- vor 2 Tagen
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SpaßTranskript
00:00...aufsatzschreiben über meinen Traumberuf.
00:02Heute Mittag habe ich gedacht, dass er nie mit seinem Aufsatz fertig wird.
00:05Und ich fand, er muss von allein auf eine Idee kommen.
00:07Ich habe ihn aber auch gut motiviert.
00:09Ich habe gesagt, erst die Arbeit und dann das Vergnügen.
00:12Und fertig war der Aufsatz.
00:14Du hast ihm jetzt aber nicht geholfen, oder?
00:16Nein.
00:18Interessiert dich, was Theos Lehrerin zu seinem Aufsatz sagt?
00:21Aber hallo, interessiert mich das.
00:24Förster ist ein toller Beruf.
00:26Aber ich wollte hier Theos Meinung darüber lesen.
00:29Nicht die seines Vaters, der ja offensichtlich schon Förster ist.
00:33Annabelle hat gelitten, als ihre Kinder sich von ihr bloßgesagt haben.
00:39Und genau das können wir für uns nutzen.
00:42Sie glauben also, dass Annabelle Grafenberg in der Lage wäre,
00:46eines von ihren eigenen Kindern zu gefährden, um ihre Ziele zu erreichen?
00:51Ohne mit der Wimper zu zucken.
00:53Alles, was ich getan habe, habe ich für das Wohl meiner Kinder getan.
00:57Das nennst du Mutterliebe?
00:59Was weißt du denn schon von Mutterliebe?
01:00Und du?
01:01Du hast mich in den Wagen steigen lassen, mit dem Helena umgekommen ist.
01:04Du hast meinen Tod in Kauf genommen.
01:06Ich habe dich doch noch angerufen.
01:08Ich wollte dich warnen.
01:20Und du hast mich in den Wagen steigen lassen, mit dem ich in den Wagen steigen lassen, mit dem ich
01:30in den Wagen steigen lassen.
01:30Hey, who's gonna make it right?
01:38This could be the first day of my life.
01:47Ruhe! Ruhe! Ruhe, bitte! Ruhe!
01:54Herr Staatsanwalt.
01:56Habe ich Sie richtig verstanden?
01:58Sie haben versucht, Ihre Tochter im Wagen anzurufen und zu warnen, weil Sie wussten, dass die Bremsleitung manipuliert war?
02:05Meine Mandantin macht von Ihrem Recht Gebrauch, die Aussage zu verweigern und sich nicht selbst zu belasten.
02:10Ich beantrage die Aussage, dennoch ins Protokoll aufzunehmen.
02:14Stattgegeben.
02:15Das war nicht gut. Das war überhaupt nicht gut.
02:18Wir haben Sie.
02:19Der Prozess ist für heute geschlossen und wird morgen fortgesetzt.
02:36Dankeschön.
02:41Hi Elsa.
02:42Hey, du bist ja gut gelaunt. Hast du dich mit Constanze etwa wieder vertragen?
02:47Noch nicht, aber ich bin auf dem besten Weg dahin.
02:50Oh, wenn man vom Teufel spricht.
02:52Kannst du mir mal bitte erklären, warum du mit dem Motorrad meines Bruders hier durch Falkenthal knatterst?
02:56Hallo Constanze. Ja, kann ich.
02:58Erst den Geiern vom Amtsgericht helfen ihm, das Ding zu pfänden und jetzt schön selbst damit rumfahren.
03:03Was? Ich habe die Maschine rechtmäßig erworben.
03:06Ach so, so nennt man das.
03:08Und was hast du hier so vor? Vielleicht von Elsa Schutzgeld erpressen?
03:12Äh, Constanze, entschuldige, aber möchtest du ihn nicht vielleicht erstmal aussprechen?
03:16Nein, nein, danke.
03:17Zu einem Vortrag über die Rechtfertigung von Bereicherung und Korruption habe ich gerade keine Lust.
03:23Korruption?
03:24Kennt man doch. Ihr Polizisten konfisziert was und sagt es dann schön selbst ein.
03:28Ich nenne sowas Korruption.
03:30Constanze, du weißt doch gar nicht, was Tom die letzten Jahre alles so gemacht hat.
03:32Lass gut sein, Elsa. Sie hat sich ihre Meinung ja schon gebildet.
03:37Tschüss.
03:39Ach so, Konfliktscheu auch noch.
03:41Hab ich da einen bunten Punkt getroffen?
03:43Ja, hast du.
03:44Ja, das ist auch gut so. Er soll sich bloß nicht einbilden, dass er damit durchkommt.
03:48Du, ich weiß zwar nicht, was mit diesem Motorrad ist, aber bei Tom bist du gerade ganz schön ins Fettnäpfchen
03:51getroffen.
03:52Elsa, vergiss einfach, dass ich den Typen jemals süß fand.
03:55Zum Glück weiß ich ja jetzt, was das für einer ist.
03:57Weißt du nicht, ich erzähl's dir.
03:59Und bevor ich mit der Geschichte nicht zu Ende bin, möchte ich keinen Ton mehr von dir hören.
04:12Da ist ja der Glückstern der Manufaktur.
04:15Glückstern? Muss ich mir da irgendwie Sorgen machen, dass du einen neuen Fan hast?
04:18Und was für einen.
04:20Oder sagen Sie bloß, Sie haben es Ihrem Freund noch nicht erzählt.
04:23Ach, was soll ich da auch groß erzählen?
04:26Ich hab Hagen-Dorf einfach nur gesagt, dass er uns alle arbeitslos macht, wenn er die Verträge kündigt, wegen Annabelle
04:32Grafenbergs Prozess.
04:34Er hat schon die neue Bestellung geschickt.
04:36Und auch die anderen Kunden haben angekündigt, in Zukunft weiter mit uns zusammenzuarbeiten.
04:42Schön.
04:44Aber ich fürchte, da kommt dann ganz schön viel Arbeit auf mich zu, hm?
04:48Ja, sehen Sie es positiv.
04:50Ohne Ihr Engagement hätten wir hier bald die Umzugskisten packen müssen.
04:54Danke noch mal, Meike.
04:58Habe ich das richtig verstanden?
05:00Meine Freundin hat eben mal so mit links die Zukunft der Manufaktur gerettet.
05:09Eva!
05:10Stell dir vor, was passiert ist.
05:12Annabelle ist freigesprochen worden.
05:13Nein, sie hat zugegeben, von dem manipulierten Wagen gewusst zu haben.
05:17Was?
05:17Das ist doch nicht möglich.
05:18Doch.
05:19Frederik hat sie so lange provoziert, bis ein Ausruf von Nora genügt, um sie zum Platzen zu bringen.
