- vor 10 Stunden
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00:20Love Is Enough
00:30Can make it the stormy weather
00:32As long as we stay together
00:37Love Is Enough
01:01Ich will das aufpassen
01:02Das Geschenk ist für uns beide
01:04Hallo
01:05Hallo Papa
01:06Hallo Papa
01:07Hallo
01:09Na, ihr zwei
01:12Wie war es bei den Eltern?
01:14Schön
01:15Warum hast du dich angerufen?
01:19Hättest du dann aufgeräumt?
01:20Ich hätte es schon noch gemacht
01:22Kannst du den Jungs bitte was zu essen machen?
01:25Pauline muss dringend in die Wanne
01:26Ja, natürlich
01:28Schöne Begrüßung
01:29Philipp
01:32Was hast du erwartet?
01:33Eine Woche Auszeit
01:34Und alle Probleme haben sich in Luft aufgelöst?
01:37Ja
01:41Nein, sicher nicht
01:43Hallo, alle
01:49Leider nur der AB von Simon und Silvia
01:52Nachrichten bitte nach dem wohlbekannten Piep
01:55Silvia, ja, hier ist Simon
01:57Du wolltest mich doch anrufen
01:59Es geht nur darum, wann ich meine Sache abholen kann
02:01Bitte ruf zurück, ja?
02:02Ich meine, wir können das natürlich auch verschieben
02:04Wenn es dir im Moment damit nicht gut geht
02:05Aber ruf mich bitte an
02:34Ich komme schon
02:44Na, also ich hatte Nachtdienst
02:46Und dann bin ich beim Bäcker vorbeigekommen
02:48Und dann dachte ich, du könntest zusammen frühstücken
02:51Toll
02:53Hättest du vorher mal kurz anrufen können?
02:55Bestimmt, dann wäre der Kaffee jetzt schon fertig, ne?
02:59Du musst jetzt für Simon auch noch die Kisten packen
03:01Kann er das nicht alleine?
03:03Ich wollte das machen
03:07Geht's dir gut?
03:10Klar
03:11Mach doch schon mal Kaffee, ich deck den Tisch
03:14Okay
03:18Du hast die Zähne nicht geputzt, ne?
03:21Ja
03:37Sie wollten mich sprechen?
03:38Ja
03:39Es geht um die Orchie-Oktemie des Patienten Ludwig
03:42Ja, ich kann mich dran erinnern
03:43Was ist damit?
03:44Sie haben assistiert
03:45Ja
03:47Der Patient lebt, ne?
03:49Kleiner Scherz
03:50Es geht um die Wochenkonferenz
03:51Ich möchte, dass dieser Fall referiert wird
03:53Ich hätte es Dr. Kaminski gar nicht selbst gesagt
03:56Aber er ist ja bereits im OP
03:57Ich richte es aus
03:58Danke
03:58Und falls er verhindert ist, dann
04:02Das ist nett gemeint, aber das wird sich Dr. Kaminski nicht nehmen lassen
04:13Hast du keine Hunger?
04:16Ich habe schon ganz früh
04:19Mit deinem Überraschungsbesuch konnte ich ja nicht rechnen
04:25Und du und Simon, ihr bekommt das ohne Stress geregelt?
04:29Natürlich
04:31Aber sag doch bitte nicht immer Simon
04:34Er ist dein Vater
04:35Du nimmst ihn immer noch in Schutz?
04:4020 Jahre Ehe
04:46Ich mache schon
04:49Erinnerst du dich, als Omas heilige Suppenterrin an Scherben ging?
04:54Nichts ist für die Ewigkeit, hat sie gesagt
04:57Ja
05:01Aber die Liebe ist auch keine Suppenschüssel
05:08Mal heiß, mal kalt
05:11Mal voll, mal leer
05:15Ich finde es wirklich toll, wie du das alles packst
05:20Brauchst du mit den Kisten noch Hilfe?
05:24Du siehst müde aus, lass mal
05:26Ich mache das schon
05:27Okay, dann gehe ich jetzt
05:30Tschüss
05:43Musik
05:45Musik咪
05:45Musik Musik
05:47Musik
06:07Das ist ein Schuss.
06:17Leute, mehr Dienste gingen ja wohl nicht.
06:20Oh doch, wollen Sie mit mir tauschen?
06:29Hallo? Nein, du störst nicht.
06:31Dr. Kaminski, die Wochenkonferenz.
06:33Sprich ruhig, ich höre dich.
06:35Mein Sohn aus Australien.
06:39Junge, du musst mich nicht daran erinnern,
06:42mein Enkel am Flughafen abzuholen.
06:4518.35 Uhr, Flughafen Leipzig-Halle.
06:47Die Kinderbetreuerin heißt Evas.
06:50Und so wie er am Freitag gelandet ist,
06:52wir zu Hause angekommen sind und...
06:54Was? Nein!
06:56Ja, ja, natürlich.
06:58Heute, ich...
07:00Ich habe das nur gerade mit dem Rückflug durcheinander gebracht.
07:04Schwindeln, ohne Ruhe zu werden.
07:06Ich kümmere mich um ihn.
07:08Ab Montag habe ich dann einen Babysitter.
07:10Ja.
07:11Und grüß schön.
07:13Wir haben morgen die Wochenkonferenz beim Chefarzt.
07:15Ja, ja, ja.
07:16Außerdem den Delektiveingriff bei Herrn Raul...
07:17Ich weiß, ich regel das.
