- vor 15 Stunden
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KurzfilmeTranskript
00:00Daniel interessiert sich für Seke?
00:02Keine Ahnung. So richtig vorstellen kann ich es mir eigentlich nicht.
00:06Auf jeden Fall hat meine Mutter gesehen, wie Daniel Silke die Rose überreicht hat.
00:10Da kannst du dir vorstellen, wie sie reagiert hat.
00:12Wie dann?
00:14Sie war entsetzt. Ihr Sohn mit einer Sekretärin.
00:17Und? Was soll denn daran so schlimm sein? Silke ist doch ganz nett.
00:20Verstehst du das nicht?
00:22Meine Mutter würde niemals zulassen, dass Daniel sich mit einer Angestellten einlässt.
00:26Oder mit einer unter seinem Rang und Namen.
00:28So wie wir beide?
00:30Ja. Genau.
00:32Drei Kopien und dann zurück in mein Büro.
00:35Selbstverständlich, Frau Grafenbein.
00:37Oh, äh, Entschuldigung, ich mach das gleich wieder weg.
00:40Frau Mertens, wofür bezahlen wir Sie eigentlich?
00:44Sie wurden hier eingestellt, um zu arbeiten, und zwar am Empfang und nirgendwo anders.
00:50Wenn Sie nicht aufhören, meinen Sohn dauernd zu anzuschmachten
00:53und ihn von wichtigen Entscheidungen abhalten,
00:55dann werden Sie sich wünschen, dass Sie nie einen Fuß in diese Firma gesetzt haben.
01:00Haben Sie mich verstanden?
01:13Hey, who's gonna make it right?
01:26Hey, who's gonna make it right?
01:40Ich frage mich, wie Sie Ihren Job überhaupt bekommen haben.
01:44Ihre beruflichen Qualitäten können es ja wohl kaum sein.
01:48An Ihrer Stelle würde ich mich nach einer neuen Beschäftigung umsehen.
01:52Ich glaube kaum, dass wir Ihre Dienste hier noch länger in Anspruch nehmen wollen.
01:55Es reicht, Frau Grafenberg.
01:58Silke hat sich nichts zu Schulden kommen lassen.
02:01Ach, sieh mal eine an.
02:03Sie beide passen ja wunderbar zusammen.
02:07Pack, hält zusammen.
02:09Und geht zusammen unter.
02:15Das wollen wir erst mal sehen.
02:25Musst du so reinplatzen?
02:27Wieso? Ich bin total normal reingekommen.
02:29Mir ist fast das Herz stehen geblieben.
02:31Tut mir leid, du.
02:32Ich muss dir unbedingt was erzählen.
02:34Die Grafenberg hat gerade Silke total zusammen gefaltet.
02:38Ausgerechnet Silke, die Ärmste.
02:40Aber einen trifft es halt immer.
02:41Kaum ist die Grafenberg zurück, tobt sie sich an jemandem aus.
02:44Aber stell dir vor, die Grafenberg denkt, dass Silke was mit Daniel hat.
02:48Aber sie hat diesmal ein Contra bekommen.
02:50Von Silke? Ach, Quatsch.
02:52Nein, Silke hat nur rumgeflämmt.
02:54Julia hat sich vor sie gestellt.
02:55Julia? Das ist aber ganz schön mutig von ihr.
02:58Ja, ja, das war's.
03:00Die Chefin war richtig sprachlos im Moment lang.
03:03Das wird sie aber nicht lange bleiben, fürchte ich.
03:05Du meinst, die Grafenberg hat jetzt Julia auf dem Kika?
03:09Das könnte eine böse Überraschung für Julia geben.
03:13Apropos Überraschung.
03:14Du hattest doch von einer Überraschung für mich geredet.
03:17Du wolltest dich darum kümmern.
03:19Hab ich auch.
03:20Und? Sag schon.
03:22Dann ist es doch keine Überraschung mehr.
03:24Ach, ich will's doch gar nicht wissen.
03:26Ein Glück für dich.
03:28Ich hab zwei Karten.
03:30Aha, und wofür?
03:31Karte.
03:33Koya, wenn du glaubst, das ist spannend.
03:35Wann hast du verdammt recht?
03:36Jetzt sag endlich.
03:38Fürs Konzert der unerhörten Fünf.
03:40Was?
03:40Ist das meine Lieblingsbett?
03:42Ja, ich weiß.
03:43Deshalb lade ich dich auch ein.
03:44Oh, Koya, du bist der Beste.
03:46Klar.
03:48Nimm dir das nicht so zu Herzen.
03:51Das sagst du so.
03:53Und noch ein Cappuccino.
03:55Und wenn das auch nicht hilft,
03:57dann bringe ich dir noch ein Stück Kuchen.
04:00Selbstgemacht mit besten Zutaten.
04:02Du willst mich mästen?
04:03Nein, ich will dir helfen.
04:05Glaub mir, so ein ordentlicher Kalorienschub
04:07ist die beste Medizin gegen Bürofrust.
04:10Oh, ihr seid so lieb, wenn ich euch nicht hätte.
04:13Du darfst es nicht so an dich rankommen lassen.
04:16Die Frau Grafenberg musste sich einfach abreagieren.
04:19Ich hab, ich hab, war nervös
04:22und hab einfach den Kaffee über die Unterlagen gekippt.
04:25Aber die kann man doch wieder ausdrucken.
04:27Genau.
04:28Das kann jedem mal passieren.
04:30Wer weiß, was der jetzt gerade für eine Laus über die Leber gelaufen ist.
04:33Das war doch nicht persönlich gemeint.
04:35Aber sie hat mich quasi rausgeschmissen.
04:38Ach, das hat sie doch nicht so wörtlich gesagt.
04:40Doch.
04:41Nein.
04:41Gedacht hat sie es.
04:45Rumheulen hat auch keinen Sinn.
04:46Red mit Daniel.
04:47Der kann das bei seiner Mutter bestimmt wieder gerade biegen.
04:50Ja, es wäre das Letzte,
04:52wenn du wegen sowas deinen Job verlieren würdest.
04:55Oh, wenn ihr nicht wärt.
04:57Ich würde sofort mir einen anderen Job suchen.
04:59Und Frau Grafenberg den Triumph gönnen, ja?
