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  • vor 1 Tag

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Kurzfilme
Transkript
00:00Gestern, da wollte ich mich bei dir entschuldigen.
00:03Ich bin keine Prinzessin auf der Erbse?
00:05Blödsinn.
00:06Sag mal, Koya, hast du dich vielleicht verknallt?
00:11Ich? Quatsch.
00:14Hab ich ja auch gesagt. In wen denn auch?
00:17Ja, genau. In wen denn auch?
00:19Sag mal, Julia hat sie nicht gemeldet.
00:22Nein? Das ist ja seltsam.
00:25Sie hat doch so zuverlässig gewirkt.
00:27Ja, das fand ich auch.
00:29Wäre schade, wenn wir uns geirrt hätten.
00:31Hier.
00:34Deine Mutter.
00:37Was machst du denn?
00:38Ich hab keine Lust, jetzt mit dir zu reden.
00:39Vielleicht ist es wichtig.
00:41Wahrscheinlich wundert sie sich nur, ob ich noch nicht lange schon in der Firma bin.
00:44Da hat sie völlig recht. Ich müsste auch schon am Catering stehen.
00:48Ich hab keine Lust, dass unser Tag einfach so zu Ende geht.
00:52Was wäre, wenn unser Tag einfach weiterginge?
00:56Wie soll das denn gehen?
01:05Wie soll das denn?
01:06Es wäre ja gleich zum Tag, »bo finde ich.«
01:37Untertitelung des ZDF, 2020
01:43Daniel? Daniel!
01:49Guten Tag, Sie sind verbunden mit der Mailbox von Daniel Gravenberg.
01:52Bitte sprechen Sie Ihre Nachricht nach dem Tonsignal. Auf Wiederhören.
01:57Daniel, hier ist deine Mutter.
01:59Ich erwarte von dir, dass du dich umgehend bei mir meldest.
02:02Hier in der Firma ist der Teufel los.
02:04Und ich kann bei aller Liebe nicht verstehen, dass du deine Pflichten so sehr vernachlässigst.
02:17Wo hast du mich denn hingebracht?
02:20An einen ganz besonderen Ort.
02:25Gefällt es dir?
02:27Gehört das auch zum Anwesen deiner Familie?
02:29Sieht ja so ganz anders aus als die Villa. Hier kann man sich richtig wohlfühlen.
02:33Das Haus hat mein Vater für meine Schwester, meine Mutter und mich gebaut.
02:48Als Kind habe ich hier sehr viel Zeit verbracht.
02:50Was für ein wunderschönes Boot.
02:52Hat das auch deinem Vater gehört?
02:54Das habe ich mit ihm zusammengebaut.
02:57Das hat ziemlich lange gedauert.
03:00Und als wir fertig waren,
03:02dass wir auf den See rausfahren wollten,
03:05hatten wir beide keine Zeit mehr.
03:07Ich habe mein Studium begonnen und
03:09er hatte nur noch Zeit für die Firma.
03:12Ich würde gern mit dir auf den See rausfahren.
03:20Geht's hier oben noch weiter?
03:23Lass dich überraschen.
03:28Daniel...
03:28...bist du ganz sicher, dass du dir heute einfach so freinehmen kannst?
03:32In meiner Familie gehört die Falkenthaler Porzellanmanufaktur.
03:35Ich glaube nicht, dass mich jemand rauswerfen wird,
03:37nur weil ich einen Tag nicht ins Büro komme.
03:41Dieser Tag gehört uns.
03:44Ich liebe dich, Julia.
03:46Und nichts wird irgendetwas daran erinnern.
03:56Warte gleich mal mit.
03:58Okay.
04:04Ich bin wirklich hier.
04:07Zusammen mit Daniel.
04:10Ich habe in den letzten Tagen so viel gezweifelt
04:13und mich gequält.
04:15Aber das ist jetzt alles nicht mehr wichtig.
04:18Ich liebe ihn.
04:21Und er liebt mich auch.
04:24Kommst du.
04:35Als Kind war das hier mein Lieblingsplatz.
04:39Egal, ob ich traurig war oder sauer oder allein sein wollte.
04:45Hattest du auch so einen Ort?
04:47Nein.
04:49Meine Mutter hat's nie lange an einem Ort ausgehalten.
04:52Ich musste dann immer mit weiterziehen.
04:56Als Kind braucht man sowas.
04:58Einen Platz, an dem man alles vergessen
05:00und sich vor der Welt verstecken kann.
05:03Ich habe ihn jetzt gefunden.
05:06Vorausgesetzt, du willst ihn mit mir teilen.
05:15Ich kann mir richtig vorstellen, wie du hier als jung gesaßt
05:17und nicht erwarten konntest, erwachsen zu werden.
05:21Das kam ziemlich oft vor.
05:23Vor allem habe ich mir dann immer vorgestellt,
05:25was ich später machen möchte, wenn ich erwachsen bin.
05:27Aha.
05:28Was war denn das?
05:30Ach, es waren viele Dinge.
05:33Zum einen wollte ich mal berühmter Wissenschaftler werden.
05:35Mhm.
05:36Und dann wollte ich mit einem Segelboot
05:39die ganze Welt umfahren.
05:45Aber eines
05:47hätte ich mir nie träumen lassen,
05:50dass ich irgendwann mal
05:55irgendwann mal
05:56so glücklich sein würde
05:59wie jetzt.
06:01In diesem Moment.
06:02In diesem Moment.
06:30In diesem Moment.
06:52Willa Grafenberg, Eva Landmann am Apparat.
06:55Hallo Eva, Annabelle Grafenberg.
06:58Ich müsste dringend meinen Sohn sprechen, ist er da?
07:01Nein, der müsste doch längst in der Firma sein.
07:04Ist er aber nicht, sonst würde ich ja wohl kaum anrufen.
07:06Hat er Ihnen gegenüber vielleicht erwähnt, ob er heute einen auswärtigen Termin hat?