07:22Meine Güte.
07:28Könnten Sie morgen für mich einspringen?
07:31Ich würde Ihnen ja gerne im OP helfen,
07:33aber ich bin eher mit den oberen Regionen vertraut.
07:36Ich kann auch die OP alleine...
07:37Nein, das können Sie leider noch nicht.
07:42Ich finde eine Lösung.
08:08Guten Tag, Dr. Brantano.
08:11Hallo, Frau Haas.
08:12Hallo.
08:13Frau Haas ist die Mutter von Chris.
08:15Ah, freut mich.
08:17Also, was ist denn passiert?
08:24Wie haben Sie das denn hingekriegt?
08:26Beim Hausputz.
08:27Ein Bild ist von der Wand gefallen.
08:30Das Auge ist nicht vernetzt,
08:31aber es sieht so aus, als wäre da noch was in der Wunde.
08:33Ja, bringen Sie Frau Haas bitte in den Schockraum.
08:35Da kann ich mir das genauer ansehen.
08:36Haben Sie heute schon was gegessen oder getrunken?
08:39Nur einen Kaffee.
08:41Wann?
08:42Vor zwei Stunden etwa.
08:44Gut.
08:45Dann bis gleich.
08:49Bleiben Sie mal lieber sitzen.
08:51Ich hole einen Rollstuhl.
08:59Dr. Kaminski, warten Sie sich zu mir?
09:04Schwester, Sie haben doch neulich von dieser Agentur für Kinderbetreuung gesprochen.
09:11Haben Sie da...
09:12Das ist daran jetzt so belustigend.
09:16Entschuldigung.
09:17Kinderbetreuung.
09:18Habe ich da was verpasst?
09:20Haben Sie.
09:21Mein Enkel kommt zu Besuch.
09:22Ah.
09:23Australien, oder?
09:25Ja.
09:26Ich schicke Ihnen die Nummer.
09:28Aber so kurzfristig, das könnte schwierig werden.
09:32Wie alt ist denn Ihr Enkel?
09:35Sechs.
09:35Danke.
09:36Haben Sie ein Foto von ihm?
09:38Natürlich habe ich ein Foto von ihm.
09:40Darf ich das mal sehen?
09:41Glauben Sie, das schleppe ich immer mit mir rum?
09:43Na, auf Ihrem Handy.
09:44Achso.
09:46Ich gehöre noch zu der Generation, die ein richtiges Fotoäubung besitzt.
09:50Aus Papier.
09:50Wenn ich draußen bin, dürfen Sie lachen.
09:56Ich weiß, das ist unangenehm.
09:58Eine sehr sensible Stelle.
10:02Entschuldigung, mein Tablet.
10:05Das ist Dr. Heilmann, unser ärztlicher Direktor.
10:07Hallo.
10:08Tiefgehende Schnittverletzung durch Glas und Partikelleinlagung.
10:11Glück gehabt, ihr saugert nichts abbekommen.
10:13Das ist Frau Haas, die Mutter von Christopher Haas.
10:16Ach, schön, Sie kennenzulernen.
10:18Ganz meinerseits.
10:26Das wird so leider nichts.
10:28Der Schnitt ist zu tief.
10:29Wenn Sie keine Narbe zurückbehalten wollen,
10:31sollten wir das unter Vollnarkose im OP behandeln.
10:34Schwester Miriam, veranlassen Sie alles Nötige.
10:36Kommen Sie einen Moment.
10:38Sie ist was Dienstliches.
10:45Die Frau hat getrunken.
10:48Vorher wissen Sie das?
10:50Unruhiger Blick, leichter Tremor und der Atem.
10:52Die typische Kombination aus Pfefferminze und Alkohol.
10:55Ich hab nichts gemerkt.
10:56Unter Mundschutz.
10:58Also keine Vollnarkose.
11:00Es wäre zu riskant.
11:01Haben Sie sich gefragt, ob sie OP-fähig ist?
11:03Ja, natürlich.
11:04Und sie hat nichts weiter gesagt?
11:08Also hat erzählt, dass Chris' Eltern sich getrennt haben.
11:10Vielleicht deswegen.
11:12Weil es ihr peinlich ist.
11:13Es ist Vormittag.
11:14Das sieht mir nicht nach Restalkohol aus.
11:16Fragen Sie einfach nochmal nach.
11:32Nochmal wegen der Narkose.
11:36Also nichts gegessen?
11:38Mhm.
11:40Kaffee vor zwei Stunden?
11:42Ja.
11:44Alkohol?
11:45Nein.
11:49Also gestern Abend.
11:51Und was?
11:53Rotwein zum Essen.
11:55Zwei Schoppen.
11:56Ich frag das, weil es sonst Probleme geben könnte mit der Narkose.
12:01Dann machen Sie eben eine lokale Betäubung.
12:04Das geht doch.
12:06Ist nicht so angenehm, aber möglich.
12:08Das halte ich schon aus.
12:11Gut.
12:12Schwester Miriam bereitet Sie jetzt vor.
12:14Als erstes nimmt sie ihm Blut ab.
12:16Muss das sein?
12:18Ja.
12:20Wo ist denn Ihre Schokoladenseite?
12:23Welcher Arm?
12:23Rechts oder links?
12:25Achso.
12:26Und danach melden Sie uns gleich im OP an.
12:29Sie bekommt einen Zugang.
12:301000 Milliliter Lenkerlaktat und stationäre Aufnahme, bitte.