05:23Ach, ich wusste es, dass Frederik es schafft.
05:26Denn wenn einer Annabelle die Stirn bieten kann, dann ist er zu dumm, dass ich nicht dabei gewesen bin.
05:31Du kannst doch morgen mitkommen.
05:33Und dann siehst du zu, dass der Richter dir wieder erlaubt, in den Gerichtssaal zu kommen.
05:37Ach, ich glaube, der ist immer noch beleidigt, weil ich ihn an den Kopf geworfen habe, dass er seine Arbeit
05:42nicht richtig macht.
05:42Tja, das könnte gut sein.
05:45Eva, du könntest dich ja entschuldigen.
05:48Und dann könntest du wenigstens bei der Urteilsverkündung dabei sein.
05:52Wieso?
05:53Steht die schon an?
05:54Also dem Gesicht von Annabelles Anwalt nachzuurteilen, scheint sie mit dem Rücken zur Wand zu stehen.
05:58Naja, und durch Noras Geständnis wird ihr Prozess auch nicht mehr lange dauern.
06:02Also wenn Annabelle nicht noch einen Trumpf aus dem Ärmel zaubert, dann kann sie morgen schon verurteilt werden.
06:07Oh, das wäre ja zu schön, um wahr zu sein.
06:10So optimistisch habe ich dich schon lange nicht mehr erlebt.
06:13Seit Frederik hier ist, weiß ich, dass alles gut wird.
06:16Ja, und was ist mit morgen? Kommst du mit?
06:18Ja, na, ich lasse mir doch kein zweites Mal entgehen, wie Annabelle vor Frederik in die Knie geht.
06:23Und da entschuldige ich mich selbst beim Richter.
06:30Wie kann eine Frau, die sich so unter Kontrolle hat wie Sie, sich zu einer solchen Aussage hinreißen lassen?
06:35Es war eine Falle.
06:37Frederik hat mir unterstellt, eine schlechte Mutter zu sein, die ihre Kinder nicht liebt.
06:41Sie haben damit praktisch den Mordauftrag an Helena Bernstein zugegeben.
06:46Ich weiß, das hätte mir nicht passieren dürfen, aber ich hatte mich einfach nicht mehr im Griff.
06:50Wir haben uns Sorgen darüber gemacht, mit welchen Beweisen ihr Schwager ankommen könnte.
06:53und dabei hat er Ihnen eine simple Falle gestellt.
06:56Sie tappen mitten hinein.
06:59Wenn Sie keine Chance mehr für meinen Freispruch sehen, dann können Sie Ihr Mandat gerne niederlegen.
07:05Ich bin ja Anwalt.
07:07Aber ich muss absolut sicher sein, dass der Schwager nicht noch eine Überraschung in petto hat,
07:12womit er Sie aus der Reserve locken kann.
07:15Ich werde mich ab jetzt besser im Griff haben.
07:18Gut.
07:20Als erstes widerrufen wir morgen Ihr Geständnis.
07:22Ich werde auf psychischen Druck plädieren.
07:25Dann darf es nicht vor Gericht verwendet werden.
07:33Was passiert, wenn Annabelle Ihr Geständnis widerruft?
07:36Dann darf es vor Gericht nicht verwendet werden.
07:39Kann man denn das nicht verhindern?
07:41Sie hat das Recht zu widerrufen.
07:44Ein Jammer.
07:45Noch einmal werde ich Sie sicher nicht so aus der Reserve locken können.
07:50Lassen Sie sich Ihren Erfolg nicht kleinreden, Herr Grafenberg.
07:53Da muss ich so viel Recht geben.
07:55Für einen Moment dachte ich, Sie würden keinen Ball geben und Frau Annabelle die Waffen strecken.
07:59Das war der Plan.
08:01Das einzige, womit man Annabelle aus der Reserve locken kann, ist ihre Überheblichkeit.
08:04Wenn sie glaubt, mich besiegt zu haben.
08:07Ich wünsche das hätte Konsequenzen.
08:09Die wird es haben.
08:11Ich bin schließlich auch noch da und mein Job fängt gerade erst an.
08:16Können Sie denn mit dem Geständnis trotzdem was anfangen?
08:18Jetzt hören Sie mal.
08:19So einen guten Joker lässt man sich nicht einfach aus den Händen nehmen.
08:23Und auch wenn die Aussage morgen zurückgezogen wird,
08:27ich kenne da jemanden, den sie ziemlich nervös machen dürfte.
08:34Delbrück hat dafür gesorgt, dass alle Tom für einen korrupten Polizisten halten.
08:37Und erst bei Delbrücks Verhaftung ist herausgekommen,
08:39dass Tom mit diesem unterschlagenen Geld gar nichts zu tun hat.
08:43Krass.
08:43Und darum musste er zwei Jahre im Untergrund leben.
08:46Na, er hat von seiner Entlastung ja erst mal gar nichts mitbekommen.
08:49Wenn Sophie ihn nicht gefunden hätte, dann würde er sich wahrscheinlich immer noch verstecken.
08:52Und wo war er die ganze Zeit?
08:55Als letztes wohl Hafenarbeiter in Rotterdam oder so.
08:58Mann, was eine Geschichte.
09:00Na, siehst du jetzt, dass du ihm vorhin Unrecht getan hast?
09:03Ja.
09:05Tut mir ja auch leid, dass ich ihm Korruption vorgeworfen habe.
09:08Aber ich konnte ja nicht wissen, dass er auf dem Ohr so empfindlich ist.
09:11Du hättest ihm nur zuhören müssen.
09:13Ja, komm, komisch ist das schon.
09:15Erst fändet er das Motorrad und dann fährt er selber damit rum.
09:20Wenn es dich interessiert, dann frag ihn.
09:23Ich gebe dir die Adresse.
09:25Ja gut, wenn du zu stolz bist, dann fragst du deinen Bruder.
09:28Der wird ja wohl wissen, was mit seinem Motorrad ist.
09:30Ja, mach ich.
09:32Aber wenn sich rausstellt, dass Tom Sebastians Notlage nur ausgenutzt hat,
09:36um sich das Ding selber unter den Nagel zu reißen,
09:38dann bin ich fertig mit dem Typen.
09:42Alles klar.
09:43Die Lieferung geht in die Malmöher Straße.
09:45Mhm.
09:46Okay.
09:47Danke, dass Sie die Beckersboten gewählt haben.
09:49Wiederhören.
09:49Hey.
09:51Die Maschine ist jetzt auf meinen Namen zugelassen und steht unten im Hof.
09:53Ach, super. Danke.
09:54Es sind gerade jede Menge Aufträge hier reingekommen.
09:56Schön.
09:57Hier die Schlüssel.
