochen.
13:42Und aus dem Grund möchte ich nicht, dass du ihn darauf ansprichst, okay?
13:45Nein, das mache ich auch nie wieder.
13:48Also, wenn sich je einer im Sandkasten in mich verliebt hätte, dann hätte ich mich bestimmt nicht von ihm getrennt.
14:01Richard, denk wenigstens mal drüber nach.
14:03Nein, Tagen.
14:03Nein, nein!
14:05Das ist vollkommen ausgeschlossen.
14:09Ein geteiltes Sorgerecht ist besser als überhaupt keins.
14:12Ich habe das volle Sorgerecht für Paula.
14:13Und dabei wird es auch bleiben.
14:17Wenn sich das Gericht gegen uns entscheidet, kann es durchaus sein, dass die Entscheidung erstmal endgültig ist.
14:22Wenn ich Nina jetzt ein außergerichtliches Angebot mache, ja?
14:25Dann weiß sie doch, dass ich in der Defensive bin.
14:27Und genau in dem Glauben wollen wir sie auch lassen.
14:29Was?
14:31Wenn Nina denkt, dass wir uns geeinigt haben, dann ist für sie die Sache damit erledigt.
14:35Und uns gibt es Zeit, unsere Position zu stärken.
14:40Und dafür soll ich einen Teil des Sorgerechts ergeben?
14:42Aber nur so lange, bis wir gegen Nina was in der Hand haben.
14:45Dann strengen wir einen neuen Prozess an und wenn alles gut geht, gewinnen wir das Sorgerecht endgültig.
14:49Richard, wenn es morgen zu einer Anhörung kommt, läufst du Gefahr, das Sorgerecht für Paula zu verlieren.
14:58Also gut.
15:00Schlag Nina ein Treffen vor.
15:02Vielleicht schluckt sie ja den Köder und geht auf unser Angebot ein.
15:16Sie wollen also kurzfristig Urlaub haben?
15:18Ja, einen Tag.
15:20Und die Arbeit am Internetauftritt der Manufaktur ist so gut wie beendet.
15:23Ich weiß.
15:24Und ich bin mit Ihrer Arbeit mehr als zufrieden.
15:27Dann stünde einer kurzfristigen Beurlaubung doch nichts im Weg.
15:30Ganz und gar nicht.
15:32Nehmen Sie sich frei, solange Sie wollen.
15:36Wirklich?
15:36Wir brauchen nur diesen einen Tag.
15:39Nehmen Sie sich Zeit, um sich auf die Anhörung vorzubereiten.
15:43Wir sollen uns Zeit nehmen.
15:45Ja, nicht, dass Sie hinterher sagen, Sie hätten keine Zeit gehabt, sich darauf vorzubereiten.
15:50Und deswegen hätten Sie verloren.
15:53Wer sagt denn, dass wir verlieren?
15:56Jedenfalls kommen wir in der Manufaktur auch sehr gut ohne Sie zurecht.
16:27Jedenfalls kommen wir in der Manufaktur.
16:53Katharina, einen Moment, bitte.
16:55Ja.
16:58Erinnern Sie sich an den Abend, an dem ich ins Krankenhaus gekommen bin?
17:02Ja.
17:05Haben Sie da irgendjemanden hier gesehen, außer mir?
17:09Nein.
17:10Ich war also ganz alleine zu Hause?
17:11Ja.
17:15Und haben Sie da eine Flasche Wodka stehen sehen?
17:17Nein, es war kein Alkohol im Haus.
17:20Ja.
17:21Das dachte ich auch.
17:24Gut, danke.
17:40Hallo?
17:41Jemand da?
17:43Hallo?
17:47Er schläft.
17:48Entschuldigung.
17:49Ich habe die Post mitgebracht.
17:58Es ist so irre, dass jetzt ausgerechnet du Vater bist.
18:02Wieso?
18:03Weil ich schwul bin?
18:04Nein.
18:05Aber alle in unserer Familie hätten darauf gewettet, dass ich zuerst Vater werde.
18:08Also hör mal, das ist ja kein Wettkampf.