12:33Es ist zwar nur ein kleiner Eingriff, aber es wäre gut, wenn Sie bis morgen hierbleiben würden.
12:38Nein, bitte nicht.
12:39Ich möchte nicht, dass mein Sohn mich so sieht.
12:41Chris hat erst ab 18 Uhr Dienst.
12:43Dann machen wir einen Kompromiss.
12:44Sie bleiben bis 17 Uhr und wenn Sie dann noch Beschwerden haben, rufen Sie uns an.
12:48Schwester Miriam gibt Ihnen die Durchwahl.
12:51Ja.
12:52Wenn Sie einlos.
12:52Gut, dann bis gleich.
13:01Es könnte doch sein, dass jemand eventuell seinen Platz nicht...
13:06Das habe ich verstanden.
13:07Sie sind ausgebucht.
13:09Nur für den Fall, dass eventuell...
13:12Ja, Sie haben meine Nummer.
13:14Wiederhören.
13:15Ich referiere über den Orchiektomie-Patienten Ludwig Joachim, Alter 42 Jahre.
13:20Zunächst verdienen die Begleitumstände der Diagnose wegen...
13:23Was wird das?
13:24...wegen dieser Kuriosa in diesem Bericht Erwähnung.
13:26Wir haben doch morgen die erste Wochenkonferenz.
13:29Ah.
13:29Dr. Hoffmann hat das eingeführt.
13:31Und wir sind zum Referat gebeten.
13:33Patient Ludwig.
13:34Wieso weiß ich davon nichts?
13:36Na, weil Sie im OP waren und danach ständig telefoniert haben.
13:40Ach so.
13:41Trotzdem, die Begleitumstände interessieren niemanden.
13:44Es geht ausschließlich um die Darstellung des klinischen Verlaufs.
13:48Ja, ich dachte...
13:48Und ich sagte...
13:53Ähm...
13:54Haben Sie nicht ab und zu die Brentano-Kinder gehütet?
13:57Ja.
14:03Kollege Brenner, ich denke, die kuriosen Begleitumstände des Patienten Ludwig, wie Sie es nennen,
14:10sind doch von Belang für einen Vortrag...
14:13Ich kann nicht.
14:15Was können Sie nicht?
14:16Als Babysitter einspringen.
14:19Wie kommen Sie denn darauf?
14:20Sie wollten mir gerade ein Deal anbieten.
14:23Sehe ich wie ein Dealer aus?
14:27Und warum können Sie nicht?
14:29Weil ich Dienst habe.
14:30Sie sind ein Streber und Karrierist-Brenner.
14:32Ich lerne eben von den Besten.
14:34Ja, ja.
14:36Der Patient wurde wegen eines häuslichen Unfalls in der urologischen Sprechstunde vorstellig.
14:49Frau Haas hat alles gut überstanden.
14:52Kreislauf ist stabil.
14:53Schmerzmittel habe ich notiert.
14:54Mhm.
14:56Sie waren sehr tapfer.
14:57Und Sie müssen sich keine Sorgen wegen einer Narbe machen.
14:59Das wird sehr schön verheilen.
15:01Das ist nicht so wichtig.
15:03Vielleicht für das seelische Wohlbefinden.
15:05Ja, natürlich.
15:06Wenn die Infusion durch ist, kann der Zugang raus.
15:09Ich werde es Ihrer Frau ausrichten.
15:12Ich habe gleich Feierabend.
15:13Ach so.
15:14Ähm.
15:15Dann sage ich es also selbst.
15:17Die Oberschwester, von der Chris immer so schwärmt, das ist Ihre Frau?
15:20Ja.
15:20Wie schön.
15:23Ein glückliches Paar.
15:32Der Zugang von Frau Haas kann nach der Infusion raus.
15:35Sind Ihre Laborwerte schon da?
15:36Mhm.
15:40Schlimme Verletzungen?
15:41Lies sich gut versorgen.
15:45Aber das hier ist bedenklich.
15:48Was?
15:491,4 Promille.
15:53Am Vormittag?
15:55Ich würde Chris gerne mal fragen.
15:58Der hat Nachtschicht.
16:01Vielleicht wegen der Trennung?
16:02Gegen den Koma?
16:04Wirklich.
16:07Sie wirkte so normal.
16:09Gefasst und vor allem kontrolliert.
16:11Völlig unauffällig.
16:12Du meinst, sie ist Alkoholikerin?
16:14Zumindest deutet einiges darauf hin.
16:18Chris hat mir gesagt, dass sie die Trennung erstaunlich gut verkraftet.
16:22Ich würde es nicht gut verkraften.
16:29Soll ich vielleicht nachher mit ihm reden?
16:30Ja, das glaube ich ganz gut.
16:32Du hast einen besseren Draht zu ihm.
16:33Ach, ich.
16:39Ich habe dich lieb.
16:47Dankeschön.
16:47Danke, tschüss.
16:48Tschüss.
16:49Hallo, ich hätte gerne zwei Fläschchen Piccolo trocken.
16:52Ja, gerne.
16:56Bitte schön.
16:58Ach, wo habe ich denn meine Gedanken?
17:01Drei.
17:01Ich bekomme ja gleich Besuch.
17:04Neun Euro macht das bitte.
17:06Steht so.
17:07Ach, vielen Dank.
17:07Schönen Tag noch.
17:08Ja, ebenfalls.
17:11Was wird das denn?
17:13Dr. Stein?
