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KurzfilmeTranskript
00:00Frau Mertens, ich halte Sie für eine sehr zuverlässige und engagierte Mitarbeiterin.
00:05Sie glauben mir also?
00:08Ein Fehler kann jedem passieren.
00:11Und ich kann dafür auch Verständnis aufbringen.
00:13Aber ich habe keinen Fehler gemacht.
00:15Sie alle sagen, dass ich dafür verantwortlich bin, dass das Gold weg ist.
00:18Aber ich habe es in den Tresor geschlossen.
00:22Hören Sie doch auf, mich anzulügen.
00:26Ich lüge nicht.
00:28Frau Mertens, durch Ihre Unachtsamkeit ist der Firma ein großer Schaden entstanden.
00:33Ich bin sicher, wir hätten eine Lösung finden können, wenn Sie dazu stehen.
00:36Aber so sehe ich mich gezwungen, Sie zu kündigen, und zwar fristlos.
00:48Hey, what you looking for?
00:53No one has the answer, they just want more.
01:16Aber das können Sie doch nicht machen.
01:20Frau Mertens, Sie waren für das Gold verantwortlich und jetzt ist es weg.
01:24Und Sie haben nicht einmal den Ansatz einer Erklärung dafür.
01:26Aber ich habe Ihnen doch schon gesagt, dass ich...
01:29Ich kann gar nicht anders handeln.
01:35Aber ich habe doch keinen Fehler gemacht.
01:39Frau Mertens, ist Ihnen eigentlich klar, dass wir Ihretwegen auf eine Klärung mit der Versicherung verzichten?
01:45Und damit auf einen Ersatz des Schadens?
01:48Wir ersparen Ihnen damit ein Verhör der Polizei und auch eine Anzeige von uns.
01:53Das heißt, ich muss Ihnen auch noch dankbar sein.
01:58Nein, ich schaffe das schon alleine.
02:04Silke, Sie müssen doch auch unsere Position verstehen.
02:09Sicher.
02:20Klar kommen wir zu einer Party.
02:22Ich bin gerade in der Manufaktur und hole Patrizia ab.
02:25Silke und Andreas?
02:28Wir sind auch noch hier.
02:30Du, es ist...
02:32Ach, unwichtig.
02:33Bis gleich, Lilly.
02:36Danke, dass du nichts gesagt hast.
02:37Wieso eigentlich?
02:40Warum sollen wir...
02:42...Kolja und Lilly die Partylaune verderben?
02:44Okay, da hast du recht.
02:46Ja, und außerdem ist bestimmt ein guter Grund für das Verschwinden von diesem Pulvergold.
02:50Ich wünsche es, Silke, aber...
02:52...das würde mich wundern.
02:54Geht doch schon mal vor, ich komme dann mit Silke nach.
02:58Lilly wartet bestimmt schon auf euch.
02:59Und so schlimm wird es für Silke nicht werden.
03:04Es wurden schon Angestellte weniger entlassen.
03:07Ich habe dir doch versprochen, mit Daniel über deinen Vater zu sprechen.
03:11Er kriegt seinen Job schon zurück.
03:29Ich habe mit dem Fördner gesprochen.
03:30Mit Taschenkontrollen angeordnet.
03:32Gute Idee.
03:34Ich befürchte, es ist zu spät.
03:35Das Gold ist sicher nicht mehr im Haus.
03:36Hat dein Gespräch mit Silke was ergeben?
03:38Sie behauptet weiterhin steif und fest, das Gold in den Tresor geschlossen zu haben.
03:42Du glaubst dir nicht, oder?
03:43Das Gold war nicht drin, also kann das nicht sein.
03:47Tja, und jetzt?
03:49Ich habe sie fristlos entlassen.
03:51Du hast was?
03:53Diese Entscheidung ist mir nicht leicht gefallen.
03:56Aber Silke ist schwanger, aber das geht doch einem richtig gar nicht.
03:58Ich habe es prüfen lassen.
04:00Unter besonderen Umständen kann man auch Schwangeren kündigen.
04:02Aber wir können doch Silke nicht einfach auf die Straße setzen.
04:05Abgesehen davon, dass wir doch beide nicht glauben, dass sie das Gold gestohlen hat.
04:08Nein, natürlich nicht.
04:10Deshalb werden wir die Sache ja auch nicht weiterhin verfolgen.
04:12Aber wir müssen in diesem Fall einfach konsequent sein.
04:15Gut.
04:16Silke hat einen großen Fehler gemacht.
04:17Aber sie ist eine langjährige Mitarbeiterin und hat immer ihr Bestes gegeben.
04:22Durch ihre Nachlässigkeit hat sie dem Dieb überhaupt erst eine Chance gegeben, das Gold zu stehlen.
04:27Aber Frederic...
04:27Patricia hat das Gold auf dem Tresen liegen sehen.
04:30Erst nach ihrer Ermahnung hat sich Silke darum gekümmert.
04:32Das heißt, sie hat sich eben nicht drüber gekümmert.
04:36Gut.
04:38Aber vielleicht können wir aus der fristlosen Kündigung eine Art Aufhebungsvertrag machen.
04:44Wir könnten zum Beispiel das Aufhebungsdatum etwas später setzen und Silke bis dahin freistellen.
04:49Dann bekämen sie etwas länger Geld und es steht nicht fristlose Kündigung in ihrer Vita.
04:54Das wird dir bei späteren Bewerbungen sicherlich helfen.
05:01Die können dir nicht einfach so kündigen, Silke.
05:05Das hätte ich nie von Frederic gedacht.
05:07Er glaubt mir einfach nicht.
05:09Aber ich schwöre Ihnen, ich habe das Pulvergold in den Safe geschlossen.
05:12Ja, aber es war ja nicht drin, als ich es rausholen wollte.
05:16Sie waren doch selbst dabei.
05:17Ich kann mir das auch nicht erklären.
05:19Aber ich weiß genau, ich habe es in den Safe geschlossen.
05:24Die Sache muss in jedem Fall aufgeklärt werden.
05:26Man kann Silke nicht einfach so verantwortlich machen.
05:29Genau.