05:02Nein, niemals.
05:05Aber vielleicht esse ich jetzt doch noch nicht den Kuchen.
05:09Okay.
05:11Ich bringe dann frisches Wasser in die Büros,
05:13dann mache ich erst mal Pause.
05:14Ist das okay?
05:15Ja, klar.
05:16Ist ja auch ganz ruhig.
05:22Ich muss mit Daniel reden.
05:24Er muss das mit seiner Mutter klären.
05:27Die arme Silke.
05:30Und wir sind an allem schuld.
05:39Patricia.
05:41Wolltest du zu mir?
05:43Eigentlich hatte ich nur was vergessen,
05:44aber ich kann mich ja gern ein bisschen zu dir setzen.
05:46Mach einem alten Mann die Freude.
05:48Das Leben hier zu Hause ist nicht gerade das geselligste.
05:50Und das ist auch gut so, Großvater.
05:52Du musst dich immer noch schonen.
05:55Ja.
05:56Ja, vermutlich hast du recht.
06:01Und Frederik ist ja auch noch da.
06:03Stimmt.
06:05Aber wer weiß, wie lange noch.
06:08Schön, dass ihr euch wieder so gut versteht.
06:11Niemand freut sich mehr darüber als ich.
06:14Aber irgendwann wird er leider wieder abreisen.
06:18Wie lange will er denn noch bleiben?
06:21Wenn ich das wüsste.
06:24Immerhin hatte er sich heute sehr interessiert
06:26in der Manufaktur umgesehen.
06:28Ist das wahr?
06:31Davon hat er mir gar nichts erzählt.
06:33Für mich sieht es so aus, als ob er länger bleiben will
06:35und daran denkt, hier zu arbeiten.
06:38Das würde mich sehr freuen.
06:41Allerdings befürchte ich...
06:42Großvater, die Stimmung in der Firma
06:45ist zurzeit nicht gerade die beste.
06:47Was meinst du damit?
06:50Seitdem du dich zurückgezogen hast,
06:51ist das Schiff flurallos.
06:53Uns fehlt der Käpt'n.
06:55Keiner weiß, wo es lang geht.
06:57Und über kurz oder lang
06:58wird sich das auch auf die Produktion niederschlagen.
07:01Und auf die Kunden.
07:03Das wäre fatal.
07:07Wenn du Daniel nicht zu deinem Nachfolger machen willst,
07:10dann rede mit Frederik.
07:11Er ist ein versierter Geschäftsmann.
07:14Und es scheint so, als würde er sich gerne mit der Manufaktur vertraut machen.
07:20Ich danke dir für deine Offenheit, Petruzio.
07:27Mal unterwegs auf der ganzen Welt
07:29Es gibt keine, die mir mehr gefällt
07:32Aber du, du, du checkst es nicht
07:35Ich hab die noch nie live gesehen.
07:38Ja, dann wird's höchste Zeit.
07:40Was soll ich denn anziehen?
07:42Es darf auf keinen Fall zu spießig sein.
07:44Jeans und ein bauchfreies Top
07:45oder doch lieber was Edleres.
07:48Sag doch mal.
07:49Zieh doch einfach das an, was du anhast.
07:51Spinnst du?
07:51Ich kann doch nicht so auf ein Konzert gehen.
07:53Du siehst immer toll aus.
07:55Egal, was du anhast.
07:57Ist ja mal wieder typisch.
07:58Du interessierst dich überhaupt nicht dafür, wie ich aussehe.
08:01Ich hab halt keine Ahnung von Klamotten.
08:03Musst du ja auch nicht.
08:04Du hast schon Geschmack bewiesen,
08:06indem du die Karten besorgt hast.
08:08Ich würd mich gern revanchieren.
08:09Brauchst du nicht.
08:10Will ich aber.
08:12Was hältst du davon, wenn ich dich übermorgen ins Cozy einlade?
08:15Dann können wir vor dem Konzert noch was trinken.
08:17Ja, das ist eine gute Idee.
08:18Aber wieso übermorgen?
08:20Na, da ist doch das Konzert.
08:22Nein, das Konzert ist morgen.
08:23Morgen um 20 Uhr.
08:24Shit, da kann ich nicht.
08:25Wie, da kannst du nicht.
08:27Morgen kann ich nicht, definitiv.
08:29Da hab ich schon was vor.
08:30Aber das sind die unerhörten fünf.
08:32Das ist doch was Besonderes.
08:33Ja, ich weiß.
08:35Trotzdem.
08:36Ich kann nicht.
08:37Die Verabredung ist auch was Besonderes.
08:41Überleg's dir doch noch mal.
08:42Ja, kann ich machen, aber es wird nicht viel bringen.
08:47Ja?
08:49Ich will dich nicht stören.
08:51Ich wollte nur kurz frisches Wasser bringen.
08:52Du kannst mich gar nicht stören.
08:54Komm, ich nehm dir das ab.
08:55Das geht schon.
08:56Ich hab dir auch ein Stück Kuchen mitgebracht.
08:59Bevor Silke alles aufisst.
09:01Julia, was ist los mit dir?
09:04Mit mir?
09:06Nichts.
09:07Ich hab nur im Moment das Gefühl, ich kann überhaupt nicht atmen.
09:10So dick ist die Luft hier in der Firma.
09:13Können wir uns vielleicht draußen treffen?
09:15Ich würde gern was Wichtiges mit dir besprechen.
09:17Bist du mit meiner Mutter aneinander geraten?
09:19Sie ist im Moment total durch den Wind, weil Frederik hier in der Firma aufgetaucht ist.
09:23Nein, nein, es geht überhaupt nicht um mich.
09:25Hast du einen Moment Zeit?
09:28Jemand anders wurde schikaniert und ich fürchte, dass es dabei eigentlich um mich ging.
09:32So geht's nicht weiter.
09:34Ich muss ein Telefonat führen.
09:35Das dauert fünf Minuten.
09:36Treffen wir uns am alten Baum?
09:38Mhm.
09:50Diese Silke Mertens ist noch vor dem Monatsende von hier verschwunden.
09:54Sie wird schon merken, dass sie hier nicht erwünscht ist. Dafür sorge ich.
09:58Was du für einen Wind machst, Mutter. Wegen einer Empfangssekretärin.
