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  • vor 8 Stunden

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Kurzfilme
Transkript
00:00Was ist los?
00:03Aber...
00:04Daniel, lass es gut sein.
00:08Wenn du das sagst.
00:10Du hast dein Leben und ich hab meins.
00:13Ich muss jetzt in die Zukunft blicken.
00:15Ich kann dich beruhigen, Annabelle.
00:17Die Geschäfte werden weitergeführt, wie bisher.
00:19Du fährst in die Firma?
00:20Nein.
00:22Das ist nicht nötig.
00:23Du solltest über eine Vertretung nachdenken.
00:26Das brauch ich gar nicht.
00:27Daniel ist diese Vertretung.
00:30Er wird bis auf Weiteres an meine Stelle trinken.
00:32Julia, einen Moment. Ich glaube, ich hab da eine Idee.
00:35Herr Grafenberg!
00:39Wie Sie wissen, suche ich ja schon länger eine Aushilfskraft.
00:43Hier fürs Catering. So kann es ja nicht weitergehen.
00:46Ich glaube, ich hab da jemanden gefunden.
00:49Vorausgesetzt...
00:49Hätten Sie was dagegen, wenn wir Julia als neue Cateringassistentin einsetzen?
01:00Hey, what you're looking for?
01:04No one has the answer.
01:07They just want more.
01:12Hey, who's gonna make it right?
01:19This could be the first day of my life.
01:27Nein.
01:29Natürlich hab ich...
01:30Hab ich nichts...
01:31Ich habe nichts dagegen, dass Frau Schilling bei uns anfängt.
01:34Danke.
01:36Und könnten Sie sich vorstellen, mit mir hier hinter dem Tresen zu stehen?
01:39Das ist kein Vier-Sterne-Restaurant, das gebe ich zu.
01:42Und ich soll vielleicht auch dazu sagen, dass es ja öfter ziemlich stressig werden kann.
01:46Aber das kennen Sie ja schon.
01:48Doch, ich bleibe gern.
01:50Wunderbar.
01:53Tja, dann...
01:55Herzlich willkommen.
01:59Danke.
02:02Keine Sorge.
02:03Daniel ist meistens gesprächiger als jetzt.
02:06Ich bin noch nicht ganz so gesprächig wie ich.
02:09Sagen Sie, könnten Sie gleich anfangen?
02:12Wenn Sie nichts ausmacht.
02:16Andreas, ich bin mir noch nicht sicher, ob ich bei allem hier so willkommen bin wie bei Ihnen.
02:21Tja, also wenn Sie die Frau Grafenberg meinen, dann machen Sie sich keine Sorgen.
02:25Für meine neuen Mitarbeiter, da lege ich mich sogar mit Queen Mom an.
02:31Daniel sah nicht besonders glücklich aus.
02:34Kein Wunder.
02:35Er hätte mich wohl am liebsten nie wieder gesehen.
02:39Hätte ich den Job besser ablehnen sollen?
02:41Nein.
02:43Wir brauchen das Geld.
02:44Das ist im Moment das Wichtigste.
02:48Und ich sehe Daniel weiterhin.
02:51Auch wenn es mit uns nicht weitergeht.
02:58Folia, könntest du mir bitte mit dem belegten Boden helfen?
03:00Ja, natürlich. Ich komme.
03:06Wann geht deine Maschine morgen, Frederic?
03:09Gleich in der Früh.
03:11Ich habe schon gebucht.
03:15Ich kann die Lodge nicht länger alleine lassen.
03:17Dir geht es schon wieder ganz gut und in der Firma weiß Daniel ohnehin besser Bescheid.
03:21Ihr braucht mich hier gar nicht.
03:26Kannst du dich erinnern, wann du dieses Foto aufgenommen hast?
03:30Natürlich.
03:32Kurz nach deinem sechsten Geburtstag.
03:34Philipp und ich hatten gewettet, wer von uns beiden mehr Heidelbeeren essen kann.
03:38Er hat gewonnen, wie immer.
03:40Fast immer.
03:41Er war ja auch der Ältere.
03:43Mutter ist fast in Ohnmacht gefallen, weil sie zunächst dachte, dass wir uns verletzt hätten.
03:49Wie hast du das Foto eigentlich gemacht?
03:51Du warst doch gar nicht dabei.
03:52Ich habe euch am Abend fotografiert.
03:55Stimmt.
03:57Wir mussten die dreckigen T-Shirt sogar noch mal anziehen.
04:00Ja, du wolltest nicht.
04:01Du hattest immer schon deinen eigenen Villen.
04:04Und du hast auf mich eingeredet, bis ich nachgegeben habe.
04:07Stur wie immer.
04:09Es war eine schöne Zeit mit euch beiden.
04:12Obwohl ich selten zu Hause war.
04:17Vater.
04:20Was hältst du davon, wenn wir den morgigen Tag zusammen verbringen?
04:24Ohne Firma.
04:25Ohne Annabelles Gezänke.
04:27Nur du und ich.
04:28Vater und Sohn.
04:29Nicht die sturen Gravenwerks.
04:34Und dein Rückflug?
04:35Kann man umbuchen.
04:37Und du meinst, das geht gut zwischen uns beiden?
04:40Wir haben uns nicht schon nach zehn Minuten wieder in den Haaren?
04:44Wetten das nicht?
04:48Was willst du?
04:50Ich wette um dein Lieblingsessen,
04:53dass ich mal den ganzen Tag nicht mit dir streiten werde.
04:56Oh.
04:57Gut.
04:58Auch wenn Eva mir einreden wird,
05:00dass mein Lieblingsessen eine cholesterinfreie Gemüsebrühe ist.
05:08Prego, Signorina.
05:10Was ist denn jetzt los?
05:12Seit wann hat Andreas Zeit für solche Kunstwerke?
05:14Wer spricht denn von Andreas?
05:15Andreas, sieht ganz so aus, als könnten wir in Zukunft mit einer menschenwürdigen Pausenversorgung rechnen.
05:20Mach's nicht so spannend.
05:22Andreas hat seit heute Mittag eine Assistentin.
05:25Und das Schärfste, du kennst sie.
05:27Julia?
05:28Im Ernst?
05:29Julia hat einen Job am Catering gekriegt?
05:31Oh super, ich hab gewusst, dass das funktioniert mit den beiden.
05:34Deswegen hab ich Julia ja zu Andreas geschickt.
05:37Ja, sehr clever von dir.