17:16Na?
17:18Ja, kleiner Ausflug.
17:19Ja.
17:21Frische Luft und Bewegung.
17:22Beraten wir ja auch ständig unseren Patienten.
17:25Übertreiben Sie es nicht.
17:26Es gibt für alles ein zu viel.
17:27Jetzt seien Sie mal nicht päpstlicher als der Papst.
17:29Schwester Sarah?
17:31Einen Rollstuhl bitte für den Kollegen.
17:34Bringen Sie ihn auf sein Zimmer und sorgen Sie dafür, dass er dort auch ankommt.
17:38Sollte er Widerstand leisten, sagen Sie mir Bescheid.
17:40Das ist so aufmerksam von Ihnen.
17:43Gern geschehen.
17:59Das ist so aufmerksam von Ihnen.
18:14Ja, ja, ich hab's verstanden.
18:17Sie sind ausgebucht.
18:19Hätten Sie vielleicht trotzdem eine Idee, wo ich's eventuell noch versuche?
18:24Ja.
18:26Ja, danke schön.
18:27Ja, wieder.
18:30Probleme?
18:30Wir leben in einer Großstadt mit einer halben Million Einwohner.
18:35Und ich finde keine Kinderbetreuung.
18:39Mein Enkel kommt zu Besuch.
18:42Gute Kinderbetreuung.
18:44Das ist wie ein Sechser im Lotto.
18:45Vor allem so kurzfristig.
18:46So was muss man ein bisschen mehr im Voraus planen.
18:49Kritik ist nur sinnvoll, wenn sie weiterhilft.
18:52Es wäre ja nur für die nächsten zwei Tage.
18:54Danach habe ich jemanden.
18:55Sprechen Sie mit dem Chefarzt.
18:57Der erwartet für seine Wochenkonferenz einen Vortrag von mir.
19:00Und ich habe einen vollen OP-Plan.
19:02Das ist natürlich ungünstig.
19:04Da sehen Sie mal, womit wir Mütter und Festangestellten uns täglich rumschlagen müssen.
19:11Jetzt bin ich nicht nur Festangestellter, jetzt bin ich auch noch Mutter.
19:17Und, wie war eure Betreuerin?
19:20Doof.
19:21Oskar.
19:22Stimmt, aber sie wollte uns nicht hier spielen lassen.
19:26Ihr habt ja auch ein Kinderzimmer.
19:28Aber da ist so wenig Platz.
19:31Wie wäre es mal mit Aufräumen?
19:32Sie ist ständig rauchen gegangen.
19:35Und die wollte nicht mit uns spielen.
19:37Nein, Franzi wollte das immer.
19:39Warum ist Franzi nicht mehr da?
19:43Die macht jetzt was anderes.
19:45Mag sie uns etwa nicht mehr?
19:47Nein, nein, sie wollte...
19:51...was Neues anfangen.
19:53Ganz normal.
19:55Darf ich mitbauen?
19:56Na klar!
19:57Na klar!
20:04Wir müssen das erst mal festschrauben.
20:08Mama!
20:17Ach!
20:19Die weibliche Eitelkeit hat gesiegt.
20:22Schön.
20:23Soll ich Ihnen ein Taxi rufen?
20:25Nein, ich bin ja mit dem Auto gekommen.
20:27Mit dem Auto?
20:31Sollte ich wegen so einer Schramme den Rettungswagen rufen?
20:33Sie hat ein Alkohol im Blut.
20:36Wie bitte?
20:37Die Laborwerte...
20:39Das muss dann wohl ein Irrtum sein.
20:41Unser Labor ist sehr zuverlässig.
20:45Ja gut, wenn Sie wollen, dann nehme ich eben ein Taxi.
20:49Und es bleibt dabei, dass Chris nichts erfährt.
20:52Aber er wird doch sicher in den nächsten Tagen bei Ihnen aufkreuzen.
20:55Ja, dann sage ich es ihm natürlich.
20:59Es ist nur so, dass mein Mann heute seine Sachen abholt.
21:02Ich will nicht, dass Chris das mit ansehen muss.
21:04Sie gehen sehr souverän damit um.
21:10Wie nützt denn ein Drama?
21:13So ist passiert.
21:14Irgendwann geht man abends mit der Liebe schlafen und...
21:17...wacht morgens ohne sie auf.
21:20Und dann?
21:21Lebt man eben weiter.
21:33Und? Eine Lösung für Ihr Problem gefunden?
21:37Ich werde den Kleinen wohl morgen hier in der Klinik parken müssen.
21:40Das wird schon klappen.
21:42Ich habe gefühlt, meine ganze Kindheit im Labor meines Vaters verbracht.
21:45Was haben Sie da so gemacht?
21:47Mit Buntstiften seine Berichte verschönert.
21:52Das macht Ihnen Spaß?
21:54Immer den Finger in der Wunde.
21:56Sie sagen es.
22:02Haben wir Buntstifte im Haus?
22:04Nein, aber Sie können sicher sein, Ihr Enkel wird schon etwas finden.
22:14So, wen hatten wir denn auf der Sieben?
22:18Ein Tagespatienten. Wahrscheinlich vom Besuch.
22:20Ja, wahrscheinlich, ja.
22:24Und, waren Sie mal wieder bei Ihrer Mutter?
22:26Ja, heute Morgen.
22:28Ich war ein guter Sohn und habe Sie mit Brötchen überrascht.
