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KurzfilmeTranskript
00:28Untertitelung. BR 2018
00:48Untertitelung. BR 2018
01:00Das ist ja cool, ey.
01:01Ihr müsst unbedingt einen auf Stimmung machen, wenn ihr kommt, ja?
01:04Da kommen wahrscheinlich nämlich ein paar Leute von der Plattenfirma.
01:06Ja, klar.
01:07Ja, okay.
01:22Wenn Sie mich nicht mehr brauchen, Chip, dann gehe ich jetzt.
01:24Ach, Frau Stangl, eine Kleinigkeit.
01:29Ich weiß nicht, ob Sie sich noch erinnern, es muss 25 Jahre her sein,
01:34da gab es bei uns eine Näherin.
01:37Kolb hieß sie, glaube ich.
01:39Die Personalakte, die müssten wir doch im Keller haben, oder?
01:43Rosa Kolb.
01:44Ja, Rosa Kolb.
02:07Stanglapparat, Unger?
02:09Nein, nein.
02:10Der Herr Unger ist noch im Haus.
02:12Vielleicht versuchen Sie es in zehn Minuten nochmal.
02:15Ja, bitte, bitte.
02:32Hier.
02:33Ja, wie?
02:36Sie sind nicht der Einzige, der sich plötzlich für Rosa Kolb interessiert.
02:39Und wer auch?
02:41Florian Unger.
02:42Ah, ja.
02:44Hat er gesagt, warum?
02:46Nein.
02:47Und ich nehme an, Sie werden es mir auch nicht sagen.
02:49Nein.
02:49Und ich wäre Ihnen sehr verbunden, wenn Sie es nicht im Betrieb herum erzählen würden.
02:53Herr Althofer, ich...
02:54Dass ich den Unger zum Geschäftsführer machen möchte, das weiß auch schon jeder.
02:58Ach, das habe ich lediglich mit Ewald.
03:00Ich meine, mit Herrn Kunze...
03:01Herr Dr. Straubinger, kommen Sie herein.
03:03Guten Abend, Herr Doktor.
03:05Bis morgen dann.
03:06Entschuldigen Sie die Verspätung.
03:08Das macht nichts.
03:08Ist mir sogar lieber so.
03:10Nach Feierabend hat man mehr Ruhe.
03:12Bitte.
03:13Danke.
03:14Äh, kann ich Ihnen irgendetwas anbieten?
03:18Komm mal nachts vielleicht.
03:19Danke, nein.
03:20Ich muss es leider kurz machen.
03:21Ich habe um sechs noch einen Termin.
03:23Es gibt ohnehin kaum Probleme.
03:24Verträge dieser Arzt sind standardisiert.
03:26Zur Diskussion stehen lediglich Höhe der Gewinnbeteiligung und Laufzeit des Geschäftsführervertrags.
03:34Ich werde das mit der Gesellschaft dann klären.
03:37Fünf Jahre scheint mir das Minimum zu sein.
03:40Da wir keinen Gewinn machen, wird die Gewinnbeteiligung kein Thema sein.
03:45Ehrlich gesagt, deshalb habe ich Sie nicht um einen Termin gebeten.
03:49Es geht um eine private Sache, in der ich Ihren Rat brauche.
03:52Bitte.
03:53Ich möchte alles über eine ehemalige Mitarbeiterin wissen.
03:58Wo sie wohnt, wo sie arbeitet, Familie etc.
04:03Alles.
04:03Es ist 25 Jahre hier.
04:06Ich weiß.
04:08Darf ich fragen, um es geht?
04:11Lieber nicht.
04:13Das soll nicht heißen, dass ich Ihnen nicht vertraue.
04:15Aber sagen wir, ich möchte mir die Peinlichkeit ersparen.
04:21Tja, dann würde ich sagen, es ist eine Aufgabe für eine Detektei.
04:25Ich habe da eine Adresse in München.
04:27Lehmann.
04:28Hat verschiedentlich für unsere Kanzlei gearbeitet.
04:30Nicht ganz billig, aber zuverlässig und diskret.
04:32Lehmann.
04:33Ja.
04:36Herr Wieland.
04:38Herr Wieland.
04:40Schön, dass ich Sie noch erwische.
04:42Sind die Probleme mit der M5 gelöst?
04:44Hoppla, Herr Unger.
04:47Tja, Herr Wieland.
04:49Alles Neue macht der Mai.
04:50Mhm.
04:51Apropos Mai.
04:52Wir brauchen die Muster für Mailand.
04:53Und dann brauchen wir morgen den Wagen für Düsseldorf.
04:56Der Leo, der müsste morgen eigentlich zurück sein aus Zürich.
04:58Aber was die Muster angeht, das liegt nicht an der Maschine.
05:00Das liegt an diesen ausgefallenen Materialien,
05:02die sich seit neuestem die Designabteilung ausgedacht hat.
05:06Metallfäden.
05:07Ja, wo sind wir denn hier?
05:07Wir machen Stoffe, kein Blech.
05:09Herr Wieland, vor kurzem haben Sie noch alle gefreut,
05:11dass die Firma gerettet ist.
05:12Aber wir sind noch nicht über den Berg.
05:13Wir müssen jetzt dranbleiben,
05:15damit wir wieder ganz vorne dabei sind.
05:17Und von Ihren Stoffproblemen verstehe ich leider nichts.
05:20Wenn Sie nichts davon verstehen,
05:21was wollen Sie denn bei uns als Geschäftsführer?
05:25Geschäftsführer?
05:26Jetzt kommen Sie mir nicht so glatt rasiert.
05:28Was wollen Sie denn damit sagen?
05:30Der Kunz hat das von der Frau Stangel.
05:32Ach so, der Kunz hat das von der Frau Stangel.
05:34Na ja, dann...
05:35Dann vergessen wir es mal.
05:37Ein Geschäftsführer, der nicht weiß,
05:38dass er Geschäftsführer werden soll,
05:39ist wohl für den Job nicht geeignet.
05:42Trotzdem, wir brauchen die Muster für die Messe.
05:44Lassen Sie sich bitte was einfallen.
05:48Das sieht doch gar nicht so schlecht aus, oder?
05:49Ja.
05:50Herr Wieland.
05:51Ja, ja.
05:53Sie sollten sich auch mal wieder rasieren.
06:04Na, na, Herr Unger.
06:06Ja?
06:07Straubinger.
