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Kurzfilme
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01:01Was ist los? Ist was passiert?
01:04Es ist furchtbar. Absolut furchtbar.
01:08Ich habe alles wieder gesehen.
01:10Beruhig dich doch.
01:12Ein Traum. Ich habe sein Gesicht gesehen.
01:14Morgen, ist doch Frühstück.
01:19Sorry, ich wollte nur fragen, ob du ihr Lust habt.
01:25Ich habe Eierkuchen gebacken.
01:28Ist was passiert?
01:29Nein, nein. Meine Mutter hat nur schlecht geträumt.
01:33Das ist ja auch kein Wunder.
01:36Es ist viel zu warm. Ihr müsst frische Luft reinlassen.
01:38Dann haben Albträume keine Chance.
01:40Das ist...
01:44Sorry, ich bin schon wieder so aufdringlich. Ich gehe dann besser.
01:47Nein. Es ist toll, von so einem Sonnenschein wie dir geweckt zu werden.
01:52Danke.
01:53Wir sehen uns dann ja beim Frühstück.
01:58Jetzt bin ich endgültig wach.
02:00Ich halte das nicht mehr aus. Ich werde noch wahnsinnig.
02:03Nein, das wirst du nicht.
02:06Entschuldige.
02:07Ich benehme mich wie ein Kind, aber...
02:10Ich sollte dich trösten.
02:12Nicht umgekehrt.
02:13Das ist schon gut, Mama.
02:14Ich bin auch ein bisschen durch den Wind nach den letzten Tagen.
02:18Das ist schon gut.
02:23Das war der schönste Urlaub, den ich je hatte.
02:26Ich weiß gar nicht, wo ich anfangen soll.
02:28Dann fang doch mal mit den Tieren an.
02:31Die Tiere, ja. Da waren ja auch Tiere.
02:34Na ja, alles, was man aus dem Fernsehen kennt.
02:36Elefanten, Edialas, Tilopen.
02:38Guten Morgen.
02:39Guten Morgen.
02:41Guten Morgen, Großvater.
02:44Wie geht's dir?
02:46Ich muss sagen, es ging mir schon besser.
02:49Gibt's Kaffee?
02:50Ja.
02:53Solltest du nicht im Bett liegen und dich ein bisschen ausruhen?
02:56Bitte.
03:02Was ist denn das?
03:03Malzkaffee.
03:04Ich konnte in der Eile keinen koffeinfreien besorgen.
03:07Das schmeckt ja schauderhaft. Probier mal, Daniel.
03:11Nein, danke, Großvater. Ich wollte eh eine Runde laufen gehen.
03:18Was ist denn mit dem Jungen los?
03:20Man könnte meinen, ich hätte keinen kleinen Kollaps gehabt, sondern eine ansteckende Krankheit.
03:26Ihr kleiner Kollaps war ein Warnsignal, Herr Grafenberg.
03:31Ihr Herz macht den ganzen Trubel nicht mehr mit.
03:33Sie müssen kürzer treten, aber da kann ich ja auch gegen eine Wand reden.
03:39Daniel hat die Reise nach Südafrika sehr beeindruckt.
03:43Das wäre nach Frederik, Daniel, der zweite Nachkomme, den ich an dieses Land verliere.
03:47Das glaube ich nicht.
03:49Da steckt etwas anderes dahinter.
03:51Ah.
03:52Was denn?
03:54Hm.
03:57Eva, könnte es sein, dass es hier nach Spiegeleiern mit Speck riecht?
04:01Nein, Herr Grafenberg.
04:04Hier riecht es nach Vollkornmüsli, mit Früchten, ganz frisch und Sojamilch.
04:15Julia und Christa heißen unsere Gäste also.
04:18Christa ist eine alte Schulfreundin von mir, die ich seit fast 30 Jahren nicht gesehen habe.
04:22Und Julia ist ihre Tochter und die ist super nett.
04:25Okay.
04:26Und nach fast 30 Jahren tauchen sie auf, um sich in unserem Ferienhaus breit zu machen und meine Eierkuchen zu
04:32essen.
04:33Ah, Nico!
04:34Nico, hör auf, deine Schwester zu ärgern.
04:36Dafür bist du doch wirklich zu alt.
04:39So, deine Frage, Christa und Julia kommen direkt aus Afrika und werden eine Weile bei uns wohnen, bis sie was
04:45anderes gefunden haben.
04:46Und wieso sind sie aus Afrika weg?
04:50Das weiß ich ehrlich gesagt auch nicht so genau.
04:52Ich glaube, Christa hat das Klima nicht so vertragen, oder?
04:54Ich glaube, die haben ein dunkles Geheimnis.
04:57Und woher willst du das wissen?
04:58Ich habe das so im Gefühl.
05:00Lilly, bitte erzähl nicht solche Sachen.
05:02Doch, als ich vorhin rübergegangen bin, hatte Christa gerade einen Albtraum.
05:06Von dir wahrscheinlich.
05:07Nein, du Blödmann, einen richtigen Albtraum.
05:10Jetzt hört auf, ihr beide.
05:11Und Lilly, ich möchte nicht, dass du solche Vermutungen über andere Leute in die Welt setzt.
05:15Ist das klar?
05:16Ja, okay, Julia.
05:20Diese Bilder.
05:23Diese schrecklichen Bilder.
05:25Du hast schlecht geträumt, Mama.
05:27Er ist tot, Julia.
05:29Er ist tot und ich bin schuld da.
05:32Bitte beruhig dich doch.
05:33Ich kann mich nicht beruhigen.
05:35Ich habe ihn im Traum wieder da liegen sehen.
05:37Aber wir haben doch extra nachgesehen.
05:39Da war niemand.
05:41Julia, ich weiß doch, was passiert ist.
05:45Ich...
05:46Ich habe Hermann von mir weggestoßen.