05:30Sie wollen ja die Polizei extra aus dem Spiel lassen, damit ich keinen Ärger bekomme.
05:34Und den hast du auch schon so.
05:37Ja, aber sie hatte die Verantwortung und so leid es mir tut, dann muss sie auch die Konsequenzen dafür tragen.
05:42Aber ihre Verantwortung war in dem Moment zu Ende, wo sie das Pulvergold in den Safe gelegt hat.
05:46Und genau das hat sie ja nicht getan.
05:50Sie glauben, dass sie lügt.
05:52Ich lüge nicht.
05:54Sie haben mir das in die Hand gegeben, das Gold.
05:57Ich kann mich genau daran erinnern.
05:58Kommen Sie, Silke, lassen Sie gut sein.
06:01Das Gold ist weg, so oder so.
06:03Aber es kann nicht weg sein.
06:05Das kann sie doch nicht einfach so in Luft aufgelöst haben.
06:08Das beruhigt dich, Silke.
06:09Das beruhigt dich, okay?
06:10Das kann nicht weg sein.
06:13Komm, ich bringe dich jetzt mal raus.
06:17Komm, komm, komm, komm.
06:26Es gibt doch nichts Schöneres als Gold.
06:30Das sagen alle, Barvenus.
06:33Emporkömmlinge.
06:35Neureiche ohne Stil.
06:37Mit diesem Thema kennen wir uns wohl aus.
06:39Was, Frau Krüger?
06:41Ach, pack es weg.
06:42Jetzt könnte jemand reinkommen.
06:45Zuerst wollte ich ja der ganz vom Empfang in die Handtasche schmuggeln.
06:48Aber dann dachte ich mir, wozu die Verschwendung?
06:50Die fliegt doch so.
06:52Wollen wir es hoffen?
06:53Wenn Daniel erstmal diese Überweisung in die Finger gerichtet hat...
06:57Dann siehst du alt aus.
06:58Wir?
06:59Dann sehen wir alt aus.
07:02Könntest du mal die Küchenfee anklingeln?
07:03Ich würde mir trotzdem gern ein Glas Champagner bestellen.
07:05Immerhin haben wir was zu feiern.
07:07Das haben wir nicht.
07:08Wenn die dumme kleine Mertens uns schon auf die Spur kommt,
07:11dann ist es doch nur eine Frage...
07:12Es wird schon schief gehen.
07:14Die Scheinfirmen sind eingerichtet.
07:16Alles andere passiert im Computer.
07:18Keiner wird was merken.
07:19Jedenfalls nicht vor der nächsten Inventur.
07:21Und bis dahin sind wir längst verschwunden.
07:23Ich hoffe nur, Daniel wird sich wieder beruhigen.
07:26Ja.
07:27Ich komme einfach nicht mehr an ihn ran, seit er...
07:29Seit er weiß, dass du verantwortlich bist für die Trennung von Julia.
07:33Hast du nichts anderes im Kopf?
07:35Denk lieber an deine Zukunft unter Palmen.
07:37Ach was, Palmen?
07:38Ich will, dass mein Sohn mir wieder vertraut.
07:40Er ist meine Zukunft.
07:43Die Manufaktur ist meine Zukunft.
07:46Knast macht eben hart.
07:48Jetzt hör auf zu heulen.
07:50Schließlich hast du ihn selbst da reingesteckt.
07:59Daniel hat sich verändert.
08:01Die Zeit im Gefängnis hat ihn verändert.
08:05Er hat sogar eingesehen, dass es seine Mutter war,
08:07die uns damals mit Jörgs Hilfe auseinandergebracht hat.
08:11Wie verzweifelt habe ich mir damals gewünscht, dass er mir glaubt.
08:15Aber jetzt ist alles anders.
08:19Fast wäre es mir lieber gewesen, er hätte nichts gesagt.
08:22Die Erinnerung an die alten Gefühle war seltsam.
08:29Aber ich möchte nach vorne schauen.
08:33Unsere Leben entwickeln sich unterschiedlich.
08:37Mein Platz ist jetzt an Fredericks Seite.
08:42Und da möchte ich sein.
08:57Alles in Ordnung?
09:00Nee.
09:02Du, die...
09:02die haben Silke entlassen.
09:05Was?
09:07Warum denn?
09:08Öff.
09:09Ja, das hat mir Friedrich Rabenberg auch nicht gesagt.
09:12Der will...
09:12Aber dass ich Vollzeit arbeite...
09:14Ach, das muss ein Irrtum sein.
09:17Sag mal, die können eine schwangere Frau nicht einfach entlassen?
09:20Der hat vor allem...
09:21Weswegen?
09:24Pass auf.
09:24Ich gehe hoch zu Silke und werde sie einfach fragen, was passiert ist, oder?
09:28Ob das aufdringlich ist?
09:30Ach, ganz im Gegenteil.
09:32Silke braucht jetzt sicher gute Freunde.
09:34Soll ich dich begleiten?
09:35Äh, klar, mal geht's schon.
09:38Ausgleichen, Silke.
09:40Meine Faktor ist doch ihr Leben.
09:42Silke war immer mein großes Vorbild.
09:44Ich wollte meinen Job so gut machen wie sie.
09:47Sag dir, du, die Rabenberg sind aber schnell im Feuern.
09:49Erst du, jetzt Silke.
09:52Nicht mal wissen, warum.
09:54Ich hab mich klar in Anordnungen widersetzt.
09:57Meine Entlassung war gerechtfertigt.
09:59Deine Entlassung?
10:05Was soll das heißen? Du hast keinen Bock mehr auf die Party.
10:08Kannst du das nicht verstehen? Mir ist nicht nachfeiern.
10:10Ja, aber deine Schwester wartet auf uns.
10:12Mir wird schon genug Angst, weil sie nicht weiß, ob sie übernommen wird.
10:15Ich will ihr nicht sagen müssen, dass ihr sogar Schwangere gefeuert werden.
10:18Es ist Gold im Wert von 15.000 Euro verschwunden.
10:21Und Silke ist dafür verantwortlich.
10:24Eine Schwangerschaft ist doch kein Freibrief.