09:59Sag mal, ist dir ein Ladendieb durch die Lappen gegangen
10:02oder warum ziehst du so ein Gesicht?
10:04Wieso?
10:05Ich weiß, wir kennen uns noch nicht so gut,
10:07aber wenn du reden willst...
10:08Worüber?
10:10Das frage ich dich.
10:13Deine Schwester...
10:15Ist egal.
10:16Ich habe jetzt hier keine Zeit.
10:17Ich muss los.
10:18Hey, meine Schwester ist schnell mal auf 180,
10:21aber das solltest du nicht zu ernst nehmen.
10:22Das habe ich gemerkt.
10:23Dafür regt sie sich auch schnell wieder ab.
10:25Nur mit deiner Entschuldigung solltest du nicht rechnen.
10:27Was soll's?
10:28Ich werde die nächsten Tage eh mal einen großen Bogen um sie machen, glaube ich.
10:44Hier bitte.
10:45Herr Reichenbach, ich wollte nur kurz...
10:47Oh, suchen Sie was?
10:49Ich ordne mein Leben.
10:51Ballast abwerfen, das ist immer gut.
10:52Das setzt blockierte Energien frei.
10:54Wo haben Sie das denn her?
10:56Luisa und Simon haben einen Mondkalender zur Hochzeit geschenkt bekommen.
10:59Da stand das drin.
11:00Ich dachte schon, ich hätte hier esoterische Ader enttickt.
11:03Keine Angst.
11:04Man muss die Esoterik nicht kennen, um zu wissen,
11:06dass man alte Sachen entsorgen muss, um Platz für neue zu haben.
11:09Dann bin ich ja auf dem richtigen Weg.
11:10Der kleine Unterschied ist nur, dass man das bei abnehmendem Mond tun sollte.
11:15Und so lange habe ich nicht Zeit und Lissi auch nicht.
11:17Lissi?
11:19Setzen Sie sich.
11:25Sie wissen ja, dass ich schon länger mit dem Gedankenspiele mich neu zu orientieren.
11:30Bisher habe ich die Manufaktur nicht verlassen,
11:32weil der Huf durch den Prozess gegen Frau Grafenberg in Mitleidenschaft gezogen wurde.
11:37Ach, und jetzt, wo sich die Auftragslage entspannt hat,
11:41da wollen Sie kündigen?
11:42Ich brauche einen Neuanfang.
11:47Und was hat Lissi jetzt damit zu tun?
11:49Ich habe vorhin mit ihr telefoniert.
11:52Ich möchte zurück in die Hotelbranche.
11:55Und die Royal-Saphir-Gruppe braucht gerade einen Hotelmanager in Vancouver.
12:00Dann gehen Sie zu Lissi nach Kanada?
12:02Ja.
12:03Das ist natürlich schön für Sie.
12:05Wobei ich es bedauere, dass wir Sie als Geschäftsführer verlieren.
12:09Danke.
12:10Sie waren wirklich immer ein fairer Chef.
12:13Am Ende jedenfalls.
12:14Schon kapiert.
12:16Und Sie haben mich zur Design-Chefin gemacht.
12:18Das ist jetzt kein Grund, sentimental zu werden.
12:21Noch werde ich die Manufaktur nicht verlassen,
12:23solange kein Nachfolger gefunden ist.
12:26Und meinen Ballast muss ich auch noch loswerden.
12:29Auch wenn heute Vollmond ist.
12:41Besuch für Sie.
12:47So sieht man sich wieder.
12:48Oh, nee.
12:49Nicht die schon wieder.
12:51Schöne Grüße von Tom.
12:54Danke.
12:57Ja?
12:58Ist er wieder aufgetaucht?
13:00Es gibt keinen Grund mehr, sich zu verstecken jetzt,
13:02wo der wahre Schuldige hinter Gittern sitzt.
13:06Sophie, ich glaube, du hast mich genug gelangweilt.
13:08Hat Spaß gemacht, ne?
13:09Dann kannst du jetzt wieder gehen.
13:10Um ehrlich zu sein, bin ich hier, weil ich dir helfen will.
13:14Ist ja wohl ein Witz.
13:16Da lachen ja die Hühner.
13:18Wobei sollst du mir denn helfen wollen?
13:21Annabelle Grafenberg hat heute vor Gericht
13:22den Mordauftrag an Helena Bernstein gestanden.
13:25Ich dachte, das interessiert dich vielleicht.
13:28Netter Versuch, aber du weißt ganz genau,
13:29dass ich dazu keine Angaben mache.
13:31Musst du auch nicht.
13:33Jetzt, wo Annabelle das für dich erledigt?
13:37Das ist wirklich traurig, Sophie.
13:39Du kommst hier rein, hast deinen Koffer dabei,
13:41nichts drin außer heiße Luft und einen Entschuldigungszettel.
13:44Denkst du, du kannst mich damit beeindrucken?
13:46Ich dachte mir schon,
13:47dass du zu dumm und zu arrogant bist,
13:50um mir zu glauben.
13:51Und deshalb, mein Lieber,
13:52habe ich dir etwas mitgebracht.
13:56Was weißt du denn schon von Mutterliebe?
13:58Und du?
13:59Du hast mich in den Wagen steigen lassen,
14:01mit dem Helena umgekommen ist.
14:02Du hast meinen Tod in Kauf genommen.
14:04Ich habe dich doch noch angerufen.
14:06Ich wollte dich warnen.
14:08Was ist?
14:10Hat es dir die Sprache verschlagen?
14:13Deine Entscheidung.
14:14Entweder wir beide unterhalten uns jetzt
14:16oder du wartest,
14:17bis Annabelle ihre Version
14:19eurer kleinen Vereinbarung preisgibt.
14:37Hallo, kleiner Bruder.
14:39Hey, Krawallschwester, na?
14:40Ach, Tom war hier
14:42und hat sich über mich beschwert?
14:43Ja, hat er was angedeutet,
14:44aber gepetzt hat er nicht.
14:46Was ist denn passiert?
14:47Der Typ ist heute Morgen
14:49mit deiner Maschine
14:49durch Falken teilgefahren.
14:51Die ist doch gepfändet, oder nicht?
14:53Ja, ist sie.
14:54Ja, also hatte ich ja recht,
14:55ihn zusammen zu Falken.
14:57Das kann ich mir lebhaft vorstellen.
14:59Nur weil der eine traurige Vergangenheit hat,
15:01braucht er sich noch lange nicht einzubilden,
15:02dass er sich alles erlauben kann.
15:05Der hat auch noch die Frechheit besessen,
15:06zu behaupten,
15:07er habe die Maschine rechtmäßig erworben.
15:09Er hat mir das Motorrad abgekauft.
