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SpaßTranskript
00:00Schlagte Annabelle Grafenberg, geborene Krüger, geschiedene Van Weyden,
00:03wird wegen Anstiftung zum Mord an Helena Bernstein zu lebenslänglicher Freiheitsstrafe verurteilt.
00:10Wie lange wirst du denn im Gefängnis sein?
00:13Drei Jahre.
00:14Hm, Glück gehabt.
00:17Hast du Schmerzen?
00:18Oh, ja. Oh, Baby.
00:24Frau Van Weyden!
00:26Nora, halten Sie durch. Wir bringen Sie zum Arzt.
00:42Was ist denn vor?
00:44Ich hab dir doch gesagt, ich lasse mich nicht einsperren.
00:46Was ist denn hier?
00:48Ah!
00:53Sie haben das Recht, die Aussage zu verweigern.
00:55Alles, was sie jetzt sagen kann, wird bei Gericht gegen sie verwendet werden.
00:59Ich hab damit nichts zu tun, das war meine Mutter, das wissen Sie doch.
01:01Alles, was ich weiß, ist, dass ich niedergeschlagen wurde.
01:03Ein Kollege ist schwer verletzt, Ihre Mutter ist flüchtig und Sie sind offenbar nicht in der Lage zu fliehen.
01:08Das stimmt nicht, ich wollte nicht fliehen.
01:09Nora van Weyden, ich nehme Sie hiermit vorläufig fest,
01:12wegen des Verdachts auf Beihilfe zur Flucht,
01:15Widerstands gegen die Staatsgewalt und versuchten Mordes an einem Polizeibeamten.
01:24Hey, what you looking for?
01:29No one has the answer, they just want more.
01:36Hey, who's gonna make it right?
01:43This could be the first day of my life.
01:53Sichern Sie die Umgebung, Frau Grafenberg ist flüchtig, sie kann doch nicht weit sein.
02:00Die hab ich im Wagen gefunden.
02:01Übergeben Sie sie der Spurensicherung.
02:03Sieht so aus, als hätten Sie geöffnet worden.
02:06Mein Schlüsselbund ist weg.
02:08Halten Sie die Augen offen, er muss irgendwo in der Nähe sein.
02:12Wohin wollten Sie und Ihre Mutter fliehen?
02:13Ich hab es eben doch gerade gesagt, ich wollte nicht fliehen.
02:16Sie haben dafür gesorgt, dass der Wagen anhält, indem Sie Schmerzen vorgetäuscht haben.
02:20Ich hab wirklich Schmerzen.
02:22Dann hat mich Ihre Mutter niedergeschlagen, als ich Ihnen helfen wollte.
02:25Und während ich ohnmächtig war, haben Sie mir einen Schlüssel entwendet
02:28und damit die Handschellen Ihrer Mutter aufgeschlossen.
02:30Das stimmt nicht, ich hab versucht, Sie aufzuhalten.
02:33Wirklich.
02:34Sie wollten gemeinsam fliehen.
02:36Und dann hatten Sie wirklich Schmerzen, Ihre Mutter hat Sie einfach hängen lassen.
02:39Das stimmt nicht.
02:40Ein Beamter wurde angeschossen.
02:42Eine verurteilte Straftäterin ist flüchtig.
02:45Jetzt machen Sie es sich nicht noch schwerer und sagen Sie mir, wo ist Ihre Mutter?
02:48Ich weiß es nicht.
02:51Führen Sie Frau von Weiden ab.
02:52Sie wird auf die Fangstation der JVA eingeliefert.
03:20Entschuldige bitte, Frederic.
03:21Ich war wohl etwas vorschnell.
03:23Ich dachte nur ich.
03:25Nein, ich war etwas überrascht.
03:30Dass ich dich gebeten habe, in Falkenthal zu bleiben?
03:34Um ehrlich zu sein?
03:35Ich auch.
03:40Nun ja, ich...
03:45Ich habe überhaupt nicht gedacht, dass ich so schnell wieder irgendetwas für jemanden empfinden könnte.
03:52Ich weiß ja auch noch nicht wirklich, was das zwischen uns beiden ist, aber...
03:57Ich würde es gerne herausfinden.
04:02Ich dachte auch nicht, dass ich auf jemanden wirklich treffe.
04:04Schon gar nicht hier in Falkenthal.
04:08Du hast nicht wirklich gute Erinnerungen an diesen Ort.
04:11Nein.
04:13Und der Pell hat mir alles genommen.
04:15Mein Vater, die Manufaktur.
04:18Wäre ihr nicht der Prozess gemacht worden, ich wäre nie wieder nach Falkenthal zurückgekehrt.
04:22Und deshalb hat es dich weggezogen.
04:25Bis ans Ende der Welt.
04:29Neuseeland hat zwei besondere Vorteile.
04:32Es ist wundervoll einsam und der am weitesten entfernte Punkt von Falkenthal.
04:39Offenbar hat das Ende der Welt etwas magisch Anziehendes.
04:43Die besten Männer Falkenthal landen dort.
04:46Hagen?
04:48Er ist in Australien.
04:52Und jetzt zieht es dich wieder in die Ferne und in die Einsamkeit?
05:00Ich weiß noch nicht, ob es das wirklich ist, was ich suche.
05:04Ich wusste gar nicht, dass du auf der Suche bist.
05:08Das wusste ich auch nicht, bevor ich dich getroffen habe.
05:18Und ändert es etwas?
05:22Ja.
05:24Das ändert etwas.
05:27Aber ich muss darüber nachdenken, wo mich das hinführt.
05:31Natürlich.
05:34Also...
05:36Na ja, du weißt ja, wo du mich findest.
05:38Ich...
05:39...deck mal nach ich erzählen.
05:50Das Kapitel, Annabelle, ist endlich abgeschlossen.
05:53Ja, ja.
05:55Ja, okay.
05:56Okay, Lissi.
05:57Grüß Robert von mir, ja?
05:59Ja, das mache ich.
06:01Tschüss.
06:02Ja?
06:04Entschuldige bitte, Richard.
06:05Ich wollte mich schnell verabschieden.
06:07Sophie, ich habe gerade mit Lissi gesprochen und ihr von Annabelles Verurteilung erzählt.
06:13Sie konnte es noch gar nicht richtig fassen.
