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KurzfilmeTranskript
00:00Morgen, Mama. Willst du auch einen Kaffee?
00:03Aber nur, wenn ich dir damit nicht zu viele Umstände mache
00:05oder deinen vollgepackten Zeitplan durcheinanderbringe.
00:09Du bist sauer wegen gestern.
00:11Nur weil du die ganze Nacht und den ganzen Tag weggeblieben bist
00:14und abends erst, wer weiß, wann nach Hause gekommen bist
00:17und noch nicht mal Zeit hattest, mich kurz anzurufen.
00:19Nö. Warum sollte ich denn da sauer sein?
00:22Tut mir leid, Mama. Ich hab's einfach irgendwie nicht geschafft.
00:25Ich bin gespannt, ob sich Julia heute hier blicken lässt.
00:28Will dich jedenfalls sehr begrüßen.
00:31Guten Morgen.
00:35Ja, ich muss noch einen Brief schreiben. Ich mein, tippen.
00:40Andreas, mein Verhalten gestern war unmöglich.
00:43Ich möchte mich gerne mal dir entschuldigen.
00:44Ich bin verdammt gespannt, was du mir für eine Entschuldigung lieferst,
00:47dass du gestern den ganzen Tag nicht aufgekreuzt bist.
00:49Du hast nicht mal angerufen.
00:51Ist dein Telefon kaputt?
00:52Oder hast du irgendeinen wichtigen Arzttermin gehabt?
00:54Nein.
00:55Nein. Das ist aber blöd.
00:57Denn wenn du mir jetzt keine gute Erklärung lieferst,
00:59dann bist du gefeuert.
01:10Dann bist du gefeuert.
01:36Ich hab keine Erklärung.
01:38So, das heißt, du hast einfach blau gemacht.
01:41Ja.
01:43Julia, ist das deine persönliche Art, zu kündigen?
01:47Wenn ja, das kannst du auch ganz einfach haben.
01:50Ich möchte nicht kündigen.
01:51Ich arbeite sehr gerne mit dir zusammen, Andreas.
01:54Aber ich nicht mit dir.
01:55Morgen komm ich mal, übermorgen komm ich nicht.
01:58Nächste Woche schauen wir mal.
01:59Was ich brauche, ist eine Person, auf die ich mich verlassen kann.
02:01Ich brauche Hilfe, echte Hilfe.
02:03Das verstehe ich.
02:05Das ist schön.
02:06Andreas, es tut mir ehrlich leid, dass ich dich hängen gelassen habe.
02:09Für dein Mitleid kann ich mir nur leider nichts kaufen.
02:11Das weiß ich.
02:13Aber ich kann trotzdem nichts anderes sagen.
02:16Ich bin gestern nicht zur Arbeit gekommen, obwohl ich wusste, dass du mich brauchst.
02:19Das tut mir sehr leid.
02:20Warum bist du dann weggeblieben?
02:25Ich konnte nicht anders.
02:31Hallo?
02:34Wohin gehst du jetzt?
02:35Na, nach Hause.
02:36Ich denke, ich bin gefeuert.
02:38Das heißt, du lässt mich schon wieder allein.
02:40Die Espressomaschine muss noch gereinigt werden.
02:42Gleich wollen 30 Menschen essen.
02:45Das heißt, ich soll bleiben?
02:47Ja.
02:49Dann normales auch bleiben.
02:50Ja, du machst mich fertig.
02:58Frühstück zuerst?
02:59Ja, die restlichen Brötchen sind nur in der Küche.
03:02Okay.
03:06Andreas, danke.
03:08Ich werde dich bestimmt nie nochmal enttäuschen.
03:17Guten Morgen, Eva.
03:18Guten Morgen.
03:19Sag mal, weißt du, wo unser alter Korb ist?
03:22Ich habe den ganzen Keller durchsucht.
03:24Welcher alter Korb?
03:25Na, mit einem Deckel, mit einem Ledergriff, blau ausgeschlagen.
03:29Ach, du meinst den alten Picknickkorb.
03:32Sag das doch.
03:33Ne, sag ich doch.
03:33Der ist ja noch länger in diesem Haus als ich.
03:36Wenn deine Großeltern Ausflüge gemacht haben,
03:39dann kam für deinen Vater und Friederik immer Schokoladenpudding rein.
03:42Und für die Erwachsenen Champagner.
03:45Stimmt, davon hat Vater uns immer erzählt.
03:47Ja.
03:47Und als dein Vater und Annabelle verlobt waren,
03:49da habe ich ihn wiedergepackt.
03:51Jeden Sonntag.
03:52Und?
03:53Haben wir ihn noch?
03:54Ja.
03:55Brauchst du ihn etwa?
03:58Er ist oben auf dem Dachboden.
04:00Auf dem Dachboden, sehr gut.
04:01Ist es so eilig?
04:03Nein, eigentlich nicht.
04:05Na, dann hole ich ihn dir später runter.
04:07Du würdest ihn sowieso dort nicht finden.
04:09Aber erst muss ich mich ums Frühstück kümmern.
04:11Dankeschön, Eva.
04:12Das ist sehr lieb.
04:22Ich dachte, das sei hier Frau Grabenbergs Büro.
04:24Ich muss einen Fax ablegen.
04:25Wir wollen wissen, wie es mit dir und Andreas gelaufen ist.
04:28Wir dachten, er würde dich rausschmeißen,
04:29so sauer war der gestern.
04:30Zu Recht.
04:31Er hat mich auch zuerst rausgeschmissen.
04:33Und wie hast du ihn dann rumgekriegt?
04:35Um ehrlich zu sein, gar nicht, glaube ich.
04:37Er braucht einfach ganz dringend Hilfe
04:38und dann besser mich als gar keine.
04:40Hast du ein Glück gehabt.
04:41Den ganzen Tag unentschuldigt fehlen
04:42und dann einfach weiterarbeiten dürfen.
04:44Ja, Kolja, das war schon Glück.
04:46Aber darauf lasse ich es in nächster Zeit
04:47bestimmt nicht nochmal ankommen.
04:49Und wo warst du gestern?
04:52Ich musste etwas nachholen,
04:54was ich in Südafrika nicht geschafft habe.
04:56Das hast du mir gestern Abend aber nicht erzählt.
