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KurzfilmeTranskript
00:02Ich habe gedacht, dass das mit Julia vorbei ist.
00:06Ich habe es mir so sehr eingeredet, dass ich es geglaubt habe.
00:08Nein, du hast mich benutzt, um über sie hinwegzukommen.
00:12Um sie zu vergessen.
00:14Nein, Marie, ich habe wirklich geglaubt, dass wir noch eine Chance haben.
00:16Du lügst, du hast nie geglaubt, dass wir eine Chance haben.
00:20Julia ist deine große Liebe, nicht ich.
00:25Ich habe dich nicht angelogen.
00:27Dann hast du mir eben nicht die Wahrheit gesagt.
00:30Das kommt doch aufs Gleiche raus.
00:38Dann sag mir wenigstens jetzt die Wahrheit.
00:41Wann hast du das letzte Mal mit Julia geschlafen?
00:56Hey, what you looking for?
01:01No one has the answer.
01:04They just want more.
01:09Hey, who's gonna make it right?
01:15This could be the first day of my life.
01:26Sag mir die Wahrheit.
01:30Ich weiß nicht, was das für eine Rolle spielt.
01:32Jetzt sag's mir!
01:37An dem Abend, bevor wir uns auf den Weg in die Schweiz gemacht haben.
01:46Tut mir das, Marie.
01:48Ich wollte das nicht.
01:50Du sagst, du gehst mit mir in die Schweiz.
01:53Du sagst, du liebst mich und du willst mit mir leben.
01:56Und hinter meinem Rückfall ist du mit Julia?
02:00Nein!
02:00Es ist gut, es ist gut, es ist gut, komm.
02:02Richtig, Marie.
02:04Marie.
02:16Frau Gravenberg.
02:18Schön, dass Sie Ihre Kaffeepause endlich beendet haben.
02:21Ich muss mit Ihnen sprechen.
02:23Das ist aber schade.
02:24Ich habe nämlich gerade überhaupt gar keine Zeit.
02:26Natürlich haben Sie Zeit, wenn ich mit Ihnen sprechen will.
02:29Wissen Sie eigentlich, was Sie da angerichtet haben?
02:31Was meinen Sie denn?
02:33Spielen Sie nicht die Ahnungslose.
02:34Sie wissen genau, was ich meine.
02:38Jetzt fassen Sie mal auf, Frau Gravenberg.
02:41Sie können mich gern mit dem Auto über den Haufen fahren.
02:42Sie können mir auch Jörg Schwarz auf den Hals setzen.
02:44Sie können mir drohen, solange Sie wollen, aber eins können Sie ganz bestimmt nicht.
02:47Sie können mir keine Angst mehr machen.
02:49Und jetzt können Sie gehen.
02:51Sie scheinen zu vergessen, dass die Manufaktur meiner Familie gehört.
02:55Frederik ist hier der Chef.
02:57Und soweit ich mich erinnere, hält er Sie für eine gefühlskalte, egoistische und skrupellose Intrigantin.
03:02Skrupellos?
03:03So, so.
03:05Wer im Glashaus sitzt, der sollte nicht mit Steinen werfen, meine Liebe.
03:09Sie haben sich wieder rücksichtslos an Daniel rangemacht und riskieren damit,
03:14dass seine Beziehung zu Marie in die Brüche geht.
03:16Meine Beziehung zu Daniel geht Sie überhaupt nichts an.
03:18Oh doch.
03:20Im Gegensatz zu Ihnen liegen mir meine Mitmenschen nämlich am Herzen.
03:25Marie steht kurz vor einem Nervenzusammenbruch und dafür sind Sie alleine verantwortlich.
03:30Jetzt reicht es.
03:31Sie sind die Letzte, die mir moralische Vorhaltungen machen kann.
03:35Wenn Ihnen Ihre Mutter kein Benehmen beibringen kann, dann ist das eine Sache.
03:39Aber Sie sind ja nicht mal in der Lage, einen groben Fehler zuzugeben.
03:43Und kann ich Ihnen auch nicht weiterhelfen.
03:44Was mit Marie ist, das tut mir leid.
03:46Aber vor Ihnen muss ich mich ganz bestimmt nicht rechtfertigen.
03:49Und jetzt verlassen Sie auf der Stelle mein Büro sonst.
03:51Sonst was?
03:53Gehen Sie einfach.
03:56Daniel wird Marie niemals verlassen.
03:58Mit diesem Gedanken sollten Sie sich endlich anfreunden.
04:02Ach und noch etwas.
04:03Wenn ich Ihnen Angst einjagen will, dann gelingt mir das auch.
04:07Das ist einfach so.
04:16Klar, dass Annabelle Grafenberg die Situation ausnützt, um mich unter Druck zu setzen.
