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  • vor 2 Tagen

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🎈
Spaß
Transkript
00:00... passiert ist.
00:00Wir sind einfach nur noch Bruder und Schwester.
00:03Klingt ja verdammt einfach.
00:05Ist es nicht.
00:07Aber wir kriegen das hin.
00:08Jeden Tag wird es ein bisschen einfacher.
00:14Ich kann dich nicht aus meinem Herzen löschen.
00:19Dafür liebe ich dich viel zu sehr.
00:22Wir haben davon gehört, dass sie dabei waren,
00:23als Annabelle in die Tiefe gestürzt ist.
00:27Nora und ich haben versucht, sie noch hochzuziehen,
00:28aber es war einfach zu spät und...
00:31Es muss furchtbar für sie gewesen sein.
00:35Ich sehe es immer wieder vor mir.
00:38Ich kriege Annabelle einfach nicht aus meinem Kopf raus.
00:41Ich wollte sie bitten, ob sie mir helfen könnten,
00:43sie noch einmal zu sehen,
00:44damit ich endgültig mit ihr abschließen kann.
00:51Überrascht?
00:58What you looking for?
01:02No one has the answer.
01:05They just want more.
01:09Hey,
01:11who's gonna make it right?
01:16This
01:17could be the first
01:19day of my life.
01:26Julia, Daniel.
01:28Guten Morgen, Frederik.
01:29Haben wir dich geweckt?
01:30Ach, du siehst aus, als hättest du einen Gespenst gesehen.
01:33Ja, nein.
01:35Komm, komm doch rein.
01:38Hast du jemand anderen erwartet?
01:41Nein, ich, äh,
01:43ich, ähm,
01:45ich hab nur nicht mit euch gerechnet.
01:46Eva hat uns angerufen und von Annabelles Beisetzung erzählt.
01:50Was hat dir extra hierher gekommen?
01:52Naja,
01:53sie war immerhin meine Mutter.
01:55Wir dachten uns,
01:56dass du gern jemanden
01:56vertrautest an deiner Seite hättest.
01:58Ich glaub gar nicht, wie gerne.
02:01Geht's dir gut?
02:02Du siehst
02:02erschöpft aus.
02:05Ach,
02:06okay, ich, äh,
02:07ich hab einfach ganz tief geschlafen und geträumt.
02:10Tut uns leid,
02:11wir wollten dich nicht wecken.
02:13Unsinn!
02:14Herzlich willkommen!
02:17Ich bin so froh, dass ihr da seid.
02:24Guten Morgen!
02:26Ich dachte,
02:27ich tue etwas Gutes
02:29und habe Tee vor...
02:31Psst,
02:32sie schläft noch.
02:33Sie?
02:34Ist etwas nicht in Ordnung?
02:36Nora hatte die ganze Nacht Albträume.
02:38Sicher wegen der Beisetzung ihrer Mutter.
02:39Die Ärmste.
02:40Ich hab mir schon so etwas gedacht.
02:42Deswegen
02:43hab ich meine Spezialkräuter-Tee-Mischung vorbereitet.
02:47Das beruhigt.
02:48Das ist nett von Ihnen.
02:49Sie wird sich sicher freuen, wenn sie aufwacht.
02:51Schön, dass Sie sich so um Ihre Schwester kümmern.
02:54Das ist doch selbstverständlich.
03:05Alexander?
03:06Ich bin hier, ja.
03:08Hat gerade jemand hier?
03:10Eva hat der Tee gebracht.
03:11Was?
03:12Eva hat dich bei mir gesehen?
03:13Nur die Ruhe.
03:15Sie denkt, dass ich mich um meine Schwester kümmere.
03:17Was ja auch stimmt.
03:23Vielen Dank, dass du heute Nacht bei mir geblieben bist.
03:27Ich hatte solche Angst.
03:29Ich hab die ganze Zeit von Annabelle geträumt.
03:33Es wird wohl noch eine Weile dauern, bis du ihren Tod verarbeitet hast.
03:37Ich hab immer wieder ihre Augen gesehen, als sie von der Brücke gestürzt ist.
03:43Komm hier, trink etwas.
03:44Das wird dir gut tun.
03:46Evas Spezialkräuter-Tee.
03:52Na ja, der Duft vertreibt wenigstens alle bösen Geister.
03:55Wir werden uns schon dafür sorgen, dass du bald wieder ruhig schlafen kannst.
03:59Wir müssen trotzdem vorsichtig sein.
04:01Aber weiß, wer dich als nächstes bei mir sieht.
04:04Ich weiß schon, dass Conrad über uns Bescheid weiß.
04:05Was ist denn schon passiert, Nora?
04:07Ich habe die ganze Nacht neben dir geschlafen und deine Träume überwacht.
04:11So was macht man doch als Bruder.
04:12Oder nicht?
04:20Entschuldigt, dass ich mich noch nicht richtig eingerichtet habe.
04:24Also, du willst dein Weingut in Neuseeland nicht zurückkaufen?
04:28Nein, nachdem ich alles verkauft habe, um die Suche nach Annabelle zu finanzieren,
04:32dann denke ich, dass ich mir hier irgendwas aufbauen werde.
04:38Hey, wie ist es in Südafrika?
04:40Wo sind eure Kinder?
04:42Wir dachten, dass Annabelles Beerdigung nicht der richtige Anlass sei,
04:46sie das erste Mal nach Falkenthal zu bringen.
04:48Und außerdem geht Masika schon zur Schule.
04:51Richtig, wie die Zeit vergeht.
04:53Das ist ein ganz komisches Gefühl, die beiden nicht dabei zu haben.
04:56Ach, wahrscheinlich mehr für uns als für sie.
04:58Schau mal, sie haben ihr Kindermädchen und bestimmt jede Menge Sparhass.