05:39Also, ums Essen brauchen wir uns in nächster Zeit keine Sorgen mehr zu machen.
05:43Julia wird uns nach Strich und Faden verwöhnen.
05:46Na, wenn sie dazu kommt.
05:47Wer sollte sie daran hindern?
05:49Annabelle Gravenberg.
05:50Sie war heute nicht in der Firma.
05:52Das heißt, sie weiß noch gar nicht, dass Julia doch einen Job bekommen hat.
05:57Sei nicht so ein Schwarzseher.
05:59Julia schafft das schon.
06:00Der Latte Macchiato ist schon mal super.
06:02Frau Gravenberg trinkt ihren Kaffee nur schwarz.
06:07Frau Gravenberg,
06:08Meier und Gerhard haben schon dreimal wegen eines Termins angerufen.
06:11Dann sind die Fahnen für die Anzeige im Hotelfachblatt fertig.
06:15Und außerdem schon gut.
06:17Den Kaffee hätte ich heute gerne in diesen Tassen.
06:19Ja, das werde ich ausrichten.
06:22Soll die Cafeterie mit dem neuen modernen Classic-Service ausgerüstet werden?
06:25Das fände ich ja toll.
06:26Bringen Sie einfach den Kaffee.
06:30Was machen Sie denn noch hier?
06:32Das ist meine neue Mitarbeiterin.
06:35Seit wann?
06:36Ich habe das mit Herrn Gravenberg Junior abgesprochen.
06:38Er hatte nichts dagegen.
06:39Aha.
06:41Scherben bringen offenbar doch Glück.
06:43Das fände ich eine rasante Karriere.
06:45Von der Aushilfskellnerin zur Küchenhilfe.
06:49Andreas, Sie sollten auf bruchsicheres Porzellan umstellen.
06:58Jetzt gucken Sie mal nicht so.
07:01Für Ihre Verhältnisse war die Königin Mutter gerade sehr gut gelaunt.
07:04Wahrscheinlich war der Skandal auf der Geburtstagsfeier unseres Seniors genau nach ihrem Geschmack.
07:08Also mir hat diese Art von Freundlichkeit jedenfalls schon wieder gereicht.
07:13Schönes Design.
07:15Klar und schlicht und trotzdem sehr eben.
07:17Ja, die neue Nobel-Serie.
07:19Würde ich mir ja besorgen, wenn ich es mir leisten könnte.
07:23Ich würde ja zu gern wissen, was ich damit vorhat.
07:35Gemüsebrühe?
07:36Hühnersuppe.
07:37Sie wissen doch genau, dass Ihr Vater Gemüsebrühe hasst.
07:40Deshalb ja.
07:42Frederik.
07:43Müssen Sie Ihren Vater sogar provozieren, wenn er gar nicht im Raum ist?
07:47Er macht es doch auch nicht anders.
07:49Muss an den Genen liegen.
07:51Vielleicht sind wir irgendwie verwandt miteinander.
07:53Es ging ihm wirklich nicht gut.
07:56Er hat sich so gefreut, dass Sie gekommen sind.
07:58Finger weg.
07:59Das ist fürs Abendbrot.
08:01Wer weiß, wie lange ja noch...
08:04Wollen Sie sich nicht wirklich mit ihm wieder vertragen?
08:06Klar will ich.
08:08Wissen Sie, ich meine, was haben Sie jetzt eben gesagt?
08:11Eva, ich habe Ihren Rat doch schon längst befolgt.
08:14Wie immer.
08:15Ich habe meinen Flug auf Übermorgen verschoben und werde den gewonnenen Tag mit meinem Vater verbringen.
08:20Und ich rede mir hier den Munds fußlich.
08:22Was wollen Sie denn unternehmen?
08:24Das ist das Problem.
08:26Wir haben gewettet, übrigens um sein Lieblingsessen, dass ich den ganzen Tag nicht mit ihm streiten werde.
08:31Also werde ich alle heiklen Themen vermeiden und nur über ganz harmlose Sachen mit ihm reden.
08:35Das kann nicht funktionieren.
08:37Also wenn Sie beide es darauf anlegen, sich nicht zu streiten, geraten Sie spätestens nach fünf Minuten aneinander, selbst wenn
08:46Sie nur übers Wetter reden.
08:48Was jetzt?
08:49Überlegen Sie mal, was Ihnen beiden immer Spaß gemacht hat.
08:54Wir sind mal gemeinsam auf eine Bootsausstellung gegangen, aber das ist nichts.
08:59Und natürlich zusammen angeln.
09:01Mit Philipp damals.
09:03Eigentlich war das ja...
09:04Eigentlich sind das meine schönsten Erinnerungen.
09:08Ein gemeinsamer Angelausflug.
09:09Warum nicht?
09:10Ja, warum nicht?
09:12Genau.
09:13Warum sollte ich nicht mit meinem Vater gemeinsam wieder mal angeln gehen?
09:19Wenn ich Sie nicht hätte, Eva.
09:20Ja, ja.
09:21Und die großen Kartoffeln, ne?
09:23Dann müssten wir die Kleinen essen.
09:24Ja.
09:25Aber...
09:28Von mir erfährt Herr Grafenberg kein Wort.
09:35Unglaublich, was sich im Laufe der Zeit auf einem Schreibtisch so an Müll ansammelt.
09:40Was machst du da eigentlich mit?
09:42Ich räume auf.
09:44Das ist Großvaters Schreibtisch.
09:47Und das ist das Bild meiner Großmutter.
09:49Glaubst du im Ernst, dass Werner nochmal auf seinen Platz zurück kann?
09:52Der muss sich schonen.
09:58Besser so...
10:02Ich dachte, ich setze mich gleich hier hin zum Arbeiten.
10:05Erstmal.
10:07Ist dir übrigens aufgefallen, dass wir eine neue Hilfskraft am Catering haben?
10:10Ja.
10:11Und ich habe ihrer Einstellung ausdrücklich zugestimmt.
10:13Musst du dich um jede Kleinigkeit kümmern.
10:16Dieses kleine Serviermädchen ist mir natürlich völlig egal.
10:19Aber ich dachte, dass wir eher Personal einsparen müssen.
10:23Aber doch nicht um jeden Preis.
10:24Preis.
10:25Das ist genau das richtige Stichwort.
10:27Unsere Produktionskosten...
10:28Mutter!