04:58Ich will ja nichts sagen,
04:59aber wenn Frau Gravenberg mitbekommt,
05:01dass wir hier eine Vollversammlung abhalten,
05:02dann bekommen wir ganz schön Ärger.
05:03Stimmt, du hast recht.
05:04Lass uns abhauen.
05:05Dann erzählst du es uns gleich am Tresen, ja?
05:08Ich werde am Tresen bestimmt nichts anderes tun,
05:11als zu arbeiten.
05:19Oh, ja.
05:19Oh, nein.
05:21Sie müssen leider mit Knäcke Brot vorlieb nehmen.
05:27Darf ich das dann auch in den koffeinfreien Kaffee stippen?
05:30Sie dürfen sehr gern etwas von dem Magerquark mit Kräutern nehmen.
05:37Ach, Eva, was waren Sie damals für ein liebes, schüchternes Mädchen,
05:41als wir Sie eingestellt haben.
05:43Und heute haben Sie die Hosen an.
05:45Weil ich sehr schnell gemerkt habe,
05:46dass ich mit Lieb und Schüchtern bei Ihnen kein Wein auf den Boden bekomme.
05:50Komm, ich helfe mir.
05:51Jetzt halter Quark ist halber Quark.
05:54Dann muss ich mich wohl für den Lachs opfen.
05:57Tu, dass du ihn nicht lassen kannst.
06:02Mit diesem Opfer kann ich dich unmöglich allein lassen, Frederik.
06:08Sag mal, Mutter,
06:11hast du die geänderte Danksagung eigentlich schon rausgeschickt?
06:13Natürlich.
06:17Kann ich mitreden?
06:20Ich habe deine Geburtstagsglückwünsche beantwortet
06:22und Daniel war ein kleiner Formulierungsfehler aufgefallen.
06:26Und warum wird mir das nicht vorgelegt?
06:28Weil wir dich nicht mit jeder Kleinigkeit belästigen wollen.
06:32Und was hast du geschrieben, Annabelle?
06:34Sehr geehrter Herr, sehr geehrte Frau,
06:37bedanke ich mich sehr herzlich für die guten Wünsche zu meinem 70. Geburtstag.
06:41Freue ich mich, Ihnen mitteilen zu können,
06:43dass die Familie Grabenberg auch in Zukunft
06:45die Linie der traditionellen Unternehmenskultur fortführen wird
06:50und so weiter und so weiter.
06:52Bla, bla, mit vorzüglicher Hochachtung.
06:54Sehr schön.
06:55Danke, Annabelle.
06:56Sehr gern.
06:58Ach, Frederik, wie ist denn das Wetter in Südafrika?
07:01Ist da nicht gerade Winter- oder Regenzeit?
07:05Du bist wie immer bestens informiert, Annabelle.
07:09Übrigens, der Flieger zurück ist schon gebucht.
07:14Wie schade, dass du uns schon so bald verlassen wirst.
07:16Tja, ich muss leider, Annabelle.
07:24Das ist wirklich lieb von dir, dass du mich zum Frühstück eingeladen hast.
07:28In der Ferienwohnung so alleine fällt mir nur die Decke auf den Kopf.
07:31Julia ist ständig unterwegs seit neuestem.
07:35Bist du immer noch böse mit ihr?
07:36Ach, was heißt böse?
07:38Ich habe mir nur Sorgen gemacht, weil sie die ganze Nacht nicht nach Hause gekommen ist.
07:41Ja, in Ihrem Alter ist das nur wirklich kein Wunder, oder?
07:44Ja, ich bin ja auch kein Kind von Traurigkeit gewesen, aber...
07:47Oh ja, ich erinnere mich.
07:50Ich hätte einfach ruhiger geschlafen, wenn sie mir Bescheid gegeben hätte.
07:55Guten Morgen, Papa.
07:57Morgen, Nico.
07:57Morgen, Nico.
07:58Herr Christa.
08:00Sag mal, ich fahre gleich los.
08:01Musst du nicht auch in die Villa?
08:03Also, wenn du dich ein bisschen beeilst, dann können wir zusammenfahren.
08:07Wenn ich dich sehe, fahre ich sowieso immer zusammen.
08:09Sehr witzig, mein Sohn.
08:13Du kannst ruhig schon losfahren.
08:15Du musst jetzt echt keinen Stress machen.
08:16Wieso mache ich Stress?
08:18Ich biete dir eine Mitfahrgelegenheit zur Arbeit an.
08:21Ja, das kann aber auch laufen oder das Rad nehmen.
08:24Also, dann würde ich mich an deiner Stelle mal ein bisschen beeilen.
08:27Ich mache heute die alte Wetterfahne wieder flott.
08:30Die hat fünf Jahre in der Garage gelegen.
08:32Ob die nur eine halbe Stunde früher oder später fertig wird, ist egal.
08:36Du gehst es ja ruhig an.
08:38Aber ich will einfach nur in Ruhe frühstücken.
08:41Dann lass dich nicht stören.
08:44Ich komme einfach nicht an ihn ran.
08:46Ich sitze ihn nur nicht unter Druck.
08:48Das macht es nur schlimmer.
08:50Also, ich bin mir sicher, dass du mit Julia nicht solche Probleme hattest.
08:53Deine Tochter ist viel vernünftiger.
08:55Na, da bin ich in letzter Zeit nicht mehr so sicher.
09:01Terminal 3.
09:03Eine Stunde vorher einchecken.
09:04Dankeschön.
09:06In deinem Zimmer steht auch ein Telefon.
09:09Ist dir das schon aufgefallen?
09:10Keine Angst, Annabelle.
09:11Ich habe nur telefoniert.
09:12Ich habe nichts angefasst, nichts gesehen, mich nirgendwo eingemischt.
09:18Außerdem bist du mich bald los.
09:19Das war der Rückflug nach Johannesburg, den ich gerade bestätigt habe.
09:22Du hast mich missverstanden.
09:24Du hättest es bei dir einfach bequemer gehabt.
09:27Frag dich, ob ich es irgendwo bequem habe, wo du herumschleichst.
09:31Habe ich dich etwa erschreckt?
09:33Nicht wirklich.
09:34Dazu kennen wir uns schon zu lange.
09:37Eigentlich müsste es mir noch dankbar sein.
09:39Ich habe dafür gesorgt, dass Daniel die Firma leitet.
09:42Und du kannst dein beneidenswert leichtes Party-Luxus-Leben in Südafrika fortsetzen.
