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  • vor 2 Tagen

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🎈
Spaß
Transkript
00:00Ich hatte die Idee von Ihnen, auf diese Art und Weise für die Manufaktur zu werben.
00:03Danke. Ich werde ja für meine Ratschläge bezahlt. Darum bin ich hier.
00:07In letzter Zeit hatte ich allerdings den Eindruck, dass Sie noch andere Interessen verfolgen.
00:11Und dabei, finde ich, haben Sie Ihre Kompetenzen deutlich überschritten.
00:16Ich wollte nur dafür sorgen, dass die Entscheidungen, die getroffen werden, reiflich überlegt sind.
00:22Sehr aufmerksam von Ihnen.
00:25Aber darüber brauchen Sie sich in Zukunft keine Sorgen mehr zu machen.
00:30Letzte Seite.
00:35Sophie hat den Kaufvertrag unterschrieben.
00:36Ja.
00:38Sophie hat sich entschieden.
00:40Und deshalb sage ich Ihnen nochmal, halten Sie sich in Zukunft aus unserem Leben raus.
00:43Ich weiß nicht, wo sie ist. Und ich habe ihr damals nicht zur Flucht verholfen.
00:47Dann hast du ihr jetzt sicherlich nichts dagegen, wenn du den Brief öffnest und mir sagst, was drinsteht.
00:51Ich habe sogar nichts dagegen, wenn du ihn öffnest und zuerst liest.
01:02Und ist er von Annabelle?
01:06Annabelle hat einen Unfall.
01:11Deine Mutter ist tot.
01:19Hey, what you looking for?
01:24No one has the answer.
01:28They just want more.
01:32Hey, who's gonna make it back?
01:38This could be the first day of my life.
01:49Tot?
01:51Annabelle ist tot?
01:55Ein Autounfall in der Nähe von Montevideo.
02:01Was soll ich sagen?
02:04Mein Beileid, Nora.
02:20Ich.
02:22Ich.
02:35Ich weiß nicht, ob ich traurig oder erleichtert sein soll.
02:44Die Nachricht ist für uns alle...
02:49...überraschend.
02:54Glaubst du immer noch, dass ich mit dir unter einer Decke gesteckt habe?
03:11Ich weiß nicht, was ich machen soll.
03:16Wenn ich um Annabelle traure, denkst du, dass ich immer noch an ihr hänge?
03:21Und wenn ich nicht traure, denkst du, dass ich dir was vorspiele?
03:24Ja.
03:26Was immer ich tue, ich habe nicht die geringste Chance bei dir.
03:33Es tut mir leid, dass du deine Mutter verloren hast.
03:51Auch wenn ich so viel verloren habe, heißt das noch lange nicht, dass Sie sie gewonnen haben.
03:56Und warum glauben Sie, will Sie denn ein Haus mit mir bauen?
04:00Herr Grafenberg, Sie sollten endlich verstehen, wo Ihr Platz ist.
04:06In unseren Privatangelegenheiten werden wir nie einer Meinung sein.
04:09Wir sollten uns einfach auf die berufliche Ebene beschränken.
04:13Da gebe ich Ihnen recht.
04:14Wir sollten uns um die Zukunft von Falkenthal-Torz hineinkümmern.
04:18Die Erlöse aus dem Turnier verschafft uns ein wenig Luft.
04:21Aber nur, wenn die Gelder sinnvoll investiert werden.
04:23Genau.
04:23Ich habe mir einige Gedanken dazu gemacht.
04:24Wir werden um weitere, zum Teil auch schmerzhafte Einsparungen nicht herumkommen.
04:28Wir könnten zum Beispiel die Lohn- und Gehaltsabrechnung auslangen.
04:31Ich möchte, dass die komplette Auslieferung an eine Fremdfirma übergeben wird.
04:35Das ist aber nicht nur ein Risiko.
04:37Des Weiteren sollten wir ein bis zweimal im Jahr einen namenhaften freien Designer engagieren.
04:42Das ist eine tolle Idee.
04:44Das wird Frau Becker ganz wesentliche Impulse für ihre Arbeit geben.
04:48Ich hatte nicht daran gedacht, einen Designer zusätzlich zu bezahlen.
04:52Sie wollen die Designabteilung schließen.
04:54Ich hatte bereits gesagt, wir müssen sparen.
04:56Das können Sie nicht tun.
04:59Die Designabteilung ist das Herz dieser Firma.
05:02Diese Firma lebt vom Engagement ihrer Mitarbeiter.
05:04Gerade Frau Becker hat in den letzten Wochen gezeigt, wie viel Engagement sie für diese Firma aufgebracht hat.
05:09Mein Vater hat gewusst, dass...
05:10Aber die Firma muss sich so ein Engagement auch leisten können, Herr Grafenberg.
05:13Es tut mir leid, dass wir auf die weiteren Dienste von Frau Becker verzichten müssen.
05:16Egal, was sie bisher für die Firma getan hat.
05:18Wir haben keine andere Wahl. Teilen Sie ihr das entsprechend mit.
05:22Das mache ich nicht mit.
05:23Bitte, was haben Sie gesagt?
05:24Dass ich diese Entscheidung nicht mittragen werde.
05:27Jay, das müssen Sie auch nicht mehr.
05:30Bitte?
05:32Aufgrund der momentanen Situation der Firma,
05:34sowie der finanziellen Lage, in der wir uns befinden,
05:37beende ich hiermit unsere Zusammenarbeit.
05:42Sie wollen mich feuern?
05:44Ich muss Sie gar nicht feuern.
