- vor 19 Stunden
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KurzfilmeTranskript
00:00Knochen, siehst du?
00:01Oh ja.
00:04Jetzt können wir uns beide was wünschen.
00:26Herr Lappé, meine Tablet.
00:30Ab in der Glasfasch.
00:31Wo sind deine Tabletten?
00:32In der Jacke.
00:34Rechts.
00:35Rechts.
00:36In der Jacke.
00:39Hier sind sie nicht.
00:41In der rechten Tasche.
00:44Werner?
00:48Werner?
00:51Julia?
00:52Sorry, aber wir haben keinen Gast mit Namen Daniel.
00:56Bist du da ganz sicher?
00:58Julia, er war gestern noch auf einer Safari mit mir.
01:02Im Computer steht auf jeden Fall niemand, der Daniel heißt.
01:04Sorry.
01:07Danke.
01:18Hey, what you looking for?
01:22No one has the answer.
01:26They just want more.
01:30Hey, who's gonna make it right?
01:36This could be the first day of my life.
01:47Es gibt keinen Gast auf der Lodge, der Daniel heißt?
01:50Wie kann das sein?
01:51War denn das alles nur ein Traum?
01:53Er kann doch nicht einfach verschwunden sein.
01:57Ganz sicher wäre das für uns.
01:59Gleich morgen früh wiedersehen.
02:01Würde ich dich nicht gehen lassen.
02:02Und ich werde nicht gehen.
02:05Ich spüre noch seinen Kuss und höre, wie er sagt, dass das zwischen uns etwas ganz Besonderes ist.
02:10Ich habe das nicht geträumt.
02:23Na, was kriegt denn das für die Viech dann?
02:27Rohes Kaninchenherz.
02:28Nur vom Feinsten.
02:31Wenigstens hast du ein Herz für Tiere.
02:36Wann geht denn dein Flugzeug?
02:38Du wirst ja inzwischen gemerkt haben, dass du hier nicht gebraucht bist.
02:42Alabel, weißt du eigentlich, dass ich deinen geheimsten und größten Wunsch kenne?
02:47Du würdest am liebsten mein Herz dem Geier da verfüttern.
02:52Äußerst inspirierender Gedanke, wercher Schwager.
02:55Mal im Ernst, wie ist es zu Vaters Herzanfall gekommen?
03:00Sowas passiert nicht aus Heitungen.
03:01Du hast dich doch nie um Werner gekümmert.
03:04Wo hast du denn plötzlich die Rolle des besorgten Sohnes gelernt?
03:08Ah ja, ich weiß.
03:09Bei dir muss ja immer jemand Schuld haben.
03:12So wie bei Philipp.
03:13Da hast du Werner und mir ja auch unterstellt,
03:15dass wir durch unseren übertriebenen Ehrgeiz Philipp umgebracht haben.
03:21Ich muss mich korrigieren.
03:24Du hast überhaupt kein Herz.
03:26Was aber sehr praktisch ist.
03:28Dir droht nie ein Herzinfarkt.
03:44Mit wem hast du denn telefoniert, Julia?
03:46Nur mit dem Camp, Mama, mit der SWA.
03:48Und?
03:49Was haben Sie gesagt?
03:51Ist alles in Ordnung.
03:53Julia, setz dich doch hin, du siehst ja ganz blass aus.
03:55Danke Tobias, es ist nichts. Ich bin nur ein bisschen müde von dem langen Flug.
03:59Flug? Sag mal, wo kommt der eigentlich her? War der im Urlaub?
04:03Wir kommen direkt aus Südafrika.
04:06Und habt ihr euch gedacht, machen wir auf dem Heimweg nochmal einen kleinen Abstecher zum alten Tobias?
04:12Ja.
04:13So ungefähr.
04:15Deswegen der Karte, die du Mama geschickt hast.
04:17Karte? Welche Karte?
04:20Die hier.
04:22Ach, das Klassentreffen.
04:24Das ist ja schon.
04:25Wie lange ist denn das her?
04:26Ja, schon über ein Jahr.
04:28Ja, schade, dass du nicht da warst. Hast wirklich gefehlt.
04:30Alle haben nach dir gefragt.
04:31Klingt, als hätte ich was verpasst.
04:33Hast du auch.
04:34Sag mal, konntet ihr von Südafrika aus eigentlich ein Hotel buchen hier in Falkenthal?
04:39Oder wollt ihr heute schon nach Hause fahren?
04:40Habt ihr es weit?
04:42Nein, wir haben kein Hotel.
04:47Um ehrlich zu sein, Tobias, wir wissen gar nicht, wo wir heute Nacht schlafen sollen.
04:52Na, da habt ihr ja Glück gehabt. Meine Fernwohnung ist gerade frei. Und wenn es euch hier gefällt, könnt ihr
04:57gerne noch einen Tag länger bleiben.
04:59Danke, Tobias.
05:00Vielen Dank.
05:17Ich werde ihn nie wiedersehen.
05:20Wenn nicht mal die Lodge weiß, wo er ist, dann gibt es keine Möglichkeit, ihn zu finden.
05:28Ich muss ihn vergessen. Es hat doch keinen Sinn, weiter an ihn zu denken.
05:38Aber ich habe schon so vieles verloren.
05:40Wenigstens die Erinnerung an unseren Tag will ich behalten.
05:49WDR mediagrommals.
05:53WDR mediagroupsruk
05:54Na Absicht, wir sehen uns.
05:54Wir sind naabyroup A71.
06:11WDR mediagroupsrunde
06:40Du musst dich doch nicht so belassen.
06:43Du hast doch das Haustelefon, wenn du etwas brauchst.