15:11Das ist doch unmoralisch,
15:13das muss doch gerade er wissen.
15:15Was hast du gerade gesagt?
15:16Er hat mir das Motorrad abgekauft,
15:18damit ich meine Steuerschulden tilgen kann.
15:20Und außerdem überlässt er mir die Maschine,
15:22dass ich tagsüber meine Kurierfahrten machen kann.
15:24Und das ist nicht unmoralisch,
15:26sondern richtig nett.
15:30Ach, und übrigens,
15:31das macht er sicher nicht,
15:32weil er mich so süß findet.
15:35Dann ist wohl jetzt eine Entschuldigung bei ihm fällig,
15:38ja?
15:44Jetzt wird sicherlich auch noch mal
15:45der Kollege von der Streife vernommen werden,
15:47der für den Mord an Helen Nines Gefängnis gegangen ist.
15:51Der Kollege von der Streife hat gestanden,
15:53dass er den Wagen selbst manipuliert hat.
15:56Weil du ihn gekauft hast.
15:58Doch wie passt seine Version der Geschichte
16:00jetzt mit Annabelles Aussage zusammen
16:02und dass sie davon wusste?
16:04Glaubst du wirklich,
16:05er wird bei seiner Version bleiben
16:06und dich nicht erwähnen?
16:07Naja, dann steht Aussage gegen Aussage.
16:10Vergiss nicht, Annabelle.
16:12Ich kann mir Ihre Version des Mordes
16:14sehr gut vorstellen.
16:15Willst du sie hören?
16:17Sie wird bestreiten,
16:19dir den Mordauftrag gegeben zu haben.
16:20Sie wird den Mord ganz alleine
16:22dir in die Schuhe schieben.
16:23Wieso soll man ihr mehr glauben als mir?
16:26Es wird Gutachten geben.
16:28Die beweisen,
16:29dass du den Untersuchungsbericht gefälscht hast
16:31und dass du es warst,
16:32der den Wagen verschrotten hat lassen.
16:34Annabelle wird sich aus der Affäre ziehen.
16:37Du kannst nicht verhindern,
16:39dass sich die Schlinge um deinen Hals zuzieht.
16:41Aber du kannst dafür sorgen,
16:43dass du nicht alleine dafür büßen musst,
16:45wenn du Annabelle zuvor kommst.
16:54Hallo, Papa.
17:00Kann ich etwas für dich tun?
17:10Wie es aussieht,
17:11hat Frederik Gravenberg Mutter heute
17:13ganz gut in die Enge getrieben.
17:17Ja.
17:18Hoffen wir,
17:19dass es so bleibt,
17:20wenn sie verurteilt wird.
17:24Damit rückt
17:25ja auch meine Verurteilung näher.
17:29Aber ich möchte vorher
17:31vor Gericht aussagen,
17:33dass ich Hagen niedergeschlagen habe,
17:35nachdem Annabelle
17:35ihm den Mord an Viktoria gestanden hat.
17:41Hältst du das für klug?
17:43Es bedeutet,
17:44dass du dich auch dafür verantworten musst.
17:46Ich weiß.
17:47Aber ich will nicht,
17:48dass Viktorias Mord ungeklärt bleibt,
17:49weil ich es verschweige.
17:51Nora, wenn du mir damit etwas beweisen willst,
17:53dann lass es bitte.
17:55Es bringt mir Viktoria nicht zurück.
17:56Aber ich will doch zu meinen Taten stehen.
17:58Und dein Kind?
18:04Meinem Kind wird es gut gehen.
18:07Wenn die Strafe unter drei Jahren ausfällt,
18:09dann kommen wir sogar
18:10in einen Mutter-Kind-Trakt.
18:12Es wird bei meiner Entlassung
18:13noch so klein sein.
18:15Es ist deine Entscheidung.
18:17Mir hätte es vor langer Zeit
18:19etwas gebracht,
18:19wenn du es gesagt hättest.
18:23Heute ist es für mich zu spät.
18:27Entschuldige,
18:28ich werde mal zu arbeiten.
18:42Hallo.
18:43Hi.
18:44Hallo, ihr zwei.
18:45Euch sieht man ja überhaupt nicht mehr.
18:47Wir haben beide viel zu tun
18:48und ihr seid den ganzen Tag
18:49im Gerichtssaal.
18:50Na, wenn alles gut geht,
18:51nicht mehr lange.
18:52Gibt's Neuigkeiten?
18:53Mhm.
18:55Allerdings.
18:57Annabelle Grafenberg hat zugegeben,
18:58von dem manipulierten Wagen
19:00gewusst zu haben.
19:01Wow.
19:01Dann geht's ja jetzt rund.
19:02Ja, das hoffen wir.
19:03Ja.
19:04Und hat sie gestanden,
19:05dass die Papa die Bergerietformel
19:06gestohlen hat?
19:06Nein, bisher noch nicht.
19:08Das ist ein Morgenthema
19:09der Verhandlung.
19:10Na, hoffentlich wird er
19:11das auch nachgewiesen.
19:12Dann gibt's ja bald
19:13keine Geldsorgen mehr.
19:14Sebastian,
19:15darum geht es mir gar nicht.
19:16Ich möchte nur verhindern,
19:17dass Annabelle Grafenberg
19:18sich weiterhin an der Erfindung
19:19deines Vaters bereichert.
19:21Apropos Geldsorgen.
19:22Wir haben gehört,
19:23dass der Gerichtsvollzieher
19:24hier war.
19:26Ja, das hat sich schon geklärt.
19:27Ich hab die Schulden bezahlt
19:28beim Finanzamt.
19:30Und dein Motorrad?
19:31Tom Nowak hat es ihm abgekauft,
19:34aber er kann es weiterhin
19:35für den Kurierdienst benutzen.
19:37Das ist ja wunderbar.
19:39Ja, da bin ich nochmal
19:40mit deinem blauen Auge
19:40davon gekommen.
19:41Du solltest dir
19:42für das nächste Jahr
19:43etwas zurücklegen.
19:44Ja, Mama.
19:45Du solltest auf deine Mutter hören,
19:47sonst musst du in Zukunft
19:48deiner Freundin
19:49auf der Tasche liegen.
19:50Ich glaube,
19:51Sebastian hat seine Lektion gelernt
19:52und passt in Zukunft
19:53besser auf seine Finanzen auf.
19:55Werde ich.
19:56Versprochen.
19:57Wo ist eigentlich Konstanze?
19:58die ist nochmal los
20:00und muss etwas klarstellen.
20:18Oh.
20:21Hallo.
20:22Hi.
20:23Ich bin gekommen,
20:24um mich bei dir zu entschuldigen.