04:23Aber ich bin nicht schuld daran, wenn Marie wieder krank wird.
04:30Marie, ich wollte das alles nicht.
04:32Wo?
04:35Wie, wo?
04:37Wo habt ihr euch getroffen?
04:41Marie, du tust dir selbst weh.
04:43Nein, ich tue mir nicht selbst weh.
04:44Du tust mir weh.
04:46Jetzt sag schon, wo?
04:50Im Bootshaus.
04:51Im Bootshaus.
04:54Wie romantisch.
04:57Wir haben uns dort zufällig getroffen.
04:59Wir haben das nicht geplant.
05:00Und ihr konntet gar nicht anders.
05:02Ihr seid einfach übereinander hergefallen.
05:05Marie, so war das nicht.
05:07Und was, wenigstens gut?
05:13Ja, klar.
05:14Es war wunderbar.
05:16Es war, es war leidenschaftlich wild.
05:19Die, die ganze Nacht lang wahrscheinlich, während ich hier gesessen und auf dich gewartet habe.
05:22Marie, ich würde es dir gerne erklären, wenn du mich lässt.
05:24Ich will keine Erklärungen!
05:30Fass mich nicht an.
05:40Ich muss raus.
05:42Ich brauche frische Luft.
05:46Ich brauche frische Luft und ich gehe da jetzt raus.
05:50Und du wirst mir nicht hinterherkommen.
06:08Vielen Dank, Eva.
06:09Aber wir haben genug zu essen.
06:11Papa hat den Kühlschrank richtig voll gemacht.
06:13Aber ihr habt nicht meinen berühmten Kartoffel-Karotten-Auflauf mit Speck?
06:17Ah, stimmt.
06:18Den haben wir natürlich nicht.
06:20Tobias hat mich gebeten, gut für euch zu sorgen, während er weg ist.
06:24Da hat er wohl vergessen, dass wir keine fünf mehr sind.
06:26Ich weiß, dass ihr sehr gut für euch selber sorgen könnt.
06:30Aber Tobias hat sich eben Gedanken gemacht.
06:32Und er hat eben auch wirklich keine Übung im Urlaub machen.
06:36Nein.
06:37Sonst wäre er bestimmt nicht im Winter an die Ostsee gefahren.
06:40Toller Urlaub.
06:41Grauer Strand.
06:42Graues Meer.
06:43Und dazu eisig kalter Wind.
06:46Also ich denke, Tobias und Christa werden schon Möglichkeiten finden, sich aufzuwärmen.
06:56Nico, gut, dass ich Sie treffe.
06:59Ich muss nämlich zum Arzt.
07:00Sie könnten mich doch mit der Libusine fahren, jetzt wo Ihr Vater nicht da ist.
07:04Sie müssen das auch nicht umsonst tun?
07:06Das mache ich gerne, Herr Grafenberg.
07:08Auch ohne Bezahlung.
07:10Ist der Wagen denn schon fertig?
07:12Ich habe die Winterreifen aufgezogen, den Ölwechsel gemacht und wollte da noch die Batterie auswechseln.
07:18Die ist ein bisschen schwach bei der Kälte.
07:20Deshalb steht der Wagen auch noch bei uns zu Hause.
07:22Ja, worauf warten Sie denn noch?
07:24Holen Sie ihn her?
07:25Wird gemacht.
07:26Ja, das ist ein bisschen zu Hause.
07:54Darf ich bitten?
07:55Danke.
07:56Kannst du mir die Karte rausgeben?
07:57Nein.
08:00Dankeschön.
08:01Es ist noch weit.
08:03So 180 Kilometer in etwa.
08:06Sü.
08:09Oh Mann.
08:10Das tut echt gut, die ganze Falken-Talle-enge mal hinter sich zu lassen, oder?
08:17Mann, Lilly, jetzt mach dir mal keine Sorgen.
08:19Was ist, wenn jemand den Wagen vermisst?
08:21Ja, dann ist es jetzt eh zu spät.
08:23Wir sind jetzt schon los und können auch nicht mehr zurück.
08:26Ich krieg so einen Ärger, wenn Papa das erfährt.
08:29Mann, Lilly, du bist jetzt dabei.
08:31Kannst du mal bitte aufhören rum zu jammern?
08:33Außerdem ist es nur ein Auto.
08:36Kein Grund, gleich zickig zu werden.
08:37Kann ja nicht jeder so reichen.
08:42So reich und was?
08:44Nichts vergessen.
08:45So reich und verwöhnt vielleicht?
08:48Ja, nein.
08:49Ich meine, du kriegst natürlich keinen Anschiss, wenn du...
08:52Du denkst also, ich bin verwöhnt, ja?