10:01Und wenn Daniel gar nichts mit ihr hat?
10:04Das sagst du doch jetzt nur, um mir zu widersprechen. Ich habe doch Augen um den Kopf.
10:08Vielleicht solltest du es mal mit deiner Brille versuchen.
10:14Erzähl mir lieber, wie das Gespräch mit deinem Großvater verlaufen ist.
10:18Ich war ziemlich überzeugend.
10:21Ich habe ihm von der Stimmung in der Firma berichtet, wie verunsichert hier alle sind, wegen der nach wie vor
10:25ungeklärten Cheffrage.
10:27Das hat ihn ziemlich nachdenklich gemacht.
10:30Er wird also mit Frederik reden?
10:33Kann nicht mehr lange dauern.
10:35Gut gemacht.
10:36Der Streit zwischen den beiden ist vorprogrammiert.
10:39Sobald Frederik sich durch Großvater unter Druck gesetzt fühlt, packt er seine sieben Sachen und rauscht ab nach Südafrika.
10:46Der denkt sowieso nur noch an seine Lodge.
10:49Na, da bin ich mir im Moment nicht mehr so sicher, aber wir werden sehen.
10:54Wenn die beiden sich streiten, gewinnen wir mehr Zeit.
11:00Mann, das hat aber gedauert. Ich weite seit einer Stunde hier.
11:03Du hättest doch reinkommen können.
11:05Um mich von deiner Chefin blöd anmachen zu lassen, danke, brauche ich nicht.
11:08Ach, die ist gar nicht so wie...
11:09Wie ihre Mutter?
11:11Ich habe gehört, die Gravenberg hat die Empfangssekretärin lang gemacht.
11:15Ja, aber Julia hat sich vor sie gestellt.
11:18Schön blöd. Was hast du davon, die Heldin zu spielen? Jetzt schieße ich die Gravenberg auf sie ein.
11:22Was sie dem so ein bisschen rumgebrülle hat, hat noch niemandem wirklich wehgetan, oder?
11:25Wenn du meinst.
11:26Das sind doch nur Worte.
11:28Was meinst du, was mein Vater mir schon alles an den Kopf geknallt hat?
11:32Deswegen bin ich auch so froh, dass ich jetzt meine eigenen vier Wände habe.
11:35Wo wir gerade dabei sind.
11:36Wobei?
11:37Wann willst du denn eigentlich einziehen?
11:40Bald.
11:41Wie bald?
11:42Ich weiß nicht. Bald.
11:45Du bist ja schon wieder drauf.
11:48Was ist denn los? Erzähl mal.
11:50Ich wollte mit jemandem ins Konzert und der kann nicht.
11:53Jetzt weiß ich nicht, was ich mit der Karte machen soll.
11:55Wer spielt denn?
11:56Die unerhörten fünf.
11:59Wann?
12:00Morgen.
12:01Morgen?
12:02Ah, ausgerechnet.
12:06Weißt du was? Ich komm mit. Wie teuer ist die Karte?
12:0835 Euro.
12:0935 Euro.
12:11Ganz schön teuer, aber wer weiß, wann die hier nochmal spielen.
12:14Kannst du mir das Geld borgen?
12:17Also eigentlich...
12:18Ich zahl's dir zurück in Raten.
12:19Brauch ich das schon bald.
12:21Sonst verfällt die Karte und du kriegst gar nicht so viel.
12:24Hast du auch wieder recht.
12:26Einverstanden.
12:37Ist du fleißig, Christa?
12:38Ach, das ist doch nur ein bisschen Handwäsche weiter nicht.
12:50Hoppla, nicht so eilig.
12:53Da habe ich aber Glück gehabt.
12:59Tut mir leid.
13:00Ja, Hauptsache, dir ist nichts passiert.
13:01Soll ich dir nicht besser beim Tragen helfen?
13:04Ach, das geht schon.
13:06Hallo, Papa. Hi, Christa.
13:10Das liegt in der Schlüssel.
13:11Gesehen, Vater?
13:12Ja, liegt ja nicht im Schuppen.
13:14Ja, dann weiß ich auch nicht genau.
13:17Ja, Lilly, was machst du denn hier um diese Zeit?
13:19Ich musste was in der Stadt erledigen.
13:21Und da dachte ich, ich guck mal vorbei.
13:23Guck, ob hier alles in Ordnung ist.
13:28Das ist ja wie auf dem Marktplatz hier in so einem Trubel.
13:31Da ist doch ein Wetter liegen.
13:32Was?
13:34Ich geh mal die Wäsche aufheben.
13:36Dass alle draußen sein wollen.
13:52Annabelle Gravenberg hat Silke in der Luft zerrissen.
13:55Nur weil sie glaubt, dass Daniel sie liebt.
13:59Ich will gar nicht wissen, was passiert, wenn sie herausfindet, dass ich mit Daniel zusammen bin.
14:04Sie würde alles tun, um mir zu schaden.
14:08Und wenn sie erfahren würde, dass Mama spielsüchtig ist, hätte sie uns in der Hand.
14:16Annabelle Gravenberg darf nicht einmal ahnen, dass Daniel und ich uns lieben.
14:20Was ist denn?
14:22Hast du es nicht gemerkt eben?
14:26Was gemerkt?
14:27Wie Christa und Papa sich angesehen haben.
14:29Wie haben sie sich denn angesehen?
14:31Als ob sich da irgendwas anbahnt.
14:34Ich weiß nicht, ob ich das gut finden würde.
14:37Ich fände es ziemlich blöd.
14:40Ich glaube es aber auch nicht.
14:42Man kann doch nach so einer ewig langen Zeit nicht einfach noch mal was miteinander anfangen.
14:46Weil es die große Liebe war.
14:49Große Liebe, daran glaubst du?
14:50Du nicht.
14:53Nein, Christa, kann nicht Papas große Liebe gewesen sein.
14:56Das war schließlich Mama.
14:58Die hat er jedenfalls geheiratet.
14:59Vielleicht gibt es aber nicht nur eine große Liebe im Leben.
15:02Doch.
15:02Das andere kann höchstens die zweitgrößte Liebe sein.
15:05Das ist doch in dem Fall völlig egal.
15:07Ist es nicht.
