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00:20Love Is Enough
00:47Der Patient konnte nach dem temporÀren Verschluss auf der Intensivstation stabilisiert werden.
00:51Das Zeitfenster fĂŒr den zweiten Eingriff ist eng. Wir sollten das morgen frĂŒh in Angriff nehmen.
00:57Allerdings hat uns, wie Sie wissen, die Grippewelle erwischt.
01:00Peter?
01:00Ich wĂ€re Ihnen dankbar, wenn jemand den Eingriff ĂŒbernehmen wĂŒrde.
01:02Ja, ich komme.
01:04Sie können mich einteilen, ich bin da frei.
01:06Gut, danke.
01:14Mattis Paulis, neun Jahre, ist die Treppe runtergestĂŒrzt.
01:16Verdacht auf SchÀdel-Hirntrauma.
01:17Die Mutter hat angegeben, dass er nicht bewusstlos war.
01:19Wie haben Sie ihn vorgefunden?
01:21Ansprechbar und orientiert. Er klagt ĂŒber Kopfschmerzen und Ăbelkeit.
01:23Du brauchst keine Angst haben, Mattis. Alles fĂŒr gut.
01:25AuĂerdem Verdacht auf Unterarmfraktur rechts.
01:27Ich bin Dr. Peters. Ich werde dich jetzt untersuchen.
01:30In den Schockraum 1, bitte.
01:35Mattis, hast du abgesehen von Kopf, Schulter und Arm sonst noch irgendwo Schmerzen?
01:39Nein, sonst verglaube ich nichts.
01:42Gut, ich werde jetzt ganz vorsichtig deinen Oberkörper abtasten.
01:52Mattis hat furchtbare Angst vor KrankenhÀusern.
01:54Ja, ich glaube, er ist ganz schön tapfer.
01:58Ich brauche Röntgenaufnahmen von der Schulter links und vom rechten Unterarm und ein SchÀdel-CT.
02:03Bringen Sie ihn bitte zum Röntgen.
02:13In die Radiologie können Sie leider nicht mitkommen.
02:16Aber Mattis hat furchtbare Angst vor KrankenhÀusern.
02:19Er kann ja nicht alleine sein.
02:20Naja, er ist ja nicht allein.
02:21Lassen Sie uns noch schnell die Untersuchung abschlieĂen.
02:23Dann können Sie ja gleich wieder zurĂŒckkommen, ja?
02:35Guten Morgen, Miri!
02:37Morgen, Mama.
02:42Na?
02:43Schon aufgeregt?
02:45Nee, wieso?
02:47Ach so, das hatte ich gar nicht mehr auf dem Schirm.
02:49Naja, du wirst ja auch was geplant haben.
02:53Du, lass uns spĂ€ter darĂŒber sprechen, ja?
02:58Aber man feiert seinen Geburtstag doch.
03:01Ich bin aber nicht mehr zwölf.
03:02Auch als Erwachsene.
03:03Es ist ein wichtiger Tag fĂŒr dich und fĂŒr alle, die dich kennen.
03:06Ich will aber nicht.
03:08Du wirst mich nicht dabei haben.
03:10Ach, Mama.
03:11Wenn ich meinen Geburtstag feiern wĂŒrde, dann wĂ€rst du die Erste auf meiner Liste.
03:14Wer kann denn besser feiern als du?
03:18Ich bin spÀt dran.
03:19Alles klar, geh nur.
03:22Hallo, Frau Schneider.
03:23Alles gut?
03:24Sagen Sie, sind Sie zu Miris Geburtstag eingeladen?
03:27Wann ist der?
03:28Morgen.
03:29Hat sie nichts gesagt?
03:31Nein, aber ich gucke mal in unserem Kalender nach, da schreiben wir sowas manchmal rein.
03:37Nee, hier steht nichts.
03:39Aber gut zu wissen.
03:49Und dann gehen wir ins Kino.
03:51Mit Popcorn und Eis und allem drum und dran.
03:53In Ordnung?
03:56Hallo, Mathis.
03:58Wie geht's dir?
04:00Gut.
04:01Schon viel besser.
04:04Mathis ist ein bisschen schĂŒchtern.
04:06Das macht nichts.
04:07Hast du noch Kopfschmerzen?
04:09Nein.
04:10Sehr gut.
04:12Mathis hat von uns ein Schmerzmittel bekommen.
04:13Sollte das nicht ausreichen, sagen Sie bitte der Schwester Bescheid.
04:17Ich habe hier deine Röntgenaufnahmen von deinem Arm und deiner Schulter.
04:24Dein Arm und dein SchlĂŒsselbein sind tatsĂ€chlich gebrochen.
04:27HeiĂt das sonst, dass ihm nichts Schlimmes passiert?
04:29Er hat ein leichtes SchĂ€del-Hirntrauma, eine GehirnerschĂŒtterung.
04:32Er muss sich jetzt vor allem ausruhen.
04:35Das SchlĂŒsselbein halt mit einem Verband.
04:37Den Unterarm mĂŒssen wir operativ richten, denn der Bruch ist verschoben.
04:41WĂ€hrend der Operation wirst du gar nichts merken.
04:43Du wachst auf und alles ist fertig.
04:46Klingt das gut?
04:48Ich habe nach einem Augenblick nicht aufgepasst.
04:53Wie ist es denn zu dem Sturz gekommen?
04:56Also ich bin zu treppen.
04:58Er kann sich an nichts erinnern.
04:59Das ist es ja gerade.
05:01Ich war in der KĂŒche und plötzlich höre ich diesen Krach aus seinem Zimmer.
05:04Dabei sollte er sich nur fĂŒr die Schule fertig machen.
05:08Guckst du mich mal an?
05:11Ist dir vor dem Sturz ein bisschen schwindelig geworden?
05:15Das glaube ich nicht.
05:17Mathis ist einfach ein Bruchpilot.
05:19Einfach ein bisschen ungeschickt.
05:20Das wÀchst sich raus.
05:23Jetzt kĂŒmmern wir uns erstmal um deinen Arm und dein SchlĂŒsselbein.
05:31Bis spÀter.
