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  • vor 2 Tagen

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Kurzfilme
Transkript
00:02Julia, da bist du endlich.
00:03Mama, was soll das? Wieso hast du alle unsere Sachen gepackt?
00:06Wir müssen los.
00:07Wohin?
00:08Zum Bahnhof.
00:09Unser Zug geht in einer Stunde.
00:12Ich hab Tickets reserviert.
00:13Mutter?
00:15Kannst du mir bitte erklären, was das Ganze soll?
00:18Julia, hast du es noch immer nicht begriffen?
00:20Frederik ist hier in Falkenthal.
00:22Und er wird auch hier bleiben.
00:24Es ist nur noch eine Frage der Zeit, bis er mich erkennt.
00:27Und mit Hermanns Tod in Zusammenhang bringt.
00:30Wir müssen sofort verschwinden.
00:32Also komm.
01:10Ich komm nicht mit.
01:12Aber Julia, hast du nicht gehört, was ich gesagt habe?
01:15Frederik Gravenberg hat mich gesehen.
01:18Wir müssen sofort weg.
01:19Also komm, nimm deinen Koffer und lass uns gehen.
01:22Ich komm nicht mit dir mit.
01:24Diesmal nicht, Mama.
01:27Aber Julia...
01:28Wenn du gehen möchtest, Mama, dann gehst du allein.
01:30Ich bleib hier in Falkenthal.
01:34Und jetzt können wir auch beweisen,
01:35wie gut wir als Führungsteam funktionieren.
01:38Die ehrliche Porzellanmesse steht an.
01:42Eine Messe?
01:44Das klingt nach verstaubten Vitrinen,
01:46in Garagen ähnlichen Hallen,
01:48endlosen Gesprächen mit gelangweilten Vertretern.
01:52Sag mal, Messen sind doch irgendwie veraltet, oder nicht?
01:55Die Gravenbergs haben damals die Messe ins Leben berufen.
01:58Sie ist der Branchenumschlagplatz.
02:00Gut ein Drittel unserer Umsätze machen wir durch die Messe.
02:03Und unsere Messeauftritte sind legendär.
02:05Ah ja?
02:06Haben wir die schönsten Tänzerinnen auf der Bühne,
02:09die unsere Teller jonglieren?
02:10Nein, nicht direkt.
02:12Vielmehr präsentieren wir die erfolgreichsten Kollektionen,
02:15die unseren Kunden die besten Umsätze bescheren.
02:17Auch gut.
02:19Vielleicht finden wir ja eine zeitgemäßere Alternative,
02:22um uns angemessen zu präsentieren.
02:25Ich weiß nicht.
02:27Die Messe ist wichtig.
02:29Und außerdem hat sie Tradition.
02:32Ja, Tradition ist schon gut,
02:33aber sie darf die Kreativität eines Unternehmens nicht ersticken.
02:43Ich verstehe dich nicht, Julia.
02:45Wo machst du das?
02:46Was ist denn noch mit dir los?
02:48Nichts ist los.
02:49Ich denke nur, es ist Zeit, dass ich mein eigenes Leben lebe.
02:54Das hört sich ja an,
02:55als ob du dein ganzes Leben lang nur gemacht hast,
02:57was ich wollte.
02:58So war es ja auch.
03:00Wir sind ständig umgezogen,
03:03weil du es nicht lange an einem Ort ausgehalten hast.
03:06Bisher hast du dich nicht darüber beklagt.
03:08Aber das heißt doch nicht, dass ich es gerne gemacht habe.
03:10Ich hatte doch keine andere Wahl.
03:23Ach so, ist das.
03:25Die ganzen letzten Jahre waren eine einzige Qual für dich, ja.
03:29Oh, Mama, bitte nicht so.
03:32Du weißt doch ganz genau, wie ich das meine.
03:36Zum ersten Mal in meinem Leben
03:37habe ich das Gefühl, wirklich zu Hause zu sein.
03:41Mein Entschluss steht fest, ich bleibe hier.
03:43Aber ich kann nicht hierbleiben.
03:45Oder willst du, dass ich ins Gefängnis komme?
03:47Das hatten wir doch schon so oft.
03:49Die Leiche von diesem Touristen
03:51wurde meilenweit entfernt von der Lodge gefunden.
03:53Er ist nicht bei dem Sturz vom Casino getötet worden,
03:56sondern viel, viel später.
03:58Du bist nicht schuld.
03:59Wie kannst du denn sowas sagen?
04:01Du warst doch überhaupt nicht dabei.
04:03Das nicht, aber...
04:07Mama, erinnerst du dich an Jörg Schwarz,
04:09den Security-Chef von der Lodge?
04:11Ja.
04:12Als ich gehört habe, dass in der Lodge ein Casino eröffnet wird,
04:15da habe ich ihn dir hinterher geschickt.
04:17Du hast mich Jörg nachgeschickt, warum?
04:20Ich hatte Angst, dass du wieder spielst.
04:22Und Jörg sollte dich möglichst davon abhalten.
04:27Ich wollte nicht mehr spielen.
04:31Nie mehr.
04:34Aber dann...
04:35Ich weiß, Mama.
04:40Mama, ich habe von Jörg danach nichts mehr gehört.
04:43Wenn du wirklich diesen Mann getötet hättest,
04:45dann hätte Jörg auch die Leiche gefunden.
04:47Und das hätte er uns gesagt.
04:49Es gibt keinen Grund für deine Panik.
04:52Das sagst du nur, weil du hier nicht weg willst.
04:55Du lässt mich im Stich.
04:57Es reicht, Mama.
04:59Ich habe mich mein ganzes Leben nur nach dir gerichtet.
05:01Jetzt bin ich an der Reihe.
05:04Ich werde mir hier in Falkenthal ein neues Leben aufbauen.
05:08Ich habe ihn zu Hause gefunden.
05:10Das werde ich nicht aufgeben.
05:24So habe ich noch nie mit Mama gesprochen.
05:27Ich erkenne mich selbst gar nicht wieder.
05:30Aber ich musste ihr das alles mal sagen.
05:34Ja.
05:43Daniel.
05:46Du rufst genau im richtigen Moment an.
05:49Ich vermisse dich auch.