15:08Es geht um Papa.
15:09Na und?
15:10Fühlt es sich jedem anders an.
15:12Was fühlt es sich anders an?
15:16Meine Hände.
15:18Ich muss ganz schnell zurück in die Firma.
15:20Tschüss.
15:21Ich muss auch los.
15:23Tschüss.
15:33Wissen Sie was, Eva?
15:34Ich glaube, ich nehme heute noch eine Extratasse von Ihrem köstlichen Tee.
15:39Was ist denn in Sie gefahren?
15:40Fühlen Sie etwa vernünftig?
15:42Nö.
15:43Ich freue mich ganz ehrlich.
15:44Nein, nein, nein.
15:45Gift.
15:46Zucker ist Gift für Sie.
15:48Sie haben heute früh schon.
15:50Heute können nicht einmal Sie mich erlernen.
15:53Hm.
15:53Nun sagen Sie schon, was ist passiert.
15:58Frederick war in der Firma.
16:00Ganz allein und ohne Aufforderung.
16:03Ach.
16:03Das sind ja wirklich gute Nachrichten.
16:05Das kann doch nur bedeuten, dass er vernünftig geworden ist, oder?
16:09Na ja, zu hoffen wäre es.
16:12Seit meinem Geburtstag haben wir nicht mehr davon gesprochen, dass er die Leitung der Firma übernehmen soll.
16:17Ich kann Friedrichs Verärgerung in der Sache völlig verstehen.
16:22Ausgerechnet Annabelle.
16:23Er nennt ihn in aller Öffentlichkeit zum neuen Chef.
16:27Ich weiß ja, es war ein Fehler, nicht vorher mit ihm darüber zu sprechen.
16:32Aber inzwischen sind wir beide weitergekommen.
16:36Und vielleicht übernimmt Fredrich ja doch noch die Leitung der Firma.
16:40Nur weil er einmal dort war.
16:43Ach, seien Sie doch nicht so negativ, Eva.
16:47Der Junge hat sich geändert.
16:49Und wenn er nur erst mal hier bleibt und sich alles genau ansieht,
16:54ja, mir ist jedenfalls richtig leicht ums Herz.
16:59Aha.
16:59Ja, und weil mein Herz so leicht ist,
17:02hat es zum Abendessen ganz sicher auch ein ordentliches Rührei verdient.
17:08Mit, sagen wir, einer ganz kleinen Portion Speck.
17:14Noch hat Friedrich die Firma nicht übernommen.
17:17Und heute Abend gibt es Gemüsebrühe ohne Ei.
17:23Hey, Tim, das ist ja eine Überraschung.
17:25Was machst du denn schon wieder hier?
17:27Ich dachte mir, ich gucke mal kurz vorbei.
17:28Hast du einen Moment Zeit?
17:30Ja, klar, für dich immer.
17:33Aber nicht, dass du Probleme kriegst.
17:34Ach, Quatsch, auf die paar Minuten kommt es jetzt auch nicht mehr an.
17:37Erzähl, was ist los bei dir?
17:38Hast du dich schon entschieden, in welchen Film wir gehen wollen?
17:41Deshalb bin ich hier.
17:43Kannst du dich nicht entscheiden?
17:45Die Sache ist die...
17:46Also, ich kann morgen nicht.
17:50Ich hatte das völlig vergessen, dass ich schon verabredet bin.
17:53Pflichtbesuch bei alten Bekannten,
17:54denen ich unmöglich absagen kann.
17:56Obwohl ich natürlich viel lieber was mit dir unternehmen würde.
18:00Bist du sehr sauer?
18:02Nee.
18:03Kann man halt nichts machen bei so einem Pflichtbesuch.
18:07Und das mit dem Kino holen wir auf jeden Fall nach.
18:10Und dann sorge ich dafür,
18:11dass nicht wieder so ein langweiliger Pflichtbesuch ansteht.
18:16Ist ja auch stark von dir,
18:17dass du das machst,
18:18nur weil du es halt versprochen hast.
18:30Julia, was ist...
18:31Du warst so...
18:32Halt mich fest.
18:34Ganz fest.
18:40Was ist los?
18:42Deine Mutter hat heute Silke niedergemacht
18:44und ganz furchtbar gedemütigt.
18:46Sie hat was?
18:47Silke ist völlig fertig.
18:49Deine Mutter hat dir nahegelegt, zu kündigen.
18:52Wie kommt sie dazu?
18:54Sie denkt halt immer noch,
18:55dass du was mit Silke hast.
18:57Wegen der Rose, die eigentlich für mich war.
18:59Ach, arme Silke.
19:01Ich hätte ihr die Rose niemals in die Hand drücken dürfen.
19:04Vor allem nicht vor den Augen meiner Mutter.
19:06Wir müssen ihr helfen.
19:08Du hast recht.
19:10Ich werde mit meiner Mutter sprechen
19:12und ihr die Meinung sagen.
19:13Sie muss endlich verstehen,
19:14dass sie nicht diejenige ist,
19:16die in der Firma die Entscheidung trifft.
19:26Na, will sie nicht mehr?
19:29Im oberen Drehzahlbereich ruckelt sie manchmal.
19:32Außerdem verbraucht sie in letzter Zeit ein bisschen viel.
19:35Könnte der Vergaser sein.
19:36Da würde ich mal nachschauen.
19:37Sie kennen sich mit Motorrädern aus, was?
19:40Eine Zeit lang war ich geradezu
19:41mit meiner Maschine verheiratet.
19:43Ich weiß.
19:45Und Sie sind Rennrad gefahren.
19:46So richtig professionell.
19:49Ich war sogar Vizejugendmeister.
19:53Sollte das nächstes
19:54bei den Weltmeisterschaften starten.
19:57Tja,
19:59dann war es so ein vertrottelter Arzt,
20:00dass ich lieber aufhören sollte
20:01mit dem Leistungssport.
20:04Arthrose in beiden Kniegelenken.
20:08Die mich vereingelassen wie eine heiße Kartoffel.
20:11Tut mir leid.
20:12Ist vorbei.
20:14Dafür kümmern Sie sich um Patricias Maschine.
20:17Schön, dass wenigstens Sie mein Hobby fortsetzt.
20:20Lässt Sie sie manchmal fahren?