05:00Ja.
05:01Schade, ich hätte Masika wahnsinnig gerne wiedergesehen.
05:04Und, äh, wie heißt sie?
05:06Amari.
05:07Amari kennengelernt.
05:09Na dann komm uns mal wieder besuchen, darauf warten wir schon so lange.
05:12Ja, das wird sich jetzt bald einrichten lassen, denke ich.
05:15So, ihr beiden.
05:16Ich lasse euch jetzt eine Weile alleine.
05:18Ich würde Tobias so gern begrüßen.
05:19Der wird sich freuen, dich zu sehen.
05:22Bis später.
05:40Bis später.
05:41Annabelles Tod macht ihr zu schaffen.
05:44Es ist, äh, absurd, aber...
05:47Es fühlt sich wie eine Leere an.
05:49Die letzten sechs Jahre habe ich...
05:51Du hast Annabelle gesucht für ein Besessener.
05:53Es ist vollkommen klar, dass du jetzt in ein Loch fällst, nachdem sie gestorben ist.
05:58Ist es das wirklich?
06:00Was redest du da?
06:02Ja, es ist total verrückt, aber...
06:05Da sie schon mal für tot erklärt wurde, weigert sich irgendetwas in mir, das jetzt zu glauben.
06:10Du warst dabei, als sie...
06:12Ja.
06:13Ich, äh...
06:14Ich habe ihr noch die Hand gereicht.
06:17Es war einfach zu spät.
06:19Du machst ihr Vorwürfe.
06:22Frederik, das darfst du nicht.
06:24Ich habe sogar versucht, sie im Leichenschau auszusehen, um endlich Gewissheit zu haben.
06:28Aber sie lassen nur Verwandte vor.
06:31Glaubst du, es ist das Richtige, dich nochmal mit ihr zu konfrontieren?
06:35Vielleicht ja.
06:36Ich...
06:36Ich könnte mir einfach vorstellen, dass ich dann endgültig loslassen kann.
06:48Ich bin ihr Sohn.
06:50Mich werden sie nicht abweisen.
06:53Das würdest du tun, für dich jederzeit zu kommen.
07:11Kannst du mir mal bitte sagen, was das soll?
07:15Tom!
07:20Hey, Constanze, bist du schon wach?
07:22Nein, ich schlafe noch.
07:23Was machst du hier?
07:24Ich löse meine Wettschulden ein.
07:26Du weißt schon, gestern Abend bin ich ja nicht mehr dazu gekommen.
07:29Kein Grund, mitten in der Nacht damit anzufangen.
07:31Es ist nach halb neun.
07:32Aber wo du schon mal wach bist, wie sieht es denn bei dir im Zimmer aus?
07:35Untersteh dich!
07:36Wir wohnen zusammen, wir sind nicht verheiratet.
07:39Entschuldigung, ich will doch nur helfen.
07:43Tom?
07:44Ja?
07:45Das gestern Nacht, das hatte nichts zu bedeuten, ja?
07:48Also nichts, was irgendwie mit einer Beziehung zu tun hat, okay?
07:52Ist klar.
07:53Wie abgemacht.
07:57Hast du schon das Bad gemacht?
07:59Nee, wollte ich als nächstes.
08:01Okay, dann verschwind dich da mal drin.
08:02Wäre doof, wenn du hinterher nochmal alles putzen musst.
08:09Hallo Eva, hier ist das restliche Geschirr.
08:12Danke Paula, Herr Adam hat das wohl vergessen.
08:15Ich glaube, der wird in der letzten Zeit etwas tüdelig.
08:17Keine Angst, ich bin ja jetzt da und kann mithelfen.
08:19Du willst doch deine Sommerferien nicht damit verbringen,
08:22Herrn Adam das dreckige Geschirr hinterherzuräumen.
08:25Naja, bisher habe ich noch nichts anderes vor.
08:28Aber keine Angst, ich bin ja gern hier.
08:30Weißt du, Theo hat doch ab übermorgen Ferien.
08:33Vielleicht könnt ihr beide was gemeinsam unternehmen.
08:35Ja, vielleicht.
08:36So.
08:39Hier deine Einkäufe.
08:40Oh, Konrad, danke.
08:42Sag mal, hast du an die sauren Gurken gedacht?
08:44Wie könnte ich die sauren Gurken vergessen?
08:46Wo habe ich denn?
08:48Ach ja, danke.
08:49Was hast du denn damit vor?
08:51Weißt du, ich will noch ein paar kalte Platten machen,
08:54falls nach der Trauerfeier sich doch noch ein paar Gäste einfinden.
08:57Na, dann mach mal nicht zu viele.
08:58Das letzte Mal bei Annabels Beerdigung kam niemand.
09:01Aber jetzt ist sie ja wirklich tot.
09:02Und vielleicht kommen noch mehr außer Alexander.
09:05Und Nora.
09:07Ja, die beiden sind wirklich unzertrennlich.
09:09Ich finde es aber schön, wie er sich um seine Schwester kümmert.
09:12Er hat die ganze Nacht am Bett von Nora verbracht, weil sie Albträume hatte.
09:16Ach.
09:17Hm?
09:18Woher weißt du denn das?
09:20Ich habe sie gesehen, als ich früh den Tee serviert habe.
09:23Zusammen im Bett?
09:24Ach, natürlich nicht.
09:27Also du tust gerade so, als wäre es etwas Verbotenes, wenn man sich um seine Schwester kümmert.
09:41Meike hat mir gerade am Telefon erzählt, dass ihnen schon nach der ersten Etappe ganz schön der Hintern wehtut.
09:47Na, hoffentlich bereuen die beiden es nicht, dass sie mit dem Motorrad nach Kanada fahren wollen.
09:50Oh.
