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  • vor 2 Tagen

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Spaß
Transkript
00:00Ich habe hier einen Pfändungsbeschluss. Sind Sie in der Lage die Ausstände-Summe von...
00:05Ich hatte die Mahnung erst heute in der Post, ehrlich.
00:06Tut mir leid, dann muss ich das Motorrad pfänden.
00:09Oh, Tom. Die schickte Himmel.
00:12Alter.
00:13Da war gerade so ein Typ, der wollte Sebastian das Motorrad wegnehmen. Das ist doch zumindest Hausfriedensbruch, oder?
00:19Nimm's mir nicht übel, Konstanze, aber dieser Typ ist der Gerichtsvollzieher.
00:22Er hat mich um Hilfe gebeten und, naja, er ist völlig im Recht.
00:27Kein Mensch wird mir mehr glauben.
00:29Dabei weiß ich, dass Annabelle den Mord an Helena in Auftrag gegeben hat.
00:33Wir haben da noch eine Chance. Richard muss noch einmal für Sie aussagen.
00:37Sie hat den Mordanschlag zugegeben, verstehen Sie?
00:40Sie haben sich auf unrechtmäßige Weise Informationen beschafft, die noch dazu durch das Beichtgeheimnis geschützt und insofern nicht zu verwenden
00:46sind.
00:47Belassen Sie bitte den Zeugenstand.
00:49Ich bin unschuldig.
00:53Aber ich muss wohl akzeptieren, dass einmal gemachte Fehler nicht wieder gut zu machen sind.
01:05Ich bin doch nur eine Mutter, die ihre Kinder liebt.
01:12Frau Annabelle, du warst schon immer eine hervorragende Schauspielerin.
01:18Und wie immer unschuldig.
01:20Frederik.
01:20Und wer sind Sie?
01:22Mein Name ist Grafenberg.
01:24Frederik Grafenberg.
01:31Das war's.
01:32Hey, whatcha looking for?
01:36No one has the answer.
01:40They just want more.
01:44Hey, who's gonna make it right?
01:52This could be the first day of my life
02:01Ruhe!
02:03Warum platzen Sie einfach hier herein und stören die Verhandlungen?
02:06Ich bin der Schwager der Angeklagten, Annabelle Gravenberg.
02:09Aha. Und was glauben Sie, könnten Sie zu diesem Verfahren beitragen?
02:14Ich kenne diese Frau schon seit vielen Jahren.
02:17Und ich kann bezeugen, dass sie alles andere als ein Opfer ist.
02:20Einspruch. Der Mann ist nicht als Zeuge zugelassen.
02:25Findest du ihn?
02:26Ja. Und deshalb glaube ich, dass er nicht ohne Grund hier ist.
02:30Können Sie irgendetwas zu den zur Verhandlung stehenden Straftaten aussagen?
02:35Nein.
02:37Oder hat sich die Angeklagte Ihnen gegenüber irgendwie geäußert?
02:42Nein. Ich lebe seit längerem im Ausland.
02:46Und habe knapp zwei Jahre keinen Kontakt mehr mit Annabelle gehabt.
02:50Was wollen Sie denn hier in diesen Heiligen Hallen?
02:53Herr Vorsitzender, ich beantrage, Frederik Gravenberg als Zeugen zuzulassen.
02:57Einspruch. Er hat gerade selbst gesagt, dass er nichts weiß.
03:00Gut, dann bitte ich um ein Gespräch mit Herrn Gravenberg.
03:11Gut. Ich unterbreche die Verhandlung für eine kurze Pause und bitte die Anwälte dann zu mir.
03:26Du willst jetzt nicht allen Ernstes Sebastian das Motorrad wegnehmen.
03:29Ich will es ihm nicht wegnehmen. Es wird gepfändet, weil er seine Steuern nicht bezahlt hat.
03:33Und das findest du bestimmt völlig in Ordnung.
03:34Darum geht es doch jetzt überhaupt nicht.
03:36Wie soll Sebastian denn seine Steuern bezahlen, wenn er seinen Job nicht mehr machen kann?
03:39Dazu braucht er nämlich das Motorrad.
03:41Sagst du, das bringt doch jetzt nichts.
03:42Ja, das wollen wir mal sehen.
03:43Die Maschine ist nicht auf die Firma zugelassen.
03:46Demnach gilt sie auch nicht als Arbeitsmittel.
03:47Das macht doch keinen Unterschied.
03:49Für das Finanzamt schon.
03:50Ja, aber nur weil sie wissen, dass sie sich auf Typen wie dich verlassen können.
03:54Bis zu diesem Termin hier hast du die Möglichkeit, die Maschine auszulösen.
03:58Danach wird sie versteigert.
03:59Mann, du kannst wenigstens sagen, dass es dir keinen Spaß macht.
04:02Du aber keine andere Wahl hast, weil du Polizist bist.
04:05Es macht mir keinen Spaß.
04:07Und ich habe keine Wahl.
04:13Stellen Sie sofort das Motorrad wieder hin.
04:14Constanze, lass gut sein.
04:16Wir können jetzt sowieso nichts machen.
04:19Tut mir wirklich leid.
04:21Ja, mir tut es auch leid.
04:23Weißt du, was mir überhaupt nicht leid tut?
04:25Dass ich dir nur Ohrfeige verpasst habe.
04:28Weißt du noch was?
04:30Vergiss, was ich dir auf die Mailbox gesprochen habe.
04:32Vergiss, dass wir uns überhaupt begegnet sind.
04:41Schön, dich wiederzusehen.
04:43Hallo, Frederik.
04:44Das ist ja eine Überraschung.
04:46Eine Lebensgefährtin, Marianne Becker.
04:48Gerade nicht.
04:49Hallo.
04:50Tobias hat sie häufig erwähnt, wenn er von früher erzählt hat.
04:53Ich denke gern zurück an diese Zeit.
04:56Wir sehen uns später.
04:58Also, wenn das Eva erfährt.
05:01Er darf nicht aussagen.
05:03Das entscheidet der Richter.
05:04Dann sorgen Sie dafür, dass er sich richtig entscheidet.