05:48Und dann ist er mit dem Kopf auf diesen Stein geschlagen.
05:51Und dann...
05:52Dann war er tot.
05:54Mama,
05:55ich bin mir sicher, dass du dich getäuscht hast.
05:57Der Mann war betrunken.
06:00Er war vielleicht eine Weile ohnmächtig.
06:02Aber als du weg warst, ist er zu sich gekommen und hat sich davon gemacht.
06:06Das glaube ich nicht.
06:08Du hättest sehen sollen, wie er da lag.
06:10Mama, dem Mann geht's gut.
06:11Der ist jetzt auf Safari.
06:13Er hat noch ein bisschen Kopfschmerzen und denkt, es kommt daher, dass er zu viel getrunken hat.
06:16Ich würde mir so sehr wünschen, dass du recht hast.
06:19Ich weiß, dass ich recht hab.
06:22Das wird sich noch alles aufklären, glaube mir.
06:26Wenn dir das Leben Zitronen gibt, dann machst du eben Limonade draus.
06:30Ja, stimmt.
06:31Genau.
06:33Die Hauptsache ist, wir beide halten zusammen.
06:36Dann können wir alle Probleme lösen.
06:38Jetzt lösen wir erst mal das Frühstücksproblem.
06:40Ja?
06:42Die Geister der Vergangenheit, die lassen wir ruhen.
06:47Die Geister der Vergangenheit lassen wir ruhen.
06:51Es ist so schwer, Mama zu trösten.
06:55Ich weiß nicht, was ich glauben soll.
06:57Ich kann mir nicht vorstellen, dass sie tatsächlich schuld am Tod eines Menschen ist.
07:02Alles, was ich tun kann, ist für sie da zu sein.
07:05Dabei bräuchte ich im Moment jemanden, der für mich da ist.
07:09Mich tröstet, mich festhält.
07:11Was würde ich darum geben, wenn Daniel hier wäre?
07:35Daniel, hast du schon mit Großvater gesprochen?
07:37Mutter, müssen wir uns jetzt darüber unterhalten? Ich wollte eine Runde joggen gehen.
07:39Wir müssen uns unbedingt über die Pläne von Großvater unterhalten.
07:43Muss das jetzt sein?
07:44Es wird Zeit, dass du anfängst zu kämpfen.
07:47Ja, aber den Zeitpunkt bestimme ich gerne selbst.
07:50Du weißt doch, dass ich mich unmöglich aus dieser Sache raushalten kann.
07:53Mutter, hier geht es um mich und meine Zukunft.
07:55Du bist, Trolli, hier geht es um uns und um die Zukunft des Hauses Grafenberg.
08:00Eine Zukunft, die wir gemeinsam gestalten werden.
08:03Ja, aber ich entscheide, wann und wie die ersten Schritte unternommen werden.
08:08Spar dir deine Kräfte auf für die Auseinandersetzung mit deinem Großvater.
08:12Mutter, ich habe nicht vor, mit meinem Großvater zu streiten. Er ist krank und braucht Ruhe.
08:15Das Wichtigste ist, dass wir jetzt zusammenhalten.
08:20Dann werden wir diese Schlacht für uns entscheiden.
08:23Schlacht? Mutter, wir befinden uns nicht im Krieg.
08:27Natürlich befinden wir uns im Krieg.
08:30Einen Krieg, den wir erst gewonnen haben, wenn du Firmenschaft geworden bist.
08:34Vertrau mir.
08:36Ich werde das Schlachtfeld für dich vorbereiten, bis du soweit bist,
08:40um dich an die Spitze deiner Truppe zu stellen.
08:43Irgendwie bist du seltsam heute.
08:46Je älter ich werde, je leichter fällt es mir, mich auf das eine, das Richtige zu konzentrieren.
08:53Weißt du was? Ich glaube, ich gehe jetzt wirklich besser drücken.
09:00Da seid ihr ja endlich.
09:02Wir dachten schon, ihr kommt gar nicht mehr.
09:04Darf ich euch vorstellen, mein Sohn Nico, das sind Christa und Julia,
09:07sind eben aus Afrika gekommen.
09:09Hallo Nico.
09:10Hallo.
09:10Hallo.
09:11Und willkommen im Feigenteil.
09:14Setzt euch doch, die Pfannkuchen werden kalt.
09:16Aber wir wollen eure Gastfreundschaft nicht überstrapazieren.
09:21Bitte macht euch darüber keine Sorgen.
09:22Setzt euch und langt kräftig zu.
09:28Also, ich muss sagen, ihr habt es wirklich idyllisch hier.
09:31Aber doch wohl kein Vergleich zu Afrika, oder?
09:34Also mir gefällt es viel besser hier.
09:36Auf die Dauer habe ich es da unten nicht mal ausgehalten.
09:39Warum nicht?
09:40Wir hatten ganz schreckliches Heimweh.
09:43Und was war das mit dem Albtraum?
09:45Lilly, hör bitte auf, solche indiskreten Fragen zu stellen.
09:47Danke.
09:48Entschuldige, Christa.
09:49Schon gut.
09:50Ich an Lies Stelle wäre genauso neugierig.
09:53Nein, ich finde das nicht in Ordnung.
09:55Wenn wir irgendwas tun können, damit du besser schläfst,
09:57dann lässt uns das bitte wissen, ja?
09:58Und wenn es irgendwas gibt, womit wir euch unterstützen könnten,
10:01würden wir es auch gerne fahren.
10:03Fliegt doch mal in den sonnigen Süden
10:05und bringt bei der Rückkehr eine ganze Jahresration gutes Wetter mit.
10:08Das könnten wir gut gebrauchen.
10:11Ja, und vielleicht ein bisschen weißen Sandstrand
10:13und eine Ecke vom Ozean.
10:15Das wäre auch super für unseren Garten.
10:19Stimmt.