06:15Aber weißt du, auch auf mich wirkt das Ganze noch seltsam, irreal.
06:18Wir haben lange gekämpft, Richard.
06:21Ich denke, wir werden eine Zeit lang brauchen, bis wir realisieren, dass es vorbei ist.
06:27Annabelle Grafenberg hat tatsächlich ihre gerechte Strafe bekommen.
06:31Ja.
06:32Dank Frederik Grafenberg.
06:34Sein Auftritt vor Gericht hat die Wende gebracht.
06:37Ja, das stimmt.
06:41Aber ohne Nora hätten wir Annabellas gar nicht vor Gericht stellen können.
06:48Ich weiß, dass du enttäuscht bist.
06:51Für uns alle war es ein Schock, dass wir erfahren haben,
06:55dass sie die ganze Zeit wusste, wie Viktoria damals tatsächlich ums Leben gekommen ist.
06:59Aber sie hat es gestanden, weil sie mit diesem Kapitel endgültig abschließen wollte.
07:04Sie hat das Richtige getan.
07:06Und sie hat sich verändert.
07:11Ich wünschte, ich könnte das glauben.
07:14Sie hat einen Fehler gemacht, einen schweren Fehler.
07:19Aber jetzt tut sie das Richtige.
07:23Weißt du, irgendwie kenne ich das.
07:26Es ist dasselbe wie mit Annabelle.
07:28Jeden Tag kommen neue Lügen ans Licht.
07:31Es nimmt kein Ende.
07:36Nein, es ist meins.
07:39Frau Riedmann, hallo?
07:44Was?
07:50Bitte sagen Sie mir, dass das nicht wahr ist.
07:54Was ist denn passiert?
07:56Frau Riedmann, ich bin gerade bei Herrn van Weyden.
07:58Ich stelle das Telefon auf laut und sagen Sie doch so lieb und wiederholen Sie noch einmal, was Sie gerade
08:03gesagt haben.
08:05Danke.
08:09Frau Grafenbein ist auf dem Weg zur JVA entflohen.
08:12Die Pfannung läuft mit Hochdruck, aber bis jetzt haben wir noch keine Spur von ihr.
08:17Was ist das mit meiner Tochter?
08:19Es sieht so aus, als habe sich Ihre Tochter an einem Fluchtversuch beteiligt.
08:22Sie konnte aber festgenommen werden.
08:30Jedenfalls hat mich Sophies Vorschlag ziemlich überrumpelt.
08:32Aber dann hast du ja gesagt.
08:34Ich weiß nicht, wie ich antworten soll.
08:37Aber warum denn nicht?
08:38Neuseeland läuft ja doch nicht weg.
08:39Darum geht es gar nicht.
08:42Ich weiß einfach nicht, ob das eine gute Idee ist, mich Hals über Kopf in eine Beziehung zu stürzen.
08:47Hals über Kopf.
08:49Bleib doch einfach noch eine Weile hier.
08:51Und dann werdet ihr sehen, wohin das Ganze führt.
08:54Denk noch mal drüber nach.
08:56Genau das werde ich tun.
08:58Ich habe mir von Tobias seine Angerausrüstung ausgebaut.
09:01Du fährst an den See?
09:02Ja.
09:03Wie hat Vater immer gesagt, die Einsamkeit beim Fischen ist der beste Ratgeber.
09:06Deshalb hat er wahrscheinlich auch nie einen Fischen mitgebracht.
09:08Dein Vater hat sich oft an den See zurückgezogen, wenn er seine Gedanken ordnen wollte.
09:13Er wäre heute sehr stolz auf dich.
09:15Hallo.
09:19Könnte ich vielleicht noch etwas von dem Mittagessen bekommen?
09:22Selbstverständlich.
09:22Ich wärme Ihnen gern was auf.
09:23Danke.
09:24Herr Reichenbach?
09:25Ja?
09:25Herr Grafenberg, kennen Sie sich schon?
09:28Nein, aber ich habe schon viel von Ihnen gehört.
09:30Freut mich.
09:30Hallo.
09:31Ihr Familie hat früher die Manufaktur gehört?
09:35Ja.
09:37Und Sie leiten jetzt das Unternehmen?
09:39Nicht mehr lange.
09:41Genauer gesagt, regle ich gerade meine Nachfolge.
09:44Ach, haben Sie denn da schon jemanden ins Auge gefasst?
09:47Bisher nicht.
09:47Es gibt nicht viele qualifizierte Bewerber, die sich in der Branche auskennen.
09:51Sagen Sie, gehen Sie eigentlich gerne angeln?
09:54Angeln?
09:55Ja, ich habe mich gerade mit Herrn Grafenberg darüber unterhalten, wie gut man dabei entspannen und nachdenken kann.
10:03Ich war noch nie angeln.
10:04Das wird zwar bei höchster Zeit.
10:06Ich mache Ihnen auch gerne etwas zu essen.
10:08Danke.
10:11Tja, wenn Sie Lust haben, dann nehme ich Sie mit.
10:14Sie können es einfach nicht lassen, sich in die Angelegenheiten der Herrschaften einzumischen.
10:18Das ist sowieso nicht so weit.
10:20Ich helfe Ihnen nur, die richtigen Entscheidungen zu treffen.
10:24Vielen Dank, Frau Riedmann, dass Sie uns so schnell informiert haben.
10:26Keine Ursache.
10:27Eine Frage hätte ich noch.
10:29Was ist mit Ihrem Kollegen, der angeschossen wurde?
10:31Er ist zur Zeit nicht bei Bewusstsein, aber nicht in Lebensgefahr.
10:35Dankeschön.
10:36Auf Wiederhören.
10:41Ich werde jetzt einfach ins Gefängnis fahren und sobald ich weiß, wie es Nora und dem Baby geht, werde ich
10:46dir Bescheid sagen, okay?
10:49Bitte, Richard, bleib ruhig.
10:50Es gibt noch keinerlei Beweise dafür, dass Annabelle und Nora ihre Flucht gemeinsam geplant haben.
10:55Noch nicht.
10:58Glaubst du wirklich, dass Nora fliehen wollte?
11:01Ich weiß nicht mehr, was ich glauben soll.
11:03Wir sollten uns zumindest anhören, was sie zu sagen hat.