07:11Nein, tut mir leid. Ich habe Daniel gestern Nachmittag zum letzten Mal gesehen.
07:17Er muss gestern Abend ziemlich spät nach Hause gekommen sein.
07:20Und heute Morgen das Haus sehr früh verlassen haben.
07:24Danke, das ist mir wirklich eine große Hilfe.
07:26Frau Grafenberg, sollte ich Daniel sehen oder hören, dann werde ich ihm Bescheid sagen, dass Sie ihn suchen.
07:33Das wäre sehr freundlich.
07:37Du musst deinen Mitarbeitern ein großes Lob aussprechen, Vater.
07:40Diese Golfausrüstung ist das perfekte Geburtstagsgeschenk für dich.
07:44Meinst du?
07:45Ja, es ist ideal für einen Anfänger.
07:47Es gibt Wedges, einen guten Putter und Fairway-Hölzer 1, 3 und 5.
07:53Frederik, ich verstehe kein einziges Wort. Was um alles in der Welt sind bitte Wedges.
07:58Das hier ist ein Wedge.
08:00Die werden benutzt für Annäherungsschläge auf das Green.
08:04Was das Green ist, habe ich dir schon mal erklärt.
08:07Also, als ich dir mit drei Jahren das Fahrradfahren beigebracht habe, war das wesentlich einfacher.
08:12Sie stellen sich doch sonst jeder Herausforderung, Herr Grafenberg.
08:16Hat jemand von Ihnen Daniel gesehen?
08:18Ihre Schwiegertochter hat aus der Firma angerufen.
08:20Sie schien besorgt.
08:21Offensichtlich ist er dort noch nicht aufgetaucht.
08:23Also, ich habe ihn gestern Nachmittag zum letzten Mal gesehen.
08:27Ich auch.
08:29Wahrscheinlich hatte er vor der Arbeit noch was Dringendes in der Stadt zu erledigen.
08:33Ich denke ja, dass Daniel alt genug ist, um auf sich selbst aufzupassen.
08:36Nur Annabelle kann sich nicht daran gewöhnen.
08:39Für sie wird Daniel immer der kleine Junge bleiben.
08:40Naja, wie auch immer.
08:42Wenn Sie Daniel sehen, werden wir ihm sagen, dass er sich umgehend bei Annabelle meldet.
08:48Du wolltest mir doch noch was zum Golfschlag erklären.
08:51Ja.
08:52Also, als erstes heißt es nicht Golfschlag, sondern Golfschwung.
08:55Ah, Golfschwung.
08:56Die zweite Hand greift unter die erste.
08:58Und dann holst du aus dem ganzen Körper aus und...
09:05Aber natürlich, ich werde es ihm ausrichten.
09:07Ja, sehr gerne.
09:08Wiederhören.
09:11Ich glaube, du kannst eine Stärkung gebrauchen, hm?
09:13Ach, danke schön.
09:14Ist der Koffein frei?
09:16Ja, und mit Magermilch.
09:17Du bist ein Schatz, danke.
09:19Ich weiß nicht mehr, wo mir der Kopf steht.
09:22Ständig rufen irgendwelche Leute an und wollen Daniel zur Übernahme der Geschäftsleitung gratulieren.
09:30Falkenthal-Porzellan, Silke Mertens.
09:32Guten Tag.
09:34Nein, Herr Gerke, tut mir leid.
09:35Herr Gravenberg ist zurzeit nicht im Haus.
09:39Mhm, ich werde es ihm ausrichten.
09:41Ja.
09:42Wiederhören.
09:45Eigentlich komisch, dass er ausgerechnet heute fehlt.
09:47Ich meine, ist doch sein Tag, oder?
09:49Ja.
09:49Heute kann er den Daten mal endlich alleine führen.
09:51Ja, das passt so überhaupt nicht zu ihm.
09:53Und die Gravenberg sitzt in ihrem Büro und ist auf 180.
09:59Oh, so langsam gehen mir echt die Ausreden aus.
10:03Sind Julia wenigstens aufgetaucht?
10:04Mhm.
10:05Immer noch kein Lebenszeichen.
10:06Gott sei Dank ist das Frühstück schon vorbei.
10:08Aber wenn sie bis Mittag nicht aufkreuzt, dann bin ich richtig aufgeschmissen.
10:11Ich kann mir nur vorstellen, dass sie vielleicht einen Arzttermin hat und es dir vergessen hat, zu sagen.
10:21Falkenthal-Porzellan, Silke Mertens.
10:23Guten Tag.
10:25Nein, Herr Reinshagen, tut mir leid.
10:27Herr Gravenberg ist heute nicht im Haus.
10:30Ähm, in einer Besprechung, genau.
10:32Ja, ich sag ihm, er soll dringend zurückrufen.
10:35Wiederhören.
10:42Wird das Bootshaus von deiner Familie eigentlich noch oft genutzt?
10:47Mhm.
10:49Meine Mutter und meine Schwester Patricia sind sowieso selten hier gewesen.
10:53Das passt auch nicht wirklich zu deiner Mutter.
10:56Und was ist mit dir?
10:59Früher ist kein Tag vergangen, an dem ich nicht hier war.
11:02Vor allem, wenn es mir zu Hause zu viel wurde.
11:06Du weißt ja, wie stocksteif und unpersönlich meine Familie manchmal sein kann.
11:10Wenn meine Mutter und ich unterwegs waren, wollte ich auch immer lieber in Bungalows oder Ferienwohnungen schlafen, statt in schicken
11:16Models.
11:19Und dein Vater hat euch nicht begleitet?
11:23Mein Vater hat es vorgezogen, meine Mutter sitzen zu lassen, als sie mit mir schwanger war. Ich habe ihn nie
11:27gekannt.
11:31Er fehlt dir.
11:33Ich glaube, man kann nichts wirklich vermissen, was man nie gekannt hat.