06:08Ich bin der Anwalt der Familie Althofer.
06:10Wieso gibt's Probleme?
06:12Kommt auf Sie an.
06:13Wiedersehen.
06:30Herr Dr. Straubinger, der wird sich auch noch bei Ihnen melden.
06:34Ja, ich wollte einfach nicht so lange warten.
06:36Die Autonummer von Frau Czerny ist A-LI-449.
06:43Und die Akte Kolb, die könnte ich Ihnen faxen,
06:46wenn Sie mir Ihre Faxnummer geben.
06:47Ja, bis gleich.
06:51Äh...
06:53Gut.
06:54Danke.
06:55Und bitte, alles so schnell wie möglich.
06:58Über das Honorar werden wir uns bestimmt einig.
07:07Herr Althofer, ich fürchte, wir müssen miteinander reden.
07:11Herr Unger, das fürchte ich auch.
07:13Aber bitte nicht hier.
07:15Haben Sie heute Abend noch was vor?
07:17Nein.
07:19Dann würde ich sagen, Sie zeigen mir kurz,
07:21wie das Faxgerät von Frau Stange funktioniert.
07:23Und dann gehen wir rüber.
07:24Meine Frau hat sicher nichts dagegen,
07:25wenn ich Sie zum Essen mitbringe.
07:26Ich möchte Sie nur warnen.
07:28Falls Sie tatsächlich vorhaben,
07:29mich hier zum Geschäftsführer zu machen,
07:32dann lassen wir es lieber.
07:33Ich möchte Ihnen Ihren Appetit nicht verwerben.
07:35Heute Abend gibt es nur Vegetarisches.
07:36Da hält sich mein Appetit sowieso an Grenzen.
07:39Ich muss aber vorher noch versuchen, Leo Weitz zu erleiden.
07:41Wir brauchen morgen den Lastwagen.
07:43Und er ist immer noch nicht aus Zürich zurück.
07:45Also das Fax.
08:15Hallo.
08:23Es ist sehr freundlich von Ihnen,
08:25dass Sie mich mitnehmen,
08:26weil mein Käfer streikt
08:28und ich muss ganz dringend nach München.
08:29Also bis Augsburg kann ich Sie mitnehmen.
08:31Und von da gehen ja Laufenzüge nach München.
08:41Ich heiße übrigens Leo.
08:43Isabella.
08:44Isabella.
08:46Spanien oder Portugal?
08:48Portugal.
08:50Aber ich bin in Deutschland geboren
08:51und war nur zu Besuch zu Hause.
08:58Wollen Sie mich drangehen?
09:00Nee.
09:01Das ist unser Meister aus der Firma.
09:04Jede Stunde ruft an und will wissen, wo ich gerade bin.
09:06Als ob es dann schneller gehen würde.
09:09Ich bin heute erst um vier in Zürich weggekommen
09:11und muss morgen schon wieder nach Düsseldorf.
09:14Meine Freundin weiß schon gar nicht mehr, wie ich aussehe.
09:18Hier.
09:20Können Sie ihr geben.
09:21Mein Großvater macht ihn selbst.
09:23Das ist aber nett.
09:24Vielen Dank.
09:25Ich trinke zwar lieber Bier,
09:27aber Emma wird sich freuen.
09:31Wie weit ist es denn noch bis Augsburg?
09:34Wenn ich auf die Tube drücke,
09:35eine gute Stunde.
09:38Mist.
09:40Als ich in München bin,
09:41hat die Firma längst Feierabend.
09:43Ich soll da Montag anfangen.
09:48Ich habe selber gehört,
09:49wie der Wieland es Emma gesagt hat.
09:52Und der hat es vom Kunze
09:53und der bestimmt von der Stange.
09:54Wie üblich.
09:56Also der Unger-Geschäftsführer,
09:58das kann ich mir überhaupt nicht vorstellen.
10:00Wieso denn nicht?
10:01Er schmeißt den Laden doch sowieso schon.
10:03Und jetzt, wo Roland Althofer
10:04in die Brauerei eingeheiratet hat.
10:07Das ist bestimmt Felix aus Berlin.
10:12Seiler?
10:13Hallo?
10:14Felix.
10:16Tut mir leid, Schätzchen,
10:17aber ich schaff's nicht,
10:18morgen schon zu fliegen.
10:19Ja, wie lange musst du denn noch bleiben?
10:21Vielleicht schaffe ich es ja bis Freitag.
10:24Aber vielleicht muss ich auch noch nach Leipzig.
10:27Das geht nicht.
10:28Du musst kommen, Felix.
10:30Erstens verpasst du sonst das Konzert von Jonas.
10:33Und zweitens,
10:34weißt du, was ich heute gehört habe?
10:36Nein, aber du wirst es mir bestimmt gleich sagen.
10:39Dein Vater will Florian Unger
10:40zum Geschäftsführer machen.
10:42Wird kein Scheiß.
10:43Doch, ehrlich.
10:44Die Stangen hat gehört,
10:45wie dein Vater mit eurem anderen telefoniert hat.
10:47Straubingem.
10:48Weiß ich nicht.
10:49Jedenfalls hat es dem Kunze erzählt.
10:52Das kannst du dir doch nicht gefallen lassen.
10:55Naja, das will ich vom Vater erstmal persönlich hören.
10:58Du musst kommen, Felix.
11:00Ich halte es nicht aus, so lange immer.
11:03Dann muss ich mir da eben noch einen Mann zulegen,
11:05so nebenbei.
11:06Da werde ich aber vorsichtig an der Stelle.
11:08Man weiß lieber nicht in der Tür stehen.
11:12Felix, du Witzbeugen Leipzig.
11:17Tja, dann will ich jetzt nicht weiter stören.
11:20Ich wünsche dir noch einen herrlichen Abend.
11:22Hm, wegen mir richtig.
11:25Schau mal, was ich gekocht habe.
11:28Später.
11:37Ich habe zur Abwechslung mal ein Espresso gebraut.
11:40Ich hoffe, Sie mögen Espresso.
11:42Wenn er nur halb so gut ist wie ihr Essen,
11:43dann bin ich rundum glücklich.
11:45Aber bitte keinen Spargel mehr.
11:47Der bleibt mir immer zwischen den Zähnen hängen.
11:49Ach, du armer alter Mann.
11:50Sehr richtig, sehr richtig.
11:52Alt genug, um an die Zukunft der Firma zu denken.