09:52Da haben wir beide.
09:52Ist doch besser.
09:53Wir können uns im Flugzeug um die Welt fliegen lassen, um unsere Freunde und Kinder zu besuchen.
09:57Ja, sicher.
10:00Was ist denn? Gefällt dir die Idee nicht mehr?
10:03Na, doch schon, oder?
10:06Wir können es doch nicht überall für Monate im Gästezimmer einquartieren.
10:10Dann nehmen wir uns eben ein Hotelzimmer.
10:12Wir müssen doch nicht sparen.
10:13Ich fliege doch nicht um die ganze Welt, um überall nur ein paar Tage zu bleiben.
10:18Das störe ich.
10:19Hm?
10:21Julie!
10:25Als wir gehört haben, was passiert ist, haben Daniel und ich uns entschlossen, sofort herzukommen und bei euch zu sein.
10:30Wir haben gerade davon gesprochen, euch zu besuchen.
10:32Sie sind bestimmt Marianne. Hallo.
10:34Hallo, Julia. Ich habe schon viel von Ihnen gehört.
10:37Aber ihr müsst euch doch nicht siezen. Wir sind eine Familie.
10:40Also gut.
10:42Dann setz dich. Darf ich dir einen Kaffee bringen?
10:44Sehr gerne. Den kann ich nach der langen Reise gut gebrauchen.
10:47Komm.
10:48Sag mal, wo hast du denn Daniel und die Kinder gelassen?
10:50Also, Masika und Amari sind nicht mitgekommen.
10:53Wir dachten, das sei nicht der richtige Anlass.
10:55Ja, und Daniel ist noch bei Frederik.
10:58Und für wie lange wollt ihr bleiben?
11:00Nur für Annabels Beerdigung.
11:02Ihr Tod geht Daniel trotz allem doch sehr nah.
11:05Und als Eva uns angerufen hat, da dachten wir, vielleicht könnte Frederik auch etwas Beistand gebrauchen.
11:10Es ist gut, dass ihr da seid.
11:12Annabels Tod macht ihm sehr zu schaffen.
11:14Ja?
11:15Dankeschön.
11:16Wir waren gerade zusammen bei ihm und er wirkte wirklich ziemlich angeschlagen, auch wenn er versucht, es zu überspielen.
11:24Jetzt erzähl mal, wie geht es denn euch in die Südafrika?
11:25Sehr gut.
11:27Sehr gut.
11:27Die Kinder lieben das Leben auf unserer Farm und das Hilfsprojekt läuft so gut, dass wir schon wieder neue Leute
11:32einstellen können.
11:32Das ist doch wunderbar.
11:33Dann haben Erik und Kolja hier bestimmt genug zu tun.
11:36Mit den beiden wird es nie langweilig.
11:38Ihr müsst uns unbedingt mal besuchen kommen.
11:41Das wollten wir schon lange, aber Tobias hat so seine Bedenken, dass wir euch auf die Nerven gehen könnten.
11:46Also so ein Odensinn.
11:48Wir haben doch mehr Platz als genug.
11:50Ihr könnt bleiben, solange ihr möchtet.
11:53Ja, wenn das so ist.
12:00Vielen Dank nochmal für den Tee, Eva.
12:01Das war...
12:03Konrad.
12:05Meine Mutter deckt gerade mit Paula und Herrn Adam den Tisch für die Trauergäste.
12:09Okay.
12:12Ich habe da nochmal Glück gehabt heute Morgen.
12:13Meine Mutter hat nichts mitbekommen.
12:15Was hätte sie auch merken sollen?
12:17Nora hat schlecht geträumt und hat mich gebeten, bei ihr zu bleiben.
12:21Ja, schon gut.
12:22Bist mir auch keine Rechenschaft schuldig.
12:25Warum fühlt es sich dann so an?
12:27Ich habe dir schon gesagt, dass wir nur noch Geschwister sind.
12:30Alles andere ist Vergangenheit.
12:31Da bist du dir sicher, ja?
12:33Ich meine, immerhin bewahrst du die Liebesfotos aus Hamburg auf deinem Laptop auf und sobald Nora schlecht schläft...
12:37Letzte Nacht war nichts.
12:39Ehrlich.
12:42Ich will dir nichts unterstellen.
12:44Ich sage nur, dass es einfach keine gute Idee ist, dass ihr beide hier zusammen im Gutshaus wohnt.
12:49Glaub mir, Konrad.
12:50Wir haben das im Griff.
12:52Na, umso besser.
13:07Was, was du so fleißig putzen kannst?
13:10Du meinst im Gegensatz zu dir, du scheinst ja beim Putzen mehr kreativ als intensiv zu sein.
13:15Ja, man guckt dir mal die Ecken an.
13:17Nee, danke, lieber nicht.
13:18Was ich nicht sehe, muss ich auch nicht putzen.
13:20Ich hasse putzen.
13:21Was hältst du denn davon, wenn wir uns für die Zukunft eine Putzfrau suchen?
13:25Ich bin Studentin, ich kann mir keine Putzfrau leisten.
13:28Sie müsste ja nicht unbedingt jede Woche kommen.
13:30Und außerdem hätten wir einen Streitpunkt weniger.
13:32Tom Nowak, nochmal zum Mitschreiben.
13:33Ich bin gerade knapp bei Kasse.
13:35Ja, bevor ich an eine Putzfrau denken kann, muss ich überhaupt erstmal die Miete zusammenkriegen.
13:38Wenn es darum geht, ich kann dir doch finanziell auch ein bisschen aushelfen.
13:41Das ist doch kein Problem.
13:41Danke, das brauchst du nicht.
13:43Kümmer dich um deinen Kram und schlag dir die Putzfrau aus dem Kopf, okay?
13:46Okay.