06:46Behandelt mich doch nicht wie einen halbtoten Taterkreis.
06:50Ich fühle mich in meinem Zimmer oben so abgeschoben, als lege ich schon im Sterben.
06:55Eva, wenn Sie mir etwas Gutes tun wollen, machen Sie mir ein paar Rühre her.
07:00Das kommt gar nicht in Frage.
07:02Das Cholesterin ist Gift für Ihr Herz.
07:04Einen frischen Obstsalat können Sie bekommen.
07:06Ja, ja, ja, ja. Das ist genau das Richtige.
07:10Eva.
07:10Eva, danke, dass Sie vernünftigerweise Ihr Wort gebrochen haben.
07:16Hätten Sie Annabelle nicht über meine Herzprobleme informiert, wer weiß, ob sie richtig gehandelt hätte.
07:25Ach, Herr Grafenberg.
07:26Doch, doch, doch. Ihr beide habt mir das Leben gerettet.
07:28Ich mache mal jetzt den Obstsalat.
07:32Und dir auch noch mal. Danke, Annabelle.
07:35Ich bitte dich, Werner.
07:37Du musst sie doch nicht für etwas Selbstverständliches bedanken.
07:40Ist mir peinlich.
07:41Ich gehe sogar noch weiter.
07:43Ich entschuldige mich.
07:46Dafür, dass ich um meine Nachfolge in der Firma so mit ihr gestritten habe.
07:51Soll es heißen, du willst deine Entscheidung noch einmal überdenken?
07:57Du bist ein hartnäckiger Verhandlungspartner, Annabelle.
08:02Nein.
08:04Noch habe ich hier das Sagen.
08:07Ich bleibe immer bei meiner Entscheidung.
08:10Wir werden sehen, was Frederik dazu zu sagen hat.
08:13Kann ich noch etwas für dich tun?
08:15Ja.
08:16Du könntest mir deine große Zuneigung beweisen, indem du mir einen koffeinfreien Kaffee bringst.
08:35Aber was ist denn mit dir?
08:36So mutlos kenne ich dich gar nicht.
08:40Ich habe mich noch nie so gefühlt.
08:43So klein und schäbig.
08:45Ich glaube, ich bin ganz unten angekommen.
08:48Noch tiefer kann man gar nicht sinken.
08:50Jetzt sag sowas nicht.
08:53Ich bin schuld, dass Hermann tot ist.
08:56Vielleicht hat er Familie, Frau und Kinder und die warten jetzt auf ihn.
09:02Was hat er denn nur gemacht?
09:04Aber wir haben noch extra nachgesehen.
09:07Da war nichts.
09:07So schnell stirbt man nicht.
09:10Dieser Mann...
09:10Hermann.
09:12Dieser Hermann war betrunken.
09:15Ihr habt euch gestritten, weil du zu viel von seinem Geld im Casino verspielt hast.
09:20Während des Streits, da ist er gestolpert, hat sich den Kopf gestoßen.
09:26Er war vielleicht eine Weile ohnmächtig.
09:28Aber dann ist er aufgestanden und nach Hause gegangen.
09:30Ganz bestimmt, Mama.
09:31Nein, nein.
09:33Ich weiß doch, was ich gesehen habe.
09:35Ich wünschte, ich könnte dir das ausreden, Mama.
09:37Wir sind doch bis jetzt immer wieder auf die Füße gefallen.
09:41Wir brauchen jetzt erst mal ein anständiges Frühstück.
09:52Morgen, Papa.
09:53Morgen, Lilly.
09:54Du bist ja schon fast fertig.
09:56Fehlt noch was?
09:57Äh, könntest du bitte noch Butter und Käse holen?
10:00Klar.
10:01Sag mal, wo ist dein Bruder eigentlich?
10:03Ist Nico schon wach?
10:05Ja, wach und weg.
10:06Keine Ahnung, wohin.
10:09Nico kommt und geht, wann er will.
10:11Und bei mir machst du gleich ein Theater, wenn ich mal zehn Minuten zu spät komme.
10:15Darüber haben wir doch schon hundertmal gesprochen.
10:17Nico ist 24 und du bist das Zeitzel.
10:19Ja, und außerdem ein Mädchen, ich weiß.
10:23Hey, vielleicht hat Nico eine Freundin.
10:25Was meinst du, Papa?
10:26Also, das würdest du wohl früher erfahren als ich, ne?
10:31Ach nee, ich glaube ihr ja nicht.
10:33Der flirtet doch nur rum.
10:36Herein.
10:37Guten Morgen, Tobias.
10:38Hallo.
10:39Morgen, Julia.
10:41Meine Tochter Lilly, das ist Julia.
10:43Ihre Mutter ist eine Schulfreundin von mir.
10:45Die beiden sind gestern überraschend zu Besuch gekommen
10:47und haben in der Ferienwohnung übernachtet.
10:50Hallo, freut mich sehr.
10:51Ja, mich auch.
10:52Ich liebe Besuch.
10:55Tobias, wir haben ein kleines Problem.
10:58Wir haben nämlich gar nichts zu essen.
11:00Papa, warum hast du denn nicht für deinen Besuch mitgedeckt?
11:03Stimmt, natürlich.
11:05Das ist die Macht der Gewohnheit.
11:07Entschuldige, Julia.
11:08Wir wollen uns nicht aufdrängen.
11:10Ach, Quatsch.
11:11Besuch ist zum Verwönen da.
11:12Na komm, such dir eine Marmelade aus.
11:20Niko, was machst du denn hier am Sonntag?
11:23Willst du etwa schon für die Geburtstagsfeier dekorieren?
11:26Ähm, nein.
11:28Ich, äh...
11:29Guten Morgen, Eva.