10:29Werner, fang nicht schon wieder mit der Auslagerung unserer Firma ins Ausland an.
10:33Vom Teilen der Produktion, nicht der ganzen Firma.
10:36Hör zu.
10:37Ich habe mit Werner über diese Idee gesprochen.
10:40Und wir haben sie verworfen.
10:41Das kommt nicht in Frage, das ist vom Tisch.
10:44Außerdem ist das überhaupt nicht dein Aufgabengebiet.
10:45Du bist Leiterin der Marketingabteilung.
10:49Wie läuft's da übrigens?
10:51Sind die neuen Anzeigen schon geschaltet?
10:53Alles läuft bestens.
10:55Deswegen habe ich auch Zeit, dich etwas zu unterstützen in der für uns allen schwierigen Situation.
11:03Wollen Sie wirklich in die Höhle des Löwen, beziehungsweise der Löwin?
11:07Das ist mein Job.
11:08Ich kann mich schlecht vor ihr verstecken.
11:10Und das will ich auch nicht.
11:11Naja, aber Sie könnten ihr erstmal ein wenig aus dem Weg gehen.
11:14Wie sollte das denn gehen?
11:16Na, ich könnte das für Sie reinbringen.
11:17Ich kenne Sie.
11:18Und ich tue Ihnen damit einen Gefallen.
11:22Danke.
11:25Für den Gefallen.
11:27Wenn wir konkurrenzfähig bleiben wollen, dann müssen wir die Produktion ins Ausland verlagern.
11:33Dein Großvater hat diesen Schritt aus falscher Rücksichtnahme und Sturheit lange genug verhindert.
11:39Daniel, wir müssen handeln.
11:42Und zwar jetzt.
11:46Silke, warum bringen Sie uns den Kaffee?
11:48Ich dachte, Andreas hat eine neue Servicekraft eingestellt.
11:51Ich wollte Sie ein wenig entlasten.
11:52Es ist ja alles noch ein bisschen neu für Sie.
11:55So sieht es also aus, wenn wir eine neue Kraft am Catering einstellen.
11:59Dann muss unsere Empfangssekretärin auch noch deren Job übernehmen.
12:03Dann bleibt eben der Platz am Telefon stundenlang unbesetzt.
12:07Ist ja auch völlig egal, ob unsere Geschäftspartner uns erreichen können oder nicht.
12:11Hauptsache die neue Aushilfskraft.
12:13Muss ich nicht überarbeiten.
12:15Mir scheint, Sie wollen die Abteilung wechseln, Frau Mertens.
12:19Ich denke, die Firma wird nicht gleich Konkurs gehen, wenn mal keiner ans Telefon geht.
12:22Stellen Sie es einfach auf den Tisch.
12:24Sehr gerne.
12:26Und wenn Sie sonst noch was brauchen?
12:30Siehst du, das ist genau, was ich meine.
12:32Wir können uns solche Sentimentalitäten einfach nicht leisten.
12:35Mutter übertreibt doch nicht immer so maßlos.
12:42Fällt dir was an dieser Tasse auf?
12:44Was soll mir daran auffallen?
12:47Ich wusste gar nicht, dass Andreas unsere neue Kollektion verwendet.
12:49Ist aber keine schlechte Idee.
12:50Dann sieh dir mal diese Tasse an.
12:55Deine Tasse stammt aus unserer aktuellen Produktion.
13:00Meine Tasse hingegen wurde in China hergestellt.
13:04Absolut identisch.
13:06Ein billiges Plagiat?
13:08Billig.
13:09Das ist genau das richtige Wort.
13:11Meine Tasse kostet in der Herstellung nur etwa ein Zehntel von deiner.
13:15Ja, das bedeutet für uns zehnfachen Verlust, wenn wir so weitermachen.
13:21Die Grafenberg hätte mich am liebsten gefierteilt, geteert und gefedert.
13:24Das tut mir leid.
13:25Aber Daniel hat mich rausgehauen.
13:27Wie ein edler Ritter.
13:29Dann sollte beim nächsten Mal wohl ich besser servieren.
13:32Ich hätte ihn pausenlos umarmen können,
13:35damit sie nicht noch mehr Schwierigkeiten bekommen.
13:37Ach was, solange Daniel bei mir ist, kann mir nichts passieren.
13:40Der beschützt mich sogar vor seiner Mutter.
13:43Die haben normalerweise ein total inniges Verhältnis, wissen Sie?
13:45Ich verstehe, aber bei Ihnen...
13:47Bei mir ist das was anderes.
13:49Bei mir ist ihm das egal.
13:51Ich könnte ihn wirklich pausenlos umarmen.
13:55Pausenlos.
14:03Tobias!
14:04Hallo Christa, störe ich?
14:06Nein, nein.
14:08Ich habe dir nur ein paar Handtücher mitgebracht.
14:10Davon hast du früher doch immer ganz gern ein paar in Reserve gehabt.
14:14Danke.
14:16Ja, sag einfach Bescheid, wenn du noch was brauchst.
14:21Hat sich Nico eigentlich um den Wassern gekümmert?
14:24Naja, der tropft nicht mehr.
14:29Was suchst du da eigentlich?
14:33Ich meine in den alten Zeitungen.
14:35Nichts weiter.
14:38Ich dachte nur, wir können auch nicht ewig hier bei dir wohnen.
14:42Und deswegen gehe ich schon mal die Wohnungsanzeigen durch.
14:44Und die Stellenangebote.
14:46Wegen einer Stelle.
14:48Ja.
14:48Die Wohnungsanzeigen und die Stellenangebote.
14:51Das sind ja ganz neue Züge an dir.
14:55Abgesehen mal davon, dass er die Ferienwohnung erstmal ruhig nutzen kann.
15:00Seit wann kümmerst du dich denn so um die alltäglichen Dinge des Lebens?
15:04Menschen ändern sich.
15:06Ich dachte immer, das gilt nicht für dich.
15:08Wieso denn nicht?
15:10Außerdem, wir haben uns doch schon Ewigkeiten nicht gesehen.
15:14Du kennst mich doch überhaupt nicht mehr.
15:16Christa,
15:18du verheimlichst mir was.
15:21Na schön.
15:23Ich
15:24habe die Kontaktanzeigen durchgesehen.
15:27Vielleicht finde ich ja doch noch einen reichen Mann,
15:29der mir aus dem ganzen finanziellen Schlamassel hilft.
15:33Das ist wieder die Christe,
15:35die ich vor 30 Jahren gekannt habe.