18:10Ich bin eben der Erste in der Ufer-Solz.
18:12Ja, ist schon gut.
18:13Ich gönne es dir ja.
18:15Im neuen Haus hatten wir auch ein Zimmer, schon das Kinderzimmer ausgesucht.
18:19Habt ihr es ernsthaft versucht?
18:20Seit Jahren.
18:21Hat aber nie geklappt.
18:23Naja.
18:24Ist vielleicht besser so.
18:25Da müssen wir jetzt nicht um die Kinder streiten.
18:29Ach.
18:31Das ist für meine neuen Dienststelle.
18:41Mist.
18:42Was ist denn?
18:43Ich werde euch noch etwas länger erhalten bleiben.
18:47Meine Rückversetzung wurde abgelehnt.
18:49Ich soll meinen Dienst, wie vorgesehen, in Falkenthal antreten.
18:54Hör zu.
18:55Ich möchte gerne, dass du dich wie zu Hause fühlst.
18:58Okay?
18:59Du bist ja jederzeit willkommen.
19:01Ja, aber sprich das bitte lieber erst mit Silke.
19:03Nein, das ist überhaupt kein Problem.
19:04Sie mag dich.
19:06Danke.
19:08Es tut mir leid, wenn sie dich in den letzten Tagen gelöchert hat wegen Claudia.
19:13Ist schon gut.
19:14Nein, ich meine, wir sind Brüder.
19:16Also, weißt du, wenn du reden möchtest?
19:20Ja.
19:32Ganz schön arrogant, die Gute, ha?
19:36Das war klar, dass sowas kommt.
19:39Seien sie nachher nicht allzu enttäuscht.
19:41Als ob sie schon wüsste, dass sie und Richard gewinnen werden.
19:44Wollt uns doch nur einschüchtern.
19:45Ja.
19:46Und ganz nebenbei klar machen, dass wir hier ersetzbar sind.
19:50Sowieso ein Wunder, dass er uns noch nicht gekündigt hat.
19:53Ohne festen Job.
19:56Hätte ich kaum eine Chance auf Paula.
19:57Das werden Sie nicht wagen.
19:58So kurz vor der Gerichtsverhandlung?
20:00Das riecht ja nach Einflussnahme.
20:03Ja?
20:04Hallo.
20:07Wagen.
20:36Was willst du?
20:37Was ist denn denn das Misstrauen?
20:38Misstrauen, Hagen?
20:39Das ist Erfahrung.
20:42Du kannst Richard sagen, wir werden auf sein Gesprächsangebot nicht eingehen.
20:45Ganz wie du willst.
20:46Dann werde ich vor Gericht gelten machen, dass du kein Interesse an einer außergerichtlichen
20:49Einigung hattest.
20:50Ach komm, Hagen.
20:52Als ob Richard wirklich an einer außergerichtlichen Einigung interessiert wäre.
20:56Dazu kann ich jetzt nicht mehr sagen.
20:57Komm, einfach ins Lanzino, okay?
21:06Was ist das?
21:10Kostenvoranschläge von zwei Firmen.
21:11Für die Sanierung?
21:12Mhm.
21:14Die scheinen sich gegenseitig überbieten zu wollen.
21:17Was verlangen die?
21:21Allein für die Entkernung und Trockenlegung müsste ich im Lotto gewonnen haben.
21:26Boah, der will sie noch nicht mal auf eine Endsumme festlegen.
21:29Weil er nicht weiß, was er noch vorfindet, wenn er die Wände aufreißt.
21:34Oma, ich weiß, du hängst an deinem Haus, aber das bringt's doch echt nicht, oder?
21:38Ich habe mein Leben lang in diesem Haus gewohnt.
21:41Ja, und jetzt ist es unbewohnbar.
21:42Du hast ja nicht mal genug Geld, das Haus abreißen zu lassen.
21:44Das Haus wird auf keinen Fall abgerissen.
21:46Und wenn das jemand versucht, dann stelle ich mich selbst vor die Abrissbirne.
21:50Warum nimmst du nicht einfach Tobias Angebot an?
21:52Du kannst bei ihm wohnen bleiben.