10:21Und Schwester, wie geht es dem Patienten?
10:24Dem Patienten geht es gut.
10:27Aber er sollte sich trotzdem schonen.
10:29Ihr werdet schon noch sehen.
10:31In ein paar Tagen bin ich wieder ganz der Alte.
10:33Du kannst es nicht ertragen, dass man sich Sorgen um dich macht, oder?
10:36Wenn es an der Zeit ist, sich um mich Sorgen zu machen,
10:39dann lasse ich es euch wissen.
10:42Wenn es dir also so blendend geht,
10:45warum willst du dann Frederik zu deinem Nachfolger machen?
10:52Dann hat Annabelle es dir also gesagt.
10:58Fältst du das wirklich für so ne gute Idee?
10:59Nee, ich mag Frederik, aber als Freundin...
11:02Patricia, so geht das nicht.
11:05Aber ich wollte doch auch...
11:06Liebe Patricia, es ist nichts Persönliches.
11:10Aber ich werde nicht anfangen,
11:12meine Entscheidungen mit dir oder irgendjemand anderem zu diskutieren.
11:16Großvater, ich...
11:17Mein Unternehmen ist kein demokratischer Debattierclub.
11:20Ich treffe die Entscheidungen
11:21und ich trage die Konsequenzen.
11:23Bitte, reg dich nicht auf.
11:26Du müsstest
11:28Frederik gegenüber
11:29stillschweigen bewahren.
11:30Versprichst du mir das?
11:31Es versprochen, Großvater, nur...
11:33reg dich nicht weiter auf.
11:34Ich muss es ihm selbst
11:37sagen.
11:39Ich muss mich endlich mit ihm versöhnen.
11:43Ich muss Ordnung in dieses Chaos bringen.
11:52Tschau, bis später.
11:53Tschüss.
11:54Tschüss.
11:57Also, du hast wirklich nichts dagegen,
11:59wenn wir erst mal hierbleiben?
12:01Nein, ich freue mich,
12:02euch als meine Gäste hier zu haben.
12:04Es gibt nur ein Problem.
12:06Wir können dir momentan...
12:07Also, ich meine...
12:08Was meine Mutter sagen will,
12:09ist, wir haben kein Geld.
12:11Wir können dir momentan
12:11nichts für die Ferienwohnung geben.
12:15Also, die Vermietung
12:16der Ferienwohnung ist ein Zubrot
12:17und wir sind nicht unbedingt
12:18darauf angewiesen.
12:19Deshalb ist es überhaupt kein Problem,
12:21wenn ihr ein paar Tage länger
12:22darin umsonst wohnt.
12:23Danke, Tobias.
12:24Vielen Dank, das hilft uns wirklich sehr.
12:26Jetzt hört ja mal bitte auf,
12:27euch zu bedanken.
12:28Das wird mir schon langsam peinlich.
12:31Aber Geld braucht ihr
12:31wahrscheinlich trotzdem, oder?
12:32Ja, und ich wollte mich fragen,
12:34ob du weißt, wo ich einen Job
12:34bekommen könnte.
12:35Irgendwas.
12:36Putzen, Kellnern.
12:37Da gibt es eigentlich nur
12:38die Porzellanmanufaktur.
12:41Lilia hat recht.
12:42Er ist der größte Arbeitgeber
12:43hier in der Gegend.
12:45Ich kann nichts versprechen,
12:46aber ich chauffiere die Chefs
12:47und die werde ich einfach mal fragen.
12:50Aber du kannst doch bestimmt
12:51viel mehr als kellnern und putzen.
12:53Na, ich habe mal
12:54Grafikdesign studiert.
12:55Ja, wir haben immerhin
12:56auch eine Designabteilung.
12:58Du hast mal
12:59Grafikdesign studiert?
13:00Dann machen wir ja fast das Gleiche.
13:02Vielleicht werden wir ja
13:03Arbeitskolleginnen.
13:04Na ja.
13:05Trotzdem werde ich jetzt
13:06erst mal in die Stadt gehen,
13:07in die Zeitung,
13:07wo die Stellenanzeigen durchgehen.
13:09Für alle Fälle.
13:11Ja.
13:14Nee.
13:16Nee.
13:17Nee.
13:19Nee.
13:28Nee.
13:30Nee.
13:52Oft plätschert das Leben nur so dahin.
13:55Und dann verwandelt es sich plötzlich in einen reißenden Fluss und zieht dich mit.
13:59Und dich irgendwo wieder ans Ufer zu spülen.
14:03Weit, weit weg von deinem alten Leben.
14:08Also muss ich eben wieder mal von vorne anfangen.
14:12Aber noch nie ist es mir so schwer gefallen.
14:16Ich vermisse Daniel.
14:19Das ist unglaublich.
14:21Darf einem jemand, den man kaum kennt, so sehr viel?
14:26Trotzdem kann ich ihn nicht vergessen.
14:28Seine Berührung, sein Kuss.
14:31Noch immer fühle ich dies alles auf meiner Haut, als wäre es gerade geschehen.
14:46Moin.
14:48Friedrich, ich kann dich kommen hören.
14:50Das sind die drei großen Tees.
14:51Tarnen, täuschen und...
14:53Töten?
14:53In meinem Fall würde ich eher sagen, tratschen.
14:56Habe ich von einem Buschmann in der Savanne gelernt.
14:58Tarnen, täuschen, tratschen.
15:00Apropos, wie geht es dem alten Herrn?
15:04Er ist wieder einigermaßen munter.
15:06Habe ich mir doch gedacht.
15:08Das ist ein zäher alter Knochen.
15:10Du nimmst das hier ziemlich locker, machst du dir gar keine Sorgen.
15:12Natürlich mache ich mir Sorgen.
15:13Aber deshalb geht es Werner auch nicht besser.
15:15Wir sollten lieber drüber nachdenken, was wir tun können, dass er sich nicht mehr so anstrengt.