05:51Ganz schrecklich.
05:52Ich würde dich so gerne heute Abend noch sehen.
05:59Du sitzt noch mit deinem Onkel zusammen.
06:02Das ist schade.
06:04Nein, das verstehe ich.
06:05Ihr habt bestimmt viel zu bereden mit der Firma.
06:09Ja.
06:11Gleich morgen früh.
06:12Lass uns am Bootshaus treffen, ja?
06:15Ich dich auch.
06:18Schlaf gut.
06:20Bis morgen früh.
06:28Am liebsten würde ich Mama einfach sagen, dass ich mich in Daniel verliebt habe und deshalb nicht weg will.
06:34Aber wenn sie erfährt, dass er ein Gravenberg ist, wird sie nur noch panischer werden.
06:41Ich weiß nicht, was ich tun soll, wenn sie ohne mich weg geht.
06:45Aber sie muss akzeptieren, dass ich mein eigenes Leben führe.
07:01Das ist ein ulkiges Gefühl sein, Onkel als Chef zu haben.
07:32Irgendwie ist der...
07:33Ich weiß nicht, dass er nicht mehr funktionieren mit den beiden als Führungsteam.
07:35Die ergänzen sich.
07:37Na dann?
07:39Warten wir jetzt ab.
07:41Frederik hat die Chance verdient, aber ob er die auch bekommt...
07:44Was soll das nun wieder heißen?
07:46Du kennst doch meine Mutter.
07:48So viel Frieden zwischen Daniel und meinem Onkel passt ihr nicht.
07:51Ich könnte wetten, dagegen wird sie was unternehmen.
07:55Du hältst dich doch bei sowas raus, oder?
07:57Abwarten nicht.
07:59Für heute habe ich jedenfalls andere Pläne.
08:01Patricia, eigentlich wollte ich...
08:02Du bist schon weg?
08:03Ja.
08:04Na nun, sonst hast du es doch nicht so eigentlich.
08:08Ist es wegen der kleinen von Catherine, die jetzt bei euch wohnt?
08:12Julia ist ziemlich nett.
08:14Nur nett?
08:16Julia ist eine ziemlich hübsche Frau.
08:18Aber irgendwas ist merkwürdig an ihr.
08:21Ich habe manchmal so ein komisches Gefühl.
08:23Das habe ich auch, immer wenn du mir so an die Wäsche gehst.
08:25Jetzt lenkt man dich ab.
08:27Muss ich mir Sorgen machen?
08:56Das ist also dein letztes Wort.
08:58Du bleibst hier.
08:59Ja, Mama.
09:00Ich habe es dir doch erklärt.
09:02Erklärt.
09:04Du hast mir Vorwürfe gemacht,
09:07dass wir andauernd umgezogen sind.
09:09Andere Kinder hätten sich gefreut,
09:11wenn sie die Welt gesehen hätten.
09:12Lass es.
09:13Ich bitte dich.
09:15Du lässt mich im Stich.
09:16Mama.
09:17Ich will mit dir zusammen hierbleiben.
09:21Wir können doch nicht immer weglaufen,
09:23wenn es Schwierigkeiten gibt.
09:24Versteh mich doch.
09:26Dann musst du mich aber auch verstehen.
09:29Wenn der Lodgebesitzer mich erkennt.
09:32Aber so weit muss es doch überhaupt nicht kommen.
09:34Wenn du dich von der Villa fernhältst,
09:36kannst du Friedrich Gravenberg nicht begegnen,
09:38der kann dich nicht erkennen.
09:39Das sagst du so einfach.
09:41Ja.
09:42Ich muss jetzt zur Arbeit nochmal.
09:43Bis später.
09:54Guten Morgen, Mutter.
09:56Guten Morgen, Patricia.
09:58Daniel ist früh unterwegs heute.
10:00Ich habe ihn eben an der Haustür getroffen.
10:02Er hatte es ziemlich eilig.
10:03Was du nicht sagst.
10:05Ob er sich so beeilt, früh ins Büro zu kommen,
10:07weil er bei Frederik einen guten Eindruck machen will?
10:10Das glaube ich kaum.
10:12Deinem Bruder fehlt zurzeit schlicht der Kampfgeist.
10:14Ich fürchte, er ist mit seiner kleinen Affäre beschäftigt.
10:17Du meinst, er hat ein Rendezvous noch vor der Arbeit.
10:20Ich wüsste nicht, was daran so amüsant sein sollte.
10:23Das Problem Julia Schilling wird bald aus der Welt sein.
10:27Dafür werde ich sorgen.
10:28Ich bin gespannt.
10:31Ich habe noch einmal über ihre plötzliche Abreise
10:33aus Südafrika nachgedacht.
10:36Wenn sie am selben Abend geflogen ist wie Daniel,
10:38wird sie ihm wahrscheinlich hinterhergereist sein.
10:40Vielleicht.
10:41Aber vielleicht auch nicht.
10:43Ich glaube, es lohnt sich nachzufragen bei der Lodge,
10:46ob auf irgendeiner Safari etwas vorgefallen ist.
10:53Julia!
11:03Wie war der Abend mit deinem Onkel?
11:06Ach, ich habe mit Frederik und meinem Großvater zusammen
11:08Frederiks Einstand gefeiert.
11:10Das klingt doch gut.
11:12Ja, später saß ich noch mit Frederik zusammen
11:14und wir haben über die anstehende Porzellanmesse gesprochen.
11:18Er hält sie für völlig überflüssig und altmodisch.
11:22Aber ich weiß, wie wichtig sie für unser Geschäft ist.
11:25Habt ihr euch gestritten?
11:26Nein, das nicht.
11:27Aber wir sind unterschiedlicher Meinung.
11:30Und ich ahne, dass es in Zukunft häufiger so sein wird.
11:34Aber unterschiedliche Meinungen sind doch gar nicht schlecht in dem Team.
11:37Das beflügelt die Kreativität.
11:41Beflügeln?
11:42So wie du mich?
11:50Sag mal, was war denn los am Telefon vorhin?
11:52Du warst irgendwie komisch.
11:54Ach, ich hatte einen schlimmen Streit mit meiner Mutter.