21:54Und für das Haus, da suchst du einfach einen Käufer, dem du vertraust.
21:56Und was wird mit meinen ganzen Sachen?
21:58Oma, ehrlich, wie viel brauchst du denn wirklich?
22:02Ja, ich meine, auf einige Sachen kann ich ja verzichten.
22:07Aber nicht auf das Haus.
22:09Wenn das Haus so weit da vor sich hinschimmelt, dann ist es bald überhaupt nichts mehr wert.
22:12Für dich vielleicht.
22:14Aber für mich, für mich ist es...
22:18Es ist meine Heimat.
22:20Und die verkauft man nicht so einfach.
22:38Patrizia.
22:41Zeignest du wieder?
22:42Nein.
22:44Ich versuche mich zu erinnern.
22:46Woran?
22:49Ich habe hier gesessen und an diesen Zeichnungen gearbeitet, bevor ich...
22:55Wenn da der Wodka gestanden hätte, das hätte ich doch gesehen.
22:59Katharina sagt auch, da war keiner.
23:00Und außer ihr und mir war niemand mehr im Haus.
23:04Hör doch auf, dich so zu quämen.
23:05Ich muss das wissen.
23:07Wozu?
23:09Konzentrier dich doch lieber darauf, dass du jetzt bald deine Therapie anfängst.
23:12Und was soll ich denen sagen?
23:14Die wollen doch auch wissen, warum ich wieder rückfällig geworden bin.
23:16Und ich habe darauf einfach keine Antwort.
23:21Man kann dir nicht vorwerfen, dass du rückfällig geworden bist.
23:24Ach ja.
23:25Wem denn sonst?
23:27Ich bin diejenige, die schwach geworden ist.
23:29Ich habe wieder getrunken.
23:31Aber es wird dir nicht nochmal passieren.
23:33Woher weißt du das?
23:36Gibt es irgendwas, was du mir vorenthältst?
23:40Ich weiß nicht, was in dieser Nacht passiert ist.
23:42Aber ich weiß, dass du an deinem Rückfall keine Schuld trägst.
23:46Tut mir leid, das reicht mir nicht.
23:50Irgendwie ist Alkohol ins Haus gekommen.
23:52Sonst hätte ich nicht trinken können.
23:53Und ich will wissen, wie.
23:55Ist es denn wirklich so entscheidend?
23:58Du würdest es an meiner Stelle genauso machen.
24:03Manchmal ist es besser, Dinge ruhen zu lassen.
24:08Ja, und wie genau soll denn diese außergerichtliche Einigung aussehen?
24:12Ja, das will ich halt uns nachher sagen, sofern wir hingehen.
24:15Wie bitte?
24:16Ich würde auf alle Fälle hingehen.
24:18Ich würde mir anhören, was er zu sagen hat.
24:20Na ja, wahrscheinlich bietet er uns an, dass ich Paula regelmäßig sehen kann.
24:24Jedes zweite Wochenende oder in den Schulferien oder sowas.
24:26Niemand kann dir vorwerfen, dass du dein Kind immer bei dir haben willst.
24:29Nicht nur am Wochenende.
24:31Ja, ich weiß nicht.
24:32Irgendwas plant Richard.
24:33Sonst würde er sich nicht mit mir treffen wollen.
24:35Der soll doch planen, was er will.
24:37Paula gehört zu dir.
24:38Das können wir bezeugen.
24:40Und ich meine, besseren Leumund als mich und Tobias kannst du gar nicht finden.
24:44Danke.
24:44Das ist lieb von euch.
24:47Oh, du hör zu.
24:49Ich würde auf alle Fälle zu diesem Treffen geben.
24:51Und wenn der Vorschlag von den beiden wirklich völlig indiskutabel ist,
24:55na ja, dann kannst du ihn immer noch ablehnen.
25:00Birgit hat recht, ich habe nichts zu verlieren.
25:03Richard zu Vorgehen beim letzten Prozess hat mich so misstrauisch gemacht.
25:07Damals war ich ganz auf mich allein gestellt.
25:11Diesmal habe ich Freunde, die zu mir halten und für mich aussagen werden.
