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Kurzfilme
Transkript
00:00Ich bin schuld an seinem Tod.
00:03Ich komme ins Gefängnis.
00:06Bleib jetzt ruhig.
00:08Wir gehen alles noch mal ganz genau durch.
00:10Mir gefällt dieses Versteckspiel überhaupt nicht.
00:14Lass uns immer sagen, wenn irgendwas ist, ja?
00:18Also, was war heute Morgen los mit dir?
00:22Da war nichts.
00:24Ich war nur müde.
00:28Julia.
00:28Julia, ich liebe dich.
00:31Ich merke doch, wenn irgendwas nicht stimmt.
00:34Oder vertraust du mir nicht mehr?
00:36Ja.
00:38Ja.
00:41Ja.
00:45Ja.
01:14So schlimm?
01:18Muss ich Angst bekommen?
01:21Habe ich was falsch gemacht?
01:22Nein, gar nichts.
01:24Es hat überhaupt nichts mit dir zu tun.
01:27Du kannst immer ehrlich zu mir sein.
01:30Das weiß ich.
01:32Wenn es nur um mich ginge, würde ich dir auch alles sagen.
01:34Und wenn es noch so peinlich wäre.
01:37Aber?
01:38Es geht um meine Mutter.
01:40Und ich habe ihr versprochen, nichts zu sagen.
01:44Nicht mal mir?
01:46Ja, nachdem ich dir all meine Probleme mit meiner Mutter anvertraut habe?
01:50Bitte, Daniel.
01:52Es hat einfach gar nichts mit uns beiden zu tun.
01:56Du musst dich also damit leben, dass du ein Geheimnis von mir hast.
02:02Ja.
02:03Warum bitte ich dich?
02:06Ich bitte dich auch um Entschuldigung, dass du es überhaupt gemerkt hast.
02:09Ich hätte mir gar nichts anmerken lassen dürfen.
02:25Hi, Tim.
02:26Hi, Lilly.
02:27Wo ist denn Kolja?
02:28Äh, der ist gerade mal raus.
02:29Der kommt aber gleich wieder.
02:31Du kannst mir ja so lange Gesellschaft leisten.
02:33Magst du?
02:34Immer doch.
02:37Das ist echt faszinierend, wie du das hinkriegst.
02:40Dass es immer gleich aussieht.
02:42Also ich mit meinen Porzellanformerhänden.
02:44Sind doch schön deine Hände.
02:46Und so schwer ist das gar nicht.
02:47Ist alles Übungssache.
02:51Was hast du denn da?
02:51Das ist der Untermietvertrag für Kolja.
02:53Hat mir meinen Vermieter aufgesetzt.
02:55Muss er nur noch unterschreiben und die Sache ist geritzt.
02:57Klasse.
02:58Ich freue mich schon darauf, eure WG unsicher zu machen.
03:00Wann immer du willst.
03:03Hey, Kolja.
03:04Ich habe dir deinen Untermietvertrag mitgebracht.
03:07Ist das nicht nett von dir?
03:08Du musst unbedingt eine Einweihungsparty feiern.
03:11Das gehört dazu bei der eigenen ersten Wohnung.
03:13Absolut.
03:14Und die Wohnung ist optimal zum Feiern.
03:15Direkt darunter liegt das Cozy Wonder.
03:17Beschwert sich niemand über Lärm.
03:18Ah, das wird bestimmt klasse.
03:21Du musst dein Kreuzchen unten links machen und Miete ist am ersten fällig.
03:24Nein.
03:26Kolja.
03:27Was soll denn das jetzt?
03:28Ich habe es mir anders überlegt.
03:29Ich kann nicht zu dir ziehen.
03:30Und wieso nicht?
03:31Es geht halt nicht.
03:32Und jetzt würde ich gerne weiterarbeiten und dazu brauche ich meinen Stuhl.
03:35Ey, das kannst du nicht machen.
03:36Wie soll ich denn auf die Schnelle jetzt jemanden finden?
03:38Ich kann die Wohnung allein nicht mehr halten.
03:40Kolja, das kannst du echt nicht bringen.
03:42Doch, kann ich.
03:43Und jetzt runter von meinem Stuhl.
03:46Du bist so ein Blindgänger, Alter.
03:49So ein Blindgänger.
03:55Sag mal, spinnst du?
04:10Anja, es tut mir leid.
04:12Ich bin es einfach gewöhnt, meine Probleme mit mir selber abzumachen.
04:15Verstehst du?
04:16Ich kann es manchmal noch gar nicht glauben, dass du immer für mich da sein willst.
04:22Ich vertraue dir doch.
04:24Restlos und total.
04:28Ich würde nie mehr versuchen, dir was zu verheimlichen.
04:30Das verspreche ich dir.
04:42Das klingt gut.
04:46Dann lass uns in Zukunft so sensible Themen wie Familie und Mütter einfach vergessen und verstanden.
04:55Ich bin es so leid, dass ich immer wieder auf Sie rücksichtigen muss.
05:04Eines Tages werde ich dir alles erzählen.
05:06Und dann werden wir hoffentlich drüber lachen und uns wundern, warum damals alles so schwierig war.
05:12Das wäre sehr schön.
05:15Die Aussicht, dass wir darüber lachen können, gefällt mir sehr gut.
05:21Eines Tages werden diese ganzen Probleme hinter uns liegen.
05:25Aber ich weiß nicht, ob ich jemals darüber lachen kann.
05:29Über all das Chaos, das Mama mit ihrem und meinem Leben angestellt hat.
05:40Ich verstehe dich nicht.
05:41Du hast nur Vorteile, wenn du zu Tim ziehst.
05:43Du hast keinen Stress mehr mit deinen Eltern.
05:45Du hast eine wunderschöne Wohnung.
05:47Und du kannst machen, was du willst.
05:48Also?
05:49Es geht nicht.
05:50Nicht jetzt und nicht mit Tim.
05:51Nicht mit Tim?
05:53An besseren Mitbewohnern kann man sich doch gar nicht wünschen.
05:56Du hast selbst gesagt, er ist okay.
05:58Ist er ja auch.
05:59Aber ich bin einfach nicht der Typ für eine WG.
06:02Und ich warte lieber, bis ich mir eine eigene Wohnung leisten kann.