05:07Die Beweise gegen Annabelle reichen alleine nicht aus.
05:10Glaubwürdigkeit unserer Hauptzeugin ist schwer erschüttert.
05:13Und es ist mehr als fraglich, ob Annabelle aufgrund Noras Aussage verurteilt wird.
05:18Zumal sie sich gerade erfolgreich als Opfer installiert hat.
05:20Aber das haben sie ja selbst mitbekommen.
05:24Ich kann Ihnen helfen.
05:25Das wäre sehr gut.
05:27Ich weiß, wie Annabelle wirklich ist.
05:29Und ich kann bezeugen, wozu sie fähig ist.
05:31Haben Sie denn irgendwelche Informationen, die für den aktuellen Prozess relevant sind?
05:36Nicht direkt.
05:38Aber wenn der Richter begreift, aus welchem Holz Annabelle geschnitzt ist,
05:42dann wird er ihrer Aussage kein Glauben mehr schenken.
05:44Der Richter wird nur schon langsam nervös.
05:47Wenn wir ihn jetzt nicht überzeugen, dann haben wir verloren.
05:50Vertrauen Sie mir.
05:53Sophia ist die beste Chance, die wir kriegen können.
05:56Wir sollten ihm vertrauen.
06:09Pause?
06:11Die habe ich mir noch redlich verdient.
06:12Das klingt ja nicht danach, als wenn dein Tag bisher besonders erfolgreich gewesen wäre.
06:16Ich musste gerade dem Gerichtsvollzieher dabei helfen, das Motorrad von Sebastian Becker zu beschlagnahmen.
06:20Was?
06:21Ja, er hat seine Schulden beim Finanzamt nicht bezahlt.
06:24Ja, und müssen die ihm deshalb gleich das Motorrad wegnehmen?
06:28Sowas ähnliches hat Constanze auch gesagt.
06:30Sie war dabei?
06:32Ja, und sie war nicht gerade begeistert, kann ich dir sagen.
06:35Na, hättest du nicht ein Auge zudrücken können?
06:37Bei einem Pfändungsbeschluss?
06:39Was hätte ich dem Gerichtsvollzieher sagen sollen?
06:41Hören Sie mal, ich finde, der junge Mann soll sein Motorrad behalten.
06:43Ich mag seine Schwester ganz gern und möchte sie nicht ärgern.
06:45Du magst sie ganz gern, Constanze?
06:49Ja, was soll's, ich kann die Sache jetzt eh vergessen.
06:52Verstehe, jetzt ist sie natürlich wieder nicht so gut, auf dich zu sprechen.
06:57Ich habe meinen ersten Arbeitstag als Polizist seit über zwei Jahren noch nicht mal ganz hinter mir und hänge schon
07:01wieder zwischen allen Fronten.
07:03Ach Tom, du konntest ja nicht wissen, dass du zu Sebastian musst.
07:06Nimm's nicht persönlich.
07:07Das ist leicht gesagt.
07:09Es betrifft mich doch persönlich.
07:16Der Mann hat zum aktuellen Verfahren weniger als nichts beizutragen.
07:20Genauso gut könnten wir irgendwen von der Straße als Zeugen berufen.
07:23In diesem Prozess spielt die Glaubwürdigkeit aller Beteiligten eine große Rolle.
07:28Nachdem meine Mandantin an mein Eid zugegeben hat, sind Zweifel am Wahrheitsgehalt ihres Geständnisses aufgetaucht.
07:35Berechtigte Zweifel.
07:36Ebenso ist aber auch zu fragen, ob Ihrer Mandantin nicht doch ein Mord zuzutrauen ist.
07:41Darauf werden Sie sicherlich nicht in alten Anekdoten eine Antwort finden.
07:45Detaillierte und fundierte Aussagen aus dem privaten Umfeld der Angeklagten werden uns dabei helfen, ein differenziertes Bild der Angeklagten zu
07:53gewinnen.
07:54Und dabei kann uns Herr Grafenberg sehr wohl eine große Hilfe sein, weil er sie besser kennt als jeder andere.
08:03Angesichts der Tatsache, dass Frau Grafenberg bereits das zweite Mal wegen Mordverdacht angeklagt ist, sehe ich das ehrlich gesagt ähnlich.
08:11Ich lasse also den Zeugen zu.
08:13Vertrage allerdings den Prozess auf morgen früh, damit sich alle Beteiligten auf die neue Situation einstellen können.
08:19Vielen Dank.
08:37Frau Landmann, das ist ja nicht mit anzusehen.
08:39Noch ist der Prozess nicht verloren.
08:41Warten Sie doch erst mal ab.
08:43Glauben Sie etwa an Wunde, Herr Adam?
08:46Annabelle wird es wieder schaffen, wie immer.
08:49Das ist eine.
08:51Och, ihr seid schon wieder da?
08:53Ja.
08:53Der Prozess wurde auf morgen verschoben.
08:55Ja, und warum jetzt schon wieder?
08:57Tja, aufgrund der veränderten Situation.
08:59Ich habe es doch gewusst, dass Annabelle ihren Kopf aus der Schlinge ziehen wird.
09:03Oder die Schlinge zieht sich feste um ihren Hals.
09:06Was meinst du damit?
09:11Ach, Frederik.
09:13Eva.
09:18Sie sehen doch genauso blendend aus, wie damals, als ich weggegangen bin.
09:21Dann haben Sie meine Nachricht doch noch erhalten.
09:23Ja, dass Annabelle vor Gericht steht, deshalb bin ich hier.
09:26Ich wurde als Zeuge zugelassen.
09:28Daraufhin wurde der Prozess auf morgen vertagt.
09:30Ja, und warum stehen wir dann hier herum?
09:31Komm, setzen Sie sich doch, wir...
09:33Später, später.
09:34Ich muss erst mit der Anmeldin, der Frau Nowak, über den Prozess reden.
09:38Bitte, ich zeige es Ihnen.
09:41Aber ich warte hier.
09:56Na, ihr beiden?
09:59Was machst du denn Schönes?
10:01Hausaufgaben?