05:32Wiedersehen.
05:47Und du brauchst keine Angst haben, Mathis.
05:49Du wirst gar nichts von der OP merken.
05:51Und wenn du wieder aufwachst, dann ist Papa bestimmt auch schon da.
05:54Und nachher hast du einen schicken Verband am Arm.
05:56Aber nicht rosa.
05:58Nein, auf keinen Fall.
05:59Und auch nicht gelb.
06:00Mathis.
06:01Ach, ich habe auch drei Kinder.
06:04Und was den Verband angeht, dann lass dich ĂŒberraschen.
06:08Sie mĂŒssen sich jetzt von ihrem Sohn verabschieden.
06:13Bis gleich.
06:14Deine Mama wird drauĂen auf dich warten.
06:29Schere, Pinzette.
06:30Immer wieder erstaunlich, was Kinder fĂŒr einen Schutzengel haben.
06:34Interessante Interpretation des Unfallhergangs.
06:37Mal topfen hier, bitte.
06:39Kopf ĂŒber die Treppe runter, hĂ€tte sich das Genick brechen können.
06:42Meine Fantasie braucht keine weiteren Anregungen.
06:45Wie geht's, Tim?
06:47Gut.
06:48Er ist bei seinem UrgroĂvater in Schwerin.
06:50Da können Sie sich ja noch mehr als sonst in die Arbeit stĂŒrzen.
06:54So viel ich will.
06:56Und ganz ohne die Last der mĂŒtterlichen Verantwortung.
06:59Mehr Retraktion, bitte.
07:02Ich brauche mehr Licht.
07:05Sehen Sie das?
07:06Sieht aus, als wÀre der Arm genau hier schon mal gebrochen.
07:09Und nicht richtig verheilt.
07:10Das sah schon auf dem Röntgenbild auffÀllig aus.
07:22Tim?
07:23Danke.
07:24Setzen Sie sich doch.
07:28Ich habe ihm so oft gesagt, dass er nicht an der Treppe rumhapeln soll.
07:33Ich hÀtte besser aufpassen sollen, aber wir waren spÀt dran.
07:37Das ist unser Schicksal als MĂŒtter.
07:41Einerseits wissen wir, dass wir sie nicht immer beschĂŒtzen können.
07:43Und andererseits machen wir uns die gröĂten VorwĂŒrfe, wenn etwas passiert.
07:49Rieke?
07:50Da bist du ja.
07:54Was ist los? Hast du nicht aufgepasst?
07:56Nein, ich...
07:58Mathis hat einen Unfall. Er wird gerade operiert.
08:01Was?
08:04Kannst du euch aufpassen?
08:07Mathis ist hier in guten HĂ€nden.
08:10Sobald die Operation beendet ist, werden Ihnen die Ărzte alles erklĂ€ren.
08:14Du weiĂt genau, wie wichtig dieser Termin heute war.
08:17Ich weiĂ.
08:19Schlechter Moment.
08:21Meinst du?
08:24Hat seine Mutter in der Anamnese eine frĂŒhere Verletzung erwĂ€hnt?
08:28Nein.
08:30Vielleicht hat sie nichts davon gewusst.
08:32Sie sagte, dass der Junge hĂ€ufiger stĂŒrzt.
08:34Möglicherweise gibt es eine organische Ursache, was neurologisch ist.
08:38Gangunsicherheit oder er sieht nicht richtig.
08:40Das kann sein, aber das hÀtte die Mutter doch gemerkt.
08:43Und der Junge auch.
08:44Es gibt Kinder mit vermindertem Schmerzempfinden.
08:47Das werde ich so bald wie möglich abklÀren.
08:48Tun Sie das bitte.
08:50Gut, ich habe reponiert.
08:51Die Fraktur steht dran.
08:55So, Frau Habe, danke.
08:56Herr Brenner, warten bestimmt schon auf Sie.
08:58PĂŒnktlich wie die Fliesenleger.
09:00Entschuldigung, ich wurde noch aufgehalten.
09:02Von Ihrer Frau Mutter ĂŒbrigens.
09:03Was wollte denn meine Mutter von Ihnen?
09:05Danke fĂŒr die Einladung.
09:07Was fĂŒr eine Einladung?
09:17Keine Sorge.
09:18Du musst dich um nichts kĂŒmmern.
09:21Das werde ich auch nicht.
09:22Gut, dann lass dich einfach ĂŒberraschen.
09:25Mama, ich will meinen Geburtstag aber nicht feiern.
09:27Muss ich mir Sorgen machen?
09:28Das bist doch nicht du.
09:30Wie kommst du denn darauf?
09:32Dein Geburtstag war dir immer so wichtig.
09:34Da mussten alle deine Freundinnen und Freunde kommen.
09:37Ja, aber die sind alle nicht in Leipzig.
09:40Hier sind andere.
09:42So gewinnt man neue Freundschaften.
09:43Du bist jung.
09:45Du musst was erleben.
09:47Dieses graue MauskostĂŒm, das steht dir ĂŒberhaupt nicht.
09:51Ich erlebe hier wirklich genug.
09:52Und stell dir vor, ich arbeite gern.
09:55Ich könnte mir vorstellen, dass der ein oder andere Arzt sich durchaus ĂŒber so eine Einladung freut.
10:00Mama, willst du denn ewig Single bleiben?
10:02Das geht dich ĂŒberhaupt nichts an.
10:04Wann kapierst du endlich, dass ich erwachsen bin und meine eigenen Entscheidungen treffen kann?
10:07Was auch immer du fĂŒr morgen geplant hast, ich werde nicht dabei sein.
10:11Ich will dich morgen ĂŒberhaupt nicht sehen.
10:14Warte mal.
10:16Miri.
10:16Von dem Auftrag hĂ€ngt so viel ab fĂŒr die Firma.
10:18Das schief geht.
10:19Ich wollte nachdenken.
10:21Das ist...
10:21Es tut mir leid.
10:22Ich hÀtte dich nicht anrufen sollen.
10:23Nee, du hÀttest was aufpassen sollen.
10:25Kann doch nicht so schwer sein.