11:57Ich war sehr wütend auf sie,
11:58aber ich habe es trotzdem geschafft, ihr endlich all die Sachen zu sagen,
12:00die mich in den Jahren gestört haben.
12:02Das ist doch gut.
12:07Komm her.
12:10Du brauchst nicht darüber zu sprechen, wenn du es nicht möchtest.
12:14Wie hätte ich Daniel verlassen können?
12:18Das mit ihm ist so schön und wertvoll.
12:22Ich könnte unsere Liebe niemals aufgeben.
12:27Er lässt mich sein, wie ich bin.
12:30Ich habe mich noch nie so geborgen und frei bei einem Menschen gefühlt.
12:35Und Sie sagen, ein gewisser Jörg Schwarz begleitet diese Safaris?
12:40Äh, Moment, ich würde mir gern den Namen notieren.
12:45Wie kann ich denn Herrn Schwarz erreichen?
12:50Unter dieser Nummer.
12:52Ja, danke.
12:54Danke für die Auskunft.
12:56Wiederhören.
12:58Du bist besser Laune, wie ich sehe.
13:01Hat Frederik doch über Nacht seine Koffer gepackt und ist zurück nach Südafrika.
13:05Wer spricht von Frederik?
13:06Ah, du bist auf der anderen Fährte.
13:08Verstehe.
13:10Dieser Mann wird mir sagen,
13:12warum Julia Schilling ihren Job als Safari-Gall so plötzlich hingeschmissen hat.
13:18Lass mal sehen.
13:19Jemand, den ich kenne?
13:22Jörg Schwarz.
13:24Nie gehört.
13:25Was macht er auf der Lodge?
13:27Er ist der Sicherheitschef für die Lodge.
13:29Er begleitet die Safaris,
13:31die von dieser Organisation SWA durchgeführt werden.
13:35SWA?
13:37Eine Tierhilfsorganisation.
13:39Oh, wie eben.
13:40Könntest du?
13:41Wenn ich dich so ansehe, Mutter,
13:43dann möchte ich nicht in Julias Haut stecken.
13:45Wenn sie wüsste, dass du sie und Daniel gesehen hast.
13:49Julia Schilling führt eine Safari für die Gäste der Lodge durch
13:54und verschwindet ohne ein Wort und taucht dann hier wieder auf.
14:00Irgendetwas muss auf dieser letzten Safari passiert sein.
14:04Und dieser Jörg Schwarz war dabei?
14:07Genau.
14:08Ich bin mir sicher, er weiß etwas.
14:10Warte mal.
14:12War nicht auch Daniel auf einer Safari an seinem letzten Tag in Südafrika?
14:16Ja, stimmt.
14:17Und das bedeutet, dass Julia und Daniel sich von dieser Safari kennen müssen.
14:21Was da auch immer passiert ist,
14:24ich werde es herausfinden.
14:31Wir müssen langsamer los.
14:33Sonst kommen wir zu spät in die Firma.
14:36Wird, dass dir das gerade noch eingefallen ist?
14:39Ja, ich bin eben schlau.
14:42Ach.
14:44Was gebe ich für einen Urlaub mit dir in Südafrika?
14:49Am Strand rumliegen.
14:52Faulinsen.
14:55Liebe machen.
14:57Das wäre fantastisch.
14:59Aber ich fürchte, wir müssen uns ein bisschen zusammenreißen.
15:07Fahr vorsichtig.
15:09Wir sehen uns dann gleich in der Firma.
15:11Okay.
15:12Bis gleich.
15:18Bis gleich.
15:19Bis gleich.
15:26Hoffentlich hat sich zu Hause alles wieder einigermaßen beruhigt.
15:33Ich würde Daniel so gerne alles sagen.
15:37Ich habe es satt, ständig zu lügen.
15:49So geht das gar nicht.
15:51Was denn?
15:52Meine Blumen?
15:53Ach was.
15:54Ich meine, Fredericks Aufzug heute Morgen.
15:56Geht er doch tatsächlich in diesen Hosen und Sommerschuhen in die Firma.
15:59Nicht zu fassen.
16:00Hatte er Socken an?
16:01Was?
16:03Wieso?
16:04Und das will ich hoffen.
16:05Ja, ich auch.
16:06Morgens ist es kühl.
16:07Er könnte sich ja kälten.
16:09Eva, immer nehmen Sie Frederik in Schutz.
16:11So wie damals, als die Jungs noch Kinder waren.
16:14Aber die Schonzeit ist vorbei.
16:15Jetzt ist Frederik Chef eines großen Unternehmens.
16:19Da kann er nicht mehr so rumlaufen wie ein...
16:21Wie ein was?
16:22Ja, was weiß ich, wie das heutzutage heißt.
16:25Er ist jetzt auch ein Vorbild für die Angestellten.
16:28Aber mit diesem merkwürdigen Aufzuge wird das nichts.
16:34Ihr Sohn hat eben einen anderen Stil.
16:36Lassen Sie ihn doch.
16:39Herzlichen Glückwunsch zum Eintritt in einen neuen Lebensabschnitt.
16:45Herr Grafenberg, ab heute sind Sie Privatmann.
16:47Machen Sie was draus.
16:48Was wollen Sie jetzt damit wieder sagen?
16:50Lesen Sie es, denn wissen Sie es.
17:01Golf ist mein Leben.
17:04Schön.
17:05Danke, Eva.
17:06Bitte.
17:07Sie haben das Golf-Set zum Geburtstag geschenkt bekommen.
17:11Frederik hat Ihnen schon ein paar Sachen gezeigt.
17:14Und da dachte ich mir, vielleicht stehen hier ein paar Tricks drin,
17:17damit Sie mir nicht wieder alles kurz und klein schlagen,
17:19wenn Sie mit Ihren Schlägern üben.
17:21Vorsicht ist die Mutter der Porzellarenkiste.
17:24Ehrlich gesagt, ich liebe meine Vasen.
17:27Hab schon verstanden.
17:34Besonders pünktlich ist er ja nicht gerade.
17:37So früh schon in Kampfstimme?
17:39Tut mir ja jetzt schon leid, der neue Chef.
17:42Wenn hier einer Chef ist, dann ist das Daniel.
17:44Merke das, Andreas.