10:02Ja, ich muss einen Aufsatz schreiben über meinen Traumberuf.
10:07Da ist ja nur ein bisschen was zu tun, schade.
10:09Ich dachte, wir könnten ein bisschen was unternehmen.
10:11Oh ja, ein paar Körbe werfen.
10:13Na.
10:14Meinen Wegen gerne, aber erst muss hier der Aufsatz fertig sein.
10:18Was ist denn so schwer?
10:19Ich weiß doch noch gar nicht, was ich später mal werden will.
10:23Naja, du musst dich ja noch nicht festlegen.
10:25Du kannst dir ja einfach überlegen, was dir im Moment Spaß machen würde.
10:29Vielleicht Förster.
10:31Sehr gute Idee.
10:34Aber ich weiß doch noch gar nicht, was man bei dem Büro Förster so alles macht.
10:38Das kann ich dir gerne erklären.
10:39Cool.
10:53Warum haben Sie nicht verhindert, dass Frederik als Zeuge zugelassen wird?
10:56Und warum haben Sie mich nicht früher darüber informiert, dass es diesen Frederik Gravenberg überhaupt gibt?
11:01Und dass er eine Gefahr darstellen könnte?
11:03Ich wusste nicht, dass er hier auftauchen würde.
11:05Gibt es sonst noch jemanden, der Ihnen schaden könnte?
11:08Ihre Kinder.
11:10Daniel und Patricia?
11:11Nein.
11:12Die werden nichts gegen mich unternehmen.
11:14Wenn Sie das wollten, hätten Sie schon längst getan.
11:17Also.
11:17Frederik Gravenberg.
11:19Was könnte er gegen Sie vorbringen?
11:21Nichts.
11:22Er war lange weg.
11:24Frau Gravenberg.
11:29Frederik glaubt, dass ich ihm die Manufaktur weggenommen habe.
11:33Das Lebenswerk seines Vaters.
11:35Haben Sie?
11:37Er hatte die Manufaktur heruntergewirtschaftet.
11:39Deshalb hat Richard sie für mich gekauft und mir zu unserer Hochzeit geschenkt.
11:43Das ist nicht verboten.
11:45Allerdings hat Frederik erst davon erfahren, als bereits alles gelaufen war.
11:49Auch daraus kann er Ihnen keinen Strick drehen.
11:54Frau Gravenberg.
12:02Er macht mich für den Tod seines Vaters verantwortlich.
12:05Zu Recht.
12:08Heißt das, Sie haben Ihren Schwiegervater?
12:15Ich bin Ihr Anwalt.
12:17Und ich unterliege also der Schweigepflicht.
12:23Man kann mir nichts beweisen.
12:25Keine Beweise.
12:26Sind Sie da absolut sicher?
12:28Weder die Polizei, noch Frederik, noch sonst irgendjemand konnte mir damals etwas nachweisen.
12:34Warum sollte das noch so eine lange Zeit jetzt anders sein?
12:38Wenn er nichts gegen Sie in der Hand hat, warum ist Frederik Gravenberg denn überhaupt hergekommen?
12:48Ich will, dass Annabelle endlich bezahlt.
12:51Deswegen bin ich hier.
12:53Ich werde dafür sorgen, dass sie ins Gefängnis kommt.
12:57Ich weiß, dass es nicht leicht ist, Annabelle mit Beweisen beizukommen.
13:00Weil sie sie entweder vorher vernichtet oder zu ihren Nutzen manipuliert.
13:05Die Erfahrung machen wir auch gerade.
13:07Ja, und der Prozess wäre schon beinahe geplatzt, als Nora einen früheren Main-Eid gestanden hat.
13:13Das heißt, Ihre Glaubwürdigkeit ist jetzt erschüttert und das nutzt die Gegenseite immer noch für sich.
13:20Ich hätte nie gedacht, dass Annabelle all die Jahre eine Tochter verschwiegen hat.
13:25Wusste niemand was von Ihrer Existenz?
13:27Nur Sie selbst.
13:29Was Sie nicht daran gehindert hat, es erst einmal zu leugnen, als ich Sie damit konfrontiert habe.
13:35Nehmen Sie es nicht persönlich.
13:38Daniel und Patricia, Ihren Halbgeschwistern, ist es kaum besser ergangen, obwohl sie bei Ihrer Mutter aufgewachsen sind.
13:45Sagen Sie, können die uns vielleicht auch helfen?
13:48Vielleicht.
13:52Jedenfalls haben Sie nicht ohne Grund sich von Ihrer Mutter losgesagt.
13:55Und Ihnen nach wie vor jeden Kontakt mit ihr ab.
13:58Und Annabelle hat diese Trennung einfach so hingenommen?
14:01Es blieb ja gar nichts anderes übrig.
14:03Außerdem, zu diesem radikalen Bruch kam es ja nicht aus heiterem Himmel.
14:06Na gut, aber das dürfte uns jetzt wenig weiterhelfen.
14:10Da bin ich mir nicht sicher.
14:12Annabelle hat gelitten, als Ihre Kinder sich von ihr losgesagt haben.
14:18Und genau das können wir für uns nutzen.
14:20Annabelles verletzte Muttergefühle.
14:22Glauben Sie wirklich, dass Annabelle die hat?
14:24In ihrer krankhaften und egozentrischen Weise ja.
14:28Aber was viel wichtiger ist, es trifft sie, wenn jemand ihr diese Gefühle absprechen will.
14:33Genau darauf beruht meine Strategie.
14:49Sebastian.
14:50Du schon wieder?
14:51Die Tür war offen.
14:52Ich habe nichts mehr zu verpfänden. Und hier gehört mir auch nichts.
14:55Deswegen bin ich nicht hier.
14:57Meine Schwester ist nicht da und sie ist auch nicht besonders gut auf sich zu sprechen.
15:00Wie viel du dir vielleicht vorstellen kannst.
15:02Schon klar. Ich wollte mit dir reden.
15:05Dazu, die Pfändung vorhin war rechtens und das weißt du.
15:08Ich konnte nichts anderes machen.
