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Kurzfilme
Transkript
00:00Nina, bitte du musst aufhören, dir Vorwürfe zu machen.
00:06Was denn sonst?
00:08Ich habe keinen richtigen Job, nicht genug Geld, keine eigene Wohnung.
00:13Richard hat mich wegen Kindeseinführung in den Knast gebracht.
00:16Glaubt ihr, ich habe noch eine Chance?
00:18Das Gericht entscheidet doch für das Wohl des Kindes und nicht nach der Dicke des Portemonnaies.
00:22Das glaube ich eben nicht mehr, Tobias.
00:24Und ganz ehrlich, wenn ich könnte, dann würde ich jetzt Paula nehmen und verschwinden.
00:38Hallo, Mama.
00:40Hallo.
00:48Wenn du möchtest, können wir jetzt wieder weggehen.
01:04Hey, what you looking for?
01:09No one has the answer.
01:12They just want more.
01:16Hey, who's gonna make it right?
01:24This could be the first day of my life.
01:33Wie bist du denn überhaupt hierher gekommen, mein Schatz?
01:36Ich habe mich nach dem Aufstehen einfach aus dem Haus geschlichen.
01:40Ich habe die ganze Nacht von dir geträumt.
01:45Das heißt, der Opa weiß gar nicht, dass du hier bist?
01:47Nein.
01:49Aber macht es auch gar nichts aus, wieder wegzugehen.
01:52Diesmal wird Opa uns bestimmt nicht finden.
01:58Sag mal, Paula, dann hast du ja noch gar nicht gefrühstückt, hm?
02:01Nein.
02:02Also ich schätze, vom Ausbüchsen kriegt man ganz schön Hunger an.
02:05Wie wäre es denn mit dem Kakao?
02:07Super, Onkel Tobias.
02:09Na, dann komm mal mit.
02:17Nina, du musst mir versprechen, jetzt vernünftig zu bleiben.
02:21Vernünftig?
02:22Ist das denn vernünftig hier?
02:24Ich hier Paula mal richtig an.
02:26Nina.
02:28Ich weiß, das ist eine ganz furchtbare Situation.
02:30Aber Richard wird euch überall finden.
02:33Willst du denn, dass dich Paula im Gefängnis besuchen muss?
02:36Ich weiß nie, was ich hier machen sollte.
02:38Ich weiß nicht, dass er hier steht.
03:08Bist du Mann oder Maus?
03:14Hallo, Patrizia.
03:17Du räumst das Feld? Einfach so?
03:21Nicht einfach so.
03:25Ich sehe einfach keinen anderen Weg mehr.
03:28Die Manufaktur ist das Einzige, was uns noch geblieben ist.
03:31Wir können sie nicht einfach Mutter überlassen.
03:34Wir haben sie ihr schon überlassen.
03:37Sie und Richard von Weiden haben die Ehrheit.
03:39Wir müssen sie uns zurückholen.
03:46Nico hat recht.
03:49Wir müssen genauso kalt und intrigant sein wie Mutter.
03:52Wir schlagen sie mit ihren eigenen Waffen.
04:02Habt ihr sie gefunden?
04:05Das hätte mich auch gewundert.
04:07Die Kindesentführung entwickelt sich so langsam zu ihrem Hobby.
04:10Ich hätte sie für klüger gehalten.
04:13Sie weiß doch, was jetzt passiert.
04:14Ich habe das Gefühl, dass Nina sehr gut im Verdrängen von Problemen ist.
04:18Sie wird die Konsequenzen tragen müssen.
04:21Das hätte ich Paula gerne erspart.
04:23Ich weiß.
04:25Wahrscheinlich hat sie sich heute Morgen ins Haus geschlichen
04:26und die Kleine einfach mitgenommen.
04:28Ja.
04:29Ihre Interpretation vom Besuchsrecht.
04:33Ich finde, du solltest jetzt die Polizei rufen.
04:35Ich regle das selbst.
04:37Wir fahren in zehn Minuten.
04:38Wohin?
04:39Zu den Bäckers.
04:41Die wissen bestimmt, wo Nina und Paula sind.
04:44Du willst Annabelle mit ihren eigenen Waffen schlagen?
04:47Wie stellst du dir das vor?
04:49Wir müssen ihr Vertrauen zurückgewinnen.
04:52Annabelles Vertrauen?
04:53Da wünsche ich dir viel Glück.
04:56All unsere Versuche, sie von außen zu überführen, sind gescheitert.
05:00Die CD, die ihre Unterschlagungen dokumentiert,
05:03sie liegt irgendwo bei Richard.
05:04Und kein Mensch weiß, ob jemals was damit passiert.
05:07Annabelle wird schon dafür sorgen, dass nichts damit passiert.
05:09Eben.
05:11Und deswegen müssen wir andere Wege gehen, ihr dem Betrug nachzuweisen.
05:18Du willst also über ihr Vertrauen an Informationen rankommen?
05:23Nur so können wir herausfinden, wo die Gelder abgeblieben sind,
05:26die auf irgendwelchen Konten von Scheinfirmen gelandet sind.
05:28Und erst dann können wir Richard von Weiden davon überzeugen,
05:32dass er eine skrupellose Lügnerin und Betrügerin geheiratet hat.
05:37Und wie wirst du sie in den Haken bekommen, um ihr Vertrauen zu gewinnen?
05:42Wir entschuldigen uns bei ihr.
05:46Wir schlagen uns auf ihre Seite.
06:14Sonst geht's dir gut, ha?
06:16Was ist mit dir los?
06:17Ist dir eine Laus über die Leber gelaufen?
06:19Du weißt ganz genau, was los ist.
06:21Nein, ich habe keine Ahnung.
06:23Was sollte dieser blöde Spruch von Wegen Keuer sei nur zweite Wahl, ha?
06:27Doch daher weht der Wind.