11:56Ja, Oma.
11:57Jetzt gehen Sie es doch zu.
11:59Die Aufgabe reizt Sie doch.
12:01Jetzt vergessen Sie doch mal alle, wenns und aber.
12:05Ach, das muss Cornelia sein.
12:07Ich hoffe, die Probe heute lief besser.
12:09Oh, du bist dann ganz ja so deprimiert.
12:14Hallo.
12:15Na, wie lieb.
12:16Tschüss.
12:18Ein Desaster.
12:20Ich könnte mich ohrfeigen, dass ich mich habe überreden lassen.
12:23Es ist doch immer so.
12:24Vor jeder bringt.
12:26Hast du Hunger?
12:27Es wäre ganz leicht aufzuwirken.
12:29Nein, danke.
12:29Aber einen Espresso hätte ich auch ganz gerne,
12:31wenn du so lieb bist.
12:32Ja, war ich.
12:33Danke.
12:35Na, ihr macht ja so ernste Gesichter.
12:42Warum fragen Sie nicht mal Ihre Tochter?
12:44Sie ist schließlich Gesellschafterin.
12:46Ich habe Herrn Unger die Geschäftsführung bei Althofer angeboten.
12:51Und?
12:53Eine Firma ist doch wie ein Orchester.
12:57Der Dirigent sollte doch eventuell Musik studiert haben.
12:59Meinen Sie nicht auch?
13:0190 Prozent des Alltagsgeschäfts haben mit der Herstellung nichts zu tun.
13:05Und schließlich Felix und ich sind auch noch da.
13:07Ich verstehe Ihre Bedenken, aber Vater hat recht.
13:10Sie sind nicht der Dirigent, sie sind der Plattenproduzent.
13:14Und die verstehen von Musik in der Regel nicht mehr als unbedingt nötig.
13:20Ich schlage vor, wir geben Herrn Unger die Gelegenheit,
13:24dein Angebot zu überschlafen.
13:26Und reden zur Abwechslung mal von was anderem als von der Firma.
13:29Ja, zum Beispiel, wenn wir morgen zu meinem Konzert kommen.
13:32Ich habe zwei Freikarten.
13:33Ich passe.
13:34Ich kann Ihren Rachmaninoff nicht mehr hören.
13:37Wilhelm.
13:37Entschuldige, ich habe Sie das Konzert zu oft üben hören.
13:41Aber Sie nicht.
13:42Ich brauche eine starke Schulter zum Ausweinen hinterher.
13:46Ach, dann gehe ich mit Herrn Unger.
13:49Ja?
13:50Ja, da kann ich dann wohl nicht mehr Nein sagen.
13:52Nein, können Sie nicht.
14:29Ich hoffe, wir werden sehen.
14:39Digit, sag doch auch noch was, Waltraud.
14:42Ja, was weiß ich. Lass die Finger davon.
14:44Oder bitte komm nach Frankfurt zurück, ich kann nicht ohne dich leben.
14:47Oder sonst irgendwas.
14:50Nein, ich weiß nicht, was ich machen soll.
14:52Naja, fünf Jahre.
14:55Plus Gewinnbetreuung, ja.
14:57Gehalt, natürlich, nicht zu knapp.
14:59Aber Waltraud, es ist gar nicht das Gehalt.
15:02Mir macht was ganz anderes Angst.
15:05Das kann ich dir jetzt nicht sagen.
15:06Ich rufe dich später nochmal an. Du bist ja noch im Büro, ja?
15:09Also, hilf mir. Danke.
15:18Felix, du darfst nie wieder weg.
15:24Wenn ich allein bin, dann kommt mir immer alles so sinnlos.
15:30Wann musst du nach Mailand?
15:33Ach du, das kommt drauf an, ob wir überhaupt eine neue Kollektion zustande bringen.
15:36Die Biberei hat Probleme mit den Designs von deiner Freundin.
15:40Da kennst du Lena schlecht.
15:42Die kriegt das schon hin.
15:43Die schafft alles, was sie will. Im Gegensatz zu mir.
15:49Ich will mit nach Mailand.
15:51Ich kann doch Frau von Dietrichsen helfen.
15:57Felix.
16:01Ich muss nochmal weg.
16:03Jetzt?
16:04Wohin?
16:04Ich muss mit Roland reden.
16:06Ich wette, er hat keine Ahnung, was da auf ihn zukommt.
16:09Toll.
16:10Hätte ich bloß nichts gesagt.
16:13Natalie.
16:15Das musst du doch verstehen.
16:17Aber du kommst wieder.
16:18Ja.
16:22Klar.
16:24Und ich darf mit nach Mailand.
16:27Mal sehen.
16:28Ich rede mit der Dietrichsen.
16:29Bestimmt.
16:31Ja.
16:53Ja, endlich.
16:54War köstlich, Frau Schörmann.
16:56Viel besser als Frau Julia aus der Dose.
16:59Tja, in ihr Essen habe ich jetzt Frau Tscherni gegeben.
17:03Ja, können wir nie weiß, wann sie heimkommen.
17:05Ich habe sowieso schon gegessen.
17:07Aber kriege ich vielleicht noch ein kleines Bierchen?
17:09Aber nur eins.
17:11Wissen Sie, wie spät es ist.
17:17Darf ich?
17:18Klar.
17:22Speckknödel.
17:23Sie haben was verpasst.
17:25Frau Schörmanns gute Küche ist doch wohl nicht der Grund, warum Sie hier sind.
17:29Nein.
17:30Ich habe Natalie die Wohnung überlassen, weil, ähm, ihr Freund ist überraschend aufgetaucht.
17:35Ich habe noch einen Schlafzack im Auto.
17:36Wieso?
17:37Können Sie sich Ihr Zimmer nicht mehr leisten?
17:38So.
17:40Machen Sie ein bisschen das Licht aus und sperren Sie zu, gell?
17:42Ich geh nämlich ins Bett.
17:43Mach ich von mir mal.
17:44Ja.
17:45Gute Nacht und danke.
17:46Mir nichts zu danken.
17:48Das kriegt alles der Herr Unger auf seine Rechnung.
17:52Ja.
17:52Alles dann.
17:53Gute Nacht.
17:54Gute Nacht.
17:56Wofür machen Sie ganz schnell den Griff?
17:57Tja, ein Mann, der seine Mutter nie gesehen hat, ist da ein sehr leichtes Opfer.