10:26Herr, als Mattis sich damals am Herd verbrannt hatte, warst du fĂŒr ihn verantwortlich.
10:30Und hab ich dir da irgendwelche VorwĂŒrfe gemacht?
10:32Nee.
10:34Frau Pauli?
10:36Also, was ist mit meinem Sohn?
10:37Thomas, bitte.
10:38Nee, ich will jetzt wissen, was mit Mattis ist.
10:41Wir konnten den Bruch richten und fixieren.
10:44Er wird ohne EinschrÀnkung verheilen.
10:46Gut.
10:48WĂ€hrend der Operation ist uns etwas aufgefallen.
10:51Hat Mattis sich schon mal den Arm gebrochen?
10:55Was?
10:55Es sieht so aus, als wÀre er nicht Àrztlich behandelt worden.
10:58Können Sie mir dazu was sagen?
11:00Das kann doch jetzt nicht wahr sein, Friederike.
11:03Kann mir das nicht erklÀren?
11:07Ich auch nicht.
11:13Ihr Sohn wird gleich wach werden.
11:14Sie können jetzt zu ihm.
11:15Nee.
11:16Nee.
11:18Du gehst jetzt nach Hause.
11:20Und in Zukunft sprechen Sie alles, was meinen Sohn angeht, nur noch mit mir.
11:24Ich glaube nicht, dass Sie das allein entscheiden.
11:26Bitte kommen Sie.
11:27Mein Mann hat recht.
11:28Ich bin völlig fertig.
11:30Ich muss mich erstmal ein bisschen ausholen.
11:39Wenn ich Sie jetzt zu Ihrem Sohn...
11:40Ja, ich weiĂ, ich weiĂ gerade ein bisschen viel.
11:45Kommen Sie.
12:00Was machst du denn hier?
12:01Hast du nicht schon Feierabend?
12:02Ja, genauso wie du.
12:03Ich wollte es hier noch fertig machen.
12:05Warum?
12:06Weil die Kompressen sonst weglaufen?
12:07Was du heute kannst besorgen.
12:09Stimmt genau.
12:10Wir mĂŒssen heute reinfĂŒhren.
12:11Das kann man nicht verschieben.
12:13Ich will nicht.
12:14Jetzt komm schon.
12:14Ich mach das morgen alles vor meinem Dienstbeginn fertig.
12:16Okay?
12:16Als Geburtstagsgeschenk.
12:17Jetzt komm.
12:18Hier.
12:18Los.
12:29Und dann wurde dem Geburtstagskind den ganzen Tag ĂŒber Streiche gespielt.
12:33Was fĂŒr Streiche?
12:35Die Klassiker.
12:37Zusammengebundene SchnĂŒrsenkel.
12:38SpĂŒlmittel in der Zahnpasta.
12:40Und du bist immer darauf reingefallen.
12:42Jedes Jahr.
12:43Meine Familie hat es da ĂŒber die Jahre zu einer gewissen VirtuositĂ€t gebracht.
12:48Aber jetzt hast du keine Lust mehr darauf?
12:51Ich weiĂ nicht.
12:52Das ist ein Teil meiner Kindheit.
12:54Das war auch schön, aber ist auch so langsam vorbei.
12:59Ich finde es ehrlich gesagt ziemlich cool von deiner Mutter, dass sie dir eine Freude machen will.
13:03Es tut mir auch leid, dass ich sie so angegangen bin.
13:05Aber wenn ich sie nicht gebremst hÀtte, dann wÀre morgen der furchtbarste Tag des ganzen Jahres geworden.
13:11Wenn ich meinen Geburtstag feiern wĂŒrde, dann auf jeden Fall anders.
13:15Einfach locker mit Freunden.
13:17Na gut, aber dafĂŒr brauchst du ja erstmal Freunde.
13:20Vorsicht.
13:21Ne, ich mein's ernst.
13:23Du arbeitest viel zu viel.
13:24Du musst auch mal Spaà haben können.
13:25Ja, Papi.
13:30Oh, oh, wir haben's verpasst.
13:32Was?
13:33Alles Gute zum Geburtstag.
13:35Auf dich.
13:36Tschin, tschin.
13:37Danke.
13:40So, und jetzt muss ich auch mal schlafen.
13:42Ey, so einfach ist es nur auch wieder nicht, mich reinzulegen.
13:44Ne, wirklich, ich bin voll mĂŒde.
13:45Du wolltest sowieso nicht feiern, oder?
13:48Bestimmt.
13:49Ja.
13:49Okay, los, komm.
14:06Und der Verband?
14:07Habe ich dir zu viel versprochen?
14:10Abgefahren.
14:14Das ist das beste Krankenhaus, was ich kenne.
14:16Wie viele KrankenhÀuser hast du denn schon getestet?
14:19FĂŒnf mindestens.
14:21Dann kennst du dich ja besser aus als ich.
14:26Entschuldigung.
14:28Ist doch nichts passiert.
14:41Ich glaube, ich war gar nicht in fĂŒnf KrankenhĂ€usern, sondern in sechs.
14:46Und ich glaube, dir wÀchst gleich eine lange, lange, lange Nase.
14:50Aber als ich geboren wurde, war ich doch auch im Krankenhaus.
14:54Das stimmt.
15:03Das war der Stress, das kann ich doch verstehen.
15:05Ja, das muss ich echt fest Àndern.
15:06Ich mache jetzt so lange AuĂendienst, ich kann nicht mehr.
15:09Ich weiĂ ja, dass du nur fĂŒr uns so viel arbeitest.
15:11Ich habe einen Termin mit dem Chef gemacht, gleich nachher.
15:14Lass dich nicht ĂŒber den Tisch ziehen, ja?
15:17Dr. Peters?
15:18Ja?
15:19Kann ich kurz mit denen sprechen, das ist wichtig.
15:21Ja.
15:24Komm so.
15:30Zuerst dachte ich, er will vielleicht nur angeben.
15:34Aber Mathis war sicher schon öfter im Krankenhaus.
15:39Gestern hat die Mutter behauptet, er hĂ€tte Angst vor Ărzten und KrankenhĂ€usern.