06:30Wie kommst du darauf, sowas zu behaupten?
06:33Weil ich im Gegensatz zu dir, Lilin, ich blind durch die Gegend laufe.
06:37Du bist Beziehungsexpertin, ha?
06:39Nein, das vielleicht nicht.
06:41Aber ich habe Augen im Kopf und mein Gedächtnis ist auch noch halbwegs intakt.
06:45Was willst du denn damit sagen?
06:49Als du mit Tim zusammen warst, war Kolja Luft für dich.
06:53Tim, war deine große Liebe, Kolja, hast du nicht mal angesehen.
06:56Ja, aber das war damals.
06:58Aber heute ist heute.
07:00Und ich bin mit Kolja zusammen, weil ich ihn liebe.
07:02Und das mit Tim ist vorbei.
07:05Ja, dann ist doch alles okay.
07:06Ja, es ist auch alles okay, verdammt.
07:08Ja, okay, und warum regst du dich dann so auf?
07:10Hä?
07:12Vielleicht, weil ich die Wahrheit sage.
07:16Halt die Wahrheit in Zukunft für dich.
07:27Du glaubst, Annabelle schluckt das?
07:29Warum nicht?
07:31Sie wird doch misstrauisch, wenn ihr plötzlich auf Kuschelkuss machen.
07:34Sie ist ja nicht blöd.
07:35Blöd nicht, aber rachsüchtig und eitel.
07:39Sie wird es genießen, wenn wir vor ihr zu Kreuze kriechen.
07:43Wir müssen ihr erst mal nur das Gefühl geben, gewonnen zu haben.
07:48Was?
07:49Es klingt so, als hättest du bereits einen Masterplan ausgearbeitet.
07:52Du erinnerst mich gerade wirklich an deine Mutter.
07:54Danke, aber das ist nicht witzig.
07:56Entschuldige.
07:58Ich finde es einfach unglaublich, was Mutter hier abzieht.
08:00Und ich will nicht, dass sie damit durchkommt.
08:02Diesmal nicht.
08:05Und du doch auch nicht, oder?
08:09Ich kann mich einfach nicht nochmal vor Annabelle entschuldigen.
08:12Meine Fähigkeit, mich vor ihr zu demütigen und sei es nur zum Schein, ist einfach erschöpft.
08:18Großvater hätte auch gewollt, dass wir nicht kampflos aufgeben.
08:23Ich habe alles getan, um ihr das Handwerk zu legen.
08:27Ich habe es nicht geschafft.
08:31Annabelle hat gewonnen.
08:35Dieses Gefühl müssen wir ihr nicht auch noch geben.
08:44Du bist also nicht dabei.
08:49Es tut mir leid.
08:59Paula.
09:00Hallo, Frau.
09:05Schön, dass du wieder da bist.
09:13Du holst jetzt deine Schultasche, ja?
09:15Wie wir es besprochen haben.
09:18Und Opa bringt dich dann in die Schule, okay?
09:21Du brauchst heute nicht in die Schule zu gehen.
09:23Geh schon mal in mein Zimmer.
09:24Ich komme gleich nach.
09:26Tschüss, Mama.
09:27Tschüss, Matthias.
09:30Und denk dran, was ich dir gesagt habe.
09:33Ich liebe dich.
09:35Und wir sind ganz, ganz bald wieder zusammen.
09:42Tschüss.
09:46Bis gleich.
09:58Ich sehe, bist du doch noch zu vernünftig gekommen.
10:02Alles andere hätte auch fatale Folgen für dich gehabt.
10:21Na, wen haben wir denn da?
10:23Wenn das nicht der Fluchthelfer ist?
10:25Der Anwalt.
10:26Was für eine Freude.
10:28Wie geht's dir im Auge?
10:30Ich denke, Sie wollten längst weg sein aus Falkenthal.
10:33Ich hab's mir anders überlegt.
10:34Ist ja ganz nett hier.
10:36Außerdem hat man mir ja gerade einen Job angeboten.
10:38Als Küchenhilfe.
10:40Geschäftsführer.
10:41Vom Land Sino.
10:43Mhm.
10:44Tja, so wie's ausschaut, bekommt der Laden hier bald neuen Schwung.
10:46Und hoffentlich auch bessere Gäste.
10:48Darf man fragen, was Sie dazu befähigt?
10:50Der kleine Flirt mit der Auslärtskönnerin?
10:51Abschluss in BWL und die Leitung einer eigenen Firma, wenn Sie's wissen wollen.
10:55Dann hat sich Nina ja einen richtig erfolgreichen Mann geangelt, hm?
10:59Nina ist nur eine gute Freundin, mehr nicht.
11:02Aber das ist für Sie wahrscheinlich schwer zu begreifen.
11:05Wissen Sie, Herr Peterson, was ich an Ihnen ganz besonders schätze?
11:07Mhm.
11:08Gar nichts.
11:09Tja, nicht aus jeder Begegnung kann eine Freundschaft fürs Leben werden.
11:13Guten Tag.
11:23Also gut, dann will ich dir mal glauben, dass du auffällig überrascht warst,
11:27dass Paula heute Morgen vor deiner Tür stand.
11:28Jetzt tu doch nicht so, als würde dich das überraschen, Richard.
11:31Wir wissen doch beide, dass sie nicht zum ersten Mal weggelaufen ist.
11:35Wahrscheinlich, weil du sie dazu ermuntert hast.
11:38Das hab ich nicht.
11:39Es war Paulas Idee.
11:42Und ich find es auch nicht besonders witzig, dass meine Tochter unbeaufsichtigt durch die Gegend läuft.
11:47Und fürs Protokoll.
11:49Ich habe sie zurückgebracht.
11:52Ja gut, wie dem auch sei, Paula geht jedenfalls heute nicht zur Schule.
11:56Sie bleibt zu Hause.
11:57Die Schule macht Paula Spaß, Richard.