18:04Prost.
18:11Und?
18:13Warum sind Sie hier?
18:15Herr Wieland macht Probleme.
18:17Er behauptet, seine Maschinen schaffen die Kollektion für Mailand nicht.
18:21Damit hätten Sie auch morgen früh in der Firma zu mir kommen können, oder?
18:24Stimmt.
18:26Na schön.
18:29Also, ich habe gehört, Herr Althofer will Sie zum Geschäftsführer machen.
18:34Stimmt, ja.
18:37Das hört sich aber nicht gerade begeistert an.
18:39Das bin ich auch nicht.
18:41Wissen Sie, ich komme mir vor wie ein Pirat, der das Angebot bekommen hat, Kapitän der Handelsmarine zu werden.
18:48Ja, ich...
18:48Ich war immer ein freier Mann.
18:51Heute hier, morgen da.
18:53Anreisen, Lage sondieren, zuschlagen, zusammenpacken, abkassieren und tschüss.
18:58Keine Verantwortung, keine Beziehungen, keine Skrupel.
19:03Ganz genau.
19:04Und besonders, keine Sekunde Langeweile.
19:06Also, über Langeweile können Sie sich ja über Althofer nicht beklagen.
19:10Nein.
19:11Aber als Geschäftsführer, wissen Sie, da ist man mit der Firma wie verheiratet.
19:16Gar nicht abzusehen von der Verwandtschaft, die man mitheiratet.
19:20Komisch.
19:20Ich hatte immer den Eindruck, Sie lieben Ihren Job, Herr Althofer.
19:24Genau das ist mein Problem.
19:27Wissen Sie, was ich glaube?
19:29Nein, aber Sie werden es mir sicherlich gleich sagen.
19:32Sie haben Angst.
19:34Also, nicht vor der Aufgabe an sich oder vor den Problemen mit Felix oder Roland Althofer.
19:39Sie haben Angst vorm Altwerden.
19:41Oder ich meine, vielleicht sollte ich besser sagen, vorm Erwachsenwerden.
19:44Also, ich habe den Gedanken immer gehasst, Erwachsenwerden.
19:47Das heißt ja nichts anderes, als so sein wie alle anderen auch.
19:50Etabliert sein, festgefahren in einem Job, und dann ist man 30, 40,
19:53verheiratet, hat zwei Kinder, ein Reinhäuschen.
19:56Und das soll es dann gewesen sein.
20:00Stimmt doch, oder?
20:02Ja, man kann es so sehen.
20:03Aber es muss doch nicht so sein.
20:05Wenn zwei das Gleiche tun, dann ist es doch nicht zwangsläufig das Gleiche.
20:08Das kommt auf die eigene Einstellung an, von welchem Standpunkt man aus die Dinge sieht.
20:13Sie sind also der Meinung, ich soll den Job hier annehmen?
20:17Ja, natürlich.
20:19Wenn Sie jetzt gehen, dann ist Althofer in ein oder zwei Jahren an dem Punkt, wo Sie eingestiegen sind.
20:23Ach!
20:24Und das wäre doch schade.
20:27Gehen Sie ruhig rein, ich wollte sowieso gerade gehen.
20:29Moment, Moment, Moment.
20:31Ja, Ungarn?
20:33Nein, doch, doch, reden Sie, reden Sie, reden Sie.
20:36In München? Wie kommt denn der Weiz nach München?
20:40Nein.
20:41Scheibenkleister.
20:43Ja, natürlich, ich kümmere mich drum.
20:44Und was ist mit dem Wagen?
20:46Ja, gibt es irgendeine Telefonnummer?
20:49Ja, danke.
20:52Was denn?
20:54Leo Weiz hat in München einen Unfall gebaut.
20:56Ja, ist Ihnen was passiert?
20:57Nein, aber der Wagen ist im Eimer und er sitzt bei der Polizei fest.
21:01Das ist doch ein Traumjob, ja? Geschäftsführer.
21:04Und was machen Sie jetzt?
21:06Ich glaube, ich gehe erstmal auf mein Zimmer.
21:08Noch ein bisschen telefonieren.
21:11Das wird wohl eine schlaflose Nacht heute.
21:16Tut mir sehr leid.
21:17Macht ja nichts.
21:19Ist doch übrigens gar nicht so schlecht.
21:20Was?
21:21Ein Pirat ohne Bart.
21:37Da ist Milwaukee.
21:39Da sind auch die ganzen Brauereien.
21:41Weil es da nämlich so gutes Wasser gibt.
21:43Wer kann denn das jetzt noch sein?
21:46Wahrscheinlich ist es dein Vater.
21:47Und ich sitze hier auf seinem Platz.
21:49Mach den Teufel bloß nicht an die Wand.
21:55Milwaukee.
21:58Na?
22:00Danke.
22:03Schau mal, wer da ist.
22:05Tut mir leid, wenn ich störe.
22:07Nein, im Gegenteil.
22:08Vielleicht kannst du ja deinen Bruder davon überzeugen,
22:10dass ein oder zwei Jahre USA wirklich keine Tragödie ist.
22:15Ja, ja, ja.
22:17Meyerbeer will sein Bier an die Amerikaner verkaufen.
22:19Birgit meint, sie könnte ihren Vater überzeugen,
22:21ihr und mir die Geschäftsleitung drüben zu überlassen.
22:24Am Arsch der Welt in Milwaukee.
22:28Setz dich doch.
22:29Danke.
22:31Möchtest du was trinken?
22:32Ach, danke, nein.
22:35Ich, ähm, will euch den Abend nicht verderben,
22:37obwohl das wird sich nicht vermeiden lassen.
22:40Wieso das ist?
22:43Du solltest dir das gut überlegen.
22:45Mit USA.
22:47Vielleicht bist du ja lieber Chef am Arsch der Welt
22:49als eine Arschgeige in Augsburg.
22:53Vater will Oma zum Geschäftsführer machen.
22:56Nein.
22:58Und das nach allem, was Roland für Althofer getan hat?
23:02Das kann er doch nicht machen.
23:03Naja, dass ich mal ans Ruder komme, ist ja sowieso nicht drin.
23:06Außerdem, äh, bin ich nicht scharf auf den Job.
23:10Mit dir ist das schon was anderes.
23:13Wahrscheinlich hat ihm deine entschuldige
23:16Geldheirat mit Birgit den Rest gegeben.