08:54Womit bin ich denn verwöhnt?
08:56Ich weiß nicht, du...
08:59Okay, ich hab vielleicht viel Geld.
09:01Aber denkst du, es ist ein Spaß, mit einem Vermögensverwalter aufzuwachsen, der dir die Geburtstagsgeschenke kauft?
09:07Und denkst du, ich finde es toll, zufrieden fahren zu müssen, um mein Eltern in meinem Neid zu sein?
09:13Entschuldige.
09:15Du würdest überhaupt nicht mit mir tauschen wollen.
09:18Aber ich würde mein ganzes Vermögen geben, um mit dir tauschen zu können.
09:23Und jetzt sag mir nie wieder, dass ich... dass ich verwöhnt bin.
09:27Charlie, hey!
09:29Komm mal hier.
09:41Daniel, was ist los?
09:45Es ist doch irgendetwas passiert.
09:49Ja.
09:55Ich hatte Streit mit Marie.
09:57Ist es was Ernstes?
10:00Ja.
10:03Marie will zurück in die Schweiz. Auch ohne dich.
10:08Ja.
10:09Nein.
10:11Es hat hauptsächlich mit mir zu tun.
10:14Und?
10:19Es geht nicht mehr.
10:23Was geht nicht mehr, Daniel?
10:28Ich kann nicht mehr mit Marie zusammen sein. Das funktioniert nicht.
10:32Bist du dir da sicher?
10:35Das ist schon sicher.
10:42Ich glaube, ich habe mir da was vorgemacht.
10:45Ich habe mir so sehr gewünscht, dass ich Marie lieben könnte, dass...
10:50Ich wirklich dachte, ich tue es.
10:53Und du liebst Marie nicht.
10:55Doch.
10:57Aber vielleicht nicht genug.
11:02Hätte dir das nicht früher klar werden müssen?
11:05Bevor du und Marie...
11:07Ich weiß.
11:10Was willst du denn jetzt tun?
11:14Ich werde die Sache ins Reine bringen.
11:18Irgendwie.
11:20Ja.
11:22Mach das.
11:24Aber schnell.
11:30Wo tragen wir uns wieder?
11:33Ja.
11:36Ich habe es wirklich nicht so gemeint.
11:40Ich... ich habe vielleicht auch ein bisschen heftig reagiert.
11:44Die ganze Geschichte mit Marie geht dir ziemlich nah, hä?
11:48Es kommt einfach alles wieder hoch.
11:52Ganz in Erinnerung.
11:54Es war echt keine schöne Zeit.
11:57Wie war das denn so?
12:01Du musst nicht antworten.
12:03Nein, das ist schon okay.
12:07Es war verschissen.
12:09Verstehe.
12:11Ich habe mich total gefreut, wieder mit Marie zusammen zu wohnen.
12:15Aber man wusste echt nie, was am nächsten Tag passiert.
12:19Manchmal ging es ihr total gut und dann im nächsten Moment wieder total schlecht.
12:22Und sie war depressiv und hat sich mit Tabletten zugedröhnt.
12:26Irgendwie mit Fressen vollgestopft.
12:29Die ganze Zeit gekotzt.
12:40Und ich habe es nie jemandem erzählt.
12:44Warum nicht?
12:47Wenn ich dann wieder ins Internat gemusst hätte.
12:51Und ich wollte bei Marie bleiben.
12:53Ich wollte ihr helfen.
12:55Damit hast du dich aber ganz schön übernommen.
12:58Ach Quatsch.
13:00Ich habe ja auch nützliche Dinge gelernt.
13:03Zum Beispiel, wie jemand jemand in die stabile Seitenlage bringt.
13:06Oder was man machen muss, damit er sich übergibt.
13:10Und welche wichtigen Angaben man dem Notarzt machen muss.
13:13Ist...
13:13Ist Polimie denn wirklich so gefährlich?
13:17Die meisten wissen gar nicht, dass es eine Krankheit ist, an der man sterben kann.
13:24Bist du deshalb bei Marie geblieben?
13:27Hattest du Angst, dass sie sterben könnte?
13:31Ja.
13:31Nein.
13:33Wenn deine Eltern beim Autounfall ums Leben gekommen sind und deine einzige Schwester auf den Abgrund zu marschiert, dann hast
13:39du Angst, glaub mir.
13:40Ja.
13:44Ist schon gut, Lilly.
13:47Ich komm klar.
13:49Marie ist sie mit dem Problem.
14:10Ich komm nicht da.
14:11Ich komm raus.
14:19Ich komm.
14:20Nein.
14:30Ich komm raus.
14:31Ich komm raus.
14:31Ich komm raus.
14:33Ich komm raus.