15:43Susi, hast du dich doch nicht verändert.
15:52Du dich aber auch nicht, Tobias Becker.
16:01Ob Daniel mich auch vor seiner Mutter verteidigen würde?
16:04So wie Silke?
16:06Oder fühlt er sich durch meine Anwesenheit eher unter Druck gesetzt?
16:12Ich weiß nicht, ob ich damit fertig werde,
16:14Daniel jeden Tag zu sehen und zu wissen,
16:16dass nichts aus uns werden kann.
16:19Ich hätte den Job nie annehmen dürfen.
16:21Ich wusste doch, dass ich Daniel ständig begegne.
16:25Und seiner Mutter.
16:27Andreas soll sich eine andere Auswirkung versuchen.
16:30Das kann nicht so schwer sein.
16:33Ich.
16:33Schluss für heute.
16:35Genau, Feierabend.
16:37Morgen ist auch noch ein Tag.
16:39Außerdem haben wir beschlossen,
16:40dass es jede Menge Grund zum Feiern gibt.
16:42Richtig.
16:43Zum Beispiel ihren ersten Arbeitstag.
16:45Na, ob das so ein Grund zum Feiern ist?
16:47Ja, was denn sonst?
16:49Und deswegen gehen wir jetzt auch alle gemeinsam ins Kurs.
16:52Wohin?
16:53Ins Cozy One.
16:54Das ist eine ganz nette Bar.
16:55Gleich hier um die Ecke.
16:56Die müssen Sie unbedingt kennenlernen.
16:57Kommen Sie.
16:58Ich lade Sie ein.
17:01Jeder Widerstand zwecklos.
17:02Sie sind umzingelt.
17:03Na, aber so viel überzeugenden Argumenten
17:05kann man ja nicht widerstehen.
17:06Ich räume nur noch kurz zusammen.
17:08Aber beeilen Sie sich nicht,
17:09dass noch jemand auf die Idee kommt,
17:10sich einen Abendcafé servieren zu lassen.
17:13Meinst du nicht,
17:14dass der chinesische Arbeiter
17:16sich ebenso mit seiner Firma verbunden fühlt,
17:18die ihm zwar einen guten,
17:21aber wesentlich geringeren Lohn zahlt
17:23und dass man es diesem Porzellan ebenso ansieht?
17:26Das glaube ich nicht.
17:30Falkenthaler Porzellan kann nur aus Falkenthal kommen.
17:33Es würde sonst seine Identität einbüßen,
17:35austauschbar werden
17:36und somit seinen wahren Wert verlieren.
17:39Interessante These.
17:40Dein Studium war offensichtlich nicht umsonst.
17:43Vor allem die Zeit an Großvaters Seite.
17:45Selbst dein Großvater wird verstehen,
17:46dass du als Chef
17:47dein eigenes Profil entwickeln musst.
17:49Aber nicht um jeden Preis.
17:51Und vor allem nicht mehr heute Abend.
17:52Du hast recht.
17:54Hast du noch was vor?
17:55Ich gehe vielleicht noch zu Jan ins Cozy.
17:58Weißt du,
17:59manchmal mache ich mir direkt ein bisschen Sorgen um dich.
18:02Du versteckst dich zu sehr
18:03hinter deinen Akten
18:04und in deinen Meetings.
18:06Andere Männer in deinem Alter
18:08die sind schon längst geschieden
18:09und du bist noch nicht mal verlobt.
18:11Wodurch bestimmte Kosten
18:13gar nicht erst entstanden sind.
18:14Du bleibst noch?
18:15Ja, ich habe Blut geleckt.
18:17Ich möchte jetzt unbedingt wissen,
18:18wofür Werner das ganze Geld ausgibt.
18:21Mutter,
18:22es ehrt dich ja,
18:23dass du dich so für die Umstrukturierung
18:25der Firma einsetzt, aber...
18:26Und für unsere Zukunft.
18:29Aber mit Verlaub,
18:30davon hast du keine Ahnung.
18:31Aber das musst du ja auch nicht.
18:33Genau deshalb möchte ich mich auch etwas
18:35in die Materie einarbeiten.
18:42Ich komme damit heute irgendwie nicht mehr zurecht.
18:45Ach, nicht verzagen.
18:47Von mir aus hättet ihr schon vor zehn Minuten
18:49Schluss machen können.
18:51Genießt eure Freizeit,
18:52solange ihr noch welche habt.
18:55Wer weiß, wie das wird,
18:56wenn wir erst einen neuen Oberboss haben.
18:58Mit dem Junior wird das bestimmt super.
19:02Wer sagt denn,
19:02dass mein großer Bruder die Firma übernimmt?
19:04Noch ist mein Onkel Frederik nicht abgereist.
19:06Ich dachte,
19:07der hat irgendwie so eine Safari-Farm
19:08in Südafrika.
19:10Großvater will ihm aber am liebsten
19:11die Firmenleitung übertragen.
19:13Und was der sich einmal
19:14in den Kopf gesetzt hat.
19:16Warum wollen Sie eigentlich nicht Chefin werden?
19:18Ich meine,
19:19Sie gönnen doch auch irgendwie mit zur Familie.
19:20Ich?
19:21Damit ich dann eines Tages
19:22mit einem Herzinfarkt
19:23vom Chefsessel kippe wie mein Vater.
19:25Nee, danke.
19:25Kein Bedarf.
19:27Da bleibe ich lieber
19:28in meinem kleinen Reich hier,
19:29teile meine Arbeit ein
19:31und genieße das Leben.
19:34Genug gequatscht.
19:36Verschwindet endlich,
19:37bevor ich es mir anders überlege
19:38und euch die Schreibtische
19:39mit dringenden Arbeiten vollpacke.
19:42Danke.
19:42Danke.
19:46Das ist Dingsing-Tee.
19:48Das schmeckt bestimmt so,
19:50wie er aussieht.
19:50Farblos bescheußlich.
19:53Er stärkt die körperliche
19:55und geistige Leistungsfähigkeit.
19:58Eva,
19:58ich bin längst wieder gesund.
20:00Ich brauche solche Zaubermittel nicht.
20:02Sie haben morgen einiges vor.
20:04Da kann es nicht schaden,
20:05sich einige Reserven aufgebaut zu haben.
20:09Sie wissen von Fredericks Vorschlag.
20:11Und ich freue mich für Sie beide.