23:17Ach, aber den Scheck, den hat er genommen.
23:21Das lässt du dir nicht gefallen, hörst du?
23:23Langsam, langsam. Dazu müssen die Gesellschaft erst mal Ja sagen.
23:26Darauf würde ich mich an deiner Stelle nicht verlassen.
23:28Geh in die USA, Roland.
23:30Ich halte die Stelle.
23:31USA? Birgits Vater weiß doch noch nie mal von seinem Glück.
23:35Was?
23:37Du hast deinem Vater noch nicht gesagt, dass ihr...
23:39Ja, wie denn? Am Telefon?
23:41Bei 10.000 Kilometern in Entfernung?
23:43Ist doch jetzt auch egal.
23:45Du musst wissen, was du willst.
23:47Und ich halte zu dir.
23:49Na, eins steht wenigstens fest.
23:50Mit deiner Frau hast du zur Abwechslung mal die richtige Entscheidung getroffen.
23:55Und jetzt brauche ich, glaube ich, ein Meierbier.
23:59Mein Gott, was bin ich für ein naiver Idiot.
24:03Ich habe doch tatsächlich versucht, meinem Vater mit Geld etwas Respekt abzukaufen.
24:06Und was ist die Quittung?
24:08Er hält noch weniger von mir als vorher.
24:26Na?
24:27Hi.
24:28Ach Lena, jetzt lass es doch, komm.
24:31Mach das in der Auge.
24:33Ich hasse das, wenn es am liebsten Tag so aussieht.
24:35Ich kann nicht dafür, meine Mutter hat nicht so gut dazu.
24:39Ist irgendwas?
24:41Nö.
24:44Felix musste noch mal weg zu Roland.
24:48Wegen dem Unger.
24:52Stell dir vor, Leo Weiz hat einen Unfall gebaut mit seinem Lastwagen.
24:54Nein.
24:55Ihm ist nichts passiert.
24:57Nur der Wagen ist ein bisschen kaputt.
24:58Mit dem Leo ist doch immer irgendwas.
25:01Warst du schon mal in Mailand?
25:03Ein paar Mal, wieso?
25:04Ich darf vielleicht nicht.
25:06Felix will mit der von Dietrichsen reden.
25:08Was hat er gesagt?
25:09Ja, warum nicht?
25:11Ich kann mir nicht vorstellen, dass er dich mitnimmt.
25:13Und dann auch noch mit der Dietrichsen.
25:15Wir lieben uns.
25:17Und irgendwann...
25:18Nathalie.
25:19Ich weiß, dass Felix gerne flirtet.
25:22Er ist ein Playboy.
25:23Aber er kommt immer wieder zurück.
25:25Zu mir.
25:26Und eines Tages?
25:28Ja, eines Tages kommt er nicht mehr.
25:30Aber willst du das so genau wissen?
25:31Nathalie.
25:33Wenn es ihm ernst wäre, dann hätte er doch längst mit dem Versteckspielen aufgehört.
25:36Mach dir doch nichts vor, sonst...
25:38Felix?
25:39Ja, Schatz.
25:44Hallo, alles noch munter?
25:47Als haltet ihr beiden süßen Mäuse davon, wenn wir noch ausgehen.
25:49Die Nacht ist noch jung.
25:51Oh ja, in die neue Bar in der Altstadt.
25:53Also ohne mich, ich muss total früh aufstehen morgen.
25:56Lena, jetzt zickert nicht rum.
25:58Die Muster vermeiden?
25:59Ja, Wieland hat was gegen die Metallic gar nicht.
26:01Ich glaube, waren die sowieso schon schwer genug aufzutreiben.
26:03Ich werde mir Wieland vorknöpfen.
26:05Gleich morgen.
26:08Ist dir Leo gestern noch gekommen, aus Zürich?
26:12Ja, wissen Sie es noch gar nicht?
26:14Er hat einen Unfall gebaut in München und die Polizei hat ihn da behalten.
26:18Oh Gott.
26:19Es ist ihm nichts passiert, er hat nur den Laster erwischt.
26:21Da.
26:40Die Polizei hat unseren Fahrer Vorlauf wie festgenommen.
26:42Warum entzieht sich unsere Kenntnis?
26:45Wo?
26:47Wo?
26:49Etterler Straße, Untersuchungsgefängnis.
26:51Haben Sie es gehört?
26:52Also, Dr.
26:53Straubinger, ich wäre Ihnen sehr verbunden, wenn Sie das übernehmen würden.
26:57Übrigens, der Herr Lehmann war sehr kooperativ.
26:59Vielen Dank nochmal.
27:01Also, Sie melden sich.
27:03Gut, ich bin den ganzen Tag erreichbar.
27:05Herr Unger, vielen Dank.
27:07Guten Morgen.
27:10Ich muss mit dir sprechen, Vater.
27:12Aber unter vier Augen, wenn es denn geht.
27:15Muss denn das jetzt sein?
27:16Ich werde im Büro erwartet und außerdem müssen Herr Unger und ich...
27:19Das ist ja Zeit, Herr Althofer.
27:21Na schön.
27:23Aber das eine sage ich dir.
27:25Wenn dein Besuch mit irgendwelchen personellen Entscheidungen hier im Hause zu tun hat, dann...
27:29Womit denn sonst, Vater?
27:31Ich verstehe dich echt nicht mehr.
27:33Was habe ich dir getan?
27:35Ich meine, was habe ich dir getan, ich oder Felix, dass du so mit uns umspringst?
27:38Wir haben unser ganzes Leben in dieser Firma investiert.
27:41Jeden gottverdammten Tag von früh bis spät.
27:43Ich weiß.
27:45Aber darum geht es nicht.
27:47Natürlich nicht.
27:49Egal, was ich getan habe, ich habe es dir nicht recht machen können.
27:51Aber dass du uns jetzt auch noch für deine eigene Pleite verantwortlich machst, das ist ein starkes Stück.
27:56Ja?
27:56Du warst doch der Alleinherrscher hier.
27:58Du und deine selbst herrlichen Entscheidungen haben diese Firma an den Abgrund gebracht.
28:02Und daran hätte dieser Sanierer aus Frankfurt auch nichts ändern können, wenn du weiterhin so heilstarrig deinen Kuss gehalten hättest.
28:08Bist du jetzt fertig?
28:10Warum eher?