22:31Und alles in Ordnung?
22:33Wie meinen Sie das?
22:35Na ja, der Trennungsstress.
22:39Ach so.
22:41Ja, ist eigentlich alles ganz gut.
22:45Wieso?
22:51Ihre Mutter war heute hier.
22:53Okay.
22:55Was ist passiert?
22:57Häuslicher Unfall.
22:58Ein Bild ist von der Wand gefallen.
22:59Sie hat eine Schnittverletzung im Gesicht.
23:04Wir haben keine Bilder unter Glas.
23:07Auch wenn ich mich hier zum Kopf und Kragen rede.
23:11Chris, Ihre Mutter hatte am frühen Vormittag 1,4 Promille im Blut.
23:16Haben Sie denn nichts gemerkt?
23:18Sie waren doch heute Morgen bei ihr.
23:21Nein, ich habe nichts gemerkt.
23:24Philipp meinte, es könnte Gewöhnung sein.
23:28Ist ja schön, dass Philipp das meint, aber meine Mutter ist kein Alki.
23:30Das ist ein blödes Etikett.
23:32Abhängig, alkoholkrank.
23:35Und wenn dann noch so ein emotionaler Stress wie eine Trennung dazu kommt,
23:39können Sie nicht versuchen, mit Ihrer Mutter zu reden.
23:42Ihr vorsichtig klarmachen, dass es viele Hilfsangebote gibt.
23:48Am Telefon?
23:50Sehe ich so unsensibel aus?
23:54Hallo, Papa, hier ist Chris.
23:57Wir müssen unbedingt immer sprechen, bevor du zu Mama gehst, ja?
24:00Also, mäd dich.
24:01Vorher.
24:02Ist wichtig.
24:03Tschüss.
24:05Sie wollen mit Ihrem Vater darüber reden?
24:06Die beiden waren über 20 Jahre zusammen.
24:08Er wird irgendwas mitbekommen haben.
24:10Vielleicht hat sie ja erst nach der Trennung damit angefangen.
24:27Das habe ich dir damals in Aran Sob gekauft, weißt du noch?
24:30Nimm es.
24:31Du wolltest es doch wegen der tollen Fotos vom Westschrank.
24:34Ich fand deine Liebste es dort auch so toll.
24:36Ach, komm, Silvia, bitte.
24:39Ihr wart doch dort, Clara und du.
24:41Sogar im selben Hotel.
24:43Das müssen wir uns jetzt wirklich nicht antun, oder?
24:45Ach, stimmt.
24:45Ich habe ja vergessen, dass du kein Freund von Problemen bist, in denen du vorkommst.
24:49Wir haben beide unseren Anteil an der Situation.
24:52Ich habe im Gegensatz zu dir keinen Lover.
24:55Ich habe immer nur die Koffer für deine Dienstreisen gepackt.
24:58Tut mir leid, Silvia, ich möchte nicht, dass wir so auseinander gehen.
25:01Was erwartest du?
25:02Eine Absolution?
25:03Nein, nur kein Krieg aus Vorwürfen und endlose dreckige Wäsche,
25:07bis von all den Jahren nichts mehr übrig bleibt.
25:16Und dieser Urlaub in Aran Sob.
25:19Das war das Jahr, in dem du mit Chris schwanger wurdest.
25:25Vielen Dank für die Erinnerung.
25:29Oh, mein Versteck.
25:31Glaubst du nur, weil du deine Alkoholsucht immer abgestritten hast,
25:33hätte ich das nicht bemerkt?
25:35Ach, guck mal an.
25:37Das hast du also bemerkt?
25:38Ja.
25:39Das ist ja ganz toll, dass du mich überhaupt noch irgendwie bemerkt hast.
25:46Silvia.
25:47Nein.
25:51Ich geh jetzt.
25:53Ja, mach das.
25:54Das hast du ja immer getan.
25:57Weggehen.
25:58Dich verpissen.
25:59Mich mit allem allein lassen.
26:01Nimm doch am besten alles mit.
26:04Ja.
26:05Silvia.
26:05Silvia.
26:06Das ist erbärmlich.
26:08Du.
26:09Du bist erbärmlich.
26:12Du bist erbärmlich.
26:36Du bist erbärmlich.
26:38nicht.
27:07Was?
27:08Na los.
27:10Okay, danke.
27:20Und was mache ich, wenn du in deine Klinik musst?
27:23Dann werde ich dich mitnehmen.
27:26Ist doch toll. Da kann ich dir beim Operieren zusehen.
27:31Operieren heißt das. Aber da darfst du natürlich nicht zusehen.
27:34Ich organisiere dir aber ein Zimmer. Da kannst du spielen oder malen oder auch ein bisschen schlafen.
27:40Ich habe auch schon die ganze Zeit im Flieger geschlafen.
27:43Das ist doch kein richtiges Schlafen im Flieger.
27:45Man kann also auch falsch schlafen.
27:48Was ist eigentlich in dem komischen Rohr da drin?
27:51Überraschungsgeschenk von Papa, Mama und mir.
27:54Na, da bin ich ja gespannt.
27:56Willst du es nicht gleich auspacken?
27:58Nein, das packt man schön zu Hause aus.
28:08Klingel
28:09Klingel
28:09Klingel
28:15Klingel
28:18Klingel
28:47Warte, warte, warte, warte, warte, warte.
28:48Kannst du mich hören? Ich bin's. Hey.
28:51Was will ich?