20:27Okay.
20:34Sebastian hat mir erzählt
20:35von eurer Vereinbarung.
20:38Verstehe.
20:41Also?
20:43Was also?
20:45Du wolltest dich bei mir entschuldigen.
20:46Ich hab mich grad entschuldigt.
20:48Du hast gesagt,
20:49du willst dich bei mir entschuldigen.
20:51Dein Bruder hatte also recht.
20:53Womit?
20:54Er hat gesagt,
20:54ich soll von dir
20:55keine Entschuldigung erwarten.
20:56Das hat der gesagt.
20:57Okay.
20:59Dann hör mal jetzt genau zu.
21:04Es tut mir leid,
21:06dass ich dich verdächtigt habe,
21:07meinen Bruder
21:08über den Tisch gezogen zu haben.
21:10Und dass ich dich
21:11einen korrupten Polizisten genannt habe.
21:13Okay, Schwamm drüber.
21:14Schwamm drüber?
21:16Diese Entschuldigung
21:17hat mich gerade
21:18zehn Jahre meines Lebens gekostet
21:19und du sagst einfach nur
21:20Schwamm drüber?
21:21Schon gut.
21:21Ich hab ja auch ein bisschen überreagiert.
21:23Na ja,
21:24kann man ja irgendwie auch verstehen.
21:26Also Elsa hat's mir erzählt,
21:28dass du
21:28zu Unrecht wegen Korruption
21:29verurteilt worden bist.
21:31Ich erwarte deswegen kein Mitleid.
21:32Hey,
21:33seh ich so aus,
21:34als würde ich Mitleid
21:34mit einem Polizisten haben?
21:36Okay,
21:36stopp halt.
21:36Also,
21:37bevor das jetzt wieder losgeht.
21:41Erinnerst du dich noch
21:42an das,
21:42was du mir auf die E-Mailbox
21:43gesprochen hast?
21:44Klar.
21:45Gut, also,
21:47ich weiß zwar nicht,
21:48wie es dir damit geht,
21:49aber ich würde nach wie vor
21:51gerne mit dir was trinken gehen
21:53und die Vorurteile
21:54ausnahmsweise mal zu Hause lassen.
21:58Okay.
22:00Probieren wir es.
22:03Gut.
22:04Ja,
22:05ich zieh mir nur schnell was über.
22:27Ja.
22:29Hallo, Eva.
22:31Da ist ja der Held des Tages.
22:35Marjana und Tobias
22:36haben mir schon alles erzählt.
22:38Ich habe Annabelle
22:39nur dort gepackt,
22:39wo sie am verletzlichsten ist.
22:41Ihre verletzten Muttergefühle.
22:43Du bist gar nicht
22:44mit den anderen
22:45vom Gericht nach Hause gekommen.
22:46Wo warst du den ganzen Nachmittag?
22:49Spazieren.
22:50Ich war bei unserem alten Haus
22:51und bei Vaters Grab.
22:52Es ist sehr schön.
22:54Ich kümmere mich
22:54ein bisschen darum.
22:57Ich wünschte,
22:58er könnte miterleben,
22:59wie Annabelle
22:59endlich für alles bestraft wird.
23:02Wir alle wissen ja,
23:03wer dafür verantwortlich ist,
23:05dass er nicht mehr bei uns ist.
23:07Ich werde es nicht vergessen,
23:08wie er versucht hat,
23:09ihren Namen auszusprechen,
23:10bevor er in meinen Arm gestorben ist.
23:12Es vergeht kein Tag,
23:14an dem wir Werner nicht gefehlt hat.
23:16Mir auch.
23:19Warte,
23:20ich habe etwas für dich.
23:26Was ist das?
23:28Das
23:29ist die Tasse,
23:31aus der er
23:32an dem Morgen getrunken hat,
23:34als er,
23:36ja,
23:37als ich könnte wetten,
23:37dass Annabelle
23:38etwas in den Tee getan hat.
23:42Das wird sich heute
23:43nicht mehr nachweisen lassen.
23:45Jetzt ist es nur noch
23:46eine einfache Teetasse.
23:49Also,
23:49ich habe immer geglaubt,
23:50solange ich die Tasse habe,
23:52können wir ihr
23:53eines Tages
23:53alles nachweisen.
23:56Ganz schön dumm von mir.
23:59Du hast ihn sehr geliebt.
24:03Und Vater war sehr glücklich,
24:04dich all die Jahre
24:05an seiner Seite zu haben.
24:15Ja,
24:16guten Abend,
24:16Herr Staatsanwalt
24:17Sophie Nowakir.
24:18Ja,
24:19noch einmal.
24:20Ich dachte,
24:21ich wollte nur fragen,
24:22ob Jan Delbrück
24:23inzwischen schon ausgesagt hat.
24:26Verstehe.
24:28Naja,
24:28ich habe gedacht,
24:29vielleicht haben Sie nur vergessen,
24:30mich anzurufen.
24:33Gut,
24:33vielen Dank.
24:34Aber Sie melden sich
24:36umgehend bei mir,
24:37wenn er sich meldet
24:39und aussagt.
24:40Ja.
24:41Ach ja,
24:41und ich bin wirklich
24:43rund um die Uhr erreichbar,
24:44ja?
24:46Gut.
24:47Vielen Dank.
24:48Wiederhören.
25:13und wer sind Sie?
25:16Mein Name ist Gravenberg.
25:19Frederik Gravenberg.
25:21Hier geht es darum,
25:22über eine Frau zu befinden,
25:23die alles und jeden
25:24aus dem Weg räumt,
25:25um ihre Ziele zu erreichen.
25:26Die nicht einmal
25:27vor ihren eigenen Kindern
25:28Halt macht.
25:28Dieser Frau
25:29sind ihre eigenen Kinder egal.
25:47bei Beckers,
25:48Eva Landmann am Apparat.
25:50Ja, guten Tag,
25:50Frau Landmann,
25:51Sophie Nowak hier.
25:53Entschuldigen Sie bitte
25:53die späte Störung.
25:55Ja,
25:55es macht doch nichts.
25:56Was kann ich für Sie tun?
25:58Nun ja,
25:59ich hatte gehofft,
26:00Frederik Gravenberg
26:01vielleicht zu sprechen.
26:02Es geht um den Prozess morgen.
26:04Ja,
26:05einen Moment bitte.
26:07Frau Nowak.
26:11Guten Abend,
26:12Frau Nowak.
26:13Guten Abend,
26:14Herr Gravenberg.
26:15Ich dachte,
26:16es interessiert Sie vielleicht,
26:17wie mein Besuch
26:18bei Jan Delbrück
26:19verlaufen ist.
26:20Ja, natürlich.