28:14Was hat der Mensch, dass er alles kriegt von dir? Alles.
28:17Alles, was er will. Und jetzt auch noch die Firma.
28:19Ja, komm doch mal!
28:23Ich brauche einen Geschäftsführer.
28:26Du, du hast dich ja anderweitig orientiert.
28:29Birgit.
28:30Gut, dann kommen wir zum zweiten Punkt.
28:32Was um Himmels Willen hast du gegen meine Heirat mit Birgit?
28:35Kann ich mir nicht mal meine eigene Frau aussuchen?
28:36Ach, du hast sie doch bloß geheiratet, weil du das Geld gebraucht hast!
28:40Ich?
28:42Ich?
28:43Ich habe das Geld nicht gebraucht.
28:45Diese Firma hat das Geld gebraucht.
28:47Und soll ich dir was sagen?
28:48Birgit hat das gewusst und es hat sie nicht gestört.
28:50Willen, ich wollte bloß wissen.
28:52Ah, Roland.
28:54Schön, dass du dich wieder mal sehen lässt.
28:56Wann lernen wir deine Frau kennen?
28:58Das musst du ihn fragen.
29:00Zylvia, was ist?
29:02Ja, nein, ich bin sowieso fertig.
29:04Nur noch eins.
29:07Althoffer gehört uns allen.
29:09Und wir alle werden darüber entscheiden, wer die Geschäftsführung übernehmen wird.
29:13Und was meine Ehe mit Birgit betrifft,
29:16so kannst du ihm vielleicht am besten erklären, dass man nicht nur aus Liebe heiraten kann.
29:19Oder hättest du Vater geheiratet, wenn er straßenfähiger wäre?
29:23Wie?
29:25Geh.
29:26Geh.
29:27Geh, bevor ich mich vergesse.
29:35Wille, habe ich dir nicht gesagt, dass das böses Blut gibt?
29:47Herr Grüß Gott.
29:48Herr Straubinger.
29:49Herr Althoff hat mich gebeten, jedenfalls zu übernehmen.
29:51Tja, Herr Weiz, sieht nicht gut aus.
29:54Hören Sie, der PKW ist bei Rot über die Ampel.
29:56Herr Weiz, das steht hier leider nicht zur Debatte.
29:58Warum haben Sie sich der Blutalkoholuntersuchung widersetzt?
30:01Hatten Sie getrunken?
30:02Nein, die Weinflasche ist beim Unfall zertroffen.
30:05Der Korken war ja noch drin.
30:09Zweitens wirft man Ihnen vor, dass Sie die erlaubten Fahrzeiten um vier Stunden überschritten haben.
30:13Mann, Augsburg, Zürich und zurück, das macht jeder an einem Tag.
30:16Da übernachte ich doch nicht.
30:18Die wollen mir mit Gewalt was anhängen.
30:20Herr Weiz, hier steht, dass Sie völlig übermüdet und in angetrunkenem Zustand einen schweren Unfall verursacht haben.
30:26Ihre Unfallgegner liegen schwer verletzt auf der Intensivstation.
30:29Und ein Polizist ist krankgeschrieben, den Sie täglich angegriffen haben.
30:32Ja, okay, das gebe ich zu.
30:34Ich habe einfach die Nerven verloren, als die mir Handschellen anlegen wollten.
30:38Aber an dem Unfall habe ich keine Schuld.
30:40Das kann die Anhalterin bestätigen, die dabei war.
30:42Die Ampel war grün.
30:44Und der Wein, der war von ihr.
30:46Ein Mitbringsel aus Portugal.
30:48Anhalterin?
30:49Davon steht nichts im Protokoll.
30:51Und das würde ich an Ihrer Stelle lieber für mich behalten.
30:53Mein Gott, das ist doch nicht verboten, oder?
30:55Jeder Fahrer nimmt ab und zu mal was Nettes mit.
30:57Na ja, als Zeugin könnte sie vielleicht nützlich sein.
31:01Warum hat sie die Unfallstelle verlassen?
31:03Ja, was weiß ich.
31:04Ich habe mich um die Verletzten im Pkw gekümmert, da war sie auf einmal weg.
31:08Isabella heißt sie.
31:10Ihr Käfer hatte eine Panne.
31:12Und ich, gutmütiges Rindvieh, fahre sie auch noch bis München, weil sie zu spät dran war.
31:17Isabella, sonst kein Name.
31:21Gut, Herr Weiz, ich werde versuchen, Sie gegen Kaution freizubekommen, aber versprechen kann ich Ihnen nichts.
31:25Hören Sie, ich habe in Zürich beim Kunden in der Kantine zwei Bier getrunken.
31:29Zum Mittagessen.
31:30Das war alles, Herr Doktor, ich schwöre es.
31:33Herr Weiz, auch dann schlägt man keinen Polizisten zusammen.
31:39Darf man fragen, was das werden soll?
31:41Ähm, ein Experiment.
31:43Ich wollte Herrn Althofer Junior vorschlagen, die neuen Kreationen für Mailand mit Models vorzuführen.
31:49Ich finde, der Bewegung wirken die Stoffe ganz anders als auf dem Tisch oder auf dem Wallen.
31:52Finden Sie nicht auch?
31:53Im Prinzip keine schlechte Idee, aber ich fürchte, das kann sich die Firma Althofer nicht leisten.
31:58Ich könnte doch mitkommen. Ich habe schon mal gemodelt.
32:01Für einen Model sind Sie vielleicht ein bisschen klein.
32:05Frau Czerny, wissen Sie inzwischen, ob die Weiberei Ihre Kollektion überhaupt rechtzeitig fertigstellen kann?
32:10Paul Wieland war da nicht sehr optimistisch.
32:13Ah, guten Tag, Herr Althofer.
32:15Lassen Sie sich nicht stören. Ich möchte nur gern mal die Kollektion von Frau Czerny sehen.
32:19Ja, bitte.
32:20Ja, aber da schauen Sie jetzt bitte nicht ganz genau hin, weil da gibt es noch Probleme.
32:23Also, die Weiberei hat noch Probleme mit den Garnen.
32:25Ich weiß nicht, ob wir in Mailand damit den großen Erfolg haben werden.
32:28Die italienische Mode ist doch eher klassisch-konservativ.
32:32Ja, das stimmt schon. Aber die Italiener produzieren ja nicht nur für Italien, sondern mehr und mehr auch für den
32:37Markt in den USA.