15:04Untertitelung. BR 2018
15:24Ich hoffe ja, dass nicht ich für diese sorgenvolle Miene verantwortlich bin.
15:30Annabelle war vorhin hier.
15:32Hm.
15:33Was stimmt?
15:35Ja. Es war schlimm.
15:38Vor allem, weil sie recht hat.
15:40Womit hat sie recht?
15:42Annabelle ist der Meinung, dass ich an allem schuld bin.
15:45Vor allem daran, dass es Marie wieder schlecht geht.
15:49Meine liebe Schwägerin hat schon immer eine reichlich schlichte Art gehabt, die Dinge zu sehen.
15:53Ich wünschte, ich könnte alles ungeschehen machen.
15:57Wünschen kann man sich viel.
15:58Es kommt darauf an, mit der Wirklichkeit klar zu kommen.
16:01Was meinst du jetzt damit?
16:03Es nützt nichts, hier rumzusitzen und Trübsal zu blasen.
16:08Julia, du hast einen Fehler begangen. Jetzt leb auch damit.
16:12Ich weiß einfach nicht, was ich tun soll.
16:14Hör auf, dich zu beklagen und stehe dazu.
16:18Daniel und du, ihr habt Marie betrogen. Okay.
16:20Das ist schlicht gesagt mies.
16:25Aber wir alle beginnen Fehler.
16:28Leben heißt nun mal, Fehler zu machen und mit diesen Fehlern zu leben.
16:32Ach ja.
16:34Und ich habe in meinem Leben wirklich so viele Fehler begangen, dass ich der Letzte bin, der dich dafür verurteilen
16:38kann.
16:39Gestern Abend klang das aber alles völlig anders.
16:42Gestern Abend, da...
16:45Da war ich wütend.
16:47Heute sehe ich das Ganze viel entspannter.
16:51Ich habe einfach keine Ahnung, wie ich das ganze Chaos, das Daniel und ich angerichtet haben, wieder in den Griff
16:55kriegen soll.
16:58Jedenfalls nicht durch jammern.
17:24Marie, was machst du denn da?
17:30Eva, es tut mir leid. Ich habe deine ganze Küche ruiniert.
17:34Das ist doch halb so wild.
17:37Was ist denn passiert?
17:39Ich wollte mir was zu essen machen und da ist dann alles runtergefallen.
17:44Na ja, das kann ja jedem mal passieren.
17:47Komm, setz dich erst einmal.
18:00Sind das deine Tabletten?
18:02Ja, aber mach dir keine Sorgen. Die hat mir der Arzt in der Klinik verschrieben. Für alle Fälle, sozusagen.
18:08Aber das sind doch Psychopharmaka.
18:10Sowas in der Art, aber es geht mir schon wieder viel besser.
18:15Ja.
18:18Trink mal einen Schluck Wasser.
18:22Danke.
18:28Lilli, Lilli, der Wagen ist weg.
18:34Lilli, Charlotte, seid ihr da?
19:02Hallo?
19:04Hallo, Kolja. Weißt du, wo Lilli steckt?
19:07Sie ist noch nicht aufgetaucht.
19:09Und sie hat gar nicht Bescheid gesagt?
19:11Nee.
19:13Und wo ist Charlotte?
19:15Charlotte hat sich auch noch nicht bei mir gemeldet.
19:17Shit.
19:18Wieso, was ist?
19:18Ich hab da so eine Ahnung.
19:20Der Wagen der Grafenbergs ist weg und der Autoschlüssel, der mal hier liegt.
19:25Wie, wie, du glaubst, Lilli hat die Limousine der Grafenbergs geklaut?
19:28Das kann ich mir nicht vorstellen.
19:30Lilli alleine nicht, aber zusammen mit Charlotte.
19:33Okay, weißt du was?
19:34Ich frag Tim, ob Charlotte in der Formerei schon aufgetaucht ist, okay?
19:38Dann sag mir Bescheid, wenn du was rausgekriegt hast, ja?
19:40Ja, mach ich.
19:41Okay, bis später.
19:42Ciao.
19:45Tim, wo ist Charlotte?
19:47Gut, dass du fragst.
19:48Das wollte ich gerade von dir erfahren.
19:49Sie ist also immer noch nicht da.
19:51Nee.
19:51Und über Handy auch nicht erreichbar.
19:52Weiß Lilli was?
19:53Sie ist weg.
19:54Wie, weg?
19:55Und die Limousine der Grafenbergs auch.
19:57Wie, du meinst, Lilli und Charlotte haben sich den Schlitten von Grafenbergs geklaut
20:01und sind damit abgehauen?
20:02Cool.
20:03Was ist denn daran cool?
20:04Wenn das jemand rausbekommt, kriegen die riesen Ärger.