17:46Guten Morgen.
17:47Guten Morgen, Herr Gravenberg.
17:49Morgen.
17:50Na, womit fangen wir denn heute an?
17:53So wie ich Sie einschätze, haben Sie sicher schon was vorbereitet, Frau Mertens.
17:57Selbstverständlich, Herr Gravenberg.
17:58Sie haben die Wahl.
18:00Sie können sich zuerst die Post durchsehen,
18:03dann können Sie sich die neuen Entwürfe von der Designabteilung anschauen.
18:07Herr Klingenroth hat schon zweimal angerufen,
18:09und es ist einer unserer besten Kunden.
18:10Und bitte dringend um Rückruf.
18:12Okay, Moment, Moment.
18:13Bei dem Tempo brauche ich heute Abend einen Herzschrittmacher.
18:16Gehen wir es doch Schritt für Schritt an.
18:20Frau Mertens.
18:22Silke Mertens.
18:23Ich darf Silke sagen, ja?
18:24Also bringen Sie mir doch als erstes mal
18:25einen schönen Cappuccino mit zwei Stück Zucker in mein Büro.
18:27Das wäre wundervoll.
18:29Es wäre mir eine Freude, Ihnen Kaffee zu servieren.
18:32Prima, dann ist das ja schon klar.
18:33Und dann bringen Sie die Liste da mit,
18:35die auf dem Klemmbrett haben.
18:36Und wir arbeiten es gemeinsam durch.
18:41Sei tapfer, Silke.
18:43Da musst du jetzt durch.
18:45Wart's ab, Andreas.
18:52Hallo, Krista.
18:54Hallo, Tobias.
18:56Die soll ich dir von Eva geben.
18:58Danke, komm da rein.
19:00Bist du sicher?
19:03Es tut mir leid wegen gestern.
19:05Sei nicht böse auf mich.
19:07Ich wollte dich auch nicht ausfragen wegen der Zugtickets.
19:10Ich meine, es geht mich auch gar nichts an.
19:11Ich hätte nicht so heftig reagieren sollen.
19:14Jeder hat mal seinen schlechten Tag.
19:15Schwarm drüber.
19:22Sag mal, geht es Julia eigentlich gut?
19:25Ja, wieso?
19:27Na, sie ist mir heute auf dem Hof entgegengekommen
19:30und hat ganz schön den Kopf hängen lassen.
19:32Und so kenne ich sie gar nicht.
19:35Hast du eine Ahnung, was mit ihr ist?
19:37Wir haben uns gestritten.
19:38Aha, verstehe.
19:40Was verstehst du?
19:41Du hast doch keine Ahnung.
19:44Wieso?
19:45Ich habe schließlich auch Kinder.
19:47Und die erzähle ich alleine genau wie du deine Julia.
19:49Das ist doch was völlig anderes.
19:51Also was soll das denn jetzt schon wieder heißen?
19:52Du hast ein schönes Zuhause,
19:54du lebst mit deinen Kindern unter einem Dach,
19:56du hast Nachbarn, Freunde
19:58und auch noch einen netten Chef.
19:59Was willst du noch?
20:01Christa,
20:03Glück wächst nicht auf den Bäumen.
20:04Man muss auch was dafür tun.
20:06Ich hätte es auch nicht immer leicht.
20:08Ich kann nichts dafür,
20:09dass dein Leben offensichtlich anders verlaufen ist,
20:11als du dir das vorgestellt hast.
20:13Was weißt du von meinem Leben?
20:16Nicht viel, Christa.
20:18Du erzählst mir auch nichts von dir.
20:21Seit du in Falkenthal bist,
20:23habe ich das Gefühl,
20:24dass du überhaupt kein Vertrauen mehr zu mir hast.
20:26Aber
20:28wir sind doch hier bei dir und
20:31ich bin dir sehr, sehr dankbar dafür.
20:36Christa, du solltest endlich mal damit anfangen,
20:38dich deinen Problemen zu stellen.
20:40Bloß für dich
20:41und für Julia.
20:44Der Spieler darf bei der Ballabgabe nicht...
20:46Ich weiß, trotzdem war das abseits.
20:48Es ist Schwachsinn, der war genau...
20:49Wo seid ihr her?
20:51Na, worum geht's?
20:52Wir reden über dich, Lilly, worüber denn sonst?
20:55Ja, warum auch sonst?
20:59Und Tim, wie läuft die Arbeit?
21:02Kann mich nicht beklagen, bei dir?
21:04Ja, geht auch ganz gut voran.
21:06Wir haben ja viel zu tun wegen der Porzellanmesse.
21:09Koya, Patricia hat schon zweimal nach dir gefragt.
21:12Sie bräuchte bald deine Entwürfe.
21:14Ach, wirklich?
21:15Ich geh mal lieber rein.
21:17Mach's gut, Tim.
21:18Bis später.
21:24Oh Mann.
21:26Also, wenn ich's nicht besser wüsste,
21:29wie so ein altes Ehepaar, ihr zwei.
21:32Nein, wir sind alte Freunde.
21:35Und deswegen spricht er nicht mit dir.
21:37Koya ist immer noch sauer,
21:38weil ich nicht mit ihm auf das Konzert gehen konnte.
21:42Verständlich, wenn du mich fragst.
21:44Er hat schließlich die Karten extra besorgt.
21:47Du hältst mich jetzt für ein gefühlloses Monster, ha?
21:50Aber so bin ich eigentlich gar nicht.
21:52Wenn du mich besser kennen würdest, dann...
21:54Ich mein...
21:55Ja?
21:57Bei Koya hab ich wohl ziemlich Mist gebaut, was?
22:00An Koyas Stelle wär ich auch ziemlich so.
22:04Hab schon verstanden, das muss ich wieder gerade biegen.
22:11Das kriegst du schon hin.
22:13Bis dann.
22:15Bis dann.
22:50Für mich?
22:52Ja klar.
22:53Einmal Obstkuchen mit Sahne, bitteschön.
22:57Sehr lecker.
22:59Danke, Leni.
23:01Hör mal.
23:03Es tut mir sehr leid wegen der Konzertkarten
23:05und wegen des Troubles, den du damit hattest.