11:25Ich kann es gar nicht fassen.
11:27Annabelle wird das Gefängnis nie wieder verlassen.
11:30Die Gerechtigkeit hat doch noch gesiegt.
11:33Ja, dieses Urteil wird uns Harald zwar nicht wieder zurückbringen, aber es ist doch eine Erleichterung, dass sein Tod nicht
11:39ungesühnt bleibt.
11:41Auf Harald.
11:42Auf Harald.
11:45Weißt du, worüber ich nachdenken muss?
11:47Wie er wohl jetzt mit Nora umgehen würde?
11:50Immerhin war sie es, die ihn betrunken angefahren hat.
11:54Ich glaube, er würde anerkennen, dass sie ihren Fehler bereut und dass sie sich ändern will.
11:59Ja, das glaube ich auch.
12:01Zumal es Annabelle war, die sie dazu angestiftet hat, den Unfall zu vertuschen.
12:07Um an die Formel für das Beckerit zu gelangen, aus reiner Habgier.
12:11Was heißt jetzt damit vor?
12:13Womit?
12:14Mit der Beckerit-Formel.
12:15Das Recht an dem Patent gehört jetzt schließlich dir.
12:19Vor Gericht ist bewiesen worden, dass Annabelle Haralds Unterschrift gefälscht hat, um an die Formelrechte zu gelangen.
12:27Also, so wie ich das verstanden habe, hat Harald die Formel nie verkauft.
12:31Das heißt, sie gehört immer noch ihm.
12:33Beziehungsweise seinen nächsten Angehörigen.
12:35Also dir.
12:38Annabelle ist geflohen?
12:40Also diese Frau, die ist mit dem Teufel im Bunde.
12:43Hat man denn schon eine Spur?
12:46Was hat denn Herr van Weyden gesagt?
12:48Mir natürlich nichts.
12:49Na, Sie werden ihn doch hoffentlich gefragt haben.
12:51Ich wollte nicht indiskret sein.
12:53Sie wollten nicht was?
12:54Also, es ist doch nicht zu fassen.
12:55Herr van Weyden schien mir, wenn ich mir das Urteil erlauben darf, sehr aufgewühlt.
13:00Ja, ist doch kein Wunder.
13:01Ich bin auch sehr aufgewühlt.
13:02Wie geht es, Nora?
13:04Ist sie gesund?
13:05Wie geht es dem Kind?
13:06Ist dem Kind irgendetwas passiert?
13:07Über den Gesundheitszustand der jungen Dame weiß ich nichts zu sagen.
13:11Ich weiß nur, dass sie an der Flucht von Frau Grafenberg beteiligt gewesen sein soll.
13:16Was?
13:17Nora soll Annabelle zur Flucht verholfen haben?
13:19Na, wenn ich es doch sage, ich habe es mit eigenen Ohren gehört.
13:22Na, dann müssen Sie sich aber verhört haben.
13:23Leider nein.
13:25Selbst Herr van Weyden hat gesagt, dass er das seiner Tochter durchaus zutrauen würde.
13:29Also jetzt reicht es aber.
13:31Wenn Sie schon ein Gespräch aufschnappen, ja?
13:33Dann hören Sie doch gefälligst richtig hin.
13:35Was haben Sie vor?
13:37Na, da auf Ihr Gehör ja kein Verlass ist, da werde ich mich selbst erkundigen, was eigentlich los ist.
13:45Und wie geht es jetzt vonstatten?
13:47Muss ich zu Herrn Reichenbach gehen und mir die Formel abholen oder geht das automatisch vom Gericht aus?
13:53Keine Ahnung, aber der alte Vertrag mit der Porzellanmanufaktur hat jetzt keine Gültigkeit mehr.
13:57Also heißt das, dass wir einen neuen Vertrag mit der Manufaktur aufsetzen lassen müssen?
14:02Na, vorausgesetzt, du willst die Formel nicht an jemand anderen verkaufen.
14:05Ja, kann ich das denn?
14:08Ich meine, ich kann doch der Manufaktur nicht verbieten, weiterhin das Beckerit zu benutzen.
14:12Oder doch?
14:13Da es keinen gültigen Vertrag gibt, hat die Manufaktur auch keine Rechte mehr daran.
14:18Und die Unterschrift unter dem Vertrag ist gefälscht.
14:20Also hat die Porzellanmanufaktur all die Monate die Formel unrechtmäßig benutzt?
14:26Harald wollte Sie sowieso nicht an die Manufaktur verkaufen, sondern an Herrn van Weyden.
14:30Sie waren sich sogar schon handelseinig.
14:33Dann ist der Unfall passiert.
14:36Vielleicht sollte ich nochmal mit Herrn van Weyden reden.
14:38Es kann doch sein, dass er sie immer noch kaufen will.
14:42Wahrscheinlich ist es am besten, du redest vor mit Frau Nowak.
14:45Die kann dich in diesen Dingen gut beraten.
14:49Das ist eine gute Idee.
14:50Ich werde sie gleich anrufen, wenn wir wieder zu Hause sind.
14:55Du hast gehört, was Kommissarin Redmann gesagt hat.
14:59Nora lag am Boden.
15:01Annabelle hat Kommissarin Redmann niedergeschlagen, als sie sich um Nora kümmern wollte.
15:06Wenn Nora ihre Ohnmacht nur gespielt hat.
15:08Du glaubst wirklich, die beiden haben diese Flucht von langer Hand geplant?
15:13Vielleicht war es eine spontane Entscheidung.
15:16Als Nora das Urteil gehört hat, ist sie in Panik verfallen und als Annabelle ihr dann vorgeschlagen hat, gemeinsam zu
15:21fliehen, ist sie darauf eingegangen.
15:22Ich weiß es nicht.
15:23Aber Nora hat dafür gesorgt, dass Annabelle verurteilt wurde, Richard.
15:27Du hast nicht gesehen, wie sie auf das Urteil reagiert hat.
15:29Zwischen Annabelle und Nora besteht immer noch eine Verbindung.
15:31Wir sollten uns zumindest anhören, was Nora zu all dem zu sagen hat.
15:38Herr von Weiden, ist das wahr?
15:42Ja.
15:44Hat man denn schon eine Spur?
15:46Nein, wir haben selbst gerade erst davon erfahren.