10:26Ihr zahlt das doch aus eurer Portokasse.
10:27Aber du sagst Silke ins Gesicht, dass es okay ist, hochschwang auf die Straße gesetzt zu werden.
10:32Hätte ich lügen sollen?
10:33Du könntest Frederik sagen sollen, dass er das nicht machen kann.
10:35Aber er musste so handeln.
10:37Das musste er überhaupt nicht.
10:3815.000 Euro. Und nochmal so viel Konventionalstrafe.
10:42Wenn das nicht bestraft wird, dann denken doch alle, super, das mach ich auch.
10:45Ach so? Das denkt ihr also von allen Mitarbeitern?
10:48Quatsch.
10:49Es geht einfach um die Verantwortung für die Manufaktur.
10:51Ja, Verantwortung gegenüber der Manufaktur.
10:54Wenn ich das schon höre.
10:55Wo bleibt die Verantwortung für den Menschen?
10:57Davon rede ich ja.
10:59Wir tragen Verantwortung für alle unsere Mitarbeiter.
11:01Genau. Für jeden. Auch für Silke.
11:04Soll ich Silke wichtiger nehmen als den Rest der Belegschaft?
11:06Wer sagt denn wichtiger? Genauso wichtig wie die anderen auch.
11:09Das nennt man soziale Verantwortung.
11:10Bitte, verschone mich mit deinem Sozialkitsch, ja?
11:13Was diskutiere ich überhaupt mit dir? Du hast ja sowieso keine Ahnung.
11:16Ach so? Na gut zu wissen.
11:20Frederik, du bist doch keine schwangere Frau.
11:24Ich konnte in diesem Fall einfach keine Rücksicht drauf nehmen.
11:27Das klingt wie ein Satz von Annabelle.
11:29Silke hat einen einzigen Fehler gemacht.
11:31Du willst ihr keine zweite Chance geben?
11:33Hätte ich doch nur zu gerne.
11:34Aber sie war völlig uneinsichtig.
11:37Sie hat mir ins Gesicht gelogen.
11:39Wie soll ich denn mit jemandem weiterarbeiten, dem ich nicht vertrauen kann?
11:42Silke hat gelogen?
11:44Ja.
11:46Sie hat stur behauptet, das Pulvergold eingeschlossen zu haben.
11:49Was einfach nicht sein kann.
11:51Vielleicht glaubt sie ja wirklich, sie hätte es getan.
11:52Ich meine, sie ist schwanger. Da ist man schon mal durcheinander.
11:54Ja, das war bei mir auch so. Ich bin von einem Zimmer ins andere gegangen und dann wusste ich da
11:58nicht, was ich wollte.
12:00Silke hat dich ganz bestimmt nicht mit Absicht angelogen.
12:03Weißt du, welche Konsequenzen Silkes Fehler für uns hat?
12:06Wir können Millers Liefertermin nicht einhalten.
12:08Das weiß ich. Aber dafür mache ich nicht Silke verantwortlich.
12:12Du weißt ganz genau, wie die Manufaktur dasteht.
12:15Jeder Imageverlust ist eine Katastrophe für uns.
12:17Die du mit Silkes Entlassung auch nicht abwenden kannst.
12:32Das ist doch alles ein Albtraum. Wie konnte mir das nur passieren?
12:37Vielleicht habe ich mir das nur eingebildet, dass ich das Gold eingeschlossen habe.
12:41So ein Blödsinn. Du hast dir überhaupt nichts eingebildet.
12:44Wahrscheinlich haben sie Grafenberg selbst genommen.
12:47Also, das glaube ich nicht.
12:49Trotzdem finde ich, dass Andreas recht hat.
12:51Du solltest dir nicht einen Fehler einreden, den du nicht gemacht hast.
12:53Ja, und wenn doch?
12:55Silke, die haben sich doch nur einen Sündenbock gesucht.
12:59Und dagegen muss man sich wehren.
13:02Ich finde nie wieder einen Job.
13:03Nie wieder. Wer nimmt denn auch schon eine Schwangere?
13:06Jetzt kriegst du erst mal in Ruhe das Kind und dann suchst du dir einen neuen Job.
13:12Wenn das mal so einfach wäre.
13:14Ach komm, ich bin doch auch noch da.
13:15Es gibt viele Familien, die nur von einem Einkommen leben.
13:18Genau.
13:19Ich gehe jetzt erst mal zu diesem Rechtsanwalt.
13:22Ich kann euch doch allein lassen, ja?
13:24Klar.
13:25Wieso Rechtsanwalt?
13:26Ist das nicht ein bisschen übertrieben?
13:28Also, soweit ich weiß, darf man Schwanger nicht kündigen.
13:37Von Silkes Standpunkt aus betrachtet, ja.
13:39Aber ich muss doch das Ganze sehen aus der Perspektive des Personalschiffs.
13:42Ach was. Es ist ungerecht, egal wie man es betrachtet.
13:46Nein, Eva. Ich muss an alle denken. Und dazu gehört, dass ich niemanden bevorzuge.
13:50Ja, natürlich, aber...
13:51Nichts aber. Das Wohl der Mehrheit steht über dem Wohl des Einzelnen.
13:55Und dazu gehört auch, dass für alle die gleichen Regeln gelten.
13:58Das sehe ich ja ein.
13:59Aber wieso gelten die gleichen Regeln für Mitarbeiter, die eben nicht gleich sind, die zum Beispiel schwanger sind?
14:05Wenn jemand das Pulvergold verloren hätte, den du nicht kennst, über dessen Leben du auch nicht Bescheid weißt,
14:10würdest du dich dann auch für den so einsetzen?
14:13Wärst du nicht einfach stinksauer, dass jemand deine Arbeit zerstört?
14:18Ich weiß es nicht.
14:21Weißt du, Dieter, ich möchte deinen Job nicht machen müssen.
14:34Hallo, Daniel.
14:36Hallo.
14:43Ah.
14:44Werner's Chronik.
14:47Solltest du nicht besser nach vorne sehen, statt in die Vergangenheit?
14:51Man kann viel lernen von dem, was war.