11:36Das ist bei dir und deinem Vater sicher anders.
11:40Als Kind wollte ich immer so sein wie er.
11:44Und später, als ich erwachsen geworden bin, habe ich natürlich meine Probleme mit ihm gekriegt.
11:50Aber er war immer da für mich, wenn ich ihn brauchte.
11:54Ich konnte mich absolut auf ihn verlassen.
12:08Glaubst du, wir hätten uns als Kinder gut verstanden?
12:11Auch als Kind hätte ich mich sofort in dich verliebt.
12:15Ich war aber ein ziemlich zähes Biest.
12:17Ich habe mich sogar mit den großen Jungs geprügelt, wenn sie gemein waren.
12:22Ich war ein ganz lieber, schüchterner Junge, hilfsbereit.
12:27Und wenn man mich angesprochen hat, bin ich rot geworden.
12:29Und deine Lieblingsbeschäftigung war alten Damen über die Straße helfen, richtig?
12:33Woher weißt du das?
12:36Wir hätten perfekt zusammengepasst.
12:40Hundertprozentig.
12:44Ja.
12:47Ich werde dich nicht mehr gehen lassen.
13:00Bist du denn inzwischen fündig geworden?
13:02Was meinst du?
13:04Möchtest du einen Kaffee?
13:05Nein.
13:06Ja, ich meine den Arbeitsmarkt und die Wohnungsanzeigen.
13:10Seit ein paar Tagen liest du doch jede Zeitung, die du in den Finger kriegst, mindestens zweimal.
13:15Ich will einfach informiert bleiben.
13:16Ist das schlimm?
13:17Nein, natürlich nicht.
13:19Warum denn so gereizt?
13:21Ich finde es ja gut, dass du dich inzwischen mehr für die Geschehnisse auf der Welt interessierst als früher.
13:25Was willst du denn damit andeuten?
13:27Na ja, früher hast du höchstens mal eine Modezeitschrift in die Hand genommen.
13:30Weltereignisse oder Politik haben dich ja nun wirklich nicht interessiert.
13:33Dann habe ich mich eben geändert.
13:36Das auf jeden Fall.
13:38Hast du eigentlich inzwischen was von Julia gehört?
13:41Nein.
13:42Keine Ahnung, wo sie ist.
13:44Das ist absolut nicht Julias Art, einfach wegzubleiben, ohne sich zu melden.
13:49Tja, vielleicht hat sie doch mehr von dir, als du denkst.
13:52Was soll das denn heißen?
13:54Jetzt verstehe mich nicht falsch, Christa.
13:56Du bist auch ganz einfach von heute auf morgen abgehauen und hast dich dann über 20 Jahre nicht bei mir
14:00gemeldet.
14:03Ja, ich weiß.
14:06Ich war einfach noch jung und wusste nicht, was ich will.
14:10Ach was, du warst erwachsen und hast eine Entscheidung getroffen.
14:12Und die musste ich akzeptieren.
14:19Auch wenn es mir manchmal schwer gefahren ist.
14:24Mutter, wirf doch mal bitte einen Blick.
14:25Sicher, Gräfin Benek.
14:28Ich werde Ihre Glückwünsche meinem Sohn ausrichten.
14:30Natürlich.
14:32Und alles Gute für Sie und Grüße an den Herrn Gemahl.
14:36Danke.
14:37Wiederhören.
14:39Ich habe hier die Entwürfe für die neue PR-Kampagne.
14:42Bis zur Messe sollten wir die fertig haben.
14:44Leg sie einfach hier hin.
14:48Gibt es Ärger mit der Gräfin?
14:50War sie sauer, dass sie auf Großvaters Geburtstagsempfang nicht eingeladen war?
14:54Nein, sie wollte deinem Bruder gratulieren, aber der ist unauffindbar.
14:58Weißt du, wo er steckt?
14:59Keine Ahnung.
15:00Ich habe Daniel heute noch nicht gesehen.
15:03Wozu wollte sie ihm denn gratulieren?
15:06Zu seinem neuen Chefposten natürlich.
15:09Wie jetzt?
15:10Großvater will doch nach wie vor, dass Frederik sein Nachfolger wird.
15:13Glaubst du im Ernst, dass ich das zulassen werde?
15:15Es gibt nur einen, der Feuchtenthaler Porzellan in Zukunft leiten wird.
15:19Und das ist mein Sohn.
15:21Was genau hast du vor, Mutter?
15:24Nichts.
15:25Ich habe es bereits getan.
15:27Ah.
15:28Und was hast du getan?
15:30Ich habe dafür gesorgt, dass Geschäftspartner und Kunden, wie zum Beispiel die Familie von
15:36Berneck und sämtliche Angestellten davon ausgehen, dass dein Bruder Großvaters Nachfolger
15:41wird.
15:42Ohne, dass Großvater was davon weiß.
15:44Wirst du als Angestellt?
15:46Ach, Patricia, du stellst manchmal Fragen.
15:48Ich habe einfach in Werners Namen an die Gratulanten in dem Schreiben behauptet, dass dein Bruder
15:53sein Nachfolger wird.
15:54Großvater dreht durch, wenn er das erfährt.
15:56Ach, soll er doch.
15:57Er wird es kaum wagen, diese Entscheidung, die ja offiziell in seinem Namen bekannt gegeben
16:01wurde, wieder zu revidieren.
16:03Würde er das Gesicht verlieren.
16:05Und dazu ist er zu stolz.
16:06Und was ist, wenn er einen weiteren Zusammenbruch erleidet?
16:09Du weißt, wie angeschlagen er im Moment ist.
16:11Er hat doch mit diesem Blödsinn angefangen.
16:13Von wegen, sein Sohn Frederik wird die Firma übernehmen.
16:17Er hätte es wissen müssen, dass wir, dass Daniel und ich, dass wir uns das nicht gefallen
16:20lassen.