15:10Bist du gekommen, um mir zu beweisen, was für ein toller Bulle du bist?
15:12Ich wollte dir einen Deal vorschlagen.
15:14Was für ein Deal?
15:17Ich bin früher aufs Motorrad gefahren und würde jetzt gerne wieder damit anfangen.
15:21Das ist schön für dich.
15:23Wie wäre es, wenn ich dir dein Motorrad abkaufe?
15:25Gern.
15:25Da gibt es nur ein klitzekleines Problem.
15:27Ich habe kein Motorrad mehr.
15:28Das hat der Gerichtsvollzieher schon vergessen.
15:30Da würde ich es auslösen.
15:32Und wo ist der Deal?
15:33Ich meine, was habe ich davon?
15:35Abgesehen davon, dass mein Motorrad endgültig weg ist.
15:37Wir könnten es uns teilen.
15:40Hör zu, ich brauche das Motorrad nie, wenn ich arbeite.
15:43Du brauchst es nur zum Arbeiten.
15:44Also, du tagsüber, ich abends und am Wochenende.
15:48Einfach so.
15:50Alle anderen Kosten teilen wir uns durch zwei.
15:52Deal?
15:54Deal.
16:10Ja, herein.
16:19Warte.
16:28Und?
16:30Wird Frederik Gravenberg uns helfen?
16:33Er ist fest entschlossen, Annabelle hinter Gittern zu bringen.
16:38Entschlossenheit allein reicht da nicht aus, fürchte ich.
16:40Wie wir gerade es wieder gesehen haben.
16:43Annabelles Anwalt dich in die Enge getrieben hat.
16:47Und dass deine Aussage jetzt nichts mehr gilt, das ist...
16:50Das ist immer nur unfair.
16:54So ist nochmal die Rechtslage, das hätte ich bedenken müssen.
16:58Ich hätte nicht gedacht, dass du für mich aussagst.
17:01Danke.
17:02Was hätte ich dann machen sollen?
17:05Andere Bilder von kommen lassen?
17:08Und was du über mich gesagt hast, dass du...
17:11stolz auf mich bist, wie ich mich verändert habe?
17:14Das war nicht so gemeint?
17:19Ich stehe zu dem, was ich vor Gericht gesagt habe.
17:22Aber ich kann auch nichts so tun, als wäre nichts geschehen.
17:25Aber du kannst mir glauben, dass ich jetzt nichts mehr verschweige.
17:28Wirklich.
17:29Ich hätte dir von dem Meinheit erzählen sollen.
17:32Und erst recht von Annabelles Geständnis.
17:34Sie hat Viktoria auf dem Gewissen und ich habe es gewusst und ich habe nichts gesagt.
17:38Hoffen wir, dass Frederik da Erfolg hat.
17:40Und wir gescheitert sind.
18:08Du willst dich tatsächlich auf einen wildfremden Mann einlassen, von dem du im Kopf bist.
18:11Und wenn du im Grunde überhaupt nichts weißt.
18:13Tom, es geht hier nicht um ein Date, sondern um einen Zeugen.
18:18Hat dieser Frederik Grafenberg dem wenigstens irgendwelche handfesten Beweise?
18:22Nein, nicht wirklich.
18:26Aber Annabelle wurde sichtlich nervös bei seinem Auftauchen.
18:31Tom, du hättest dabei sein müssen.
18:33Wie der da plötzlich in diesem Gerichtssaal stand.
18:35Ja, völlig ruhig und souverän.
18:38Dass der überhaupt bis zu dem Gerichtssaal vorgedrungen ist.
18:44Und dann hat er Annabelle mit wenigen klaren Worten in die Schranken gewiesen.
18:50Könnte es sein, dass da jemand ins Schwärmen gerät?
18:52Der riecht aber auch total beeindruckt.
18:54Der hätte so eine Unterbrechung sonst niemals zugelassen.
18:58Das ist ja gut. Ich dachte schon...
19:00Was?
19:03Was dachtest du?
19:04Ich dachte schon, vielleicht gefällt er dir ja nicht nur als Zeuge.
19:09Quatsch!
19:10Er hilft uns gegen Annabelle und das ist alles.
19:12Ja.
19:14Und jetzt sag endlich, wie war dein erster Tag?
19:25Apfelkuchen.
19:28Warum haben Sie eigentlich nicht gesagt, dass Sie kommen würden?
19:32Dann hätte ich richtig etwas vorbereiten können.
19:35Um genau das zu vermeiden.
19:36Ach.
19:38Dass Sie mir meinen Lieblingskuchen gebacken haben, ist mehr als genug.
19:41Es sollte eine Überraschung sein, dass ich komme.
19:43Na, die ist Ihnen jedenfalls gelungen.
19:45Sehen Sie?
19:46Aber so eine klitzekleine Andeutung hätten Sie doch machen können oder auf meine Anrufe reagieren.
19:52Ich glaube, es war besser so.
19:54Warum glauben Sie etwa, ich hätte anders reagiert, wenn ich es gewusst hätte?
19:58Sie vielleicht nicht.
20:00Was Herr Grafenberg sagen möchte, ist, dass Sie Ihre Vorfreude vielleicht nicht in ausreichendem Maße hätten zügeln können.
20:06Und das wäre seinem Auftreten hier hinderlich gewesen.
20:10Was wissen Sie von meiner Vorfreude?
20:13Also, ich hätte das jetzt nicht besser formulieren können.
20:16Sie auch?
20:18Wenn Sie mich besucht hätten, so wie Sie es mir versprochen haben bei meinem Abschied, dann hätte ich mich von
20:23Ihrer Verschwiegenheit überzeugen können.
20:26Aber Sie wissen doch, wie das ist.
20:28Die viele Arbeit und dann...
20:30Hier hat man ja auch nicht immer die Unterstützung, die man braucht.
20:33Da fällt mir was ganz anderes ein, Eva.
20:37Wir hatten uns etwas vorgenommen für unser Wiedersehen.
20:43Uns zu duzen.
20:46Stimmt.
20:48Das hatte ich fast vergessen.
20:50Ich nicht.
20:53Dein Apfelkuchen ist perfekt.