15:43Nein, den Eindruck hatte ich wirklich nicht.
15:46Andere Kinder staunen erst mal ĂŒber die Riesenbetten, langen GĂ€nge.
15:50Er nicht.
15:51Er wusste ganz genau, wie es hier lĂ€uft und wie man die Steuerung fĂŒrs Bett bedient.
15:56ZĂŒlzer.
15:58AuĂerdem ist er alles andere als ungeschickt.
16:02Er konnte problemlos mit Gips und Bandage frĂŒhstĂŒcken.
16:07AuĂer...
16:08Ist dir noch was aufgefallen?
16:11Ihm ist der Joghurtbecher runtergefallen.
16:13Kann jedem mal passieren.
16:16Aber Mathis hat sich erschrocken.
16:18Und fĂŒr einen Moment war er völlig verĂ€ngstigt.
16:26Rufen Sie bitte den Kinderarzt der Paulis an.
16:29Fragen Sie mal, ob da irgendwas bekannt ist.
16:31Vielleicht sehe ich auch nur Gespenster.
16:33Das wÀre zu hoffen.
16:35Danke.
16:36Danke.
16:43Ach, du bist auch schon da. Ist ja schön.
16:45Guten Morgen.
16:46Ja, morgen.
16:49Wollten Sie nicht gestern die Verbrauchsmaterialien sortieren?
16:52Das wollte Chris eigentlich machen.
16:54Ich hatte Ihnen die Aufgabe zugeteilt.
16:56Entschuldigung, kommt nicht wieder vor.
16:58Dann legen Sie bitte los.
16:59Frau Birkner muss fĂŒr die OP vorbereitet werden.
17:01Und Herr Wachholz, auch so 105 muss zum RĂŒcken.
17:03Danke.
17:08Dr. Heilmann.
17:10Ich wĂŒrde Sie gern nochmal wegen Mathis Pauli sprechen.
17:12Der Treppensturz von gestern.
17:14Wenn es denn einer war.
17:16Wie meinen Sie das?
17:18Als ich gestern aus dem OP kam, ist mir das aggressive Verhalten von Mathis Vater aufgefallen.
17:22Die Mutter wirkte in seiner Gegenwart vollkommen eingeschĂŒchtert.
17:25AuĂerdem hat Mathis der Oberschwester gesagt, dass er schon hĂ€ufig im Krankenhaus war.
17:28Das passt nicht zu dem, was die Mutter sagt.
17:30Und was schlieĂen Sie daraus?
17:31Dass hier ein Fall von Kindesmisshandlung vorliegen könnte.
17:33Finden Sie nicht, dass Sie da etwas vorschnell urteilen?
17:36Ich habe Frau Ritter gebeten, den Arzt der Familie anzurufen.
17:40Sie wollten doch erstmal abklĂ€ren, ob es organische Ursachen fĂŒr den Sturz gibt.
17:43Das werde ich auch.
17:44Aber ich glaube nicht, dass ich was finden werde.
17:46Der Junge hat eine sehr gute Motorik.
17:48Haben Sie die Eltern darauf angesprochen?
17:50Wer weiĂ, wie der Vater auf so einen Verdacht reagiert.
17:52Vielleicht mit weiterer Gewalt?
17:55Deshalb wĂŒrde ich lieber gerne direkt mit dem Jugendamt sprechen.
17:58Wenn Sie als behandelnde Ărztin beim Jugendamt anrufen, wird der Junge wahrscheinlich sofort von seinen Eltern getrennt.
18:04Die Leute vom Jugendamt kennen sich aus. Das ist ihr Job.
18:06Sollte ich mich irren, wird das schnell zu klÀren sein.
18:08Bevor Sie jetzt eine Lawine lostreten, warten Sie die weitere Diagnostik ab.
18:14Wenn Sie den Jungen untersuchen, können Sie ihn genauer nach den Ursachen seiner Verletzungen fragen.
18:19Mattis wird seinen Vater niemals beschuldigen.
18:21Kinder kapieren doch gar nicht, was vor sich geht.
18:24Ich dachte auch bei meinem Vater, er wÀre normal.
18:27Am liebsten wĂŒrde ich den gar nicht mehr zu Mattis lassen.
18:30Das geht nicht. Machen Sie einfach Ihre Arbeit als Ărztin.
18:32Das ist doch absurd!
18:34Wir mĂŒssen mit allen Mitteln verhindern, dass dem Jungen nochmal Gewalt angetan wird.
18:37Ich will alle Befunde sehen, sobald sie vorliegen.
18:41Ja, Dr. Heidelmann.
18:50Peters hier.
18:51Haben Sie den Kinderarzt von Mattis Pauli erreicht?
18:54Wie viele?
18:57Niemand wechselt so oft seinen Hausarzt.
19:02Bringen Sie den Jungen in die Zwei.
19:04Und wenn es irgendwie geht, ohne seine Eltern, vielleicht komme ich so an ihn ran.
19:15Super. Das funktioniert ja richtig gut.
19:18LĂ€ufst du mal auf und ab?
19:21Wie geht es deinem Kopf?
19:23Besser. Die Kopfschmerzen sind weg und ich kann mich jetzt auch wieder an den Unfall erinnern.
19:28Ich habe an der Treppe gespielt, nicht aufgepasst und dann bin ich runtergefallen.
19:33VorwĂ€rts oder rĂŒckwĂ€rts?
19:35Ăh, weiĂ nicht.
19:37Na ja, hast du die Treppe gesehen, als du gefallen bist oder nicht?
19:41Ja. Nein, rĂŒckwĂ€rts.
19:42War dein Vater dabei?
19:46Nein.
19:47Nein, mehr kann ich nicht sagen.
19:50Nur noch eine Frage.
19:52Hat dir irgendjemand vorgesagt, wie der Unfall passiert ist?
19:55Nein.
19:59Wann kommt Mama?
20:01Gleich.
20:02Schwester Asu muss mit ihr noch was besprechen wegen der Versicherung.
20:08Bei der Operation habe ich gesehen, dass du dir den Arm schon einmal gebrochen hast.