16:21Offensichtlich gibt es für Daniel aber Wichtigeres als diese Sache.
16:23Sonst wäre er doch sicherlich hier und würde mit dir zusammen euren Triumph feiern.
16:27Wenn er es wüsste, wäre er auch hier.
16:30Ach, Daniel hat auch keine Ahnung davon.
16:33Daniel wird schnell verstehen, dass ich nur in seinem Interesse gehandelt habe.
16:43Was ist denn?
16:44Hast du es nicht gehört?
16:46Nein, was?
16:47Mein Magen hat geknurrt.
16:49Oh je.
16:50Ich könnte dir eigentlich nicht einen Fisch aus dem See fallen.
16:53Das ist sehr edel von dir, aber ich mag leider kein Sushi.
16:59Dann werde ich bei Jan anrufen und er wird uns das schönste Picknick herbringen.
17:04Das gibt ein Problem.
17:05Dein Handy liegt auf dem Grund des Sees.
17:07Und für meins habe ich immer noch keine deutsche SIM-Card.
17:10Stimmt.
17:11Na gut, dann fahre ich selbst hin.
17:13Wir holen uns die allerleckersten Köstlichkeiten.
17:15Aber nur, wenn du mich nicht so lange alleine wirst.
17:18Keine Sekunde länger als nötig.
17:22Sonst noch einen speziellen Wunsch?
17:24Ich lasse mich überraschen.
17:26Obwohl, ich liebe frische Erdbeeren.
17:29Meinst du, Jan hat welche?
17:30Wenn nicht, dann pflücke ich sie selbst vom Feld.
17:36Sonst noch was?
17:37Den Rest kannst du aussuchen.
17:40Ich vermisse dich jetzt schon.
17:41Ich dich auch.
17:43Ich auch.
17:54Traumhaft, wie friedlich es ist.
17:56Nur Daniel und ich.
17:58An diesem wunderschönen Platz, der ganz weit weg ist von meinem Alltag und meinen Sorgen.
18:03Heute will ich an nichts denken.
18:05Heute gibt es nur uns beide.
18:10Ist es nicht ein bisschen früh für die Mittagspause?
18:12Nicht, wenn man noch gar nicht zur Arbeit gegangen ist.
18:14Sag mal, machst du doch blau oder was?
18:16Sozusagen.
18:18Hat das zufällig irgendwas mit gestern Abend zu tun?
18:20Was meinst du?
18:21Ach komm, wie ist der Abend oder besser gesagt, wie ist der Morgen mit Julia gelaufen?
18:25Er ist noch gar nicht vorbei.
18:27Wenn du mal Gas gibst, dann aber richtig was.
18:29Ja, dazu hast du mir doch immer geraten.
18:31Und was machst du dann hier?
18:32Solltest du dich mit der wilden, unbändigen Lust frisch verliebt da hingeben?
18:36Ja, aber auch die kriegen irgendwann mal Hunger.
18:38Ah, verstehe ich.
18:40Braucht eine kleine Stärke.
18:41Du bist ein echter Romantiker.
18:43Ich will mich mal in der Küche umsehen, was ich für die Liebeshungerigen auftreiben kann.
18:48Ach, wenn du frische Erdbeeren hast.
18:55Ja, grüße von Jan Schöntke, hallo.
18:58Hallo Jan, hier ist Patricia.
19:00Hi, Patricia, das ist ja eine Überraschung.
19:02Was kann ich für dich tun?
19:03Ich bin auf der Suche nach Daniel.
19:05Hast du ihn heute schon gesehen oder hat er sich vielleicht bei dir gemeldet?
19:09Nee, ja, klar.
19:10Nee, nee, hab ich nicht.
19:11Nee.
19:12Also gestern, gestern war er hier, heute, heute noch nicht.
19:15Und hat er da dir gegenüber irgendwelche Termine erwähnt, die er heute Vormittag hat?
19:19Ja, hat er.
19:20Er wollte zum Arzt.
19:23Zum Arzt?
19:24Ja, wegen der Impfung.
19:26Impfung lassen?
19:27Wieso das denn?
19:28Äh, na, wegen Südafrika.
19:32Aber das hat er doch schon vor seiner Abreise gemacht.
19:35Du, mit Impfung, weiß ich nicht.
19:38Ich frage gerne ein bisschen selber.
19:39Ja, ich muss jetzt Schluss machen, du.
19:40Ja, der Land ist voll.
19:41Na klar.
19:42Danke trotzdem.
19:43Bis bald.
19:44Tschüssi.
19:46Ich lasse mich impfen?
19:48Mir ist nichts Besseres eingefallen, Kim.
19:50Ja, wie wär's mit deiner Routineuntersuchung oder so?
19:52Wie wär's damit, wenn du deiner Schwester das nächste Mal einfach erklärst, warum du blau machst, ne?
20:04Was machst du hier?
20:06Ich hab rumtelefoniert, um Daniel zu finden.
20:09Tja, ist wohl immer noch nicht aufgetaucht.
20:13Nur gut, dass unsere Geschäftspartner und Kunden meine Ausrede für sein Fehlen geglaubt haben.
20:17Wieso?
20:17Was hast du denn erzählt?
20:19Dass er beim Arzt ist.
20:20Wie einfallsreich.
20:22Obwohl, damit hast du noch nicht mal gelogen.
20:24Ich hab gerade mit Jan telefoniert.
20:27Anscheinend hat Daniel heute einen Arzttermin wegen irgendwelcher Impfungen.
20:31Was sind für Impfungen?
20:32Ich weiß es nicht.
20:34Hat wohl irgendwas mit Südafrika zu tun.
20:36Aber die hat er doch vor seiner Reise machen lassen.
20:39Das macht doch gar keinen Sinn.
20:40Ich kann nur das wiedergeben, was Jan mir gesagt hat.
20:43Was ist bloß los mit Daniel?