20:22Wäre doch der ideale Ersatz fürs Radfahren.
20:24Weniger anstrengend und viel schneller.
20:27Meistens braucht Patrizia,
20:29ähm, Frau Grafenberg, die Maschine selbst.
20:32Zu zweit macht Motorradfahren viel mehr Spaß.
20:35Wie so einige andere Dinge im Leben auch.
20:38Also wenn Sie meinen,
20:40nein, nein, da ist nichts weiter zwischen uns.
20:43Schon mal an die Lichtmaschine gedacht.
20:45Ich hatte bei meinem Motorrad dasselbe Problem
20:47bei hoher Geschwindigkeit.
20:49Am Schluss hat sich herausgestellt,
20:51ein kleines, loses Kabel an der Lichtmaschine.
20:54Also für mich klang es damals eher immer
20:56nach einer völlig falsch eingestellten Zündung.
20:59Ah, die Fehlzündungen.
21:00Die war in Absicht.
21:02Dafür habe ich keine Hupe gebraucht.
21:10So was darf nie wieder passieren.
21:13Vielleicht wäre es besser,
21:14wenn wir uns wirklich nicht länger verstecken.
21:16Schon damit meine Mutter
21:17nicht noch mehr andere Leute schicker liebt.
21:18Du glaubst gar nicht,
21:19wie gern ich das tun würde.
21:20Der ganzen Welt zeigen,
21:21wie sehr wir uns lieben.
21:23Aber es geht nicht.
21:26Wegen deiner Mutter?
21:29Ja, aber...
21:31Julia,
21:32du kannst mir vertrauen
21:33und mir wirklich alles sagen?
21:35Ich weiß, trotzdem.
21:37Ich kann dir das jetzt nicht erklären.
21:40Bitte vertrau mir.
21:44Ich vertrau dir.
22:01Müssen wir schon los?
22:02Ja, leider.
22:04Na gut.
22:05Ich werde mit meiner Mutter über Silke sprechen.
22:09Bilderweise werde ich heute nicht mal pünktlich fertig.
22:11Ich könnte ja auch ein, zwei Überstunden machen.
22:14Du meinst, wir hätten die ganze Firma für uns?
22:16Mhm.
22:23Bis heute Abend.
22:24Ja.
22:27Wollen wir nicht noch ein Stück zusammen gehen?
22:30Daniel, aber...
22:31Nur ein kleines Stückchen.
22:32Es sieht uns doch keiner.
22:34Na, komm.
22:43Lilly, da bist du ja.
22:44Das hat aber lange...
22:45Du kannst dich freuen.
22:46Ich komme doch mit dir ins Konzert.
22:48Ich konnte meine Verabredung verschieben.
22:51Also wie besprochen.
22:52Erst Cozy One und dann die unerhörten fünf.
22:56Freu dich.
22:57Du musst nicht alleine ins Konzert gehen.
22:59Toll, ich habe deine Karte nicht mehr.
23:01Tut mir leid, aber du hast gesagt, dass...
23:03Du hast einfach meine Karte weggegeben?
23:05Ich wusste nicht, dass...
23:07Du hättest mich ja wenigstens fragen können.
23:09Aber Lilly, ich...
23:10Ich...
23:11Schon gut, ist ja sowieso zu spät.
23:14Lilly, ich...
23:16Ich kann versuchen, sie zurückzubekommen.
23:18Mhm.
23:19Das klappt bestimmt.
23:21Meinst du im Ernst, dass jetzt noch jemand eine Karte für so ein Konzert zurückgibt?
23:25Ganz bestimmt.
23:32Daniel, schön, dass du mal vorbeischaust.
23:34Ich...
23:34Du hast gerade erst deinen Posten wiederbekommen und schon benehmst du dich wie eine Tyrannin.
23:39Was soll das jetzt, Daniel?
23:41Mutter, du hast in Personalfragen keinerlei Befugnisse.
23:44Damit das klar ist, Frau Mertens behält ihren Job und ich will nicht, dass du ihr noch einmal mit Entlassung
23:49drohst.
23:50Diese Drohung könntest du eh nie wahrmachen.
23:51Aha.
23:52Daher weht der Wind.
23:54Deine Frau Mertens ist einfach inkompetent, holpatschig, unfähig.
23:59Ist es da ein Wunder, dass ich die Geduld verliere?
24:01Du weißt ganz genau, dass nichts davon wahr ist.
24:03Sonst wäre sie ja wohl kaum unsere Empfangssekretärin.
24:05Daniel, ich verstehe nicht, dass du dich überhaupt mit so einer Person einlassen kannst.
24:10Und das soll jetzt auch noch unser Verhältnis stören?
24:13Mutter, ein für alle Mal.
24:15Mit Frau Mertens war nichts, ist nichts und wird niemals etwas sein.
24:20Ich schätze sie als angenehme Kollegin.
24:22Nicht mehr und nicht weniger.
24:24Gut.
24:26Mir ist da vielleicht gerade die Galle etwas übergelaufen.
24:29Es wird nicht wieder vorkommen.
24:32Außerdem finde ich dein Verhalten ganz wunderbar.
24:36So entschlossen.
24:38So muss wirklich ein Chef sein.
24:56Eva, damit hast du dich selbst übertroffen.
24:58Ich habe schon lange nicht mehr so gut gegessen.
25:01Und das hast du einfach nur mit ein bisschen Öl gemacht?
25:04Ja, ein paar weitere Zutaten sind schon noch daran.
25:09Aber kein Honig.
25:12Na, wie kommst du denn darauf?
25:13Ich habe schon mal so einen leckeren Braten gegessen.
25:17Aber der war mit Honig gemacht.
25:19Und der Koch, der hat eine völlig verrückte Geschichte dazu erzählt.
25:23Was ist denn für eine Geschichte?
25:25Das war in Interlaken, in der Schweiz.
25:29Der Koch, besser gesagt, sein Vorfahr, hatte einen Gasthof und war selber Koch.
25:34Und der hatte immer Ärger mit seinem Nachbarn.
25:37Und dieser Nachbar hatte seinen Hund auf eine ganz spezielle Weise abgerichtet.
25:41Jedes Mal, wenn der Bratenduft von dem Gasthof zu einem Nachbarn kam,
25:47fing dieser Hund an, ganz schrecklich an zu bellen und zu jaulen.