09:48Es ist mir recht.
09:50Mach dir keine Sorgen.
09:51Ich nehme dir nichts weg und auch ich deinem Sohn.
09:53Und warum denn so gereizt?
09:56Weil es in deiner Gegenwart so verdammt kalt ist.
09:59Und weil die Gegenwart von Nashörnern und Giftschlangen wesentlich netter ist.
10:03Wenn man der Elefant im Porzellanladen ist, dann muss einem das sicher so vorkommen.
10:08Schach, Schwägerin.
10:20Wo haben Sie denn den alten Picknickkorb ausgegraben, Eva?
10:24Den habe ich vom Dachboden geholt.
10:27Daniel hat danach gefragt.
10:30Der gehörte zur Aussteuer meiner Frau.
10:33Meine Güte.
10:36Die Kinder konnten kaum laufen, haben Charlotte und ich schon Ausflüge gemacht.
10:41Ja.
10:42Und später Philipp und Annabelle mit den Kindern.
10:46Friedrich sogar hat ihn ein paar Mal als Jugendlicher benutzt.
10:50Friedrich fliegt ja nun bald ab.
10:53Wir können unsere Kinder nicht zwingen.
10:55Ja, ja.
10:56Das habe ich nun inzwischen verstanden.
10:58Besser spät als nie.
10:59Ich bin richtig stolz auf Sie.
11:01Sie sind über Ihren Schatten gesprungen und Sie haben Ihrem Sohn die Hand gereicht.
11:06Vielleicht zum letzten Mal.
11:08Na, na.
11:09Was sind denn das für Töne?
11:11Man weiß nicht, Eva.
11:12Man kann auch seine Krankheiten und sein Alter großreden.
11:16Wenn Sie mich ständig behandeln, als ob ich krank und alt und bettlägerig wäre,
11:21geben Sie mir lieber eine schöne Tasse Kaffee.
11:23Nein, nein.
11:24Kommt nicht in Frage.
11:29Gingseng-Tee habe ich aufgebrüht.
11:31Dieses bittere Zeug.
11:33Damit wird man 120 Jahre alt.
11:36Mir bleibt aber auch gar nichts erspart.
11:44Alle Achtung.
11:45Das nenne ich aber flink arbeiten.
11:47Sie schaffen es noch und holen den gestrigen Tag ein.
11:49Wer weiß.
11:51Ich kenne da jemanden, der hat mir gezeigt, wie man die Zeit anhält.
11:56Das soll nicht in den zweiten Stock, richtig?
11:58Raum 13, rechts.
12:00Okay.
12:09Guten Morgen, Frau Schilling.
12:10Guten Morgen, Herr Grafenberg.
12:12Ich helfe Ihnen.
12:13Das ist nicht nötig.
12:16Doch, das ist nötig.
12:18Ich habe dich vermisst.
12:19Ich dich auch.
12:20Alles gut gelaufen mit Andreas.
12:24Bis später.
12:26Bis später.
12:33Mhm.
12:40Wenn ich dieses Zeug jeden Tag trinken muss, will ich gar nicht 120 werden.
12:53Tja, so langsam wird es Zeit.
12:55Kann mich Tobias nachher zum Flughafen bringen?
12:58Aber natürlich.
13:00Eva hat mir das zu trinken gegeben.
13:03Probier mal.
13:05Köstlich.
13:11Mh.
13:12Gesund?
13:13Heuchler.
13:17Wann musst du los?
13:19Ich habe noch Zeit.
13:20Keine Eile.
13:23Tja.
13:24Mh.
13:24Dann.
13:26Tja, dann, dann...
13:28Lass uns noch einen Spaziergang machen, oder?
13:31Gern.
13:32Wer weiß, wann wir dazu mal wieder die Gelegenheit haben.
13:36Wieso?
13:37Spätestens in drei oder vier Wochen.
13:39Wenn du dich bei mir in Südafrika erholst.
13:41Mhm.
13:42Mit deinem Golf-Set.
13:46Deine Entwürfe für die PR-Kampagne waren ganz gut, aber sieh dir doch nochmal meine Verbesserungsvorschläge an.
13:53Und dann bereite alles für die Messe vor.
13:55Ich werde heute noch den Fotografen buchen für die Kampagne und für den Katalog.
14:01Und dann sag doch bitte noch Frau Mertens Bescheid, dass sie mir ein Hotelzimmer bucht.
14:07Deine Nerven möchte ich haben.
14:10Du übernimmst hier mal eben so Großvaters Position, als hättest du noch nie im Leben was anderes gemacht.
14:15Um genau zu sein, mache ich schon seit Jahren nichts anderes.
14:18Oder glaubst du, der Zusammenbruch von deinem Großvater kam so völlig unangekündigt?
14:23Wenn ich hier nicht alles gemacht hätte, wäre schon längst alles zusammengebrochen.
14:27Ich hatte eher den Eindruck, dass es Daniel ist, der sich hier um das meiste kümmern kann.
14:31Daniel und ich im Team.
14:33Mutter, du bist alles, nur kein Teamspieler.
14:37Es ist wirklich wahr.
14:39Der Prophet gilt nicht zum eigenen Lande.
14:42Werner wird nicht mehr in die Firma zurückkommen.
14:44Er ist völlig entkräftet.
14:46Und Frederik reißt ab.
14:48Und das ist beides ein Segen.
14:49Für dich, für die Firma und für Daniel.
14:54Wohl er für dich.
14:56Ich arbeite hier bis zum Umfallen.
14:59Kann sich vielleicht auch mal jemand bei mir bedanken?
15:01Bruder, ich danke dir.
15:22Ich habe viel nachgedacht, Frederik.
15:25Seit wir hier vor ein paar Tagen an den war.
15:28Worüber denn, Vater?
15:30Über die vielen Vorwürfe, die du mir in der letzten Zeit gemacht hast.
15:35Lass uns jetzt bitte nicht streiten.
15:36Nein.
15:38Ich glaube, du hattest recht.
15:41Ich hätte rücksichtsvoller mit deinem Bruder Philipp umgehen müssen.
15:47Vielleicht habe ich ihn doch zu viel unter Druck gesetzt.
15:53Ich bin froh, dass du darüber nachdenkst.
15:55Andererseits muss man auch bedenken, Philipp war ein erwachsener Mann.
15:58Er hätte sich den Druck auch entziehen können.