20:06Hey, oder wenn der Karre was passiert.
20:09Puh.
20:11Also Charlotte ist echt ein schlechter Einfluss auf Lilli.
20:13Wie, Charlotte hat echt einen schlechten Einfluss auf Lilli?
20:16Ja, meinst du, Lilli wäre allein auf so eine Idee gekommen?
20:18Ich verstehe gar nicht, warum du jetzt so auf Charlotte rumhacken musst.
20:21Ich sag hier gerade nur die Wahrheit.
20:23Lilli baut auch Mist.
20:25Quatsch.
20:26Hey, wer kennt sie denn länger?
20:27Ja, kennst du sie auch besser?
20:31Ist auch egal.
20:32Ja, scheiß Streit.
20:34Ich rufe Nico an und sag ihm, dass Charlotte auch verschwunden ist.
20:44Ich hätte gerade hereingesagt, vorausgesetzt, du hättest angeklopft.
20:48Und dann hättest du sicher gesagt, setz dich doch.
20:53Was willst du?
20:55Ich wollte mal schauen, wie es bei dir so läuft.
20:58Schließlich bin ich dein Chef.
21:00Ich weiß.
21:01Aber du kommst nie vorbei, um zu sehen, wie es so läuft.
21:05Du hast recht.
21:07Weißt du, ich habe mir gerade überlegt, wir sollten vielleicht die Kommunikation mit unseren Kunden
21:12verbessern.
21:13Aber wir haben eine ausgezeichnete Kommunikation mit unseren Kunden und Geschäftspartnern.
21:19Ich meinte, wir könnten den persönlichen Kontakt verbessern.
21:23Keine Sorge, ich telefoniere fast täglich mit den wichtigsten Leuten.
21:27Mit persönlich meine ich von Angesicht zu Angesicht.
21:31Hm, du meinst, wir sollten sie häufiger einladen.
21:34Oder zu ihnen fahren.
21:37Aber sie sind über die ganze Welt verstreut.
21:40Eben.
21:43Das wäre doch eine schöne und verantwortungsvolle Aufgabe für dich.
21:47Ich verstehe.
21:49Du willst mich loswerden.
21:51Ich könnte mir niemanden besseren vorstellen, als dich, um Falkenton Porzellan zu repräsentieren.
21:56Danke, aber ich habe hier vor Ort mehr als genug zu tun.
22:02Deine Arbeit würde ich natürlich an andere Mitarbeiter delegieren.
22:08Frederik, du kannst mich nicht einfach so wegschicken.
22:12Und das weißt du.
22:15Darauf würde ich es nicht ankommen lassen.
22:18Ich leite die Manufaktur.
22:20Und wie könnte ich es darauf ankommen lassen?
22:26Indem du nicht aufhörst, meine Mitarbeiter zu schikanieren.
22:30Sag es doch gleich.
22:32Es geht um Julia Schilling.
22:33Das ist ja schon rührend.
22:35Und wie sehr du dich um sie kümmerst und sie in Schutz nimmst.
22:39Überleg dir gut, ob du in nächster Zeit eine Menge Dienstreisen machen möchtest.
22:43Aber überleg es dir schnell.
23:01Raten Sie mal, Eva, was passiert ist.
23:03Ein Kabel ist gebrochen.
23:06Und es ist aber kein Grund, sich solche Sorgen zu machen.
23:10Darüber mache ich mir auch keine Sorgen.
23:12Aber worüber dann?
23:21Daniel und Marie
23:24wollen sich vielleicht trennen.
23:26Eva, was setzen Sie da für Gerüchte in die Welt?
23:28Auch wenn Sie es nicht wahrhaben wollen, ich glaube, es ist so.
23:36Sind Sie sich sicher?
23:38Ich bin mir sicher.
23:43Das ist schlimm, Eva.
23:46Sehr schlimm sogar.
23:48Ja.
23:49Vor allem für Marie.
23:52Habe ich dir eigentlich schon erzählt, dass ich es auch mal mit Bulimie versucht habe?
23:56Bist du verrückt?
23:58Ja, aber Kotzen war nicht so mein Ding.
23:59Deswegen bin ich einfach nur unglaublich fett geworden.
24:02Charlotte, ich finde das überhaupt nicht witzig.
24:05Wieso denn?
24:05Das ist einfach meine Art, mit dem Ding umzugehen.
24:07Das ist geschmacklos.
24:10Das Leben ist geschmacklos.
24:12Sollen wir die Augen davor verschließen?
24:15Ich weiß nicht, vielleicht.
24:19Sieh, mir fällt dir eigentlich was auf.
24:22Wir stehen hier blöd rum, anstatt weiterzufahren.
24:24Hm.