20:46Gerade jetzt wäre es wichtig, dass er hier als Kopf der Firma sich präsentiert.
20:50Und was macht er?
20:51Er geht zum Arzt wegen irgendwelcher Impfungen.
20:55Ich verstehe Daniel nicht.
20:58So, hier ist alles drin, was zwei Verliebte für ein gemeinsames Fischstück brauchen.
21:02Ich danke dir.
21:04Ja, den Rucksack musst du entschuldigen.
21:05So was romantisches wie einen Picknickkorb haben wir leider nicht hier.
21:09Jan, du hast echt was gut bei dir.
21:11Bis dann.
21:12Hau rein.
21:18Hast du Lust, mit mir ins Lanzino essen zu gehen?
21:20Ich dachte, die Leute für die Messe kommen gleich.
21:23Ja, aber für ein Mittagessen hätten wir schon noch Zeit.
21:26Und ich könnte mal eine Abwechslung gebrauchen.
21:28Du willst dich wohl für schlechtere Zeiten wappnen, was?
21:31Ich weiß nicht, was du meinst.
21:33Großvater wird nicht begeistert sein, wenn er von deinem Schreiben erfährt.
21:36Wer weiß.
21:37Vielleicht setzt er dich ja sogar an die frische Luft.
21:39Das wird er nicht wagen.
21:42Schließlich weiß er so gut wie ich, dass er auf meine Öffentlichkeitsarbeit nicht verzichten kann.
21:47Außerdem bin ich seine Schwiegertochter.
21:48Hallo.
22:18Untertitelung. BR 2018
22:20Gut, dass Jan so viele Erdbeeren hatte.
22:22Wieso? Weil ich dich dann küsse?
22:25Jetzt brauche ich doch keine Erdbeeren.
22:27Aber sie sind wirklich köstlich.
22:30Das liegt wahrscheinlich daran,
22:31weil wir zusammen sind.
22:33Es schmeckt alles doppelt so gut.
22:35Es ist alles doppelt so schön.
22:42Am liebsten würde ich die Zeit anhalten,
22:45damit dieser Tag nie zu Ende geht.
22:49Und?
22:50Warum tun wir es nicht einfach?
22:54Wenn wir die Zeit anhalten wollen,
22:57dann können wir das auch.
23:05Siehst du?
23:07Jetzt steht die Zeit still.
23:10Und alles andere auch.
23:11Ah ja?
23:13Und warum zirpen die Grillen dann noch?
23:16Das sind keine Grillen.
23:17Das ist das Geräusch, was die Welt macht,
23:19wenn man sie anhält.
23:20Aha.
23:21Und der Vogel?
23:22Warum piept der noch?
23:25Das sind letzte Zuckungen,
23:26bevor die Erdkugel vollständig still steht.
23:29Hm.
23:31Und die Sonne?
23:33Die Sonne auch.
23:35Meine Uhr ist multifunktional, musst du wissen.
23:38Damit kann man den ganzen Cosmos anhalten.
23:41Dann bleibt der Moment für immer.
23:45Solange wir wollen.
24:01Vorsicht!
24:03Oh mein Gott.
24:04Entschuldigen Sie, Nico, ich habe Sie gar nicht bemerkt.
24:07Ist was passiert?
24:08Nein, keine Sorge, Herr Grafenberg.
24:09Alles noch dran.
24:11Das Geschenk der Belegschaft scheint ja ein voller Erfolg zu sein.
24:15Naja, Frederik meint, die Ausrüstung wäre sehr gut.
24:18Allerdings befürchte ich,
24:20dass ich eine halbe Ewigkeit brauche,
24:22um diesen Sport zu begreifen.
24:24Sie schaffen das schon.
24:27Plant Eva wieder einen Ausflug zum Floma?
24:30Oder weshalb schleppen Sie den ganzen Krempel durch die Gegend?
24:32Keine Ahnung.
24:33Sie hat mich nur gebeten, mal wieder die Garagen auszumisten.
24:37Gute Idee.
24:40Der Blechfalke.
24:42Der gehörte früher zu unserer Wetterfahne.
24:47Seit 200 Jahren fast.
24:49Ist der Falke das Wappentier unserer Familie.
24:53Die Fahne drehte sich da oben.
24:56Links.
24:57Und wieso wurde sie abgehängt?
24:59Der Blitz ist eingeschlagen, aber das ist schon eine Weile her.
25:02Die hätte man doch leicht wieder anbringen können.
25:05Naja, mein Sohn Philip
25:08wollte sich darum kümmern.
25:10Aber
25:11dann ist es nicht mehr dazu gekommen.
25:15Und so wurde der Falke vergessen.
25:18Was halten Sie davon,
25:21wenn ich Sie wieder auf dem Dach anbringe?
25:23Was?
25:27Ist das Ihr Ernst?
25:28Wenn die restlichen Teile auch noch in der Garage sind,
25:31kein Problem.
25:32Sie sind aber ziemlich verrostet.
25:34Ich bringe Sie wieder vordermann.
25:35Enttrosten, zusammenschweißen, neu anmalen.
25:37Das volle Programm.
25:40Ich würde mich sehr freuen,
25:41wenn Sie das machen würden, Nico.
25:44Das mache ich gerne, Herr Grafenleif.
25:50Wir müssen Jan unbedingt sagen,
25:52wie wunderbar sein Technik war.
25:54Machen wir.
26:10Da kommt jemand, oder?
26:13Komm, wir gehen ins Bootshaus.
26:15Ich habe keine Lust auf Gesellschaft.
26:32Findest du es nicht auch cool,
26:33dass wir draußen Mittag machen können?
26:35Dann kann man viel besser entspannen.
26:39Glaubst du, die haben uns bemerkt?
26:40Ich glaube nicht.
26:42Lilis Lache kann man unter Hunderten erkennen.
26:49Als wir vorhin aus der Firma gegangen sind,
26:51habe ich Andreas nochmal getroffen.