15:24Na, Großvater?
15:25Geht es dir wieder besser?
15:29Tut mir leid, tut mir leid.
15:30Ich bin schon wieder weg.
15:42Großvater, ich wollte nur kurz Bescheid sagen.
15:43Ich fahre nochmal in die Firma.
15:44Wenn es zu spät wird, geht in Japan niemand mehr ans Telefon.
15:48Übrigens, das mit der Zigarre habe ich gesehen.
15:50Du solltest es wirklich lassen.
15:52Bis später.
15:53Warte bitte, Daniel.
15:54Daniel, ich...
15:56Bleib doch sitzen.
15:58Red doch.
15:58Nein, nein, nein.
15:59Lass mich nur aufstehen.
16:01Ich will dir damit zeigen, was du mir bedeutest.
16:05Das ist doch nicht nötig.
16:06Doch, doch, Daniel.
16:07Ich habe dir schon lange nicht mehr gesagt, wie sehr ich deine Arbeit schätze.
16:12Und was für eine wahre Freude es ist, daran teilzuhaben, wie du dich an meiner Seite entwickelst.
16:19Du bist wirklich zu einer tragenden Säule in unserer Firma geworden.
16:24Vielen Dank, das weiß ich sehr zu schätzen.
16:27Nach dem Tod deines Vaters ist Frederik mein einziger Sohn.
16:33Es wäre unmöglich, ihn in der Nachfolge zu übergehen.
16:38Ich weiß, es ist schwierig für dich.
16:43Aber, mein lieber Daniel, deine Zeit kommt noch.
16:52Ich muss jetzt los.
17:07Hallo, Eva.
17:08Hallo.
17:08Ist was passiert?
17:10Ihr Vater.
17:11Er hat sich wieder mal überanstrengt.
17:13Dieser Dickschädel.
17:14Es wird Zeit, dass ihn jemand zur Vernunft bringt.
17:16Er sollte sich jetzt ausruhen und schlafen.
17:18Ich glaube, es ist besser, wenn Sie nicht stören.
17:21Sind Sie sicher?
17:21Ich bin mir sicher.
17:23In zwei Stunden können Sie wieder zu ihm.
17:28Entschuldigung, ich...
17:29Ja?
17:29Ich wollte mich einfach mal bedanken.
17:31Sie...
17:31Sie halten ja diesen ganzen Laden am Laufen.
17:33Naja, es ist...
17:34Ich meine, ähm...
17:35Überall die Jahre.
17:36Aber Sie wissen ja, dass ich das gern mache.
17:38Ich weiß.
17:40Frederik, möchten Sie ein Stück frischen Pflaumenkuchen?
17:44Und ich dachte schon, Sie würden das nie fragen.
17:54Vielleicht sollten Sie das mal mit Ihrem Vater machen.
17:57Was?
17:58Was soll ich mit meinem Vater machen?
18:00Ihn in den Arm nehmen.
18:05Sie wissen, dass das nicht geht, Eva.
18:07Ach gut, Sie haben sich gestritten.
18:09Sie haben sich ein paar Jahre nicht gesehen.
18:11Aber trotzdem bleiben Sie Vater und Sohn.
18:13Genetisch vielleicht.
18:14Ach, Frederik, das ist doch Unsinn.
18:17Ich...
18:18Ich denke, wenn Sie beide einen Schritt aufeinander zugehen würden,
18:22dann...
18:23dann würden Sie sich auch wieder vertragen und verstehen.
18:26Ich weiß, dass Sie es gut machen.
18:28Aber in diesem Haus ist wirklich nur Platz für einen von uns beiden.
18:31Frederik.
18:33Das ist doch der Grund, warum ich gleich nach seinem Geburtstag nach Südafrika zurückfahre.
18:38Der Pflaumenkuchen ist ein Gedicht.
18:50Hallo, Tobias.
18:52Hallo, Daniel.
18:53Wollen Sie sich heute mal zur Abwechslung fahren lassen?
18:56Nee, danke, ich fahre lieber selbst.
18:57Ich glaube, meine Mutter braucht Sie erst heute Nachmittag.
18:59Wie wäre es, wenn Sie früher in die Pause gehen?
19:00Bei dem Wetter?
19:01Danke, das ist sehr freundlich von Ihnen.
19:03Aber ich hätte da noch eine Frage.
19:06Schließen Sie los.
19:07Ja, eigentlich ist es eher ein Gefallen.
19:10Tobias, Sie wissen doch, dass ich mich freue, wenn ich Ihnen helfen kann.
19:14Ja, bis jetzt habe ich mich immer nur für meine Kinder bei Ihnen eingesetzt.
19:16Aber die Tochter einer guten Freundin sucht dringend eine Arbeitsstelle.
19:20Aha, um welchen Bereich handelt es sich?
19:22Na, sie ist Grafikdesignerin.
19:23Vielleicht könnte sie bei ihrer Schwester...
19:25Wie wäre es, wenn Sie sie heute Nachmittag einfach bei mir vorbeischicken?
19:27Ich bin sicher, wir finden einen Platz für die junge Dame.
19:29Mach ich. Sehr gerne.
19:31Und richten Sie der jungen Dame aus, dass ich mich freue, sie kennenzulernen.
19:35Schönen Tag, Tobias.
19:44Du machst es aber nicht absichtlich, bloß so mich zu ärgern?
19:47Ich weiß nicht, was du meinst.
19:49Ich meine, deine Schuhe.
19:51Dieses Dack, Dack, Dack, Dack.
19:55Das, was du Dack, Dack nennst, ist Hort Couture aus Italien.
20:00Schon gut. Schwamm drüber.
20:03Ich möchte dir nur noch einmal klar und deutlich sagen,
20:06dass du unter keinen Umständen über die Sache mit Frederik...
20:09Was ist mit mir?