16:02Jetzt verteidigst du mich ja sogar.
16:05Ich weiß nicht.
16:07In Falkenthal, in der Manufaktur, hat er sich meinem Druck nicht so leicht entziehen können.
16:16Nun ja.
16:18Ich bin sicher nicht ganz grundlos, bis ans andere Ende der Welt geflogen.
16:26Bist du vor mir geflohen?
16:32Nein, Vater.
16:34Vor diesem Druck.
16:36Dieser ständigen Angespannt hat.
16:39Die gar keine Lebensfreude mehr zulässt.
16:44Heute verstehe ich dich.
16:48Philipp hat sich zu Tode gearbeitet.
16:50Verständlich, dass du das nicht wolltest?
16:54Du siehst das zu schwarz-weiß.
16:56Es ist nicht so absolut.
16:59Doch, mein Sohn.
17:00Genauso ist es.
17:03Mich mit meinen Firmenbelangen zum jetzigen Zeitpunkt an dich zu wenden,
17:07im Grunde habe ich das aus reinem Egoismus getan.
17:12Du hast einfach nur entschieden, wie immer.
17:14In bester Absicht für die Firma.
17:16Nein.
17:17In bester Absicht für mich.
17:21Du bist mein einziger Sohn.
17:24Ich wollte dich in meiner Nähe haben.
17:26Auf meine alten Tage.
17:38Ich finde es, Herr Philipp auch.
17:42Jeden Tag, seit er tot ist.
17:47Es ist schlimm, wenn die Kinder vor allem sterben.
17:51Es ist, als ob die Zukunft stirbt.
18:10Hi, Ryan.
18:11Ja, hallo.
18:13Julia.
18:14Ich wollte dich immer fragen, ob du einen Kaffee möchtest.
18:17Ich habe auch ohne Kaffee schon Herzklopfen genug.
18:20Daniel.
18:22Es kann nicht so, wenn hier mal reinkommen.
18:24Ich bin hier der Chef.
18:25Wenn jetzt jemand stört, dann fliege achtkantig.
18:32Ja, bitte.
18:34Entschuldigung.
18:35Wollte ich nur fragen, ob Sie schon Ihren Kaffee haben.
18:36Das habe ich in Grafenberg auch gerade gefragt.
18:38Ja?
18:39Kaffee, ja.
18:40Sehr gerne.
18:48Hier, möchtest du die Oliven haben?
18:50Danke, Kolja.
18:52Ich glaube, den Salat hat Julia gemacht.
18:54Definitiv.
18:55So lecker war der früher nie.
18:57Ich bin echt froh, dass Andreas sie nicht rausgeschmissen hat.
19:00Das hätte ich mich nie getraut.
19:02Gleich am zweiten Arbeitstag, unentschuldigt fehlen.
19:04Ich glaube ja, das hat sich Julia auch nicht getraut.
19:06Aber da ist irgendwas passiert, was sie uns nicht sagen will.
19:09Glaubst du, sie verheimigt uns was?
19:12Weißt du, was das ist?
19:14Nein, Kolja.
19:15Wenn ich es wüsste, dann wäre es ja kein Geheimnis, ha?
19:20Sag mal, hast du das hier eigentlich gesehen?
19:23Da sucht jemand einen Mitbewohner.
19:25Tim Gerlach, 19, Abteilung Porzellanformer hier im Hause,
19:29sucht netten Mitbewohner für zweier WG in Falkenthal.
19:33Mietbeteiligung circa 150 Euro warm.
19:35Das hört sich richtig gut an, oder?
19:38Du möchtest ausziehen?
19:40Nein, ich doch nicht.
19:42Bei uns zu Hause ist es gerade richtig nett,
19:44wo Julia und ihre Mama da sind.
19:46Aber du, du hast doch Stress mit deinen Eltern.
19:50Stell dir mal vor, wenn du zu Hause wohnen bleibst.
19:53Deine Freundin trifft morgens im Badezimmer deine Mutter.
19:58Ich habe gar keine Freundin.
19:59Ach, alles eine Frage der Zeit.
20:02Meinst du?
20:02Na klar, wir können eine Wette abschließen.
20:05Wer von uns beiden zuerst verliebt ist?
20:10Gib mal her.
20:13Tim Gerlach.
20:15Kennst du den?
20:16Nee, du?
20:17Nee.
20:18Soll ich ihn mal anrufen?
20:20Ich sag nur, Mama und Badezimmer.
20:32Ich werde mich hier ein bisschen hinlegen.
20:34Ich bring dich rein.
20:34Nein, zum Kuckuck.
20:35Ich bin müde.
20:37Und nicht gebrechlich.
20:39Wenn du dich langweilst.
20:41Mein Golfset steht im Wohnzimmer.
20:43Du darfst dich gerne damit amüsieren,
20:44bis zu deiner Abreise.
20:52Vater?
20:55Danke.
20:57Wir sehen uns doch vorher noch, oder?
20:59Stimmt.
21:12Das ist doch unsere alte Wetterfahne.
21:15Wann wird die denn aufgetrieben?
21:17Sie lag in der Garage.
21:18Ihr Vater will, dass ich sie wieder herrichte.
21:21Das haben Sie ja schon ganz gut hingekriegt.
21:23Kompliment.
21:24Entrostet und hier eine Flügelspitze wieder angelötet.
21:27Und das hält?
21:28Ja, sicher.
21:29Es kommt noch Rostschutz drüber.
21:30Da klebt sowieso alles zusammen.
21:32Darf ich mal?
21:33Sie können löten.
21:34Eins meiner liebsten Hobbys.
21:36Wenn Sie in Südafrika auf die Handwerker warten,
21:38haben Sie es dreimal vorher selbst gemacht.
21:42Sie reißen bald wieder ab, nicht wahr?
21:47Patrizia hat es mehr Zeit.
21:49Sie sind ziemlich viel zusammen mit meiner Nichte.
21:51Kommt mir vor.
21:52Nicht öfter als mit den anderen hier.
21:55Wie ist es denn so in Südafrika?
21:57Lebt es nicht da gut?
21:58Das Wetter ist besser.
22:00Ansonsten hat man alles, was es hier auch gibt.
22:02Und natürlich jede Menge Extras.
22:06Elefanten, Antilopen, Löwen.
22:08Wenn man die sehen will, kann man auch in den Zoo gehen.