26:52Stell dir vor, Julia ist immer noch nicht aufgetaucht.
26:54Nicht mal gemeldet hat sie sich.
26:57Hey.
26:59Ja, das ist total komisch.
27:01Das passt gar nicht zu ihr.
27:03Weißt du, was mit ihr los ist?
27:04Fällt dir was auf?
27:06Was denn?
27:07Die Art und Weise, wie Kolja Lilly anschaut.
27:11Ich fürchte, der Ärmste ist bis über beide Ohren verliebt.
27:15Und Lilly mag das gar nicht.
27:17Naja.
27:19Manchmal sieht man eben den Wald vor lauter Bäumen nicht.
27:22Und wird blind für das,
27:23was ganz offensichtlich vor einem liegt.
27:26Das kommt mir aber bekannt vor.
27:30Vor nicht allzu langer Zeit traf ich eine Dame.
27:32Eben, ich bin jetzt ganz ähnlich.
27:34Ah ja.
27:36So sind wir Frauenheben.
27:39Wir wollen erobert werden.
27:52Kolja, ich weiß,
27:53wir wollten nicht mehr über gestern reden,
27:54aber
27:55wir sind schon so lange beste Freunde.
27:58Und irgendwie
27:59ich will wissen, was los ist.
28:01Das habe ich dir doch schon gesagt.
28:02Ich hatte einfach einen schlechten Tag.
28:05Hast du Stress zu Hause?
28:08Komm, ich weiß, wie anstrengend deine Eltern sein können.
28:11Ja, ziemlich anstrengend.
28:14Und was ist, wenn du ausziehst?
28:16Ich meine, du bist volljährig und verdienst dein eigenes Geld.
28:18Das wäre doch eigentlich ganz cool, oder?
28:20Ja, das habe ich mir auch schon überlegt.
28:22Aber eine eigene Wohnung kann ich mir einfach nicht leisten.
28:25Dann zieh doch an eine WG.
28:26Ist sowieso viel besser.
28:28Bist du nicht allein und hast nette Leute um dich rum?
28:31Bist du dann auch um mich rum?
28:33Das bin ich doch jetzt schon ständig.
28:35Stell dir mal vor, deine eigene Bude.
28:37Kannst machen, was du willst.
28:39Niemanden interessiert dann, wann du aufräumst
28:42oder wann du nach Hause kommst.
28:44Und du kannst immer Partys feiern.
28:47Meine Eltern werden begeistert sein.
28:50Ich finde das auf jeden Fall richtig klasse.
28:55Die beiden würden doch eigentlich ein ganz schönes Paar abgeben.
28:58Willst du Armour spielen?
29:00Nein.
29:01Keine Zeit.
29:03Ich muss mich um meine Liebe kümmern.
29:05Aha.
29:07Sehr Pflichtbewusstheit, Herr Grabenberg.
29:09Aber ich glaube, Lilli und Kolja brauchen unsere Unterstützung gar nicht.
29:13Irgendwann wird Lilli merken, was sie an Kolja hat.
29:17Ich spreche da aus eigener Erfahrung.
29:19Aha.
29:21Gut zu wissen, Frau Schill.
29:33Wir müssen zurück zur Arbeit.
29:35Jetzt schon?
29:36Ja, es ist schon spät und wären da noch ein bisschen zu gehen.
29:39Na gut.
29:52Hey, Andrea, ist alles gut?
29:54Sehe ich so aus?
29:56Aber deswegen frage ich doch.
30:00Es tut mir leid, dass ich dich so angefahren habe.
30:01Ich weiß einfach nicht, wo mir der Kopf steht.
30:03Die Mittagspause war die reinste Katastrophe.
30:05Ich habe mich auf Julia verlassen.
30:06Verstehst du?
30:07Man hat sich alles anders geplant.
30:08Du bist schinksauer auf sie, ja?
30:10Ich bin stinkwütend.
30:14Das ist langsam wirklich merkwürdig.
30:16Vielleicht ist hier doch was passiert.
30:20Naja, das hoffe ich natürlich nicht,
30:21aber es gibt keine andere Erklärung für ihr Verhalten.
30:24Was gibt es von deinem Vermissten?
30:26Ach, Patricia hat gesagt, Daniel ist beim Arzt.
30:29Hoffen, ist er nicht krank.
30:45Das Golfspielen scheint Ihnen ja richtig gute Laune zu bereiten.
30:48Es wird noch eine Weile dauern,
30:50bis der Schläger und ich uns aneinander gewöhnen.
30:53Im Augenblick habe ich eher Schwierigkeiten damit,
30:57den Ball zu treffen und nicht andere Personen.
31:00Und woher kommt dann das Lächeln auf Ihrem Gesicht?
31:03Ich habe im Garten Nico getroffen.
31:05Er war dabei, die Garagen zu entrümpeln.
31:07Ich weiß, ich habe ihn damit beauftragt.
31:10Ich hoffe, es ist Ihnen recht.
31:11Natürlich, das wurde auch höchste Zeit.
31:14Und wissen Sie, was Nico auf seiner Schubkarre hatte?
31:17Na, was denn?
31:19Die alte Wetterfahne.
31:21Die mit dem Falken?
31:23Er hat sich bereit erklärt, sie zu reparieren.
31:31Villa Grafenberg, Eva Landmann am Apparat.
31:35Ja, guten Tag, Herr Wilke.
31:37Nein, Herr Grafenberg-Junior ist nicht zu Hause.
31:41Herr Grafenberg-Senior ist auch nicht zu Hause.
31:44Ja, das werde ich ausrichten.
31:46Aber natürlich, ich werde ausrichten, dass Sie angerufen haben.
31:49Auf Wiederhören.
31:51War das Wilke vom Wirtschaftsministerium?
31:54Ja.
31:55Und warum sucht er Daniel ausgerechnet hier und nicht in der Firma?
31:58Weil er offensichtlich dort immer noch nicht aufgetaucht ist.