25:16Ich lasse mir keine Angst machen.
25:19Paula hat es gut bei mir und das werde ich dem Gericht auch beweisen.
25:23Hast du Zeit, mit mir die Singapur-Aften durchzugehen?
25:25Nein, ich hole Richard ab.
25:26Wir haben gleich einen Termin im Land Zinau.
25:28Guck mal, Patricia malt schon wieder.
25:31Wenn das kein Fortschritt ist.
25:32Lass sie bitte in Ruhe.
25:33Ich werde mich doch noch freuen dürfen, wenn es meiner Stiefschwester wieder besser geht.
25:37Bevor du kamst, ging es mir sogar noch besser.
25:41Was bist du denn so angespannt?
25:43Ist der Entzug so hart?
25:46Ich kann das verstehen.
25:48Wenn ich mir vorstelle, ich dürfte nie wieder ein Glas Wein trinken.
25:51Ich...
25:51Victoria, es reicht.
25:52Ich werde mir wohl doch noch Sorgen machen dürfen.
25:55So oft wie du schon Rückfall hattest, Patricia.
25:58Spar dir deine falsche Freundlichkeit.
26:02Daddy ist nicht in der Nähe.
26:05Ich habe es doch nur gut gemeint.
26:08Kann ich dir vielleicht irgendwas bringen?
26:12Orangensaft zum Beispiel, oder...
26:21Als man mich neulich bewusstlos im Garten gefunden hat, wo...
26:24Warst du da eigentlich?
26:26Bei uns zu Hause.
26:27Ach.
26:30Und du hast nicht noch zufällig einen kleinen Ausflug hierher gemacht, um...
26:34Eine unliebsame Mitwisserin aus dem Weg zu schaffen.
26:37Ich weiß nicht, was du meinst.
26:41Du hattest doch Angst...
26:43Ich könnte Richard erzählen, dass du Nina gegen ihn aufhetzen willst.
26:47Mein Vater weiß doch längst über alles Bescheid.
26:52Außerdem...
26:52Wenn ich dich aus dem Weg haben wollte, würde ich was Besseres nehmen als Wodka.
26:58Woher weißt du, dass es Wodka war?
27:01Ist es nicht das Getränk für Alkoholiker?
27:05Das riecht man angeblich nicht.
27:07Das habe ich gehört.
27:08So, jetzt ist genug, ihr beiden.
27:10Ihr müsst euch ja nicht lieben, aber könnt ihr euch nicht wenigstens aus dem Weg gehen?
27:12Ich hole nur schnell meine Arbeitsunterlagen.
27:15Wenn ich zurück bin, dann bist du hier verschwunden.
27:22Wenn die Gegenseite ein Treffen wünscht, sollten wir da hingehen.
27:26Was glauben Sie, bieten die uns an?
27:28Vermutlich heiße Luft.
27:29Aber einen Versuch ist das wert.
27:31Warum wollen die jetzt die Anhörung vermeiden?
27:33Denen gehen die Argumente aus.
27:34Sie hoffen, mit einer außergerichtlichen Einigung besser davon zu kommen.
27:37Dann könnte es sein, dass wir heute Mittag schon zu einer Einigung kommen und die Klage sausen lassen?
27:42Im besten Fall.
27:43Aber ich warne vor voreiligen Zugeständnissen.
27:45Die Anhörung bleibt unsere erste Wahl.
27:48Was ist mit meinen Papieren?
27:50Es ist gut, Nachweise über Lebens- oder sonstige Vorsorgeversicherungen zu haben.
27:55Das ist alles abgebrannt.
27:56Ich meine, ich kann versuchen, das nochmal nachzureichen.
27:59Wir brauchen Ausweise, Gehaltsabrechnungen und Kontoauszüge der letzten drei Monate, Arbeitsverträge, Mietvertrag.
28:05Ja, das haben wir alles.
28:07Machen Sie sich Gedanken darüber, wen Sie als Leumundszeugen benennen möchten.
28:11Meine Santa hat sich angeboten, zusammen mit ihrem Lebensgefährten.
28:14Ist das auch Ihre Wahl?