13:47Bis später.
13:48Bis dann.
14:02Bis dann.
14:07Strafzettel, Schwarzfahren, Fahrtfahren auf dem Bürgersteig, Zahlungsaufforderung,
14:14erste Mahnung, zweite Mahnung.
14:17Oh Mann, Konstanze.
14:19Das ist echt ein großartiges Talent, dich in Schwierigkeiten zu bringen.
14:39Das haben Sie sehr schön gemacht, vor dein Bergmann.
14:42Wir wollen aber in Zukunft darauf achten, dass die Tellerstapel die gleiche Höhe haben
14:50und dass die Menagen mit dem Salz zur Terrasse weisen.
14:57Wieso das denn?
14:59Weil Herr Adam im Gegensatz zu uns anderen, die hier arbeiten, viel Zeit hat, sich solchen Unsinn auszudenken.
15:06In einem Hause, das auf sich hält, macht man das so.
15:09Ach Herr Adam, vergessen Sie das Badesalz im Bad nicht.
15:13Es wäre doch unvorstellbar, was passieren könnte, wenn das nicht in die richtige Richtung weist.
15:24Der arme Herr Adam hat bei dir aber auch nichts zu lachen.
15:27Der arme Herr Adam, der strapaziert meine Nerven auch ganz ordentlich.
15:31Aber eigentlich magst du ihn.
15:34Mein Leben ist schon so kompliziert genug, auch ohne Herrn Adam.
15:38Schon klar.
15:39So, aber jetzt müsstest du dich eigentlich umziehen gehen, wegen der Beerdigung.
15:45Gehst du denn hin?
15:48Ehrlich gesagt, nein.
15:49Und warum nicht?
15:52Annabelle wurde vor kurzem schon zu Grabe getragen und du weißt, der Tod war nur vorgetäuscht.
15:57Und da wollte ich eigentlich hingehen, aber...
16:00Nein.
16:01Ich kann dieser Frau nicht die letzte Ehre erweisen.
16:03Das verstehe ich, Eva.
16:05Das heißt aber nicht, dass ich dich davon abhalten werde, da hinzugehen.
16:09Du hältst mich nicht ab.
16:11Als Kind mochte ich Annabelle richtig gern.
16:14Bis ich bemerkt habe, was für ein Mensch sie wirklich war.
16:18Vielleicht solltest du um die Annabelle trauern, die du verloren hast.
16:22Die habe ich schon vor langer Zeit verloren.
16:24Ich käme mir total verlogen vor, wenn ich um eine Frau trauere, die Menschen solche Dinge angetan hat.
16:29Ach Paula.
16:31Ich wünschte, deine Sommerferien würden mit etwas Schönerem beginnen als mit dieser Beerdigung.
16:43Wieso hat es mich so erschreckt, dass Eva uns heute Morgen hier gesehen hat?
16:48Das war doch eigentlich ganz harmlos.
16:51Aber ich habe die ganze Zeit das Gefühl, mich rechtfertigen zu müssen.
16:57Alexander dagegen ist ganz ruhig geblieben.
17:01Er scheint viel besser mit allem zurechtzukommen als ich.
17:16Warum bekomme ich meine Gefühle für ihn nicht in den Griff?
17:21Ich kann ihn nun mal nicht haben.
17:24Und wenn Alexander es schafft,
17:26schaffe ich es hoffentlich auch in ihm nichts weiter als sein Bruder.
17:29Ich kann ihn nicht mehr zusehen.
17:38Fühlst du dich besser?
17:40Ja.
17:41Als ich Annabelle da vorhin gesehen habe,
17:43da war mir auf einmal klar, dass sie keine Macht mehr über mich hat.
17:47Danke, dass du mit mir da hingegangen bist.
17:49Na klar.
17:50Für mich war es auch gut, sie noch mal zu sehen.
17:53Nachdem wir jahrelang keinen Kontakt miteinander hatten.
17:59Und für Nora ist es auch nicht einfach.
18:02Wie ist meine Halbschwester eigentlich so?
18:05Du hast sie doch gar nicht kennengelernt?
18:07Mhm.
18:08Ich dachte immer, sie ist eine Verbündete von Annabelle,
18:10deswegen habe ich jeden Kontakt vermieden.
18:14In Wahrheit hat sie genauso wie wir alle unter Annabelle gelitten.
18:17Sie war im Gefängnis, drei Jahre für etwas, was sie nicht begangen hat.
18:22Ich weiß, wie sich das anfühlt.
18:25Ja, jetzt ist Nora ein anderer Mensch.
18:28Wie sieht sie eigentlich aus?
18:30Ich meine, ist sie so eine Art Doppelgänger von Annabelle?
18:35Du wirst sie kennenlernen.
18:36Ich glaube, du wirst positiv überrascht sein.
18:39Jetzt bin ich wirklich gespannt.
18:51Ich habe die Verstorbene ja vor einigen Jahren selbst kennengelernt.
18:55Aber vielleicht möchten Sie zunächst erzählen.
19:00Das ist so üblich.
19:02Ich traue errede, darauf aufzubauen.
19:13Ich habe sie eigentlich immer für ihre Stärke bewundert.
19:18Und dass sie immer erreicht hat, was sie wollte.
19:21Hat sie das wirklich?
19:23Wollte sie nicht auch immer von ihrer Familie geliebt werden?
19:27Ja, vielleicht.
19:28Aber um das zu erreichen, hat sie zu fragwürdigen Mitteln gegriffen.
19:31Sie war sich sehr wohl bewusst, dass sie Fehler gemacht hat.
19:38Meine Mutter hat Leben ausgelöscht.
19:41Und hat das Glück vieler Menschen zerstört.
19:43Sie ist für ihre Ziele eindeutig zu weit gegangen.