14:56Du klingst wie dein Großvater.
14:59Ja, ich wünschte auch, er wäre jetzt hier.
15:01Er wusste immer, was richtig oder falsch ist.
15:04Du sprichst von diesem Missgeschick unserer Empfangssekretärin.
15:09So kann man es auch nennen.
15:11Silke zu entlassen war eine der schwersten Entscheidungen, die ich in dieser Firma mitzuverantworten hatte.
15:16Aber ich muss Frederik recht geben.
15:18Es war unvermeidlich.
15:21Nicht, dass ich Frederiks Entscheidungen gut heiße, aber in diesem Fall...
15:25Dass du an Silkes Schicksal kein Interesse hast, war mir klar.
15:28Im Entlassen bist du ja auch schnell.
15:30Was willst du mir denn jetzt schon wieder unterstellen?
15:33Du wolltest unsere Auszubildenden nicht übernehmen und Tobias hast aus einer Laune heraus gefeuert.
15:37Aus einer Laune heraus?
15:39Was wäre denn gewesen, wenn Herr Becker nicht mich, sondern einen wichtigen Geschäftspartner vergessen hätte?
15:43Ich will gar nicht mehr darüber diskutieren.
15:47Ich treffe alle meine Entscheidungen zum Wohle der Firma.
15:51Genau das tust du nicht.
15:52Es geht hier nur um dich.
15:55Denkst du Firma, meinst du Annabelle Gravenberg.
15:57Es sind aber die Mitarbeiter, die eine Firma groß machen.
16:00Was werfst du mir eigentlich vor?
16:03Ich hatte im Gefängnis viel Zeit nachzudenken.
16:05Mir ist einiges klar geworden.
16:08Darf man fragen, was?
16:11Ich war auf dem falschen Weg.
16:13In Zukunft werde ich die Manufaktur wieder nach Großvaters Vorstellungen und nach seiner sozialen Verantwortung leiten.
16:20Soziale Verantwortung?
16:22Das ist eine gute Sache, wenn man sie sich leisten kann.
16:27Das sehe ich anders.
16:28Aber wir sind ja inzwischen in vielen Dingen unterschiedlicher Meinung.
16:35Ich habe Sie nicht überzeugt, oder?
16:37Nein, das haben Sie nicht.
16:39Und ich wundere mich, dass Julia ihre Meinung geändert hat.
16:44Weil Julia auch in der Manufaktur arbeitet, Verantwortung übernommen hat und sich besser in meine Lage versetzen kann.
16:51Ich bin nicht dumm, Friederik.
16:53Ich verstehe Ihre Gründe.
16:55Aber mein Gefühl sagt mir, dass Ihre Entscheidung falsch war.
17:01Und Sie können sagen, was Sie wollen.
17:03Ich ändere meine Meinung nicht.
17:06Sie sind einfach ein wunderbarer Mensch mit einem riesigen Herzen.
17:11Warum haben Sie Frau Mertens nicht eine weniger verantwortungsvolle Aufgabe übertragen?
17:16Was hält denn eigentlich Daniel von dieser Entlassung?
17:19Er hätte sie gerne verhindert, wenn er irgendeinen Weg gesehen hätte.
17:24Hat mich mehrmals gefragt, ob ich von Frau Mertens Schuld überzeugt bin.
17:29Ja.
17:31Daniel war im Gefängnis.
17:33Er verurteilt nicht mehr so schnell andere.
17:38Ja.
17:39Er hat sich sehr verändert.
17:41Langsam ist er wieder der Daniel, den ich mal kannte.
17:48Darf ich?
17:49Ja.
17:56Hallo.
17:58Kathi.
18:00Du hättest mit Annabelle Streit, oder?
18:04Streit ist übertrieben.
18:08Anstatt zu streiten, sollte sie dich lieber bemuttern.
18:12Schließlich hast du eine harte Zeit hinter dir.
18:14Hör zu, ich möchte nicht darüber sprechen.
18:17Sorry, ich...
18:18Ich wusste nicht, dass euer Verhältnis so schwierig ist.
18:23Kann ich irgendwas für dich tun?
18:24Ich würde dir gerne helfen.
18:25Nein, vielen Dank wirklich nicht.
18:31Außerdem kann da niemand mehr helfen.
18:33Es ist einfach zu viel passiert.
18:36Tut mir leid, es geht mich auch nichts an, aber...
18:38Was ist denn eigentlich passiert?
18:41Es gibt Dinge, in die darf sich eine Mutter nicht einmischen.
18:45Sie wollte bestimmt nur dein Bestes.
18:47Das wollen Mütter doch immer.
18:49Nein.
18:51Sie wollte das Beste für sich.
18:53Sie hat mich immer nur benutzt.
18:56Annabelle?
18:58Ich habe das Gefühl,
19:00ich muss mich vor ihr schützen.
19:02Das ist aber jetzt hart.
19:04Was willst du machen?
19:05Immerhin ist sie deine Mutter.
19:08Ja, das ist sie.
19:10Vielleicht müsst ihr euch einfach mal richtig aussprechen.
19:16Du meinst es bestimmt nur gut,
19:18aber ich komme schon klar, wirklich.
19:20Meine Oma hat immer gesagt,
19:22Vergebung ist die größte Tugend.
19:25Ja.
19:25Das mag sein.
19:30Wenn ihr einen Schlussstrich zieht
19:32unter die alten Geschichten
19:34und einfach nochmal von vorne anfangt.
19:37Ich kann keinen Schlussstrich ziehen.
19:39Ich will ja nur gerne wissen,
19:41warum du hier Gartenabfälle verbrennst,
19:42anstatt zu meiner Party zu kommen.
19:45Ich hätte euch nur die Stimmung verdorben.
19:47Hast du dich mit Patrizia gestritten?
19:50Silke wurde entlassen.
19:52Und alles, was Patrizia dazu einfällt, ist,
19:55selbst Schuld Pech gehabt.
19:58Silke wurde entlassen?
19:59Warum das denn?
20:01Der Manufaktur ist Pulvergold verschwunden.
20:05Aber Silke würde doch niemals stehlen.