06:07Ich verstehe dich ehrlich nicht.
06:09Ich hatte irgendwie das Gefühl, dass es dir gut tun würde, von zu Hause auszuziehen.
06:13Und einen Freund wie Tim zu haben.
06:16Jetzt wirfst du das einfach alles weg.
06:33Wir sollten langsam los.
06:35Deine Mittagspause ist versorgen.
06:37Ich kann nicht.
06:39Mein Rücken hat Wurzeln geschlagen.
06:41Ah ja.
06:43Soll ich dich lossägen?
06:44Das nützt dir nichts.
06:46Die Wurzeln halten auch dich fest.
06:50Na komm, sonst schaffen wir es gar nicht.
06:54Eins.
06:56Zwei.
06:58Drei.
06:59Autsch.
07:00Dass das Losreißen immer so wehtut.
07:03Sehen wir uns heute Abend?
07:05Ich sollte einen Abend bei meiner Mutter bleiben.
07:07Die braucht mich jetzt.
07:09Wenn du Hilfe brauchst, sagst du Bescheid.
07:12Versprochen.
07:26Ich gehe jetzt.
07:27Wir sehen uns in der Firma.
07:29Bestimmt.
07:47Wenn eine Rose an einen Stock gebunden wird, hält dann der Stock die Rose aufrecht oder die Rose den Stock?
07:54Wir halten uns aneinander fest, Daniel und ich.
07:58Und ich möchte dieses Gefühl nie mehr vermissen.
08:01Was machst du da, Annabelle?
08:04Ach, hier ist alles durcheinander.
08:07Mich macht das ganz nervös, wenn die Bücher nicht alphabetisch sortiert sind.
08:14Kann es sein, dass du dich langweilst?
08:16Ich versuche mich nur, etwas nützlich zu machen.
08:19Das ist nicht nötig.
08:20Du bist meine Schwiegertochter.
08:22Auch wenn du nicht mehr in der Firma arbeitest, du gehörst zur Familie.
08:30Danke, Werner.
08:32Das bedeutet mir sehr viel, dass du sowas sagst.
08:37Weil die Familie für mich immer an erster Stelle steht.
08:41Alles, was ich mache, ist immer von dem Gedanken geleitet.
08:45Was ist das Beste für die Familie?
08:48Was ist das Beste für die Firma?
08:50Was dich nicht daran gehindert hat, Schaden anzurichten.
08:54In der Familie, genauso wie in der Firma.
08:59Was hat dich nur geritten, unseren Geschäftspartnern zu schreiben,
09:03Daniel sei der neue Firmenchef?
09:07Damit hast du die Seriosität unseres Unternehmens untergraben.
09:11Ich weiß, dass ich einen Fehler begangen habe.
09:14Und es tut mir auch unendlich leid.
09:17Das ist mein Ernst, Werner.
09:22Das glaube ich dir sogar.
09:24Dann frage ich dich, hältst du es wirklich für angemessen,
09:27dass ich wegen dieses einen Fehlers von meiner Arbeit beurlaubt wurde?
09:33Weißt du eigentlich, was du mir mit dieser Beurlaubung angetan hast?
09:39Meine Arbeit ist mein Leben.
09:42Ich habe die Marketingabteilung aufgebaut.
09:45Du musst lernen, ohne sie zu leben.
09:48Ich muss es ja schließlich auch.
09:50Und wer soll mich ersetzen?
09:53Ich bin die Marketingabteilung.
09:56Meine Angestellten sind ja nicht mal in der Lage,
09:59die Messeplanung an den Veranstalter zu schicken.
10:03Es muss bald etwas geschehen,
10:05sonst wird die Messe eine Blamage für die Firma.
10:07Du kannst es dir nicht leisten, auf mich zu verzichten.
10:10Du bist wie ein kleines Kind, Annabelle.
10:14Für dich gibt es nur ein Thema, dich selbst.
10:17Aber glaube mir, jeder ist ersetzbar.
10:21Du auch.
10:25Ich bin in meinem Zimmer.
10:43Es geht um Julia.
10:44Danke.
10:46Sie hat Probleme mit ihrer Mutter,
10:48aber sie erzählt mir nichts.
10:50Was soll ich dazu sagen?
10:52Das ist ein bisschen wenig.
10:54Es ist völlig normal, dass man Geheimnisse hat,
10:56auch in einer Beziehung.
10:57Man erzählt sich halt nicht alles.
11:00Aber wenn du das Gefühl hast,
11:01dein Partner verschweigt dir irgendwas,
11:04dann fängst du an, dir Gedanken zu machen,
11:05ob du willst oder nicht.
11:06Entschuldige, Daniel, aber du sprichst im Rätsel.
11:09Ich habe Julia alles erzählt.
11:10Von meiner Familie, von der Firma, von meiner Mutter.
11:14Hast du ja auch erzählt,
11:15wie wir uns damals von euren Nachbarn
11:16das Boot für die Spritztour ausgebaut
11:18und dann im See versenkt haben?
11:20Mann, war das brennlich.
11:21Jan, ich meins ernst.
11:23Was verschweigt sie mir?
11:25Warum verschweigt sie mir etwas?
11:27Es geht die ganze Zeit so.
11:30Und ich habe einfach keine Lust
11:31auf diese Gedanken in meinem Kopf.
11:33Ja, Maria, solltest du aber.
11:34Ich meine, das Liebe blind macht es hinlänglich bekannt.
11:36Das Problem bei dir ist,
11:37dass du auch noch die Augen zumachst.
11:40Ich mache die Augen zu,
11:41weil ich ihr vertraue, Jan.
11:43Ich liebe sie.
11:45Also ein bisschen merkwürdig ist es doch schon,
11:48dass eine Frau wie Julia
11:50so eng mit ihrer Mutter zusammenhuckt.
11:52Wie meinst du das?
11:53Ich meine, irgendeinen Grund muss es doch geben,
11:55wenn ein erwachsener Mensch so abhängig ist
11:56und nicht sein eigenes Leben lebt.
11:58Und das sollte dich schon interessieren.
11:59Weißt du, dass du gerade mich
12:00und mein Leben beschrieben hast?
12:03Quatsch.
12:03Bei dir ist das was ganz anderes
12:05mit der Manufaktur
12:06und der Tradition und dem ganzen Kram?