26:21Hatte den Mord
26:22an Helena Bernstein gestanden?
26:24Äh,
26:25nein,
26:26noch nicht.
26:28Und glauben Sie,
26:29dass er es noch tun wird?
26:31Ich dachte,
26:32das erzähle ich Ihnen
26:32vielleicht persönlich.
26:34Ähm,
26:35ja,
26:36wenn es das Lanzino noch gibt,
26:37dann könnten wir uns
26:37dort ja auf ein Glas Wein treffen.
26:39Ja,
26:40warum nicht?
26:42Okay.
26:43Äh,
26:43halbe Stunde?
26:45Prima.
26:46Dann bis später.
26:50Oh Gott,
26:52habe ich gerade
26:52Prima gesagt?
26:57Okay.
26:58Umziehen.
27:11Okay.
27:14Danke.
27:19Hallo.
27:22Guten Abend.
27:23Guten Abend.
27:28Entschuldigen Sie,
27:29ich möchte nicht unhöflich sein
27:30wegen des Handys,
27:31aber ich erwarte noch
27:31einen Anruf.
27:32Entschuldigung.
27:34Rückruf des Staatsanwalts.
27:36Kein Problem.
27:37Ich habe mir erlaubt,
27:38einen Wein zu bestellen.
27:40Ich hoffe,
27:40er schmeckt Ihnen.
27:42Das ist mein
27:44absoluter Lieblingswein.
27:45Den trinke ich ja immer.
27:46Woher wussten Sie das?
27:49Ich hatte keine Ahnung.
27:51Geben Sie es doch zu.
27:52Sie haben den Kellner bestochen.
27:54Ich wäre froh,
27:55wenn ich auf die Idee gekommen wäre.
27:56Nein,
27:57ich bin das Risiko eingegangen,
27:58mit dem falschen Wein
27:59bei uns auf einem Messer zu laufen.
28:01Das ist ja gerade
28:02nochmal gut gegangen.
28:04Ja.
28:05Sehen wir es als gutes Omen.
28:07Ja.
28:08Nun erzählen Sie mir
28:09von Ihrem Besuch
28:09bei Jan Delbrück.
28:11Ja.
28:12Ähm,
28:12ja.
28:14Annabels Aussage
28:15hat ihn sehr unter Druck gesetzt
28:17und ich hoffe und glaube,
28:19dass er noch heute
28:19ein Geständnis ablegen wird.
28:23Tja,
28:24dann lassen Sie uns
28:25auf die Hoffnung trinken.
28:29Auf Ihre brillante Vorlage
28:31bei Gericht.
28:33Und auf die tolle Fortsetzung danach.
28:46Hallo, Richard.
28:49Henning.
28:50Komm mal,
28:51ersetz dich.
28:56Ich war bis eben
28:57in der Manufaktur beschäftigt
28:59und habe keine Ahnung,
29:00wie die Verhandlung gelaufen ist.
29:01Gibt es Neuigkeiten?
29:03Ja.
29:05Frederik Gravenberg
29:06hat es tatsächlich geschafft,
29:07Annabelle ein Geständnis
29:08zu entlocken.
29:09Ein Geständnis?
29:11Das ist mehr,
29:11als wir erwartet hatten.
29:12Ja.
29:13Sie wird es widerrufen,
29:14aber Sophie ist schon dabei,
29:16Delbrück zu bearbeiten,
29:17auch endlich zu gestehen.
29:18Das sind mal gute Neuigkeiten.
29:24Ich hoffe,
29:24die Manufaktur
29:25wird den Imageverlust verkraften,
29:27wenn ihre Besitzerin
29:28wegen Mordes verurteilt wird.
29:29Wir hatten in den letzten Tagen
29:31einige Probleme,
29:32aber Maike Hansen
29:34hat dafür gesorgt,
29:35dass die meisten Kunden
29:36uns die Treue halten.
29:38Der alte Gravenberg
29:39hat in seinen Memoiren geschrieben,
29:41die Stärke der Manufaktur
29:43liegt in der Leidenschaft
29:44ihrer Mitarbeiter.
29:46Möchtest du?
29:47Gerne.
29:50Damit hat er sehr recht gehabt
29:51und darüber wollte ich
29:53auch mit dir sprechen.
29:55Ich habe eine Entscheidung getroffen.
30:00Warum habe ich das Gefühl,
30:02dass mir nicht gefallen wird,
30:04was ich gleich hören werde?
30:05Danke.
30:07Porzellan war alles andere
30:08als mein Fachgebiet
30:09und die Leidenschaft,
30:10von der du sprichst,
30:11hatte ich nie dafür.
30:14Deshalb möchte ich
30:15Falkenthal bald verlassen.
30:18Henning, ich habe dir doch angeboten,
30:20dass du für mich arbeiten kannst.
30:21Da musst du Falkenthal nicht verlassen.
30:22Ich weiß, aber hier erinnert mich
30:24zu viel an Luisa
30:25und an all die Fehler,
30:26die ich gemacht habe.
30:27Das verstehe ich.
30:30Aber es fällt mir doppelt schwer,
30:32dich gehen zu lassen.
30:33Ich verliere einen
30:34hervorragenden Mitarbeiter
30:35und du bist vermutlich
30:37bald das letzte Familienmitglied,
30:39das mir hier Gesellschaft leistet.
30:41Wenn es dich beruhigt,
30:42ich werde weiter
30:43für die Familie arbeiten.
30:45Vorhin habe ich mit Lissi telefoniert.
30:48Ich könnte in einem
30:50der Royal Sophia Hotels anfangen,
30:52in Vancouver.
30:54Ah.
30:55Weiter weg ging es wohl nicht.
30:57Bitte, Richard.
30:58Meine Arbeit hier in Falkenthal ist getan.
31:00Es wäre schön,
31:01mit deinem Segen zu gehen.
31:03Aber gehen werde ich auf jeden Fall.
31:09Natürlich bekommst du meinen Segen.
31:13Und ich werde dir nie vergessen,
31:15wie sehr du mir geholfen hast,
31:15Anabel vor Gericht zu bringen.
31:21Und Sie sind in Falkenthal aufgewachsen?
31:23Ja.
31:25Ihr habt ganz Falkenthal
31:26mit meinem frisierten Motorrad
31:27unsicher gemacht.
31:28Fragen Sie mal,
31:29Öfer.
31:30Aber eigentlich hat mich hier nie
31:31was gehalten.
31:32Ich wollte mit 18 schon so schnell
31:34wie möglich raus und die Welt sehen.
31:36Das haben Sie ja geschafft.
31:37Immerhin sind Sie bis Neuseeland gekommen.
31:39Zuletzt, ja.