20:02Störe ich?
20:06Julia, ihr seid schon da.
20:10Also allein für diese nette Begrüßung hat sich die weite Reise allemal gelohnt.
20:14Ich habe doch nicht gedacht, dass ihr alles stehen und liegen lasst und sofort hierher kommt.
20:18Doch, natürlich.
20:19Nachdem du angerufen hattest, mussten wir einfach kommen.
20:22Wie geht es dir denn?
20:23Ach, man streitet sich so durchs Leben.
20:27Sie sind sicher, Herr Adam.
20:28Ganz echt.
20:29Es freut mich sehr, Sie kennenzulernen, Frau Grafenberg.
20:32Ganz meinerseits.
20:33Eva hat in ihren Briefen so von Ihnen geschwärmt.
20:40Es ist schön, dass ihr wieder da seid.
20:51Wer bist du denn?
20:54Barney!
20:55Hey, dass es dich noch gibt.
20:58Hey, Barney!
21:00Barney!
21:00Komm mal her, Barney.
21:01Komm mal her, Barney.
21:02Komm mal her.
21:03Barney!
21:05Also Entschuldigung, eigentlich ist unser Hund nicht so aufdrücklich.
21:08Es macht ja nichts.
21:09Er hat sich bloß gefreut, mich wiederzusehen.
21:12Paula?
21:15Mensch, du bist ja schon da.
21:17Das ist ja eine Überraschung.
21:19Hallo, ich habe dich überhaupt nicht erkannt.
21:20Du bist eine richtige Frau geworden.
21:23Konrad, guck mal, Paula ist schon da.
21:24Barney hat mich sofort erkannt.
21:26Hey, hab schon gehört, dass du uns besuchen kommst.
21:28Hallo, ich bin Konrad.
21:29Freut mich, dich kennenzulernen.
21:30Und du bleibst jetzt den ganzen Sommer hier?
21:32Ja.
21:32Ach, wie schön.
21:33Wie geht es dir, Nina und Ben?
21:34Super.
21:35Das Leben auf den Virgin Islands ist echt der totale Wahnsinn.
21:37Ja, und dann verbringst du deinen ganzen Sommer hier in Falkenthal.
21:40Das ist ein bisschen langweilig, oder?
21:41Nee, bestimmt nicht.
21:42Vor allem, wo mein alter Kumpel Barney noch hier ist, ne?
21:44Dürfen wir zusammen spazieren gehen, Barney und ich?
21:46Na klar.
21:48Jetzt?
21:48Ja.
21:50Ich glaube nicht, dass Barney was dagegen hat, mit seiner alten Freundin Paula spazieren zu gehen.
21:53Oder, Barney?
21:55Ach, Barney.
21:56Na dann, bitteschön.
21:58Komm, Barney.
22:00Tschüss.
22:00Tschüss.
22:06Frau Frank-Weiden?
22:08Ja.
22:08Herr Grafenberg möchte Sie sprechen.
22:11Störe ich?
22:12Nicht doch.
22:13Äh, draußen ist jemand, da würde sie gerne kennenlernen.
22:16Wer denn?
22:17Mein Neffe, ihr Halbbruder Daniel.
22:21Daniel ist in Falkenthal?
22:22Ja, Julia und Daniel sind heute aus Südafrika gekommen, um an der Beerdigung teilzunehmen.
22:27Er würde Sie gerne vorher kennenlernen.
22:29Ja, dann holen Sie ihn doch rein.
22:34Also, das ist jetzt wirklich eine Überraschung.
22:36Daniel Grafenberg hat bisher jeden Kontakt mit mir vermieden.
22:40Darf ich vorstellen?
22:41Deine Schwester Nora.
22:44Hallo.
22:45Daniel Grafenberg.
22:46Nora von beiden.
22:48Ja, schön, dass wir uns mal kennenlernen.
22:53Schön, dass du mich kennenlernen willst.
22:57Komm her.
22:59Hallo.
23:06Hi.
23:07Hallo.
23:08Bob?
23:09Bist du schon fertig mit Putzen oder warum höre ich keinen Staubsauger?
23:14Ich habe da was anderes gefunden, wo dringend Ordnung gemacht werden müsste.
23:17Ach, die Knöllchen, darum musst du dich nicht kümmern.
23:19Die sind alle nicht bezahlt.
23:21Auweia, musst du mich jetzt verhaften?
23:23Red kein Unsinn.
23:25Wenn du die Strafzettel nicht bald bezahlst, hast du mächtig Ärger am Hals.
23:29Jetzt übertreib mal nicht.
23:30Außerdem habe ich dafür gerade echt keine Kohle übrig.
23:33Was schnüffelst du überhaupt in meinen Sachen rum?
23:35Konstanze, je länger du damit wartest, umso teurer wird's, bis dir irgendwann eine Zwangshaft droht.
23:39Zerbricht dir mal nicht meinen Kopf.
23:40Du bist mein Mitbewohner, mein Lover, weiter nichts.
23:43Verstehst du nicht, dass ich mir ernsthaft Sorgen mache?
23:44Ja, und genau das will ich nicht.
23:46Es sind nämlich exakt die Situationen, wegen denen ich nicht mit dir zusammenziehen wollte.
23:50Halte ich gefälligst aus meinem Leben raus.
24:00Und vermisst du Falkenthal manchmal?
24:04Eher die Menschen, die hier leben.
24:07Weißt du, Julia und ich, wir sind in Südafrika sehr glücklich.
24:11Unsere Kinder wachsen da auf.
24:12Das ist unsere Heimat.
24:14Das ist schön.
24:16Und du?
24:18Gibt es in deinem Leben jemanden Besonderes?
24:22Nein.
24:24Ich hatte bisher nicht so viel Glück in Liebesdingen.