28:16Ja.
28:17Kaum jemand könnte besser für uns aussagen.
28:20Vergessen Sie nicht, jeder, der etwas Gutes über Sie aussagen kann, weiß mit Sicherheit auch etwas, was Ihnen schaden kann.
28:25Sofern er danach gefragt wird.
28:27Leumundszeugen dürfen auch von der Gegenseite befragt werden.
28:30Die beiden wissen, dass ich Paula damals entführt habe.
28:33Sie haben mich gedeckt.
28:36Denken Sie ganz in Ruhe darüber nach.
28:40Ich überlege es mir.
28:42Ich möchte ungern, dass die beiden meinetwegen Schwierigkeiten bekommen.
28:46Vielleicht ist die ganze Sache ja auch nicht nötig.
28:48Wenn Hagen von Weiden ein gutes Angebot macht...
28:51Die Wahrscheinlichkeit, von einem Ufer hinführt zu werden, ist größer.
28:54Warten wir es ab.
29:07Hey, das ist nicht witzig, ja?
29:09Wer ist denn Kevin?
29:10Nur ein Typ, der manchmal ein bisschen rumnervt.
29:12Mhm, ich nerv dich also, ja?
29:14Was machst du denn hier?
29:16Ich dachte, ich kann mich mal besuchen.
29:19Weil du Mittagspause hast.
29:21Mittagspause?
29:22Im Catering, wo ich am meisten zu tun habe.
29:24Okay, okay, ich kann auch gleich wieder gehen.
29:25Nein, bleib hier.
29:26Ich freue mich doch.
29:27Ja.
29:30Wie sieht es denn aus?
29:31Naja, Oma geht es immer noch schlecht.
29:34Sie weiß, dass sie ihr Häuschen eigentlich verkaufen sollte, aber...
29:36Ja, sie hängt ihnen dran.
29:38Ja, aber das Ding ist doch eine Bruchbude.
29:39Jetzt noch mit dem Wasserschaden dazu?
29:42Sag mal, bist du so unsensibel oder das wirst du nur so?
29:45Sei doch mal realistisch.
29:47Sie hat nicht mal genug Geld, das Häuschen abzureißen.
29:49Einen Kredit bekommt sie sowieso keinen.
29:52Zumindest nicht bei der Bank.
29:54Was soll das denn heißen?
29:57Nichts.
29:58Ich bin weg.
30:00Ich kann dir nicht verantworten, dass deine Mitarbeiter verhungern,
30:03weil ich dich die ganze Zeit aufhalte.
30:04Kein Wunder, dass die Schlange am Catering immer länger wird.
30:07Oh, echt?
30:08Dann bin ich weg.
30:09Tschüss.
30:09Bis später.
30:13Und?
30:15Und was?
30:17Ja, hast du endlich mit Tim geredet jetzt?
30:21Nee, nicht wirklich.
30:23Aha.
30:24Was soll ich denn sagen?
30:27Dass du den Kuss blöd fandest und dass du nichts mehr von ihm willst, zum Beispiel?
30:32Na ja, er will ja auch nichts mehr von mir.
30:35Sagt er zumindest.
30:37Was glaubst du ihm?
30:38Mann, ich weiß nicht.
30:40Ich weiß es nicht.
30:42Tja, dann weißt du jetzt ja, worüber du mit ihm reden kannst.
30:50Du brauchst ihr nicht das Feld räumen.
30:53Schon gut.
30:55Ich kann mir was Schöneres vorstellen, als den ganzen Tag mit Viktoria in einem Zimmer
30:59zu verbringen.
31:01Wann beginnt denn deine Therapie?
31:04In zwei Tagen.
31:07Bis dahin gehe ich ihr besser aus dem Weg.
31:15Sag mal, war Viktoria neulich wirklich den ganzen Abend bei euch zu Hause?
31:25Du hast dir nichts vorzuherfen.
31:30Ich bin sicher, dass der Rückfall nicht deine Schuld war.
31:34Hagen, ich muss das wissen.
31:37Du hast überhaupt keine Ahnung, wie sich das anfühlt.
31:40Ich...