31:41Vorher habe ich viele Jahre
31:42in Südafrika gelebt
31:43und dort eine Lodge aufgebaut.
31:45Viele Leute,
31:46die auf Safari gehen
31:47und Tiere abschießen?
31:49Nein, nein.
31:50Wir haben mit unseren Touren
31:51die Wildparks finanziell unterstützt
31:53und auch Aufklärung geleistet.
31:54Bei uns wurden nur Fotos geschossen.
31:57Und warum sind Sie wieder
31:59nach Falkenthal zurückgekehrt?
32:01Ehrlich zu sein,
32:02das schlechte Gewissen.
32:05Sie können bis ans Ende der Welt laufen.
32:07Das schlechte Gewissen
32:08wird Sie einholen.
32:11Was hatten Sie ausgefressen?
32:14Mein Vater wollte,
32:15dass ich nach dem Tod
32:16meines Bruders Philipp
32:17die Manufaktur übernehme.
32:19Philipp, das war der erste Ehemann
32:20von Annabelle.
32:22Ja.
32:23Er hat sich sprichwörtlich
32:25zu Tode gearbeitet
32:26und das habe ich meinem Vater
32:27auch immer vorgeworfen.
32:29Und nach seinem Tod
32:30haben Sie doch die Manufaktur übernommen?
32:34Ja.
32:35Nachdem ich mich mit meinem Vater
32:37versöhnt hatte.
32:39Kurz darauf ist er gestorben.
32:42Und dann hat uns Annabelle
32:43die Manufaktur weggenommen.
32:45War das der Grund,
32:45warum Sie Falkenthal
32:46wieder verlassen haben?
32:49Ja, zum Teil, aber...
32:54Es lag an einer Frau,
32:55die ich über alles
32:57geliebt habe.
32:58Julia.
32:59Sie war in meinen Neffen
33:00Daniel verliebt.
33:01Die beiden haben geheiratet,
33:02sie dem jetzt in Südafrika.
33:04Und ich habe mein Glück
33:05woanders gesucht.
33:10Und haben Sie es gefunden?
33:19Der Staatsanwalt?
33:21Ja.
33:24Leider nein.
33:26Sie hätten es annehmen können.
33:28Nein, nein, das war nicht so wichtig.
33:31Sie brauchen ein bisschen Geduld.
33:34Geduld ist nicht wirklich meine Stärke.
33:37Das ist jetzt das Erste,
33:39was ich an diesem Abend
33:39über Sie erfahre.
33:43Was wollen Sie denn wissen?
33:47Zum Beispiel,
33:47wie es eine so ungeduldige Anmeld
33:50den hier nach Falkenthal verschlagen hat.
33:58Ich habe echt gedacht,
33:59du bist ein Spießer.
34:01So einer, der den Rasen
34:02mit der Nagelschere stürzt
34:03und nie schwarz fährt und so.
34:05Wenn man untergetaucht ist,
34:06fährt man nicht schwarz.
34:07Man verhält sich wie
34:08der vorbildlichste Musterbürger,
34:09um nur nicht aufzufallen.
34:10Bin ich jetzt wieder
34:11in ein Fettnäpfchen getappt?
34:13Quatsch.
34:14Aber erzähl doch mal,
34:15was hast du eigentlich
34:16in Südamerika gemacht?
34:18Ich habe Biologie studiert.
34:20Ja, das kann ich mir richtig vorstellen.
34:22Du mit einem Schmetterlingsnetz
34:24quer durch den Dschungel.
34:25Biologie ist eine ernstzunehmende
34:26Wissenschaft, ja?
34:28Nimmst du sie ernst?
34:29Ja.
34:30Na, mit der Disziplin
34:31hapert es ein bisschen.
34:32Wenn ich schon mal in Argentinien bin,
34:33habe ich ja keine Lust,
34:34den ganzen Tag nur
34:35über meinen Büchern zu sitzen.
34:36Klar.
34:37Dann liegt man lieber
34:37mit einer Capirinha am Strand
34:38und feiert eine Party.
34:40Capirinha ist aus Brasilien.
34:42Und dann weißt du gar nichts, Bulle?
34:44Zumindest weiß der Bulle,
34:45wie man kleinen Brüdern
34:46aus der Patsche hilft.
34:47Komm, wenn ich mich bei der Pfennung
34:48nicht so aufgeregt hätte,
34:49dann wärst du nie von selbst
34:50auf die Idee gekommen,
34:51es ihm abzukaufen.
34:52Woher willst du das jetzt wieder wissen?
34:54Du bist Bulle.
34:56Wollten wir nicht die Vorurteile
34:57mal zu Hause lassen?
34:59Ja, Entschuldigung.
35:00Aber so wie du drauf bist,
35:02zerstörst du gerade
35:02mein ganzes Weltbild.
35:04Wie bin ich denn drauf?
35:07Du bist ein netter Bulle.
35:09Das ist alles?
35:10Ja, das ist eine ganze Menge.
35:15Ich kannte Hagen noch von früher.
35:17Und er dachte,
35:19er könnte den Fall an mich abgeben
35:21und weiterhin die Fäden ziehen.
35:23Aber Sie haben
35:24Ihren eigenen Kopf entwickelt.
35:26Hagen war empört.
35:27Eine Frau,
35:28die ihm den Fall
35:28aus den Händen nehmen will.
35:30Wir haben gestritten
35:32und gestritten
35:32und gestritten,
35:35bis daraus Liebe wurde.
35:38Vermissen Sie ihn?
35:39Natürlich vermisse ich ihn.
35:45Aber es war richtig,
35:47dass wir getrennte Wege gegangen sind.
35:50Er konnte hier nicht glücklich werden,
35:52solange Annabelle da war.
35:54Das kann ich verstehen.
35:58Warum sind Sie nicht mitgegangen?
36:00Ich bin damals
36:01wegen Jan Delbrück geblieben.
36:04Mein Bruder musste
36:05für seine Taten büßen.
36:07Nachdem ich endlich draufgekommen bin,
36:09was für ein falsches Spiel
36:10Delbrück die ganzen Jahre getrieben hat,
36:13da wollte ich,
36:14dass er endlich verurteilt wird.
36:15Aber jetzt sitzt Delbrück
36:17im Gefängnis
36:17und Sie sind immer noch hier.
36:20Das stimmt.
36:21Ja.
36:24Irgendwie kommt immer etwas dazwischen.
36:26Ich meine,
36:27ich bin Richards Anwältin
36:29und Tom ist jetzt hier.
36:32Ich schätze,
36:34ich werde noch eine Zeit lang
36:35in Falkenthal bleiben.
36:39Merkwürdig.