23:09Koya, ich hoffe, du bist nicht mehr sauer auf mich.
23:12Ist schon okay.
23:18Bin ich froh, dass das aus der Welt ist.
23:21Unsere Freundschaft bedeutet mir nämlich viel.
23:25Sag mal, wann ziehst du denn jetzt eigentlich bei Tim ein?
23:28Oder hast du keine Lust mehr?
23:30Mit Tim und dir ist doch wieder alles in Ordnung, oder?
23:32Ja, ja, mit Tim ist soweit alles klar.
23:34Ich werde bald einziehen.
23:35Also, wahrscheinlich in den nächsten Tagen.
23:38Ich habe ja jetzt auch das Kält dafür.
23:41Das ist von den Konzertkarten, die du zum Doppelten preislos gewonnen bist?
23:45Ja, es reicht so gerade für den Umzug.
23:47Aber mehr ist leider nicht drin.
23:51Obwohl, ich bräuchte wirklich ein neues Regal.
23:53Wenn ich mein altes Zuhause auseinanderschraube,
23:56dann zerfällt es bestimmt in einen großen Haufen Sägespäne.
24:00Du kannst doch Tim fragen, ob er dir was leihen kann.
24:03Doch, den bestimmt nicht.
24:05Sie hat mich gestern schon wieder angepumpt.
24:07Ach, du Schande.
24:09Aber trotzdem, du hast deine eigene Wohnung.
24:12Ich freue mich für dich.
24:17So haben wir uns das vorgestellt.
24:19Klare Linien und kleine, wenige Details als Hingucker.
24:26Und das wollt ihr also auf der Porzellanmesse präsentieren?
24:29Wir.
24:30Wir werden es präsentieren.
24:31Du und ich.
24:32Du willst diese Messe unbedingt durchziehen, nicht wahr, Daniel?
24:35Ja, natürlich.
24:35Wir haben keine Alternativen, jedenfalls nicht im Moment.
24:38Nirgendwo sonst treffen wir so viele Händler und Lieferanten.
24:41Die erwarten von uns, dass wir da sind.
24:43Gegen so viel Tradition kommt man nicht an.
24:45Na ja.
24:45Dann wollen wir uns das mal anschauen.
24:48Schau, schau.
24:50Eine Linie.
24:53Du hast keinen blassen Schimmer, oder?
24:56Erwischt.
24:59Das mit dem Porzellan war immer das Revier deines Vaters und deines Großvaters.
25:05Mein Bruder hatte schon immer mehr Sinn für Porzellan als ich.
25:09Das wird sich ja jetzt bald ändern.
25:12Ich weiß zwar, wie man eine Firma führt, aber mit Porzellan kann ich mich wirklich nicht aus.
25:17Ich werde mich einfach auf dein Know-how verlassen müssen, Daniel.
25:20Kein Problem.
25:21Aber du kannst ja trotzdem was dazu sagen.
25:23Du meinst einfach ich, wie es mir gefällt.
25:27Ja, ich finde es ziemlich, ziemlich einfach.
25:34Findest du nicht?
25:35Das ist nicht einfach, Frederik.
25:36Blumentöpfe sind einfach.
25:38Das ist klassisch.
25:39Das ist modern.
25:40Modernes Design.
25:41Damit setzen wir einen neuen Trend.
25:45Also, ich stelle mir so das Kantinengeschirr im Finanzamt vor.
25:49Genauso aufregend.
25:54Was in aller Welt.
25:56Was ist?
25:57Ja, ich darf mal fragen, Herr Grafenberg, was Sie hier machen?
26:01Ja, ich katalogisiere die Bücher.
26:03Das sieht man doch.
26:04Aber die stehen doch seit Jahren so in den Regalen.
26:07Ja, genau, das ist es.
26:08Sie wurden einfach ins Regal gestellt und nie geordnet.
26:11Ich bin nie dazu gekommen.
26:12Jetzt, wo ich Zeit habe, kann ich das doch nicht einfach so lassen, wie es war, Eva.
26:17Ja, leider nicht.
26:18Was haben Sie gesagt?
26:20Ich sagte, leider wird das Essen kalt, wenn Sie nicht gleich kommen.
26:24Also, das Essen?
26:24Ja.
26:25Das muss warten.
26:27Dazu habe ich jetzt keine Zeit.
26:28Außerdem, die Salate, die ich in letzter Zeit bekomme, die können ja wohl kaum kalt werden.
26:33Also, keine Zeit zum Mittagessen wegen der Bücher.
26:36Genau.
26:37Weil die katalogisiert werden müssen.
26:39Ja, unbedingt.
26:40Das war vielleicht ein Chaos.
26:43Alles stand wild durcheinander.
26:46Chaos, verstehe.
26:48Ja, ist noch was?
26:50Na.
26:51Soll ich das Mittagessen warmstellen bis später, bis das Chaos vorbei ist?
26:56Ja, von mir aus stellen Sie es warm.
27:00Aber, Eva.
27:02Ja?
27:03Stören Sie mich nicht mehr.
27:04Ich meine, was das Essen angeht, ich komme später von alleine in die Küche und zu essen.
27:11Herr Grafenberg, keine Störung.
27:13Ich lasse Sie in Ruhe arbeiten.
27:15Ja, vielen Dank, Eva.
27:17Bitte, Herr Grafenberg.
27:27Hier ist Annabelle Grafenberg.
27:28Spreche ich mit der South African Lodge?
27:31Herr Schwarz?
27:32Noch mal parat.
27:33Was kann ich für Sie tun?
27:33Sind Sie für die Safaris der Lodge zuständig?
27:37Ist das richtig?
27:38Ja, das gehört zu meinen Aufgaben.
27:41Ich bin hier auf der Lodge zuständig für die Sicherheit der Gäste.
27:44Und darüber hinaus begleite ich die Safaris.
27:46Aber sagten Sie gerade...
27:47Ja?
27:48Ihr Name ist Grafenberg.
27:50Sind Sie zufällig verwandt mit Frederik Grafenberg?
27:53Allerdings.
27:54Ich bräuchte ein paar Informationen.
27:58Es geht um eine Bewerberin für unsere Manufaktur.
28:02Ihr Name ist Julia Schilling.