11:59Sie geht gerne dorthin.
12:00Sie hat dort Freunde.
12:01Das musst du mir nicht erzählen.
12:05Und abgesehen davon, ich bin mir nicht sicher, ob diese Kleinstadtschule das Richtige für meine Enkeltochter ist.
12:12Diese Schule ist genau das Richtige für Paula.
12:15Normale Kinder mit normalen Eltern.
12:19Keine Leute, die sich für was Besseres halten.
12:21Ja, ja.
12:23Du hast schon eine, Viktoria.
12:25Du brauchst nicht noch eine.
12:30Nina, dieses Hin und Her muss ein Ende haben.
12:33Paula muss wissen, wo sie hingehört.
12:35Ich habe ihr gesagt, dass sie vorerst bei dir wohnt.
12:40Vorerst?
12:43Wenn ich ihr sagen würde, für immer, dann würde sie morgen gleich wieder weglaufen.
12:52Du hast damals den Prozess verloren.
12:55Und das Gericht hat eine klare Entscheidung gefällt, als du damals aus Südamerika wieder zurückkamst.
13:01Ich habe das Sorge recht.
13:05Ich weiß, was entschieden wurde, Richard.
13:08Aber eines kann kein Gericht der Welt verbieten.
13:13Paulas Sehnsucht nach mir.
13:33Guten Morgen.
13:35Entschuldige, dass ich einfach so reinplatze.
13:36Ben.
13:37Hallo.
13:39Wie steht's?
13:39Sehr gut.
13:40Was unter den Umständen eigentlich recht erstaunlich ist.
13:43Allerdings.
13:44Also, wenn ich meine Werbeagentur von heute auf morgen verlieren würde,
13:46weil ein paar Versicherungsprämien nicht gezahlt wurden.
13:49Ich glaube, ich wäre etwas deprimiert, Herr.
13:51Einen Kaffee?
13:52Gerne, ja.
13:52Sehr.
13:56Also, zum Glück hatte ich ja nie eine eigene Firma.
13:59Sonst...
14:00Naja, weißt du, bleibt da mir nichts anderes übrig.
14:03Soll ich dem Geld ewig nachholen?
14:06Hast du eigentlich schon mal drüber nachgedacht?
14:08Über einen Neustart in Falkenthal?
14:11Also, für Julia wäre es eine tolle Überraschung, wenn sie aus den Flitterwochen zurückkommt.
14:15Ich bin mittendrin.
14:18Ich bin in Flitterwochen.
14:20Im Neustart.
14:21Ich habe einen Job.
14:23Wo?
14:24Im Lanzino.
14:26Als Tellerwäscher.
14:27Nein.
14:28Ich bin der neue Geschäftsführer.
14:31Ja, gratuliere.
14:33Hm?
14:34Aber ich meine, du bist doch eigentlich in der Werbung.
14:35Jetzt Gastronomie.
14:36Passt das zusammen?
14:37Solange ich kochen muss?
14:39Ich meine, ich habe mich...
14:41Ich muss mich nur ums Geld kümmern.
14:42Das habe ich fünf Jahre lang studiert.
14:44Also, das heißt, du bist jetzt Ninas neue Chef?
14:49Ja, sieht ganz so aus.
14:51Sie hat mir übrigens den Tipp gegeben, mich dort zu bewerben.
14:53Naja, gleiche Gefängniszelle, gleiche Arbeitsstelle.
14:58Also, ich bin gespannt, was als nächstes kommt.
15:01Keine Ahnung, was Miss Chaos vorhat, aber ich werde mir erst mal eine neue Wohnung suchen.
15:05Also, bei deinem Tempo hast du heute Abend bestimmt schon eine gefunden.
15:07Und zieh's gleich ein.
15:20Das habe ich bloß getan.
15:21Ich habe Paula wieder zurückgebracht.
15:23Dabei würde ich sie am liebsten mitnehmen und mit ihr bis ans Ende der Welt gehen, wenn's
15:26sein muss.
15:27Aber ich kenne Richard.
15:29Er hätte keine Rücksicht mehr genommen.
15:31Er hätte dafür gesorgt, dass ich sie nie mal wieder sehe, dieser...
15:34...arrogante, kaltherzige Mistkerl.
15:42Paula.
15:45Ich will dich nicht verlieren.
15:52Okay, Nina Bergmann.
15:53Reiß dich zusammen.
15:55Ja, man hilft Paula jetzt auch nicht.
15:58Ich muss Geduld haben.
16:00Ich darf Paula und Richard meine Wut und meine Trauer nicht spüren lassen.
16:05Ich muss jetzt ganz kleine Schritte gehen.
16:09Einen Job habe ich.
16:10Und als nächstes brauche ich eine eigene Wohnung.
16:13Mit einem Zimmer für Paula.
16:25Hallo, Eva.
16:27Ach, hallo, Frederik.
16:29Ziehen Sie ein anderes Büro?
16:32Oder werfen Sie hin?
16:33Nein, da sind ein paar Sachen drin, die ich hier nicht mehr brauche.
16:35Die nehme ich mit ins Hotel.
16:37Aha.
16:38Dann wollen Sie also die Manufaktur über kurz oder lang verlassen?
16:43Nein.
16:44Ja.
16:46Ja.
16:47Das, was mir gestern mit Annabelle passiert ist, dass ich derartig die Kontrolle verloren habe,
16:52das möchte ich nie nochmal erleben.
16:55Ich glaube, es ist das Beste, wenn Annabelle und ich uns aus dem Weg gehen.
17:00Und es interessiert Sie auch nicht mehr, was mit der Manufaktur passiert?
17:07Nein.
17:09Annabelle lässt die Frau Marei schließen.
17:12Sie tut was?
17:13Die Frau Marei schließen.
17:15Den ganzen Morgen heulen sich die Leute schon bei mir aus.