22:10Wenn Sie mal...
22:21Herein!
22:23Hallo.
22:24Hallo.
22:25Oh, das ist lieb von dir.
22:26Das hat leider überhaupt keinen Sinn.
22:28Wieso?
22:29Auch du musst mir was essen.
22:31Ich krieg doch kein Wissen runter.
22:33Arbeiten kann ich auch nicht.
22:34Hast du Ärger wegen gestern?
22:37Es tut mir leid, wir hatten...
22:38Weil ich die ganze Zeit nur an dich denken muss.
22:45Ich denke auch andauernd an dich,
22:46aber mich beflügelt das bei der Arbeit.
22:48Wie machst du das?
22:49Ich freue mich eben darauf, dich zu sehen.
22:51Gut.
22:52Das mache ich jetzt auch so.
22:53Ich komme alle halbe Stunde zu dir
22:54und bestelle einen Kaffee.
22:59Hoffentlich schwirrt Andreas dann nicht wieder rum.
23:02Nein, er sitzt gemütlich in der Küche
23:03und macht seine wohlverdiente Pause.
23:05Ich habe ein ganz schlechtes Gewissen wegen gestern.
23:07Ich habe ihn wirklich hängen lassen.
23:09Da sind wir ja ganz wohl gestört.
23:15Herr Rhein?
23:18Herr Grafenberg, haben Sie im Moment Zeit für mich?
23:21Ja, natürlich, Silke.
23:21Kommen Sie rein.
23:25Bitte setzen Sie sich.
23:28Dankeschön.
23:30Was kann ich für Sie tun?
23:33Ich möchte Ihnen von ganzem Herzen gratulieren.
23:36Das ist ja nett, aber wozu?
23:39Weil Sie doch jetzt unser neuer Chef sind.
23:42Silke, warum sind das jetzt wieder aufgeschnappt?
23:45Na, hier steht es doch.
23:47In dem Dankschreiben,
23:48das Ihre Mutter in Auftrag gegeben hat.
23:52In weiteren Kontakt wenden Sie sich bitte
23:54an unseren neuen Geschäftsführer,
23:55Herrn Daniel Grafenberg.
23:56Stimmt was nicht?
23:58Nein, nein.
23:59Alles in Ordnung.
24:00Wissen Sie, wo meine Mutter sich befindet?
24:02In Ihrem Beruf habe ich was falsch gemacht?
24:04Nein, Silke, Sie haben alles richtig gemacht.
24:07Ich habe ihr den Fehler begangen.
24:17Silke hätte uns um ein Haar erwischt.
24:19Wir müssen wirklich vorsichtiger sein.
24:23Endlich habe ich Daniel wiedergefunden.
24:25Und jetzt müssen wir so tun,
24:26als seien wir Fremde.
24:29Aber welche Alternative haben wir?
24:33Ich will gar nicht wissen, was passiert,
24:34wenn die anderen herausfinden,
24:35dass wir zusammen sind.
24:38Und schon gar nicht will ich wissen,
24:39was passiert,
24:41wenn Daniels Mutter es erfährt.
24:57Oh, Daniel, wie schön.
24:58Ich wollte gerade Tee bestellen.
24:59Wie konntest du das tun?
25:01Frau Mertens,
25:02schicken Sie bitte jemanden mit Tee.
25:04Möchtest du Tee?
25:05Ich hoffe,
25:05du hast eine gute Erklärung.
25:11Ja, die Dankeskarte von Werner.
25:15Nicht von Großvater.
25:16Das ist auf deinem Mist gewachsen.
25:18Wie konntest du hinter seinem Rücken
25:19so eine Entscheidung treffen?
25:21Und ich frage noch nach,
25:22ob du den Brief geändert hast.
25:23Du lügst uns allen ins Gesicht!
25:26Erklär mir das bitte.
25:27Da gibt es eigentlich nichts weiter zu erklären.
25:30Dein Großvater wird nicht mehr
25:31in die Firma zurückkehren.
25:33Frederik reist nach Südafrika ab.
25:35Was sollte ich also tun?
25:36Du hättest mich informieren müssen!
25:38Das habe ich auch versucht.
25:40Den ganzen lieben langen Tag.
25:42Aber du warst unauffindbar.
25:44Willst du mir jetzt daraus
25:45einen Vorwurf machen?
25:45Wir haben über die Änderung
25:47der Formulierung bereits gesprochen!
25:49Unsere Kunden und Geschäftspartner
25:51müssen einfach wissen,
25:52an wen sie sich in Zukunft
25:53zu wenden haben.
25:54Und zwar jetzt.
25:55Und nicht,
25:56wenn Werner endlich so weit ist,
25:58dass er sich entschlossen hat,
25:59dich zum Nachfolger zu berufen.
26:01Wie willst du das jemals
26:02Großvater erklären?
26:04Vielleicht muss ich es ihm ja
26:05gar nicht erklären.
26:07Er hatte nie einen Grund,
26:08mit meiner Arbeit unzufrieden zu sein.
26:11Außerdem ist er nicht mehr der Jüngste.
26:16Das kann nicht dein Ernst sein.
26:19Bitte?
26:21Ja, stellen Sie es einfach hin.
26:23Ich decke dann selbst auf.
26:24Ja.
26:26Danke.
26:32Einer nach dem anderen
26:33kommt heute zu mir
26:34und macht mir Vorwürfe.
26:35Dabei will ich meine Kinder
26:36nur zufriedenstellen
26:37und die Firma
26:38vor einem Chaos bewahren.
26:40Also gut.
26:41Ich spreche selbst mit ihm.
26:42Es ist besser,
26:43wenn er es von mir erfährt.
26:44Und glaube ja nicht,
26:45dass sie dich vor ihm
26:45in irgendeiner Weise
26:46in den Schutz nehmen.
26:48Diesmal hast du den Bogen überspannt, Mutter.
26:50Ja.
26:57Soll ich den Kuchen
26:58jetzt aus dem Lager holen?
26:59Nein, das machen wir dann später gemeinsam,
27:01sonst kommen wir noch vor,
27:01wir Sklaventreiber.
27:08Hör zu, wenn ich heute Morgen
27:10etwas hart mit dir umgegangen bin,
27:11dann tut mir das leid.
27:13Ich wollte nicht ausfassen.