05:45Ich habe Sie eingestellt, damit Sie mich beraten. Das haben Sie getan.
05:49Doch jetzt, glaube ich, ist der Zeitpunkt gekommen, wo ich ganz gut alleine zurechtkomme.
05:54Warum überrascht es mich nicht, dass Sie mich loswerden wollen?
06:05Anbei die übersetzte und notariell beglaubigte Todesurkunde,
06:10die Urne wird in Kürze beim Bestattungsinstitut Falkenthal eintreffen,
06:15entsprechend dem Wunsch der Verstorbenen.
06:19Sie wurde sogar schon eingeäschert.
06:23Annabelle ist also wirklich tot.
06:28Nachdem sie sechs Jahre lang erfolgreich untergetaucht ist,
06:31stirbt sie einfach so bei einem Autounfall.
06:35Annabelle ist tot.
06:37Und damit auch meine letzte Chance, meine Unschuld zu beweisen.
06:42Nur Annabelle hätte richtig stellen können,
06:43dass ich ihr nicht zur Flucht verholfen habe.
06:46Aber sie nimmt dieses Wissen jetzt mit ins Graben.
06:50Ist das alles, was mir in diesem Moment einfällt?
06:52Ein Mensch ist gestorben.
06:54Meine Mutter ist tot.
06:57Aber mein Leben muss irgendwie weitergehen.
06:59Ich muss jetzt ins Land ziehen.
07:01Nur ich kann nicht riskieren, meinen Job zu verlieren.
07:17War doch ein gelungener Abend gestern.
07:18Gute Idee von Alexander, seiner Schwester, mal unter die Arme zu greifen.
07:22Wenigstens sieht ihre Bruder jetzt besser aus.
07:24Es muss echt hart sein, nach sechs Jahren Gefängnis ganz bei null anzufangen und völlig allein dazustehen.
07:30Tut sie ja nicht.
07:31Sie hat ihren Bruder.
07:32Wir helfen ihr.
07:33Ich wünschte, wir könnten rausfinden, wo ihre Mutter steckt.
07:36Ihr wollt Annabelle Grafenberg finden?
07:39Nora gibt nicht auf.
07:40Ist doch klar.
07:41Annabelle ist die Einzige, die Noras Unschuld beweisen kann.
07:44Ja, wenn es überhaupt stimmt, dass sie unschuldig ist an Annabelles Flucht.
07:47Warum sollte sie ihre Mutter sonst suchen wollen?
07:49Nora will nur, dass die Wahrheit endlich ans Licht kommt.
07:52Ich weiß, wie es sich anfühlt, so unrecht verdächtig zu werden.
07:56Ja, vielleicht hast du recht.
07:58Nora hat sich ziemlich verändert.
07:59Sie ist jetzt richtig nett.
08:01Aber hey, wem sag ich das?
08:02Wie meinst du das?
08:04So, wie ihr beide gestern getanzt habt?
08:06Ach, ist doch Quatsch.
08:08Meine Schwester war jedenfalls ziemlich eifersüchtig.
08:10Ach, war sie das?
08:12Mhm, absolut.
08:13So, so.
08:15Jetzt sag nicht, dass du das wolltest.
08:20Hey.
08:21Hi.
08:22Wieso bist du nicht auf dem Geburtstag von Eva?
08:24Da war ich gerade.
08:25Elsa will noch bleiben, deshalb soll ich für sie anspringen.
08:27Musst du nicht.
08:28Ich schaffe das allein.
08:29Cool, da gehe ich noch eine Runde Basketball spielen.
08:31Ich komme dann später noch mal vorbei.
08:31Theo.
08:32Hast du zufälligerweise Konstanz da irgendwo gesehen?
08:34Ja, eben.
08:35Er ist dies im Park auf der großen Liegewiese.
08:37Warum?
08:37Nichts weiter.
08:37Ich muss noch was mit ihr klären.
08:39Sie liegt auf einer roten Decke, nichts zu übersehen.
08:41Aber sieh dich vor, sie schaut nicht gerade fröhlich aus.
08:43Danke.
08:50Ja?
08:51Sie wollten mich sprechen?
08:52Frau Becker, bitte setzen Sie sich.
08:55Danke.
08:57Sie wissen, dass es im Moment um die Manufaktur nicht sehr gut steht.
09:00Auch die Spendengelder haben uns nur eine kurze Verschnaufpause verschafft.
09:03Ja, darüber wollte ich auch schon mit Ihnen sprechen.
09:06Ich hatte die Idee, dass wir vielleicht mit neuen Produktlinien auf den Markt gehen.
09:09Ja, ich denke, dass wir zukünftig vermehrt Einzelaufträge an freie, namhafte Designer vergeben werden.
09:15Ja, großartig.
09:16Das hatte ich doch dem staatlichen Verwalter auch schon vorgeschlagen.
09:19Wissen Sie, wir müssen einfach ein bisschen mehr für unser Image tun.
09:22Und dieser Beamte, dem war ja die Manufaktur völlig egal.
09:25Frau Becker, ich hatte das so nicht gemeint.
09:30Wir müssen in nächster Zukunft aus Kostengründen Umstrukturierung vornehmen.
09:35Ah, und was heißt das genau für die Firma?
09:38Das heißt, dass ich die Firma eine festangestellte Chefdesignerin nicht mehr leisten kann.
09:42Es tut mir leid.
09:45Das heißt, Sie wollen...
09:46Ich könnte Sie jetzt natürlich als Porzellanmalerin einstellen.
09:50Aber ich weiß nicht, ob das in Ihrem Interesse ist.