17:19Macht sie es doch.
17:20Sie setzt die Leute auf die Straße.
17:28Hey, Lili.
17:32Na?
17:34Lili.
17:35Hi.
17:36Hm?
17:36Wo ist es denn los?
17:39Ich hatte Angst, dass du irgendwie böse bist oder schlecht drauf.
17:42Warum denn?
17:43Na ja, wegen der Geschichte mit Tim und was Charlie draus gemacht hat.
17:47Ach, deswegen.
17:48Vergiss es.
17:49Das ist nämlich absoluter Quatsch.
17:51Du bist nicht meine zweite Wahl.
17:53Ich glaube mir, so fühle ich mich auch nicht.
17:56Dazu hättest du auch keinen Grund.
18:00Mann, ich verstehe nicht, warum sie so einen Blödsinn erzählt.
18:04Na ja, sie...
18:05Sie kommt einfach nicht damit klar, dass ich jetzt mit dir zusammen bin und nicht mehr mit ihr.
18:09Darüber könnte sie langsam hinweg sein, oder?
18:11Führt sie auch.
18:12Irgendwann.
18:14Vielleicht ja noch in diesem Leben.
18:36Der Vorbesitzer ist verstorben.
18:40An einem Schlangenbiss in Südafrika klingt ja dramatisch.
18:44Und das Lanzino wird jetzt von der Bank verwaltet?
18:47Okay.
18:49Ja, ich melde mich wieder.
18:51Gut, danke.
18:52Hallo, Richard.
18:54Lanzino.
18:55Dieses hervorragende italienische Restaurant hier?
18:57Genau das.
18:58Seit wann interessierst du dich für Gastronomie?
19:00Amorade?
19:01Gerne.
19:02Ich bin immer auf der Suche nach guten Investitionsmöglichkeiten.
19:05Berufsgang halt, glaube ich.
19:06Aber du hast mich noch nicht rausgebeten, um mit mir über italienische Pasta zu reden.
19:10Nein, ich brauche einen juristischen Rat von dir.
19:14Auch wenn ich vielleicht bald dein Schwiegersohn bin, bleibe ich immer noch dein Anwalt.
19:18Ja, Wirtschaftsanwalt.
19:19Ich brauche eigentlich einen Rat in Familienrecht.
19:22Ist lange her, dass ich das an der Uni hatte, aber schauen wir mal.
19:25Ich habe gehört, deine Anklage gegen Nina ist fallen gelassen worden.
19:28Ja.
19:30Und jetzt willst du es nochmal versuchen?
19:31Nein, nein.
19:32Bist du ganz sicher?
19:33Das wäre nicht gut für Paula.
19:35Sie würde das nie verstehen.
19:37Und du wirst wissen, was für sie das Beste ist.
19:40Genau darum geht es.
19:42Vielleicht sollte ich Nina ein eingeschränktes Besuchsrecht einräumen.
19:46Ganz offiziell.
19:48Ach ja, das hast du schon mal versucht.
19:49Und du weißt, was passiert ist.
19:51Nina hat sich mit der Kleinen abgesetzt.
19:55Also wenn du meinen Rat willst, überleg dir das sehr, sehr gut.
20:03Ja.
20:07Ja, Herr Lehmann.
20:08Ich weiß, Sie arbeiten bereits seit 30 Jahren für uns.
20:12Ich konnte Frau van Beiden bis jetzt nicht erreichen.
20:16Nein, ich kümmere mich drum.
20:17Keine Sorge.
20:18Ich melde mich bei Ihnen.
20:19Ja, versprochen.
20:23Ah, ich wollte gerade zu dir.
20:26Ich will, dass das unverzüglich aufhört.
20:29Was?
20:30Deine Einmischung in meine Entscheidung.
20:32Was heißt hier Einmischung?
20:34Du kannst doch nicht einfach die Formerei dicht machen.
20:36Doch, das kann ich.
20:37Dich geht das nichts an.
20:38Du bist nicht mehr in der Geschäftsleitung.
20:42Kümmere dich gefälligst um deinen neuen Aufgabenbereich.
20:45Akquise, wenn ich mich nicht irre.
20:46Weißt du, was so eine Schließung für Falkenthal bedeutet?
20:49Die Manufaktur muss fit gemacht werden für die Herausforderung dieses Jahrtausends.
20:54Du hast dich ja immer davor gedrückt.
20:55Jetzt muss ich es machen.
20:56Du treibst die Leute in die Arbeitslosigkeit.
20:58Mein Gott, wir sind nicht das Sozialamt.
21:01Du trittst das Erbe meines Pfadens mit Füßen.
21:04Dein Vater ist tot.
21:10Jetzt suchst du mir eine Schere oder einen Brieföffner.
21:41Daddy, was ist los?
21:45Nichts, schon gut.
21:46Na komm schon, mir kannst du nichts vormachen.
21:49Die erste kleine Krise mit Annabelle?
21:52Hm, hm.
21:54Ich war gerade bei Paula.
21:56Sie sitzt in ihrem Zimmer, sagt kein Wort und will nicht mit mir reden.
21:59Ah, das wird schon wieder.
22:00Kinder sind halt so, besonders meine Nichte.
22:03Entschuldige, ich wollte dich nur ein bisschen aufheitern.
22:06Sicher hat Nina die Kleine dazu angestachelt, wegzulaufen und sie gegen dich aufgehetzt.
22:09Nein, sie ist von sich aus weggelaufen.
22:14Daddy, du bekommst schon wieder diesen nachsichtigen Tonfall.
22:20Diese Situation ist einfach unglaublich belastend.
22:25vor allen Dingen für Paula.
22:27Ich will, dass endlich wieder Ruhe und Regelmäßigkeit einkehrt.
22:32Ich mag es nicht, wenn du unglücklich bist.
22:34Du warst in letzter Zeit so oft unglücklich.