20:14Kannst du mir sagen, wie das passiert ist?
20:17Nein.
20:18Ich will, dass es dir gut geht.
20:21Du hattest ganz sicher starke Schmerzen und konntest diesen Arm nicht richtig bewegen, stimmt's?
20:26Du kannst dich bestimmt daran erinnern.
20:29Nein.
20:34Hast du vor jemandem Angst?
20:44Egal, was ein Patient sagt, Ărzte dĂŒrfen es niemandem verraten, wenn er das selbst nicht möchte.
20:50Warum nicht?
20:52Na ja, damit Patienten ihren Ărzten alles sagen können.
20:58Puh.
21:06Sind Sie hier fertig?
21:08Na mal das?
21:09Alles gut?
21:11Los, Papa.
21:12Der musst du nochmal los wegen der Arbeit.
21:14Kommt aber nachher wieder.
21:15Komm, ich hab was fĂŒr dich.
21:23Ich war so dicht dran.
21:29William!
21:33Was machst du heute Abend?
21:35Ach, nichts.
21:37Perfekt.
21:38Freunde von mir legen auf und dann wĂŒrde ich sehr gerne hingehen.
21:41Klingt gut.
21:42Ja, aber leider habe ich Dienst.
21:45Achso.
21:46Du hÀttest was gut bei mir.
21:48Ja, kein Problem.
21:51Geil.
21:53Also es sei denn, das ist irgendwie doof fĂŒr dich, weil du eigentlich Geburtstag hast.
21:56Nö, kein Problem.
21:59Passt.
22:11Die Untersuchungen sind ohne Befund keine neurologischen AuffÀlligkeiten, volle SehfÀhigkeit.
22:16Auch sonst kann ich keine organische Ursache fĂŒr Mattis angebliche Ungeschicklichkeit finden.
22:21Dann kann er ja wieder nach Hause.
22:24Bitte setzen Sie sich.
22:30Ihr Sohn wurde gerade operiert.
22:32Er hat eine GehirnerschĂŒtterung erlitten.
22:33Er braucht deshalb noch einige Tage Bettruhe unter Àrztlicher Beobachtung.
22:37Ich wĂŒrde schon dafĂŒr sorgen, dass Mattis im Bett bleibt.
22:40Nach so einem Sturz kann es auch ein oder zwei Tage spÀter noch zu einer Hirnblutung kommen.
22:44Wir untersuchen ihn hier rund um die Uhr.
22:45Das können Sie zu Hause nicht leisten.
22:47Das ist meine Verantwortung als Mutter.
22:50Mattis hat mir von dem Unfall erzÀhlt.
22:52Aber das, an was er sich erinnert, passt nicht zu den Verletzungen.
22:57Das verstehe ich nicht.
22:59Eine mögliche ErklĂ€rung fĂŒr das Verletzungsbild wĂ€re auch eine massive Gewalteinwirkung.
23:07Was?
23:08Sie können mir vertrauen, Frau Pauli.
23:10Solange Mattis bei uns in der Klinik ist, wird ihm nichts passieren.
23:14Das ist ungeheuerlich. Das muss ich mir nicht anhören.
23:17Warum haben Sie den ersten Anbruch nicht behandeln lassen?
23:19Weil ich nichts davon wusste.
23:21Das glaube ich nicht.
23:21Wollen Sie mir unterstellen, dass ich lĂŒge?
23:23Wir mĂŒssen doch verhindern, dass so etwas nochmal passiert.
23:27Glauben Sie mir.
23:28Ich lag die ganze Nacht wach und habe ĂŒberlegt, wie ich das hĂ€tte verhindern können.
23:32Dann hören Sie auf, die Person zu schĂŒtzen, die Mattis das angetan hat.
23:34SchĂŒtzen Sie lieber Ihren Sohn.
23:38Sie irren sich.
23:41Ich will jetzt zu ihm.
23:42Ich habe ihn in die Radiologie bringen lassen.
23:46Um seine GliedmaĂen und seinen Thorax zu röntgen.
23:48Wie bitte?
23:49Haben Sie nicht gesagt, dass er Ruhe braucht?
23:52Was machen Sie mit ihm?
23:53Ich möchte wissen, wie viele solcher UnfÀlle es schon gegeben hat.
23:56Es ist Körperverletzung.
23:57Ich werde Sie verklagen.
24:07Das ist doch keine FĂŒlle.
24:08Wir sind noch im Kindergarten.
24:09Ich muss noch kommen.
24:10TschĂŒss.
24:10Hey, tut mir leid.
24:11Ich habe lÀnger gebraucht.
24:12Und?
24:13Hast du mit ihm gesprochen?
24:14Ja, reden wir nachher drĂŒber.
24:15Zu Hause.
24:16Was ist mit Mattis?
24:17Er wird gerade noch untersucht.
24:19Warum?
24:20Dieser Dr. Peters ist ein bisschen ĂŒberengagiert, wenn du mich fragst.
24:23Wie meinst du das?
24:25Mattis ging es gut.
24:26Er muss sich nur noch ein bisschen ausruhen.
24:28Aber die muss ja doch erklÀrt haben, was sie untersuchen will.
24:30Die brauchen unser EinverstÀndnis.
24:32Offenbar nicht.
24:33Sie haben ihn einfach weggebracht, als ich mit der Schwester die Unterlagen fĂŒr die Krankenkasse
24:36fertig gemacht habe.
24:37Das hat mich auch gewundert.
24:38Nein, nein, nein.
24:39Lass ich mir mal selber erklÀren.
24:40Thomas, bitte.
24:41Bring dich nicht auf.
24:42WeiĂt du, wir nehmen ihn einfach mit nach Hause.
24:44Wir können uns schlieĂlich nicht zwingen, ihn hier zu lassen.
24:46Das ist eine gute Idee.
24:47Ist direkt nach der OP.
24:48Also, ich bin nur in Köln und seid allein zu Hause.
24:55Wie jetzt?
24:57Ich dachte, du machst Schluss mit AuĂendienst.
24:59Ich hab doch gesagt, da reden wir spĂ€ter drĂŒber.