15:52Frau Landmann, wir werden Ihnen mitteilen, sobald wir etwas Neues hören.
15:57Ja, danke.
16:00Wisst noch was?
16:02Ja, äh, ich habe gehört, dass man ihrer Tochter vorwirft, Annabelle zur Flucht verholfen zu haben.
16:09So, haben Sie gehört.
16:11Naja, Herr Adam hat so etwas aufgeschnappt.
16:13Aber da muss er sich ja wohl verhört haben.
16:14Nein, Herr Adam hat sich nicht verhört.
16:16Es ist noch nicht vollständig geklärt, wie Annabelle Grafenberg fliehen konnte.
16:22Es geht mich ja auch eigentlich nichts an.
16:25Aber Sie glauben doch nicht wirklich...
16:26Wie Sie schon sagten, Frau Landmann, es geht Sie nichts an.
16:32Entschuldigung.
16:34Das Ganze hat mich doch ein wenig mitgenommen.
16:36Ja.
16:40Also, ich fahre jetzt ins Gefängnis und danach werden wir mehr wissen.
16:45Ja.
16:52So, da wären wir.
16:53Ich muss nur schnell ein paar Papiere unterschreiben, dann können wir gleich wieder los.
16:56Wenn Sie möchten, können Sie eben hier warten.
16:58Da vorne gibt es Getränke, falls Sie wollen.
17:00Danke.
17:01Ich kenne mich hier aus.
17:02Ist sicher.
17:03Ich vergaß.
17:04Ich bin gleich wieder da.
17:14Guten Tag, Herr Grafenberg.
17:15Hallo.
17:16Schön, dass Sie wieder da sind.
17:32Herr Grafenberg, voll, gell?
17:34Ja.
17:43Es geschieht Ihnen ganz recht, dass Herr van Weyden Sie gemaßregelt hat.
17:49Erstens war das keine Maßregelung und zweitens hat sich Herr van Weyden gleich nach seinem
17:55Ausbruch entschuldigt.
17:57Das beweist, was Herr van Weyden für einen formidablen Charakter hat.
18:01Bei allem Respekt, Herr Adam.
18:03Wer seiner eigenen Tochter zutraut, einer verurteilten Mörderin zur Flucht zu verhelfen,
18:08dem gehört schon der Kopf zurechtgerückt.
18:11Lernen Sie es denn niemals.
18:13Wann hören Sie endlich auf, Ihre Nase in fremde Angelegenheiten zu stecken?
18:17Ich stecke meine Nase, wohin es mir passt.
18:20Vor wenigen Wochen hätte ich Nora noch alles Mögliche zugetraut.
18:23Aber das Mädchen hat sich geändert.
18:25Das ist doch offensichtlich.
18:26Na, wenn Sie das so sagen.
18:28Oder glauben Sie etwa auch, dass Nora mit Annabelle fliehen wollte?
18:32Ich werde mich nicht an Spekulationen beteiligen.
18:35Das steht mir nicht zu.
18:36Aber eine eigene Meinung werden Sie doch wohl haben.
18:39Allerdings.
18:41Wie der Name schon sagt, meine eigene Meinung.
18:47Sie werden schon sehen.
18:49Spätestens, wenn man Annabelle Grafenberg wieder dingfest gemacht hat,
18:53dann wird sich herausstellen, dass Nora mit Annabelles Flucht gar nichts zu tun hatte.
19:08Wie geht es Ihnen?
19:10Der Arzt meinte, ich hätte früh wehen.
19:12Und jetzt ist alles wieder in Ordnung.
19:15Ich soll in den nächsten Tagen das Bett nicht verlassen und jeglichen Stress vermeiden.
19:19Gut.
19:20Ich werde mir diese Diagnose von einem behandelnden Arzt bestätigen lassen.
19:24Wozu?
19:25Damit wir beweisen können, dass Sie Ihre Schmerzen nicht vorgetäuscht haben, um diesen gefangenen Transporter aufzuhalten.
19:31Sie wissen, was Ihnen vorgeworfen wird.
19:33Ich wollte nicht fliehen, das müssen Sie mir glauben.
19:38Jetzt erzählen Sie mir ganz genau, was während dieses Transportes passiert ist.
19:46Ich hatte schon Schmerzen, als ich in den Wagen ging.
19:50Aber da waren Sie noch nicht so schlimm.
19:53Meine Mutter sah es schon in dem Transporter und sie trug Handschellen.
19:58Sie aber nicht.
20:00Kommissarin Redmann meinte, in meinem Falle könnte man darauf verzichten.
20:03Gut.
20:04Was geschah dann?
20:07Dann ging die Schmerzen erst richtig los.
20:09Ich konnte mich nur noch krümmen.
20:13Meine Mutter ist dann aufgesprungen und hat irgendwie versucht, den Fahrer zu alarmieren.
20:19Haben Sie mitbekommen, wie Annabelle sich befreit hat?
20:22Nein, ich muss ohnmächtig geworden sein.
20:24Ich weiß nicht viel lange.
20:27Das Erste, woran ich mich erinnern kann, ist, dass der Wagen stand.
20:32Meine Mutter stand über mir mit einer Waffe in der Hand.
20:36Und Kommissarin Redmann lag auf dem Boden.
20:39Bewusstlos.
20:40Ich habe zu Annabelle gesagt, dass sie mir die Waffe geben soll.
20:43Und dann stand da plötzlich der Polizist.
20:46Der Schuss fiel.
20:48Wer hat geschossen?
20:50Na, Annabelle.
20:53Gott, es ging alles so schnell.
20:55Es ist wirklich sehr wichtig, dass Sie sich ganz genau erinnern.
21:02Annabelle hat dann die Waffe fallen lassen und ist aus dem Wagen raus.
21:06Ich habe die Waffe dann genommen und bin hier hinterher.
21:10Trug Ihre Mutter zu diesem Zeitpunkt noch die Handschellen?
21:13Nein.
21:14Sie muss sich irgendwie befreit haben.
21:17Gut.
21:18Erzählen Sie weiter.
21:21Schmerzen waren immer noch so schlimm.
21:23Ich konnte kaum laufen.
21:25Ich habe gesagt, sie soll stehen bleiben, warten, bis die Polizei kommt.