22:37Jedes Mal hat es mit Nina und Paula zu tun.
22:41Ich will keinen depressiven Daddy an meiner Seite haben.
22:44Mach dich wegen Nina und Paula nicht kaputt.
22:47Das habe ich nicht vor.
22:50Überleg, ob es das alles wert ist.
22:52Ob es wirklich so wichtig ist, dass Paula hier bei uns lebt.
22:57Paula wird immer bei uns leben.
22:59Sie ist meine Enkelin.
23:00Sie ist das Kind deines Bruders, vergiss das nicht.
23:03Wie könnte ich?
23:05Ich suche nur nach Lösungen.
23:08Die Lösung ist ganz einfach.
23:11Nina und ich müssen einen Weg finden, uns wieder zu vertragen.
23:14Im Interesse des Kindes.
23:16Denkst du an ein Besuchsrecht für Nina?
23:19Ja, vielleicht.
23:21Du glaubst doch nicht im Ernst, dass das die Lage entspannt.
23:24Warum nicht?
23:25Nina wird immer der Meinung sein, dass du ihr das Sorgerecht gestohlen hast.
23:28Sie wird nie aufhören, um Paula zu kämpfen.
23:30Vergiss das Besuchsrecht.
23:37Sag mal, wie hast du jetzt Paula überhaupt erklärt, dass sie bei ihrem Großvater wohnen soll?
23:42Ja, ich habe ihr gesagt, dass Richard sie auch gerne sehen will und dass ich jeden Abend im Lanzino arbeiten
23:47muss und dass es erst mal ganz praktisch ist, wenn sie bei ihrem Opa wohnt.
23:53Ich finde deine Paula ist ein ganz erstaunliches Kind.
23:56Und sehr entschlossen, wie mir scheint.
23:59Wie ich?
23:59Ja.
24:01Sie wollten mich heute Morgen einfach sehen.
24:04Sie hat sich Sorgen um mich gemacht.
24:08Sie hat mir gerade einen Kölner, der war so fünf, sechs Jahre alt und ich lag mit Fieber im Bett.
24:13Da hat er sich solche Sorgen gemacht und Carmen hat mir Wadenwickel gemacht.
24:17Es war vielleicht eine Panscherei, aber es war so süß.
24:22Ich habe Paula versprochen, dass ich uns beiden eine Wohnung suche und für sie ein Zimmer einrichte und dass sie
24:29dann wieder zu mir kommt.
24:31Mensch, das ist doch eine gute Idee.
24:33Lass uns mal gleich anfangen.
24:35Irgendwo habe ich die Zeitung gesehen von heute.
24:37Hi.
24:38Danke.
24:41Komm.
24:42Vielleicht finden wir ja irgendwo was.
24:45Oh, nein.
24:46Wie, Paula?
24:49Ach, Souteron, nee, das ist ja viel zu dunkel, oder?
24:53Ist zu groß.
24:54Hier?
24:56Ich lese mal vor.
24:59100 Quadratmeter, drei Zimmer, Einbauküche, zweiter Stock, 700 warm.
25:03Tja, ich finde, es klingt gut.
25:05100 Quadratmeter, drei Zimmer, Einbauküche, zweiter Stock, 700 warm.
25:10Ich finde, das klingt nicht schlecht.
25:12Du suchst eine Wohnung?
25:14Ja, ist das verboten?
25:15Nee, aber ich dachte, du hast andere Pläne und willst einen Abflug machen.
25:18Daraus wird nichts mehr.
25:20Und wieso nicht?
25:21Die Versicherung zahlt nicht.
25:24Welche Versicherung?
25:25Mein Kompagnon und ich, wir hatten eine Werbeagentur und die ist abgebrannt.
25:29Ach so, ja, davon hattest du erzählt und du wolltest dann mit dem Geld was Neues aufbauen?
25:32Genau, und gestern habe ich erfahren, dass die Versicherung nicht mehr zahlt,
25:35weil mein Partner die letzten drei Raten nicht überwiesen hat.
25:38Oh, nee.
25:40Toller Partner.
25:41Du sagst es.
25:42Und jetzt wirst du dich in Falkenthal niederlassen?
25:44Ja.
25:47Und wovon willst du leben?
25:52Jetzt sag schon.
25:53Gleiche Branche wie du.
25:56Jan, hast du ihn einfach hinter meinem Rücken eingestellt?
25:59Was?
26:01Ach, nichts.
26:02Er war den Doktor.
26:03Nein, vergiss es.
26:04Kümmer dich mal wieder um den Laptop.
26:07Jan hat die Freuden der digitalen Welt entdeckt, ja?
26:10Und wenn er nicht gerade das Hochzeitsvideo von Julia und Daniel schneidet,
26:12dann ist er in Chatrooms.
26:13Und wenn er nicht in Chatrooms ist, dann schneidet er das Hochzeitsvideo.
26:17Kannst du?
26:18Was kriegst du für den Kaffee?
26:19Ähm, 10 Euro.
26:21Ja.
26:22Wenn du mir nicht sofort sagst, womit du in Zukunft dein Geld verdienst.
26:27Das Land Sino, als Geschäftsführer.
26:30Was?
26:30Ja.
26:31Ehrlich?
26:32Ich unterschreibe gleich den Arbeitsvertrag.
26:35Aber Kundenklau gilt nicht, das weißt du hoffentlich.
26:37Wir kommen uns nicht in die Quere.
26:38Wir haben dann doch eher ein anderes Zielpublikum.
26:42Bis bald, Kollegen.
26:44Bis bald, Kollegen.
26:46Wenn du mal einen Tipp brauchst von Geschäftsführer zu Geschäftsführer,
26:48komm ruhig vorbei.
26:49Ich mach das schon eine ganze Weile.
26:50Ach und übrigens, die Wohnung, die ist hier im Haus.