28:07Julia Schilling, sagen Sie?
28:10Ja.
28:11Und nach unseren Informationen hat sie bei Ihnen Safaris für die Gäste auf der Lodge durchgeführt.
28:16Sie müssen wissen, dass wir sind sehr lehlerisch, was unsere Ferne angeht.
28:20Nicht jeder passt zu unserer Firma.
28:24Verstehe.
28:25Und daher möchte ich gerne etwas mehr über diese Person wissen.
28:30Warum zum Beispiel hat sie ihren Job so plötzlich aufgegeben?
28:33Ja.
28:35Also was...
28:36Soll ich Ihnen das sagen?
28:39Am besten alles, was Sie wissen, Herr Schwarz.
28:41Sicher?
28:42Ja, was können Sie mir also über Julia Schilling sagen?
28:46Frau Grafenberg, ich bitte Sie.
28:48Wenn Julia Schilling sich bei Ihnen beworben hat, dann haben Sie doch jetzt Ihre Unterlagen vor sich.
28:52Ich meine, was wollen Sie da noch von mir wissen?
28:56Gibt es denn etwas, was ich wissen müsste?
29:00Vielleicht.
29:02Vielleicht auch nicht.
29:03Das hängt davon ab.
29:05Wovon?
29:06Wissen Sie was, Frau Grafenberg?
29:08Ich werde mich mal ein bisschen umhören.
29:10Ja, dann tun Sie das.
29:11Ich gebe Ihnen bis morgen Zeit.
29:13Ich werde mich melden.
29:15Sobald ich mehr weiß.
29:17Oh, Trent hat noch.
29:18Das wünsche ich auch.
29:22So sieht es also aus, wenn kreative Köpfe arbeiten.
29:26Habt ihr viel zu tun, Patricia?
29:28Ja, genau.
29:30Alles für die Messe?
29:33Das sind jedes Mal Großkampfwochen für uns.
29:36Schließlich wollen wir die beste Präsentation zeigen.
29:39Falkenthaler Porzellan verteidigt seinen guten Ruf.
29:42Wir haben uns mit unserem Design in den letzten Jahren in der Branche einen Namen gemacht, Frederik.
29:47Wir setzen die Trends, die anderen kopieren sie.
29:49Darf ich mal?
29:52Interessant.
29:53Was ist das?
29:54Das sind Entwürfe, die wir mal für eine romantische Serie gemacht haben.
29:58Aber Daniel hat sie abgelehnt.
29:59Sie waren ihm zu altmäusch.
30:00Irgendwie nicht zeitgemäß.
30:02Nicht zeitgemäß?
30:04Das ist ein hartes Urteil.
30:06Ich finde, dass dieses Dekor etwas sehr Positives ausstrahlt.
30:10Aus so einer Tasse würde ich gerne gemütlich einen Kaffee trinken.
30:19Ja?
30:20Hallo, Tobias.
30:21Darf ich?
30:22Ja, gerne.
30:23Komm rein.
30:27Wegen vorhin...
30:29Ich hätte mich nicht einmischen dürfen.
30:31Ich meine, ich hab's auch nicht gern, wenn man mir erzählt, wie ich meine Kinder erziehen soll.
30:35Wollen wir es einfach vergessen?
30:36Gerne.
30:38Willst du mitessen? Ich koche gerade.
30:40Hallo?
30:41Ist da jemand? Tobias?
30:43Wir sind in der Küche. Komm rein, Eva.
30:45Ah.
30:47Ah.
30:48Alle zusammen, die ich heute sprechen wollte.
30:51Oh Gott.
30:52Eva, wir waren ja verabredet wegen dem Kochbuch.
30:54Genau, das Kochbuch.
30:55Entschuldige.
30:56Das Kochbuch.
30:57Aber wenn das hier so lecker riecht, dann brauchen wir wohl wahrscheinlich gar kein Kochbuch mehr zu schreiben.
31:03Tobias?
31:04Was gibt es denn?
31:07Hey, das ist meine Küche. Am besten setze ich jetzt hin und dann kannst du gerne mitessen.
31:11Ja.
31:12Du auch, Christa.
31:14Ihr könnt ja auch bei einem Teller Suppe über eure Rezepte plaudern, oder?
31:19Das gefällt mir.
31:21Egal, was im Topf ist. Wichtig ist nur, dass man nicht allein am Tisch sitzt.
31:27Ja, da hast du recht, Eva.
31:29Aber sag mal, ist da niemand in der Villa, der mit dir ist?
31:32Nein, der Herr Grafenberg, du müsst doch jetzt viel Zeit haben zum Mittagessen.
31:36Von wegen.
31:37Ja.
31:38Der ist beschäftigter denn je.
31:40Nee, jedenfalls tut er so. Er hat sich in den Kopf gesetzt, die Bücher im Wohnzimmer zu katalogisieren.
31:47Denn, kannst du dir das vorstellen? Also, er hat sämtliche Regale leergeräumt. Die Bücher auf dem Boden gestapelt.
31:57Ich denke, Herr Grafenberg kann einfach nicht loslassen. Und versucht deshalb so krampfhaft sich zu beschäftigen.
32:05Ja, das kann man auch verstehen. Nach so vielen Jahren, wie er gearbeitet hat, man kann nicht so einfach von
32:11100 auf 0 zurückschalten.
32:15Was ist da? Träumst du?
32:17Nein, es ist nichts.
32:20Du schienst mir aber eben ganz weit weg zu sein.
32:23Kann sein.
32:25Ist wohl gar nicht so einfach, hm?
32:27Wenn man so wie du in der ganzen Welt herumgekommen ist, plötzlich sesshaft zu werden. Stimmt's?
32:35Hätten Sie mal eine Tasse?
32:37Kaffee oder Tee?
32:39Weiß. Ohne Inhalt. Ich muss nur was überprüfen.
32:44Hast du recht?
32:46Ja, danke.
32:46Bitte.
32:47Ähm, könnte ich mal Sie um Ihren Rat bitten, Sie als Fachfrau den ganzen Tag mit Geschirr hier zu tun?
32:54Winden Sie, dass das passt?
32:58Doch, das könnte schon gehen, ja.