09:52Außerdem müssten Sie mit einem deutlich geringeren Gehalt zurechtkommen.
09:56Das meinen Sie jetzt nicht ernst?
09:58Natürlich zahlen wir Ihnen eine Abfindung.
10:00Frau Becker, denken Sie noch mal in Ruhe darüber nach.
10:05Was sagt denn Herr Grafenberg dazu?
10:07Herr Grafenberg arbeitet nicht mehr für Freikentalporzellan.
10:17Ja, Herr Fischer, der Herr Adam wird sich umgehend mit Ihnen in Verbindung setzen
10:20wegen der erweiterten Kreditlinie.
10:23Nein, Falkenthalporzellan wird in Zukunft ohne mich auskommen müssen.
10:27Danke, Herr. Ihnen auch.
10:29Danke, Frau Wolf.
10:31Schauen Sie nicht so traurig.
10:33Die Welt geht nicht unter, nur weil ich nicht mehr für Falkenthalporzellan arbeite.
10:37Das ist gut.
10:38Genau, das ist gut, Herr Grafenberg.
10:48Dann ist Annabelle schon seit sechs Wochen tot.
10:50Ja, zuletzt hat sie in einem Kloster in Uruguay gelebt.
10:54Vielleicht unter falschem Namen. Der Brief war jedenfalls von einem Anwalt.
10:57Wie fühlst du dich?
11:00Ich weiß es nicht.
11:02Es macht mich nicht traurig, aber ich fühle auch keine Genugtuung, dass Annabelle jetzt tot ist.
11:07Im Grunde genommen berührt es mich gar nicht.
11:09Wenn Nora nicht wäre, dann...
11:11Wie hat sie es denn aufgenommen?
11:15Sie war überrascht, schockiert, auch berührt.
11:20Na ja, sie hat ihre Mutter verloren.
11:32Weißt du, statt sie in den Arm zu nehmen und sie zu trösten, habe ich die Situation genutzt, um sie
11:37auszuhorchen.
11:41Nora hat das natürlich sofort gemerkt.
11:44Du hast sie verdächtigt, mit Annabelle gemeinsame Sache zu machen.
11:47Ja, das war ja der Grund, warum ich hier persönlich diesen Brief vorbeibringen wollte.
11:51Weil du ihr nicht getraut hast.
11:53Ja.
11:55Aber Nora hat mich ohne Protest den Brief öffnen lassen.
11:59Und dann hast du ihr vorgelesen, dass Annabelle tot ist.
12:04Ja.
12:08Im ersten Moment hat mir Nora vor allem leidgetan.
12:14Das war das erste Mal, nach all den Jahren, dass ich dieses Gefühl wieder hatte.
12:20Das Gefühl, dass sie deine Tochter ist?
12:25Ja.
12:29Verstehst du, in den letzten Jahren war ich sicher, dass es richtig war, nur aus meinem Leben zu streichen.
12:37Und jetzt?
12:42Was ist, wenn ich hier sechs Jahre lang Unrecht getan habe?
12:49Ja.
13:01Das war sehr, sehr, sehr, sehr mutig für mich, hier hinzukommen.
13:04Ich danke dir dafür.
13:11Aber jetzt kannst du mich wieder allein lassen.
13:14Alleine lassen?
13:16Wieso dann?
13:18Ich gehe morgen zur Polizei und lege ein Geständnis ab, aber ich bin jetzt einfach zu schwach dazu.
13:27Verstehe.
13:28Keine Angst, ich laufe nicht davon.
13:31Warum kannst du mal mehr?
13:33Du kannst mich nicht aufhalten.
13:40Du hast recht.
13:41Ich bin nicht so wie du.
13:47Annabelle hat einen Unfall.
13:52Deine Mutter ist tot.
13:57Deine Mutter ist tot.
14:06Nora?
14:10Um Himmels Willen, was ist passiert?
14:13Meine Mutter ist tot.
14:28Rote Dekke, rote Dekke, rote Dekke, rote Dekke.
14:31Rote Dekke.
14:54Konstanze?
14:55Hm?
14:58Was willst du?
15:00Mit dir reden.
15:04Ich weiß, du bist sauer.
15:05Ich verstehe auch warum, aber ehrlich, du hast gar keinen Grund dazu.
15:09Zwischen Nora und mir ist gar nichts.
15:11Der Tanz gestern war völlig harmlos und den Rest des Abends habe ich auch nicht mit ihr verbracht,
15:16sondern bin gleich, nachdem du weg warst, auch nach Hause gegangen.
15:19Und dass ich heute mit Nora verabredet wäre, stimmt ehrlich gesagt auch nicht.
15:26Aber ich habe gemerkt, dass es dir was ausmacht und, naja, da habe ich es irgendwie ein bisschen darauf angelegt,
15:31weil ich wissen wollte, ob du eifersüchtig bist.
15:34Weil wenn du eifersüchtig bist, dann bedeutet das, dass ich dir was bedeute.
15:39Und, naja, ich hatte das Gefühl, du bist einfach süchtig.
15:47Ich finde allerdings, dass es jetzt reicht, wirklich.
15:52Vorhin bin ich auf die Wiese gekommen und habe ein Pärchen gesehen, die haben sich geküsst.
15:55Und im ersten Moment dachte ich, die Frau wärst du.
15:57Und es war kein schönes Gefühl.
16:02Im Gegenteil.
16:04Es hat wehgetan.
16:05Ich will dir nicht wehtun, Konstanze.
16:10Weil, das weißt du doch, oder?