27:16Ich bin mir sicher,
27:17du hast deine Gründe,
27:18dass du gestern nicht aufgetaucht bist
27:19und das geht mir auch nicht an.
27:20Aber wenn du mal drüber reden möchtest,
27:22dann bin ich da.
27:24Danke, Andreas.
27:25Das ist sehr nett von dir.
27:28Hat es wieder Stress
27:29mit der Grafenberg gegeben?
27:31Du siehst ganz geknickt aus.
27:32Nein, nein.
27:32Das war alles in Ordnung.
27:34Der Junior war gerade bei ihr.
27:36Stimmt's?
27:37Ja.
27:38Silke, du bist neugierig.
27:39Nein, bin ich nicht.
27:40Es ist nur so,
27:41ich war gerade bei ihm,
27:42um ihm zum Chefposten zu gratulieren.
27:44Und?
27:46Ich glaube,
27:47er wusste gar nichts davon.
27:50Silke,
27:51wenn jemand zum Chef ernannt wird,
27:52dann erfährt es derjenige
27:53meistens als Erster.
27:56Jedenfalls hat er
27:57nach seiner Mutter gefragt.
27:58Und wenn die beiden
27:59das jetzt ausdiskutieren,
28:00dann möchte ich nicht dazwischen sein.
28:03Silke hat recht.
28:05Daniel wirkte bedrückt
28:06und ärgerlich
28:07und so unglaublich enttäuscht.
28:10Hoffentlich hat er
28:11keinen Ärger mit seiner Mutter,
28:12weil er gestern
28:12nicht zur Arbeit gekommen ist.
28:14Ja?
28:17Ich bin auf dem Flur
28:18gerade Daniel begegnet.
28:21Ist alles okay mit dir?
28:23Ist er schon auf dem Weg
28:24zu deinem Großvater?
28:26Er will mit ihm reden.
28:28Dummerweise hat dein Bruder
28:29noch nicht erkannt,
28:30dass ich nur in seinem Sinne
28:31gehandelt habe.
28:33Er will ihn beruhigen,
28:35aber ansonsten
28:36alles beim Alten belassen.
28:38Großvater wird sich
28:38schrecklich aufregen.
28:40Na, hoffentlich nicht zu sehr.
28:43Man könnte fast
28:44den Eindruck gewinnen,
28:44du wünschst dir das.
28:46Sag mal,
28:46wie stellst du das denn
28:47jetzt weiter vor?
28:50Patricia,
28:50ich habe einfach
28:51ein paar Tatsachen
28:52früher zu Papier gebracht.
28:54Werner kann die Firma
28:55nicht führen,
28:56Frederik will die Firma
28:57nicht führen.
28:58Wer bleibt also übrig?
29:01Daniel.
29:02Du.
29:02Und das wünschst du dir
29:03doch schon lange.
29:11Hallo Eva.
29:13Ich muss dringend
29:13mit Großvater sprechen.
29:15Guten Morgen, Daniel.
29:18Dein Großvater
29:19hat sich hingelegt.
29:20Freiwillig.
29:21Und darüber bin ich
29:22sehr froh.
29:24Was steht da wieder auf?
29:25Ist es denn so eilig?
29:28Nein, du hast völlig recht.
29:30Ich kann auch später
29:31mit ihm sprechen.
29:32Siehste, das ist gut.
29:33Gut, gut, gut.
29:35So ein Mittagsschläfchen
29:36ist genau das,
29:37was deinen Großvater
29:38wieder auf Ordermann bringt.
29:40Du wirst sehen,
29:40in ein, zwei Wochen
29:41ist er wieder ganz der Alte.
29:43Ist Frederik noch da?
29:45Ja, aber er wird
29:46bald los müssen.
29:48Die beiden haben heute
29:49einen langen Spaziergang gemacht
29:50und sich ausgesprochen
29:51und vertragen.
29:53Das war dein Verdienst, oder?
29:54Nein, nein.
29:55Das haben die beiden Männer
29:56schon allein gemacht.
29:58Ich habe höchstens
29:58ein bisschen
29:59an den richtigen
30:00Schräubchen gedreht.
30:02Danke, dass du das getan hast, Eva.
30:04Guck mal hier.
30:05Fast wie neu.
30:07Na, was sagst du
30:07zu dem Familienerbstück?
30:09Genauso wie früher.
30:11Verrätst du mir jetzt auch,
30:13wofür du ihn so dringend brauchst?
30:14Später vielleicht, Eva.
30:15Ich muss jetzt wieder zurück.
30:17Danke.
30:23Silke hat gesagt,
30:24wir sollen heute
30:24bloß aufpassen
30:25und einen Riesenbogen
30:26um die Gravenberg machen.
30:27Den mache ich sowieso
30:28schon jeden Tag.
30:29Zwischen ihr und dem Junior
30:30soll richtig dicke Luft sein.
30:32Und warum?
30:34Na, so genau wusste Silke
30:36das auch nicht.
30:37Aber es muss irgendwas
30:38mit dieser Geschichte
30:39mit der Firmenführung
30:40zu tun haben.
30:41Der Junior ist richtig ausgerastet.
30:43Verstehe ich gar nicht.
30:44Man kann sich doch freuen,
30:45wenn er Chef wird.
30:46Ja, aber es entscheidet
30:47ja nicht seine Mutter.
30:49Ach so.
30:49Du meinst Annabelle
30:51drängt damit
30:51den Seniorchef raus?
30:53Ja, den und seinen Sohn.
30:55Den aus Südafrika.
30:56Das ist mir alles
30:57viel zu kompliziert,
30:58dieser ganze Familienkram.
30:59Na, was ist kompliziert?
31:02Mein Familienkram.
31:03Kolja überlegt
31:04vielleicht sogar auszuziehen.
31:05Oh, Sie können ja
31:07zu uns ziehen, Kolja.
31:08In der Villa
31:09ist so dicke Luft,
31:10dass möglicherweise
31:10bald jemand auszieht
31:11und ein Zimmer frei wird.
31:15Äh, Frau Gravenberg,
31:17kann ich Sie mal was fragen?
31:18Ja.
31:19Wie geht's denn
31:20Ihrem Großvater inzwischen?
31:23Danke, Lilly.
31:24Es geht ihm jeden Tag
31:25ein bisschen besser.
31:26Das ist schön.
31:32Tobias,
31:33hast du was dagegen,
31:34wenn ich mich ein bisschen
31:34um den Garten kümmere?