33:03Das Motiv ist dem Jugendstil nachempfunden und die Tasse, die hat ihre Designvorbilder im Bauhaus, würde ich sagen.
33:10Na, mal sehen, ob das geht.
33:12Der Jugendstil, der orientiert sich an den Formen der Natur.
33:16Ihr verwendet Blätter und Blüten als dekoratives Element und diese Ranken hier, die sind dafür ganz typisch.
33:23Also, ich finde, das passt ganz gut zu eher schlichten Form der Tasse.
33:28Oder?
33:31Ich bin beeindruckt, Frau Schilling.
33:34Julia hat Grafikdesign studiert.
33:36Das merkt man, Andreas.
33:38Wie finden Sie denn die Entwürfe?
33:40Lassen Sie mal sehen.
33:43So.
33:45Das hier.
33:49So wie sich Friedrich Gravenberg verhält, kann ich mir nicht vorstellen, dass er irgendeinen Verdacht hat.
33:56Vielleicht sollte ich ihn einfach drauf ansprechen.
33:59ihn fragen, ob er etwas mit den toten Touristen gehört hat.
34:02Vielleicht wird sich dann alles aufklären.
34:04Hallo.
34:05Träumerin.
34:06Ah, Entschuldigung.
34:07Vielleicht mal könntest du die Spülmaschine abräumen, dann gehe ich noch runter ins Lager.
34:11Ich muss noch Servietten holen.
34:12Natürlich, gehen wir.
34:14Ich würde ja zu gern wissen, was in diesem hübschen Köpfchen vor sich geht.
34:17Danke.
34:24Ich bin total verspannt.
34:25Wir arbeiten schon seit Tagen an diesen Entwürfen.
34:28Ich fange schon an, davon zu träumen.
34:30Oh, wie spannend.
34:32Ich träume in letzter Zeit aber von wilden Tieren in der Savanne.
34:35Julia hat mir nämlich neulich ein Bild gezeigt.
34:37Da steht sie im Abendlicht von Südafrika vor einer Herde Elefanten.
34:41Wie romantisch.
34:43Hey, wenn wir zusammen am Bootsteg sind, dann findest du Sonnenuntergänge auch schön.
34:47Dann willst du mal gar nicht mehr nach Hause.
34:49Na ja, das stimmt.
34:50Aber so ein Sonnenuntergang am Bootsteg, das ist schon was anderes.
34:54Wieso?
34:55Ich verstehe nicht, dass ihr Männer mal so cool tun müsst.
34:58Nehm dir mal ein Beispiel an unserem neuen Chef.
35:01Der findet die romantische Serie ja auch richtig toll.
35:03Ja, und ich verstehe das nicht.
35:04Ganz ehrlich, was will er damit?
35:06Also ich finde diese ganzen Blümchentassen viel zu kitschig.
35:08Das ist kein Kitsch, das ist Romantik.
35:11Oh ja, du hast einfach keine Ahnung von Gefühlen.
35:15Ja, nur meinst, Lilly.
35:18Hallo ihr zwei.
35:21Fertig zum Mittagessen?
35:22Ja, lass uns los.
35:23Noch nicht ganz.
35:24Wir unterhalten uns gerade über romantische Entwürfe.
35:28Sag mal ganz ehrlich, Tim.
35:29Du findest das doch auch schön, oder?
35:32Was für ein Kitsch.
35:34Was ist Ihr Kitsch?
35:36Oh, Frau Gravenberg, ich habe Sie gar nicht kommen hören.
35:39Wir unterhalten uns gerade hier über die Muster.
35:41So, so.
35:43Und diesen Entwurf finden Sie also kitschig, Herr Gerlach?
35:46Interessant.
35:47Demnach sind Sie eine Experte für Design, richtig?
35:49Nein, natürlich nicht.
35:50Ich bin ein Porzellanformer.
35:51Und Lilly hat mich gerade gefragt, was ich von diesem Entwurf halte.
35:54Und da sind Sie extra aus Ihrer Abteilung hier raufgekommen,
35:57um Ihr fachmännisches Urteil abzugeben.
35:58Wie in den Fond.
36:07Und wo wollt Ihr beiden jetzt hin, wenn ich fragen darf?
36:09Hat der nichts zu tun?
36:11In die Mittagspause.
36:12Tim wollte uns nur abholen.
36:21Dann, schau Dir das mit an.
36:23Wie findest Du das?
36:26Ach, das ist die alte Romantik-Serie, die wir mal geplant hatten.
36:30Aber wir haben die Idee wieder verworfen.
36:33Unsere Marktforschungsergebnisse haben gezeigt, dass wir damit baden gehen würden.
36:36Marktforschung.
36:37Wenn ich an die Marktforschung geglaubt hätte,
36:39dann wäre meine Lodge jetzt ein Hotelbunker in der Savanne.
36:42Ich habe Anfang der 90er einfach angefangen.
36:44An den sanften Tourismus geglaubt,
36:46obwohl die Marktforschung Hotelbunker predigte.
36:49Und?
36:49Ich hatte recht.
36:50Ja, aber das kannst Du nicht vergleichen, Frederik.
36:52Du hattest auch sehr viel Glück.
36:54Und hier sind die Claims viel deutlicher abgesteckt,
36:56als bei Dir damals in Südafrika.
36:58Ich finde trotzdem,
36:59dass wir diese Serie auf der Messe präsentieren sollten.
37:01Das ist nicht Dein Ernst, oder?
37:03Herr Rhein?
37:05Oh, Entschuldigung, Sie haben eine Besprechung.
37:06Ich wollte nicht...
37:07Kommen Sie noch, kommen Sie noch.
37:08Schon gut.
37:09Du hast keine Ahnung von Romantik, mein Lieber.
37:11Schau Dir doch mal um.
37:12Die Zeiten sind rau.
37:14Die Leute wollen mehr Wärme, mehr Gefühl, mehr Romantik.
37:17Siehst Du?
37:18Sogar Frau Schieling lächelt über Dich.
37:20Danke.
37:21Sie sind eine bezauberte Hilfe.
37:24Frederik, Du schwärmst hier von Romantik
37:25und vergisst dabei völlig das Geschäft.
37:27Sei doch vernünftig.