24:25Jetzt ist es bestimmt schon dunkel, wenn wir ankommen.
24:28Lass uns losfahren.
24:30Toll, und was machen wir dann?
24:32Wir nehmen uns ein Hotelzimmer in irgendeinem kleinen Gasthof.
24:35Das wird toll.
24:37Mann, wir kriegen so einen Ärger, wenn die Grafenbergs rauskriegen.
24:42Okay, ich höre schon auf.
24:44Das Leben ist ein Abenteuer.
24:47Also, hopp, das Leben ist ein Abenteuer.
25:03Was ist denn jetzt los?
25:07Probier es nochmal.
25:11Oh, shit.
25:14Oh, nee.
25:25Das wird nichts.
25:52Hallo, Großvater.
25:55Patricia, hast du einen Moment Zeit für mich?
25:59Klar.
26:03Ich muss dich etwas fragen.
26:05Was gibt's denn?
26:08Was weißt du über Daniel und Marie?
26:13Daniel ist mein Bruder, 30 Jahre alt, arbeitet zu viel.
26:16Patricia, es ist jetzt wirklich nicht die Zeit für irgendwelche Scherze.
26:21Hast du gewusst, dass Daniel und Marie Probleme in ihrer Beziehung haben?
26:27Ach, darum geht's.
26:30Ja.
26:31Eva hat mir erzählt, sie denkt, Daniel will sich von Marie trennen.
26:36Hat er das gesagt?
26:38Ich hab noch nicht mit ihm gesprochen.
26:40Dann solltest du das vielleicht mal tun.
26:42Ich werd mich um Marie kümmern.
26:43Hast du das gewusst?
26:46Gewusst nicht, aber...
26:48...befürchtet.
26:50Jeder in diesem Hause weiß Bescheid, nur ich nicht.
26:54Bin ich wirklich schon so alt, dass ihr glaubt, ihr könnt mit mir nicht mehr darüber sprechen?
26:59Nein.
27:03Bestimmt nicht.
27:25Früher habe ich die Spaziergänge nach Hause immer genossen.
27:28Aber jetzt kann ich das nicht mehr.
27:31Ich hab das Gefühl, alles bricht über mir zusammen.
27:36Hätte ich Marie die Wahrheit sagen sollen?
27:41Am besten wär's gewesen, ich hätte nicht nochmal mit Daniel geschlafen.
27:46Aber ich hab mich so sehr nach ihm gesehnt.
27:56Wo ist Marie?
27:57Marie schläft.
27:58Du solltest sie jetzt lieber nicht stören.
28:02Ach so, das willst du dich mir in den Weg stellen.
28:04Das hast du sehr richtig erkannt, Mutter.
28:07Hör auf mit dem Unsinn.
28:09Ich will jetzt mit Marie sprechen.
28:10An deiner Stelle würde ich mich lieber mal mit Daniel unterhalten.
28:13Ach ja, und wieso?
28:15Weil er vorhat, Marie zu verlassen.
28:17Woher weißt du das?
28:19Er hat's wohl Eva erzählt.
28:22Wo ist er?
28:23Das werde ich nicht zulassen.
28:25Jetzt gehen deine ganzen schönen Pläne den Bach runter.
28:29Ich weiß nicht, was du meinst.
28:31Du weißt genau, was ich meine.
28:32Du warst es doch, die Daniel und Marie zusammengebracht hat.
28:36Traust du mir solche Kräfte zu?
28:38Ich bin doch kein Armer, der einfach nur seinen Pfeil abzuschießen braucht.
28:42Nein, aber es war trotzdem dein Plan.
28:44Du hast Marie genau zum richtigen Zeitpunkt eingeladen.
28:47Ich hab Marie zufällig getroffen.
28:49Es war alles geschickt eingefädelt.
28:52Und jetzt schwimmen dir die Fälle davon.
28:54Und Maries schönes Geld.
28:56So ein Unsinn.
28:58Ich will nur das Beste für Daniel.
29:00Und die Firma.
29:01Tja, was soll denn daran so schlimm sein?
29:05Daniel und Marie sind ein ideales Paar.
29:11Ein Porzellanfabrikant und eine Kaufhauserbin.
29:15Was soll denn daran so verwerflich sein?
29:17Du wagst wirklich eine Menge.
29:19Du hast Marie nur benutzt.
29:20Und treibst sie und Daniel damit in ihr Unglück.
29:23Das ist doch lächerlich.
29:24Du und ich, wir wissen beide, dass ich recht habe.
29:28Weder Marie noch Daniel waren bereit für eine neue Beziehung.
29:31Weißt du was?
29:32Ich hab keine Lust mehr, mich mit dir darüber zu unterhalten.