20:14Wenn Sie mit einer so miesen Stimmung herangehen,
20:16kann es ja nichts werden.
20:18Ich bin eben Realist.
20:20Ich kann es mir einfach nicht vorstellen,
20:21einen ganzen Tag mit Frederik zu verbringen,
20:23ohne dass wir nicht doch
20:25über irgendeine Kleinigkeit streiten.
20:27Wenn Sie das selbst schon wissen,
20:29dann strengen Sie sich doch einfach mal an.
20:32Oder wollen Sie im Unfrieden auseinandergehen?
20:35Frederik liebt Sie.
20:37Er hat sich diesen einen Tag
20:38mit seinem Vater verdient.
20:40Es hat aber gut versteckt,
20:41dass er mich liebt.
20:42Vielleicht ist er dafür zu sehr
20:44der Sohn seines Vaters.
20:46Seine Weigerung, die Firma zu übernehmen,
20:48hat mich schon sehr getroffen.
20:50Sie haben ihn damit auch ganz schön überfahren.
20:56Nun schenken Sie mir noch eine Tasse ein
20:57von Ihrem Zaubertrank.
21:00Vielleicht ist es ja noch nicht zu spät.
21:06Eigentlich ist es noch zu früh für den Laden.
21:07In dieser Zeit finden wir aber bestimmt einen Platz.
21:12Wollen wir hier?
21:18Na, so eine Überraschung, Herr Gravenberg.
21:20Hallo.
21:20Hallo, Herr Silke.
21:22Ich bin vorhin gar nicht dazugekommen.
21:24Ich wollte mich noch bedanken bei Ihnen.
21:28Äh, wofür?
21:29Na, dafür, dass Sie mich rausgehauen haben
21:31bei Ihrer Mutter.
21:32Ach so, das ist nicht der Rede wert.
21:35Wissen Sie, sie übertreibt gerne mal ein bisschen,
21:36aber sie meint es meistens nicht so.
21:38Ist trotzdem total nett von Ihnen.
21:40Vielen Dank nochmal.
21:42Hallo, Jan.
21:42Wir nehmen eine Flasche Prosecco
21:44zur Feier des Tages.
21:45Ich habe endlich eine neue Kollegin.
21:46Ja, wie heißt sie denn?
21:47Julia.
21:48Hallo, Julia.
21:49Hallo.
21:49Wenn das kein Grund ist.
21:51Meine ich auch.
21:52Und?
21:52So nicht schlecht hier, oder?
21:54Super.
21:56Das ist sie.
21:58Das ist sie.
21:59Verstehe.
22:01Was verstehst du?
22:04Alles.
22:07Ah ja, das ist schön für dich.
22:19Also, auf eine lange und erfolgreiche Zusammenarbeit.
22:25Und wollen wir uns nicht langsam mal duzen?
22:27Ich finde, dass sie ist doch ein bisschen steif.
22:28Gerne, Andreas.
22:30Und danke, dass du mir den Job besorgt hast.
22:32Julia, ich finde es total schön, dass du bei uns arbeitest.
22:40Entschuldigt, aber ich habe völlig vergessen, ich muss los.
22:44Meine Mutter, die ist allein zu Hause, ihr geht es nicht so gut.
22:48Wir sehen uns dann ja morgen.
22:50Tschüss.
22:57Tschüss.
22:58Du hast völlig recht.
23:00So kann es nicht weitergehen.
23:01Ich muss ihn mir aus dem Kopf schlagen.
23:02Vergiss es.
23:04Wie meinst du denn das jetzt schon wieder?
23:05Das zieht sogar an Linder, dass ihr beide verliebt seid.
23:11Ich bin schon wieder weggelaufen.
23:13So kann es nicht weitergehen.
23:15Vielleicht ist es besser, ich verlasse Falkenthal.
23:18Weil ich nicht weiß, ob ich es aushalte, Daniel jeden Tag zu sehen.
23:23Aber würde ich es aushalten, hier wegzugehen und ihn gar nicht mehr zu sehen?
23:37Hallo, Mama.
23:40Du siehst aber erschöpft aus.
23:43Ach, ich bin nur ein bisschen müde.
23:44Hast du was gefunden?
23:47Nichts.
23:47Keine Spur von Hermann.
23:49Ach, wusste ich es doch.
23:51Also ist an der Geschichte von seinem Tod auch nichts dran.
23:53Hermann hat sich einfach verdrückt.
23:56Manchmal glaube ich das auch fast.
23:57Glaub es mir, Mama.
23:58Da gibt es keinen Toten in Südafrika.
24:01Wenn du meinst.
24:03Aber jetzt erzähl mal von dir.
24:04Wie war dein Tag?
24:06Warum bist du eigentlich so spät?
24:10Ich...
24:15Hab einen Job.
24:17Naja, ich weiß.
24:18Ab Servierhilfe bei den Grafenbergs.
24:21Nein, nein.
24:22Vielleicht was Festes.
24:25Aushilfe beim Catering in der Porzellanmanufaktur.
24:29Nichts für immer.
24:30Aber besser als gar nichts.
24:36Eva, haben Sie auch an was Süßes gedacht?
24:38Sie wissen, wie gerne mein Vater zum Essen noch eine Kleinigkeit nascht.
24:41Ich habe ein paar Plätzchen gebacken.
24:49In der kleinen Thermoskanne hier ist frischer Kaffee und in der ist der Tee für Herrn Grafenberg.
24:57Ich gehe noch in den Keller und hole eine Decke.
24:59Wozu brauchst du denn eine Decke?
25:02Ich dachte, wir setzen uns auf die Terrasse, oder?
25:06Oh, Eva, wozu haben Sie denn diesen alten Sack herausgekramt?
25:10Da ist alles Nötige drin für einen schönen Angelausflug.
25:14Ich wollte mit dir heute angeln gehen.
25:17So wie früher.
25:19Angeln?
25:20Um diese Zeit weißt du wie so kein Fisch.
25:24Ich gehe dann mal in die Decke holen.
25:27Ach, bringen Sie doch noch ein Schraubglas mit aus der alten Waschküche.
25:31Wegen der Würmer.
25:32Hätte ich fast vergessen.
25:35Angeln?
25:36Mhm.
25:36Was habt ihr euch da ausgedacht?
25:39Frederik gibt sich wirklich große Mühe.
25:41Und Sie haben versprochen, sich ein wenig anzustrengen.