12:09Nee.
12:10Nein, ehrlich gesagt sehe ich da
12:12keinen großen Unterschied.
12:13Ich finde sogar,
12:14dass diese Gemeinsamkeit
12:16Julia und mich verbindet.
12:20Liebender Ruminis
12:21mit Quodwoll und Credon.
12:24Die Menschen glauben das,
12:25was sie wünschen.
12:27Julius Caesar.
12:29Stimmt.
12:33Hallo?
12:35Mama?
12:42Hast du geputzt?
12:43Ja.
12:46Irgendetwas musste ich machen
12:47und für was Sinnvolles
12:48hatte ich keine Nerven mehr.
12:50Ich habe dir Bagels mitgebracht.
12:52Du hast doch bestimmt
12:53noch nichts für Abend gegessen, oder?
12:55Danke, das ist lieb von dir,
12:56aber ich kriege nichts runter.
12:59Die Sache mit Hermann
13:00liegt mir immer noch
13:01wie ein Stein im Magen.
13:02Komm Mama,
13:03wir setzen uns mal hier hin.
13:13Mama,
13:14zum letzten Mal
13:17du hast das Geld
13:18von diesem Touristen
13:19in Südafrika im Casino verspielt.
13:22Er hat dich verfolgt,
13:24du hast dich gewehrt
13:25und er ist hingefallen.
13:26und er war tot.
13:30Und wie ist deine Leiche
13:31dann über 100 Kilometer
13:32entfernt von der Lodge
13:33in den Sumpf gekommen?
13:35Sag mir eine vernünftige Lösung
13:36und ich glaube dir doch.
13:42Siehst du?
13:44Aber ich bin als Letzte
13:45mit ihm gesehen worden.
13:46Das ist doch was wichtig ist.
13:48Alle werden glauben,
13:49ich hätte ihn
13:50in den Sumpf geworfen.
13:52Mama,
13:52ich kann nicht mehr.
13:54ich habe allmählich das Gefühl,
13:55dir macht es Spaß,
13:56dich da rein zu steigern.
13:58Spaß?
13:59Ich habe ständig Angst
14:00und Schuldgefühle
14:01und du glaubst,
14:02das macht mir Spaß.
14:02Wie kann man denn
14:03nur so unsensibel sein?
14:06Ich habe dir alle meine Argumente
14:07wieder und wieder gesagt,
14:09Mama.
14:10Du bist nicht schuld
14:11am Tod von diesem Menschen.
14:12Wie auch immer
14:12er in diesen Sumpf gekommen ist,
14:14du bist nicht schuld.
14:18Wann immer dich die Angst packt,
14:19musst du dir das einfach sagen.
14:21Dann hört sie schon irgendwann auf.
14:26Gut.
14:28Ich werde es versuchen.
14:30Ich bin ja auch schon ganz ruhig.
14:32Ich habe ja keine andere Wahl.
14:35Sehr gut.
14:47Mach mal einen Schritt zurück, Vater.
14:50Genau so.
14:51In dieser Position
14:51kannst du viel besser Schwung holen.
14:53Probier es mal.
14:59Tatsächlich.
15:00Perfekt.
15:02Dafür,
15:02dass du ursprünglich
15:03gar nicht wolltest,
15:04machst du es wirklich gut.
15:05Sag mal,
15:06willst du nicht mal
15:06ein paar Trainerstunden nehmen?
15:07Na, lieber nicht.
15:10Ich finde es immer noch
15:11eine ziemlich sinnfreie Tätigkeit.
15:14Aber
15:15ich bin beschäftigt
15:16und an der frischen Luft.
15:19Nur das Wiederfinden der Bälle,
15:20das ist
15:21äußerst mühsam.
15:23Vielleicht könnte man
15:24Annabels Falken
15:24darauf pressieren,
15:25dass er die Bälle
15:26abportiert wird.
15:28Er soll sich sein Futter
15:30gefälligst verdienen.
15:30Und Annabelle
15:32hätte eine neue Aufgabe.
15:34Obwohl das allerdings
15:35weniger amüsant ist.
15:37Hat sie dir eine große Tragödie
15:38vorgespielt,
15:38um ihren Job
15:39zurückzubekommen?
15:40Nimm dich in Acht
15:41für ihren Krokodilstränen.
15:43Annabelle ist berechnet
15:44bis in die Haarspitzen.
15:47Das mag sein.
15:51Trotzdem
15:51frage ich mich,
15:54ob es nicht zu vorschnell
15:55von mir war,
15:56sie zu beurlauben.
15:57Bei all ihren Fehlern
16:00als Marketingfrau
16:01ist sie eine Klasse
16:02für sich.
16:03Und bald steht
16:04die große Messe an.
16:06Ich finde,
16:07dass du völlig richtig
16:08gehandelt hast, Vater.
16:09Jeden anderen Mitarbeiter,
16:11der seine Kompetenzen
16:11so überschreitet,
16:12hättest du genauso gefeuert.
16:14Daniel, über deinen Kopf hinweg,
16:16zum neuen Firmenchef
16:17zu erklären,
16:18das ist nicht ein Fauxpas.
16:20Das ist geschäftsschädigendes Verhalten.
16:23Das habe ich ihr auch gesagt.
16:24Und sie hat es eingesehen.
16:27Möglich.
16:29Aber wenn du ihr den Posten
16:30zurückgibst,
16:30wird sie bei nächstbester Gelegenheit
16:32wieder nur nach ihrem Vorteil suchen.
16:35Vermutlich hast du recht.
16:36Du findest einen anderen
16:38Marketing-Experten,
16:39auf dessen Loyalität
16:40du dich verlassen kannst.
16:41Aber keinen,
16:42der Grafenberg heißt.
16:44Dann hol sie doch zurück,
16:45wenn du um ihn gehst.
16:46Das habe ich nicht vor.
16:48Noch nicht.
16:52Willst du die Entscheidung fällen?
16:54Du könntest das.
16:57Lass uns einen Spaziergang machen
16:59und deine Bälle einwerben.
17:15Hallo, Lilly.
17:16Ganz allein hier.
17:18Hi, Tim.
17:19Kolja wollte nicht mitkommen.
17:20Aber jetzt bin ich ja nicht mehr alleine.