25:51Und da waren die Gäste sicher sehr begeistert.
25:53Ja, die waren so begeistert, dass sie da nicht mehr essen wollten.
25:55Bis es eines Tages dem Koch natürlich zu bunt wurde.
25:58Ich ahne was, der Koch hat sich den Hund geschnappt.
26:01Ja, aber nicht so, wie du denkst.
26:04Eines Tages ging der Koch rüber zu seinen Nachbarn mit einem Braten.
26:08Und der hatte eine ganz herrliche Honigkruste.
26:12Zur Versöhnung, sagte er.
26:13Und vom Hund war weit und breit nichts zu sehen.
26:16Stimmt's?
26:16Genau.
26:17Aber das merkte der Nachbar nicht.
26:20Erst als er seinen Braten bis zur Hälfte aufgegessen hatte,
26:24kam ihm ein ganz fürchterlicher Verdacht.
26:28Äh, der Koch hat...
26:30...den Hund als Braten serviert.
26:33Und bekam keinen Bissen mehr runter.
26:36An dem Tag nicht, am nächsten Tag nicht und am folgenden Tag auch nicht mehr.
26:39Das ist ja schrecklich.
26:42Na ja, aber dann hatte der Koch natürlich Mitleid mit seinem Nachbarn.
26:49Und hat den Hund zurückgebracht.
26:51Der Hund war nämlich die ganze Zeit über beim Koch
26:54und konnte so viel Küchenreste essen, wie er wollte.
26:56Und von dem Tag an hat der Hund nie wieder gebelnt.
27:00Und was war das für ein Braten?
27:02Na, ein ganz normaler Schweinebraten mit Honigkruste.
27:06Und der heißt seitdem in der Schweiz Stummerhund.
27:10Das ist ja eine tolle Geschichte.
27:20Das hier ist hoffentlich auch nur ein Schweinefilet.
27:23Wer weiß.
27:26Ach, ich kenne so viele Geschichten.
27:28Eva, wir müssen unbedingt ein Kochbuch zusammen machen.
27:31Du lieferst die Rezepte und ich die passenden Geschichten.
27:34Christa.
27:35Ja.
27:35Jetzt setzt Eva nicht irgendwelche Ideen in den Kopf,
27:37an die du morgen selber nicht mehr glaubst.
27:39Wieso? Ist doch eine tolle Idee.
27:40Wir können die Rezepte von Eva veröffentlichen
27:43und auch noch ein bisschen Geld verdienen.
27:46Ja, meine Zettelwirtschaft könnte schon ein bisschen Ordnung vertragen.
27:51Dann komm doch morgen vorbei.
27:53Ja, vielleicht fallen dir ja ein paar gute Geschichten zu meinen Rezepten ein.
27:58Und dann werden wir weitersehen.
28:13Silke?
28:14Ja?
28:17Ich möchte mich bei Ihnen entschuldigen.
28:20Meine Mutter ist vorhin eindeutig zu weit gegangen und das völlig grundlos.
28:24Es tut mir sehr leid.
28:26Sie sind für mich eine engagierte und motivierte Mitarbeiterin,
28:29die sich absolut nichts hat zu Schulden kommen lassen.
28:31Ich bitte Sie deshalb, herzlich von einer Kündigung abzusehen.
28:36Heißt das, ich...
28:37Ich sehe absolut keinen Grund dafür.
28:40Ich weiß gar nicht, was ich sagen soll.
28:43Nach dem ganzen Trubel können Sie sicherlich etwas Ruhe vertragen.
28:46Von mir aus könnte Sie für heute Schluss machen.
28:48Nein, nein, überhaupt kein Problem.
28:50Vielen Dank, Herr Gravenberg.
28:51Und Sie können sich auch weiterhin fest auf mich verlassen.
28:56Vielen Dank, Silke.
29:07Habt ihr das gesehen?
29:08Das hat Stil.
29:10Er hat sich bei mir entschuldigt, obwohl er überhaupt nichts mit der Sache zu tun hat.
29:14So charmant, so sensibel.
29:17Und das bei der Mutter.
29:21In und weg, unsere Silke.
29:24Hat sie aber auch verdient, nach dem ganzen Stress vorhin.
29:33Proben, alte Bikerzeiten.
29:38Ah, man sagt, dass Sie und vor allem im Motorrad damals berühmt-berüchtigt gewesen sein sollen.
29:44Das war bestimmt das absolut coolste Teil, das jemals durch Falkenteil gebrettert ist.
29:48Berüchtigt?
29:50Zumindest haben mich immer alle gehört.
29:52Es hat doch eine Menge Überzeugungsarbeit gekostet, meinem Großvater das Teil abzuschwatzen.
29:56Das war sein ein und alles, das Motorrad.
29:59Was ich so gehört habe, haben dir, ähm, Ihnen die Frauen jedenfalls zu Füßen gelegen.
30:04Na, du kannst sie sicher auch nicht beklagen, oder?
30:06Schön wär's.
30:07Seit ich vom Sport weg bin, hat sich einiges verändert.
30:11Irgendwann sind Sie doch runter vom Motorrad.
30:13Ja, irgendwann war die Zeit vorbei.
30:15Dann war ich auf der Uni und danach...
30:17Die alte Mühle ist sicher schon auf dem Schrott gelandet.
30:20Sie meinen Ihre alte Maschine.
30:24Eigentlich schade.
30:25Sie hat mich wirklich nie im Stich gelassen.
30:26Was man von den Mädels, die ich mitgenommen habe, nicht behaupten kann.
30:30Ähm, ich glaube, die steht noch im Schuppen.
30:33Was?
30:34Doch, bestimmt.
30:35Die steht drüben bei Ihnen im Schuppen, ganz hinten, wo auch die alten Gartengeräte stehen.
30:40Ordentlich mit einer Plane abgedeckt.
30:41Das ist ja ein Ding.
30:43Wenn Sie wollen, ich könnte Ihnen helfen, Sie rauszuholen.
30:46Mal sehen.
30:48Jetzt entspann dich mal.
30:50Biker sein ist vor allem eine Haltungsfrage.
30:52Ich bin übrigens Frederik.