31:40Ich habe das Gefühl, ich könnte jede Sekunde wieder durchdrehen und zur Flasche greifen.
31:44Patricia.
31:47Ich kann dir nicht sagen, was neulich nach passiert ist.
31:50Sag mir wenigstens, ob sie den ganzen Abend zu Hause war.
31:55Nein, war sie nicht.
32:07Du gehst aus?
32:08Ja.
32:09Ich treffe mich mit Nina und Petersen im Lanzino.
32:13Ich werde ihnen eine außergerichtliche Einigung anbeten.
32:16So kurz vor der Anhörung?
32:17Warum?
32:18Weil unsere Chancen, diese Anhörung zu gewinnen, sehr schlecht sind.
32:22Und wenn wir sie verlieren, wird es sehr schwierig, das Sorgerecht zurückzubekommen.
32:28Und jetzt willst du es teilweise hergeben?
32:31Ein geteiltes Sorgerecht ist immer noch besser als gar keins.
32:35Ich bin auch nicht glücklich darüber.
32:39Aber ich hoffe, dass Nina ihre Klage dann zurückzieht.
32:42Und was ist mit dem Detektiv?
32:43Soll ich ihn anrufen und sagen, dass sie den Auftrag vergessen kann?
32:49Noch nicht.
32:52Obwohl ich hoffe, dass wir seiner Dienste nicht mehr benötigen.
32:55Ich wünsche mir Glück.
32:58Ach, Richard.
32:59Ja.
33:00Wirst du erwähnen, dass wir von Bens Ex-Frau wissen?
33:04Ich sehe keinen Grund, darüber zu sprechen.
33:13Ich hätte nie gedacht, dass eure Ehe irgendwann mal kaputt geht, du.
33:15Ich auch nicht.
33:18Ich meine, was feste Beziehungen angeht, warst du immer so etwas wie ein Vorbild für mich.
33:21Verstehst du?
33:24Hast du dir...
33:25Hast du nie geahnt, dass irgendwas nicht stimmt?
33:28Wir auch?
33:29Bei dem Schichtdienst?
33:30Ich war selten mal abends zu Hause.
33:34Ich entschuldige mal, so etwas spürt man doch bitte.
33:37Sie hat immer gesagt, es ist alles in Ordnung.
33:39Und die Affäre hat sie verheimlicht.
33:41Ich meine, wir kennen uns unser ganzes Leben.
33:44Sie wusste, dass ich ihr vertraue.
33:46Ja, was ich nicht verstehe, ist, dass sie so lange damit gewartet hat, es dir zu sagen.
33:49Das kapiere ich einfach nicht.
33:51Ja, ich nehme mal an, es ist ja selber nicht leicht gefallen.
33:54Und dann kaufte sie sich ein Haus mit dir?
33:57Sie hat es wohl nicht wahrhaben wollen.
34:00Ja, und als der Umzugstermin dann näher kam?
34:04An deiner Stelle würde ich nicht zurückgehen.
34:06Verkauf das Haus, zieh nach Falkenthal.
34:10Ich liebe diese Frau mein ganzes Leben lang, ich gebe die nicht so schnell auf.
34:13Und vielleicht hat sie den anderen in ein paar Monaten schon wieder satt.
34:18Das glaube ich jetzt nicht.
34:20Von Claudia.
34:22Sie ist auf Teneriffa.
34:25Wir haben den Urlaub zusammen gebucht und jetzt fährt sie einfach mit dem Neuen dahin.
34:29Sie ist nicht dein Ernst.
34:37Schön, dass ihr kommen konntet.
34:45Ja.
34:47Wie genau soll die außergerichtliche Einigung aussehen?
34:51Ich biete dir an, dass wir uns das Sorgerecht für Paula teilen.
34:59Wenn wir prozessieren, bekommen wir das volle Sorgerecht.
35:02Warum sollten wir uns mit weniger zufrieden geben?
35:04Nina sei realistisch.
35:05Was spricht denn für euch?
35:06Dass ihr euch seit drei Monaten kennt?
35:08Oder dass ihr seitdem mehrfach zusammen und wieder getrennt wart?