20:56Und du bist es auch.
20:58Schön, dass du wieder zu Hause bist.
21:06Ja, bitte.
21:10Maike.
21:12Hatten wir einen Termin?
21:14Nein, aber ich wollte Ihnen eine Idee mitteilen, bevor Herr Hagendorf gleich kommt.
21:19Wissen Sie, die Entwürfe für die neuen Designs, die könnten wir doch Herrn Hagendorf jetzt schon zeigen.
21:26So als Köder.
21:27Weil wenn die in Serien gehen, da ist der Prozess gegen Annabelle Grafenberg sowieso schon vorbei.
21:32Eine schöne Idee, nur leider wird daraus nichts.
21:35Herr Hagendorf kommt nur, um die Verträge aufzulösen.
21:40Er hat klar gemacht, dass Annabelles Prozess für ihn ein zu großes Imagerisiko ist.
21:45Aber das ist nicht fair. Wir haben immer gut zusammengearbeitet.
21:48Das sieht ja genauso.
21:50Aber ich kann ihn auch verstehen.
21:51Wer will schon morgen in der Zeitung lesen, dass seine Firma Geschäfte mit einer Frau macht, die des Mordes angeklagt
21:56ist?
21:57Aber Annabelle Grafenberg hat seit Wochen nichts mehr mit dieser Manufaktur zu tun.
22:01Sie sind doch jetzt der Chef.
22:03Ich bin der Geschäftsführer.
22:05Sie ist die Besitzerin.
22:06Das zählt.
22:07Aber wir müssen doch irgendetwas tun, damit uns nicht alle Kunden wegbrechen.
22:20Und deswegen habe ich mich entschieden...
22:25Und deswegen habe ich mich entschieden...
22:30Den...
22:30Den...
22:32Komma...
22:33Den interessanten...
22:35Interessant mit Doppel-S...
22:38Den...
22:40Interessanten...
22:41Interessanten...
22:42Beruf...
22:42Beruf...
22:43Des Forstwirts...
22:45Des For...
22:47Wirts...
22:48Zu erlernen...
22:49Zu er...
22:51Er...
22:51Lernen...
22:52Punkt.
22:53Fertig.
22:54Danke, Konrad. Das war echt toll.
22:56Lass mal sehen.
23:02Zu den vielfältigen Aufgabenbereichen des Försters gehören die Planung der Waldpflege, das Markieren der zu fällenden Bäume, die Bestandsbegründung...
23:13Wunderbar. Perfekt.
23:15Äh, und was, wenn die Lehrerin merkt, dass du mir das zetiert hast und ich es nicht allein geschrieben habe?
23:19Woher soll die das denn merken? Die wird froh sein, dass sie nicht mehr so viele Fehler auszumerzen hat.
23:23Wenn du meinst.
23:25Und wir beide haben jetzt richtig Zeit, ein paar Körbe zu werfen. Machst du mit?
23:29Ja, wer ist alles?
23:31Boah!
23:33Krieg dich!
23:35Ich bedauere Ihre Entscheidung sehr, Herr Hafendorf.
23:38Wir heben natürlich die speziell für Sie angefertigten Formen und Designs auf, falls Sie eines Tages doch wieder mit uns
23:44zusammenarbeiten wollen.
23:45Danke. Aber Sie wissen ja...
23:47Hier steht immer eine Tür für Sie offen.
23:50Danke.
23:51Bitte sehr.
23:57Entschuldigen Sie bitte, Herr Hafendorf.
24:00Die Manufaktur gehört nur noch auf dem Papier Annabelle Grafenberg.
24:03Wenn Sie jetzt die Verträge kündigen, dann machen Sie einen großen Fehler.
24:09Wissen Sie, ich kann ja verstehen, dass Sie Angst um Ihren Ruf haben, aber die Manufaktur hat auch einen Ruf
24:13und den schon seit über 300 Jahren.
24:15Frau Hansen!
24:16Was ich damit sagen will ist, glauben Sie wirklich, dass Sie Ihren Ruf verbessern, wenn Sie über 500 ehrliche Mitarbeiter
24:23einer Traditionsmarke in die sichere Arbeitslosigkeit schicken?
24:26Es wäre doch viel besser für Ihre Publicity, wenn Sie trotz des Prozesses gegen Annabelle Grafenberg an der Manufaktur und
24:35Ihren Mitarbeitern festhalten.
24:37Ich garantiere Ihnen, Sie würden Ihren Ruf nicht ruinieren, sondern im Gegenteil verbessern.
24:42Guten Tag, Frau Hansen.
25:08Dann warst du jetzt sogar bei Daniel und Julia in Südafrika.
25:12Mhm. Die beiden haben sich gut eingelebt.
25:16Die kleine Masika ist genauso lebendig wie ihre Mutter und spielt mit Eidexen und brabelt so ein Gemisch aus Englisch,
25:23Deutsch, Isi Sulu.
25:24Was? Isi, was?
25:26Sulu. Sulu ist die Muttersprache der meisten Südafrikaner.
25:31Und Daniel wollte nicht mit zum Prozess nach Falkenthal kommen?
25:35Nein. Er und Patricia haben gesagt, dass Annabelle für sie endgültig gestorben ist.
25:40Ich wünschte, wir hätten auch diese Wahl gehabt.
25:44Wenn morgen vor Gericht das klappt, was ich mir ausgedacht habe, dann ist bald alles vorbei.
25:51Ich soll dich ganz herzlich von Patricia grüßen. Sie hat sich in London verlobt.
25:54Ja. Dann haben ja alle ihr Glück gefunden. Bis auf dich.
26:00So schlecht fühle ich mich gar nicht. Ich habe meinen eigenen Weinberg in Neuseeland. Der erste Jahrgang war grauenhaft. Aber
26:07der zweite verkauft sich ganz anständig. Bis nach Deutschland.
26:10Es ist ja alles schön und gut. Aber du kannst auch nicht den Rest deines Lebens allein bleiben.
26:16Es ist nicht so leicht, eine Frau wie Julia zu vergessen. Und sich wieder neu zu verlieben.