11:30Morgen.
11:31Ich wollte mich eigentlich nur erkundigen,
11:32wie es Herrn Grafenberg Senior geht.
11:34So hat Tobias dich geschickt.
11:35Ja, mein Vater macht sich Sorgen,
11:37weil der Senior so schnell aus dem Krankenhaus raus ist.
11:39Die machen wir uns auch,
11:41weil er sich so gar nicht schonen will.
11:43Er ist sogar schon wieder aufgestanden.
11:45Ehrlich?
11:46Ja, aber sag's dem Tobias positiv,
11:48so in der Richtung,
11:49dass er sich keine Sorgen zu machen braucht.
11:51Geht's klar, Eva.
11:55Hm.
11:59Hm, der Obstsalat sieht toll aus.
12:01Finger weg.
12:02Der ist für deinen Großvater.
12:11Ist lecker.
12:13Willst du mal?
12:23Hier Maus ist die Hölle los,
12:24der ganze Kleines versammelt.
12:26Wir können nicht hoch in mein Zimmer.
12:28Schade, und was machen wir jetzt?
12:34Sag mal,
12:35habt ihr eigentlich zurzeit Gäste?
12:38Nein.
12:42Ich wollte mich noch mal entschuldigen dafür,
12:44dass ich dich mit der ganzen Arbeit allein gelassen hab.
12:47Ach, was Blödsinn.
12:48Du bist doch der Letzte,
12:49der sich was vorzuwerfen hat.
12:50Ich hab dich doch selbst nach Südafrika geschickt.
12:53Ja, trotzdem,
12:53es war nicht der richtige Zeitpunkt,
12:55um in Urlaub zu fahren,
12:55bei den ganzen Projekten,
12:56die anstehen.
12:57Zum letzten Mal,
12:59du hast dir nichts vorzuwerfen.
13:01Du hattest einen Auftrag.
13:03und den hast du hervorragend ausgeführt.
13:07Du hast Frederic mitgebracht.
13:11Dafür danke ich dir.
13:12So, jetzt hilf mir bei diesem verflixten Obstsalat.
13:16Das geht aber nicht auf mein Konto.
13:19Frederic ist freiwillig mitgekommen.
13:20Als er von deinem Zusammenbruch gehört hat,
13:22hat er sich von selbst entschlossen.
13:24Du bedeutest ihm sehr viel, Großvater.
13:27Mehr als du glaubst.
13:28Du hast ihn quasi selbst hergeholt.
13:31Ich wünschte nur,
13:32was wäre, wenn er weniger dramatische Art und Weise passiert.
13:38Danke.
13:41Danke, mein Junge.
13:45Nun, jetzt erzähl mal.
13:46Wie war's denn in Südafrika?
13:49Ja, wo soll ich da anfangen?
13:53Dieses Land hat mich verzaubert.
13:58Lilly, bringst du noch mal Gabel für den Käse?
14:03Also, Safari-Leiterin,
14:04ich glaub, das wär nichts für mich.
14:05Da ist man ja verantwortlich für alle Leute.
14:08Ich glaub, ich hätte immer Schiss,
14:09dass jemandem was passiert.
14:11Ach, die Angst hatte ich am Anfang auch.
14:12Das ist ganz normal.
14:14Aber es ist nie jemand ernsthaft verletzt worden.
14:17Und was hättest du zum Beispiel gemacht,
14:19wenn euch eine Herde Elefanten angegriffen hätte?
14:23Wildtiere sind nicht bösartig.
14:24Sie greifen höchstens aus Angst an,
14:25wenn man ihnen zu nahe kommt.
14:27Und selbst dann laufen die meisten eher weg.
14:28Das stimmt genau.
14:30Tobias, du klingst wie ein echter Profi.
14:31Nein, ich schau mir nur gern Tierdokumentationen an.
14:34Ich auch.
14:35Sag mal, Tobias,
14:36deine Frau frühstückt die nicht mit uns?
14:39Nein.
14:40Die wohnt nicht mehr bei uns.
14:44Entschuldigt.
14:47Die Himmel-Marmelade ist wirklich lecker.
14:50Danke, ich werde es Eva weiter sagen.
14:53Eva ist die Haushälterin unseres Chefs
14:55und die zwei Klimaparkleser führen sie ab.
14:58Also Safari-Leiterin sein,
15:00das stelle ich mir so vor wie mit der Ferienwohnung.
15:03Man lernt ständig neue Leute kennen
15:05und dann verschwinden sie einfach wieder.
15:07Ja, man muss aufpassen,
15:09dass einem die Gäste nicht ans Herz wachsen.
15:22Was ist das denn?
15:23Was ist das denn?
15:23Was ist denn auf einer Reisetausche,
15:24die wir nicht haben?
15:25Weil die Ferienwohnung ist eben noch abgesehen.
15:26Das ist so ein Mist.
15:27Das macht doch nichts.
15:28Ist doch keiner da.
15:30Wenn jemand reinkommt,
15:31kann ich jetzt alles mit tun.
15:34Das ist doch aufregend.
15:35Du kannst ja einen Stuhl unter die Türklinke stellen.
15:40So kann ich nicht.
15:41Da muss ich dauernd an meinen Vater denken.
15:43Da vergeht mir echt alles.
15:44Mann.
15:46Dann gehen wir halt zu mir.
15:49Zurück zu Villa.
15:49Ich dachte...
15:50Nein, du Schnellmerkern, die Firma.
15:52Mein Büro.
15:53Ach so.
16:06So eine richtig ausgedehnte Urlaubsreise.
16:09Davon träume ich ja schon lange.
16:11Warum ist er eigentlich weggegangen?