30:55Ähm, Sie meinen...
30:56Du meinst.
30:58Wenn du mal jemanden zum Quatschen brauchst, sag Bescheid.
31:01Und Bier findest du hier auch fast immer.
31:03Ja, also, Nico.
31:07Da siehst du.
31:09Geht doch.
31:16Störe ich euch bei irgendwas Wichtiger?
31:17Hallo, Patricia.
31:19Komm, nimm dir ein Bier und setz dich zu uns.
31:21Als Bikerin gehörst du doch dazu, oder?
31:28Na dann, Prost.
31:31Auf unsere Maschine.
31:33Und die Bräute, die du mit deinem Bike schon abgeschleppt hast, Onkel.
31:36Ähm, ich, ähm...
31:37muss dann das Motorrad noch in die Garage schieben.
31:39Sieht aus, als würde es gleich regnen.
31:43Über mein altes Motorrad reden wir noch, hm?
31:48Was treibt denn Annabelle so?
31:51Die ist momentan derartig zurückhaltend zu mir.
31:54Das ist sicher die Ruhe vor dem Sturm.
31:56Fühlt sie irgendwas im Schilde?
31:58Keine Ahnung.
32:00Vielleicht ist sie noch geschockt wegen des Rauswurfs.
32:02Annabelle doch nicht.
32:03Damit hat sie doch gerechnet.
32:06Was würde sie eigentlich sagen zu der Beziehung von dir und Nico?
32:10Was für eine Beziehung.
32:11Ach, keine Beziehung.
32:14Hm.
32:14Schade.
32:19Hey, genau zu dir wollte ich gerade.
32:21Na wunderbar, jetzt bin ich ja da.
32:23Das gibt's, ne?
32:23Hast du schon Schluss?
32:26Ich wollte dich eigentlich was fragen.
32:27Ja, mach doch.
32:29Ähm, wir reden im Konzert morgen.
32:32Also, da muss ich dir absagen.
32:36Wie jetzt?
32:38Es geht halt nicht anders.
32:39Warte mal, wer kriegt denn jetzt meine Karte?
32:41Du, ich muss ganz schnell in die Formerei.
32:42Ähm, man sieht sich.
32:45Sicher.
32:50Bist du noch da?
32:53Hattest du jemand anderen erwartet?
32:57Bist du auch noch?
33:02Danke, mir reicht's.
33:05Bist du sauer wegen irgendwas?
33:06Nicht wegen irgendwas, wegen dir.
33:08Warum denn?
33:09Musstest du meinem Onkel gleich erzählen, dass du mit mir ins Bett steigst?
33:12Ich hab ihm überhaupt nichts gesagt.
33:14Wenn ich Spaß haben will, dann brauch ich dafür keine Zeugen.
33:17Er hat mich zwar gefragt, aber ich hab echt meinen Mund gehalten.
33:19Komm, ich hab doch gesehen, wie toll ihr euch verstanden habt.
33:21Dein blöden Männergetur.
33:23Hey, dein Onkel ist echt in Ordnung.
33:26Gewöhn dich lieber nicht zu sehr an ihn.
33:27Kann sein, der ist schneller weg, als du denkst.
33:30Aber bist du echt eine blöde Zinja.
33:33Vergiss nicht, dein Bier zu bezahlen.
33:39Das ist das Trinkgeld.
33:51Bleibst du noch lange?
33:54Ich mache das hier noch fertig.
33:57Ach, ich wollte mich gerade bei Frau Mertens entschuldigen.
34:00Aber die ist leider nicht mehr da.
34:02Das brauchst du nicht.
34:03Ich habe mich bereits bei ihr im Namen der Firma entschuldigt.
34:06Lass es also bitte.
34:07Ich würde es aber selbst gern auch noch machen.
34:11Ich glaube, du hattest völlig recht.
34:12Ich habe da ein bisschen überreagiert.
34:16Sehr vorsichtig formuliert.
34:18Es war dumm, von mir anzunehmen, dass du was mit ihr haste.
34:22Sie ist ja gar nicht dein Niveau.
34:24Mutter.
34:24Na nein, es war ja fast schon beleidigend, dir das zu unterstellen.
34:29Jetzt übertreib mal nicht.
34:30Ob ich jemanden mag oder nicht, das mache ich nicht von seiner Herkunft abhängig.
34:35Damals diese Redereierbin.
34:37Wie hieß sie gleich nochmal?
34:39Äh, ach egal, ne.
34:41Die wär's gewesen.
34:42Nur, dass wir nicht zwei Minuten miteinander reden konnten, ohne uns zu langweilen.
34:46Und außerdem hat sie es vorgezogen, einen australischen Werftbesitzer zu heiraten.
34:50Wahrscheinlich hast du schon wieder recht.
34:53Mach nicht mehr zu lange.
34:55Wiedersehen, Mutter.
35:08Hi.
35:09Willst du was trinken?
35:10Ich hab noch.
35:12Äh, für mich ein Ginger Ale oder eine Cola.
35:17Eine Cola.
35:18Gibt nämlich was zu feiern.
35:20Wir können morgen doch ins Kino gehen.
35:23Ich hab meine Verabredung einfach abgesagt.
35:26Ehrlich?
35:26Einfach so?
35:27So einfach nicht, aber für dich?
35:30Gute Nachrichten.
35:33Egen Morgen.
35:36Du hast doch noch eine Karte?
35:38Deshalb darf ich nicht mit ins Konzert.
35:40Das war dein Pflichtbesuch?
35:42Ins Kino können wir doch jeden Tag gehen, aber die unerhörten fünf.
35:45Wie, du willst lieber mit Tim ins Kino?
35:54Das Kochbuch wird ein Knüller.
35:56Eva und ich sind ein wunderbares Team.
35:58Christa, sowas geht nicht so leicht, wie du denkst.
36:03Hör auf, mir meine Idee so madig zu machen.
36:06Von mir aus kannst du machen, was du willst.
36:08Aber gib Eva keine Versprechung, die du dann nicht wieder halten kannst.
36:11Das hört sich ja an, als ob ich alle immer nur enttäuschen würde.
36:15Ja, sowas ist auch wieder nicht gemeint.
36:18Guten Abend miteinander.
36:20Guten Abend, Nico.