20:07Das glaube ich auch nicht.
20:10Silke sagt,
20:12sie habe es im Tresor eingeschlossen,
20:13aber die Grafenbergs glauben mir das nicht.
20:15Wenn Patrizia es rausholen wollte,
20:17war es weg.
20:19Aber Silke ist doch keine Lübner.
20:20Woran haben die denn nicht nach dem Wahndieb gesucht?
20:23Bei Taschenkontrollen der Firma.
20:26Aber wozu suchen,
20:27wenn man es sich leicht macht
20:28und ihm mal eine Schwangerei folgen kann?
20:32Vielleicht machst du es dir jetzt zu leicht.
20:34Ich nehme mal an,
20:35dass außer Silke
20:36nur die Grafenbergs selbst den Code für den Tresor kennen.
20:38Und die werden sich wohl kaum selbst bestehen.
20:41So kann es doch sein,
20:42dass Silke einfach vergessen hat,
20:43das Gold einzuschließen.
20:45Das würde sie doch zugeben.
20:48Es ist ja noch nie passiert,
20:49dass du dir ganz sicher warst,
20:51du hättest was erledigt
20:52und hast es doch nicht getan.
20:54Okay, vielleicht hat Silke einen Fehler gemacht.
20:56Das ist doch kein Grund für eine Kündigung.
20:59Das ist genauso ungerecht wie deine Entlassung.
21:02Aber diesmal war es nicht mal Annabelle.
21:05Ihr habt ja recht.
21:06Ich finde es auch überzogen.
21:09Ich bin froh, dass ich selbstständig bin.
21:12Mich kann keiner mehr feuern.
21:23Ich bin froh.
21:31Ich bin froh.
21:51Deine Mutter hat Jörg aus Südafrika geholt.
21:54Sie wollte uns um jeden Preis auseinanderbringen.
21:57Ich habe die beiden gesehen.
21:59Ich habe gesehen, wie deine Mutter Jörg das Geld gegeben hat.
22:02Und als ich sie darauf angesprochen habe,
22:04da hat sie mich ausgelacht und gesagt, mir würde sowieso niemand glauben.
22:07Merkst du eigentlich, was du da redest?
22:10Daniel, ich...
22:10Nein! Jetzt sag ich dir mal was!
22:12Du hältst dich in Zukunft von mir fern!
22:15Ich will dich nicht mehr sehen!
22:16Nie wieder! Verstehst du, es ist aus!
22:19Wenn sich herausstellt, dass man mir absichtlich eine Falle gestellt hat,
22:22dass man mich dazu gebracht hat, die falsche Farben zu bestellen...
22:24Jetzt fang nicht schon wieder damit an, dass meine böse Mutter etwas damit zu tun hat.
22:28Du weißt ganz genau, dass einer will alles tun, um dich loszuwerden.
22:30Frederik, hör endlich auf, damit alles, was in deinem Leben schiefläuft,
22:33meiner Mutter in die Schuhe zu schieben.
22:34Das ist erbärmlich!
22:35Ich wusste, dass Frederik darauf reinfallen würde.
22:38Deshalb hast du diesen Anbieter auf die Liste geschmuggelt.
22:42Jeder andere hätte die Farben auf ihre Giftigkeit überprüfen lassen,
22:46aber doch nicht, Frederik.
22:47Du könntest so viel Unglück verhindern,
22:50wenn du dich nicht immer völlig unkritisch hinter deine Mutter stellen würdest.
23:16Ja, danke, Herr Grafenberg.
23:20Auf Wiederhören.
23:22Danke, Herr Grafenberg.
23:25Wofür? Dafür, dass Sie dir gekündigt haben?
23:29Sie haben die fristlose Kündigung zurückgenommen
23:31und eine Art Aufhebungsvertrag daraus gemacht.
23:35Ja, aber gekündigt bist du doch immer noch.
23:37Ja, aber es sieht besser auf meinem Lebenslauf aus.
23:40Na, wie sozial.
23:43Sie wollen mir mein Gehalt auch weiterzahlen,
23:45bis ich Arbeitslosengeld bekomme.
23:46Das sind solche Heuchler.
23:48Aber wieso? Das ist doch nett.
23:51Weißt du, sonst hätte ich doch gar kein Geld.
23:53Ja, das ist so nett.
23:55Weißt du, was sie wirklich wollen,
23:56ist ihr schlechtes Gewissen beruhigen.
23:59Und sie wollen, dass du klein beigibst.
24:01Ja, aber hätte ich denn eine Chance vor Gericht?
24:04Du hast doch gestern mit dem Anwalt gesprochen.
24:08Es gibt überhaupt gar kein Kündigungsverbot für Schwangere, oder?
24:13Doch, das gibt's schon.
24:15Aber bei besonders schweren Pflichtverletzungen oder Diebstahl...
24:19Ach, ich will überhaupt gar nicht vor Gericht.
24:23Und es gibt keine Möglichkeit,
24:24den Miller-Auftrag rechtzeitig fertig zu bekommen?
24:27Hat Frederik dir aber davon erzählt?
24:29Ja, er meinte, ihr könnt die Lieferfristen nicht einhalten.
24:33Ja, wir haben alles durchgerechnet.
24:35Es ist einfach nicht zu schaffen.
24:38Es dauert einfach viel zu lange, bis das Pulvergold hier ist.
24:42Lässt Miller nicht mit sich reden?
24:43Nein.
24:45Wir werden wohl eine Konventionalstrafe zahlen müssen.
24:48Wie hoch denn?
24:49Ich schätze, nochmal 15.000.
24:53Kann ich euch noch irgendwie helfen?
24:56Nein.
24:57Wir können nichts anderes tun, als abzuwarten
24:59und die Produktion so schnell wie möglich zu Ende zu bringen.
25:02Natürlich.
25:07Womit natürlich auch deine Arbeit für die Manufaktur beendet wäre.
25:11Ja.
25:15Was ein Verlust ist.
25:23Julia, könntest du dir nicht vorstellen,
25:26vielleicht wieder länger für die Manufaktur zu arbeiten?
25:30Also, ich meine, über den Miller-Auftrag hinaus.