28:53Mach deine Augen auf, rede mit mir, du musst wach bleiben.
28:56Da wirst du nicht sehen.
28:58Ich bin's, alles ist gut, ich bin da.
29:00Haas.
29:01Hallo Chris, Haas hier, meine Mutter ist kaum ansprechbar, schwere Eko-Intoxikation.
29:10Sofort in den Schockraum.
29:11Es war fast eine ganze Flasche Wodka.
29:13Danke, das wissen wir bereits.
29:14Kann ich irgendwie helfen?
29:15Ja, wir warten.
29:18Oberschwester.
29:19Chris.
29:22Sie können jetzt nichts machen.
29:27Bitte, Chris.
29:28Dr. Meyer?
29:30Kommen Sie bitte.
29:34Hängen Sie noch eine Glucose-Infusion an, gleich im Schuss.
29:38Pupillen reagieren verzögert.
29:39Stadium 3.
29:40Sie hatten mindestens 2,5 Promille.
29:42Wir müssen intubieren.
29:43Schnelle Einleitung, geben Sie 6 Milligramm Salat.
29:46Und wir brauchen einen Platz auf der Intensivstation.
29:48Sie sollen eine Dialyse-Einheit stand-by halten.
29:50Wir intubieren.
29:51Spatel.
29:53Die Frequenz fällt, wir müssen das hinkriegen.
30:03Tupus.
30:06Tupus.
30:07Etwas Krikoi-Druck, bitte.
30:09Mehr nach links.
30:11Gut.
30:11Tupus blocken.
30:21Tupus sitzt.
30:22Gut, weiter, das Zeug muss raus.
30:25Wärmedecke, Diuretika, Geladepaar.
30:32Ich verstehe gar nicht, wie ich das nicht mitbekommen konnte.
30:37Alkoholiker sind Weltmeister darin, sich und andere zu täuschen.
30:43Sie hätte mich nie belogen.
30:46Sie hat es nicht für eine Lüge gehalten.
30:53Sie wollte es von ihm fernhalten.
30:54Und von sich auch.
30:57Was?
30:58Die gescheiterte Ehe.
30:59Das Verhältnis ihres Vaters.
31:02Und warum hat sie gedacht, dass sich das nicht verkraftet?
31:05Sie liebt sie.
31:06Und sie wollte sich wahrscheinlich nicht eingestehen,
31:09dass ihre Ehe längst gescheitert war.
31:11Hat er sie auch noch in den Suff getrieben?
31:13Er war vielleicht der Auslöser, ja.
31:16Aber die Flucht in den Alkohol war die Entscheidung ihrer Mutter.
31:26Ritter?
31:28Ja.
31:30Danke.
31:36Den Schockraum hat sie hinter sich.
31:38Sie wird gerade auf die Intensivstation verlegt.
31:43Okay, dann gehe ich zu ihr.
31:45Chris.
31:47Sie müssen sich ihre Kräfte einteilen, damit sie helfen können.
31:51Ich bleibe hier und wecke sie sofort, wenn etwas ist.
32:03Veranlassen Sie bitte eine engmaschige Überwachung.
32:06Elektrolyte, Blutzucker, Körpertemperatur.
32:08Wenn es die kleinste Veränderung gibt, piepen Sie mich sofort an.
32:12Es kann immer noch zu einem Kreislaufversagen kommen.
32:26Haben Sie Post.
32:31Ah, guten Morgen.
32:32Guten Morgen.
32:33Und der kleine Patient?
32:35Ich bin nicht krank.
32:36Das ist mein Enkel Jack.
32:37Er lebt mit seinen Eltern in Australien.
32:39Da und an, da, genau, da.
32:42Ah, das ist unser Chefarzt, Dr. Hoffmann.
32:46Ist er mehr Arzt als du?
32:48Komm, wir müssen.
32:49Und du spielst die Geri-Doo?
32:51Das haben wir Opa geschenkt.
32:53Er muss es nur noch lernen.
32:54Ja, ja.
32:55Hier in der Klinik?
32:56Natürlich nicht.
32:58Bis gleich, Dr. Kaminski.
33:00Konferenzraumsfall.
33:01Komm.
33:02Die Geri-Doo üben.
33:06Morgen.
33:07Morgen.
33:08Wissen Sie, wo Arzu steckt?
33:10Ich habe sie in den Ruheraum verfrachtet.
33:12Mhm.
33:14Und Frau Haas?
33:16Ist wohl immer noch kritisch.
33:22Und als ich ganz klein war
33:23und diese schlimme Fieber hatte,
33:25da hast du die ganze Zeit
33:26an meinem Bett gesessen
33:27und immer wieder gesagt,
33:29dass die Fieberhexe
33:30mich nicht wegholen wird.
33:32Aber du hast gewonnen.
33:36Und jetzt lasse ich dich nicht gehen.
33:38Also bleib bei mir, ja?
33:41Bitte.
33:43Bitte.
33:53Ich wollte nur kurz...
33:56Alles gut.
33:59Wer ist bei den Kindern?
34:01Diese Frau, ähm...
34:04Lehmann.
34:06Die Angst mögen sie überhaupt nicht.
34:08Ich auch nicht.
34:19Was ist mit Chris, Mutter?
34:21Ich bin nur noch kritisch.
34:22Und Chris...
34:23Ist bei ihr.
34:25Sowas darf uns nicht passieren.
34:28Ja.
34:30Eigentlich sind wir doch
34:31ein tolles Paar.