32:01Daniel ist nicht in der Firma?
32:03Was ist denn in den Jungen gefahren?
32:06Gönnen Sie ihm doch auch einmal einen kleinen Abstand.
32:10Das war doch aufregend genug.
32:12Sehen Sie, Eva.
32:14Genau das ist der Grund, weshalb ich glaube, dass Daniel noch nicht so weit ist, mein Nachfolger
32:19zu werden.
32:20Man kann sich nicht hundertprozentig auf ihn verlassen.
32:23Sind Sie da nicht ein bisschen zu streng mit dem Jungen?
32:26Gönnen Sie ihm doch ruhig mal einen Aussetzer.
32:28Er arbeitet doch hart genug.
32:30Nein, Eva.
32:32Mit Strenge hat das nichts zu tun.
32:35Er ist noch so jung.
32:38Er kann
32:40ein Unternehmen von dieser Größenordnung
32:43einfach noch nicht übernehmen.
32:44In zehn bis 15 Jahren vielleicht.
32:47Ist das etwa
32:51der Menüplan für morgen?
32:53Ja.
32:54Und, wo ist die Hauptspeise?
32:56Hier.
32:56Das ist Sommersalat.
32:58Ja, genau.
33:00Eva, Sie wollen mich auf den Arm nehmen?
33:01Nein.
33:03Was hat Professor Drissler zu Ihnen gesagt?
33:05Ja, Sie müssen sich an einen strengen Diätplan halten.
33:09Aber ich esse doch nicht nur Asenfutter.
33:13Doch.
33:13Ganz bestimmt.
33:19Wenn du recht hast,
33:20und Lili und Koya ein Paar werden,
33:22dann hoffe ich,
33:23dass sie genauso glücklich werden
33:24wie wir zwei.
33:25Werden sie bestimmt.
33:28Langsam ist Zeit.
33:29Wofür?
33:30Die Welt wieder in Gang zu bringen.
33:33Es wird bald Abend.
33:34Ich bin mir sicher,
33:35dass sich einige Leute fragen,
33:36wo wir heute den ganzen Tag gesteckt haben.
33:39Andreas ist sicher sehr enttäuscht von mir.
33:42Soll ich bei ihm
33:43ein gutes Wort für dich einlegen?
33:44Nein.
33:45Das muss ich selber klären.
33:47Außerdem wirst du genug damit zu tun haben,
33:49deinem Großvater und deiner Mutter zu sagen,
33:51wo du heute warst.
33:52Und wenn wir einfach alle wissen lassen,
33:53was wir füreinander empfinden?
33:57Dann müssten wir nicht lügen.
34:00Das ist zu früh, Daniel.
34:02Ich möchte nicht,
34:03dass sich alle auf unsere Liebe stürzen.
34:05Ich muss sie beurteilen und einordnen.
34:08Der Chef und die Neue vom Catering
34:10ist doch wie geschaffen
34:11für den Firmentratsch.
34:14Ich glaube,
34:15die meisten werden sich mit uns freuen.
34:17Lilian und Kolja,
34:18Andreas
34:20und Silke,
34:21nachdem sie sich
34:21vom ersten Schock erholt hat.
34:23Sie wird aber nicht die Einzige sein,
34:26die geschockt sein wird.
34:28Meiner Mutter wird nichts anderes übrig bleiben,
34:30als zu akzeptieren,
34:31dass ich dich liebe.
34:33Gib uns noch ein bisschen Zeit.
34:45Hallo, Patricia.
34:49Was wird das denn?
34:50Eine Bastelstunde für Fortgeschrittene?
34:52Wenn die Entrostung durch Elektrolyse
34:54etwas für Fortgeschrittene ist.
34:56Ich habe deinem Großvater versprochen,
34:58eure alte Wetterfahne
34:59wieder in Schuss zu bringen.
35:02Wenn du willst,
35:03kann ich dir das Prinzip erklären.
35:09Alles okay mit dir?
35:17An dem Tag,
35:18als mein Vater starb,
35:19da saßen wir zusammen beim Frühstück.
35:22Er hat mir von der Fahne erzählt
35:24und
35:25dass er sie am Abend
35:25wieder auf dem Dach anbringen wollte.
35:28Ich sollte ihm dabei helfen.
35:35Das war das letzte Mal,
35:36dass ich mit ihm besprochen habe.
35:40Ich kann das
35:42alte Dinger auf den Schrott werfen.
35:44Wenn Großvater die Fahne will,
35:46soll er sie bekommen.
35:47Schließlich bezahlt er dich dafür, oder?
35:55Mie, da bist du ja endlich.
35:57Was ist denn so wichtig,
35:58dass ich dringend bei euch vorbeischauen soll?
36:00Das ist doch offensichtlich.
36:01Du warst den ganzen Tag
36:02wie vom Erdboden verschluckt.
36:03Wir haben uns Sorgen gemacht.
36:04Ich hätte mich melden sollen.
36:06Aber
36:07Aber
36:09Lilly, ich kann es dir nicht erklären.
36:12Wieso denn nicht?
36:14Was ist denn los in letzter Zeit?
36:16Du bist irgendwie
36:17total komisch.
36:19Was meinst du denn mit komisch?
36:22Weiß nicht.
36:23Du wirkst so, als
36:24wärst du in Gedanken ganz woanders.
36:27Wo warst du denn heute?
36:30Ich kann es dir nicht sagen.
36:32Aber glaub mir,
36:33es ist alles in Ordnung.
36:34Wirklich.
36:36Wenn du meinst.
36:37Aber für Andreas
36:38musst du dir echt
36:39was Besseres einfallen lassen.
36:41Er war stinksauer.
36:42Ich weiß.
36:46Es tut mir auch leid,
36:47dass ich ihn so abholen lasse.
36:49Wenn du wenigstens angerufen hättest.
36:55Ich werde mich bei Andreas entschuldigen.