17:22Neben denen hätte ich mich auch nicht gesetzt.
17:24Man bin ich vielleicht sauer auf denen.
17:27Wie kommt es eigentlich,
17:28dass du mit denen befreundet bist?
17:29Sag sowas nicht.
17:30Kolja ist eigentlich echt nett.
17:32Ich weiß auch nicht,
17:33was in letzter Zeit mit ihm los ist.
17:36Hat er dir verraten,
17:37warum er plötzlich kneift?
17:38Kein Wort.
17:40Früher haben wir uns immer alles gesagt
17:41und jetzt verhält er sich plötzlich wie ein Fremder.
17:45Wie soll ich denn auf die schnellen Mitbewohner finden?
17:48Ich habe die ganzen Aushänge schon abgemacht.
17:51Tut mir leid für dich.
17:53Soll ich vielleicht nochmal mit Kolja reden?
17:55Das bringt doch auch nichts.
17:56Oder ich mache dir neue Aushänge,
17:57welche dir richtig auffallen.
17:59Du bist so ein Schatz.
18:00Ich glaube, du wärst die optimale Mitbewohnerin.
18:03Ich?
18:04Ja, warum nicht?
18:07Stell dir vor,
18:08wir machen die megamäßigsten Partys
18:09und danach musst du nicht mal nach Hause gehen,
18:11weil du ja schon zu Hause bist.
18:14Klingt gut,
18:14aber ich weiß nicht.
18:17Ich fühle mich eigentlich ganz wohl zu Hause.
18:19Und Julia wohnt ja praktisch vor der Tür.
18:22Aber andererseits...
18:23Andererseits hat deine Julia
18:25bestimmt keine 300 DVDs,
18:27die sie mit dir anschauen würde.
18:28Du hast...
18:29Wow.
18:34Warum eigentlich nicht?
18:36Na wunderbar.
18:37Und kannst du einziehen?
18:38Ich muss erst noch mit meinem Vater sprechen,
18:40weil ich ja noch nicht 18 bin.
18:42Aber der macht bestimmt keine Probleme.
18:48Hallo Eva.
18:49Hallo.
18:50Ich verdurste.
18:51Wirst du dir wohl ein Glas nehmen?
18:53Ich weiß, man trinkt noch...
18:54Komm, komm, komm.
18:57Mir scheint, dir geht es zu gut.
18:59Komm.
19:00Mir geht's gut, Eva,
19:01aber so gut auch wieder nicht.
19:02Nein?
19:03Und woher kommt dann
19:05dieses Gewässerleuchten in deinen Augen?
19:07Du merkst doch alles.
19:09Ich kenn dich eben dein ganzes Leben lang.
19:13Hat dieses Leuchten etwas
19:14mit einer jungen Frau aus Südafrika zu tun?
19:17Da du es sowieso errätst,
19:18brauchst du dir auch nichts zu erzählen.
19:19Hm, dann hab ich also recht.
19:22Hat sie angerufen oder hat sie geschrieben?
19:23Von woher hat sie sich gemeldet.
19:25Du hast doch gesagt,
19:26sie ist aus Südafrika abgereist.
19:29Frag deine Kristallkugel, Eva.
19:31Das ist nicht fair, Daniel.
19:34Erinnerst du dich noch,
19:35was du mir von dem alten Wunschbaum erzählt hast?
19:37Natürlich erinnere ich mich noch daran.
19:38Würd's,
19:39sie gehen doch manchmal in Erfüllung.
19:41Ich hab sie wiedergefunden,
19:42hier in Falkenthal.
19:43Nein,
19:44hier in Falkenthal?
19:45Also,
19:46ich frag nicht nach,
19:47wie das möglich ist.
19:48Nein,
19:48Wunder darf man nicht hinterfragen.
19:51Wann stellst du sie mir denn vor?
19:55Später, Eva.
19:57Aber bitte sprich mit niemandem darüber.
19:59Wir wollen es noch nicht öffentlich machen.
20:01Vor allem wegen Mutter.
20:01Du weißt,
20:02wie sie im Moment drauf ist.
20:03Bei mir ist euer Geheimnis sicher.
20:07Aber über deine Mutter
20:08mache ich mir schon Sorgen.
20:09Die Beurlaubung durch deinen Großvater
20:12scheint dir viel auszumachen.
20:14Ich weiß, Eva.
20:16Aber mach dir nicht zu viele Gedanken.
20:18Sie steckt das von weg?
20:20Ich bin mir da nicht so sicher.
20:33Herein?
20:37Daniel, wie schön.
20:38Mein Sohn hat mich noch nicht vergessen.
20:40Komm.
20:41Setz dich zu mir.
20:45Vergräbst du dich jetzt neuerdings
20:46im Arbeitszimmer?
20:47Ich vergrab mich nicht.
20:48Ich zieh mich nur zurück.
20:50So wie es jeder von mir erwartet.
20:53Sie trauen es sich nur nicht zuzugeben.
20:56Niemand erwartet das von dir.
20:58Es ist so ein schöner Abend.
20:59Die ganze Familie sitzt draußen
21:01auf der Terrasse.
21:02Komm mit raus.
21:04Danke, Daniel.
21:04Aber ich will jetzt niemanden sehen.
21:09Die Familie
21:11hat mich verstoßen.
21:12Ich könnte es nicht ertragen,
21:14zwischen ihnen zu sitzen.
21:16Kannst du das nicht verstehen?
21:19Schau mal.
21:21Patricia und ich,
21:22wir lieben dich,
21:22weil du unsere Mutter bist
21:24und nicht die Leiterin
21:25der Marketingabteilung.
21:27Und Großvater liebt dich,
21:28weil du seine Schwiegertochter bist.
21:31Niemand verstößt dich.
21:34Trotzdem, Daniel, danke.
21:36Ich kann jetzt nicht
21:37unter Menschen gehen.
21:39Weißt du,
21:41seit ich nichts mehr zu tun habe,
21:44muss ich ständig
21:45an deinen Vater denken.
21:49Ja.
21:51Ich vermisse ihn auch sehr.
21:56Mutter,
21:57ich weiß,
21:57dass du dich seit seinem Tod
21:58in Arbeit gestürzt hast,
21:59aber
22:01sich einzuschließen
22:02und das Essen zu verweigern,
22:03das ist keine Lösung.