25:37Danke für das Angebot, Daniel.
25:38Da muss ich erst drüber nachdenken.
25:40Ja, natürlich.
25:42Es wird auch nicht zu lange dauern.
25:44Okay.
25:47Ich wollte von der Arbeit aus noch Marie im Krankenhaus besuchen.
25:50Könntest du, Frederik, bitte sagen,
25:52ich sehe ihn in der Firma.
25:53Das mache ich.
25:53Danke.
26:11Ich habe gar keine Lust, da jetzt reinzugehen.
26:14Ich kann mir auch was Schöneres vorstellen.
26:18Ich meine wegen Silke.
26:20Mir geht es ähnlich.
26:21Aber wenn man Patricia die Meinung sagt,
26:23dann kriegt man wieder zu hören, dass das einiges angeht.
26:27Vielleicht sollten wir alle streiten.
26:304-3 oder die ganze Firma?
26:33Wäre doch eigentlich gar keine schlechte Idee.
26:35Dann müssten die Gravenbergs endlich mal wieder was Sache ist.
26:37Das kommt zur Vernunft.
26:39Also, ich wäre dabei,
26:40aber ich glaube nicht,
26:41dass irgendeiner aus der Formerei da mitmacht.
26:43Ah, tolle Kollegen.
26:46Na, wo du Kollegen sagst,
26:47euch ist schon klar,
26:48dass das jemand aus dem Haus gewesen sein muss,
26:50der das Pulverdeut geklaut hat.
26:52Ich meine, das Päckchen ist weg.
26:53Silke war es nicht, also.
26:55Tja.
26:56Die Polizei wollen sie mich einschalten,
26:58um Silke zu schauen.
26:59Ist wahrscheinlich auch besser so.
27:01Aber der wahre Täter kommt ungeschoren davon.
27:04Wer immer das war,
27:05weiß wahrscheinlich gar nicht,
27:06was er angewürftet hat.
27:07Und was mit einem Plakat?
27:09Der Dieb soll das Gold zurückgeben,
27:11anonym,
27:12damit Silke ihren Job zurückbekommt.
27:14Super Idee.
27:15Aber jetzt mal im Ernst.
27:16Es muss doch irgendwas geben,
27:17was mir tun kann.
27:18Ja, aber was?
27:20Wie wäre es,
27:21wenn wir eine Unterschriftenaktion machen?
27:23Da machen die Leute viel eher mit.
27:28Warum in aller Welt
27:29verschwendest du deine Zeit damit?
27:31Das sind Bestelllisten
27:32für unsere neue Anzeigenkampagne.
27:35Sicher ist sicher.
27:36Willst du mich beleidigen?
27:38Ich mache das seit 20 Jahren.
27:41Wenn ich dich kurz erinnern darf,
27:42du selbst bist es gewesen,
27:43die mich mit ihrem Verhalten
27:44zu diesen Maßnahmen zwingt.
27:46Im Gegensatz zu anderen
27:47verstehe ich etwas von meinem Job.
27:49Und ich habe das ja nun wirklich nicht nötig.
27:51Darum wirst du dich gewöhnen müssen.
27:52Traust du mir etwa nicht mehr?
27:56Nein.
28:19Frau Hertel, bitte verbinden Sie mich
28:21mit dem Computeradministrator.
28:22Ja, natürlich.
28:24Ich verbinde sie.
28:25Danke.
28:34Ist die Bestellung schon raus?
28:36Willst du mich jetzt auch noch kontrollieren?
28:39Ich wollte mich nur vergewissern,
28:41ob ich das richtige Rubinrot angegeben habe.
28:43Natürlich ist es das Richtige.
28:45Meinst du, ich überprüfe das nicht?
28:47Jetzt regt dich doch nicht so auf.
28:48Ist doch überhaupt kein Anlass.
28:49Ach nein?
28:51Glaubst du etwa, ich merke nicht,
28:53wie du Daniel gegen mich aufhetzt?
28:55Ach, daher weht der Wind.
28:57Es passt dir nicht,
28:58dass Daniel die Wahrheit über dich erfährt.
29:00Meine eigene Tochter verrät mich
29:02und stellt sich gegen mich.
29:04Sagen wir mal so,
29:06ich bin nicht gerade traurig darüber,
29:07dass Daniel dich endlich durchschaut.
29:09Das glaube ich.
29:10Dir gefällt es,
29:11dass die Familie auseinanderbricht.
29:13Du warst ja auch die Erste,
29:15die sich gegen mich gestellt hat.
29:16Was erwartest du denn?
29:18Du hast mich dazu getrieben,
29:20Julia das Wildrosendesign abzukaufen.
29:21Und als ich gefeuert wurde,
29:23da hast du mich fallen lassen
29:24wie eine heiße Kartoffel.
29:25Ach, was willst du eigentlich?
29:25Du hast doch deinen Job wiederbekommen.
29:27Ich will nie wieder so benutzt werden.
29:29Und ich will,
29:30dass du die Quittung dafür bekommst,
29:31was du getan hast.
29:36Ich warne dich.
29:37Du weißt doch,
29:39wozu ich fähig bin.
29:41Das ist vorbei, Mutter.
29:43Du kannst mir nicht mehr drohen.
29:46Daniel wird schon bald begreifen,
29:48dass ich immer nur
29:49in seinem Interesse gehandelt habe.
29:51Und wenn es soweit ist,
29:53wird abgerechnet.
29:55Du machst mir Angst.
29:58Ich fürchte nur,
29:59an Daniel wirst du dir in Zukunft
30:00die Zähne ausbeißen.
30:01Er wird sich besinnen.
30:03Ich habe immer nur alles für ihn getan.
30:06Tja.
30:08Tut doch immer wieder gut.
30:10So ein Mutter-Tochter-Gespräch.
30:13So ein Mutter-Tochter-Gespräch.
30:25Ich bin gleich wieder da, ja?
30:36Soll ich vielleicht?
30:39Birgit muss jeden Moment
30:40wieder da sein.
30:51Na gut.
30:52Letztes Mal.