26:23Ich wünsche dir, dass das bald passiert. Du hast etwas Besseres verdient, als einsamer Wolf durchs Leben zu ziehen.
26:31Ich bin gar nicht so einsam.
26:34Also du solltest statt Wein lieber Kinder großziehen. Ist jedenfalls meine Meinung.
26:39Wie habe ich deine guten Ratschläge vermisst, Eva? Aber jetzt erzähl mal, was ist mit dir und Herrn Adam?
26:45Weißt du, der ist der letzte Nagel zu meinem Sarg.
26:51Das glaube ich nicht. Ich habe dich 40 Jahre lang erlebt, wie du mit meinem Vater gestritten hast. Und ihr
26:57habt jede Sekunde davon genossen.
26:59Genauso wie mit Herrn Adam. Habe ich recht?
27:07Theo schläft jetzt tief und fest.
27:10Er war ja beim Abendessen kaum noch... Danke. Kaum noch wach zu halten.
27:14Das war auch ein anstrengender Tag für ihn. Hey!
27:17Ich frage mich nur, ob das an seinem Basketballtraining oder an dem Aufsatz lag.
27:22Also beim Basketball war er noch topfit. Hätte es ihn mal sehen sollen.
27:26Aber heute Mittag habe ich gedacht, dass er nie mit seinem Aufsatz fertig wird. Und ich fand, er muss von
27:30allein auf eine Idee kommen.
27:32Ich habe ihn aber auch gut motiviert. Ich habe gesagt, erst die Arbeit und dann das Vergnügen. Und fertig war
27:37der Aufsatz.
27:38Ja? Und wie ist er? Hast du ihn gelesen?
27:40Super. Wird bestimmt da eins.
27:43Du hast ihm jetzt aber nicht geholfen, oder?
27:45Nein.
27:50Übrigens, Theo will gerne in die Basketballmannschaft seiner Schule eintreten.
27:54Ich meine, er hat Spaß dran. Er hat Talent.
27:58Sport schadet ja nicht.
27:59Dachte ich auch. Deswegen habe ich ihn gleich angemeldet.
28:03Aber du fragst mich ja erst jetzt?
28:04Ja. Ich wusste, dass du Ja sagst.
28:10Ja.
28:14Ja?
28:30Maike, Sie sind noch da?
28:32Ja. Ich, ähm, gehe ja dann jetzt.
28:36Aber?
28:40Es könnte sein, dass Herr Hagendorf sich heute nochmal meldet und sich über mich beschwert.
28:45Wieso das?
28:46Ich weiß auch nicht, was in mich gefahren ist, aber ich habe ihm heute Nachmittag nochmal richtig die Meinung gesagt.
28:53Ja, dafür, dass er hier alles den Bach runtergehen lässt.
28:56Und was hat er gesagt?
28:58Nichts.
28:59Er ist einfach gegangen.
29:01Bitte entschuldigen Sie. Ich, ich, ich weiß, das war wirklich nicht professionell von mir.
29:06Was soll's, wir haben hier sowieso nichts mehr zu verlieren.
29:09Und wenn ich ehrlich bin, ich wünschte, ich hätte ihm auch noch richtig die Meinung gesagt.
29:14Wirklich?
29:16Ja, wir haben uns nichts vorzuwerfen. Unsere Arbeit war immer auf hohem Niveau.
29:20Sie können sich ruhigen Gewissen sagen, dass Sie alles versucht haben.
29:25Gehen Sie nach Hause zu Ihrem Freund. Es gibt hier nichts mehr zu tun.
29:29Und was machen Sie noch hier?
29:31Die Aufhebungsklauseln der Kundenverträge studieren.
29:35Gute Nacht, Maike. Schlafen Sie gut.
29:37Gute Nacht.
29:39Gute Nacht.
30:07Das habe ich am meisten vermisst.
30:08Am Morgen aufwachen und den Tag mit deinem wundervollen Frühstück beginnen.
30:12Das freut mich zu hören.
30:16Weißt du, was das Beste ist?
30:19Die Tür kann nicht plötzlich aufgehen, Annabelle reinkommt und uns die Laune verderben.
30:22Ah, das wird sie heute noch früh genug tun.
30:26Ich habe im Weinberg genug Zeit gehabt, um darüber nachzudenken, wie man Annabelle zu Fall bekommen kann.
30:32Als du damals fort bist, da hast du gesagt, dass du endlich wieder leben willst.
30:37Ohne an Annabelle zu denken.
30:39Das stimmt.
30:42Aber sie hat meinen Vater umgebracht und ich kann das nicht einfach vergessen.
30:48In dem Prozess geht es leider nicht um Werner, sondern um Helena Bernstein und Harald Becker.
30:55Ich weiß. Aber Hauptsache, sie kommt endlich ins Gefängnis. Und dafür werde ich sorgen.
31:02Morgen.
31:03Morgen.
31:03Guten Morgen.
31:04Frederic, wir müssen los.
31:05Jetzt schon?
31:07Ja, Richard von Wein und Nora sind schon unterwegs.
31:09Dann, auf in den Kampf.
31:13Viel Glück, Frederic.
31:15Wie, aber du kommst nicht mit?
31:17Der Richter hatte sie gestern etwas auf den Kieker. Sie musste den Saal verlassen.
31:20Tja, aber vollkommen ungerechtfertigt.
31:25Besser das Herz auf der Zunge, als den Mund nicht aufkriegen, wenn das Unrecht zum Himmel stinkt.
31:42Guten Morgen.
31:46Morgen.
31:47Morgen.
31:48So spät geworden gestern, hm?
31:50Es tut mir leid.
31:52Als ich gestern Abend nach Hause gekommen bin, da hast du schon geschlafen.
31:56Kein Problem.
31:57War es sehr anstrengend beim Arbeiten?
31:58Ja.
31:59Uns sind sehr viele Kunden abgesprungen.
32:01Wenn das so weitergeht, dann sind die Tage der Manufaktur gezählt.
32:04Ach, war ja.
32:06Naja.
32:07Wir haben getan, was wir tun konnten.