37:29Unsere Marktanalyse hat ergeben,
37:30dass wir mit der klassischen Klarheit...
37:32Ach was?
37:33Im Geschäft ist es wie in der Liebe.
37:35Man muss seinem Instinkt vertrauen.
37:37Du hast Dich doch auch schon mal verliebt, oder nicht?
37:39Hast Du davor eine Marktanalyse gemacht?
37:45Aber das hat doch nichts mit der Porzellanserie zu tun,
37:48die wir jetzt für die Messe präsentieren müssen.
37:50Außerdem ist es sowieso schon viel zu spät,
37:52so kurz vor der Messe die Präsentation über den Haufen zu werfen.
37:57Du musst mir einfach vertrauen, Frederik.
37:59Wir machen einen Fehler mit dieser klassischen Linie, glaub mir.
38:04Ich muss zur Sitzung für die Qualitätskontrolle.
38:06Kommst Du mit?
38:07Na, lass mal.
38:08Das ist Dein Bereich.
38:21Patricia, hast Du eine Minute?
38:23Für meinen Chef immer.
38:25Was gibt's?
38:26Nehmen wir mal an.
38:27Wir wollen auf der Porzellanmesse
38:29kurzfristig eine andere Serie präsentieren als geplant.
38:32Wäre das zeitlich überhaupt möglich?
38:35Na ja.
38:37Wollen wir sofort anfangen und uns ranhalten?
38:41Doch, also, das würde zwar knapp werden, aber wir müssten es schon schaffen.
38:45Wieso?
38:46Das ist gut.
38:46Ja, wir genau das machen werden.
38:48Wir präsentieren die romantische Linie, die Du mir vorhin gezeigt hast.
38:52Aber das waren angelehnte Entwürfe.
38:54Für die Messe steht bereits seit Monaten alles fest.
38:57Und mit der Klassiklinie kreieren wir garantiert einen neuen Trend
39:00und sind den anderen mal wieder um Meilen voraus.
39:02Ich weiß, dass Du das schaffst.
39:04Sag Deinen Leuten, dass sie ab sofort nur noch an der romantischen Serie arbeiten sollen.
39:09Alles andere hat Zeit bis nach der Messe.
39:11Na schön, wie Du willst, Frederik.
39:13Ist das eigentlich mit Daniel abgesprochen?
39:15Soll ich Ihnen Bescheid sagen?
39:16Überlass es mir.
39:17Ich rede mit Ihnen.
39:19Du fängst jetzt sofort damit an.
39:20Das ist das Wichtigste.
39:35Da bist du ja, ich warte schon.
39:37Entschuldige.
39:38Ich bin einfach nicht aus der Designabteilung losgekommen.
39:40Du erretzt nie, was heute passiert ist.
39:43Neuigkeiten?
39:44Die habe ich auch.
39:45Ach, und was für welche?
39:47Hast Du diesen...
39:49Du hast ja noch gleich...
39:50Jörg Schwarz auf der Lodge erreicht?
39:52Ja.
39:53Und das Gespräch war sehr aufschlussreich.
39:56Was hat er gesagt?
39:57Noch nichts Konkretes, aber viel interessanter war, wie er reagiert hat,
40:02als ich ihn nach Julia Schilling gefragt habe.
40:04Jetzt machst Du es aber spannend, Mutter.
40:06Jörg Schwarz war...
40:08Wie soll ich sagen?
40:10Aufgeregt.
40:12Ich bin mir sicher, da gibt es noch viel mehr über dieses Blondchen zu erfahren,
40:16als wir bisher angenommen haben.
40:18Na, sieh mal einer an.
40:20Allerdings ist dieser Jörg Schwarz ein sehr ungehobelter Mensch.
40:24Ohne Respekt.
40:26Er war aber klug genug, mir zu versichern, dass er mich wieder anrufen wird.
40:30Dann werden wir hoffentlich erfahren, wie wir diese Julia loswerden können.
40:34Danke.
40:35Ja.
40:36Danke.
40:37Darauf trinke ich.
40:45Willst Du jetzt wissen, was in der Designabteilung los war?
40:47Schieß los.
40:49Frederik kam zu mir und wollte wissen, ob wir es schaffen könnten, kurz vor der Messe
40:53noch eine neue Serie vorzubereiten.
40:55Was soll das jetzt?
40:57Die Serie für die Messe steht doch längst fest.
40:59Ja, Frederik weiß das, aber es scheint ihn herzlich wenig zu interessieren.
41:02Als er hörte, dass wir es schaffen könnten, sagte er sofort, wir sollen loslegen.
41:06Und stell Dir vor, er will die alte Romantik-Serie für die Messe.
41:11Sieh an, Frederik spielt den Chef.
41:13Die Romantik-Serie ist vollkommen alt, Backenmutter.
41:16Damit blamieren wir uns bis auf die Knochen.
41:19Nicht wir, Frederik blamiert sich.
41:21Es war doch schließlich seine Entscheidung, nicht wahr?
41:24Du meinst also, wir sollen nichts dagegen unternehmen?
41:26Natürlich.
41:28Wir unternehmen gar nichts und lassen ihn machen.
41:30Eine Blamage auf der Messe, das können wir uns nicht leisten.
41:34Da mache ich nicht mit.
41:35Doch, Patricia.
41:36Es wird Zeit, dass Du eine Entscheidung triffst.
41:39Auf welcher Seite stehst Du?
41:41Auf meine oder auf Frederiks.
41:51Dann komme ich für den Rest meines Lebens ins Gefängnis.
41:53Selbst wenn er Dich erkennt, dann wird nichts passieren, weil Du nichts getan hast.
41:57Ich dachte, wir arbeiten im Team.
41:59Das tun wir auch.
42:00Und warum spielst Du Dich dann hier wie der Boss auf?
42:03Ich bin der Boss.
42:04Wenn ein neuer Löwe zu den anderen in die Höhle kommt, wird erstmal gekämpft.
42:08Und irgendeiner muss dann wieder abziehen.
42:09Ich glaube, dass Ihr Interesse an Julia Schilling nichts mit ihrer Bewerbung zu tun hat.
42:13Und wenn dem so wäre?
42:14Dann könnten wir darüber reden.
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