25:03Frau Pauli?
25:04Ah, schön, dass hier endlich mal jemand auftaucht, der uns informieren kann.
25:08Mattis ist wieder auf seinem Zimmer.
25:10Sie können jetzt zu ihm.
25:11Wo ist Frau Dr. Peters?
25:12Ich hĂ€tte gerne mal eine ErklĂ€rung dafĂŒr, was Sie mit unserem Sohn veranstalten.
25:15Dr. Peters möchte mit Ihnen die Ergebnisse der Röntgenuntersuchung besprechen.
25:19Kommen Sie bitte mit.
25:20Bis gleich.
25:36Sie hĂ€tten den Jungen ohne EinverstĂ€ndnis der Eltern nicht röntgen lassen dĂŒrfen.
25:40Das war kein Notfall und wir halten uns hier an die Regeln.
25:43In gewisser Weise doch.
25:46Sehen Sie sich das an?
25:49Das gibst du nicht.
25:51HÀtte ich die Eltern um Ihr EinverstÀndnis gebeten, hÀtten Sie Ihr Kind aus der Klinik genommen, so wie Sie es
25:56immer getan haben.
25:58Der linke Arm war ebenfalls schon gebrochen.
26:01Eine typische Parierfraktur.
26:04Stimmt also doch, der Vater schlÀgt den Jungen.
26:08Sieht so aus, als hĂ€tte er versucht, sich mit diesem Arm zu schĂŒtzen.
26:14Die Fraktur wurde nicht Àrztlich versorgt.
26:18Ich weiĂ nicht, wie ein Kind das aushalten kann.
26:22Wo ist Matthias jetzt?
26:25In seinem Patientenzimmer.
26:27Mit seiner Mutter.
26:29Ich versuche mit ihr zu reden, aber sie weiĂ die VorwĂŒrfe zurĂŒck.
26:32Und der Vater?
26:33Er wartete in der Drei auf die Untersuchungsergebnisse.
26:38Ich wollte ihn vorerst nicht in die NĂ€he des Jungen lassen.
26:45Ich habe das irgendeinem informiert.
26:49Gut.
26:52Entschuldigung.
26:54Was ist noch los mit mir?
26:59Mit ihm ist alles in Ordnung.
27:07Danke.
27:14Fast hÀtte ich es vergessen.
27:17Herzlichen GlĂŒckwunsch zum Geburtstag.
27:19Ich bin leider nicht mehr dazu gekommen, selber zu packen.
27:26Ja.
27:27Die Geste zÀhlt.
27:36Herr Brenner, die Laborergebnisse sind da.
27:39Sehr gut, auf die habe ich schon gewartet.
27:42Ja.
27:58Bitte beruhigen Sie sich, Herr Pauli.
28:00Ich habe von der RĂŒckenaufnahme nichts gewusst.
28:01Das dĂŒrfen Sie ĂŒberhaupt nicht.
28:02Ihr Sohn hatte in den letzten Jahren mehrere Frakturen.
28:04Diese wurde mit Sicherheit nicht Àrztlich versorgt.
28:06Sie fragen nicht ernsthaft, ob ich das untersuchen darf.
28:08Das kann ich sein.
28:09Mir reicht es jetzt. Hören Sie auf, sich rauszureden.
28:11Nein. Sehen Sie hin.
28:13Wissen Sie, was das fĂŒr Schmerzen sind?
28:15Das stimmt nicht.
28:16Das kann nicht sein. Ich schwöre, ich hatte davon keine Ahnung.
28:20Zieh dich an, Mathis. Wir können nach Hause.
28:23Wo ist Papa?
28:24Der kocht was fĂŒr uns drei.
28:27Der ist schon vorgefahren.
28:28Und nachher gucken wir zusammen und filmen.
28:30Es wird richtig gemĂŒtlich.
28:31Ich habe Kopfschmerzen.
28:33Hauptsache, du beeilst dich.
28:39Mama, ich will nicht nach Hause.
28:42Das muss ja auch gar nicht.
28:45Brauchen Sie noch etwas?
28:46Nein, danke.
28:48Wenn doch noch was ist,
28:49gingen Sie einfach.
28:50Mhm.
28:58Zieh dich jetzt bitte an.
29:00Mama, mir ist schlecht.
29:01Das gibt sich.
29:02Ich habe dafĂŒr jetzt kein Nervmannes.
29:05Kannst du mal ein bisschen mitmachen?
29:08Los jetzt.
29:09Rein hier.
29:14Komm jetzt.
29:24Bevor ich dir irgendwelche Vermutungen anstelle,
29:25klebe ich das erst mal mit meiner Frau.
29:27Tun Sie das aber nicht jetzt in dieser aggressiven Stimmung.
29:29Glauben Sie mir, dass das ein MissverstÀndnis ist.
29:30Da können Sie Mathis fragen.
29:31Ich habe ihm nichts getan.
29:32Ich kann nur glauben, was ich sehe.
29:34Ihr Sohn wĂŒrde Sie immer in Schutz nehmen,
29:35weil Sie sein Vater sind.
29:37Ich muss jetzt zu Mathis.
29:37Nein, Herr Paul.
29:39Aber wie seien Sie vernĂŒnftig.
29:40Lassen Sie mich zu meinem Sohn.
29:42Sie haben bis auf weiteres Hausverbot
29:43des Jugendamtes informiert.
29:44Sitzen Sie doch ganz dicht.
29:45Tun Sie Ihrem Sohn einen Gefallen und gehen Sie.
29:48Ich war das nicht.
29:50Dann geben Sie uns bitte Zeit, die Dinge aufzuklÀren.
29:53Sonst muss ich die Polizei rufen.
29:55Ich habe mein Kind nicht geschlagen.
29:56Das wĂŒrde ich niemals tun.
30:04Lassen Sie mal sehen.
30:05Das geht schon.
30:08Nein, nein, das ist eine Platzrunde.
30:10Was?
30:30Untertitelung.
30:30Das ist eine Frage.
30:33Das war's.
31:11Herzlichen GlĂŒckwunsch zum Geburtstag, Miri.