30:57Falkenthal-Porzellan Mertens,
30:59was kann ich für Sie tun?
31:03Ja, natürlich.
31:04Ich verbinde sie in die Formerei.
31:06Wiederhören.
31:11Oh, meine Süßen.
31:13Oh, das tut mir so leid.
31:16Das tut mir so leid.
31:17Ist schon gut.
31:18Ist schon gut.
31:21Vielleicht wird ja
31:23irgendwie
31:24doch noch alles gut.
31:25gut.
31:29Jedenfalls,
31:30ich werde immer
31:31für dich da sein.
31:32Hast du?
31:35Die Fahrbestellung
31:36habe ich noch
31:36in den Postausgang gelegt.
31:38Ja, gut, gut.
31:42Und ansonsten,
31:44du weißt ja alles.
31:46Also,
31:48und wenn doch was ist,
31:50kannst du mich
31:50jederzeit anrufen.
31:52Ich rufe dich ein.
31:54Ich rufe dich auch an,
31:55wenn nichts ist.
31:58Ach ja,
31:58und die
32:01Usambara-Feilchen
32:01im Konferenzraum,
32:03kannst du die gießen?
32:04Um die kümmern sich ja sonst keiner.
32:07Ich kümmere mich.
32:08Aber nur von unten,
32:10weil sonst gehen wir ein.
32:12Klar, nur von unten.
32:25Ja, Daniel,
32:26ich bin gleich bei dir.
32:27Okay?
32:27Andreas, bitte.
32:29Setzen Sie sich.
32:30So viel Zeit
32:31ist schon noch drin.
32:36Frau Mertens
32:37packt ihre Sachen
32:38am Empfang.
32:42Ich finde es
32:43sehr anerkennenswert,
32:44dass Sie sich
32:45für Frau Mertens
32:45einsetzen.
32:48Aber ich kann
32:48diese Kündigung
32:49einfach nicht zurücknehmen.
32:52Wissen Sie,
32:53Frau Mertens
32:53ist nicht einfach
32:54nur irgendeine
32:55Sekretärin.
32:57Sie ist die gute
32:58Seele der Manufaktur.
32:59Sie wird fehlen.
33:01Das kann ich mir
33:03gut vorstellen.
33:04Aber sie hat
33:05ihre Pflichten
33:06grob vernachlässigt
33:07und da müssen wir
33:08einfach handeln.
33:09Und ehrlich gesagt,
33:11mir sind Frau Mertens
33:12auch
33:13ziemlich entgegengekommen.
33:14Ja.
33:16Sie sollen ja
33:17großzügigerweise
33:18ihr Gehalt
33:19monatlich weiter.
33:21Zum Beispiel.
33:23Außerdem verzichten
33:24wir auf eine Anzeige.
33:25Natürlich verzichten
33:26Sie auf eine Anzeige,
33:27weil Sie nicht
33:27beweisen können,
33:28dass Sie für den
33:29Verlust des Goldes
33:29verantwortlich ist.
33:32Ich habe
33:33Verständnis dafür,
33:34dass Sie...
33:34Wie bitte?
33:38Die Manufaktur
33:40war für Silke
33:40alles.
33:42Sie hat sich
33:43jeden Tag,
33:44den Sie hier gearbeitet
33:44hat, den Arsch
33:45aufgerissen
33:46für Sie und
33:46für Ihre Familie.
33:47Und Sie reden
33:48von Verständnis?
33:49Sie behandeln
33:50Sie wie den letzten
33:50Dreck, weil Sie
33:51ein Opfer brauchen?
33:57Das ist nicht wahr.
33:58Das wissen Sie.
34:01Silke hat
34:02einen Fehler gemacht.
34:03Ja.
34:03Einen verdammten
34:04Fehler.
34:05Einen sehr teuren
34:06Fehler, der
34:07Konsequenzen hat.
34:08Konsequenzen für
34:09die gesamte
34:09Manufaktur.
34:10Und ich kann
34:11Silke da einfach
34:11nicht anders behandeln,
34:12als ich jeden
34:13anderen Mitarbeiter
34:13auch behandeln würde.
34:14Aber sie ist
34:15nicht wie jeder
34:15andere Mitarbeiter.
34:16Silke ist schwanger.
34:21Hallo, Bruderherz.
34:22Hallo, Patricia.
34:23Was warst du denn
34:24für ein Gesicht?
34:25Ich habe gerade
34:26mit Mutter gesprochen.
34:27Ach, das tut mir leid.
34:29Daniel,
34:32ich bin wirklich froh,
34:33dass du...
34:34na ja,
34:35dass du nicht mehr
34:35die Augen verschließt
34:36vor Mutters...
34:37Intrigen?
34:38Ja.
34:40Es wurde höchste Zeit.
34:43Ich will dir da auch
34:44gar nicht reinreden.
34:45Du weißt sicher
34:45selbst am besten,
34:46was zu tun ist,
34:46aber...
34:47Was zu tun ist?
34:49Äh,
34:50willst du sie einfach
34:51so davon kommen lassen,
34:52ohne jede Konsequenz?
34:52Nein, Patricia,
34:53aber was zu tun ist
34:55und welche Konsequenz
34:55das sein wird,
34:56das entscheide ich.
34:57Einverstanden?
34:58Klar.
34:59Gut.
35:00Ich muss wieder.
35:06Ich komme Silke
35:07so weit entgegen,
35:07wie ich kann.
35:08Ich werde ihr
35:09ein exzellentes
35:10Arbeitszeugnis ausstellen
35:11und die Kündigung
35:12und deren Grund
35:13nicht erwähnen.
35:14Das ist wirklich
35:15sehr großzügig von Ihnen.
35:16Da wird man bestimmt
35:17nicht darauf achten,
35:17dass sie im sechsten Monat
35:18schwanger ist.
35:20Vor der Geburt
35:20wird es sicher schwer sein,
35:21aber es gibt ja auch
35:22staatliche Stellen,
35:23deren Hilfe sie in Anspruch
35:24nehmen kann.
35:26Sie machen es sich leicht?
35:28Ich mache es mir nicht leicht.