20:11Das fragst du besser deinem Vater.
20:15Steile Schuhe, Schwägerin.
20:16Das sagst du besser deinem Vater.
20:25Vater, du siehst schlecht aus.
20:27Und du machst dir Sorgen um mich.
20:28Stimmt's?
20:31Ich meine, vielleicht ist es an der Zeit für dich, kürzer zu treten.
20:34Kürzer treten?
20:36Dabei hatte ich vor, die ganze Belegschaft zu entlassen
20:39und das Porzellan alleine herzustellen.
20:43Ich meine es ernst.
20:45Warum gibst du die Firmenleitung nicht an Daniel ab?
20:47Er macht einen unheimlich kompetenten Eindruck.
20:50Es ist... er ist motiviert.
20:51Das finde ich allerdings auch.
20:53Ich hätte nie gedacht, dass wir mal einer Meinung sind, Frederik.
20:56Annabelle? Hast du gelauscht?
20:59Nein.
21:01Ich suche immer noch meine...
21:03meine... meine Tasche.
21:07Ich sehe keinen Grund, dass du dich weiterhin abschuftest.
21:10Genau.
21:11Nimm dir ein Beispiel an deinen Sohn.
21:13Man kann auch ohne Arbeit glücklich sein.
21:16Übrigens, wann gehst du denn zurück auf deine Lodge?
21:19Ich werde nach der Geburtstagsfeier
21:21nach Südafrika zurückkehren.
21:22Und auch wenn du es dir nicht vorstellen kannst,
21:24liebe Schwägerin, dort wartet ein Haufen Arbeit auf mich.
21:27Naja, Arbeit ist ja auch irgendwie
21:28eine Definitionssache.
21:30So mancher Playboy soll ja schon an Überarbeitung
21:33gestorben sein.
21:34In den Armen einer ehemaligen Miss...
21:38irgendwas.
21:43Back, back, back, back, back, back.
21:59Darf ich bitten, Madame?
22:02Danke, sehr freundlich.
22:03Aber ich laufe lieber.
22:05Ich glaube aber, dass Sie dazu
22:06gar keine Zeit mehr haben werden.
22:08So, glauben Sie, mein Herr?
22:09Was sollte mich denn scheuchen?
22:11Du hast ein Vorstellungsgespräch.
22:15Wirklich?
22:17So schnell?
22:18Heute Nachmittag.
22:20Tobias, das ist ja großartig.
22:22Das ist ja wunderbar.
22:24Hey.
22:26Tut mir leid, das musste jetzt sein.
22:28Vielen Dank.
22:29Aber das Beste weißt du ja noch gar nicht.
22:31Du hast ein Gespräch
22:31mit einem Grafenberg Junior
22:32und das ist wirklich sehr nett.
22:34Grafenberg Junior klingt ziemlich versnobbt.
22:36Nein, nein, da täuscht er dich.
22:38Und der Junior ist einer
22:38der begehrtesten Junggesellen
22:40der Gesellschaft.
22:40Bestimmt einer von diesen Typen,
22:42die sagen,
22:42schau mir,
22:43wenn mein Scheckbuch klein ist,
22:44wenn sie dich rumkriegen wollen.
22:45Es gibt eine ganze Reihe
22:46junge Damen,
22:47die mit verliebten Augen
22:48aus dem Vorstellungsgespräch herauskommen.
22:52Habe ich jetzt was Dummes gesagt?
22:54Nein, nein.
22:56Ich habe da jemanden zurückgelassen.
22:58Oder mich hat jemand zurückgelassen.
23:01Naja.
23:03Wir haben alle schon mal
23:03eine Liebe verloren.
23:05Aber eins kannst du mir glauben.
23:07Die Zeit heilt alle Wunden.
23:10Vielleicht möchte ich ja gar nicht,
23:11dass diese Wunde so schnell heilt.
23:14Ich steige jetzt doch mal
23:15in dieses Auto ein,
23:16um Zeit zu sparen.
23:18Na dann mal los.
23:28Manchmal ist mir Annabelle
23:30richtig unheimlich.
23:32Wie ein Krake,
23:33der seine Arme
23:34überall mit drin hat.
23:38Meinst du nicht,
23:38dass das in der Natur
23:39der Sache liegt?
23:41Was meinst du damit?
23:45Genau betrachtet
23:46ist Annabelle
23:47seit Philipps Tod
23:48eine Königswitwe.
23:50Und Daniel ist der Kronprinz,
23:51ihre einzige Hoffnung.
23:53Das ist ein Rechenfehler.
23:55Du bist mein Sohn.
23:57Du bist der Kronprinz.
23:59Tja.
24:00Annabelle denkt
24:01und rechnet da anders.
24:04Höre ich da etwa
24:05Verständnis
24:06für deine Schwägerin heraus?
24:09Die Jahre in Südafrika
24:11haben mich verändert.
24:12In der Ferne
24:13gewinnt man eine andere Perspektive.
24:15Und man kann die Unwichtigen
24:17von den wichtigen Dingen
24:18unterscheiden.
24:20Und was
24:21sind die
24:22wichtigen Dinge?
24:28Gesundheit.
24:30Muße.
24:31Und die Zeit,
24:32das Leben zu genießen.
24:35In dieser Hinsicht
24:38bin ich anderer Meinung.
24:40Und dein Bruder
24:41Philipp war es auch.
24:42Ich weiß.
24:43Und wo hat euch
24:44diese Haltung hingebracht?
24:45Ich verbitte.
24:46Bitte,
24:47Pater.
24:47Beruhig dich.
24:49Bitte.
24:52Möchtest du mit mir
24:52nicht einen Spaziergang
24:53draußen in der frischen Luft machen?
24:56Nein.
24:58Nicht jetzt.
24:59Später vielleicht.
25:04Okay.
25:06Dann gehe ich meine Mails checken.