36:41Ich habe durch Annabelle
36:42meine Familie
36:42und meine Heimat verloren
36:44und Sie haben meine Heimat gefunden.
36:45Oh Gott,
36:47das klingt jetzt fast so,
36:48als müsste ich ihr dankbar sein.
36:50Nein,
36:50so meinte ich das nicht,
36:51aber
36:53Annabelle hat
36:54unsere Leben
36:55ziemlich durcheinander gewirbelt.
36:56Was machen wir beide bloß,
36:58wenn sie morgen vor Uhrzeit wird?
36:59Oh,
37:00dann werden unsere Leben
37:01aber furchtbar langweilig.
37:05Werden Sie wieder
37:06nach New Zealand zurückgehen?
37:07Entschuldigung,
37:08wir würden jetzt gerne schließen.
37:10Oh,
37:10es ist schon so spät.
37:16Wir haben wohl ganz
37:17die Zeit vergessen.
37:20Und der Staatsanwalt
37:21anscheinend nicht.
37:24Tja.
37:24Wir könnten noch
37:25einen Spaziergang machen
37:26und ich bringe Sie dann nach Hause.
37:28Eigentlich sind die
37:29die Straßen von Falkenthal
37:30ziemlich sicher.
37:32Wie erst seitdem
37:32ich nicht mehr
37:33mit meinem Motorrad
37:33unterwegs bin.
37:43Adam,
37:44was machen Sie denn
37:45noch so spät hier?
37:46Das Gleiche
37:46könnte ich Sie fragen.
37:47Sie wohnen nicht einmal hier.
37:49Wir haben keine
37:50getrockneten
37:51Lavenderblüten mehr
37:52und da dachte ich,
37:52vielleicht finde ich
37:53hier welche.
37:54Sie können auch nicht schlafen.
37:57wenn ich daran denke,
37:58dass Annabelle
37:59morgen vielleicht
38:00verurteilt wird.
38:01Das bringt mich
38:02völlig aus dem Häuschen.
38:06Bitte.
38:07Danke sehr.
38:11Wir können nur hoffen,
38:13dass Frau Grafenberg
38:14morgen
38:14ihrer schlimmen Taten
38:15überführt werden kann.
38:17Frederik wird schon
38:18dafür sorgen.
38:19Da bin ich mir
38:19ganz sicher.
38:21Sie sind stolz
38:22auf ihn.
38:22Ja.
38:24Ich kenne ihn ja
38:24von klein auf.
38:26Er war fast
38:26wie ein Sohn für mich.
38:28Mein Neffe Michael
38:29ist mir auch sehr
38:29ans Herz gewachsen.
38:31Haben Sie noch
38:32Kontakt zu ihm?
38:34Er ist sehr beschäftigt.
38:36Jurist.
38:37Und will sich
38:38gerade selbstständig machen.
38:40Frederik war mir
38:41immer der Liebste.
38:42Obwohl er am wenigsten
38:43hier war.
38:44Das letzte Mal
38:45dachte ich,
38:46er bleibt für immer.
38:48Aber als ihn dann
38:49Julia verlassen hat...
38:51er hat sie sehr geliebt.
38:53Ja.
38:55Ich wünsche ihm sehr,
38:57dass er doch noch
38:58seine Liebe findet
38:59und glücklich wird.
39:01Manchmal findet man
39:02sein Glück da,
39:03wo man es am wenigsten
39:04vermutet.
39:16Möchten Sie vielleicht
39:17noch auf einen Espresso
39:18mit reinkommen?
39:20Gerne.
39:24Das ist die Wohnung,
39:25die ich Daniel und Julia
39:26zur Hochzeit geschenkt habe.
39:27Ach, wirklich?
39:28Ja.
39:29Eigenartiges Gefühl,
39:30wieder hier zu sein.
39:32Und?
39:33Hat sich viel verändert?
39:36Es war ein bisschen
39:38afrikanischer.
39:47Das scheint ja tatsächlich
39:48Ihr Lieblingswein zu sein.
39:49Der Besitzer von Lanzino
39:50besorgt ihn mir immer.
39:51Ich habe den noch
39:51in keinem Laden gefunden.
39:53Ich weiß auch nicht mal,
39:53welche Rebsorte
39:54das eigentlich ist.
39:55Pinotage.
39:56Jetzt sagen Sie bloß,
39:57das steht auf dem Etikett
39:58und ich habe es
39:59die ganze Zeit überlesen.
40:01Ich baue den Wein an.
40:03Sie nehmen mich
40:04auf den Arm.
40:05Nein, ehrlich.
40:07Sie wollten doch wissen,
40:08was ich in Neuseeland mache.
40:09Ich bin unter die Winzer gegangen.
40:11Jetzt versuche ich es.
40:13Das glaube ich jetzt nicht.
40:17Ich sitze den ganzen Abend
40:18dem Mann gegenüber,
40:19der meinen absoluten
40:21Lieblingswein produziert
40:22und Sie sagen,
40:23kein Sterbenswörtchen?
40:25Es war einfach
40:26so schön, Ihnen zuzusehen,
40:28wie Sie jeden Schluck
40:28davon zelebriert haben.
40:31Also, ich weiß nicht,
40:32aber irgendwie
40:34komme ich mir gerade vor,
40:35als hätte ich mich
40:36lächerlich gemacht.
40:39Kannst du gar nicht.
40:53Nur was?
40:55Herr Staatsanwalt.
40:57Was?
41:00Das glaube ich jetzt nicht.
41:02Das ist ja...
41:04Ja, vielen Dank.
41:07Ich wünsche Ihnen
41:08auch noch eine gute Nacht.
41:10Was ist passiert?
41:11Herr Brück.
41:12Was ist mit ihm?
41:13Er hat gestanden.
41:15Er wird morgen früh
41:16gegen Arabelle aussagen.
41:27Ich glaube,
41:27es ist das Beste,
41:28wenn ich jetzt gehe.
41:28Das ist vernünftig.
41:30Gute Nacht.
41:31Frederik.
41:34Ich will nicht
41:35vernünftig sein.
41:36Meine Mandantin
41:37bestreitet nachdrücklich
41:38gestern einen Auftrag
41:40zum Mord an Helena Bernstein
41:42gestanden zu haben.
41:43Ich beantrage
41:44einen neuen Zeugen
41:45zum Fall Helena Bernstein
41:46zu hören,
41:47der die gestrige Aussage
41:48untermauern wird.
41:49Wie ist der Name
41:50des Zeugen?
41:51Jan Delbrück.
41:53Das war's für Sie,
41:54ihr habt einen
41:55ein Jahr.
41:55Das war's für Sie.
41:55Jan Derbrück.
41:55Untertitelung des ZDF, 2020
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