16:16Ich, ich liebe dich.
16:23Konstanze?
16:26Na, super.
16:41Ich bin, ich bin, ich bin, ich bin.
17:08Ich bin, ich bin, ich bin, ich bin, ich bin.
17:51Lieber Vater, die Zeit scheint still zu stehen.
17:56Zumindest kommt es mir so vor.
17:58Ich habe das Gefühl, schon Jahre im Gefängnis zu sein.
18:01Dabei bin ich noch nicht einmal sechs Monate hier.
18:05Eine Ewigkeit.
18:07Und keine Aussicht dieser bleiernden Eintönigkeit zu entrinnen.
18:11Außer an Sonntagen.
18:13Wenn Besuchszeit ist.
18:15Heute ist Sonntag.
18:18Um mich herum haben alle Besuch.
18:20Von ihren Partnern, ihren Familien, Freunden, Bekannten.
18:25Ich verstehe, dass du nicht kommen kannst.
18:28Zu viel ist passiert.
18:30Zu oft habe ich dich enttäuscht und deshalb verloren, was mir so wichtig ist.
18:34Dein Vertrauen und deine Liebe.
18:38Ich weiß, dass ich vieles falsch gemacht habe.
18:41Trotzdem hoffe ich, dass ich dir eines Tages alles erklären kann.
18:44Und dass du mir glaubst und verzeihst.
18:48Ganz egal, was dann passiert.
18:50Aber ohne diese Hoffnung könnte ich keinen Tag mehr hier aushalten.
18:54Ich denke an dich.
18:56Deine Nora.
19:02Richard hat dir einfach nur die Nachricht überbracht?
19:05Er ist sowieso nur gekommen, um zu erfahren, was in dem Brief steht.
19:09Und ob ich noch Kontakt zu Annabelle habe.
19:11Hat er denn nicht mal versucht, dich zu trösten?
19:14Er war viel zu sehr damit beschäftigt, darauf zu achten, wie ich auf die Todesnachricht reagiere.
19:18Er ist dein Vater.
19:20Und er glaubt, dass ich ihn seit Jahren melüge.
19:22Und daran wird sich jetzt nichts mehr ändern.
19:25Das werden wir sehen.
19:27Es muss doch einen Weg geben, Richard von deiner Unschuld zu überzeugen.
19:30Alex.
19:32Sie war die einzige Person, die bezeugen kann, dass ich ihr damals nicht zur Flucht verholfen habe.
19:37Dass ich unschuldig bin.
19:49Was ist los?
19:50Wo willst du denn hin?
19:51Ins Benzino.
19:53Du willst heute wirklich arbeiten?
19:55Was soll ich sonst tun?
20:02Danke, dass du für mich da warst.
20:05Danke.
20:35Stell dir vor, Johannes hieß, dass höchstpersönlich kommt bei mir vorbei, um mir ein Geburtstagsständchen zu singen.
20:42Das ist mein schönstes Geschenk, was ich jemals bekommen habe.
20:46Ich wusste gar nicht, dass Herr Adam Butler bei Johannes Hesters war.
20:50Aber mein zweitschönstes Geschenk ist, dass du mich zum Essen eingeladen hast, obwohl du sicher viel zu tun hast.
20:58Ist doch selbstverständlich.
21:00Immerhin habe ich die letzten sechs Geburtstage versäumt.
21:04Und obwohl wir uns so lange nicht gesehen haben, weiß ich immer noch, wenn mit dir etwas nicht stimmt.
21:12Also, raus mit der Sprache, was ist los?
21:15Nichts.
21:17Ich gebe vorher keine Ruhe.
21:23Michael Adam hat mich gefeuert.
21:26Aber das darf er doch gar nicht.
21:29Das Golfturnier lief doch hervorragend und das war deine Idee und du bist praktisch der rechtmäßige Erbe.
21:36Er sagt, die Firma muss Kosten sparen.
21:39Und außerdem hat sich Sophie mit ihm versöhnt.
21:45Eva, guten Tag.
21:47Guten Tag.
21:48Und herzlichen Glückwunsch zum Geburtstag.
21:50Danke.
21:51Das haben Sie sich gemerkt.
21:53Hallo.
21:54Hallo.
21:55Ähm, entschuldigen Sie, aber haben Sie irgendwas von Annabelle gehört?
22:00Ich, äh, ich, ich hab gedacht, ich hätte sie gestern feiten Tag gesehen.
22:06Annabelle ist tot.
22:07Was?
22:10Sie ist vor sechs Wochen bei einem Autounfall in Südamerika ums Leben gekommen.
22:19Lieber Vater, in zwei Wochen ist Weihnachten.
22:22Wird Lissi dich besuchen kommen mit ihrem Robert oder fährst du zu ihm?
22:26Hier wird es sicher wieder so ablaufen wie in den vergangenen drei Jahren.
22:29Die Stimmung hier im Gefängnis ist zu Weihnachten immer sehr bedrückt.
22:33Zum Glück habe ich mein BWL-Studium.
22:35Damit gelingt es mir, mich etwas abzulenken.
22:38Wir haben zum Jahresende gleich noch mehrere Klausuren geschrieben, die ich aber alle ganz gut bestanden habe.
22:43Ich glaube, du wärst sehr stolz auf mich.
22:46Ja.
22:47Jetzt bist du zu weit gegangen.
22:51Du hast Nora getroffen, richtig?
22:55Ihre Mutter ist gestorben.
22:58Kannst du nicht wenigstens dafür einen Moment lang alles andere vergessen und einfach nur für sie da sein?