35:10Ach nein, dass du in der Zeit mehrere Jobs angenommen und wieder geschmissen hast, ne?
35:14Die Lebenssubstände meiner Mandantin haben sich grundlegend verbessert.
35:17Das wissen Sie sehr genau.
35:19Was ist denn, wenn die Manufaktur auf einmal wieder rote Zahlen schreibt?
35:22Und ihr beide arbeitslos seid?
35:23Könnt ihr euch dann auch um Paula kümmern?
35:25Findest du es nicht ein bisschen erbärmlich, uns mit Kündigungen zu drohen?
35:28Aber das tut ja keiner.
35:32Aber ihr solltet euch gut überlegen, was für Paula das Beste ist.
35:35Jetzt hat sie alles, was ein Kind sich wünscht.
35:37Nein.
35:39Sie sehnt sich nach mir.
35:40Und wie viele Kinder würden sonst was tun, so aufwachsen zu können wie Paula jetzt?
35:46Max ist so aufgewachsen.
35:48Und er hat es gehasst.
35:51Lass Max aus dem Spielen.
35:53Du hast bei ihm schon nicht begriffen, dass Geld allein kein gutes Held an Haus ersetzt.
35:57Und bei Paula begreifst du es wieder nicht.
36:01Wir sind hierher gekommen, um euch ein faires Angebot zu machen.
36:04Willst du es hören oder willst du mich weiter beschimpfen?
36:06Wie konkret sieht ihr Angebot denn aus?
36:08Das Sorgerecht wird geteilt. Niemand wird übervorteilt.
36:11Niemand wird nachteiligt.
36:16Ich dachte, du wirst das Beste für Paula.
36:18Wenn wir uns jetzt einigen, dann ist der Streit vorbei.
36:22Paula hat beide.
36:24Dich und mich.
36:28Ich möchte mich kurz mit Herrn Dr. Sieg besprechen.
36:40Sie wird sich darauf einlassen.
36:42Hoffen wir es.
36:44Ein besseres Ergebnis als dieses werden wir nicht bekommen.
36:56Hallo?
36:57Ich...
36:58Warte.
36:59Hallo.
37:00Wo ist Andreas?
37:01Schon runter ins Kosi.
37:03Ich habe so lange auf den Kleinen aufgepasst.
37:06Oh, bin ich K.O.
37:07Das klingeln sollen.
37:09Wäre ich runtergekommen, hätte es ertragen geholfen.
37:13Halbpferdmargarine.
37:15Butter.
37:18Grotaufstrich.
37:18Tja, jeder von uns hat einen anderen Geschmack.
37:21Wenn man sich unseren Kühlschrank anschaut,
37:23da ist es wirklich ein Wunder, dass Andreas und ich uns so gut verstehen.
37:27Ja.
37:28Andreas ist echt ein Glückspilz.
37:32Du, Stefan, ich weiß, es hilft dir jetzt vielleicht wenig,
37:35aber jeder Liebeskummer ist irgendwann vorbei.
37:39Das klingt nach Erfahrung.
37:41Ja.
37:42Ja, die habe ich leider nicht.
37:44Für mich gab es immer nur Claudia.
37:47Weißt du, aus meiner eigenen Erfahrung kann ich nur sagen,
37:50es ist sehr gut, wenn man wegfährt.
37:52Da kommt man auf neue Gedanken.
37:54Ja, genau genommen bin ich ja gerade unterwegs.
37:57Nein, ich meine ja so...
37:58Ich meine ja so richtig weg.
38:00Nach Spanien.
38:02Wie Kanaren.
38:03Teneriffa zum Beispiel.
38:04Ist eine traumhafte Insel um die Zeit.
38:07Ja, das habe ich auch schon gehört.
38:14Wo willst du denn hin?
38:16Ich muss mal raus.
38:17In der Runde spazieren.
38:23Habe ich jetzt was Falsches gesagt?
38:29Bist du ja immer noch da.
38:33Ich warte auf den Orangensaft, den du mir bringen wolltest.
38:38Oder hast du keinen Wodka gefunden, den du da reinschütten kannst?