21:29Was hätte ich denn machen sollen?
21:30Hätte ich auf sie schießen sollen?
21:32Das konnte ich nicht.
21:34Das wusste sie.
21:37Hat sich dann umgedreht und ist weggelaufen.
21:44Moment mal.
21:45Jetzt nochmal ganz langsam zum Mitschreiben.
21:47Annabelle Grafenbeck ist zu lebenslanger Haft verurteilt worden.
21:49Und auf dem Weg zum Haftantritt geflohen?
21:52Und Nora soll ihr geholfen haben?
21:53Das kann ich mir nicht vorstellen.
21:56Na ja.
21:57Immerhin ist die Frau ihre Mutter.
21:59Da kann man schon mal eine Dummheit begehen.
22:01Also glaubt mir, ich kenne Annabelle sehr gut.
22:03Wahrscheinlich hat sie Nora bloß wieder benutzt.
22:05Davor ist sie ja noch nie zurückgeschreckt.
22:08Hallo.
22:09Da seid ihr ja.
22:11Wo habt ihr denn gesteckt?
22:12Wir waren auf dem Hausboot.
22:13Wir haben den Ausgang des Prozesses gefeiert.
22:16Ist was passiert?
22:18Annabelle ist auf dem Weg ins Gefängnis geflohen.
22:26Wie geht es jetzt weiter?
22:29Die Tatwaffe wird auf Fingerabdrücke untersucht.
22:32Wenn Annabelle auf diesen Beamten geschossen hat,
22:35dann werden ihre Fingerabdrücke auf dieser Waffe zu finden sein.
22:39Wir warten jetzt einfach die forensischen Untersuchungen ab
22:42und danach sehen wir weiter.
22:43Ja.
22:46Ich will ganz ehrlich zu Ihnen sein.
22:49Die Anschuldigungen, die gegen Sie erhoben werden, sind schwerwiegend.
22:54Beihilfe zur Flucht,
22:56Widerstand gegen die Staatsgewalt
22:57und versuchter Mord.
23:00Versuchter Mord?
23:01Wenn sich herausstellt, dass diese Flucht tatsächlich geplant war,
23:05dann ist auf diesen Beamten geschossen worden,
23:08um eine andere Straftat zu ermöglichen.
23:10Und das ist als Mordmerkmal einzuordnen.
23:13Aber ich habe nicht auf den Beamten geschossen.
23:16Ich wollte auch nicht fliehen.
23:18Bitte, das müssen Sie mir glauben.
23:21Ich glaube Ihnen ja.
23:23Aber die Indizien sprechen leider gegen Sie.
23:26Sie waren außerhalb dieses Polizeitransporters
23:28und Sie hatten diese Tatwaffe in der Hand.
23:30Ja, weil ich versucht habe, Annabelle aufzuhalten.
23:33Ich wollte Ihre Flucht verhindern.
23:35Hören Sie, ich bin Ihre Anwältin
23:37und ich werde wirklich tun, was ich kann.
23:42Kann ich sonst noch etwas für Sie tun?
23:47Weiß mein Vater schon über alles Bescheid?
23:51Ja, er war dabei, als Kommissarin Riedmann mich informiert hat.
23:55Was hat er gesagt?
23:59Wir haben nicht lange gesprochen.
24:00Ich bin sofort zu Ihnen gefahren.
24:05Soll ich ihm was ausrichten?
24:09Bitte sagen Sie ihm,
24:10dass ich versucht habe, Annabelle aufzuhalten.
24:15Ja, das werde ich.
24:18Vielen Dank.
24:29Frau Landmann hatte recht, es ist wirklich entspannend.
24:34Eva hat damals dafür gesorgt,
24:35dass mein Vater und ich zum Angeln gingen.
24:38Mich, Frau Landmann, kenne bestimmt nicht ganz ohne Hintergedanken.
24:45Sie hat uns zum Angeln geschickt,
24:46damit mein Vater und ich uns aussprechen.
24:48Mit Erfolg.
24:50Frau Landmann hat ein gewisses Talent dafür,
24:52Menschen zusammenzuführen.
24:53Wofür ich hier ewig dankbar bin.
24:55Ich konnte mich mit meinem Vater aussprechen,
24:58bevor er gestorben ist.
24:59Sie sollte ein bisschen mehr Leine geben.
25:01Danke.
25:05Warum haben Sie damals eigentlich Falkenthal verlassen?
25:12Wegen einer Frau?
25:16Du bist wunderschön.
25:25Ich kann das nicht.
25:28Das kannst du nicht.
25:32Ich kann dich nicht heiraten.
25:38Ich verstehe.
25:42Du bedeutest mir wirklich viel.
25:44Aber wir werden nie mehr als Freunde oder Partner sein.
25:49Ich weiß.
25:52Ich liebe sie, Mann.
25:54Und es wird sich auch nicht ändern,
25:56wenn wir Falkenthal verlassen.
26:00Für mich gibt es hier auch nichts mehr,
26:01was mich noch hält.
26:05Eine Frage?
26:18Schön, dass Sie bereit waren,
26:19sich so schnell mit mir zu treffen.
26:20Keine Ursache.
26:21Aber wie Sie sich vorstellen können,
26:23habe ich nicht viel Zeit.
26:24Natürlich.
26:25Haben Sie schon irgendeine Spur?
26:27Nichts.
26:28Es scheint, als sei Frau Gravenberg vom Erdboden verschluckt.
26:30Das gibt es doch nicht.
26:31Irgendwo muss diese Frau doch zu finden sein.
26:33Diese Flucht wurde von langer Hand geplant.
26:36Frau Gravenberg ist eine verurteilte Verbrecherin.
26:38Wenn sie untertauchen will,
26:39dann braucht sie Geld,
26:40einen falschen Pass,
26:41Möglichkeiten,
26:42die Stadt oder das Land zu verlassen.
26:43Sie haben recht.
26:45So etwas macht man nicht einfach spontan
26:47und erst recht nicht, Annabelle.
26:49Ich weiß.
26:50Wir können nur hoffen,
26:51dass Ihre Komplizen so bald wie möglich gesteht.
26:55Sie sprechen von meiner Mandantin?
26:56Allerdings.