23:03Ich wollte ich...
23:08So kalt und herzlos bist du doch sonst nicht.
23:11Und du musst dir ja auch nicht gleich alles verzeihen, Vater, aber...
23:14Trösten kannst du sie doch.
23:16Wie ein Vater seine Tochter.
23:18Ja.
23:20Wahrscheinlich hast du...
23:21Ganz bestimmt hast du recht.
23:24Vielleicht habe ich mich all die Jahre geirrt.
23:27Das tut mir leid.
23:31Bei mir musst du dich nicht entschuldigen.
23:36Ich würde sie jetzt am liebsten in den Arm nehmen und trösten.
23:40Hey, schön, dass du vorbeikommst.
23:42Hast du Pause?
23:44Nein.
23:46Ich habe quasi Feierabend.
23:47Na cool.
23:48Ich habe gerade mit meiner Mutter telefoniert.
23:49Du glaubst nicht, was Eva zum Geburtstag bekommen hat.
23:51Ja, was denn?
23:52Ein Geburtstagsständchen von Johannes Hesters persönlich.
23:55Eva war völlig von den Socken.
23:56Du kennst doch Johannes Hesters.
23:57Das ist ein Schauspieler und Sänger, der schon über 100 ist.
24:01Sag mal, was ist denn los mit dir?
24:05Michael Adam hat mich gerade gefeuert.
24:09Was?
24:12Judith, ich danke dir wirklich, dass du dir Zeit für mich genommen hast.
24:15Du bist sicher, dass das die richtige Entscheidung ist?
24:17Mich für Michael zu entscheiden?
24:18Ja.
24:19Frederik wird sich niemals ändern.
24:21Und deshalb nimmst du das kleinere Glück mit Häuschen und Garten.
24:24Entschuldige, aber das klingt so gar nicht nach dir.
24:26Judith, ich bin keine 18 mehr.
24:28Und die Zeiten, wo ich an die ewige, nie enden wollende Liebe geglaubt habe,
24:32die sind endgültig vorbei.
24:33Alexander, Sascha, du hast es aber eilig.
24:36Es geht um Nora.
24:38Ach, du weißt es schon.
24:39Ja, ihre Mutter ist tot.
24:41Bist du deshalb so aufgeregt?
24:42Nein.
24:44Ich habe eben mit Richard gesprochen.
24:45Nach Noras Reaktion auf den Brief scheint er einzusehen,
24:48dass er ihr möglicherweise all die Jahre Unrecht getan hat.
24:50Und ich will die Gunst der Stunde nutzen und dafür sorgen,
24:52dass er keinen Rückzieher macht.
24:52Geht das etwas deutlicher?
24:55Sorg du doch bitte einfach nur dafür,
24:57dass er in der nächsten halben Stunde das Haus nicht verlässt.
24:59Ja.
25:02Entschuldige bitte.
25:04Annabelle, sie ist tot?
25:05Das ist tot, dass er in der nächsten halben Stunde das Haus nicht verlässt.
25:35Was machst du denn hier?
25:37Habe ich dir erlaubt, dich auf meine Decke zu legen?
25:39Nö.
25:40Ja, dann ist das wohl eine Art Hausfriedensbruch.
25:43Dann ruft doch die Polizei.
25:44Ja, das mache ich auch.
25:44Na los.
25:46Schon allein wegen deines dämlichen Grinsens.
25:48Ich weiß. Dafür braucht man normalerweise einen Waffenschein.
25:50Aber du nicht.
25:51Nö.
25:52Ja, weil du was ganz Besonderes bist.
25:55Ja.
25:56Jetzt hast du es endlich kapiert.
26:02Was denn?
26:03Oh, das tut weh.
26:04Ach, kein Wunder. Du hast hier total verbrannt.
26:06Was?
26:06Ja.
26:09Hättest du mich nicht wecken können, anstatt dich einfach nur dazuzulegen?
26:12Ich wusste ja, dass du schläfst dann.
26:14Pass auf, ich wollte dir einen Vorschlag.
26:16Wir fahren zur Apotheke, holen eine Salbe und ich fahre dich dann nach Hause und creme dich ein.
26:21Wie wäre das?
26:25Worauf warten wir?
26:32Das schadet wirklich wahr zu sein, dass Annabelle tot ist.
26:38Danke.
26:40Mein Beileid.
26:42Wenn ich Ihnen irgendwie helfen kann, Nora.
26:44Vielen Dank.
26:45Aber ich komme schon klar.
26:51Das arme Mädchen.
26:53Der Vater will nichts von ihr wissen und jetzt stirbt auch noch die Mutter.
26:57Egal, was zwischen den beiden vorgefallen ist, sie war Noras Mutter.
27:00Und so etwas ist nicht einfach.
27:05Jedenfalls, wenn Annabelle schon sechs Wochen tot ist, dann kann ich sie unmöglich gestern in Falkenthal gesehen haben.
27:09Du willst sie gesehen haben?
27:10Ja, auf der Straße. Ich dachte, ich bin mir absolut sicher.
27:14Ach, da musst du dich getäuscht haben.
27:17Ich war mit Sophie unterwegs.
27:19Sie wollte zu Michael Adam und ihm sagen, dass sie sich von ihm trennt.
27:26Ich habe so viel einfach stehen lassen, um Annabelle nachzujagen.
27:30Ich habe so viel verloren wegen eines Phantoms.
27:33Diese Frau schafft es immer, ein Schlachtfeld zu hinterlassen.
27:36Und ich fürchte, sie wird auch noch nach ihrem Tod Unheil anrichten.