16:13Also wenn ich die Möglichkeit gehabt hätte,
16:15ich wäre geblieben.
16:17Mama konnte das Klima nicht vertragen,
16:19deswegen mussten wir zurück.
16:20Ach so.
16:21Oh.
16:22Unser Klima ist total super.
16:24Mit den ganzen Bäumen und so.
16:27Hey, habt ihr Lust auf eine Fahrradtour?
16:29Ich zeig euch Falkenthal.
16:37Man könnte meinen,
16:38du betrachtest das Bild
16:39deiner geliebten Onkel Frederik.
16:42Das kann ich mal so weit hergeholt.
16:44Nichts für niemand bedeutet mir
16:46so viel wie diese Lodge.
16:49Klingt das Albin?
16:51Überhaupt nicht.
16:53Ich finde, es kommt nicht darauf an,
16:55wen oder was man liebt,
16:56sondern dass man überhaupt liegen kann.
16:59Schön gesagt.
17:01Ich bin doch immer wieder froh,
17:03dass du nicht nach deiner Mutter gerätst.
17:05Sag das nicht.
17:06In manchen Dingen bin ich ihr sehr ähnlich.
17:09Das kann man sich aber auch einreden.
17:14Warum ruft Julia nicht an?
17:16Ich verstehe das nicht.
17:18Sie müsste doch meine Handynummer längst entdeckt haben.
17:21Das merkt man doch.
17:23Einen neuen Eintrag unter D.
17:25Oder was meinst du?
17:27Dagmar Daisy Doreen Doris Dunier?
17:32Ja, ein Daniel würde mir auffallen.
17:34Kannst du nicht einmal was ernst nehmen?
17:36Tut mir leid.
17:38Sobald ich wieder zurück in Südafrika auf der Lodge bin,
17:41werde ich vor Ort nachprüfen,
17:42wohin deine Safari-Fee verschwunden ist.
17:44Das verspreche ich dir.
17:46Was immer er auch verspricht,
17:48glaub ihm kein Wort.
17:50Ich muss dich dringend sprechen.
17:53Bin schon weg.
17:55Möchte ja nicht als Falkenfutter enden.
17:58Was gibt es, Mutter?
18:04Ich sag's dir ohne Umschweife.
18:07Dein Großvater hat beschlossen,
18:09Frederik zu seinem Nachfolger zu ernähren.
18:15Das ist der beste Witz, den du seit langem gemacht hast.
18:18Tut mir leid, Daniel, es ist kein Witz.
18:20Er hat's mir mitten ins Gesicht gesagt.
18:23Schon vor seinem Zusammenbruch.
18:27Wie kann die Großvater das antun?
18:32Mutter, ich bin doch...
18:34Ist Großvater senil geworden, oder was?
18:36Muss ich mir irgendwas vorwerfen?
18:38Hab ich irgendwas falsch gemacht?
18:39Gibt es irgendeine Rechtfertigung für diese Entscheidung?
18:42Nein, die gibt es nicht.
18:45Du bist der einzige geeignete Nachfolger für ihn.
18:49Und deshalb müssen wir alles in unserer Macht Stehende tun,
18:52dass er diese unsinnige Entscheidung zurücknimmt.
18:56Bitte red mit ihm, jetzt gleich.
18:57Das kann ich nicht.
18:59Ich muss mich erst mal beruhigen.
19:02Ich warte noch ein paar Tage.
19:04Du bist zu gutmütig.
19:08Viel zu gutmütig.
19:12Mann, das sieht aus, als wenn's 20 Jahre nicht benutzt worden wär.
19:15Dabei sind's nur knapp zwei.
19:17Das ist Mamas Rat, weißt du?
19:20Danke, dass ich's benutzen darf.
19:21Ach was, ich glaub, die Sachen wollen benutzt werden.
19:24Lilly, es tut mir leid, dass deine Mutter weggegangen ist.
19:28Für euch alle tut mir das leid.
19:30Das muss es nicht.
19:31Es war nicht so schlimm.
19:32Nicht mit Streit und Geschrei und so.
19:35Die haben sich einfach ganz ruhig gesagt,
19:36wir können nicht mehr miteinander.
19:39Dann dürftet ihr euch selber aussuchen,
19:40ob ihr bei eurem Vater bleiben wollt?
19:42Ja, klar.
19:44Mama ist in die Stadt gezogen.
19:46Da kriegen mich keine zehn Pferde hin.
19:48Hier ist es viel schöner.
19:50Das stimmt.
19:51Wir fahren sie manchmal besuchen, Nico und ich.
19:53Oder wir telefonieren.
19:55Oh, Mist, Koya.
19:58Den hab ich total vergessen.
20:00Du, dann lassen wir das eben mit der Fahrradtour,
20:01wenn du schon verabredet bist.
20:03Das kommt überhaupt nicht in die Tüte.
20:05Sorry, Koya, aber du musst alleine in die Firma.
20:07Ich will Julia Falkenthal zeigen.
20:09Hi, Lilly. Hallo.
20:11Hallo.
20:12Koya, ich wollte dir Lilly nicht wegnehmen.
20:14Ich weiß nicht, wie lange Julia bleibt.
20:16Und da mach ich lieber was mit ihr.
20:18Das verstehst du doch, oder?
20:20Klar. Klar verstehe ich.
20:22Macht ja nichts.
20:23Ja, dann sehen wir uns morgen im Büro.
20:25Schönen Tag noch.
20:27Ciao, Koya.
20:28Und arbeite nicht bis morgen durch.
20:31Das ist ja netter, dein Freund.
20:33Das ist doch nicht mein Freund.
20:35Also ich meine, es ist schon mein Freund,
20:36aber nicht so wie du denkst.