25:08Mal sehen,
25:09was es Neues auf der Lodge gibt.
25:11Bis später.
25:13Ja,
25:13Frederik.
25:15Bis später.
25:43Bitteschön,
25:44Paar.
25:45Bitteschön.
25:48Wo hast du denn so gut
25:49Autofahren gelernt?
25:50Julia,
25:51ist das dein neuer Job?
25:53Nein, Mama,
25:53ich hatte nur Lust,
25:54mal so einen großen Stitten zu fahren.
25:56Das hat sie wirklich
25:56perfekt gemacht.
25:58Kannst du dir vorstellen,
25:59dass ich seit Beginn
26:00meiner Dienstzeit
26:01bei den Gravenbergs
26:01noch nie hinten
26:02in diesem Auto gesessen habe?
26:03Und es hat mich
26:04einige Überredungskunst gekostet,
26:05dass er mich ganz steuer lässt.
26:06Ihr zwei
26:07scheint euch ja
26:08prächtig zu verstehen.
26:09Stimmt,
26:10du hast wirklich
26:10eine tolle Tochter
26:11großgezogen.
26:12Julia ist eindeutig
26:14das Beste,
26:14was ich in meinem Leben
26:15zustande gebracht habe.
26:18Ja,
26:18und deine Tochter
26:18hat heute
26:19ein Vorstellungsgespräch.
26:20Was?
26:21Das ist ja großartig.
26:23Mir fällt ein,
26:24ich habe gar keine
26:24fertigen Bewerbungsunterlagen.
26:26Ach,
26:26das war dann nicht schlimm.
26:28Der Gravenberg Junior
26:28legt auf solche Formalitäten
26:29gar keinen Wert.
26:30Erzähl ihm einfach,
26:31was du gemacht hast
26:32und ich bin sicher,
26:32er wird dich mögen.
26:33Genau.
26:34Wenn er dich nicht will,
26:35dann hat er eben Pech gehabt.
26:37Genau.
26:37Und ich glaube auch,
26:38die beste Vorbereitung
26:39ist ein wunderbares Mittagessen.
26:41Genau darum werde ich
26:42mich jetzt kümmern.
26:44Mama,
26:44freust du dich?
26:45Vielleicht habe ich bald
26:45einen neuen Job.
26:47Ja,
26:49das heißt,
26:51dass wir noch länger
26:51in Falkental bleiben.
26:53Und?
26:55Wo sollen wir denn sonst hin?
27:07Berner?
27:10Werner?
27:12Werner?
27:31Was ist denn?
27:33Entschuldige, Werner, ich wollte dich nicht wecken,
27:34aber ich bin aus Versehen gegen diese Vase gestoßen
27:36und da ist sie zu Boden gefallen.
27:39Was für eine Vase?
27:41Ach, mach dir keine Sorgen, das ist die Weiße,
27:43die konntest du noch nie leiden.
27:47Schade.
27:48Du hast einen Porzellanmanufaktur,
27:50du wirst dir doch keine Sorgen um eine Vase machen.
27:52Ich sage Eva Bescheid, dass sie die Scherben wegkehren soll.
27:55Ja, tu das. Lass mich bitte weiterschlafen.
27:58Ach, wo du jetzt schon mal wach bist,
28:00findest du nicht, wir sollten noch mal über den Empfang sprechen?
28:05Wenn es unbedingt sein muss.
28:07Ja, es muss sein.
28:11Ich würde die Feier gerne absagen.
28:13Auf gar keinen Fall.
28:15Solange ich noch nicht unter der Erde bin,
28:18werde ich jeden meiner Geburtstage feiern,
28:20und zwar als ein rauschendes Fest.
28:22Und wie soll das gehen mit deinem schwachen Herzen?
28:26Besser ein schwaches Herz als gar keines.
28:29Touché.
28:29Ich wollte dir ja nur helfen.
28:30Ich glaube nicht, dass ich deine Hilfe benötige.
28:34Schon gar nicht dabei, Frederic zu überreden,
28:37nach Südafrika zurückzukehren.
28:40Ich hatte nicht den Eindruck,
28:42ihn zu irgendetwas überreden zu müssen.
28:45Ich wünsche,
28:46dass du dich aus dieser Angelegenheit heraushältst.
28:51Natürlich.
29:03Das ist auch nicht so das Richtige
29:04für ein Vorstellungsgespräch, oder?
29:09Nee.
29:10Ach, am besten,
29:11du bleibst so, wie du bist.
29:13Du hast doch gehört,
29:14was Tobias gesagt hat.
29:16Der Grafenstein ist ein ganz unkonventionell.
29:18Mutter, er heißt Grafen Berg.
29:20Nicht Grafenstein, Berg.
29:21Wie ein großer Haufen voller Steine.
29:24Grafen Berg oder Grafenstein
29:26ist doch völlig egal.
29:26Hauptsache, er ist nett
29:27und er gibt dir einen Job.
29:28Hallo!
29:31Hey.
29:32Julia, ich hab's grad vom Papa erfahren.
29:33Wir werden ja wahrscheinlich Arbeitskollegen.
29:35Na, das warten wir mal erst mal ab.
29:37Was machst du denn überhaupt schon hier?
29:39Ich hab Mittagspause
29:40und dachte, ich komm vorbei
29:41und sag dir,
29:42dass du nicht aufgeregt sein musst.
29:44Unser Juniorchef ist superlieb.
29:45Das klappt bestimmt.
29:46Das ist ganz lieb von dir.
29:48Ich hab schon gehört,
29:49dass euer Chef so nett sein soll,
29:50aber er hat da trotzdem
29:51keine Jobs zu verschenken, oder?
29:54Bist du müde, Mama?
29:55Willst du dich vielleicht hinlegen?
29:59Ich glaub, das ist eine gute Idee.
30:01Die Reise steckt mir immer noch in den Knochen.