24:26Aber lass uns über was anderes reden.
24:28Ich hatte ja ehrlich gesagt ein bisschen Bammel, dich kennenzulernen.
24:31Naja, da hast du sicherlich viel Schlechtes über mich gehört, oder?
24:35Vieles, das sich als falsch erwiesen hat.
24:37Naja, aber ich war früher trotzdem kein Engel.
24:39Laut Frederik und Eva hast du dich in den letzten Jahren sehr verändert.
24:44Ich hätte mich nie auf Annabelle einlassen dürfen.
24:47Aber ich habe einfach viel zu spät begriffen, dass sie...
24:51Ja, wie kann man das schön ausdrücken?
24:55Dass sie eigentlich nie wirklich an einer Mutter-Tochter-Beziehung interessiert war.
24:59Ja, ich weiß, was du meinst.
25:02Patricia und ich haben sie auch nie wirklich interessiert, außer sie hat einen persönlichen Nutzen daraus gezogen.
25:07Hast du denn eigentlich noch Kontakt zu deiner Schwester?
25:09Unsere Schwester, ja.
25:11Nachdem der Kontakt zu Annabelle abriss, hat es uns nochmal richtig zusammengeschweißt.
25:16Aber Patricia hat es wirklich nie einfach mit ihr gehabt.
25:19Ich habe gehört, dass du auch unschuldig im Gefängnis gesessen hast. Stimmt das?
25:23In Untersuchungshaft, ja, aber das ist sehr lange her.
25:26Zum Glück habe ich damals Julia an meiner Seite gehabt.
25:29Ja, und ich wünschte, ich hätte damals schon begriffen, dass auch du nur ein Opfer von Annabelle gewesen bist.
25:34Ich wäre für dich da gewesen.
25:37Merkwürdigerweise hat Annabelle immer geglaubt, eine gute Mutter zu sein.
25:41Wie zu dieser Feststellung kommt es mir völlig schleierhaft.
25:44Das Letzte, was sie zu mir gesagt hat, war, dass sie weiß, dass ich mein Glück nicht finden werde.
25:49Das klingt nach Annabelle.
25:51Was könnten Sie damit gemeint haben?
25:57Oh, du hast Besuch?
25:58Ja, darf ich vorstellen, das ist Daniel Gravenberg.
26:01Also, mein anderer Halbenbruder.
26:03Ich hatte keine Ahnung, dass Sie in der Stadt sind.
26:05Alexander Wagner, hallo.
26:06Schön, Sie kennenzulernen.
26:07Alexander ist auch ein Halbbruder von mir, väterlicherseits.
26:15Hi, Mom.
26:17Theo!
26:20Sag mal, ist die Schule schon vorbei?
26:22Ich bin früher los, ist sowieso alles gelaufen.
26:24Morgen gibt es Zeugnisse und dann sind sowieso Ferien.
26:26Sag mal, du kannst doch nicht einfach früher gehen.
26:28Ich verpasse nichts, ehrlich.
26:29Ich kann mich hier viel nützlicher machen.
26:31Ich könnte eine Runde mit Barney gehen.
26:33Barney ist schon mit Paula unterwegs.
26:35Was, wo?
26:36In den Park.
26:38Okay, Theo, dann schaue ich mal besser nach den beiden.
26:40Nicht, dass Barney dieser Paula noch irgendwie Ärger macht.
26:42Du, Barney und Paula kennen sich schon seit vielen Jahren.
26:46Weil, bei Barney weiß man nie.
26:47Bis dann.
26:49Mann.
26:50Entschuldige.
26:52Constanze, trainierst du für einen Zehnkamp?
26:54Ich muss mich abreagieren.
26:56Streiten mit Tom?
26:58Ach, ich komme vorhin nach Hause.
26:59Da sitzt er in der Küche mit meinen unbezahlten Strafzetteln
27:02und hält mir eine Moralpredigt.
27:05Wie viele sind es denn?
27:07Keine Ahnung.
27:08Fünf, zehn, zwanzig.
27:10Sag mal, bist du verrückt, die alle zu sammeln?
27:12Das wird doch teuer.
27:14Elsa, bitte, fang du nicht auch noch an.
27:15Tom hat gerade auch schon irgendwas von zwangshaft oder so gefaselt.
27:19Tom macht sich eben Sorgen um dich.
27:21Darum habe ich ihn nicht gebeten.
27:23Aber darum, in deine Wohnung zu ziehen.
27:25Und im Übrigen ist es ziemlich nett von Tom, sich um dich Sorgen zu machen.
27:28Denk mal drüber nach.
27:36Jetzt habe ich so viel Gutes über deine Frau gehört.
27:38Jetzt möchte ich Julia aber auch mal kennenlernen.
27:40Ja, ich hoffe, das passiert auch bald.
27:41Sie ist bei Eva und müsste eigentlich...
27:44Na ja, die beiden haben sich Ewigkeiten nicht gesehen.
27:47Südafrika ist ja auch nicht gerade um die Ecke.
27:49Das stimmt.
27:50Ich hoffe trotzdem, sie kommt bald, weil wir müssen noch ins Hotel uns umziehen für die Beerdigung.
27:54Ich würde jetzt gerne noch was mit dir bereden.
27:57Es geht um Annabels Erbe.
27:59Ja?
28:00Soweit ich weiß, bist du die Alleinerbin.
28:02Ja.
28:03Nee, also genau genommen hat sie mir ja alles vererbt, als sie auf der Flucht war, um selbst wieder an
28:07das Geld zu kommen.
28:09Also steht mir allein nicht das Geld zu, sondern ja eigentlich auch euch.
28:12Ja, Patricia und ich, wir haben schon vor langer Zeit beschlossen, dass wir von Annabelle nichts annehmen werden.