34:33Ja.
34:35Sind wir.
34:36Aber irgendwie kriegen wir
34:38das gerade nicht so hin, oder?
34:40Nicht wirklich.
34:42Wollen wir uns helfen lassen?
34:44Eine Paartherapie.
34:49Ist ja kein Cyser-Kurs.
34:52Nee.
34:54Schlimmer.
34:58Es dauert wirklich nicht lange.
35:00Opa ist ganz schnell wieder.
35:01Oh.
35:03Es ist fast genau das,
35:04was sie denken.
35:05So gucken Mama und Papa auch
35:07manchmal morgens,
35:08wenn ich in ihr Bett springe.
35:13Guten Morgen, Kollegen.
35:15Ich will keine großen Worte machen
35:17und gleich Herrn Dr. Hoffmann übergeben.
35:18Er ist heute sozusagen
35:20unser Gastgeber.
35:21Vielen Dank.
35:22Guten Morgen.
35:23Guten Morgen, Arne.
35:24Ich dachte mir,
35:25dass eine wöchentliche Zusammenkunft
35:27für einen größeren
35:28Informationsaustausch
35:29sorgen könnte
35:29und wir dabei die Gelegenheit haben,
35:31einige medizinische Fälle
35:33Revue passieren zu lassen,
35:34um über den Tellerrand
35:35unseres jeweiligen Fachgebiets
35:36hinaus zu sehen.
35:39Zum Auftakt
35:40habe ich Herrn Dr. Kaminski
35:41um eine Falldarstellung gebeten,
35:42aber der Kollege
35:44scheint hier nicht anwesend zu sein.
35:45Herr Brenner,
35:47sind Sie vorbereitet?
35:48Natürlich.
35:49Wunderbar.
35:50Bitte.
36:00Guten Morgen.
36:02Ich referiere
36:03über den Orchiektomie-Patienten
36:05Ludwig Joachim,
36:06Alter 42 Jahre.
36:08Der Patient wurde
36:09wegen eines häuslichen Unfalls
36:11infolge des Ausrutschens
36:13auf einem frisch gewischten Küchenboden
36:15vorstellig.
36:16Die Besonderheit
36:18stellt er daraus
36:19folgende Zusammenstoß
36:20seiner Testikel
36:21mit der Kante
36:22des Küchentisches dar.
36:24Autsch.
36:25Während sich das linke Testikel
36:27wieder auf Normalgröße
36:29zurückgebildet hatte,
36:30war die Schwellung rechts
36:32bestehen geblieben.
36:33Jack,
36:34ich bin doch bald wieder da.
36:35Bis dahin
36:36malst du mir
36:36ein schönes Bild.
36:38Aber wenn das
36:39zu lange dauert,
36:41dann zauber ich
36:42dich wieder her.
36:44Na klar,
36:45das machst du.
36:46Die Aborigines
36:47können das nämlich.
36:48Ich weiß,
36:49dass die Aborigines
36:50das können.
36:51Also,
36:51bis gleich.
36:59So konnte bei den Patienten
37:01ein noch nicht
37:02metastasierter
37:02Hodenkrebs
37:03festgestellt werden.
37:04Es folgten
37:05Operationen
37:06und Chemotherapie.
37:08Dank der frühen Diagnose
37:09und der individuellen Therapie
37:11ist jetzt seine Prognose
37:12als äußerst günstig
37:14einzuschätzen.
37:19Entschuldigung.
37:21Insofern
37:22war der Ausrutscher
37:23des Patienten
37:24hilfreich
37:25und sollte
37:26nicht zu der Annahme
37:27führen,
37:28dass Haushaltshygiene
37:30an sich
37:30abzulehnen wäre.
37:33Das hatte ich
37:34gestrichen.
37:45Ja,
37:46dann bleibt mir nur
37:47Herrn Brenner
37:48und Dr. Kaminski
37:49für diesen gelungenen
37:50Vortrag
37:50zu danken.
37:54Was ist das?
37:56Das klingt
37:56wie ein
37:57Ditcheridoo.
37:58Bitte nicht.
37:59Ein australisches
38:00Flöteninstrument.
38:05Und?
38:05Gut so?
38:06Super!
38:07Nochmal!
38:08Okay.
38:15Ich hab doch gesagt,
38:17es kann nicht herzaubern.
38:18Ja, es war die Krönung
38:20meines Vortrags,
38:21den ich nicht gehalten habe.
38:22War das bis in den
38:23Konferenzraum zu hören?
38:24Allerdings.
38:26Das tut mir leid.
38:27Meine Güte,
38:28wie soll ich denn jetzt
38:29operieren gehen?
38:31Ich könnte als
38:32Enkelbetreuerin
38:33einspringen.
38:34Das würden Sie tun?
38:36Ja.
38:37Und
38:38für die nächsten
38:39zwei Tage
38:40habe ich auch eine Lösung.
38:41Nein!
38:41Bastian hat frei
38:42und er kann sehr gut
38:43mit Kindern.
38:43Außerdem spart er
38:44gerade auf den
38:45Führerschein.
38:46Großartig!
38:4720 Euro die Stunde.
38:50Sie sagten,
38:51er spart für den
38:51Führerschein,
38:52nicht fürs erste Auto.
38:53Wollen Sie etwa
38:54um das Wohl
38:55Ihres Enkels
38:56falschen?
39:14Hey, Mama.
39:17Was ist passiert?