31:20Oh! Herzlichen GlĂŒckwunsch!
31:24Entschuldigung, ich rÀum das gleich weg.
31:25Nein, ich muss mich entschuldigen. Ich hab Ihren Geburtstag vergessen. Alles Gute.
31:31Möchten Sie auch ein paar KrĂŒmel?
31:32Nein, danke. Haben Sie nicht lÀngst Feierabend?
31:36Ich bin fĂŒr Chris eingesprungen.
31:37Wir sind voll besetzt. Chris hat keinen Dienst.
31:48Ich hab sowieso nichts Besseres vor.
31:50Gut. Das ist aber Ihre letzte Aufgabe fĂŒr heute.
31:54Sie mĂŒssen doch feiern.
32:01Ich versteh das nicht. Hat die Mutter nicht mitbekommen, dass der Mann gefÀhrlich ist?
32:05Vielleicht hat sie ihren Mann geschĂŒtzt, um das Bild der heilen Familie aufrechtzuerhalten.
32:09Aber spÀtestens wenn ein Vater sein Kind schlÀgt, dann weià ich doch, dass die Familie niemals heil werden kann.
32:15Wer so zuschlÀgt, hat auf Selbstgewalt erlebt und nicht gelernt, Konflikte anders zu lösen.
32:19Das passiert immer wieder.
32:21Mattis weiĂ vielleicht gar nicht, was ihm alles angetan wird.
32:25Ich glaube, ich muss mich bei Ihnen entschuldigen.
32:27Wir hĂ€tten die Behörden frĂŒher informieren sollen.
32:29Ach.
32:34Peters?
32:36Was?
32:37Ich komme sofort.
32:38Mattis ist weg.
32:43Als ich nach ihm sehen wollte, war er nicht da, die Mutter auch nicht und die ganzen Sachen sind weg.
32:47Wann haben Sie die beiden zuletzt gesehen?
32:48Vor einer Stunde.
32:49Eine Stunde?
32:50Die könnten sonst wo sein.
32:51Ich informiere die Polizei.
32:53Heimann?
32:54Mit Herrn Pauli?
32:56Und seine Mutter?
32:58Wir kommen.
32:59Mattis hat die Klinik nicht verlassen.
33:00Seinen Vater hat ihn gerade in die Notaufnahme gebracht.
33:02Er ist ohne Bewusstsein.
33:03Thomas Pauli ist unschuldig.
33:05Es war seine Mutter.
33:08Wie konnte ich mich so tÀuschen lassen?
33:13Ich wusste nicht, was ich machen soll.
33:14Ich bin einfach hoch.
33:15Ich habe ihn genommen und...
33:15Gehen Sie zur Seite.
33:17Mattis?
33:17Kannst du mich hören?
33:18Ich weiĂ nicht, was mit ihm ist.
33:22Pupillenindifferenz.
33:22Er muss sofort zum CT.
33:23Ich ĂŒbernehme ihn in den Schockraum.
33:24Wir sehen uns im CT.
33:25Okay.
33:26Warte, ich...
33:27Ich wusste nicht, wo ich hin soll.
33:29Ich...
33:29Ich...
33:29Sagen Sie mir, was passiert ist.
33:31Ich bin in die Klinik gekommen und ich habe die beiden einen Gang gesehen.
33:35Zur Tiefgarage.
33:36Und meine Frau, die war ein anderer Mensch.
33:38Ich habe die noch nie so wĂŒtend erlebt.
33:40Sie hat Mattis geschlagen.
33:41Ja, ich...
33:42Er hat da gelegen.
33:43Er hat ganz flach noch geatmet.
33:46Ich habe versucht, ihn zu wecken.
33:47Aber es hat nicht geklappt.
33:48Er hat ĂŒberhaupt nicht reagiert.
33:49Und Ihre Frau?
33:50Keine Ahnung.
33:51Die ist weg.
33:52Ich weiĂ es nicht.
33:53Ich informiere Sie sobald wir NĂ€heres wissen.
33:59Hier ist die Mailbox von Linda Schneider.
34:01Bitte hinterlassen Sie eine Nachricht nach dem Signal.
34:10Drei, Zwei, Eins.
34:14Drei, Zwei, Eins.
34:24Segen.
34:25Auf ein Heimbe ŃпаŃĐžĐ±ĐŸ.
34:28Segen.
34:28Auf ein Heimbeut des Segels.ophil
34:30sein auch mit dabei. Herzlichen
34:34GlĂŒckwunsch zum Geburtstag, mein Schatz. Alles Gute,
34:38Miri! Gekraut,
35:00Bipo? Die Blutung steht. Das HĂ€matom ist entlastet. SpĂŒlung? Wie geht's Ihnen?
35:07Soweit stabil. Wir spĂŒlen nochmal.
35:20TschĂŒss. Schön, dass Ihr da wart.
35:26Der Kuchen ist wirklich ein Gedicht. Ich brauche dieses Rezept unbedingt fĂŒr die Cafeteria.
35:31Ja, ist aber ein altes Familiengeheimnis. Da geht heute noch was.
35:38Lustig. Doch. Noch zweimal Geburtstagsfeier in der Sachsenklinik.
35:42Dann wird das hier deine Familie.
35:43Na ja, mit den Sitten und GebrÀuchen seid Ihr ja immerhin schon vertraut.
35:46Was ist denn jetzt?
35:48Ziehen wir gleich noch weiter? Auf jeden Fall.
35:58Das war knapp. Sehr gute Arbeit.
36:00Wie konnte ich nur so blind sein?
36:02Wir haben uns alle tÀuschen lassen.
36:04Ich war nicht so professionell, wie ich hĂ€tte sein mĂŒssen.
36:07Warum komme ich auf die Idee, ich könnte die AbgrĂŒnde einer Familie durchschauen, die ich keine 48 Stunden kenne?
36:11Sie haben gemerkt, dass mit dem Jungen etwas nicht stimmt, sind ihren Instinkten gefolgt und haben nicht locker gelassen.
36:16Das hat ihm wahrscheinlich das Leben gerettet.