22:06Es gibt nur zwei mögliche Lösungen.
22:09Entweder
22:09ich bekomme meine Arbeit zurück
22:11oder ich gehe ein.
22:16Angenommen,
22:16ich würde mich
22:17bei Großvater für dich einsetzen
22:18und du bekämpfst
22:20deinen Job zurück.
22:23Wie sicher kann ich sein,
22:25dass du nicht wieder
22:25deine Kompetenz überschreitest?
22:28Denn wenn du es tätest,
22:30würdest du das Vertrauen
22:31von Großvater in mich
22:32untergraben?
22:33Daniel,
22:34ich gebe dir mein Wort.
22:37dir zu schaden
22:38ist das Letzte,
22:39was ich will.
22:41Ich habe aus meinem Fehler gelernt.
22:45Alles, was ich will,
22:46ist eine zweite Chance,
22:47um dir genau das zu beweisen.
22:51Ich kann dir nichts versprechen.
22:53Es ist Großvaters Entscheidung.
22:56Ja, ich weiß.
22:59Danke, mein Sohn.
23:02Bis später, Mutter.
23:21Ich glaube,
23:22wir machen heute
23:22ein paar mehr Brötchen.
23:24Jetzt, wo die Frau Grafenberg
23:25von zu Hause aus arbeitet,
23:26werden auch bestimmt
23:27mehr Leute,
23:27wo in der Marketingabteilung
23:28vorbeikommen.
23:29Die haben sich aber auch wirklich
23:30mal ein bisschen Erholung verdient.
23:31Und ich finde,
23:32das Haus ist viel ruhiger,
23:34seitdem sie nicht mehr da ist.
23:36Der alte Drachen.
23:38Vielleicht haben wir ja auch Glück.
23:39Und sie kommt nur noch
23:40zu den Konferenzen ins Haus.
23:42Das wäre zu schön.
23:44Ich hätte auch nichts dagegen.
23:45Wollen wir?
23:48Sag mal,
23:49der alte Drachen
23:49hat immer keine Ahnung,
23:50was zwischen dir und Daniel läuft, oder?
23:52Ich hoffe,
23:52das bleibt nur eine Weile so.
23:53Ich habe einen Moment genug
23:54um die Ohren.
23:55Da reiße ich mir die drum,
23:56dass du uns das Leben schwer machst.
23:58Oh Gott,
23:58als Schwiegermutter
23:59muss ja die Hölle sein.
24:01Das ist nicht witzig, Andreas.
24:09Guten Morgen, Großvater.
24:11Hast du Mutter schon gesehen?
24:13Nein,
24:14sie war nicht beim Frühstück.
24:15Ah,
24:16es wird langsam
24:16zu einer schlechten
24:17Angewohnheit von ihr.
24:18Was?
24:19Sie verweigert das Essen.
24:22Das ist mir gar nicht aufgefallen.
24:24Ist sie krank?
24:25Nein,
24:26aber
24:27seit Vaters Tod
24:28ging es ihr nicht mehr so schlecht.
24:32Lass mich raten.
24:34Sie schickt dich.
24:35Du sollst mich überreden,
24:36sie in die Firma zurückzulassen.
24:38Nein,
24:38sie hat mich nicht geschickt.
24:39Aber es ist offensichtlich,
24:40dass sie mit der Situation
24:41nicht fertig wird.
24:43Ich kann verstehen,
24:44dass es schwierig für dich ist,
24:46Daniel.
24:48Aber deine Mutter
24:48muss ihre Lektion lernen.
24:51Auch eine Grafenberg
24:52hat nicht das Recht,
24:53ihre Kompetenzen zu überschreiten.
24:55Ich denke,
24:56das hat sie endgültig begriffen.
24:58Hat sie das?
25:00Hat sie das wirklich?
25:03Du glaubst ihr.
25:07Mutter hat eine seltsame Auffassung
25:09von Recht und Unrecht.
25:11Ein Unrecht,
25:12das der Firma zugute käme,
25:13würde sie immer entschuldigen.
25:14Aber in diesem Fall
25:15hat sie zugegeben,
25:17dass sie nur Schaden angerichtet hat.
25:19Und das bereut sie zutiefst.
25:21Diese eine Sache bereut sie.
25:24Aber nichts wird sie hindern,
25:26uns bei nächster Gelegenheit
25:28in wer weiß was
25:29für Schwierigkeiten zu bringen.
25:31Nein, Großvater.
25:32Das wird sie nicht,
25:33glaub mir.
25:34Ich gebe dir mein Wort,
25:35dass ich in Zukunft
25:36gründlich auf die Finger schauen werde.
25:39Und außerdem sehe ich weit und breit
25:41keinen adäquaten Ersatz für sie.
25:44Es ehrt dich,
25:45dass du dich so für sie einsetzt.
25:52Aber diese Entscheidung
25:53kann nicht auf der Gefühlsebene
25:55getroffen werden.
25:58Ich weiß.
26:05Morgen, Papa.
26:07Morgen, Kleine.
26:09Sag mal, wofür werde ich denn heute geküsst?
26:11Na, erst mal,
26:12weil ich gute Laune habe.
26:14Und außerdem glaube ich,
26:15dass heute ein ganz besonders guter Tag wird.
26:17Wenn du das sagst.
26:18Ist Nico noch da?
26:20Ja, der ist unter der Dusche.
26:22Danke.
26:23Sag mal, findest du nicht,
26:24dass es komisch ist,
26:24dass er noch hier wohnt
26:25in seinem Alltag?
26:27Na, ich finde das schön.
26:28Dann warum sollte jeder
26:29für sich allein leben,
26:30wenn es nicht sein muss?
26:32Wie alt warst du denn,
26:33als du von zu Hause ausgezogen bist?
26:35Na, ich war noch jung.
26:36War gerade mit der Lehre fertig.
26:38Aber das waren auch andere Zeiten damals.
26:40Wenn jemand bei seinen Eltern wohnen blieb,
26:41der galt sofort als Spießer.
26:44Frei sein und selbstständig.
26:46Und selbst für sich sorgen,
26:47das muss doch toll gewesen sein, oder?
26:51Also ich hätte es damals ja nicht zugegeben,
26:52aber
26:54ich habe meine Eltern vermisst.