26:52Kannst du dir gleich mal angucken, ich kenne den Vermieter.
26:53Ich denke, er kriegt nichts mehr mit.
26:55Ja, die wichtigen Sachen schon.
26:56Und die ist er für mir.
26:58Richtig gut.
27:12Ich hasse es, wenn Daddy einen auf glückliche Familie macht.
27:14Weiß gar nicht, warum du dich so aufregst.
27:16Weil er mir diese Kleine auf den Geist geht.
27:18Alles, was dir auf den Geist geht, Liebes, ist, dass du gerade nicht im Mittelpunkt stehst.
27:22Du hast recht.
27:23Ich mag es, wenn sich alles um mich dreht.
27:28Und genau das
27:31macht dich so überaus reizvoll.
27:34Du hättest meinem Vater ruhig ein paar falsche Ratschläge geben können.
27:38Falsche Ratschläge?
27:40Dass Nina Paula immer wieder entführt,
27:41dass sie unbelehrbar ist,
27:42dass es besser ist, Paula wegzuschicken.
27:43Sowas in der Art.
27:44Und wozu das?
27:45Damit mein Vater Angst um Paula bekommt
27:46und sie irgendwo am Ende der Welt in irgendeinem Internat parkt.
27:50Vicky, du hast einen Knall.
27:52Na und? Seit wann stört dich das?
27:57Ja, wahrscheinlich hast du recht.
28:00Auf jeden Fall sollte ich einen Weg finden, die Kleine loszuwerden.
28:03Bist du die Erste, die es erfährt.
28:12Entschuldige mich, ich möchte da hinten jemanden begrüßen.
28:15Ja, ja, ich kenne das Haus.
28:17In einer halben Stunde.
28:19Alles klar. Bis dann.
28:22Falkenthal lässt sie wohl gar nicht mehr los.
28:24Sie aber auch nicht, hm?
28:25Mich halten Geschäfte hier.
28:26Aber was fesselt sie so an Falkenthal?
28:28Momentan ein Job.
28:30Darf ich fragen, wo?
28:31Hier im Land Sino. Ich bin der neue Geschäftsführer.
28:34Das ist ein Grund zum Feiern.
28:36Ich glaube, ihr Verlobter findet diese Idee nicht so gut.
28:39Bis bald.
28:40Bis ganz bald.
28:52Guten Appetit.
28:54Dir auch?
29:02Richard!
29:03Ist was mit Paula?
29:04Nein, nein, nein, alles in Ordnung.
29:07Deswegen bin ich nicht hier.
29:09Deswegen dann?
29:11Ich habe vorhin mit dem Vormundscharfsgericht gesprochen.
29:15Und?
29:17Ist das Urteil rechtskräftig?
29:20Rein juristisch ist das so.
29:24Bist du jetzt zufrieden?
29:26Ich möchte nicht, dass Paula den Kontakt völlig zu dir verliert.
29:32Ich denke, das ist auch in deinem Interesse.
29:38Es wäre sicher schön für Paula, wenn wir ab und zu telefonieren könnten.
29:44Dass sie weiß, dass ich da bin und dass es mir gut geht.
29:49Vielleicht könnt ihr euch sogar sehen.
29:51Zweimal die Woche, eine Stunde.
29:55Das wäre sehr schön.
29:57Und natürlich unter Aufsicht.
30:00In meinem Weisand.
30:03Sicher.
30:06Mein letztes Angebot an dich.
30:09Verspielte es nicht.
30:14Ich melde mich in den nächsten Tagen bei dir.
30:28Du kennst ihn also doch ganz gut.
30:30Ach, was heißt ganz gut?
30:31Ich kenne ihn eben.
30:32Außerdem wollte ich höflich sein.
30:33Mich hat interessiert, was er noch hier in Falkenthal macht.
30:36Das kann ich dir sagen.
30:38Inzwischen weiß ich es auch.
30:39Das ist aber nicht der einzige Grund, warum er noch hier ist.
30:42So, und welchen gibt es noch?
30:45Nina Bergmann.
30:48Es war kein Zufall und auch keine Nächstenliebe, dass er hier bei der Flucht mit Paula geholfen hat.
30:52Ich könnte mir gut vorstellen, dass zwischen den beiden was läuft.
30:55Wie wunderbar.
30:56Und jetzt arbeiten sie auch noch zusammen.
30:57Ich hoffe, es läuft gut.
30:59Das hoffe ich auch.
31:00Die Jobs in der Gastronomie sind mir heutzutage nicht mehr so sicher.
31:20Und, was sagst du?
31:22Schöne Wohnung.
31:24Und ganz gut aufgeteilt.
31:26Ja.
31:27Und auch ideal für Paula.
31:29Und der Preis ist auch in Ordnung.
31:32Voilà.
31:32Für mich ist es schon eine Menge.
31:34Ich habe nur einen Job als Kellnerin.
31:37Und wer weiß, wie lange ich den noch habe.
31:40Ach du, ich glaube, da könnte ich dich beruhigen.
31:42Du hast nämlich einen neuen Boss.
31:44Und ich glaube nicht, dass der dich feuern wird.
31:48Ben?
31:49Ja.
31:50Tobias hat mir erzählt, dass er den Job als Geschäftsführer bekommen hat.
31:53Gut.
31:55Ich habe ihm nämlich den Vorschlag gemacht, sich da zu bewerben.
31:59Nina, du musst diese Wohnung hier nehmen.
32:02Schau mal.
32:03Das ist doch ideal.
32:04Kolja wohnt die Etage tiefer.
32:06Der fühlt sich auch sehr wohl hier.
32:08Und wenn du dir Sorgen machst wegen dem Geld, kann er bestimmt helfen.
32:11Ja, du hast recht.
32:13Die Wohnung ist wirklich klasse.
32:15Ja.
32:15Ja, das finde ich auch.
32:19Was machst du denn hier?