25:44Vom Angeln war nie die Rede.
25:47Das ist aber genau das Richtige für Vater und Sohn.
25:51Denken Sie mal an früher.
25:53Angeln.
25:55Der Tag fängt ja gut an.
26:01Ach, genau so habe ich mir das vorgestellt.
26:04Ich komme und die Arbeit ist schon getan.
26:07Einen wunderschönen guten Morgen, Julia.
26:09Guten Morgen.
26:10Es tut mir leid, dass ich gestern so schnell gehen musste.
26:11Ach, kein Problem.
26:13Obwohl du wirklich was versäumt hast.
26:15Aber ich brauche jetzt erstmal einen doppelten Espresso.
26:17Gerne.
26:18Scheint ja ziemlich feuchtfröhlich gewesen zu sein.
26:21Wir haben noch die ganze Nacht im Kose gequatscht.
26:24Silke hat ganz schönes Sitzfleisch bewiesen.
26:27Naja, kein Wunder, wo sich noch Daniel an zu uns gesetzt hat.
26:31Ist sie gar nicht da?
26:33Ich habe sie noch nicht gesehen.
26:35Bitte.
26:37Der Tag kann beginnen.
26:41Bleibst du hier, dann kann ich mich noch um die Bestellungen kümmern.
26:43Und bis es so richtig losgeht, bin ich wieder zurück.
26:46Alles klar.
26:49Daniel hat den ganzen Abend mit den anderen verbracht.
26:52Er scheint mich also nicht vermisst zu haben.
26:56Umso besser.
26:57Schließlich bin ich nur hier geblieben, um zu arbeiten.
27:01Alles andere muss ich vergessen.
27:03Guten Morgen.
27:05Guten Morgen.
27:07Möchten Sie...
27:09Möchtest du einen Kaffee?
27:10Ja, gern.
27:12Es ist spät geworden gestern.
27:15Ich weiß.
27:16Ach ja?
27:18Andreas hat es gerade erzählt.
27:21Ja, schade, dass...
27:22dass du schon so schnell verschwunden bist.
27:24Ich war ziemlich müde.
27:26Natürlich.
27:27Vielleicht beim nächsten Mal.
27:30Vielleicht.
27:34Morgen, Silke.
27:35Alles in Ordnung?
27:36Oh, nicht so laut.
27:39Auch einen Kaffee?
27:40Vielleicht besser eine Kopfschmerztablette.
27:42Oder, Silke?
27:43Oh, Herr Gravenberg.
27:44Ist Ihnen kein bisschen schlecht?
27:47Tja.
27:48Ich lasse es mir einfach nicht anmerken.
27:51Wenn es mir mal nicht so gut geht.
27:56Lust auf die neuesten Katastrophen aus aller Welt?
27:59Komm rein, Tobias.
28:01Ich wollte gerade zu dir.
28:03Möchtest du auch einen Kaffee?
28:04Ja, gern.
28:05Stell dir vor, Julia hat jetzt doch eine Stelle bekommen.
28:09Ganz überraschend.
28:11In der Porzellanmanufaktur.
28:12Ist ja wunderbar.
28:14Dann musst du dir ja auch keinen Millionär ahnen.
28:17Die Zeitung musst du trotzdem da lassen.
28:19Na gut.
28:20Wir müssen uns schließlich noch eine feste Bleibe suchen.
28:23Christa, ich habe dir gestern schon gesagt.
28:26Ihr könnt die Wohnung haben, solange ihr wollt.
28:28Die Saison ist fast vorbei und bis jetzt hat sich auch noch kein neuer Gast angemeldet.
28:31Danke, Tobias, aber das kann keine Dauerlösung sein.
28:37Na, wie ihr wollt.
28:38Das ist eure Entscheidung.
28:40Du, ich weiß dein Angebot wirklich zu schätzen.
28:43Und wir finden das hier auch sehr schön, aber...
28:45Schon gut.
28:52Ich habe völlig vergessen, wie idyllisch der Weg zum See ist.
28:56Du hättest eben öfter mal herkommen müssen.
29:00Hoffentlich stehen die alten beiden noch.
29:02Sonst müssen wir die Angelschnüre so ins Wasser werfen.
29:05Warum hast du eigentlich keine ordentlichen Angelrouten besorgt?
29:09Weil es den Fischen ganz egal ist, ob sie mit einer extra teuren Superangel oder mit einfachen beiden Routen gefischt
29:15werden.
29:15Und?
29:16Wir sparen Geld für das Richtige.
29:20Genau, das hast du früher auch gesagt.
29:22Und dann bist du eines Tages mit so einem tollen Glasschieberteil in stationär Rolle und allen Schikanen angekommen.
29:29Mit der wir nie auch nur den winzigsten Stichling gefangen haben.
29:34Obwohl wir stundenlang am See gesessen haben.
29:38Du hast unheimlich viel Zeit mit Philipp und mir damals verbracht.
29:41Obwohl du doch eigentlich schon die Firma leiten musstest.
29:44Damals war ich noch jung.
29:47Drei, vier Stunden Schlaf haben gereicht.
29:51Und die Familie war für mich immer schon alles.
29:55Und eure Mutter ist zu früh von uns gegangen.
29:59Da konnte ich euch auch nicht hereinlassen.
30:01Also hast du dich lieber mit uns hingesetzt, statt dich auszuruhen und Kraft für die Firma zu tanken.
30:06Kraft?
30:07Habt ihr mir gegeben.
30:09Ich bin da eben anders.
30:12Die Familie ist mir auch nicht gleichgültig.
30:14Ja, das glaube ich wohl.
30:15Deshalb hast du dich auch so schnell ausgeklingt.
30:19Jetzt willst du mir schon wieder Vorwürfe machen.
30:20Ich bin eben anders.
30:22Stimmt.
30:23Und deswegen hast du dich aus dem Staub gemacht, obwohl wir dich hier so dringend brauchen.
30:29Du änderst dich nicht.
30:31Du willst wieder mit mir streiten.
30:36Ich will nur unsere Wette gewinnen.
30:40Was dir auf keinen Fall gelingen wird.
30:48Auslagerung der Formerei.
30:49Damit verlieren wir das Kernstück der Firma.
30:54Du hast meine Notizen gefunden?
30:56Ja.
30:56Ich bin nicht gerade erfreut darüber, was ich hier lesen muss, Mutter.
30:59Ach, das sind doch nur erste Gedanken.