20:38Hätte aber sein können, oder?
20:39Nee, man verliebt sich doch nicht in seinen besten Kumpel.
20:42Das geht ja gar nicht.
20:45Also, meinetwegen könnten wir los.
20:47Okay.
20:49Okay.
21:09Scheiße, der Wachmann.
21:14Ich verstecke mich doch nicht in meinem eigenen Büro.
21:23Frau Grafenberg.
21:25Ich bin hier, um meine Entwürfe fertig zu machen.
21:27Und...
21:28Schon gut, Koya.
21:29Ich mach das selber.
21:31Genieß den Sonntag.
21:32Wirklich?
21:33Ich mach's aber gern.
21:35Das weiß ich.
21:36Das ist auch gar nicht mehr so viel.
21:37Hier, sehen Sie?
21:38Ich hab die Vasen wieder etwas eckiger gemacht.
21:40Und, ähm, die Krümmung hier muss noch ein bisschen verstär...
21:43verstärkt werden und...
21:46Da...
21:47Ja.
21:48Sehr schön, Koya.
21:50Aber...
21:50Das krieg ich selber auch noch hin, meinst du nicht?
21:53Doch, natürlich.
21:54So war das nicht gemeint.
21:56Trotzdem würde ich gern ausprobieren,
21:58wie man...
21:58wie man hier die Fläche interessanter macht
22:00und das Relief weglässt.
22:02Dann...
22:02Da lass ich mir was einfallen.
22:05Ja.
22:06Ja.
22:06Nein, jetzt reicht's.
22:08Ich zweifle nicht an deinen Fähigkeiten,
22:10aber...
22:11ich will es selber machen.
22:13Und jetzt raus, aber fix.
22:14Ja, dann...
22:15Schönen...
22:15Schönen Sonntag noch.
22:16Gleichfalls.
22:27Toll.
22:28Jetzt darf ich mich nachher auch noch hinsetzen
22:30und die Entwürfe fertig machen.
22:33Großartig.
22:33Ob ich dich heute noch aus den Klamotten kriege?
22:37Lass dir mal was einfallen.
22:51Dein Großvater will wirklich,
22:53dass Frederik sein Nachfolger wird?
22:56Du hast es erfasst.
22:58Tja.
23:00In der gesamten Firmengeschichte
23:02hat es bis heute da keine Ausnahmen gegeben.
23:06Die Porzellanmanufaktur wurde immer
23:07vom Vater an den ältesten Sohn weitergegeben.
23:10Ja, aber nur weil es immer so war,
23:11muss es doch nicht gut sein.
23:13Daniel,
23:14es hat sich bewährt.
23:15Seit fast 200 Jahren.
23:18Aber Frederik ist gar nicht sein ältester Sohn.
23:20Das wäre mein Vater gewesen.
23:25Versuch doch mal,
23:26dich in die Lage deines Großvaters zu versetzen.
23:28Er weiß doch selbst,
23:29dass er dich zum Nachfolger ausgebildet hat
23:31und nicht Frederik.
23:33Eben, deswegen wundet es mich ja so.
23:35Dein Großvater hat schon oft
23:36überraschende Entscheidungen getroffen.
23:38Und im Nachhinein
23:39haben sie sich immer als goldrichtig erwiesen.
23:42Und kann es nicht auch sein,
23:43dass er Frederik einfach nur
23:46um sich haben möchte?
23:48Du meinst,
23:49weil er nur noch einen Sohn hat?
23:51Wenn er Frederik
23:52wirklich die Nachfolger anbietet,
23:55dann bist du unverzichtbar
23:57für die Firma.
23:59Genauso unverzichtbar,
24:00als würdest du die Firma
24:02allein weiterführen müssen.
24:03Eben.
24:04Frederik hat von Porzellan keine Ahnung.
24:06Und was sollte Frederik
24:07denn dann machen ohne dich?
24:09Du bist dann noch wichtiger als heute.
24:12Eva, ich verstehe ja,
24:13wie du das meinst.
24:14Aber im Moment bin ich einfach
24:15nur enttäuscht und
24:16ich will mich verraten.
24:18Hast du mit deinem Großvater
24:19darüber gesprochen?
24:21Nein.
24:23Das kann ich nicht.
24:24Noch nicht.
24:25Weil wenn ich jetzt zu ihm gehe,
24:26dann mache ich ihm Vorwürfe
24:27und dann...
24:28Ich will ihn nicht aufregen.
24:30Da hast du völlig recht.
24:31Warte,
24:32bis es ihm wieder besser geht.
24:34Und dann
24:35setzt ihr euch mal
24:37in aller Ruhe zusammen.
24:38Am besten zu dritt.
24:39Mit Frederik.
24:42Warten, warten.
24:44Ich tue doch sowieso
24:45schon nichts anderes mehr.
24:47Mein Leben geht in die Brüche
24:48und mir bleibt nichts anderes
24:48übrig, als zu warten.
24:50Worauf wartest du denn sonst noch?
24:53Ach, nichts Besonderes.
24:55Ein Anruf.
24:57Sag mal, kann ich dir irgendwas helfen?
24:58Dann hätte ich eine Beschäftigung.
24:59Nein, nein.
25:00Ich bin fast fertig.
25:03Das ist doch kein offizieller Anruf,
25:06auf den du wartest.
25:07Sophie steht fest.
25:09Und da du erst vor kurzem
25:10aus dem Urlaub zurück bist,
25:12zieh mich mal an, mein Junge.
25:14Kann es sein,
25:14dass du dich verliebt hast?
25:16Eva, du bist mir unheimlich.
25:18Du liest in mir wie in einem Buch.