32:38Boretti zum Beispiel macht 80 Prozent seines Umsatzes da.
32:41Boretti hat noch nie bei Althofer gekauft.
32:44Logisch. Er nimmt ja auch keine Schottenröcke.
32:47Jetzt sag's halt, wenn Herr Althofer schon mal da ist.
32:49Frau Czerny schlägt vor, dass wir Ihre Kollektion in Mailand mit Models vorführen.
32:54Das ist bei der Konkurrenz längst üblich.
32:57Das mag schon sein, aber diese Entscheidung möchte ich doch meinem Sohn überlassen.
33:01Schließlich ist er der Vertriebschef.
33:03Und, ja, was die Weiberei betrifft, ich fürchte, ich muss Herrn Wieland da Recht geben.
33:09Wir sind dafür nicht ausgestattet.
33:12Aber ich lass mich gern eines Besseren verleihen.
33:17Wir haben ja immer noch unsere klassische Waage.
33:23Irgendwann hat er nicht Nein gesagt.
33:25Na ja.
33:28Na ja.
33:55Ich hab mir die neuen Stoffe in der Designabteilung angesehen.
33:59Hm.
34:00Kriegen Sie das hin?
34:01Wollen Sie meine ehrliche Meinung hören?
34:04Sicher.
34:05Sie sollten mal ein ordentliches Machtwort sprechen.
34:08Das ist doch der Wahnsinn, was die Czerny sich da ausdenkt.
34:10Und der Unger zieht voll mit.
34:13Wir sind für derartige Experimente nicht ausgerüstet.
34:15Klar, wir können alles umrüsten.
34:17Aber was wird da mit den laufenden Aufträgen?
34:19Wir können von den laufenden Aufträgen nicht leben.
34:22Das ist das Problem.
34:24Wir müssen mit der Zeit gehen.
34:27Noch besser, der Zeit voraussehen.
34:31Ich hab das begriffen.
34:32Und ich verlass mich auf sie.
34:35Sie haben's doch bis jetzt auch immer hingekriegt.
35:00Tut mir leid, Mutter.
35:02Roland, es ist fast vier Uhr. Wolltest du noch in drei Uhr sein?
35:05Ja, stimmt. Ich stand im Stau.
35:07Hör zu.
35:09Vater will Florian Unger zum Geschäftsführer machen.
35:12Ich werde die Gesellschafterversammlung einberufen
35:14und ich möchte wissen, ob ich mit deiner Ablehnung rechnen kann.
35:17Er will euch die Firma wegnehmen?
35:19Und was sagt Felix dazu und Cornelia?
35:21Und Felix ist natürlich auf meiner Seite und Cornelia ist nicht ansprechbar.
35:24Sie hat Probe fürs Konzert heute Abend.
35:28Sag mal, Roland, bist du überhaupt noch interessiert an der Firma?
35:31Ich meine, jetzt fuhr du in die Brauerei.
35:33Mutter, darum geht's doch nicht. Es geht ums Prinzip.
35:36Schon gut, schon gut, schon gut.
35:37Es tut mir wahnsinnig leid, Roland, aber ich muss jetzt zum Friseur.
35:40Ich hoffe, Mario hat meinen Termin noch nicht weggegeben.
35:43Zahlst du bitte?
35:45Du stimmst also für mich?
35:47Ja.
35:49Ist das sowieso egal, so wie die Firma steht?
35:52Oder ist sie wieder in der Gewinnzone?
35:54Nein.
35:58Sag mal, deine Frau, ist das nicht das Mädchen von damals?
36:03Ich meine, aus deiner Tanzstunde?
36:04Ja, und?
36:06Ich dachte, da war nichts.
36:08Anscheinend doch.
36:11Hauptsache, du bist glücklich. Und Geld hat's ja.
36:17Übrigens, das ist nicht wahr, was man sagt. Das Geld nicht glücklich macht.
36:22Es ist zumindest kein Fehler, welches zu haben.
36:33Ja?
36:34Dr. Straubinger ist da.
36:36Na, endlich.
36:37Kommen Sie.
36:38Und die Frau Althoffer lässt ausrichten. Ihre Karte fürs Konzert liegt an der Kasse.
36:42Auf den Namen von Frau Althoffer.
36:43Ja, danke.
36:44Bitte.
36:47Also, wie sieht's aus?
36:48Hat leider etwas länger gedauert. Ich wollte mit den Beamten persönlich sprechen, die den
36:51Unfall aufgenommen haben. Und ich war im Krankenhaus. Gott sei Dank keine Todesopfer.
36:56Was wirft man Herrn Weiz vor?
36:58Alkohol am Steuer überfahren einer roten Ampel tätlicher Widerstand. Einer der Beamten
37:02musste genäht werden an der Oberlippe.
37:04Das glaub ich nicht. Was sagt denn Herr Weiz zu den Anschuldigungen?
37:08Er gibt lediglich zu, sich der Festnahme widersetzt zu haben. Die Ampel habe grün gezeigt.
37:13Und die Weinflasche, die bei dem Aufprall zu Bruch gegangen ist, sei ihm von einer Anhalterin
37:16namens Isabella geschenkt worden. Verkorkt.
37:19Ach, eine Anhalterin? Jetzt weiß ich wenigstens, warum Herr Weiz nach München gefahren ist,
37:23dieser Wahnsinnsmensch.
37:25Tja, jedenfalls morgen um 14 Uhr ist der Termin beim Haftrichter. Wären Sie eventuell bereit,
37:28Kaution zu stellen?
37:29Selbstverständlich.
37:30Tja, ich muss leider wieder. Die Angelegenheit hat mich mehr Zeit gekostet, als ich mir
37:33eigentlich leisten kann.
37:34Danke, Herr Doktor.
37:36Ach so, noch etwas. Herr Weiz hat dringend darum gebeten, die Episode mit der Anhalterin
37:39diskret zu behandeln. Offensichtlich fürchtet er seine Lebensgefährtin könnte falsche
37:43Schlüsse ziehen.
37:43Diese Befürchtung ist durchaus berechtigt.
37:47Wiedersehen.
37:48Wiedersehen.
37:51Wiedersehen, Herr Doktor.
37:53Ich geh schnell zu Frau Martinek ins Atelier.
37:55Frau Martinek ist nach Haus gegangen, der ging's gar nicht gut.
37:58Gibt's denn was Neues von Ihrem Leo?