28:17Ja, das hat Annabelle mir auch erzählt.
28:18Ja.
28:19Ich weiß nicht, wie es bei Patricia aussieht, aber für mich gilt das immer noch.
28:22Ich will ihr Vermögen aber auch nicht haben. Das fühlt sich irgendwie nicht richtig an.
28:25Was ist denn mit der Manufaktur?
28:27Sie könnte die Finanzspritze gut gebrauchen, um aus den Schulden zu kommen.
28:31Ja, das ist eine gute Idee.
28:33Immerhin hat sich Annabelle über Jahre hinweg an der Manufaktur bereichert.
28:36Und so würde das Geld wieder zurück in die Firma fließen.
28:39Und was ist mit der Manufaktur selbst?
28:41Genau genommen bin ich ja jetzt die Besitzerin.
28:43Ja, das müssen wir mit Patricia abklären.
28:46Ich wäre es natürlich schön, wenn du die Manufaktur weiterführen würdest.
28:49Ich selbst habe schon vor vielen Jahren mit dem Thema abgeschlossen.
28:52Ach, hier bist du.
28:54Tut mir leid, ich habe mich bei Eva verquatscht.
28:56Das ist ja die Sonne meines Lebens. Hallo, mein Schatz.
28:59Darf ich dir vorstellen, das ist meine Halbschwester Nora und das ist ihr Halbbruder Alexander.
29:04Hallo.
29:04Ich komme schon ganz durcheinander, wer jetzt mit wem verschwistert ist.
29:07Hallo.
29:07Du, Nora, es ist schön, dass wir uns endlich mal kennenlernen.
29:09Ich wünschte, es gäbe einen schöneren Anlass, dass wir uns treffen.
29:12Ja, das stimmt.
29:14Oh Gott, ich bin ein bisschen überfordert.
29:16So viel Familie auf einmal hatte ich noch nie.
29:37Ich hätte nie gedacht, dass die erste Begegnung mit Daniel so herzlich sein würde.
29:41Er hat mich trotz seines schwierigen Verhältnisses zu Annabelle und meiner Vergangenheit ganz offen aufgenommen.
29:47Es war sofort ein vertrautes Gefühl zwischen uns.
29:50Als würden wir uns schon Jahre kennen.
29:52Es fühlte sich an, wie er wäre, einen Bruder zu haben.
29:56Aber wieso habe ich dieses Gefühl nicht auch bei Alexander?
30:02Bist du soweit?
30:03Ja, gleich.
30:07Was hältst du eigentlich von Daniel?
30:11Er ist nett.
30:12Wie seine Frau.
30:14Ja, sehr.
30:17Ich habe mir gerade vorgestellt, wie es wohl gewesen wäre, wenn wir alle zusammen aufgewachsen wären.
30:23Schöne Vorstellung, ja.
30:26Dann wäre heute alles viel leichter.
30:30Ich warte unten auf dich.
30:33Ja, ich komme gleich.
30:37Wahrscheinlich ist genau das der Unterschied.
30:40Wir haben uns verliebt, bevor wir wussten, dass wir Geschwister sind.
30:45Ja.
30:46Und deshalb fühlt es sich jetzt auch anders an, als das, was ich für Daniel empfinde.
30:50Ja.
31:20Hey, Barney, Barney, hol das Stückchen.
31:24Ja, hol das Stückchen.
31:29Komm her, Barney.
31:30Fein, aus.
31:32Ja, komm, Barney, komm, komm, komm, komm, komm.
31:36Nicht so wild.
31:39Und aus.
31:40Fein, hol das Stückchen.
31:45Weißt du, wo Nora ist?
31:47Sie kommt gleich.
31:48Ich hole schon mal den Wagen.
31:49Ja.
31:52Wie fühlst du dich?
31:54Ich bin froh, wenn alles vorbei ist.
31:56Und wir die Vergangenheit endlich begraben können.
31:59Wird der Pfarrer eine Andacht halten?
32:00Ja.
32:01Und ich bin sehr gespannt, ob er ein paar gute Worte für Annabelle finden wird.
32:04Beim Vorgespräch war uns das nicht möglich.
32:07Man soll nicht schlecht über die Toten reden.
32:09Wenn du sie je kennengelernt hättest, wüsstest du, wie schwer das bei Annabelle ist.
32:14Wahrscheinlich hast du recht.
32:18Sie machen einen großen Fehler.
32:20Ein Vorschlag.
32:23Sie legen jetzt das Telefon weg.
32:25Und Richard wird niemals erfahren, dass Alexander nichts zu entsorgen lässt.
32:33Ich warte draußen.
32:35Ja.
32:52Ich bin bei dir.
32:54Wie immer.
32:56Ich bin bei dir.
33:29Ich habe gerade überlegt, wann ich sie das letzte Mal gesehen habe.
33:32Das ist Ewigkeiten her.
33:35Schön, dass du hier bist, Patricia.
33:38Ich wollte persönlich dabei sein.
33:40Sie ist wahr.
33:42Immerhin unsere Mutter.
33:45Es ist schön, dich zu sehen.
33:51Frederic.
33:55So sieht man sich nach all den Jahren wieder.
33:57Schön, dass wir einmal wieder zusammen sind.
34:11Ich bin bei dir.
34:17Okay.
34:18Das ist aber schade.
34:20Ich dachte, du bleibst ein bisschen.
34:21Für dich nehme ich mir natürlich etwas Zeit,
34:24bevor ich wieder zum Flughafen muss.
34:26Ich habe dir unsere Halbschwester Nora noch gar nicht vorgestellt.
34:29Nora, das ist Patricia.
34:31Hallo.
34:32So lernt man sich endlich kennen.
34:34Ja, ich habe schon viel über dich gehört.