36:18HÀtte ich den Vater nicht verdÀchtigt?
36:20Sie haben emotional reagiert, wie jeder Mensch.
36:24Was passiert jetzt mit Mattis?
36:26Das entscheidet der Vater zusammen mit dem Jugendamt.
36:28Die zustÀndige Jugendpflegerin hat Strafanzeige gegen die Mutter erstattet.
36:33Sie wird zur Verantwortung gezogen.
36:37Die Junge hat das alles ertragen und geschwiegen, um seine Familie zu schĂŒtzen.
36:44Das ist jetzt vorbei.
37:12Sie wird doch wieder ganz gesund, oder?
37:14Ich wollte das nicht.
37:16Trotzdem haben Sie es getan.
37:19Wir waren spÀt dran und Mattis hat sich einfach nicht angezogen.
37:24Da ist mir die Hand ausgerutscht.
37:26Ich weiĂ, so etwas darf nicht passieren.
37:28Sie wissen ganz genau, dass Ihnen bei Mattis nicht nur einmal die Hand ausgerutscht ist.
37:32Ihr Sohn hatte so viele schwere Verletzungen.
37:35Diese Schmerzen auch noch zu ignorieren, das ist unbegreiflich.
37:41Ich wollte doch nicht, dass er die Treppe runterfÀllt.
37:45Offensichtlich glauben Sie Ihre eigenen LĂŒgen.
37:48Machen Sie eine Therapie.
37:50Sonst kommen Sie da nicht mehr raus.
38:08Hanna schlÀft bei einer Freundin, wir haben Sturm frei.
38:11Schön, dass du uns zum Essen einlÀdst.
38:14Entschuldige, einlÀdst?
38:15Wir mĂŒssen uns ja selbst bekochen.
38:17Aber ich kĂŒmmere mich ums GemĂŒse.
38:19Dr. Heilmann, Sie assistieren mir?
38:21Ja, ich helfe dir auch.
38:23Aber vorher möchte ich gerne ein kĂŒhles Glas WeiĂwein.
38:25LĂ€uft!
38:30Schwere OP?
38:31Ich habe nicht erkannt, dass es um Kindesmisshandlung geht, Dr. Peters schon.
38:36Deshalb war sie heute so anders.
38:38Die Sache hat sie ziemlich mitgenommen.
38:41Lea Peters ist professionell. Sie kommt rĂŒber hinweg.
38:45So professionell kann keiner von uns sein.
38:48Und das ist gut so.
38:49So, hier wartet ein halbes Kilo Kartoffeln und ein Glas WeiĂwein auf dich.
38:53Mach drei draus.
38:55Sehr gerne.
39:10Das wird erschaffen.
39:14Die Blutung war eine Folge des SchÀdel-Hirntraumers.
39:17Es ist uns aber gelungen, die Blutung zu stoppen und auszurÀumen.
39:22Ich denke, dass Mathis bald aufwachen wird und dass er sich vollstÀndig erholt.
39:28Er ist ein starker Junge.
39:31Es ist gehört groĂ. Es wird alles wieder gut.
39:39Entschuldigung.
39:57Es tut mir leid, dass ich Sie verdÀchtigt habe.
40:00Nein.
40:02Sie mĂŒssen sich nicht entschuldigen.
40:04Sie nicht gewesen werden.
40:11Warum haben Sie nichts getan?
40:16Ich habe das nicht gewusst.
40:17Haben Sie sich nie gefragt, warum Ihr Sohn so hÀufig verletzt ist?
40:21Doch.
40:22Schon.
40:25Es gab immer eine gute ErklÀrung.
40:28Ja.
40:30Ihre Frau.
40:32Und Mathis.
40:34Die beiden haben wir zusammengehalten.
40:37Und manchmal richtig eifersĂŒchtig.
40:41EifersĂŒchtig?
40:43Ich bin wochenlang auf Baustellen unterwegs.
40:47VernÀchten.
40:49Ich bin morgens um sechs aus dem Haus und komme nachts wieder, wenn Mathis schlÀft.
40:53Meistens war ich nur noch sauer, wenn wieder was passiert ist.
40:56Frederik her angerufen hat, dass sie sofort kommen soll.
41:01Ich hÀtte nie gedacht, dass ich ihm so etwas antun kann.
41:04Ich habe nur gedacht, dass sie ihn ĂŒberall liebt.
41:08Vielleicht tut sie es ja trotzdem.
41:10Bitte.
41:15Ich weiĂ, dass Mathis sich bei Ihnen Sicherheit fĂŒhlt.
41:20Und Ihre Frau kann sich helfen lassen, wenn sie das will.
41:24Ich werde mich jetzt um ihn kĂŒmmern.
41:25Was ich lÀngst machen soll.
41:31Hey, Jose.
41:35Alles gut, Papa.
41:36Was ist hier?
41:38Ich gehe auch nicht mehr weg.
41:41Ist alles gut, okay?
41:42Du musst keinen Angst haben.
41:47Ist wieder gut.
41:58Ich bin hundemĂŒde.
42:01Warum sind wir gestern so spÀt ins Bett gegangen?
42:03Weil es einfach groĂartig war.
42:06Ich gehe nicht mehr feiern.
42:08DafĂŒr bin ich definitiv zu alt.
42:11Wenn ich dich nicht irgendwann von der TanzflÀche gezogen hÀtte,
42:13dann wÀren wir gar nicht mehr ins Bett gekommen.
42:15Guten Morgen, die Damen.
42:17Guten Morgen!
42:18Ach, nicht so laut.
42:20Da brauche ich wohl nicht mehr zu fragen, wie der Abend gelaufen ist.
42:23Ich brauche heute auf jeden Fall einen sehr, sehr, sehr starken Kaffee.
42:27Na dann, kommen Sie, ich lade Sie ein.
42:29Ah!
42:41Na ihr beiden?
42:42Wie geht's euch?
42:45Sag mal, kann man euch auch besuchen in Mecklenburg?
42:49Na so, ich habe mir ein paar Teige ohne Kummer.
42:54Ja, ich gebe es zu, ich vermisse euch.
42:59Tja.
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