25:20Das ist nicht gut.
25:21Ein Geschäftsmann darf kein Gesicht haben,
25:22in dem man lesen kann.
25:23Deine Geschäftspartner
25:25können das auch nicht.
25:26Das kann nur ich.
25:27Wie heißt sie denn?
25:31Julia.
25:32Julia.
25:37Hm?
25:40So, da wären wir.
25:43Das ist die größte Sehenswürdigkeit in Falkenthal,
25:46die Villa Gravenberg.
25:48Ein Hotel?
25:49Nein, die Familie Gravenberg wohnt da drin.
25:51Eine Familie?
25:53Sind die so viele Personen
25:54oder brauchen die so viel Platz?
25:56Die brauchen so viel Platz,
25:57die müssen ja auch repräsentieren.
25:59Große Partys veranstalten,
26:00Geschäftspartner beeindrucken und sowas.
26:03Falkenthal erschießt sich eine Weltmarke.
26:06Falkenthaler Porzellan,
26:07natürlich.
26:08In dem Falkenthal sind wir gelandet,
26:09hätte ich ja gleich drauf kommen können.
26:11Ja, dieses Falkenthal sind wir.
26:13Wir?
26:14Ja, fast ganz Falkenthal arbeitet
26:16für die Gravenbergs.
26:17Mein Vater zum Beispiel als Chauffeur.
26:19Nico ist Haustechniker
26:20und ich lerne Porzellanmalerin.
26:23Das ist ja ein schöner Beruf.
26:25Bist du ja eine kleine Künstlerin.
26:26Ja, die Aufnahmeprüfung
26:28war schon echt nicht ohne.
26:29Und die Chefin kann manchmal
26:31ganz schön ätzend sein.
26:32Aber eigentlich sind sie in Ordnung,
26:33die Gravenbergs.
26:35Besonders der Junior-Chef.
26:37Der wird dir gefallen.
26:41Na komm!
26:45Pass auf, ich kippe.
26:50Oh oh, du legst Patiencen.
26:52Das heißt, du bist auf 180.
26:54Ja, ich bin wütend, das ist richtig.
26:56Und besorgt.
26:58Ich frage mich, wie dickfällig du sein musst,
27:00dass du in so einer Situation
27:01so ruhig bleiben kannst.
27:02Was denn für eine Situation?
27:03Habe ich was verpasst?
27:05Ich kann zu glauben,
27:06dass du meine Tochter bist.
27:09Werner will Frederik
27:10zu seinem Nachfolger machen.
27:12Die Zukunft von Daniel
27:13und damit von Falkenthaler Porzellan
27:14steht auf dem Spiel
27:15und du fragst mich,
27:16ob du etwas verpasst hast.
27:17Ach so, das.
27:18Aber das sind doch nur Pläne,
27:19die können sich doch noch ändern.
27:21Darauf kann man sich aber nicht verlassen.
27:23Man kann sich auf gar nichts mehr verlassen.
27:27Ich hatte gehofft,
27:29wohlgemerkt,
27:29nur gehofft,
27:30dass Frederik sich wie immer verhalten würde.
27:32Nämlich unmöglich.
27:33Und?
27:36Hätte er den alten Streit
27:38wieder aufgenommen,
27:39dann wäre Werner über kurz oder lang
27:41von diesem unsinnigen Plan abgewichen.
27:43Ach so.
27:45Ja, du hast was dran.
27:47Dagegen verhält sich dein Werte, Onkel.
27:50Als hätte er Kreide gefressen.
27:52Weiß denn Frederik eigentlich schon,
27:53was Großvater mit ihm vorhat?
27:55Ich glaube, er ist der Einzige,
27:57der von nichts weiß.
27:58Wenn er das erfährt,
27:59wird er die Kreide schon wieder ausspucken.
28:02Wie gesagt,
28:03man kann sich eben auf nichts mehr verlassen.
28:08Würdest du mich mal einkriegen?
28:12Du bist mir auch überhaupt keine Hilfe.
28:15Ich wusste, dass du das sagen würdest.
28:28Was um alles in der Welt kann so wichtig sein,
28:30dass du dich nicht einmal jetzt schonen magst?
28:32Ich schone mich ja.
28:34Ich sitze.
28:36Und außerdem hat nicht die Arbeit
28:38mich so weit gebracht.
28:40Aber schwamm drüber.
28:42Nichts ist tödlicher,
28:43als das Nichtstun.
28:45Das ist ein alter Dickschädel.
28:47Ist dir Philipp denn keine Warnung?
28:49Frederik,
28:50lass deinen Bruder aus dem Spiel.
28:55Philipp ist nicht an der Arbeit gestorben,
28:58sondern an einer verschleppten
29:00Herzklappenentzündung.
29:05So gut.
29:06Ich will nicht streiten.
29:08Nein.
29:10Was immer das hier auch ist,
29:12kann ich nicht darin rufen,
29:13dass er es für dich erledigt.
29:14Nein, nein, nein.
29:14Nein, das ist überhaupt nicht wichtig.
29:19Und um dir meinen guten Willen zu beweisen,
29:22mache ich jetzt ein bisschen die Augen zu.
29:26Okay.
29:28Dann lasse ich dich auch alleine.
29:32Frederik,
29:34bleibst du zu meinem Geburtstag?
29:38Wenn du möchtest.
29:40Natürlich.
29:42Danke, mein Sohn.
29:45Hier komme ich immer zum Schwimmen her.
29:47Es ist die beste Badestelle, die es gibt.
29:49Die haben Koya und ich entdeckt.
29:52Das ist wirklich schön.
30:08Was ist denn auf einmal?
30:09Bist du traurig?