30:04Bis später.
30:10Du stellst dir grad vor,
30:11wie es wäre, mit ihm zu tanzen, stimmt's?
30:13Ich mein, mit dem,
30:15den du in Afrika zurückgelassen hast.
30:16Ganz schön frech für dein Alter.
30:18Ich hab dir schon gesagt,
30:19dass man mir nichts vormachen kann.
30:21Stimmt, hatte ich vergessen.
30:23Übrigens, die Tücher hier sind aus Afrika
30:25und wenn du möchtest,
30:25kannst du dir eins aussuchen.
30:27Echt?
30:28Ja.
30:28Ach, die sind voll cool.
30:36Weißt du was?
30:37Wir fahren schon vorher in die Firma
30:38und dann zeig ich dir meinen Arbeitsplatz.
30:41Das ist keine schlechte Idee.
30:43Dann kann ich mich eingewöhnen.
30:44Das hilft bestimmt gegen Nervosität.
30:46Ja.
30:54Hallo, Bruder Herz.
30:55Hey, Patricia.
30:57Ist das alles?
30:58Mehr als ein Hey hast du nicht für mich übrig?
31:01Entschuldige, wie du siehst,
31:02arbeite ich gerade.
31:11Was siehst du?
31:12Du siehst jemanden,
31:13der sich aus Flucht vor seinen Problemen
31:15hinter seiner Arbeit verschanzt.
31:17Da könntest du recht haben.
31:19Ist ja auch kein Wunder.
31:21Dein ganzes Leben wurdest du darauf vorbereitet,
31:23Chef dieser Firma zu werden
31:24und jetzt,
31:26kurz vor dem Finish,
31:27setzt man dir Frederik vor die Nase.
31:29Es ist Großvaters gutes Recht,
31:31Frederik als ein Nachfolger einzusetzen.
31:33Dagegen kann ich nichts tun.
31:34Verstehen tue ich es trotzdem nicht.
31:36Aber es ist doch noch gar nicht raus,
31:37ob Frederik es überhaupt machen wird.
31:39Der will doch so schnell wie möglich zurück
31:40nach Südafrika zu seinen Drinks
31:42und seinen Frauen.
31:45Denn im Gegensatz zu so manchem anderen hier,
31:49versteht der gute Onkel wenigstens sein Leben zu genießen.
31:53Ich weiß wirklich nicht, was ihr alle habt.
31:55Ich genieße mein Leben.
31:56Mir macht das, was ich tue, Spaß.
31:57Entschuldigung, ich wollte dich nicht ärgern.
32:00Man könnte nur den Eindruck gewinnen,
32:02dass dein Leben aus nichts sehr viel mehr besteht,
32:05als aus deiner Arbeit.
32:07Das denkst du vielleicht.
32:09Vielleicht ist es ja auch gut so.
32:12Schließlich soll man ein Rennpferd,
32:13das sein Leben lang auf ein großes Rennen vorbereitet wurde,
32:16nicht vor den Pflug spannen und auf den Acker schicken.
32:19Das ist jetzt aber ein schräger Vergleich.
32:21Es ist schon der zweite heute.
32:23Mutter spricht von Krieg und Schlacht
32:25und du willst mich auf den Acker schicken?
32:27Nein, ich will dich lieber auf die Weide schicken.
32:29Denn da gibt es eine Menge junger Stuten
32:31und die werden ganz wild bei so einem tollen Hengst.
32:33Du, raus mit dir!
32:46Kolja, bist du fertig mit den Entwürfen?
32:48Der Chef würde sie sich gerne anschauen.
32:50Der Chef?
32:51Ich dachte, der ist heute gar nicht im Haus.
32:53Na, nicht der Senior, der Junior.
32:57Und unter uns gesagt,
32:58er sieht heute mal wieder ganz toll aus.
33:01Ach ja?
33:02Na ja, auf jeden Fall ist er mir viel lieber als seine Mutter.
33:05Oh ja, mir auch.
33:18Ja.
33:19Nein.
33:21Was? Die sind schon da?
33:23Aber die wollten doch erst morgen.
33:25Natürlich, ich werde meinem Sohn sofort Bescheid sagen.
33:29Danke. Wiederhören.
33:33Passen Sie doch auf.
33:35Auf. Entschuldigung, Frau Gravenberg.
33:37Ich habe Sie gar nicht gesehen.
33:39Sperren Sie Ihre Augen auf.
33:46Hallo, Silke.
33:47Hallo.
33:51Hi, Andreas.
33:52Darf ich vorstellen?
33:53Meine neue Freundin Julia Schilling.
33:55Hallo.
33:56Ich bin Andreas.
33:57Hallo.
33:58Julia hat heute ein Vorstellungsgespräch bei uns
34:00und wird wahrscheinlich eine neue Kollegin.
34:01Na, dann wünsche ich viel Glück.
34:03Danke, das kann ich brauchen.
34:05Hallo.
34:05Und Sie werden eine neue Kollegin von uns.
34:08Na, erstmal habe ich ein Vorstellungsgespräch.
34:10Darf ich dir vorstellen?
34:11Unsere Empfangsdame Silke.
34:13Silke Mertens.
34:14Julia Schilling.
34:15Hallo.
34:16Silke ist unsterblich in den Junior-Chef verknallt.
34:19Aber das darf eigentlich keiner wissen.
34:21Oh, Mann.
34:23Was habe ich aber jetzt gehört?
34:24Sie haben ein Vorstellungsgespräch beim Chef.
34:27Oh, Mann.
34:29Das hätte ich auch gerne.
34:30Silke, du arbeitest doch schon hier.
34:33Du könntest ja kündigen und dich wieder neu bewerben.
34:36Nee.
34:37Das ist jetzt nicht so eine gute Idee.
34:40So, ihr habt es geschafft.
34:40Jetzt bin ich wirklich neugierig auf den Chef.