36:56Das verspreche ich dir.
36:59Und bei dir
37:00möchte ich mich auch entschuldigen.
37:03Bitte sei mir nicht mehr böse, ja?
37:08Na gut.
37:11Seltsam finde ich es trotzdem.
37:12Das verstehe ich.
37:13Aber es geht nun mal nicht.
37:16Ich schlafe gut.
37:18Ja, du auch.
37:40Ach, du kommst auch schon mal nach Hause.
37:42Guten Abend, Mutter.
37:43Bevor du loslegst.
37:45Es tut mir leid,
37:46ich hätte mich melden sollen.
37:47Wo willst du hin?
37:49Nach oben.
37:49Duschen.
37:51Duschen?
37:53Dir scheint der Ernst der Lage
37:54überhaupt nicht bewusst zu sein.
37:56Wenn du jetzt deinem Großvater
37:58nicht beweist,
37:58dass du die Firma führen kannst,
38:01dann gehst du das Risiko ein,
38:02alles zu verlieren.
38:04Alles, wofür wir so hart gekämpft haben.
38:08Aber weißt du, Mutter,
38:08eigentlich interessiert mich das
38:09im Moment gar nicht.
38:11Ich weiß eigentlich gar nicht,
38:12wofür ich kämpfen will.
38:15Und wer ich eigentlich bin
38:17und wer ich die letzten 30 Jahre gewesen bin.
38:20Hat deine kleine Identitätskrise
38:23vielleicht mit Berners Entscheidung zu tun?
38:26Wie meinst du das?
38:28Na, kann es sein,
38:29dass dich das Ganze doch mehr verletzt hat,
38:32als du eigentlich zugeben wolltest?
38:35Warum hast du das denn nicht gleich gesagt?
38:38Du weißt doch,
38:39ich stehe auf deiner Seite.
38:41Dein Glück hat für mich
38:43höchste Priorität.
38:44Ich weiß, Mutter.
38:46Dann mach dir mal keine Sorgen.
38:48Zusammen werden wir unser Ziel erreichen.
39:08Gleich sehe ich Daniel wieder in der Firma.
39:12Es war so schön,
39:13sich einen ganzen Tag mit Daniel vor der Welt zu verstecken.
39:16Aber Andreas ist bestimmt wütend,
39:18weil ich einfach nicht zur Arbeit gekommen bin.
39:20Und ich kann ihm noch nicht mal erklären,
39:21warum ich ihn einfach im Stich gelassen habe.
39:27Morgen, Mama.
39:28Willst du auch einen Kaffee?
39:30Aber nur, wenn ich dir damit nicht zu viele Umstände mache
39:33oder deinen vollgepackten Zeitplan durcheinander bringe.
39:37Du bist sauer wegen gestern.
39:40Warum denn?
39:41Nur weil du die ganze Nacht und den ganzen Tag weggeblieben bist
39:44und abends erst, wer weiß, wann nach Hause gekommen bist
39:47und noch nicht mal Zeit hattest, mich kurz anzurufen.
39:49Nö.
39:50Warum sollte ich denn da sauer sein?
39:52Nein, es tut mir leid, Mama.
39:52Ich habe es einfach irgendwie nicht geschafft.
39:55Weißt du, Julia?
39:58Ich sitze hier den ganzen Tag alleine rum
40:00und warte, dass du von der Arbeit kommst
40:02und wir vielleicht irgendwas unternehmen.
40:04Und du schaffst es noch nicht einmal,
40:06mich kurz anzurufen.
40:08Wo willst du denn jetzt hin?
40:09Zu Tobias.
40:11Fragen, ob er mir seine Zeitung bauen kann.
40:13Suchst du etwa immer noch nach einer Meldung
40:15über diese verquere Geschichte von dem verschwundenen Hermann,
40:18die angeblich in Südafrika passiert ist?
40:20Na, dann habe ich wenigstens den ganzen Tag irgendwas zu tun.
40:23Du willst doch bestimmt jetzt gleich wieder zur Arbeit, oder?
40:25Jetzt warte doch mal, Mama.
40:28Ich wünsche dir einen schönen Tag.
40:37Ich bin gespannt, ob sich Julia heute hier blicken lässt.
40:40Würde ich jedenfalls sehr begrüßen.
40:42Hast du gestern noch lange gemacht?
40:44Nein, ich glaube, gegen halb zehn war dann endlich alles fertig.
40:48Guten Morgen.
40:52Ja, ich muss noch einen Brief schreiben.
40:55Ich meine, tippen.
40:57Andreas,
40:59mein Verhalten gestern war unmöglich.
41:01Ich möchte mich gerne bei dir entschuldigen.
41:02Ich bin verdammt gespannt,
41:03was du mir für eine Entschuldigung lieferst,
41:04dass du gestern den ganzen Tag nicht aufgekreuzt bist.
41:07Du hast nicht mal angerufen.
41:08Ist dein Telefon kaputt?
41:10Oder hast du irgendeinen wichtigen Arzttermin gehabt?
41:12Nein.
41:12Nein.
41:13Das ist aber blöd.
41:15Denn wenn du mir jetzt keine gute Erklärung lieferst,
41:17dann bist du gefeuert!
41:24Ich arbeite sehr gerne mit dir zusammen, Andreas.
41:27Aber ich nicht mit dir.
41:28Wie konntest du hinter seinem Rücken so eine Entscheidung treffen?
41:30Und ich frage noch nach, ob du den Belief geändert hast.
41:32Du lügst uns allen ins Gesicht!
41:33Werner kann die Firma nicht führen.
41:35Frederik will die Firma nicht führen.
41:38Wer bleibt also übrig?
41:39Du!
41:40Und das wünschst du dir doch schon lange!
41:42Den ganzen Tag die Energiewende zu behandeln,
41:44das halte ich auf die Dauer nicht aus.
41:47Wir müssen das aber aushalten.
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