32:12Aber, wenn uns jetzt die Arbeit ausgeht, dann könnten wir doch am Wochenende endlich den Motorradausflug machen, den wir schon
32:17so lange geplant haben.
32:20Nein, können wir nicht.
32:21Wieso nicht?
32:22Weil meine Maschine gepfandet wurde.
32:24Was?
32:25Aber hey, keine Panik, es gibt schon eine Lösung.
32:28Tom kauft mir die Maschine ab und bezahlt damit meine Steuerschulden.
32:31Wie, dann gehört dir die Maschine gar nicht mehr?
32:33Und was ist mit dem Kurierdienst?
32:35Willst du jetzt auf Rollschuhen fahren?
32:37Nee, er borgt mir die Maschine tagsüber zum Arbeiten und er will sie nur am Wochenende haben.
32:42Das ist aber wirklich nett von ihm.
32:44Ja, ganz ehrlich, ich glaube, er will damit Konstanze beeindrucken.
32:49Ja, ich glaube ja, Konstanze mag ihn auch.
32:52Sie will das nur noch nicht wirklich zugeben.
32:54Hm, kommt mir irgendwie bekannt vor.
32:56Mir auch.
32:58Gut, dass wir aus dieser Phase unserer Beziehung raus sind.
33:01Und in welcher Phase sind wir jetzt?
33:05Jetzt sind wir in der Phase, in der wir am Wochenende keinen Motorradausflug machen,
33:10sondern zusammen an den See fahren und die Zeit genießen.
33:13Und die Sorgen zu Hause lassen.
33:16Wir schaffen das, Maike.
33:17Wir beide zusammen.
33:27Hiermit eröffne ich den zweiten Verhandlungstag im Prozess, das Volk gegen Annabelle Grafenberg und Nora von Weyden.
33:34Und ich bitte Frederik Grafenberg in den Zeugenstand.
33:40Frau Anwältin, beginnen Sie bitte mit der Befragung.
33:43Vielen Dank.
33:46Herr Grafenberg, Sie sagten, Sie kennen die Angeklagte Annabelle Grafenberg schon sehr lange?
33:51Seit sie meinen Bruder Philipp geheiratet hat vor mehr als 30 Jahren.
33:56Da Sie nicht zu den Punkten aussagen können, die wir hier heute verhandeln,
33:59interessiert mich, ob Sie es der Angeklagten grundsätzlich zutrauen,
34:04die Taten begangen zu haben, die ihr hier vorgeworfen werden.
34:08Ja.
34:09Annabelle hat einmal versucht, mich mit einem Auto zu überfahren.
34:12Aber das ist nichts im Gegensatz zu dem, was sie ihren eigenen Kindern angetan hat.
34:16An was denken Sie da?
34:18Sie hat versucht, Julia Schilling, die Verlobte ihres Sohnes Daniel, zu überfahren,
34:22weil sie mit der Verbindung nicht einverstanden war.
34:25Sie hat einen Mann engagiert, Jörg Schwarz, der das Leben ihres Sohnes bedroht hat.
34:30Damit sollte Julia dazu gebracht werden, die Beziehung zu Daniel aufzulösen.
34:33Einspruch, das sind Behauptungen.
34:35Lassen Sie den Zeugen ausreden.
34:37Als ihr das nicht gelang, hat sie die Ex-Freundin Daniels, Marie, zu Hilfe geholt
34:42und mit ihr eine Schwangerschaft fingiert.
34:44Dafür hat sie den Gynäkologen Dr. Lonnemann bestochen.
34:47Aber ist diese Lüge nicht sehr schnell aufgeflogen?
34:50Natürlich.
34:52Annabelle fürchtete, dass Marie ihr gefährlich werden könnte
34:54und versuchte, sie auch umzubringen.
34:56Sie hat sie niedergeschlagen, Marie fiel ins Koma.
35:00Annabelle hat keine Sekunde gezögert, diese Tat ihrem Sohn Daniel anzulassen,
35:05der daraufhin unschuldig ins Gefängnis kam.
35:10Wenn ich um Ruhe bitten dürfte...
35:13Sie glauben also, dass Annabelle Grafenberg in der Lage wäre,
35:17eines von ihren eigenen Kindern zu gefährden, um ihre Ziele zu erreichen?
35:22Ohne mit der Wimper zu zucken.
35:25Ich habe keine weiteren Fragen.
35:27Herr Anwalt.
35:28Nachdem wir diese ganzen Unterstellungen gehört haben,
35:31habe ich nur eine Frage.
35:33Gibt es für all das auch nur einen einzigen Beweis
35:36oder irgendwen, der diesen haarsträubenden Unsinn bezeugen kann?
35:43Natürlich.
35:45Ich habe hier altstaatliche Erklärungen
35:48von Julia Grafenberg,
35:52Marie Vermont
35:52und Dr. Lonnemann,
35:54die meine Aussagen bestätigen.
35:56Zusätzliche Erklärungen
35:57ihrer Kinder,
35:59Daniel und Patrician,
36:01die nur zu gerne ausgesagt haben.
36:11Guten Morgen.
36:12Morgen.
36:13Und?
36:14Hat Herr Hagendorf sich schon über mich beschwert?
36:17Nein, noch nicht.
36:18Wahrscheinlich ist er zu sehr damit beschäftigt,
36:20unseren Namen von seinem Porzellan zu kratzen.
36:22Ja.
36:23Oder er versucht,
36:24die ganze letzte Bestellung seiner Tochter
36:25auf dem Polterabend unterzuschieben.
36:27Es hat sich bereits herumgesprochen,
36:29dass Hagendorf seinen Vertrag aufgekündigt hat.
36:32Andere Kunden haben sich schon
36:33ein Beispiel an ihm genommen
36:34und wollen nun auch aussteigen.
36:36Wenn das so weitergeht,
36:36dann war es das.
36:39Kommen Sie, Maike.
36:40Wir haben Zeit,
36:40uns einen Kaffee zu gründen.
36:42Ich hatte schon mit dem Gedanken gespielt,
36:44mich beruflich neu zu orientieren.