26:57Also ich würde dich ganz oft besuchen kommen.
27:00Lilly,
27:02du willst doch nicht etwa im Ernst schon auszählen.
27:06Nein.
27:07Nein, das habe ich nur so gesagt,
27:08für die Zukunft.
27:10Na, ich hoffe,
27:11das liegt in ferner Zukunft.
27:14Bei dir ist es doch sowieso am schönsten.
27:17Und jetzt, wo Julia und Christa da sind,
27:19ist es sogar noch schöner.
27:24Oh Mist, schon so spät?
27:26Das muss ich beim Fahren essen,
27:27sonst komme ich zu spät zur Arbeit.
27:29Tschüss, Papa.
27:30Tschüss.
27:39Was machst du denn schon wieder hier?
27:40Hast du nichts zu tun?
27:41Doch.
27:42Einen neuen Mitbewohner suchen.
27:43Viel Glück.
27:44Jetzt lass doch mal dieses Rumgezicke.
27:46Wenn hier einer einen Grund hat,
27:47sauer zu sein,
27:48dann hier wohl ich.
27:49Ich trage den Mietvertrag hinterher
27:51und du sagst ohne Grund ab.
27:53Und das war es jetzt, oder was?
27:55Sieht ganz so aus.
27:57Dein letztes Wort?
27:57Ich ziehe nicht bei dir ein.
27:59Das kannst du auch schriftlich haben.
28:01Du brauchst wohl keine Freunde.
28:02Ich habe zum Glück genug.
28:04Übrigens habe ich Lilly gefragt,
28:06ob sie das Zimmer haben will.
28:07Sie ist total begeistert.
28:19Jana,
28:20hat der Rudolf von der Messeleitung
28:22schon angerufen?
28:23Nein.
28:24Wieso sollte er?
28:26Ja, er wollte sich sofort melden,
28:28sobald er das Konzept erhalten hat.
28:30Offensichtlich hat er es immer noch nicht.
28:33Das kann doch nicht sein.
28:35Ich dachte,
28:35das Konzept wäre längst fertig.
28:37Fast fertig.
28:38Ich habe es gut sichtbar
28:39auf meinem Schreibtisch liegen lassen.
28:43Das kann doch nicht so schwer sein.
28:46Ich werde mich drum kümmern.
28:48Könnte ich das nicht für dich übernehmen?
28:51Du kannst mich ja wieder
28:53nach der Messe beurlauben,
28:54wenn du es für nötig hältst.
28:56Wenn ich dir deine Position zurückgebe,
29:00muss ich dann nicht jede Sekunde
29:01mit einer neuen Kompetenzüberschreitung rechnen?
29:04Ich habe aus meinen Fehlern gelernt.
29:06Ich werde nicht mehr querschießen.
29:09Das Risiko,
29:10dass es der Firma schadet,
29:11ist viel zu groß.
29:14Hübsch gesagt, Annabelle.
29:17Du hast schon so viel versprochen.
29:20Aber
29:23den Worten traue ich nicht mehr so leicht.
29:26Im Augenblick tust du doch genau das,
29:28was du mir vorwirfst.
29:29Du handelst aus eigenem Interesse
29:31gegen die Firma.
29:34Ach ja?
29:35Nur,
29:36um dich an mir zu rächen.
29:39Obwohl du weißt,
29:40dass die große Messe ansteht.
29:42Ich räche mich nicht.
29:45Und ich kann mich auf Daniel verlassen?
29:48Du weißt,
29:50wie wichtig diese große Messe
29:51für die Firma ist.
29:53Faltental Porzellan
29:55hat diese Messe quasi vor Jahren
29:56ins Leben gerufen.
29:58Sie ist die Kontaktbörse schlechthin.
30:01Wer soll uns denn dort vertreten?
30:04Daniel wird hier gebraucht,
30:06Patricia wäre damit heillos überfordert.
30:09Und für deine angeschlagene Gesundheit
30:12wäre es Gift.
30:14Du hast jemanden vergessen.
30:17Frederic.
30:19Daniel fährt auf die Messe
30:21und Frederic
30:22führt die Geschäfte hier allein.
30:26Du willst Daniel zur Messe schicken
30:28ohne eine
30:30überzeugende Präsentation?
30:35Werner,
30:36die Firma braucht neue Aufträge.
30:38Aber die kommen nur rein,
30:40wenn die Präsentation überzeugt.
30:46warst du gut.
30:49Ich hebe deine Beurlaubung auf.
30:52Du bist wieder Leiterin
30:54der Marketingabteilung.
30:58Ich danke dir, Werner.
31:00Du wirst es nicht bereuen.
31:02Danke lieber deinem Sohn.
31:03Er hat sich sehr für dich eingesetzt.
31:06Und er glaubt an dich.
31:08Also enttäusch ihn nicht.
31:10Ich werde niemanden enttäuschen.
31:13Weder Daniel noch dich.
31:15Ich fahre sofort in die Firma
31:17und bereite alles vor.
31:32Entschuldigung, Frau Grafenberg.
31:33Mein Fahrrad hat in Platten.
31:34Schon gut, Lilly.
31:35Setzen Sie sich
31:36und versuchen Sie still zu sein.
31:39Morgen, Kolja.
31:40Morgen.
31:41Tim sagt,
31:42du willst in die WG ziehen?
31:43Ist das dein Ernst?
31:44Bitte, denn ich.
31:45Und dein Vater erlaubt dir das?
31:47Klar,
31:48der ist doch selber
31:48so früh ausgezogen.
31:49Bitte.
31:50Das hier muss heute
31:50noch fertig werden.
31:53Und die Miete?
31:54Du hast doch noch
31:55weniger Geld als ich.
31:56Ich frage Mama,
31:58Papa und Oma,
31:58ob sie was beisteuern.
31:59Das kriege ich schon
32:00irgendwie gebacken.
32:13Christa,
32:14kann ich dir irgendwie helfen?
32:17Ja, also,
32:19kann ich dir irgendwie helfen?
32:21Also,
32:22ich kann mir nicht vorstellen,
32:23dass du wirklich Lust
32:23auf Gartenarbeit hast.
32:25Aber du könntest dich hinsetzen,
32:27dann würde ich mich wohler fühlen.
32:36Tobias?