30:10Ach, nichts.
30:12Schumann, seufzt du doch nicht wegen nichts.
30:14Du hast an jemanden gedacht.
30:17Ich habe mich nur an einen anderen See erinnert.
30:20In Afrika?
30:21Ja.
30:23Und da bist du mit jemandem schwimmen gegangen?
30:30Habe ich es doch gewusst.
30:31Mit einem Mann gibst du zu.
30:33Ja.
30:38Du bist verknallt.
30:40Je weniger eine sagt, desto schlimmer ist es.
30:47Dir kann man nichts verheimlichen, hm?
30:49Nee.
30:50Was das betrifft, nicht.
30:53Gut.
30:55Dann gebe ich je mit zu, dass du recht hast.
30:59Erzählst du es mir?
31:00Vielleicht hilft es ja.
31:02Da gibt es nicht viel zu erzählen.
31:03Wir hatten uns ja gerade erst kennengelernt.
31:06Ich wusste gar nichts von ihm, außer, dass er der Richtige ist.
31:09Und ich habe nicht mal seine Adresse.
31:13Da weiß ich was für dich.
31:15Komm mal mit.
31:20Na, komm.
31:26Eva, glaubst du an Liebe auf den ersten Blick?
31:30Ich selber habe es nie erlebt, aber doch.
31:33Doch.
31:34Ich glaube daran.
31:36Ich hätte es auch nie geglaubt.
31:41Es heißt, dass man sich innerhalb von fünf Sekunden ein Bild von einem Menschen macht.
31:48Und dieses Bild kann nie wieder umgestoßen werden.
31:53Das habe ich mal gelesen.
31:55Was du alles liest?
31:57Aber es stimmt.
31:58Als ich Julia das erste Mal gesehen habe, dachte ich auch,
32:00die ist es.
32:02Die oder keine.
32:04Aber du bist unglücklich.
32:07Anscheinend sieht sie die Sache nicht so wie du.
32:10Ach, ich weiß auch nicht.
32:11Ich dachte, es würde ihr genauso gehen wie mir.
32:14Aber dann...
32:16musste alles ganz schnell gehen.
32:17Das mit Großvaters Zusammenbruch ist passiert.
32:20Ich konnte sie nicht treffen.
32:21Wir haben uns verpasst.
32:22Sie hat meine Nachricht nicht bekommen.
32:24Glaube ich jedenfalls.
32:27Ja, und dann wurde mir gesagt, dass sie plötzlich abgereist ist.
32:29Aus Südafrika abgereist.
32:30Kein Mensch weiß, wo sie ist.
32:33Kannst du dich noch an den alten Baum erinnern?
32:36Und an die Geschichten, die ich dir damals erzählt habe.
32:40Ja, aber ich bin nicht mehr fünf Jahre alt
32:41und glaube an die Legende vom alten Baum
32:43oder daran, dass der Osterhase die Eier im Garten versteckt
32:46und nicht du.
32:47Wenn du die Hoffnung aufgibst,
32:49gibst du dich auf.
32:56Also, das war so.
32:58Vor vielen hundert Jahren
32:59lebte hier ein sehr armes Liebespaar.
33:03Aber der Mann bekam die Chance,
33:05mit Kaufleuten in den Süden zu ziehen
33:07und viel Geld zu machen.
33:08Aber bevor er abreiste,
33:10hat er hier an dieser Stelle mit seiner Geliebten
33:13eine Eiche vergraben.
33:14Und er hat zu ihr gesagt,
33:16so sicher wie hier ein Baum wächst,
33:18so sicher komme ich zurück zu dir.
33:20Der sieht ja wirklich alt aus.
33:22Erzähl weiter.
33:23Ist er zurückgekommen?
33:25Wahrscheinlich nicht.
33:26solche Geschichten gehen ja immer tragisch aus.
33:28Stimmt.
33:29Die Frau ist jeden Tag zu der kleinen Eiche gegangen
33:32und die ist auch ganz normal gewachsen.
33:34Aber ihr Mann,
33:35der ist nicht wiedergekehrt.
33:37Da ist sie einfach losgezogen
33:38und hat ihn in der ganzen Welt gesucht.
33:41Hat sie ihn gefunden?
33:43Nein, hat sie nicht.
33:45Wie?
33:46Kein Happy End?
33:48Na, was ab!
33:50Also irgendwann dann nach Jahren
33:52hat sie aufgegeben
33:54und ist nach Hause gegangen.
33:56Sie war sich ganz sicher,
33:57dass der Baum inzwischen verdorrt sein musste.
33:59Aber er war gewachsen
34:01und groß geworden.
34:03Und unter dem Baum
34:04hat ihr Liebster auf sie gewartet.
34:06Oh, das ist eine schöne Geschichte.
34:08Ja.
34:09Aber das Wichtigste kommt erst noch.
34:11Seit damals
34:12ist die alte Eiche ein Wunschbaum.
34:14Was immer man sich hier wünscht,
34:16das geht in Erfüllung.
34:18Komm, ich zeig dir was.
34:22Das Loch hier.
34:25Da musst du was reintun,
34:26was mit dem Wunsch zu tun hat.
34:28Damit die alte Eiche weiß,
34:30was du willst.
34:31Wie findest du das?
34:32Hast du es denn schon mal versucht?
34:34Nein.
34:35Nein, jeder Mensch hat
34:35nur einen einzigen Wunsch frei.
34:37Den werde ich doch nicht verschwenden.
34:40Ich muss mir erst ganz sicher sein,
34:42dass ich nie einen größeren Wunsch haben werde.
34:51Kirschwanille,
34:53Ravava-Kokos
34:54und das ist Apfelströselkuchen.