32:21Nun, das Gleiche wie du.
32:22Ich schaue mir eine Wohnung an.
32:26Du suchst eine Wohnung?
32:28Ja.
32:29Ja, und mit einem Arbeitsvertrag als Geschäftsführer des Lanzinos in der Tasche
32:33rechnest du dir natürlich gute Chancen aus, was?
32:37Das hat sich aber schnell rumgesprochen.
32:40Glückwunsch.
32:40Danke für den Tipp.
32:42Keine Ursache.
32:45Naja, also mit der Wohnung wird das natürlich ein bisschen schwieriger als mit dem Job,
32:48weil ich finde die Wohnung nämlich auch ganz toll.
32:52Sollen wir eine Münze werfen?
32:54Ach, du warten wir einfach ab, wenn mir Eindruck beim Makler hinterlassen hat.
33:00Guter Plan.
33:02Bis dann.
33:06Wirklich eine sehr schöne Wohnung.
33:13Hör auf, du kriegst die Wohnung.
33:16Alleinstehende Mutter mit Kind hat doch viel mehr Chancen als ein alleinstehender Geschäftsmann.
33:21Äh, ja.
33:24Jedenfalls, wenn der Makler einen Herz hat.
33:31Annabelle, entschuldige, hast du einen Moment?
33:33Äh, eigentlich nicht.
33:34Annabelle, ähm, ich weiß, wir, wir werden nie der gleichen Meinung sein.
33:38Aber solange ich hier noch arbeite, ich würde mir wünschen, dass wir beide einen respektvollen Umgang miteinander pflegen.
33:45Ich glaube, du warst es, der mit der Büro-Schere vor mir stand.
33:50Das war ein Fehler.
33:53Hör ich da so etwas wie eine Entschuldigung heraus?
33:58Ja, es tut mir leid.
34:01Ich habe die Kontrolle verloren.
34:04Nun, wenn es dir hilft, dich bei mir zu entschuldigen, dann nehme ich das natürlich an.
34:10Danke.
34:10Dafür, dass du kein Geschäftsmann bist und dir die Nerven schnell durchgehen, kannst du ja schließlich nichts.
34:15Jetzt entschuldige mich, bitte. Ich muss los.
34:17Ach, Annabelle, ich hätte noch eine Bitte.
34:18Ja?
34:19Die Formerei betreffend.
34:20Halt dich da raus.
34:22Ich weiß, du willst die Manufaktur umstrukturieren, aber kannst du es den Leuten, die du entlassen willst, nicht irgendwie erleichtern?
34:31Und wie stellst du dir das vor?
34:33Du musst nicht die ganze Formerei schließen und du kannst Abfängungen zahlen.
34:37Ich fürchte, dafür ist kein Spielraum.
34:41Schade.
34:42Aber da kann man wohl nichts mehr machen.
34:46Ja, schade, dass sie sich für den anderen Bewerber entschlossen haben.
34:51Wiederhören.
34:57Schon gehört?
35:00Ja.
35:03Glückwunsch zur neuen Wohnung.
35:06Oder hast du es dir anders überlegt?
35:08Naja, sie ist ein bisschen groß für mich.
35:10Nimm du sie, ich finde was anderes.
35:13Nein, das ist schon okay.
35:15Ich finde was anderes.
35:17Also finanziell war die Wohnung sowieso am oberen Rand meiner Möglichkeiten.
35:23Naja, wenn das so ist, ich meine, ich will dich nicht überrumpeln, aber es gibt auch noch eine andere Möglichkeit.
35:27Ja, und welche?
35:28Wir könnten zusammen eine WG gründen.
35:32Na ja, die Wohnung ist groß genug für dich, Paula und mich.
35:39Ja, ich weiß, wir sind wahrscheinlich aus dem WG-Alte raus.
35:42Aber das hat ja auch seine Vorteile.
35:44Ich meine, du bringst jetzt regelmäßig den Müll raus und putzt das Bad, hm?
35:50Wirklich verlocken, das Angebot.
35:53Überlegst du?
35:54Ja, mach ich.
35:55Ich melde mich.
35:57Gut.
36:07Hallo, Schatz.
36:09Hallo, Schatz.
36:15Cognac.
36:16Ein triumphierendes Lächeln in deinem Gesicht.
36:19Was feierst du?
36:21Frederik Ravenberg hat sich bei mir entschuldigt.
36:24Wer hätte das gedacht?
36:25Nein.
36:26Was ist passiert?
36:28Nichts.
36:29Frag mich nicht, was im Kopf dieses Mannes vorgeht.
36:32Ich hab meinen Ex-Schwager noch nie verstanden.
36:36Hat er sich also entschuldigt?
36:39Und um seinen Posten gewinselt?
36:41Ja, so in etwa.
36:43Einfach so?
36:44Er wollte mich bewegen, Abfindungen zu bezahlen.
36:48An Leute, die wir in der Formerei entlassen müssen.
36:52Und dabei sollte er dich doch eigentlich besser kennen, oder nicht?
36:55Ja, das sollte er.
36:57Im ersten Moment hab ich gedacht, er hat irgendwelche Hintergedanken oder will mich aufs Glatteis führen.
37:03Aber nichts.
37:05Ich verachte diesen Versager.
37:09Wenn es ums Geschäft geht, ist Sozialromantik einfach fehl am Platzen.
37:15Männer wie Frederik verstehen aber sowas nicht.
37:21Ich weiß wirklich nicht, was du hast.
37:30Ich find den Vorschlag gar nicht so übel.
37:32Birgit, ich kenne Ben kaum.
37:34Ja, du sollst ja nicht gerade das Bett mit ihm teilen.
37:37Nur die Wohnung.
37:38Sehr witzig.
37:39Ja.
37:40Ich kann mich noch gut an meine WG-Erfahrung erinnern.
37:42Der reinste Horror.