31:36Der hat etwas Zuwendung nötig.
31:38Nee, ganz und gar nicht.
31:39Früher hat sich Inge
31:40immer drum gekümmert.
31:41Sie hat einfach
31:41einen grünen Daumen.
31:43Ja, was man vom Rest
31:43der Familie
31:44nicht gerade sagen kann.
31:46Dafür ist Nico
31:47handwerklich geschickt.
31:49Das hat er bestimmt
31:49von seinem Vater.
31:50Du hast doch früher
31:51jeden Platten
31:52aus meinem Fahrradreifen
31:53gezaubert.
31:55An sowas
31:56kannst du dich noch erinnern?
31:59Vielleicht ist Nico
32:00so verschlossen,
32:01weil er seine Mutter vermisst.
32:03Genau wie der Garten.
32:04Naja,
32:05wenn er sie mal besucht,
32:06dann beklagt sie sich,
32:06dass sie nicht an ihn rankommt.
32:08Dann geht sie ja genauso
32:09wie dir.
32:09Ja.
32:11Julia ist in der letzten Zeit
32:12auch so merkwürdig.
32:13Sie erzählt mir nichts mehr.
32:14Ich weiß nicht,
32:15was sie denkt.
32:16Christa,
32:17Julia ist 25 Jahre alt.
32:19Also es wäre komisch,
32:20wenn sie keine kleinen
32:21Geheimnisse hätte.
32:22Vielleicht hast du recht,
32:23aber es ist das erste Mal,
32:25dass sie so ist.
32:27Du musst sie über kurz
32:28oder lang gehen lassen,
32:29genau wie ich Nico.
32:31Das ist nun mal so,
32:32wenn man Kinder hat.
32:33Ja,
32:35aber ich habe eine Menge
32:36Chaos in ihr Leben gebracht.
32:38Wir sind viel zu viel
32:39rumgezogen,
32:40haben nirgendwo
32:41Wurzeln geschlagen.
32:43Wenn ich ehrlich bin,
32:44dann hat meine Tochter
32:45sich selber zogen.
32:46Ich habe nur daneben
32:47gestanden und zugeschaut.
32:49Christa,
32:49Julia ist eine großartige
32:51junge Frau.
32:52Du musst irgendwas
32:53verdammt richtig gemacht haben.
32:56So,
32:57ich mache jetzt mal weiter.
32:58Ich will später
32:59Frederik Gravenberg
33:00noch zum Flughafen fahren.
33:21Hey.
33:22Hallo.
33:24Und,
33:24wie war dein Tag?
33:26Bis jetzt ganz okay.
33:28Deine?
33:32Ein blöder Tag
33:33muss ja nicht blöd bleiben.
33:34Wir können ja
33:34in die Stadt fahren
33:35und was trinken.
33:36Nee, danke.
33:37Ich hatte heute genug
33:37schlechte Gesellschaft.
33:39Na dann.
33:41Steig auf.
33:42Wir machen eine Tour, okay?
33:44Okay.
33:52Du fährst.
33:56Wie du willst.
34:08Wie du willst.
34:11Hallo, Jan.
34:13Ich brauche meine starke Schulter
34:14zum Ausheulen.
34:16Hallo, Daniel.
34:17Da hast du nicht etwa schon wieder
34:18Liebeskummer?
34:20Nein, aber so ziemlich
34:21alles andere, was man haben kann.
34:24Ich höre.
34:26Meine Mutter hat
34:26an alle Gratulanten
34:27meines Großvaters
34:28eine Art Dankschreiben verschickt,
34:30indem sie mich
34:31als seinen Nachfolger präsentiert.
34:34Aber eins muss man
34:34deiner Mutter ja mal lassen.
34:35Sie verschwendet
34:36echt keine Zeit.
34:38Ich habe das Schreiben gelesen
34:39und sie um die Änderung gebeten,
34:41aber sie hat es
34:42einfach nicht gemacht.
34:43Ich wette,
34:43dein Opa tobt.
34:45Er weiß es noch gar nicht.
34:46Ich werde es ihm schon
34:47beibringen müssen.
34:47Zu seiner Genesung
34:49wird es nicht gerade beitragen.
34:50Du sagst es.
34:53Aber dass das
34:53deine Mutter macht,
34:54weil sie sich liebt,
34:55das ist dir schon klar, ne?
34:57Ich weiß nicht,
34:57was schlimmer ist,
34:58von ihr geliebt
34:58oder gehasst zu werden.
34:59Eindeutig gehasst.
35:00Ich spreche aus eigener Erfahrung.
35:01Mich konnte sie noch nie leiden,
35:02weißt du ja.
35:03Nicht mal damals
35:03in der fünften Klasse,
35:04als ich für dich
35:05die Mathehausaufgaben gemacht habe.
35:07Wofür ich dir auch
35:08immer noch dankbar bin, Jan.
35:09Aber mal im Ernst.
35:11Großvater hofft immer noch,
35:12dass Frederik sein Nachfolger wird.
35:15Ich verstehe so lange.
35:17Deine Mutter schafft Tatsachen.
35:19Aber ich meine,
35:19diese Tatsachen
35:20treffen doch auch
35:20ohne ihr Zutun ein.
35:22Deswegen ist ihre Aktion
35:23ja so unnötig.
35:25Mein Onkel wird abreißen.
35:27Und es läuft darauf hinaus,
35:28dass ich die Firma übernehme.
35:30Aber das wolltest du doch auch immer, oder?
35:32Aber nicht gegen den Willen
35:32meines Großvaters
35:33und nicht mit irgendwelchen
35:34faulen Tricks.
35:37Tja, als Chef der Firma
35:38ist das natürlich
35:39der dämlichste Staat.
35:42Ich weiß nicht,
35:42wie ich meinem Großvater
35:43das klar machen soll,
35:44dass ich nichts mit irgendwelchen
35:45Tricks zu tun habe.
35:45Sag's ihm einfach.
35:46Er wird dir glauben.
35:47Er kennt dich
35:48und er kennt deine Mutter, ne?
35:49Na, hoffentlich hast du recht.
36:13Ich habe dich noch gar nicht
36:15hier unten erwartet.
36:16Ich dachte,
36:17du wolltest dich hinlegen.
36:20Ich konnte nicht schlafen.
36:25Hast du schon gepackt?