26:58Es ist offensichtlich,
26:59dass Nora von Weiden ihrer Mutter
27:00bei der Flucht behilflich war
27:01und nur ihr gesundheitlicher Zustand
27:03sie daran gehindert hat.
27:04Also ich gehe davon aus,
27:05dass die beiden gemeinsam fliehen wollten.
27:07Meine Mandantin kann glaubhaft darlegen,
27:08dass sie sich anders zugetragen hat.
27:10Ich kenne Ihre Version.
27:11Allerdings sprechen alle Anzeichen dagegen.
27:13Anzeichen?
27:14Das sind noch keine Beweise.
27:15Das ist richtig.
27:16Aber die gibt es auch.
27:33Was ist auf dem Weg ins Gefängnis wirklich passiert?
27:39Bei meiner Aussage ist mir klar geworden,
27:41dass ich nah dran war,
27:42so zu werden wie Annabelle.
27:44Ihr habt mich davor bewahrt,
27:45du und Luisa.
27:49Wir haben an dich geglaubt.
28:00Und was für Beweise sollen das sein?
28:02Auf der Waffe sind die Fingerabdrücke
28:04zweier Personen festgestellt worden.
28:06Die einen stammt von mir
28:07und die anderen von Nora von Weiden.
28:13In Südafrika hat mir mal ein weiser Mann gesagt,
28:15dass das Leben für jeden Menschen
28:17sechs Lieben bereithält.
28:20Ich glaube, dass man froh und dankbar sein muss,
28:22wenn man einer davon begegnet.
28:23Das klingt töstlich.
28:25Er hat aber auch gesagt,
28:27schwerer als sie zu finden,
28:28ist es, sie zu erkennen.
28:30Wenn man nicht daran glaubt,
28:31dann wird man sie nicht erkennen.
28:34Glauben Sie daran?
28:36In den letzten Jahren ist es mir schwer gefallen.
28:39Aber seit ein paar Tagen
28:41hat sich das geändert.
28:44Lassen Sie mich raten, Frau Nowak?
28:48Bedeutet das,
28:49dass Sie in Falkenthal bleiben?
28:52Ich denke darüber nach.
28:55Vielleicht wäre es nicht falsch,
28:56da wieder neu anzufangen,
28:57wo alles aufgehört hatte.
28:59Es müsste ja kein kompletter Neuanfang sein.
29:02Zumindest nicht in beruflicher Hinsicht.
29:04Ich verstehe Sie nicht.
29:06Ich habe gerade in Neuseeland
29:07ein paar Weinberger gekauft.
29:08Die kann ich ja wohl schlecht
29:09hier nach Wackenthal mitnehmen.
29:10Nein, natürlich nicht.
29:11Aber Sie haben hier eine Firma verlassen,
29:13die einmal Ihrer Familie gehörte.
29:16Wollen Sie eigentlich hinaus?
29:18Sie haben ja davon gehört,
29:20dass ich meine Nachfolger
29:21als Geschäftsführer
29:21der Porzellanmanufaktur suche.
29:25Mir wäre besser dafür geeignet,
29:27als Sie.
29:32Nur reist wohl auf.
29:34Und dem Kind scheint es auch gut zu gehen.
29:38Sie bat mich,
29:39dir etwas auszurichten.
29:42Sie sagt,
29:43sie hat versucht,
29:43Annabelle aufzuhalten.
29:47So.
29:49Und, glaubst du ihr?
29:52Was spielt es für eine Rolle,
29:53ob ich ihr glaube?
29:54Ich weiß es nämlich nicht mehr,
29:56was ich noch glauben soll.
29:57Deshalb frage ich dich.
29:59Du hast mit Nora gesprochen
30:00und mit der Kommissarin.
30:02Ich weiß es auch nicht mehr.
30:04Ihre Aussage klang sehr glaubhaft.
30:07Wie kann sie sich
30:08mit Annabelle zurechtgelegt haben?
30:10Annabelle ist eine Meisterin der Lügen.
30:12Wenn die beiden
30:13ihre Flucht gemeinsam geplant haben,
30:15dann werden sie sich
30:16auch auf jeden möglichen Ausgang
30:17vorbereitet haben.
30:18Annabelle überlässt nichts im Zufall.
30:21Was mich wirklich stutzig macht,
30:22sind diese Fingerabdrücke
30:23auf der Tatwaffe.
30:25Es spricht eindeutig gegen Nora.
30:27Andererseits,
30:29wer weiß,
30:30vielleicht hat Annabelle
30:31die Waffe benutzt
30:33und dabei Handschuhe getragen.
30:36Und woher soll sie die haben?
30:37Das weiß ich doch auch nicht.
30:39Oder,
30:40keine Ahnung,
30:40sie hat die Waffe
30:41abgewischt
30:42und danach Nora
30:43wieder in die Hand gedrückt.
30:47Aber darum geht es doch gar nicht.
30:50So.
30:52Und worum geht es dann?
30:55Es geht darum,
30:56ob du deiner Tochter
30:57tatsächlich zutraust,
30:58dass sie auf einen Menschen
30:59geschossen hat.
31:04Weißt du, Sophie,
31:06das Schlimme ist.
31:09Ich weiß es nicht.
31:13Und wenn du ihr Unrecht tust,
31:16du solltest dir Gewissheit verschaffen.
31:20Und wie?
31:21Sprich mit ihr.
31:22Ich weiß nicht,
31:23ob ich das kann.
31:24Aber nur so kannst du
31:25Gewissheit erlangen.
31:26Du bist ihr Vater.
31:28Und wenn du ihr gegenüberstehst,
31:29ihr in die Augen siehst,
31:31dann wirst du erfahren,
31:32ob sie die Wahrheit sagt
31:33oder nicht.
31:39Niemand kennt die Firma
31:40besser als Sie.
31:41Ihr Vater hat sie aufgebaut.
31:43Jetzt hätten Sie die Chance,
31:44sie weiterzuführen.
31:47Ich muss zugeben,
31:48es ist ein verlockendes Angebot.
31:49Sie vergessen einen wichtigen Punkt.
31:51Die Manufaktur gehört Annabelle.
31:52Die gerade zu einer lebenslangen Haft
31:54verurteilt wurde.
31:55Nichtsdestotrotz würde ich
31:56für Annabelle arbeiten
31:57und in ihre Tasche wirtschaften.