29:38Charlotte, mach endlich die Tür zu.
29:40Es ist arschkalt.
29:42Mist, ey.
29:44Ich will mir echt keinen Empfang.
29:48Springt der Wagen denn wirklich nicht mehr an?
29:51Lilly, wir haben es jetzt eine halbe Stunde versucht.
29:53Gut, was machen wir denn jetzt?
29:56Warten?
29:57Du hältst ja nichts von meiner Idee, bis zum nächsten Ort zu laufen.
30:00Also erstens wissen wir nicht, wie weit der nächste Ort entfernt ist.
30:03Und zweitens können wir den Wagen nicht hier stehen lassen.
30:06Wieso nicht?
30:07Was ist, wenn er geklaut wird?
30:09Also wegfahren wird wohl kaum jemand damit.
30:10Hör auf dich über mich lustig zu machen, okay?
30:15Ja, dann heißt es jetzt wohl eng aneinander kuscheln und darauf warten, dass ein Auto vorbeifährt, hm?
30:20Meinst du, hier kommt ein Auto vorbei?
30:22Was soll ich das denn wissen?
30:25Morgen früh wird auf jeden Fall hier ein Bauer vorbeikommen und sein Feld bestellen.
30:30Charlotte, da ist es Winter, da kommt kein Bauer.
30:34Ja, klar.
30:40Wusstest du, dass die Mitglieder einer Eskimo-Familie nackt unter einem Eisbärenfell im Ilo schlafen?
30:46Und was willst du damit sagen?
30:48Nichts, weil nur so ein Gedanke.
30:59Glaubst du, die suchen nach uns?
31:02Aha.
31:03Jetzt machst du dir also doch Gedanken.
31:04Aber immer erst so cool tun.
31:06Wieso denn?
31:10Na ja, du würdest dich auch freuen, wenn sie uns finden würden, stimmt's?
31:13Ja, es wäre schon toll.
31:16Ja, es wäre mehr als schön, es wäre super.
31:20Ich glaube aber, es ist wahrscheinlicher, dass irgendein Auto vorbeikommt.
31:25Wie sollen die uns überhaupt sehen?
31:28Wir könnten das Warnreieck rausstellen.
31:31Ja, das kannst du denn ja gleich mal machen.
31:33Wieso ich? Das kannst du doch auch machen.
31:38Okay, wir knobeln.
31:40Och, Lilly.
31:41Los, Schere, Stellen, Papier.
31:45Sching, Schang, Scho.
31:48Was soll das denn sein?
31:49Das ist ein Brunnen.
31:50Steinfeld im Brunnen.
31:51Ich habe gewonnen.
31:53Das zählt nicht.
31:54Schere, Stein, Papier.
31:55Nochmal.
31:57Sching, Schang, Scho.
32:07Hallo.
32:08Daniel.
32:10Lass Rotwein holen.
32:12Ich auch.
32:19Danke.
32:21Keine Ursache.
32:23Äh, Daniel.
32:24Warte einen Moment.
32:28Ich würde gerne mit dir reden.
32:30Worüber?
32:31Es geht mich zwar nichts an, aber...
32:35Du solltest endlich eine Entscheidung treffen.
32:38Du hast recht, es geht dich wirklich nichts an.
32:40Daniel.
32:42Du hast Marie gestern Abend nicht gesehen, wie sie auf der Terrasse stand.
32:46Einsam und verloren.
33:02Egal, wie ich mich entscheide.
33:05Ich werde den Menschen, die mir wichtig sind, wehtun.
33:15Hast du dich nicht schon längst entschieden?
33:25Ach, komm, wenigstens ist sie warm.
33:28Gab es da nicht noch was anderes im Kofferraum?
33:30Boah, du kannst gerne nochmal selber rausgehen und nachgucken.
33:35Ist es zu glauben, dass keins der drei Autos angehalten hat, die hier vorbeigefahren sind?
33:40Naja, es würde zu meiner persönlichen Theorie passen.
33:44Deine Theorie?
33:45Ja, dass die Menschen in diesem Land einfach zu viel Angst haben.
33:50Angst? Wovor? Vor uns?
33:52Ach, Quatsch.
33:53Die sehen einfach dieses Wahndreieck und anstatt uns zu helfen, denken sie, es ist eine Falle und fahren weiter.
33:59Und du meinst, das ist wirklich der Grund?
34:01Ja, das könnte doch sein.
34:04Aber hier draußen ist es doch nicht gefährlich, oder?
34:09Siehst du, jetzt hängst du auch schon an.
34:12Toll, Charlotte.
34:13Jetzt kann ich garantiert nicht mehr schlafen.
34:15Es war deine Idee, hier draußen zu übernachten.
34:18Was hätten wir denn sonst machen sollen?