36:29Wird Tobias dich fahren
36:31zum Flughafen?
36:35Ich bleibe noch.
36:38Wie bitte?
36:41Die können auf der Lodge
36:42auch noch eine Weile
36:43ohne mich auskommen.
36:51Aber, Vater,
36:52dass wir uns richtig verstehen.
36:53Das heißt nicht,
36:54dass ich die Firma übernehme.
36:56Sicher, mein Junge.
36:59Sicher.
37:04Ja, dann
37:07gehe ich den Flug cancel.
37:08Ja.
37:10Ich werde Tobias informieren,
37:11dass er dich nicht fahren muss.
37:14Ja?
37:16Ja.
37:38Herr Grafenberg.
37:39Herr Grafenberg.
37:40Ich hätte gern
37:41einen Kaffee.
37:43Noch einen, bitte.
37:44Schon wieder Kaffee?
37:45Sehr gerne.
37:46So viel haben Sie aber früher
37:47nicht getrunken.
37:48Ist auf die Dauer
37:49nicht so gesund.
37:52Herr Grafenberg
37:53trinkt doch keinen Malzkaffee.
37:54Nein, natürlich nicht.
37:58Ich bin ja mal im Design.
38:02Gib mir bloß keinen Kaffee mehr.
38:04Ich kriege einen Magengeschwür.
38:05Ich muss dich einfach
38:06jede halbe Stunde
38:07einmal sehen.
38:08Du siehst erschöpft aus, Donnie.
38:10Das sieht nur so aus.
38:11War die Auseinandersetzung
38:12mit deiner Mutter heftig?
38:14Es hat sich herumgesprochen.
38:15Ja.
38:17Sie hat sich mal wieder
38:18einen ihrer Fehltritte geleistet,
38:19aber das soll ich nicht belasten.
38:20Ich sehe doch,
38:21dass es dich belastet.
38:22Wenn ich bei dir bin,
38:23dann kann mich gar nichts umhauen.
38:25Na?
38:25Steigt die Espressomaschine
38:27schon wieder?
38:27Nein.
38:28Warum lässt du doch
38:29den Chef so lange warten?
38:30Ich, ähm,
38:31ich konnte mich nicht entscheiden,
38:33welchen Kuchen ich nehmen möchte.
38:36Nehmen Sie doch den Obstkuchen.
38:37Das ist ein Geheimtipp.
38:39Ach, sag mal, Julia,
38:40kommst du für den restlichen Tag
38:41an eine Flach?
38:42Jetzt kann ja nicht mehr
38:42so viel passieren.
38:44Ja, klar.
38:45Gut, dann mach ich noch
38:45ein paar Besorger in der Stadt.
38:47Und ich mach hier klar Schiff.
38:48Ich werde auch noch
38:49etwas länger bleiben.
38:50Ich kann Frau Schillinge
38:50rauslassen, wenn
38:51niemand mehr am Empfang ist.
38:54Bitte sehr.
38:54Danke.
38:55Bis dann.
38:55Bis später.
38:58Nein, danke.
39:02Was für ein Tag.
39:04Gleich haben wir es geschafft.
39:06Ich kann es kaum erwarten,
39:08endlich mit Daniel
39:08alleine zu sein.
39:10Aber ich will mich
39:11nicht beschweren.
39:13Ich genieße es ja,
39:14ihn den ganzen Tag zu sehen
39:16und zu wissen,
39:17dass er mich liebt.
39:19Eva,
39:20wo ist
39:21Ihr selbstgebrannter Schnaps?
39:23Sie glauben doch nicht
39:24im Ernst,
39:24dass Sie von mir
39:25einen Schnaps bekommen.
39:26Wenn Sie hören,
39:27was passiert ist,
39:29brauchen Sie auch einen.
39:30Da bin ich ja gespannt.
39:31Frederik bleibt.
39:32Wie, Frederik bleibt?
39:34Er bleibt.
39:34Er bleibt hier
39:35in Falkenthal.
39:36Hat er das gesagt?
39:37Allerdings.
39:38Also Frederik bleibt
39:39und was wird
39:40aus seiner Lodge in Afrika?
39:41Das wird sich finden.
39:43Frederik,
39:44bleibt er nun länger
39:45hier zu Besuch
39:46oder bleibt er richtig?
39:48Aber das ist doch
39:48ganz uninteressant.
39:49Nein, nicht für Sie.
39:51Eva,
39:52auf jeden Fall
39:53bleibt er ein bisschen länger.
39:55Aha.
39:56Schritt für Schritt, Eva.
39:58Sie werden sehen.
39:59Ich freue mich sehr.
40:01Das brauche ich Ihnen ja nicht zu sagen.
40:02Aber seien Sie hinterher
40:04nicht zu enttäuscht,
40:05wenn er denn doch wieder
40:06nach Afrika zurückfährt.
40:07Trinken wir jetzt den Schnaps?
40:24Er ist für mich.
40:29Der Obstsalat ist für Sie.
40:32Für das Aroma.
40:34Sagen Sie, Eva,
40:35wer ist eigentlich
40:37hier der Herr im Haus?
40:38Sie, Herr Grafenberg.
40:40Ich habe nur die Hosen an.
40:54Frau Schilling?
40:56Herr Grafenberg?
40:58Sind wir die Letzten?
40:59Ich denke schon.
41:01Na, ähnlich.
41:02Ich den ganzen Tag
41:03wie eine Wildfremde zu behandeln,
41:05das halte ich auf Sie doch auch nicht aus.
41:07Wir müssen das aber aushalten.
41:09Sie ist doch positiv.
41:10So können wir uns
41:11tagsüber wenigstens sehen.
41:12Das stimmt.
41:35Ich bin sauer, weil du mich verarscht hast.
41:37Ich habe versucht, dir alles genau zu erklären.
41:39Aber so wie du mich im Moment behandelst,
41:41so möchte ich mich nicht behandeln lassen.
41:42Alle wissen,
41:43dass ich Frederik zu meinem Nachfolger machen werde.
41:46Großvater, es tut mir leid,
41:47dass es passiert ist.
41:48Du setzt sehr fragwürdige Mittel ein.
41:50Der Zweck heiligt die Mittel.
41:52Er wird es schon überleben.
41:53Das ist unser kleines Wunder.
41:56Ich weiß nicht,
41:57ob Außenstienge
41:57das überhaupt begreifen können.
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