39:20Du bist wieder da.
39:24Willkommen zurück.
39:27Ihr Sohn hat sie
39:28gefunden.
39:29Was?
39:31Oh Gott, nein.
39:33Ich schäme mich so.
39:33Nein, nein.
39:34Es ist alles gut.
39:35Wir kriegen alles
39:35wieder auf die Reihe.
39:37Du darfst nur nicht
39:37wieder alles einfach
39:38so runterschlucken
39:39und schon gar
39:39keinen Alkohol.
39:41Ja.
39:42Egal, was passiert.
39:43Du bist nicht allein, Mama.
39:44Ich bin immer
39:45für dich da, okay?
39:47Was glauben Sie,
39:48wie lange sie noch
39:49hierbleiben muss?
39:49Das wird Dr. Brentano
39:50gleich sagen.
39:51Ich denke,
39:52ein paar Tage
39:52zur Beobachtung.
39:55Entschuldigung, Chris.
39:56Da draußen
39:57ist jemand für dich.
40:01Ich bin gleich
40:02wieder da.
40:10Er ist ein guter Junge.
40:13Ich will ihn
40:14nicht nochmal enttäuschen.
40:18Die Ärzte können Ihnen
40:20bestimmt einen Entzug
40:20vermitteln.
40:23Ich bin eine
40:24Alkoholikerin.
40:26Wenn Sie das
40:28vor sich zugeben,
40:29ist das schon mal
40:30der erste Schritt?
40:38Chris.
40:39Die Nachbarn haben mich
40:41informiert,
40:41dass die Verwaltungsdienst
40:42abgeholt wurde.
40:43Wie geht's dir?
40:45Es war knapp.
40:46Und was war's?
40:48Alkohol?
40:50Warum hast du nicht
40:52zurückgerufen?
40:53Ich wollte dich da nicht
40:55noch mehr mit reinziehen.
40:57Vielleicht wäre das aber
40:58alles nicht passiert,
40:59wenn wir vorher
40:59mal miteinander
41:00gesprochen hätten.
41:01Sie war gestern
41:02morgen schon bei uns
41:02in der Klinik
41:03mit 1,4 Promille.
41:04Ich weiß schon.
41:06Was?
41:07Du denkst,
41:07dass es nur
41:08mit der Trennung
41:08zu tun hat,
41:09aber es hat schon
41:12lange vorher angefangen.
41:14Es ging ganz
41:15schleichend.
41:16Keine Sauferei
41:17oder so,
41:18aber immer über den
41:19Tag verteilt,
41:20mal hier einen Schluck,
41:21mal da.
41:22Und warum?
41:24Aus Angst vielleicht.
41:26Meine Mutter hatte
41:27nie großes
41:28Selbstvertrauen.
41:30Natürlich wollte
41:30sie das nicht zeigen.
41:31Dann hat sie einfach
41:34die falsche Lösung
41:34gefunden.
41:36Und du hast
41:36nichts gemacht?
41:37Doch,
41:37ich hab's versucht.
41:38Nicht so erfolgreich.
41:40Chris,
41:41ich will jetzt nicht
41:42schlecht über deine Mutter
41:42reden,
41:43aber sie hat gelogen.
41:45Sie hat gut gelogen.
41:46Und irgendwann hat
41:47sie angefangen,
41:48den Alkohol zu verstecken.
41:49Und als ich das
41:49mitgekriegt hab,
41:50da hab ich...
41:50Sie allein gelassen.
41:52Ich weiß nicht,
41:53warum du immer
41:53das Schlechteste
41:54von mir denken musst.
41:55Nein,
41:55ich hab versucht,
41:55sie zu dem Entzug
41:56zu überreden,
41:56aber sie hat getobt.
41:59Ja,
41:59wie ich's wagen kann,
42:00ihr sowas zu unterstellen.
42:03Da hab ich sie verloren.
42:05Das tat sehr weh,
42:06das Ganze mit Glauben.
42:07Das mit Clara,
42:08das kam erst viel später.
42:13Willst du zu ihr?
42:15Nein,
42:16nein,
42:16ich glaube,
42:17ich bin der Letzte,
42:17den sie jetzt sehen will.
42:19Ich wollte mit dir reden.
42:21Chris,
42:21egal was passiert,
42:22aber du bist mein Sohn
42:24und ich möchte dich
42:24nicht auch noch verlieren.
42:34Das ist doch albern.
42:36Kaminski,
42:36ein Geschenk
42:37muss man würdigen.
42:38Ich glaube,
42:39er kann's nicht.
42:41Also normalerweise
42:42kann er alles.
42:43Also da hat die Tante recht.
42:52Ich glaube,
42:53Sie sollten noch ein paar
42:54Nachhilfestunden
42:55können wir den Check nehmen.
42:59Das Schlimmste haben Sie
43:00jedenfalls überstanden.
43:01Wenn nichts dazwischenkommt,
43:02können wir Sie übermorgen
43:02entlassen.
43:05Wir verlegen Ihre Mutter
43:06gleich auf die Normalstation.
43:15Ich glaube,
43:16ich hatte noch nie
43:16so'n Superdienstbeginn.
43:18Guck mal her.
43:22Ich bin zwar noch nicht lang
43:23wieder bei Sinnen,
43:24aber ich mach'
43:26eine Entziehungskur.
43:28Ich bin stolz auf dich.
43:33Ich glaube,
43:34die beiden schaffen das.
43:36Und wir auch.
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