31:00Die alles negieren, was die Firma ausmacht.
31:03Wie willst du dich als Werners Nachfolger positionieren, wenn nicht durch einen radikalen Neuansatz?
31:09Ich bin doch nicht sein Nachfolger.
31:11Aber du kannst Werners Abwesenheit dazu benutzen, die richtigen Entscheidungen für die Zukunft zu fällen.
31:17Indem ich hinter seinem Rücken die wichtigsten Bereiche der Firma herauslöse.
31:21Ja, er wird ein bisschen toben, aber er wird sich auch wieder beruhigen.
31:24Du kennst ihn doch.
31:25Ich habe keine Angst vor Großvaters Reaktionen.
31:29Worauf wartest du dann?
31:31Du musst nachholen, was dein Großvater die ganzen Jahre versäumt hat.
31:34Sonst wird es die Falkenthaler Porzellanmanufaktur bald nicht mehr geben.
31:38Unsinn.
31:39Wir stehen hervorragend da.
31:41Und wenn ich sein Nachfolger werde, Falkenthaler Porzellan, kann nur aus Falkenthal kommen.
31:46Komm, lass uns nicht streiten.
31:48Über die Details können wir uns doch jederzeit verständigen.
31:53Ich werde Großvater so lange vertreten, wie es notwendig ist.
31:56Und ich werde so entscheiden, wie er es tun würde.
32:00Ich hoffe nur, du lässt dir mit diesen Entscheidungen nicht zu lange Zeit.
32:05Frederik ist heute mit Werner unterwegs.
32:07Er hat extra seinen Rückflug verschoben.
32:11Naja, es wäre doch schön, wenn die beiden sich wieder vertragen könnten.
32:17Wie schön ist das hier?
32:21Geht eigentlich.
32:26Vielleicht soll ich doch einen anderen Wurm nehmen.
32:31Das hast du doch gerade vor fünf Minuten gemacht.
32:37Früher war es ja nicht so ruhig, wenn wir angeln waren.
32:43Sepp, haben wir ja auch kaum was gefangen.
32:48Weil du ständig herumgehandelt bist.
32:50Und immer irgendeinen Unsinn im Kopf hattest.
32:52Und so die Fische verjagt hast.
32:56Das war dir ja auch ganz recht.
33:02So kannst du das aber nicht sagen.
33:04Du hättest dich vor deinen Söhnen doch total blamiert,
33:06weil du gar nicht gewusst hättest, was du mit so einem Fisch anfangen sollst.
33:09Die Plötze damals, die ist dir doch wieder ins Wasser gesprungen,
33:12als du sie von der Angel machen wolltest.
33:14Die war eben glitschig.
33:15Das haben Fische so an sich.
33:18Das ist ja nicht jeder zum Pfadfinder geboren.
33:22Deshalb hat ja Philipp von Dahn sich um die Fische gekümmert, die wir gefangen haben.
33:27Und jetzt?
33:29Wenn eine anbeißen?
33:32Keine Sorge.
33:34Ich kümmere mich drum.
33:36Ich gehe seit Jahren mit meinen Freunden Südafrika zum Angeln.
33:47Die Dinge ändern sich.
33:50Daran merkt man, dass die Kinder erwachsen werden.
33:54Plötzlich lernen die Söhne nicht mehr von den Vätern,
33:58sondern die bringen den Vätern was bei.
34:03Aber die Gefühle ändern sich deshalb überhaupt nicht.
34:15Daniel, deine Loyalität, Werner gegenüber, in allen Ehren.
34:20Aber das darf nicht unser aller Zukunft gefährden.
34:24Das wird es nicht, Mutter.
34:27Dein Großvater hat in den letzten Jahren
34:30entscheidende Entwicklungen versäumt.
34:32Sicher ist es nicht einfach für ihn,
34:34gewohnt es über Bord zu werfen.
34:36Schließlich ist er nicht mehr der Jüngste.
34:39Was soll denn das?
34:41Merken Sie denn nicht, dass Sie stören?
34:43Warten Sie gefälligst draußen, bis man Sie ruft.
34:45Ich dachte...
34:46Danke.
34:47Überlassen Sie das Denken lieber anderen.
34:50Und machen Sie das, was Sie können.
34:51Das scheint mir schon wenig genug zu sein.
34:53Mutter, lass deine Wut über mich nicht an anderen aus.
34:55Und du spiel nicht den Samariter.
34:58Dein Mitleid den kleinen Leuten gegenüber
35:00verdanken wir schon genug neue Mitarbeiter.
35:02Was soll das heißen?
35:03Das soll heißen, dass wir uns das einfach nicht mehr erlauben können,
35:06ständig neue Mitarbeiter einzustellen für Arbeiten,
35:09die früher gar nicht angefallen sind.
35:11Mir ist jedenfalls nicht aufgefallen,
35:13dass es irgendein Problem am Catering gab.
35:16Vielen Dank, Frau Schilling.
35:19Weil du nie richtig zuhörst.
35:22Andreas klagt schon seit Wochen darüber,
35:23dass er das Catering alleine trotz Überstunden
35:25einfach nicht mehr bewältigen kann.
35:26Ach, ein bisschen Arbeit hat noch niemandem geschadet.
35:29Warum bringen sich die Leute eigentlich ihr Frühstück
35:31nicht von zu Hause mit?
35:32Ich finde es unmöglich und letztlich indiskutabel,
35:35dass du mich vor unseren Mitarbeitern so vorführst.
35:37Und ich kann es nicht ausstehen,
35:39wenn du diesen Ton mit mir redest.
35:42Daniel, das tue ich doch ja alles nur für dich.
35:45Vergiss das nicht.
35:47Hier geht es um deine Position als Firmenchef.
35:50Du kannst dir keine Schwächen erlauben.
35:52Schon gar nicht vor so einer kleinen Hilfskraft.
35:55Als Chef beweist man sich nicht,
35:56indem man seine Mitarbeiter demütigt.
35:59Ich möchte als Chef nicht gehasst,
36:02sondern geachtet werden.
36:16Frau Schilling noch da?
36:18Hallo, Bruderherz.
36:19Ich freue mich auch, dich zu sehen.
36:21Entschuldige, Patricia.
36:21Weißt du, ob Frau Schilling noch da ist?
36:23Wenn du die neue Imbissfee meinst,
36:24die ist gerade in die Mittagspause.
36:26Und wenn du mich fragst,
36:27der Job hier scheint nicht das Richtige für sie zu sein.