36:47Das könnte nun schneller
36:48auf mich zukommen als gedacht.
36:50Schade.
36:50Ich habe hier wirklich sehr gerne gearbeitet.
36:53Vor allem mit Ihnen.
36:59Falkenthal-Porzellan ist top.
37:02Großunternehmer bekennt sich
37:03zu Traditionsunternehmen.
37:05Was?
37:06Die Hagendorf GmbH erklärt Ihnen,
37:08in einer Mitteilung
37:09zu dem Traditionszeichen Unternehmen zu stehen,
37:11obwohl die Besitzenden unter Anklage steht.
37:13Damit sollen hunderte qualifizierte Arbeitsplätze
37:15nicht verloren gehen.
37:18Wissen Sie, was das heißt, Maike?
37:20Sie haben Hagendorf überzeugt
37:22und damit die Manufaktur gerettet.
37:27Sie behaupten,
37:28meine Mandantin würde ihre Kinder
37:30skrupellos für ihre Zwecke benutzen?
37:32Das stimmt.
37:33Wie geht es dann zusammen,
37:35dass sie sich rührend um ihre Tochter Patricia
37:36gekümmert hat,
37:37als diese unter Alkoholsucht litt?
37:39Sie hat sie von dieser Sucht befreit.
37:43Ich gebe zu,
37:44dass damals Annabelle zum ersten Mal
37:46und wahrscheinlich zum einzigen Mal
37:47in ihrem Leben selbstlos gehandelt hat.
37:49Bevor Sie Falkenthal verließen,
37:51waren Sie Teilbesitzer der Manufaktur
37:53und haben diese als Geschäftsführer geleitet.
37:55Ist das richtig?
37:56Das ist korrekt.
37:58Doch unter Ihrer Leitung
37:59geriet die Manufaktur in eine Krise
38:01und Sie mussten sie verkaufen
38:03an Richard van Weiden.
38:04Einspruch?
38:05Das hat nichts mit dem Fall zu tun.
38:06Es geht hier um Glaubwürdigkeit,
38:08liebe Kollegin.
38:09Ist Ihr Zeuge glaubwürdig?
38:12Einspruch abgelehnt?
38:14Als Sie dann erfuhren,
38:16dass meine Mandantin
38:17Richard van Weiden geheiratet hat,
38:20haben Sie ihr da vorgeworfen,
38:21sie hätte das nur getan,
38:23um Ihnen die Manufaktur wegzunehmen?
38:24Und haben Sie sie dabei
38:26täglich angegriffen?
38:28Auch das ist korrekt.
38:30Außerdem ist es ein offenes Geheimnis,
38:32dass Sie glauben,
38:32meine Mandantin hätte
38:33Ihren Vater umgebracht,
38:34der,
38:35so steht es im Totenschein,
38:37an einem Herzinfarkt gestorben ist.
38:39Sie hat ihn umgebracht!
38:40Ich weiß es!
38:41Ich weiß es!
39:11Nicht so gut.
39:13Nicht so gut? Wieso?
39:16Na ja, mein Aufsatz war nicht so gut.
39:18Was? Aber Konrad hat doch gesagt, dass du einen ganz tollen Aufsatz geschrieben hast.
39:25Zeig mal her.
39:31Lies mal besser vor.
39:34Mein Traumberuf. Mein Traumberuf, Förster. Der Beruf des Försters, auch genannt Forstwirt. Ist sehr interessant.
39:41Um für diesen Beruf befähigt zu sein, braucht man ein forstwirtschaftliches Fachhochschulstudium.
39:49Jetzt gib mal. Also, oder, ja, halt mal hoch.
39:57Konrad?
39:59Ja?
40:03Interessiert dich, was Theos Lehrerin zu seinem Aufsatz sagt?
40:07Aber hallo, interessiert mich das.
40:09Förster ist ein toller Beruf. Aber ich wollte hier Theos Meinung darüber lesen, nicht die seines Vaters, der ja offensichtlich
40:16schon Förster ist.
40:22Tja, wenn Sie nichts mehr zu sagen haben, dann ist die Befragung hiermit beendet.
40:28Ich möchte noch etwas sagen.
40:31Ja, es stimmt.
40:33Ich hasse diese Frau aus tiefstem Herzen für Taten, die ich nicht beweisen kann.
40:37Aber darum geht es heute nicht.
40:41Hier geht es darum, über eine Frau zu befinden, die alles und jeden aus dem Weg räumt, um ihre Ziele
40:45zu erreichen.
40:47Die nicht einmal vor ihren eigenen Kindern Halt macht.
40:51Dieser Frau sind ihre eigenen Kinder egal.
40:53Das ist nicht wahr.
40:54Frau Grafenberg.
40:55Lassen Sie mich. Ich habe lange genug geschwiegen.
40:59Und die haltlosen Vorwürfe meines Schwagers über mich ergehen lassen.
41:02Ich liebe meine Kinder.
41:04Alles, was ich getan habe, habe ich für das Wohl meiner Kinder getan.
41:08Das nennst du Mutterliebe?
41:10Was weißt du denn schon von Mutterliebe?
41:12Und du?
41:13Du hast mich in den Wagen steigen lassen, mit dem Helena umgekommen ist.
41:16Du hast meinen Tod in Kauf genommen.
41:18Ich habe dich doch noch angerufen. Ich wollte dich warnen.
41:28Du musstest schon immer das letzte Wort haben.
41:38Als erstes widerrufen wir morgen ihr Geständnis.
41:40Dann darf es nicht vor Gericht verwendet werden.
41:42Ich werde mich ab jetzt besser im Griff haben.
41:44Sie wird den Mord ganz alleine dir in die Schuhe schicken.
41:47Wieso soll man ihr mehr glauben als mir?
41:49Du kannst nicht verhindern, dass sich die Schlinge um deinen Hals zuzieht.
41:53Aber ich möchte vorher vor Gericht aussagen, dass ich Hagen niedergeschlagen habe.
41:58Nora, wenn du mir damit etwas beweisen willst, dann lass es bitte.
42:01Aber ich will doch zu meinen Taten stehen.
42:02Und dein Kind?
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