27:40Wieso?
27:41Na ja, wie soll denn Nora ihrem Vater jemals beweisen, dass sie nicht schuld war an der Flucht von Annabelle?
27:47Wenn die einzige Zeugin Annabelle gestorben ist.
27:55Nora, du musst bitte sofort mitkommen.
27:57Was? Es geht nicht, ich muss arbeiten.
27:59Doch, ich muss ihre Mitarbeiterin für ein, zwei Stunden entführen.
28:02Das ist ein Notfall. Den Ausfall zahle ich selbstverständlich.
28:04Komm.
28:08Frederik Gravenberg hat ja auch gekündigt. Einfach so, zack.
28:11Der Typ dreht ja völlig durch. Will ja jetzt alles allein machen.
28:13Ich habe so lange für diese Manufaktur gearbeitet und jetzt schmeißt er mich einfach raus.
28:18Michael, du bist mit Sicherheit die beste Chefdesignerin, die sie jemals hatten und haben werden.
28:22Er hat mir angeboten, dass ich als Porzellanmalerin arbeiten kann.
28:26Aber natürlich für viel weniger Geld.
28:28Bitte? Was bildet er sich eigentlich ein?
28:32Ja, dann hätte ich wenigstens einen Job.
28:34Sebastian, ich will nicht arbeitslos sein.
28:36Michael, jetzt bleib mal ganz ruhig.
28:39Du bist doch nicht wirklich klein beigeben und wieder als Porzellanmalerin anfangen.
28:43Bei deinen Fähigkeiten nimmt dich doch jede andere Firma sofort.
28:45Und wer weiß, wie lange die Manufaktur überhaupt noch existiert.
28:49Was soll ich denn jetzt machen?
28:51Die Abfindung kassieren, solange sie noch zahlen können und dir was Neues suchen.
28:54So gut wird die Abfindung auch nicht ausfallen.
28:56Und wenn das Geld alle ist und ich immer noch keinen Job habe?
29:00Ich bin ja auch noch da.
29:01Wir finden eine Lösung. Versprochen.
29:06Ja, bitte.
29:08Hallo.
29:09Oh, Sophie. Das ist ja eine Überraschung.
29:11Ich dachte, ich kann dich vielleicht zum Mittagessen entführen.
29:16Ja, ich glaube, das ist eine gute Idee.
29:18Hallo.
29:21Und?
29:22Wie läuft's bei euch?
29:24Bei euch gibt's nicht mehr.
29:26Ich arbeite nicht mehr, mit Herrn Grafenberg zu sein.
29:29Warum? Was ist passiert?
29:31Wir hatten unterschiedliche Vorstellungen, was die Unternehmensführung betrifft.
29:37Das heißt, du hast ihm gekündigt?
29:39Nein, ich habe ihm nicht gekündigt.
29:40Ich habe seinen Vertrag nicht verlängert.
29:42Aus Kostengründen.
29:44Es steht nicht gut um die Manufaktur.
29:46Ich musste zum Beispiel auch Frau Becker entlassen.
29:50Ja, du wirst die richtigen Entscheidungen treffen da.
29:53Bin ich mir sicher.
29:55Ich versuch's, ja.
29:56Ich versuch's.
29:57Aber manchmal fällt's mir wirklich schwer.
30:00Ich meine, Frau Becker hat wirklich sehr viel für die Firma getan.
30:02Aber ich hatte keine Wahl.
30:05Wollen wir nicht von was anderem reden?
30:07Was möchtest du denn essen?
30:09Entschuldige, bitte.
30:15Nubak?
30:17Ja, das bin ich.
30:20Wie bitte? Aus Uruguay?
30:24Ja, ja, ja.
30:26Ich habe von ihrem Tod gehört.
30:29Selbstverständlich kann ich das übernehmen.
30:31Und die Unterlagen sind schon unterwegs?
30:33Gut.
30:35Ja, das mach ich.
30:36Auf Wiederhören.
30:40Es tut mir leid, ich muss jetzt doch gleich los.
30:42Was ist denn passiert?
30:44Annabelle ist tot und ich wurde gerade gebeten, das Testament zu vollstrecken.
30:48Wir müssen unser Mittagessen leider verschieben.
31:04Du musst das sicher erst verarbeiten.
31:08Und es ist wahrscheinlich auch keine große Hilfe, wenn ich sage, das Leben geht weiter.
31:15Das ist doch eine Ironie des Schicksals.
31:18Jetzt wo Annabelle tot ist und ich ein neues Leben anfangen könnte, da habe ich alles verloren.
31:23Manufaktur.
31:24Die Frau, die ich liebe.
31:26Verloren hast du erst, wenn du aufgibst.
31:31Wolltest du nicht deinen Weinstock schon längst einpflanzen?
31:35Oder hast du immer noch nicht den richtigen Standort gefunden?
31:38Ich dachte schon.
31:40Und jetzt?
31:43Jetzt bin ich mir da nicht mehr so sicher.
31:47Wie kommst du denn bitte darauf, dass ich eifersüchtig bin?
31:50Entschuldige, vielmals, das war nicht zu übersehen.
31:54Und irgendwie hat es mir auch ein bisschen gefallen.
31:56Schön, dass wenigstens du deinen Spaß hattest.
32:00Und nicht nur das.
32:02Immerhin weiß ich jetzt, dass du eifersüchtig bist und ich dir offenbar nicht ganz egal bin.
32:05Da weißt du mehr als ich.
32:13Das beruht auf Gegenseitigkeit.
32:17Bist du etwa auch eifersüchtig?