36:29Jedenfalls sah sie nicht gerade glücklich aus,
36:31als sie aus deinem Büro kam.
36:33Was war denn?
36:35Ach, Mutter hatte mal wieder einen ihrer Auftritte.
36:38Und dann musst du armer Junge wieder schlichten.
36:41Komm, stärk dich erst mal.
36:43Nein, danke, kein Hunger.
36:45Noch ein Wasser, bitte.
36:47Sie sahen aber auch schon mal frischer aus.
36:50Versuchen Sie es doch mal
36:51mit ausreichend Schlaf und vernünftigem Essen.
36:54Essen?
36:55Oh, danke, nee, kein Hunger.
36:58Scheint eine ansteckende Krankheit zu sein.
37:00Kein Hunger.
37:02Wir waren gestern noch im Kosi,
37:04Ihr Bruder, Andreas und ich.
37:08Wir sind total versackt.
37:11Wir sind nicht versackt,
37:13sondern wir haben uns zufällig in Kosi getroffen, Silke.
37:15Alles klar?
37:19Was ist denn in den Ding gefahren?
37:22Der war gestern auch schon so komisch.
37:24Wie komisch?
37:26Na, irgendwie so in sich gekehrt,
37:28so...
37:29Ach, gar nicht glücklich.
37:31Auf jeden Fall.
37:33Hat ihn der Chef Stress auch schon gepackt?
37:35Oder meine Mutter?
37:36Oder beides.
37:39Mein Mitleid jedenfalls hält sich in Grenzen.
37:43Schließlich hat er sich dasselbe ausgesucht.
37:54Das ist ja anstrengender
37:56als fünf Vorstandssitzungen im Unternehmerverband.
37:59Alles in Ordnung mit dir?
38:00Ja, ja.
38:01Für mich ist nur das Bein eingeschlafen.
38:04Möchtest du lieber nach Hause gehen?
38:05Nein, auf gar keinen Fall.
38:08Nicht, bis wir wenigstens
38:09einen ganz kleinen Fisch gefangen haben.
38:14Habe ich den Jagdinstinkt in dir geweckt?
38:20Na ja.
38:21Was für ein richtiger Angler ist.
38:26Aber Vater,
38:27du hast das Angeln immer gehasst.
38:29Und Philipp und du,
38:31ihr habt das immer gewusst?
38:32Von Anfang an.
38:34Wir haben dich dafür geliebt,
38:36dass du mit uns trotzdem
38:37immer wieder zum See gegangen bist
38:38und uns allen Blödsinn hast machen lassen.
38:40dass du dich stundenlang
38:42mit etwas für dich derartig stupiden
38:43wie mit Angeln gelangweilt hast.
38:45Mit euch habe ich mich nie gelangweilt.
38:47Ich liebe dich noch heute dafür,
38:50dass du mitgekommen bist ohne zu murren.
38:52Naja, im Prinzip ohne.
38:53Obwohl für dich Angeln
38:54so ziemlich das Letzte ist.
38:56Dass du ausgeharrt hast,
38:57die ganze Zeit.
39:00Friedrich, da.
39:02Tu was.
39:02Was denn?
39:03Na mach, mach schnell.
39:05Na die Angel.
39:08Wir haben einen Fisch gefangen.
39:10Noch nicht ganz.
39:11Er bleibt doch dran, oder?
39:12Gemeinsam schaffen wir es.
39:27Lass mich raten.
39:29Probleme mit deiner Julia?
39:32Sie hat dich abblitzen lassen.
39:35Du hast sie abblitzen lassen.
39:38Aber ihr seid euch begegnet, hä?
39:40Meine Mutter hatte sich nicht nehmen lassen,
39:42sie so richtig fertig zu machen.
39:44Und mich hat sie bei der Gelegenheit
39:45gleich mal mit vorgeführt.
39:51Für Julia muss es die Hölle gewesen sein.
39:53Für sich Maracuja mit Rhabarbersaft
39:55und roter Beete.
39:57Schmeckt scheußlich.
39:58Mach mir noch einen.
39:59Was willst du jetzt machen?
40:01Wenn ich das wüsste.
40:02So kann es jedenfalls nicht weitergehen.
40:08Vielleicht habe ich mich auch geirrt.
40:11Womit?
40:12Mit dem, was ich gestern so geplappert habe.
40:15Wahrscheinlich gibt es das ja auch gar nicht.
40:17Die große Liebe.
40:17Vielleicht gehört ihr doch nicht zusammen.
40:19Ich meine, so etwas gibt es nur im Märchen.
40:20Und Wünsche gehen nicht von allein in Erfüllung.
40:23Genau.
40:23Gut, dass du es endlich kapiert hast.
40:25Jetzt tu aber auch was.
40:27Du hast völlig recht.
40:29Bis dann.
40:32Übrigens, probier es mal mit Paradiesapfel,
40:35damit das überhaupt nach irgendwas schmeckt.
40:41Seine Mutter greift mich an
40:43und Daniel verteidigt mich nicht mal.
40:47Seine Familie geht ihm eben über alles.
40:50Er hat es selbst gesagt.
40:53Ich muss ihn vergessen.
40:54Endgültig.
41:17Nein, nicht kaputt machen.
41:19Die gehören doch zusammen.
41:22Einer allein erzählt überhaupt nichts von dem Wunder.
41:24Ja, eben.
41:28Die wollen immer wieder zusammenkommen.
41:33Ja.
41:49Julia!
41:50Julia!
41:54Ihr habt mir vorhin sehr genau gezeigt,
41:56wovend ich gehöre, deine Mutter und du.
41:57Julia, das...
41:58Kannst du dir vorstellen, wie ich mich gefühlt habe,
41:59als sie mich in deinem Büro beschimpft hat?
42:01Dein Großvater und Frederik haben sich wieder versöhnt.
42:04Ja, um was?
42:05Hier geht es nicht um eine rührselige Vater-Sohn-Vereinigung.
42:08Hier geht es um deine Zukunft.
42:10Du hast Sehnsucht nach Südafrika, stimmt's?
42:12Ich musste da einiges zurücklassen.
42:14Aber man muss sich manchmal von etwas trennen,
42:16um etwas Neues finden zu können.
42:19Ich episode 25.
42:20Ich bin fragwöse.
42:20Aufh fits.
42:20Ich bin fragwöse.
42:23Ich bin fragwöse.
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