34:43Na, komm.
34:43Ich zeige dir meinen Arbeitsplatz.
34:47Machst du mir bitte einen Kaffee?
34:49Kommt so fort.
34:50Sehr gut.
34:51Mit Milch, bitte.
34:52Mhm.
34:53Schon viel besser.
34:55Daniel.
34:56Ja?
34:57Saito ist überraschend früh eingetroffen.
34:59Du musst dich sofort um ihn kümmern.
35:01Saito?
35:02Ich habe doch heute Morgen mit seinem Büro in Japan telefoniert.
35:04Er wollte erst nächste Woche kommen.
35:05Er will seine komplette Hotelkette mit Faltenthaler Porzellan ausstatten lassen.
35:09Da kann man ihm etwas Sprunghaftigkeit schon verzeihen.
35:12Haben wir denn die Entwürfe schon vorbereitet?
35:13Ich habe letzte Woche zusammen mit ihrer Schwester daran gearbeitet.
35:16Ja gut, dann mache ich mich gleich auf den Weg.
35:18Am besten du gehst mit ihm in irgendeinen Biergarten oder was die Japaner sonst so mögen.
35:22Patrizia weiß auch Bescheid.
35:23Ah, Kolja, um deine Entwürfe kümmern wir uns später, okay?
35:27Ich beeile dich.
35:27Ja.
35:28Ach so, Mutter, da gibt es noch ein Vorstellungsgespräch.
35:30Ich übernehme.
35:31Danke.
35:31Daniel, kommst du?
35:32Ja, ich komme.
35:34Äh, Moment mal.
35:36Das würde ich mir auch mal gerne anschauen.
35:45Daniel, komm mal.
35:46Ja, ja, ich komme.
35:47Ach so, mein Handy.
35:48Und, ist das echt super schön, oder?
35:50Mhm.
35:55Samar, hast du mir gerade zugehört?
35:57Äh, entschuldige, wir wären nur gerade als...
35:59Als was?
36:01Ich muss mich getäuscht haben.
36:02Dann kann ich ja weitererzählen.
36:04Auf jeden Fall.
36:05Okay, also Kolja, der arbeitet ja auch bei uns und der ist wirklich super talentiert.
36:09Ich glaube, Silke möchte uns was mitteilen.
36:11Ja, Sie können jetzt zu Ihrem Gespräch ins Chefbüro.
36:15Oh, viel Glück, ich drücke dir ganz doll die Daumen.
36:18Danke.
36:34Entschuldigung, sind Sie die Sekretärin von Herrn Grafenberg?
36:39Ich hatte ein Bewerbungsgespräch, ich wollte...
36:41Sie halten mich für eine Sekretärin, sehr amüsant.
36:44Sind Sie...
36:45Einer der Grafenberg.
36:48Ich vertrete meinen Sohn in dieser Angelegenheit.
36:51Oh, Entschuldigung, ich...
36:53Hatten Sie vielleicht auch mal dran gedacht, sich vorzustellen?
36:56Julia Schilling, ich...
36:58Setzen Sie sich, wozu meinen Sie, Sie hätten uns Stühle erfunden?
37:02Dann geben Sie mir Ihre Bewerbungsunterlagen.
37:06Also, die habe ich nicht dabei.
37:09Es hieß, dass ich...
37:11Ach, keine Bewerbungsunterlagen?
37:12Na, das ist jetzt allerdings weniger amüsant.
37:14Wie haben Sie sich denn unser weiteres Gespräch vorgestellt?
37:17Ich dachte, dass ich Ihnen vielleicht mündlich...
37:21Ach so, na ja, dann legen Sie mal los.
37:24Sie haben zwei Minuten.
37:26Obwohl, wenn ich es mir so richtig ansehe, dann reicht wahrscheinlich auch eine.
37:31Aber warten Sie, die Zeit läuft.
37:34Komm, so schlimm ist es auch nicht.
37:36Doch.
37:37Diese Entwürfe waren die Arbeit von zwei Wochen.
37:40Jetzt ist alles umsonst.
37:42Kannst du sie dem Junior-Chef vielleicht später noch zeigen?
37:44So wie die Grafenberg, die runtergemacht hat, sollte ich mir am besten einen anderen Beruf suchen.
37:49Ach, Quatsch, Kolja.
37:53Und zuletzt habe ich dann bei einer Tierschutzorganisation gearbeitet.
37:57Die SWA hat...
37:58Sind Sie jetzt fertig?
37:59Na, dann fasse ich mal zusammen.
38:02Abgebrochenes Designstudium, mehrere Hilfstätigkeiten.
38:06Taxifahren, Putzen, Kellnern.
38:10Mitunter in einer Kneipe namens Rosis Bar.
38:13Keine Arbeitsstelle länger als drei Monate zuletzt.
38:17Offensichtlich einer sentimentalen Neigung nachgebend haben Sie sich für arme, verlassene Tiere eingesetzt.
38:24Ist das richtig soweit?
38:26Von Ihren fehlenden Bewerbungsunterlagen mal abgesehen und von Ihrer, naja, sagen wir mal, mehr als unpassenden Kleidung auch abgesehen.
38:36Was meinen Sie, befähigt Sie denn, bei uns in der Designabteilung zu arbeiten?
38:44Nichts.
38:46Aber ich verstehe...
38:47Sparen Sie sich Ihre Mühe.
38:48Unser Putzpersonal ist besser qualifiziert als Sie.
38:52Sie sind ja absolut fehl am Platz.
38:54Und wissen Sie, was das Ärgerlichste ist?
38:56Sie stehlen mir meine kostbare Zeit.
39:02Sie sind ja immer noch da.
39:04Also wenn Sie jetzt heulen müssen, dann machen Sie bitte draußen.
39:06Und Sie bleiben können Sie permanent.
39:28Untertitelung des ZDF, 2020
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