34:37Willkommen im Club der ignorierten Töchter.
34:52Liebe Trauergemeinde,
34:54wir sind hier zusammengekommen, um Abschied zu nehmen.
34:57Von Annabelle Grafenberg.
35:03Tom?
35:06Tom!
35:08Hey, ich muss gleich zum Dienst.
35:11Ich muss weiter.
35:11Wo sind meine ganzen Knöllchen hin?
35:13Okay.
35:14Hey, bevor du dich aufregst, lass mich bitte ausreden.
35:17Ich weiß, ich soll mich nicht in deine Angelegenheiten mischen,
35:20aber es stand zu befürchten,
35:21dass du wegen dieser Sache mächtig Ärger bekommst.
35:23Und na ja, deswegen habe ich...
35:27Deine Beziehung spielen lassen?
35:29Was?
35:30Nein, ich...
35:32Ich habe sie bezahlt.
35:36Das ist nett, glaube ich.
35:39Also genau genommen, ja.
35:42Aber du kriegst das Geld natürlich zurück.
35:44Natürlich, will ich hoffen.
35:45Ja, ja, ganz bestimmt.
35:47Wie viel war es denn?
35:48Knapp 400 Euro.
35:50So viel.
35:52Du musst mir das Geld ja nicht auf einen Schlag zurückzahlen.
35:55Kann aber ein bisschen dauern.
35:57Du könntest mir natürlich das Ganze auch in Naturalien zurückgeben.
36:03Und das von dir.
36:05Wir sind ja ein anständiges Haus.
36:07Siehst du, das habe ich mir auch gedacht.
36:08Deswegen habe ich einen neuen Putzplan gemacht.
36:11Was hältst du davon?
36:13Da stehe ja nur ich drauf.
36:15Was?
36:17Tatsächlich, ja.
36:19Strafen muss sein.
36:21Ja, klar.
36:22Warum ziehe ich auch mit einem Polizisten zusammen?
36:29Wir verabschieden uns heute von einem Menschen,
36:32der anderen Leid angetan
36:34und Schuld auf sich geladen hat.
36:36Aber vergessen wir nicht,
36:39es war ein Mensch fehlgeleitet
36:42in seiner Suche nach Zuneigung
36:45und nach Liebe.
36:49Die Angehörigen haben jetzt Gelegenheit,
36:52ein letztes Wort an die Verstorbene zu richten
36:55und ihrer zu gedenken.
36:58Ich möchte noch etwas sagen.
37:05Wie ihr alle wisst,
37:06gibt es nicht viel,
37:07das meine Mutter und mich verbannt.
37:12Ich habe mich immer von ihr zurückgesetzt gefühlt
37:16und wurde bestenfalls für ihre Intrigen missbraucht.
37:21Wo ich Zuspruch brauchte,
37:24erhielt ich nur Spott
37:25und wurde abgewiesen.
37:29Aber
37:35einmal hast du mich auch aufgefangen,
37:38als ich nach Nikos Tod
37:39den Boden unter den Füßen verloren habe.
37:43Da hast du zu mir gestanden
37:44und hast mich nicht aufgegeben.
37:50Und ohne dich würde ich jetzt wahrscheinlich nicht hier stehen.
37:57Dafür danke ich dir.
38:03Verbringen wir nun einen Moment des stillen Angedenkens
38:06an Annabelle Grafenberg.
38:19Ich möchte, dass Sie aus dem Leben meines Sohnes verschwinden
38:22und zwar für immer.
38:36Ich will nichts mehr von dir wissen,
38:37ich will nichts mehr von dir hören.
38:40Ich werde jeden Gedanken
38:43an dich aus meinem Gedächtnis löschen.
38:55Das wollte ich nicht.
38:58Ich wollte Werner nicht umbringen.
39:03Mit ihm hat alles angefangen.
39:08Ich hatte keine Wahl.
39:15Dann lasst uns nun in Frieden gehen und...
39:17Ich möchte auch noch etwas sagen.
39:20Bitte.
39:29Ich habe viele Jahre nach meiner Mutter gesucht.
39:34Und als ich sie dann endlich gefunden habe,
39:36dachte ich, ich könnte mich glücklich schätzen,
39:38aber...
39:39Das Gegenteil war der Fall.
39:42Allein ihre letzten Worte...
39:45Ich möchte dir sagen, dass sie weiß,
39:47dass ich nicht glücklich werde.
39:52Ich möchte dir sagen, dass du Unrecht hattest.
39:55Dass ich bereits glücklich bin.
39:59Ich habe zwar meine Mutter verloren,
40:01aber ich habe meine Familie wiederbekommen,
40:05die mir Halt gibt
40:06und mich stark macht.
40:10Und dafür bin ich sehr dankbar.
40:21Dann lasst uns nun in Frieden gehen
40:24und Annabelle Grafenberg
40:26zur letzten Ruhe geleiten.
40:54Der Herr behütet einen Weg aus dieser Welt
40:57von nun an bis in Ewigkeit.
41:03Von Erde sind wir genommen.
41:05Zur Erde müssen wir werden.
41:08Erde zu Erde,
41:10Asche zu Asche,
41:13Staub zu Staub.
41:18Ruhe sanft in Frieden.
41:29Ich öffne den MC Ihre letzten Worte nicht zu Herzen.
41:32Dass ich mein Glück niemals finden werde.
41:35Und wohin treibt es dich diesmal?
41:38Tja, wenn ich das wüsste.
41:40Sie ist die Liebe meines Lebens.
41:42Und ich werde sie niemals vergessen.
41:44Auch nicht am Ende der Welt.
41:45Also um ehrlich zu sein,
41:47Marianne wünscht sich eine Weltreise.
41:50Das reißt sich ja nicht gerade vom Rokan.
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