34:25Meinst du, die Jungs suchen nach uns?
34:29Ich meine, wie wollen wir uns denn finden?
34:32Die suchen ganz bestimmt nach uns.
34:35Aber wie die uns finden wollen, weiß ich ehrlich gesagt auch nicht.
34:41Kannst du mir mal hinreiben, die sind schon total kalt.
34:44Na klar.
34:47Danke.
34:50Charlie, ich bin froh, dass ich mit niemand anderem hier gelandet bin.
34:55Wirklich?
34:58Es tut mir trotzdem leid, dass ich uns in diese Situation gebracht habe.
35:03Hey, ich bin schließlich freiwillig mitgefahren.
35:06Ja, stimmt auch.
35:08Ja.
35:25Marie, können wir reden?
35:29Ja.
35:32Worüber möchtest du reden?
35:40Über uns natürlich.
35:44Ich verzeih dir.
35:48Was?
35:48Alles.
35:53Komm.
35:55Komm.
35:58Leg dich zu mir.
35:59Wir tun einfach so, als wäre alles in Ordnung, okay?
36:03Marie, das geht nicht mehr.
36:07Aber...
36:10Wir alle machen doch Fehler.
36:12Und in jeder Beziehung läuft es auch mal schlecht.
36:16Ich will nicht, dass der Seitensprung mit Julia alles zerstört.
36:21Marie.
36:22Wir sind erwachsene Menschen.
36:25Wir...
36:25Wir können damit umgehen.
36:30Das, was zwischen Julia und mir ist, ist...
36:33...was anderes als ein Seitensprung.
36:47Annabelle, setz dich zu mir.
36:49Da ist ihm ein wenig Gesellschaft.
36:53Hast du Kupferung, nicht?
36:55Möchtest du ein Glas Wein?
37:02Möchtest du nicht, wenn du im Dienst bist?
37:04Sehr amüsant.
37:09Danke.
37:11Es sieht so aus, als wäre dein Plan, Marie und Daniel zu verkupeln, wild geschlagen.
37:17Ich weiß nicht, von welchem Plan du sprichst.
37:19Ach, komm.
37:21Machen wir es doch nichts vor.
37:24War das nicht gerade Daniel?
37:26Annabelle.
37:27Der Junge ist erwachsen.
37:29Er darf abends auch mal alleine raus.
37:31Frederik, die Unterhaltung mit dir hat mir wirklich sehr viel Freude bereitet.
37:34Aber ich muss mich jetzt um wichtigere Dinge kümmern.
37:37Verstehe.
37:37Und übrigens bist du ja der große Verlierer in diesem Spiel.
37:40Wieso?
37:42Sollte Daniel tatsächlich seine Beziehung mit Marie beenden, dann kannst du deine Bemühungen
37:47um Julia Schilling vergessen.
37:49Im Gegensatz zu dir kann ich mit solchen Situationen umgehen.
37:53Weißt du, Frederik, das ist etwas, was ich niemals möchte.
37:58Wieso nicht?
37:59Im Gegensatz zu dir möchte ich niemals lernen, ein Verlierer zu sein.
38:19Daniel.
38:22Ich kann nicht aufhören, an ihn zu denken.
38:25Zwischen uns ist so viel passiert, so viel schiefgelaufen.
38:29Wie kann ich ihn denn nur so vermissen?
38:33Hallo?
38:37Ist da jemand?
38:54Daniel.
38:55Julia.
38:56Was machst du mit dir hier?
38:58Ich musste dich sehen.
39:00Entschuldigung.
39:04Und was willst du?
39:06Ich.
39:08Ich weiß es nicht.
39:11Ich weiß überhaupt nichts mehr.
39:15Aber ich habe eine Entscheidung getroffen.
39:18Was für eine Entscheidung?
39:20Julia, ich habe mich gerade von Marie getrennt.
39:23Es ging nicht mehr.
39:26Es gibt auf dieser Welt eine einzige Frau, die ich wirklich liebe.
39:31Das bist du.
39:40Du kannst ja nicht mitten in der Nacht auftauchen und erwarten, dass ich dir vor Folie in die Arme falle.
39:44Wenn du dir so unsicher bist, was Marie angeht, dann hättest du keine Beziehung eingehen dürfen.
39:49Was ich will, das interessiert doch hier überhaupt niemanden.
39:51Aber du hast Verantwortung für Marie.
39:54Ich möchte mich bei dir entschuldigen.
39:55Wofür?
39:56Dafür, dass ihr mich betrogen habt?
39:57Sie haben Marie nur benutzt, um Daniel und mich auseinander zu bringen.
40:00Ross, verlassen Sie dieses Haus und kommen Sie nie wieder hierher.
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