34:57Lassen Sie es sich schmecken.
35:03Hm.
35:05Ich weiß nicht,
35:06wie ich ohne Ihren Kuchen überleben konnte.
35:09Gibt es denn in Südafrika keinen Kuchen?
35:12Doch, aber er ist pappsüß.
35:14Der Zucker verlängert die Haltbarkeit.
35:16Ja, ja.
35:17So ganz wird man wohl nie heimisch in der Fremde.
35:19Hm.
35:21Es ist nicht so, wie Sie denken.
35:22Das hier ist für mich Urlaub.
35:24Die Lodge ist mein Zuhause.
35:26Sind Sie sicher?
35:27Gibt es wirklich nichts,
35:29was Sie zum
35:29Hierbleiben bewegen könnte?
35:32Nein.
35:34Nicht einmal Ihr Kuchen.
35:35Nehmen Sie es nicht persönlich.
35:40Hat Großvater schon mit dir gesprochen?
35:43Natürlich.
35:44Alles Mögliche.
35:45Worauf wirst du hinaus?
35:47Ach, nichts.
35:48War nicht so wichtig.
35:49Wollt euch nicht weiter stören.
35:51Deine Jogging-Sachen habe ich gewaschen.
35:53Vielleicht hast du ja Lust,
35:54den einen oder anderen Baum zu begrüßen.
35:57Beim Joggen kannst du doch so gut denken,
35:59sagst du immer.
36:00Also überleg dir genau,
36:02was für dich das Wichtigste ist.
36:13Habt ihr irgendeine Art Geheimsprache?
36:15Warum ging es denn gerade?
36:17Das geht Sie gar nichts an.
36:18Deswegen habe ich ja die Geheimsprache benutzt.
36:44Hallo, Bruderherz.
36:45Hallo.
36:49So grüblerisch?
36:51Hat Mutter dich beauftragt,
36:53den perfekten Mord an Frederik zu begehen?
36:56Stimmt.
36:57Ich schwanke noch zwischen Gift
36:58und einem fingierten Unfall.
37:02Sag mal, was ist dein größter Wunsch?
37:04Was?
37:06Was wünschst du dir am allermeisten?
37:09Also im Augenblick eine eisgekühlte Bloody Mary.
37:12Und ansonsten Ruhm, Geld
37:15und Peter von der Maschine aus Easy Rider.
37:19Aha.
37:22Oh mein Gott, jetzt begreif ich das ernst.
37:25Du willst zum alten Baum gehen und dir wünschen,
37:27dass du an Frederiks Stelle Firmenchef wirst, hm?
37:30Oh Mann, musst du von zweifelt sein.
37:33Ich glaube, dir tut die Sonne nicht gut.
37:36Ich sollte dir eins auf den Baum kippen.
37:38Oh, oh, oh, oh.
37:39Versteht dich.
37:40Versteht dich.
37:41Winde.
37:42Los, renn sinnlos durch die Gegend.
37:44Komm mit.
37:45Ich hab ein Motorrad.
37:46Ich muss nicht laufen.
37:48Na gut, bis später.
37:54Nichts.
37:55Keine Jobs und keine Wohnungen.
37:59Was machen wir denn jetzt?
38:02Naja, das ist ja nur die Sonntagszeitung.
38:04Morgen gibt's eine neue, da steht bestimmt mehr drin.
38:06Und wenn nicht?
38:08Ach Gott, ich erkenne mich überhaupt nicht mehr wieder.
38:11Früher war ich mir immer sicher,
38:13dass es irgendwie weitergeht und dann ging es auch weiter.
38:16Wir waren doch schon in schlimmeren Situationen.
38:19Das wird schon wieder.
38:20Ich finde bestimmt einen Job.
38:23Ja, du schon.
38:24Aber ich?
38:27Ich hab doch nichts gelernt, außer Stewardess.
38:30Ich hab mein Leben komplett in den Sand gesetzt.
38:33Das war mir noch nie so klar wie heute.
38:35Mama.
38:38Ich sei doch nicht so streng mit dir.
38:40Ich werd dich immer lieb haben.
38:42Mit oder ohne Job.
38:45Julia,
38:47wenn ich dich nicht hätte,
38:49du bist wirklich das einzig Gute,
38:51was ich in meinem Leben zustande gebracht habe.
38:54Wenn du denkst,
38:54dass du dein Leben in den Sand gesetzt hast,
38:56dann solltest du vielleicht was ändern.
38:59Dafür ist es nie zu spät,
39:00da bin ich mir ganz sicher.
39:02Aber denk diesmal vorher genau drüber nach,
39:05was du wirklich willst.
39:10Das werd ich tun.
39:12Ich versprich's dir.
39:30Morgen muss ich Tobias reinen Wein einschenken und ihm sagen,
39:32wie's um uns steht.
39:34Dass wir kein Geld haben und auf der Straße stehen,
39:36wenn wir nicht in der Ferienwohnung bleiben können.
39:39Ich vermiss Afrika.
39:41Aber am meisten vermiss ich Daniel.
39:44Ich wünschte, ich wüsste,
39:46wie's weitergehen soll.
39:48Aber am meisten wünsch ich mir,
39:49Daniel wiederzusehen.
39:50Ich wünschte, ich wünschte,
40:36Ich geb dir meine Hälfte der Muschel.
40:39Sag's deinen Blättern.
40:41Und die sollen's dem Wind sagen.
40:43Und den Wolken.
40:44Und dem Regen.
40:46Und der Sonne.
40:48Bis es die andere Hälfte dieser Muschel weiß.
40:51Damit beide Muschelhälften wieder eins werden
40:54und ich Daniel wiedersehe.
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