32:39Ich wollte mich bei dir entschuldigen,
32:42dass ich dich angeschrien habe.
32:46Das habe ich nicht so gemeint.
32:49Dass ich deine Freundlichkeit nicht will,
32:51ich weiß nicht,
32:52warum ich das gesagt habe.
32:54Jedenfalls hat es nichts
32:55mit dir zu tun.
32:56Ist ja gut zu wissen.
32:58Womit hat es denn dann zu tun?
33:03Als wir hier ankamen,
33:05da dachte ich,
33:06dass wir ganz schnell
33:06wieder abreisen.
33:08Aber Julia will bleiben.
33:10Und an diesen Gedanken
33:11musste ich mich erst mal gewöhnen.
33:15Ja, das kann ich schon verstehen.
33:17Tobias,
33:18ich werde versuchen,
33:18dann meine Launen
33:19nicht mehr an dir auszulassen.
33:21Das ist mein Ernst.
33:23Sehr schön, Christa.
33:28Da legen wir die Geschichte
33:30jetzt zu den Akten.
33:32Noch eins.
33:35Ich fand den Abend
33:36neulich auch sehr schön.
33:38Mit dir zu tanzen,
33:41sich wieder wie 18 zu fühlen.
33:45Aber jetzt wirklich
33:46zu den Akten damit.
33:47Genau, und Deckel drauf.
33:49Wie Eva schon gesagt hat,
33:51sollte über die Dinge sprechen,
33:52die einen belassen.
33:54Übrigens wollte sie
33:55nachher vorbeischauen.
33:57Wirklich?
33:58Schön.
33:59Vielen Dank.
34:04Ich habe es gewusst,
34:05wenn Madame Grafenberg
34:06zu Hause bleibt,
34:07dann rennen uns die Kollegen
34:08hier die Bude ein.
34:09Gott sei Dank
34:09waren wir gut vorbereitet.
34:11Ja, Gott sei Dank.
34:11Ich schaue mal,
34:12ob wir noch Vorräte
34:12nachbestellen müssen.
34:13Ja, das wäre lieb.
34:14Danke.
34:15Ich fühle mich wie im Urlaub.
34:17So richtig schön entspannt.
34:21Frau Merkens.
34:24Frau Grafenberg.
34:26Mein Karton steht unten.
34:28Würden Sie sich bitte
34:28darum kümmern?
34:30Ja, sehr gerne.
34:31Haben Sie sich denn
34:31zu Hause schön erholt?
34:33Dazu war keine Zeit.
34:34Ich hatte sehr viel zu arbeiten.
34:36Aber danke der Nachfrage.
34:37Es geht mir ausgezeichnet.
34:39Sehr schön.
34:41Guten Morgen, Frau Grafenberg.
34:43Können wir was für Sie tun?
34:44Einen schwarzen Kaffee bitte,
34:46ohne Milch und Zucker.
34:47Bringen Sie das hin?
34:49Selbstverständlich.
34:49Möchten Sie auch was essen?
34:51Ein Stück Apfelkuchen bitte.
34:52Kommt sofort.
34:53Danke.
34:55Daniel, ich freue mich so,
34:56dich zu sehen.
34:57Ich bin eher überrascht, Mutter.
34:59Hat Großvater dich...
34:59Äh, komm, wir reden
35:00in meinem Büro.
35:07Hi, Tim.
35:08Hi, Lilly.
35:10Ich wollte fragen,
35:12was dein Vater gesagt hat.
35:13Geht das mit der WG klar?
35:15Ich habe noch nicht gefragt.
35:17Das hat sich irgendwie nicht ergeben.
35:19Du müsstest dich schon schnell entscheiden.
35:21Ich habe den Sekt
35:22zu deinem Einzug schon kaltgestellt.
35:24Lilly, trink kein Alkohol.
35:25Ein Glas zum Feiern
35:26zählt doch nicht, oder?
35:28Genau, das zählt nicht.
35:30Heute Abend frage ich.
35:33Mach das nicht.
35:34Ich habe es mir überlegt.
35:36Ich ziehe doch ein.
35:37Ach nee, auf einmal?
35:39Hör zu, Tim.
35:40Es tut mir leid.
35:42Es ging alles so schnell
35:43und ich war mir nicht sicher,
35:44ob ich das wirklich will.
35:45Aber jetzt bin ich mir sicher.
35:47Und für wie lang bist du dir sicher?
35:49Für zehn Minuten oder für fünf?
35:51Wenn du willst,
35:51unterschreibe ich dir sofort
35:52den Mietvertrag.
35:55Ich will, dass wir Freunde sind.
35:57Und es tut mir leid,
35:58dass ich das verbockt habe.
35:59Ich weiß auch nicht,
36:00was mit mir los war.
36:02Zu spät.
36:03Jetzt zieht Lilly ein.
36:08Also ehrlich gesagt,
36:09hätte mein Vater mir das
36:10sowieso nicht erlaubt.
36:12Außerdem ist Julia da
36:13und jetzt habe ich endlich
36:14sowas wie eine große Schwester.
36:16Und deshalb verzichte ich freiwillig.
36:19Aber nur,
36:20wenn du versprichst,
36:21dass du diesmal
36:21dein Wort hältst.
36:23Das tue ich.
36:24Ich schwöre es.
36:26Und ich werde Dauergast
36:27bei euch sein.
36:28Darauf könnt ihr euch
36:29schon mal einrichten.
36:29Und als Gast
36:30muss ich weder abwaschen
36:31noch aufräumen.
36:33Ganz schön gerissen.
36:35Nee, nur clever.
36:44Dein Großvater hat mir gesagt,
36:45wie sehr du dich
36:46für mich eingesetzt hast.
36:47Ich bin dir wirklich
36:48sehr dankbar dafür.
36:50Danke, Daniel.
36:52Es war trotzdem
36:53Großvaters Entscheidung.
36:54Es wundert mich ein bisschen,
36:55dass er dich schon so früh
36:56wieder in die Firma gelassen hat.
36:58Du hast ganz schön Glück gehabt.
37:00Von wegen Glück.
37:02Ich bin eben unersetzlich.
37:04Besonders vor der Messe.
37:06Wer außer mir
37:07sollte uns optimal präsentieren?