32:20Naja, ich habe dich vorhin mit so einer Frau verwechselt.
32:22Die hat mit einem Typen rumgeknutscht auf der Wiese und...
32:26Naja, es war kein besonders schönes Gefühl.
32:28Ich weiß.
32:30Wie du weißt.
32:31Das ist mir doch erzählt.
32:33Auch, dass der Tanz gestern mit Nora gar nichts bedeutet hat
32:36und dass ihr heute überhaupt nicht verabredet seid.
32:39Das hast du gehört? Du hast gar nicht geschlafen?
32:41Das konnte ich mir doch nicht entgehen lassen.
32:44Du hast mich ganz schön auflaufen lassen.
32:46Halt die Klappen.
32:58Ich wusste gar nicht, dass du die Briefe all die Jahre aufbewahrt hast.
33:01Ich habe es einfach nicht übers Herz gebracht, sie wegzuwerfen.
33:04Aber sie zu lesen hast du auch nicht übers Herz gebracht.
33:09Ich wollte Nora nicht an mich heranlassen.
33:11Nichts, was meine Meinung über sie irgendwie ins Wanken gebracht hätte.
33:15Und?
33:17Bist du bereit, dass deine Meinung jetzt ins Wanken gerät?
33:21Sechs Jahre lang hat sie beteuert, dass sie unschuldig ist.
33:25Vielleicht war es doch ein Fehler, ihr nicht zu glauben.
33:29Vielleicht ist es ja doch besser, erst an das Gute im Menschen zu glauben,
33:31solange es keine Beweise für das Gegenteil gibt.
33:34Das weiß ich nicht.
33:36Aber bei Nora habe ich es sechs Jahre lang nicht einmal versucht.
33:40Das kannst du jederzeit nachholen.
33:42Allein, dass du anfängst, dir Gedanken über sie zu machen, ist schon ein erster Schritt.
33:46Ja.
33:47Vielleicht hätte ich diesen Schritt schon viel früher tun sollen.
33:51Nirgendwo in den Briefen hat sie sich beschwert oder mir Vorwürfe gemacht.
33:54Aber in jeder Zeile ist die Einsamkeit zu spüren, die sie empfunden haben muss.
34:04Was ist, wenn sie nicht gelogen hat?
34:06Wenn sie tatsächlich jahrelang unschuldig im Gefängnis saß?
34:11Richard, es ist noch nicht zu spät.
34:13Nora wünscht sich nichts sehnlicher, als sich mit ihr zu versöhnen.
34:20Jetzt kannst du zeigen, ob du zu deinem Wort stehst und auf Nora zugehen willst.
34:24Deine Tochter wartet im Wohnzimmer auf dich.
34:32Nicht ein Foto von mir.
34:34Keine Spur, dass ich früher hier gelebt habe.
34:36Dass ich Teil dieser Familie bin.
34:39Aber was habe ich erwartet?
34:42Warum bin ich überhaupt hier?
34:45Ich habe mich von Alexanders Enthusiasmus anstecken lassen, weil ich die Hoffnung nicht aufgeben will.
34:53Hallo, Richard.
34:54Alexander hat mich hergebracht.
34:56Ich weiß, ich weiß.
34:59Ich freue mich, dass du da bist.
35:06Nora, ich weiß immer noch nicht, ob du Annabelser Flucht verholfen hast oder nicht.
35:13Und ich war bis jetzt auch nicht bereit, darüber nachzudenken, ob du vielleicht die Wahrheit sagst.
35:20Aber es könnte sein, dass niemand mehr von uns beweisen kann, ob du unschuldig bist oder nicht, weil Annabelle tot
35:27ist.
35:30Ich habe mich heute den ganzen Tag gefragt, was ist, wenn du die Wahrheit gesagt hast und drei Jahre lang
35:38unschuldig im Gefängnis warst.
35:42Dann hätte ich einen schrecklichen Fehler gemacht und dich zu Unrecht aus meinem Leben verbannt.
35:49Vater.
35:49Nora.
35:53Es ist schön, dass du da bist.
35:57Und es wäre noch besser, wenn du vielleicht jetzt wieder öfter kommen könntest.
36:22Vielleicht sollte ich eine Rundmail schicken an alle Freunde und Bekannte und ihnen mitteilen, dass ich nicht mehr für Falkenthal
36:28-Porzellan arbeite.
36:29Das solltest du auf jeden Fall machen.
36:30Aber dann musst du damit rechnen, dass du dich vor Stellenangeboten nicht mehr retten kannst.
36:36Ich werde mir auch was Neues suchen.
36:37Die Agentur für Arbeit schickt mir die Unterlagen.
36:40Du hast ja schon angerufen?
36:41Ja, ich wollte das gleich erledigen.
36:43Es kann ja nicht sein, dass du die ganze Zeit für den Großteil unserer Kosten aufkommst.
36:47Jetzt bin ich mal dran.
36:48Und es wird Zeit, was Neues auszuprobieren.
36:52Danke.
36:52Du hast völlig recht.
36:54Es bringt nichts, der Vergangenheit hinterherzutauern.
36:57Das wollte ich hören.
36:58Wir fangen beide was Neues an.
37:00Genau.
37:01Dann sehen wir einfach, was auf uns zukommt.
37:02Aber vorher kassiere ich noch die Abfindung.
37:05Mhm.
37:08Ich würde dir gerne helfen.
37:10Wir möchten dir gerne helfen.
37:13Herzlich willkommen in unserer Familie.
37:16Danke.
37:19Ich könnte dir zum Beispiel eine Wohnung kaufen.