31:59Auch wenn Annabelle
32:00faktisch die Geschäftsinhaberin ist,
32:02hat sie praktisch nichts mehr
32:03mit der Manufaktur zu tun.
32:05Und aus dem Gefängnis
32:07hat sie keine Handlungsbefugnisse.
32:09Und wenn ich das richtig
32:10verstanden habe,
32:11war die Manufaktur
32:12seit Generationen
32:13im Besitz ihrer Familie.
32:15Bis Annabelle
32:16sie in ihren Besitz gebracht hat.
32:19Es wäre die beste Möglichkeit,
32:21die Firma wieder zurück
32:22in die Hände
32:22eines Grafenbergs zu legen.
32:25Auch wenn Annabelle
32:26auf dem Papier
32:27die Eigentümerin bleibt,
32:28sie würden sie leiten.
32:31Sie können sich gar nicht vorstellen,
32:32wie lange ich auf diesen Tag
32:33gewartet habe,
32:34das Erbe meines Vaters
32:35fortzuführen.
32:36Dann lassen Sie es nicht zu,
32:37dass Annabelle ihnen
32:38weiterhin im Weg steht.
32:40Schlagen Sie ein.
32:44Neuseeland läuft Ihnen
32:45ja nicht davon.
32:48Das habe ich heute
32:49schon mal gehört.
32:51Vielleicht haben Sie recht.
32:53Bestimmt habe ich das.
32:55Und außerdem gibt es ja noch
32:57weitere gute Gründe,
32:58hier zu bleiben.
33:07Wir kommen zurück in Falkenthal.
33:12Kommt es eigentlich oft vor,
33:14dass Herr van Weiden
33:15Sie in persönlichen Angelegenheiten
33:16um Rat fragt?
33:18Nein.
33:19Warum fragen Sie?
33:21Weil Sie zu glauben scheinen,
33:23dass er überaus großen Wert
33:24auf Ihre Meinung legt.
33:27Ich weiß, dass Sie das für ungehörig halten.
33:30Aber wenn jemand im Begriff ist,
33:32einen Fehler zu machen,
33:34dann gebe ich meine Meinung
33:35auch gern ungefragt zum Besten.
33:40Entschuldigen Sie bitte,
33:42haben Sie vielleicht
33:43Frederik Grafenberg gesehen?
33:45Ja, vor einer Weile
33:46ist Herr Grafenberg mit
33:47Herrn Reichenbach
33:48zum Angeln an den See gefahren.
33:50Zum Angeln mit Herrn Reichenbach.
33:53Ja.
33:54Wissen Sie vielleicht wohin?
33:56Frederik, also Herr Grafenberg,
33:59er weiß noch nichts
33:59von Annabelles Flucht
34:00und ich,
34:01ich wollte es ihm gerne
34:03persönlich sagen.
34:04Ich vermute,
34:04dass die beiden
34:05am Hausboot sind.
34:06Vielen Dank.
34:07Gibt es denn schon Neuigkeiten
34:09von Annabelle oder von Nora?
34:12Leider nein.
34:14Ach, Frau Nowak,
34:15hat Frau Becker
34:16Sie denn schon erreicht?
34:17Nein.
34:18Ich habe
34:20keinen Anruf bekommen.
34:22Sie wollte sich mit Ihnen
34:22in Verbindung setzen
34:23wegen des Beckerit-Vertrages.
34:25Ich werde Sie einfach
34:26von unterwegs aus anrufen, ja?
34:27Frau Nowak,
34:28noch etwas.
34:29Ja?
34:31Frederik,
34:32er hat sehr
34:33durch Annabelle gelitten.
34:36Ihre Flucht
34:37wird ein Schock für ihn sein.
34:39Ich weiß.
34:40Ich werde es ihm schonend beibringen.
34:43Tun Sie das.
34:43Vielen Dank.
34:44Ja.
34:51Einmal scheint alles
34:51seinen Sinn zu ergeben.
34:53Plötzlich schließt sich der Kreis.
34:56Auf das Ende einer Suche.
34:58Was für eine Suche?
35:00Nach etwas,
35:00woran ich auch schon lange
35:01nicht mehr geglaubt habe.
35:03Schon gar nicht vermutet hätte,
35:04dass ich es hier in Falkenthal finden werde.
35:06Das freut mich für Sie.
35:13Was haben Sie jetzt vor?
35:15Ich werde nach Venkhofer gehen
35:16und dort ein Hotel leiten.
35:19Dafür aber meine Cousine Lissi.
35:21Auch nicht schlecht.
35:22Viel Glück.
35:23Danke.
35:24Wollen wir zurück?
35:26Fahren Sie nur.
35:27Ich bleibe noch ein wenig.
35:29Außerdem kann ich nicht
35:29ohne Fisch nach Hause kommen.
35:31Wie Sie meinen.
35:32Dann sehen wir uns morgen
35:34und regeln die Übergabe.
35:36und bitte halten.
35:39Petri, danke.
35:57Endlich zu Hause.
35:59Auf Wiederhören, Frau Nowak.
36:01Und haben Sie vielen Dank
36:02für Ihre Mühe.
36:05Und?
36:06Was hat Sie gesagt?
36:08Eine Menge.
36:09Ich verstehe nur leider bloß die Hälfte.
36:12Da geht es um Rechte.
36:14Um Verwertungsfragen.
36:15Um Lizenzverkäufe.
36:16Um Ausfallansprüche.
36:19Ja, und das heißt?
36:20Dass ich mich erst mal
36:21mit meinen Schadenersatzansprüchen
36:23an die Manufaktur wenden soll.
36:25Und danach wird die Frage geklärt,
36:26ob und an wen ich die Lizenzen
36:28für die Formel verkaufe.
36:30Und wird Frau Nowak
36:31dich denn vertreten?
36:33Nein, leider nicht.
36:34Sie hat mir nahegelegt,
36:36mich an einen Wirtschaftsanwalt
36:37zu wenden.
36:38Kennst du denn da jemanden?
36:40Nein, und ich denke,
36:41es wird schwer,
36:41jemanden zu finden,
36:42dem man auch vertrauen kann.
36:44Ja, das ist aber wichtig.
36:46Sonst wirst du am Ende
36:47noch übers Ohr gehauen.