37:44Und jedes Mal, wenn ich Ben über den Weg laufe, dann passiert irgendwas Blödes.
37:48Entweder irgendwas wahnsinnig Teures geht kaputt.
37:50Oder ihr übernachtet zusammen im Gefängnis.
37:54Das war jetzt auch nicht witzig.
37:57Wie soll das erst sein, wenn wir in einer Wohnung zusammen wohnen?
38:00Wahrscheinlich brennt gleich in der ersten Nacht das ganze Haus ab.
38:03Oh komm, nun mach mal halblank.
38:04Sieh's bitte mal ganz praktisch.
38:07Erstens, ihr teilt euch die Miete.
38:10Zweitens, Ben und Paula verstehen sich sehr gut.
38:12Und drittens, falls man nur der Mann ist, kann Ben auf Paula hier aufpassen.
38:17Als Geschäftsführer eines Spitzenrestaurants?
38:20Ich weiß nicht.
38:23Abgesehen davon will ich auch gar nicht, dass er noch mehr mit meinem Leben zu tun hat.
38:28Ja, okay, verstehe ich.
38:30Es gibt ein paar Gründe, die sprechen dagegen, dass ihr zusammenzieht.
38:33Und es gibt aber genauso viele Gründe, die sprechen dafür, dass ihr zusammenzieht.
38:38Ich würde sagen, es steht 50-50, gibt der Sache eine Chance.
38:49Also, Tim steht halbnackt da, du stehst halbnackt da und dann kommt Koli hier rein.
38:55Habe ich das richtig verstanden?
38:57Ja, das wird vielleicht etwas reduziert dargestellt, aber ja, so ungefähr.
39:01Und Koli hat das ganz lässig genommen?
39:04Ja, warum denn auch nicht?
39:05Ich fand das richtig toll von ihm.
39:08Na ja, also, wenn ich mir vorstelle, dass ich Patrizia und Jörg schon angetroffen hätte,
39:13ich glaube, meine Reaktion wäre etwas anders gewesen.
39:17Auch wenn du ganz genau wüsstest, dass sie dir treu ist und dass mit dem Ex nichts mehr läuft.
39:23Hast du schon mal was von rasender Eifersucht gehört, hä?
39:26Was hat denn Eifersucht mit Liebe zu tun?
39:29Ja, eine Menge.
39:31Okay, zu viel ist vielleicht auch blöd, aber so ganz ohne, da fehlt doch die Leidenschaft.
39:38Also, Liebe ist es dann bestimmt nicht.
39:49Ben!
39:52Ich war gerade auf dem Weg zu dir.
39:53Und? Hast du es dir überlegt?
39:57Ich mache es nicht.
40:00Keine WG?
40:02Nein.
40:04Warum nicht?
40:06Welche Arbeitsstelle, gleiche Wohnung.
40:08Wir würden uns fast rund um die Uhr sehen und ich führe meinen Geschmack ein bisschen zu viel.
40:13Stimmt, es wäre fast so, als wären wir verheiratet.
40:16Schrecklicher Gedanke.
40:18Ganz deine Meinung.
40:19Das Single-Dasein hat seine Vorteile.
40:21Allerdings.
40:22Und ich weiß, wovon ich spreche.
40:23Ich war schon mal verheiratet.
40:26Ist es dann okay, wenn ich die Wohnung nehme?
40:28Ja, sicher.
40:31Wir sehen uns heute Abend bei der Spätschichtung.
40:32Ja klar, ich muss mich einarbeiten.
40:34Okay.
40:35Bis dann.
40:39Oder hätte ich es doch machen sollen?
40:42Ben ist ja ganz nett.
40:44Aber die grauenhaftesten Macken entdeckt man erst, wenn es zu spät ist.
40:49Vielleicht ist er ja Schlafwandler.
40:51Oder Workaholic.
40:53Oder jemand, bei dem die ganze Nacht das Licht brennt.
40:55Den die Abwäsche und die Einkaufen geht.
40:58Bestimmt.
41:00Außerdem, wenn ich erst mal Ja gesagt habe, dann komme ich aus der Nummer nicht mehr so schnell raus.
41:06Gute Entscheidung, Ina Bergmann.
41:10Sehr gute Entscheidung.
41:21Das ist mein Vertrag.
41:24Mich hat einfach interessiert, was Sie verdienen.
41:26Sagen Sie mal, spinnen Sie?
41:27Was machen Sie überhaupt mit meinem Vertrag?
41:29Ach, hören Sie.
41:30Sie wissen es ja noch gar nicht.
41:31Was?
41:34Das Land Zino hat vor zwei Stunden den Besitzer gewechselt.
41:38Es gehört jetzt nicht mehr der Bank.
41:39Es gehört jetzt mir.
41:40Moment mal.
41:41Ihn?
41:42Ja.
41:44Und das hier.
41:52Betrachten Sie als Kündigung.
41:59Sie können den Job als Geschäftsführer haben.
42:01Ich arbeite nicht für Sie.
42:03Suchen Sie sich einen anderen Geschäftsführer.
42:04Ich habe Hagen gebeten, sich die Entscheidung, Ihnen zu kündigen, noch mal zu überlegen.
42:07Dann muss ich mich also bei Ihnen bedanken.
42:10Nur wegen ein kleines Dankeschön hätte ich nicht.
42:12Da ich den Job nicht angenommen habe, muss die Überraschung für dieses Mal leider ausfallen.
42:15Schön, dass du gleich kommen konntest.
42:17Du hast gesagt, es geht um Paula und dass es wichtig ist.
42:20Ich habe mich entschlossen, dir ein Besuchsrecht zu gewähren.
42:23Aber zu meinen Bedingungen.
42:24Und das hier.
42:25Ich habe mich nicht.
42:25Ich habe mich.
42:25Ich habe mich.
42:26Untertitelung des ZDF, 2020
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