37:21Nein.
37:22Danke.
37:22Es geht mir wirklich gut.
37:24So gut wie schon lange nicht mehr.
37:26Ich habe in den letzten Jahren gelernt, Verantwortung für mein Leben zu übernehmen.
37:30Mhm.
37:32Aber vielleicht können wir einen Schlussstrich unter die Vergangenheit ziehen und nochmal neu anfangen.
37:37Was machst du?
37:38Ja.
37:39Das wäre schön.
37:42Herr von Weiden?
37:43Frau Nowak möchte zu Ihnen.
37:45Warum kommt sie nicht rein?
37:46Sie möchte gerne mit Ihnen alleine sprechen.
37:48Okay.
37:49Ihr entschuldigt mich einen Moment.
37:57Na, das war doch längst überfällig, hm?
38:04Hallo, Sophie.
38:06Hallo.
38:07Das hat mir ein Kollege aus Montevideo geschickt.
38:10Annabels Testament.
38:12Annabelle hat dein Testament aufgesetzt?
38:14Ja.
38:15Und ich wurde beauftragt, es umgehend vor einem Familienangehörigen zu verlesen.
38:19Und Nora ist die einzige Familienangehörige, die ich kenne.
38:22Und du hast doch ihre Adresse, oder?
38:25Also, äh, Bora ist gerade da.
38:36Da zieht Annabelle jahrelang immer wieder ihren Kopf aus der Schlinge und dann kommt sie bei einem Autounfall ums Leben.
38:42Ausgleichende Gerechtigkeit?
38:44Was wird denn eigentlich aus Annabelles Hinterlassenschaften, den Konten und aus der Manufaktur?
38:49Naja, in den letzten sechs Jahren stand es unter staatlicher Verwaltung.
38:53Jetzt, wo sie tot ist...
38:54Na, dann muss das doch jemand erben.
38:56Ihre Kinder.
38:58Hm.
38:59Daniel und Patricia.
39:00Dann käme die Manufaktur endlich wieder in die Hände deiner Familie.
39:04Vielleicht übertragen sie dir die Leitung der Manufaktur.
39:08Schon möglich.
39:09Aber du vergisst Nora.
39:11Ach, Nora hat ihre Mutter vor Gericht gebracht.
39:15Du meinst, sie hat sie enterbt?
39:17Es würde jedenfalls zu ihr passen.
39:19Dann müsste sie ja ein Testament gemacht haben.
39:21Stimmt.
39:22Aber falls Annabelle ein Testament gemacht hat, hat sie Nora garantiert enterbt.
39:27Ja.
39:28Und das wird dann allen zeigen, dass Nora nichts mit der Flucht ihrer Mutter zu tun hatte.
39:38Daher wird Sophie Nowak bevollmächtigt, das Testament der Annabelle Grafenberg geborene Krüger zu verstrecken.
39:44Gezeichnet Fernando Pérez de Aguilar, Anwalt und Notar Montevideo Uruguay.
39:51Offensichtlich hielt Annabelle sich in einem Kloster versteckt.
39:54Das Testament hat sie bei dem Notar des Ordens hinterlegt.
39:56Dieser hat mir die Unterlagen per Allboten zugesandt und mich beauftragt, das Testament zu verstrecken.
40:03Nora, sind Sie sich sicher, dass ich das Testament vor Zeugen verlesen soll?
40:08Sie könnten sich es auch in Ruhe alleine anhören.
40:13Nein.
40:14Es gibt hier niemanden, von dem ich etwas zu verbergen hätte.
40:18Gut.
40:27Dies ist der letzte Wille von Annabelle Grafenberg.
40:31Wenn diese Zeilen verlesen werden, hat sich ein Kreis geschlossen.
40:34Ich habe in meinem Leben viel erreicht, musste aber auch einige Schicksalsschläge verkraften und viele Enttäuschungen einstecken.
40:43Zu den Schmerzhaftesten gehört zweifellos, dass meine beiden Kinder, Daniel und Patricia, sich von mir abgewendet haben.
40:49Deshalb möchte ich nicht, dass sie von meinem Tod profitieren.
40:53Ebenso wenig wie meine Enkelkinder und sonstige Anverwandte.
40:57Den Pflichtteil wird sich nicht nehmen können.
40:59Für den Fall meines Ablebens verfüge ich, Annabelle Grafenberg, dass mein gesamtes Vermögen einschließlich meiner Firma Falkenthal Porzellan an eine
41:08einzige Person fällt.
41:11An meine Tochter Nora von Weiden.
41:14Was?
41:17Das gibt's doch nicht, dass...
41:18Ich habe an meiner Tochter Nora vieles wieder gut zu machen.
41:23Sie hat als einzige immer zu mir gehalten.
41:26Und auf sie konnte ich mich bis zuletzt immer verlassen.
41:31Annabelle Grafenberg.
41:43Annabelle's Vergangenheit.
41:44Glaub mir.
41:45Wir zwei, wir könnten...
41:47Ich werde Michael heiraten.
41:49Das ist nicht deiner Ernst.
41:51Möchten Sie bei mir einziehen, mit samt Ihrem Anzügen, Krawatten, Hemden, Unterhosen, Socken und was Sie sonst noch alles besitzen?
41:57Ja, ich will.
41:58Es ist mir sowas von egal, was in diesem Testament steht.
42:00Da Sie offensichtlich gewählt sind, in die Fußstaf Ihrer Mutter zu treten, hole ich mir die Manufaktur von Ihnen zurück.
42:06Es reicht.
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