36:49Diese ganze Sache
36:50überfordert mich gnadenlos.
36:52Mit Verlaub,
36:53ich denke,
36:53ich kann Ihnen da helfen.
36:56Sagen Sie jetzt bloß nicht,
36:58Sie kennen zufälligerweise
36:59einen Wirtschaftsanwalt.
37:01Zufälligerweise ja.
37:02Es handelt sich um
37:03einen jungen Mann,
37:04sehr fähig.
37:05Er steht im Begriff,
37:06sich selbstständig zu machen.
37:08Ach, und wer heißt
37:09dieser sehr fähige junge Mann?
37:11Adam.
37:12Michael Adam.
37:14Es handelt sich um
37:15einen Neffen.
37:15Aber der lebt doch
37:16gar nicht in Falkenthal.
37:18Wenn ich ihn bitte,
37:19Frau Becker zu beraten,
37:20kommt er sicher her.
37:21Er wollte mich ohne dies
37:22schon mal besuchen kommen.
37:24Das wäre ja fantastischer Adam.
37:26Noch ein Adam?
37:28Ich weiß nicht,
37:29ob meine Nerven
37:30das mitmachen.
37:41Sag mir,
37:42wo Annabelle ist.
37:43Wohin wolltet ihr fliehen?
37:44Ich wollte nicht fliehen.
37:46Habt ihr euch abgesprochen?
37:47Nein,
37:47ich habe erst gemerkt,
37:48was sie vorhatte,
37:49als ich wieder zu mir kam.
37:50Das musst du mir glauben.
37:50Was soll ich denn glauben?
37:52Alles deutet darauf hin,
37:53dass du Annabelle geholfen hast,
37:54dass ihr gemeinsam fliehen wolltet.
38:00Herr van Weiden.
38:02Komm, ist auch ein Rätmann.
38:03Würden Sie uns bitte
38:04einen Moment alleine lassen?
38:05Ja, kein Problem.
38:06Ich wollte ohnehin gerade gehen.
38:07Bitte, Vater.
38:20Frau van Weiden,
38:22können Sie mir erklären,
38:23wie diese Schlüssel
38:24zu Ihren Kleidern kommen?
38:25Das sind nicht meine.
38:26Ich habe diese Schlüssel
38:27noch nie gesehen.
38:28Ja, das sind meine.
38:29Die wurden mir im Transporter
38:31abgenommen,
38:31nachdem ich niedergeschlagen worden war.
38:33Ich weiß davon nichts.
38:35Sie hätten sie wegwerfen sollen,
38:36nachdem Sie Ihre Mutter
38:37damit die Handschellen geöffnet haben.
38:50Hey.
38:51Was machst du denn hier?
38:53Frau Landmann und der Adam
38:54haben mir gesagt,
38:54dass du hier bist.
38:55Das ist gut,
38:56ich muss dir was erzählen.
38:57Ja,
38:58ich dir auch.
38:59Du zuerst?
39:00Nein, du.
39:00Nein, du.
39:01Nein, du.
39:01Oh, okay.
39:03Also,
39:03ich habe mit Henrik Reichenbach
39:04gesprochen und er hat mir angeboten,
39:06die Geschäftsführung
39:07der Manufaktur zu übernehmen
39:08und ich habe es akzeptiert.
39:11Was?
39:14Und was genau heißt das jetzt?
39:17Dass ich in Palkenthal bleibe.
39:24Und dann ist mir klar geworden,
39:26dass ich noch ein vielreizvolleres Angebot habe.
39:28Ich habe die Chance,
39:28dich kennenzulernen.
39:29Ich wäre doch ein Idiot,
39:30wenn ich dieses Angebot
39:31nicht annehmen würde.
39:33Gott, ich...
39:36Ich freue mich.
39:40Was wolltest du mir sagen?
39:46Was ist passiert?
39:49Annabelle.
39:51Sie ist auf dem Weg
39:52ins Gefängnis geflohen.
39:58Sie ist auf dem Weg ins Gefängnis geflohen.
40:13Ich weiß nicht,
40:14wie die Schlüssel
40:15in meine Tasche gekommen sind.
40:17Frau Kommissarin,
40:18kann ich mit meiner Tochter reden?
40:20Allein.
40:21Bitte.
40:23Gut, aber nur kurz.
40:31Ich habe diese Schlüssel nie gesehen.
40:33Das sind nicht meine...
40:34Ich kenne die nicht.
40:35Ich will nur eins wissen.
40:36Wo ist sie?
40:38Nora, bitte.
40:40Du musst der Polizei sagen,
40:41wo sie ist.
40:42Du wolltest deinem Leben
40:42doch eine neue Chance geben.
40:43Ich weiß nicht,
40:44wo Annabelle ist.
40:45Nora, Kind,
40:46das ist deine letzte Chance.
40:48Ihr wolltet zusammen fliehen.
40:49Sag mir, wo sie ist.
40:51Ich wollte nicht fliehen.
40:52Bitte glaub mir das.
40:53Ist das alles,
40:54was du mir zu sagen hast?
40:55Es ist die Wahrheit.
40:58Okay.
41:01Dann gibt es zwischen uns
41:02nichts mehr zu sagen.
41:03Bitte geh nicht.
41:05Vater.
41:06Nenn mich nicht so.
41:07Was?
41:09Du bist nicht mehr meine Tochter.
41:11Nein.
41:14Nein.
41:17Warte, bitte.
41:18Warte, ich bin hier.
41:20Ich bin hier.
41:29Ich bin hier.
41:39Annabelle Gravenberg
41:40hat es geschafft,
41:42sich nach Libyen abzusetzen.
41:44Ist die deutsche Botschaft
41:45schon informiert?
41:45Libyen hat kein Auslieferungsabkommen
41:47mit Deutschland.
41:48Annabelle Gravenberg
41:49ist entkommen.
41:50Du wirst es wirklich
41:51aufgeben für Annabelle?
41:53Ich kann nicht unter dich
41:54rumsitzen,
41:54wenn sie auf einem Fuß ist.
41:56Ich habe Fehler gemacht.
41:58Viele Fehler.
41:59Deshalb habe ich ja damals
42:00den Kontakt abgebrochen.
42:02Wir haben also einen Sohn.
42:03Ja.
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