37:09Gerade mal fünf Minuten
37:11wieder im Job
37:11und schon wieder
37:12in deinem Element.
37:13Moment.
37:14Was hast du denn gedacht?
37:15Sollte ich mich
37:16etwa verändert haben?
37:17Ja, Mutter.
37:19Du musst dich verändern,
37:20wenn du deine Position
37:21behalten willst.
37:22Zum Beispiel wieder
37:23freundlich als
37:24unsere Mitarbeitern sein.
37:25Ich weiß nicht,
37:26was du meinst.
37:27Ich war doch sehr
37:28zuvorkommend
37:28zu Frau Mertens.
37:30Aber nicht zu Frau Schilling.
37:33Es ist schon erstaunlich,
37:35dass du bei deiner
37:36Arbeitsbelastung
37:36auch noch die Zeit findest,
37:38dich um das Personal
37:39zu kümmern.
37:41Besonders
37:42um eine
37:44unbedeutende
37:44Aushilfe
37:45am Tresen.
37:47Es gibt keine
37:48unbedeutende
37:48Mitarbeiter, Mutter.
37:50Wirklich?
37:51Eine Ameise
37:52ist eine Ameise.
37:54Aber du verhältst
37:55dich in letzter Zeit
37:56sowieso seltsam.
37:58Seltsam?
37:59Ich?
38:00Das muss wohl
38:01mit deiner neuen Freundin
38:02zu tun haben.
38:03Ich bin ja schon
38:04so gespannt,
38:05sie kennenzulernen.
38:06Wann stellst du sie mir vor?
38:07Diese Präsentation, Mutter,
38:09ist auf unbestimmte Zeit
38:10verschoben.
38:11Das muss ja
38:12ein ganz besonderes
38:13Wesen sein,
38:14dass du sie
38:15vor mir versteckst.
38:16Ich warne dich
38:17im Guten,
38:18halte dich
38:18aus meinem
38:18Privatleben heraus.
38:20Ich bin deine Mutter.
38:23Ich bin Teil
38:24deines Privatlebens.
38:26Ich bin doch
38:27dein Bestes.
38:28Fein.
38:29Ich auch.
38:30Und am besten
38:30kann ich selbst
38:31dafür sorgen.
38:32Und ich möchte
38:33diese Diskussion
38:33wirklich nicht
38:34noch einmal führen,
38:35weil sie mich nervt.
38:36Also bitte
38:37respektier das.
38:55Ich glaube,
38:56da wartet jemand
38:57auf Sie, Herr Graf.
38:57Gehen Sie ruhig durch.
38:59Danke, Andreas.
39:04Überraschung!
39:11Überraschung gelungen.
39:16Ich musste dich
39:17einfach zwischendurch
39:18sehen.
39:19Und mich auch
39:19für das Verhalten
39:21meiner Mutter entschuldigen.
39:22Das brauchst du nicht.
39:23Sie hat genau das getan,
39:24was ich von ihr erwartet habe.
39:26Damit schockt sie mich nicht.
39:29Was denn?
39:31Mir schoss nur
39:31gerade durch den Kopf,
39:32dass du durch den Umgang
39:34mit wilden Tieren
39:34als Safari-Guide
39:35eine ganz gute Übung
39:37hattest.
39:37Für den Umgang
39:38mit meiner Mutter,
39:39meine ich.
39:39Naja, hier ist mein Revier.
39:41Da hat sie ja nichts
39:42zu sagen.
39:43Ein verwunschener Ort
39:44mitten in der Firma?
39:45Genau.
39:47Dass mir das
39:47all die Jahre
39:48entgehen konnte.
39:50Du bist das Beste,
39:51was mir je passiert ist,
39:52weißt du das?
39:53Könntest du das
39:54bitte noch mal sagen?
39:56Du bist das Beste,
39:57was mir je passiert ist.
40:07Warte einen kleinen Moment.
40:08Ich bin gleich wieder da.
40:15Herein.
40:18Ich wollte dir nur
40:19herzlich willkommen zurücksagen.
40:20Obwohl es sich eigentlich
40:21nicht lohnt,
40:22weil du kaum weg warst.
40:23Was hast du denn gedacht,
40:24wie lange ich brauchen würde,
40:25um zurückzukehren?
40:27Bei allem Respekt.
40:28Mit ein paar Tagen mehr
40:29hatte ich schon gerechnet.
40:31Ihr unterschätzt mich
40:32eben alle.
40:33Obwohl es natürlich hilfreich war,
40:35dass ich das Messekonzept
40:36an mich genommen habe.
40:37Raffiniert.
40:39Dann musst du ja jetzt
40:40nur noch rausfinden,
40:41wer Daniels neue Flamme ist.
40:43Vorausgesetzt,
40:44es interessiert dich noch.
40:45Es interessiert mich
40:46nur aus einem Grund.
40:48Wer immer sie auch ist,
40:49sie tut Daniel nicht gut.
40:51Sie tut ihm nicht gut?
40:53Wie kommst du denn
40:54auf die Idee?
40:56Irgendwie wird Daniel
40:57immer abweisender zu mir.
40:59Also muss ich davon ausgehen,
41:00dass diese Person
41:01ihn gegen mich auffetzt.
41:03Wenn ich sie vor dir finden sollte,
41:05sag ich ihr schon mal,
41:05dass sie ihr Testament machen soll.
41:08Falls sie überhaupt
41:09etwas zu vererben hat,
41:11muss ich ehrlich gesagt bezweifeln.
41:38Deine Mutter wird mich nie akzeptieren.
41:41Ich arbeite erst seit zu kurzer Zeit hier
41:43und der Job ist mir sehr, sehr wichtig.
41:44Er hat mich beurlaubt.
41:46Ah, das war mein Kurzurlaub.
41:47Daniel hat Silke heute
41:48eine Rote Rose geschenkt.
41:50Daniel interessiert sich für Silke.
41:52Kennen wir uns nicht?
41:53Nicht, dass ich wüsste.
41:54Jetzt stell dir mal vor,
41:56du mit dem
41:57und ich mit Daniel.
41:58Und Silke ist nicht von dem Gedanken
41:59abzubringen,
42:00dass du was für sie empfindest.
42:01Jetzturyst dich.
42:03Jetzt
42:04Untertitelung des ZDF, 2020
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