36:20Alles klar bei euch?
36:21Hi, Nico.
36:23Oh, ihr habt schon wieder zusammen gekocht.
36:26Eva war hier.
36:27Ach so.
36:27Oh, lecker, stimmt's?
36:33Aber du kommst dabei spät.
36:34Warst du noch aus?
36:35Ähm, Frederik hat ein Bier ausgegeben.
36:38Frederik?
36:39Ja, Herr Grafenberg.
36:40Wir haben ein bisschen gequatscht über Motorräder und so.
36:44Wollen wir jetzt öfter machen.
36:46Wie tun Frederik Grafenberg?
36:49Also hätte nicht gedacht, dass ihr beide euch so gut versteht.
36:51Der ist echt ein guter Kumpel.
36:54Ganz anders als Patrizio oder so.
36:56Ja.
36:58Ich gehe noch zum Sport.
37:02Da scheinen sich ja zwei gefunden zu haben.
37:04Ah, ich gönne es ihm.
37:06Ich habe ihn schon lange nicht mehr so gut drauf gesehen.
37:08Muss ein sympathischer Typ sein, dieser Frederik Grafenberg.
37:12Ja, ja, das ist er.
37:14Tut mir leid, wie ich vorhin.
37:16Ach, schon vergessen.
37:28Dein Onkel Frederik säuft also mit dem Hausmeister.
37:31Na ja, das ist genau sein Neho.
37:34Vielleicht langweilt er sich ganz einfach.
37:36Und möchte so schnell wie möglich zurück nach Südafrika.
37:40Da wird ihm die Aufforderung seines Vaters ja hochwillkommen sein, hier die Firma zu übernehmen.
37:46Übrigens, weißt du, ob Werner schon mit ihm geredet hat?
37:49Nein, keine Ahnung.
37:51Ich hoffe, er lässt sich nicht allzu lange Zeit.
37:54Bestimmt nicht, so wie ich den bearbeitet habe.
37:57Außerdem ist es doch egal, ob die sich heute oder morgen streiten.
37:59Hauptsache, Frederik reist ab.
38:01Schon.
38:03Aber?
38:04Daniel ist im Moment unheimlich kämpferisch drauf.
38:07So wie der die kleine Zipse verteidigt hat.
38:10Ach, ist doch was zwischen denen.
38:12Erzähl doch mal.
38:13Na, eigentlich geht es mich ja nichts an, mit wem dein Bruder eine Affäre hat.
38:16Solange es derartige Auswirkungen auf seinen Kampfgeist hat,
38:20ich habe mein Handy liegen lassen.
38:22Wer meins?
38:23Nein.
38:24Ich fahre nochmal.
38:26In die Firma.
38:27Würdest du das hier bitte übernehmen?
38:33Ist mein Vergnügen.
38:36Willst du vielleicht noch was trinken?
38:40Aber das ist hier auch nicht so ein Beinbruch.
38:42Dann besorgen wir einfach noch eine Karte und gehen zusammen ins Konzert.
38:45Tolle Idee.
38:47Du kapierst überhaupt nichts.
38:51Ja, hallo?
38:52Könnten Sie eine Karte zurücklegen für das Konzert?
38:54Genau, die unerhörten fünf.
38:58Verstehe, restlos ausverkauft.
39:00Das heißt nicht meine einzelne Karte.
39:03Verstehe.
39:04Danke.
39:06Ausverkauft.
39:08Du wolltest doch sowieso viel lieber in das Konzert anstatt mit mir ins Kino zu gehen.
39:12Geht doch ihr beide, ich habe echt keinen Bock mehr.
39:14Lilly, so war das doch nicht gemeint.
39:16Ich dachte nur...
39:19Okay, das war total egoistisch von mir.
39:23Ich bin echt manchmal so ein Idiot.
39:25Krieg dich wieder ein.
39:26Du verstehst es nicht.
39:29Lilly, ähm...
39:30Kannst du mir nochmal verzeihen?
39:31Ich verspreche dir, dass es nicht wieder vorkommt.
39:33Also ich gebe mir zumindest Mühe.
39:41Mein Talismar.
39:44Ein nasser Lick.
39:46Nimm schon.
39:49Wozu soll der gut sein?
39:51Ein blaues Auge, na toll.
39:53Der beschützt dich vor dem bösen Blick, das heißt vor den schlechten Gedanken anderer.
39:57Die treffen nämlich nicht dich, sondern treffen auf den Stein.
39:59Das willst du mir einfach so schenken?
40:02Der beschützt dich sogar vor deiner Chefin.
40:04Vor Annabelle Gramberg?
40:06Sogar vor der, ja.
40:07Seid ihr endlich fertig mit eurer Märchenstunde?
40:09Lass doch mal.
40:11Was passiert denn, wenn ganz viele böse Blicke auf einmal auf den Nasser Lick treffen?
40:16Dann zerspringt ein tausend Stücke.
40:23Der hat noch nicht mal einen Kratzer.
40:25Tja, mich kann eben viele gut leiden.
40:40Das Zusehen, das kostet hier aber was.
40:44Das dachte ich mir.
40:46Für sie zahle ich aber gerne jeden Preis.
40:49Ah ja.
40:50Mit Geld ist da leider gar nichts zu machen.
40:52Dann habe ich ja noch eine Chance.
40:57Außerdem haben wir auch schon lange geschlossen.
41:05Darauf habe ich nur gewartet.
41:19Ich hatte schon befürchtet, ich muss den ganzen Tag hier alleine stehen.
41:26Du glaubst gar nicht, wie oft ich den ganzen Tag über an diesen Moment gedacht habe.
41:33Bestimmt nicht so, wie ich.
41:43Keine Rosenmänner-Firma versprochen.
41:45Deine Mutter hat Silke wie den letzten Dreck behandelt.
41:48Gönn Daniel doch diese kleine Affäre.
41:50M-m-m.
41:50Die Firma braucht auch eine starke Hand.
41:54Und diese Hand kann nicht die von Annabelle sein.
41:57Du übernimmst die Firmenleitung?
41:59Nein, nein.
41:59Ich informiere mich lediglich.
42:01Ich glaube nicht, dass es irgendetwas gibt, um es gegen dich zu verwenden.
42:04Irgendwas gibt es immer.
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