38:00Ja, er wird morgen dem Haftrichter vorgeführt.
38:04Frau Stangeln, können Sie mir die Adresse von Frau Martinek aufschreiben?
38:09Ach ja, hat Frau Althoffer gesagt, wenn das Konzert heute Abend beginnt?
38:12Um sieben.
38:14Dann höre ich jetzt auch auf. Ich muss mich ja noch umziehen.
38:16Wäre nicht schlecht. Der Bad ist ja leider ab.
38:20Es freut mich, dass Sie es wenigstens bemerkt haben. Danke.
38:23Ich bemerke mehr, als Sie denken.
38:27Ach, Frau Ciari!
38:31Ich wollte Ihnen nur sagen, Herr Althoffer hat mit Herrn Wieland geredet.
38:34Ich hoffe, das Gespräch hat ihn motiviert.
38:36Hat es. Er will die Muster bei einem Kollegen in Auftrag geben.
38:39Bei der Konkurrenz?
38:40Ja, offenbar hat er denen auch schon mal ausgeholfen.
38:42Naja, Hauptsache es kostet nichts.
38:44Hauptsache wir haben eine Kollektion für Mailand.
38:46Ja, das auch.
38:48Was ist mit Leo? Haben Sie was gehört?
38:50Ein Drama.
38:52Ehrlich?
38:52Ich weiß noch nicht, wie es Frau Martinek beibringen soll.
38:55Naja, mein Problem.
38:57Noch Fragen?
38:59Haben Sie sich entschieden, was die Geschäftsleitung angeht?
39:02Ja, ich habe mich entschieden, die Gesellschaft entscheiden zu lassen.
39:06Wahnsinnig mutig.
39:09Das ist dann ja wohl auch mein Problem.
39:12Sonst noch irgendwer gefallen?
39:14Nein?
39:34Lass es es dazu.
39:38Nach Hause?
39:40Ich glaube es.
39:40Ich komme mit.
39:54Das ist ja schön, dass Sie so schnell anrufen.
39:56Ach, Herr Lohmann, kann ich Sie gleich noch mal zurückrufen?
40:01Ah.
40:02Willst du nicht doch mitkommen, Wilhelm?
40:04Lass ihn.
40:05Fass, er macht mich nur nervöser, als ich schon bin.
40:08Als hättest du schon mal deinen Auftritt verpatzt.
40:11Drück mir trotzdem die Daumen, ja?
40:14Ich habe dir alles hergerichtet.
40:16Du musst nur den Herd anstellen und ab und zu kommen werden.
40:18Das wäre doch nicht nötig gewesen.
40:20Doch, sonst isst du nämlich wieder nichts.
40:22Und von Cognac allein kann man nicht leben.
40:24Silvia, ich muss eine halbe Stunde vorher da sein.
40:31Und viel Spaß.
40:50Und viel Spaß.
40:54Halt Hofer.
40:56Herr Lehmann, na, was haben Sie rausgekriegt?
40:58Ja.
41:00Ja.
41:08Ja.
41:20Ja.
41:22Ja.
41:29Dann hat er sich mit der Polizei angelegt und jetzt sitzt er in U-Haft.
41:32Ich durfte seine Frau trösten den ganzen Abend.
41:34Nein, das heißt, sie ist nicht seine Frau.
41:36Sie leben nur zusammen.
41:36Waltraud ist eine komische Kombination.
41:39Er ist gut und gerne zehn Jahre jünger als Sie.
41:42Was heißt, es ist wie bei uns.
41:43Waltraud.
41:45So, jetzt ist das Konzert zu Ende.
41:47Ich wollte dich doch nur fragen, was du mir rätst.
41:51Geschäftsführer, ja.
41:53Das ist nicht meine Entscheidung, das ist unsere Entscheidung.
41:55Schließlich willst du doch nach Augsburg kommen.
41:58Waltraud, ich muss mich jetzt mal unter die Fans mischen, ja?
42:00Überstürzt nichts, ich rufe dich wieder an.
42:22Hallo, gut, dass Sie doch noch gekommen sind.
42:24Sagen Sie nicht, dass Sie nicht drin waren.
42:25Ich hab Sie nicht verhandelt.
42:27Danke.
42:34Dankeschön.
42:36Ja, dann lass ich euch jetzt allein.
42:39Nimmst du die Blumen mit, bitte?
42:41Ja, klar.
42:45Also, Sie waren fantastisch.
42:48Sie lügen ja, Sie waren doch gar nicht da.
42:54Sie haben nichts versäumt, ich war nur mittelmäßig.
42:57Jeder Solist ist nur so gut, wie das Orchester, das ihn begleitet.
43:04Na ja, ich denke, heute lag es doch eher an mir.
43:11Wo fahren wir denn hin?
43:14Ja, keine Ahnung, ich dachte, Sie kennen sich ja aus.
43:17Ich nehme an, das Ziegelstadel wäre nicht ganz nach Ihrem Geschmack.
43:20Na ja, ich weiß auch nicht.
43:23Fahren Sie einfach los.
43:36Ich habe Sie etwas gefragt.
43:39Das kann man nicht so leicht mit Ja oder Nein beantworten.
43:42Ich dachte immer, Männer hätten es da leichter als Frauen.
43:45Sie wissen meistens, was sie wollen.
43:47Ich glaube, Männer tun immer nur so, als ob sie wüssten, was sie wollen.
43:53Ich will, dass Sie bleiben, falls Ihnen das Ihre Entscheidung erleichtern sollte.
43:57Leider hängt das nicht nur von Ihnen ab.
44:01Und wenn Sie mich jetzt küssen würden, würde ich nicht schreien.
44:08Nein?
44:10Bitte verstehen Sie mich nicht falsch.
44:12Ich finde Sie sehr attraktiv.
44:15Aber?
44:17Sie wollen geschäftliches und Privates lieber getrennt halten.
44:22Vielleicht.
44:26Aber gegen ein schönes Steak mit Pilzen haben Sie hoffentlich nichts einzuwenden.
44:31Ich habe einen irren Hunger.
44:32Ja.
44:33Das glaube ich auch.
44:35Dann kommen Sie, Sie seltsamer Mensch sind.
45:02Ich bin sicher.
45:04Ich habe eine neue Versuche.
45:07Ich bin sicher nicht glücklich wenn, du kannst.
45:11Ich bin sicher nicht.
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