35:30Und ich bitte Sie,
35:31darauf zu achten,
35:31was Sie sagen.
35:33Sie wollen eine schwangere Frau,
35:35die in all den Jahren,
35:35in denen sie für diese Firma
35:36gearbeitet hat,
35:38sich hat nichts
35:38zu Schulden kommen lassen.
35:40Einfach so vor die Tür setzen?
35:44So schwer mir diese Entscheidung
35:45fällt, ja.
35:47Zugegeben,
35:47das ist ein Härtefall.
35:49Aber Sie müssen auch mich verstehen.
35:51Ich habe keine andere Wahl.
35:52Das ist doch nur leeres Geschwätz.
35:55Es reicht.
36:02Ihren Kaffee machen Sie sich
36:04in Zukunft selbst.
36:05Ich kündige.
36:166.950.
36:19Klingt gut, oder?
36:23Ich bin gerade dabei,
36:24dein Kapital aufzustocken.
36:26Bisschen mehr Aufmerksamkeit
36:28habe ich verdient.
36:28Findest du nicht?
36:30Na was?
36:31Hallo.
36:32Ich bin's,
36:33deine liebe Nichte,
36:33die dir gerade aus der Patsche hilft.
36:35Ich bin wirklich
36:36nicht zu scherzen aufgelegt.
36:37Ich scherze nicht.
36:40Denkst du an dein Muttersöhnchen?
36:43Halt dich zurück.
36:45Es klang wirklich nicht so,
36:47als würde er sich so bald beruhigen.
36:49Hast du mit Daniel
36:50über mich gesprochen?
36:52Sagen wir mal so,
36:53ich habe versucht,
36:54ihn versöhnlich zu stimmen.
36:56Ach, lass es.
36:58Ich brauche deine Hilfe nicht.
37:00Nur dann kann ich ja gehen.
37:03Ach,
37:04er
37:07vertraut mir einfach nicht mehr.
37:10Ich meine,
37:12wundert dich das jetzt wirklich?
37:15Ich weiß wirklich nicht mehr,
37:17was ich noch machen soll.
37:18So schnell wie möglich
37:19von hier verschwinden,
37:20würde ich sagen.
37:22Moment,
37:23hier stimmt was nicht.
37:24Was ist denn?
37:26Die Überweisung hängt fest.
37:28Ich komme nicht auf den Server.
37:31Zugang verweigert.
37:32Hast du dein Passwort geändert?
37:33Nein.
37:35Warte mal,
37:36wir haben das gleich.
37:41Annabelle Gravenberg hier.
37:43Hören Sie,
37:45da stimmt irgendetwas nicht
37:46mit meiner Verbindung
37:47zum Netzwerk.
37:50Wie bitte?
37:53Ach, ja.
37:55Gut, ähm,
37:57ich werde es gleich klären.
37:58Danke.
37:59Wiederhören.
38:02Was ist?
38:05Daniel hat mir einen Zugriff
38:09auf das Firmennetzwerk
38:10sperren lassen.
38:17Eine unangenehme Sache
38:18mit Herrn Krill,
38:19aber er muss ja wissen,
38:20was er tut.
38:22Ich finde es zumindest gut,
38:24dass seine Kollegen
38:24sich solidarisieren.
38:26äh, sag mal,
38:27du wolltest mit mir
38:28über irgendwas anderes reden?
38:29Ja.
38:31Es geht um Mutter.
38:33Daniel,
38:33ich muss mit dir sprechen.
38:34Das trifft sich gut.
38:35Ich auch mit dir.
38:37Kannst du mir vielleicht erklären,
38:38warum meine Zugangscodes
38:40für den Firmencomputer
38:41nicht funktionieren?
38:41Ich hoffe doch sehr,
38:43dass es hier nur um
38:44ein Missverständnis handelt.
38:45Ich habe dafür gesorgt,
38:46dass du keinen Zugriff
38:47mehr auf den Firmen-Server hast.
38:49Äh,
38:52wie darf ich das verstehen?
38:54Ich habe dir schon gesagt,
38:55dass ich dir nicht mehr
38:55vertrauen kann.
38:56Aber,
38:58ich werde dein Vertrauen
38:59ganz bestimmt
39:00nicht mehr missbrauchen.
39:01Ich weiß nicht,
39:02ob ich dir das glauben kann.
39:05Wenn ich daran denke,
39:06dass du bereit warst,
39:07hochgiftige Farben
39:08in Umlauf zu bringen,
39:09um Frederik zu schaden.
39:11Aber,
39:13ich habe das doch
39:13nur für dich getan.
39:14Für dich
39:15und für die Firma.
39:17Für mich?
39:19Du hast mich die ganze Zeit
39:21manipuliert und benutzt.
39:22Und nicht nur mich.
39:24Du hast Patrizia geopfert,
39:26als es dir mit dem
39:26Wildrosen-Design
39:27an den Kragen ging.
39:28Aber,
39:29ich habe aus meinen
39:30Fehlern gelernt.
39:31Nein,
39:31das hast du nicht.
39:33Du wusstest,
39:34dass Marie nicht schwanger ist.
39:35Du hast es mir verschwiegen.
39:37Du hättest sogar
39:38in Kauf genommen,
39:38dass ich Frederik
39:39nach der vermeintlichen
39:40Fehlgeburt
39:40wegen Körperverletzung
39:41anzeige.
39:43Lass gut sein,
39:44Daniel.
39:44Nein,
39:45ich habe lang genug
39:46geschwiegen.
39:48Du hast doch unter
39:49ihren Intrigen
39:49am meisten gelitten.
39:52Ich wollte doch immer nur,
39:53dass du den Posten bekommst,
39:55der dir zusteht.
39:56Spare dir deine Bemerkung,
39:57ich habe eine Entscheidung getroffen.
40:02Ab sofort wird Frederik
40:04nicht nur die Personalabteilung,
40:05sondern auch die
40:05Marketingabteilung leiten
40:06und dein direkter
40:07Vorgesetzter sein.
40:08kann auch
40:10es gut werden,
40:12Alle,
40:12was in der Vergangenheit
40:12erscheinen hecht.
40:12Find mir noch
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