38:43Wie lange willst du dir eigentlich noch was vormachen?
38:46Es hat dir jemand Alkohol ins Getränk gekippt.
38:50Das warst du selber.
38:53Bist eben eine kleine, kaputte Alkoholikerin.
38:56Aber mach dir nichts draus.
38:58Bei der Mutter ist das kein Wunder.
39:00Mein Gott.
39:02Du hasst uns wirklich, oder?
39:06Hast du solche Angst?
39:07Wir könnten dir deinen Daddy wegnehmen?
39:10Angst?
39:11Vor einer kleinen Säuferin wie dir?
39:14Du hast mir Wodka in den Orangensaft gekippt.
39:17Du hast mich fast umgebracht.
39:19Das ist krank.
39:20Ich konnte ja nicht ahnen, dass du dich gleich auf die Intensivstation säufst.
39:36Ich habe einfach ein komisches Gefühl dabei.
39:39Warum ist Richard plötzlich so kompromissbereit?
39:42Weil er weiß, dass er vor Gericht keine Chance mehr hat.
39:44Es gibt keinen Grund, warum Paula nicht bei uns leben sollte.
39:51Ihr Verlobter hat recht.
39:53Ihre Chancen, morgen zu gewinnen, stehen sehr gut.
39:55Und das weiß Richard von Weiden auch.
39:58Also will er das geteilte Sorgerecht, weil er Angst hat, dass ich es sonst ganz bekomme?
40:01Besser das halbe, als gar kein Sorgerecht.
40:04Das passt doch auch zu Annabels Auftritt von vorhin.
40:06Die wissen, dass sie keine Chance haben.
40:08Und jetzt versuchen sie, uns einzuschüchtern.
40:10Ach, das ist so typisch, Richard.
40:12Ich kann ihre Wut auf die Vorgehensweise von Herrn von Weiden verstehen.
40:16Richard hat schon den letzten Prozess mit seinen schmutzigen Tricks gewonnen.
40:19Bevor Sie sich entscheiden,
40:20sollten Sie einen Moment über das Angebot nachdenken.
40:24Moment mal.
40:25Sie raten uns, darauf einzugehen?
40:27Ich rate Ihnen gut abzuwägen.
40:30Denken Sie an Ihre Tochter.
40:32Ja.
40:33Meine Tochter möchte zu mir.
40:35Richard von Weiden bietet Ihnen das geteilte Sorgerecht.
40:39Sie hätten Paula die Hälfte der Zeit bei sich.
40:41Das ist eine wesentliche Verbesserung zur momentanen Situation.
40:44Aber wenn ich morgen vor Gericht gehe,
40:46dann kann ich das ganze Sorgerecht bekommen.
40:48Richtig.
40:48Sie können.
40:50Wir wissen aber nicht, wie die Richterin entscheiden wird.
40:52Ihre Chancen stehen gut.
40:54Aber wenn Sie verlieren, bleibt Paula bei Richard von Weiden.
40:58Richard wird immer wieder versuchen,
41:00seinen Willen durchzusetzen.
41:01Wir würden uns permanent streiten.
41:03Und Paula stünde mittendrin.
41:05Ich kann Ihre Sorge verstehen,
41:06aber machen Sie sich die Konsequenzen bewusst.
41:09Niemand kann garantieren,
41:10dass Sie morgen die Anhörung gewinnen werden.
41:14Ich weiß, es ist schwer.
41:16Aber Sie müssen sich entscheiden.
41:26Er wird Petersons Expo aufspüren.
41:29Da bin ich mir sicher.
41:30Wie auch immer.
41:31Wir haben eine ganze Menge gegen Nina in der Hand.
41:35Und wir werden weitersuchen.
41:37Was hältst du davon, wenn ich Paula adoptiere?
41:39Ich weiß, es ist wahrscheinlich so voreilig.
41:41Und außerdem müssen wir auch Paula fragen.
41:43Max, dass tot bin.
41:45Er kann nicht mehr für Paula sorgen.
41:47Du schon.
41:48Und ich kann mir keinen besseren Vater für Paula vorstellen.
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