- vor 2 Tagen
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TVTranskript
00:20Love is Enough
00:30We can make it the stormy weather
00:33As long as we stay together
00:37Love is Enough
00:42Oskar, kommst du jetzt bitte? Wir mĂŒssen los.
00:46Was ist los? Max und Pauline warten im Auto.
00:48Oskar hat sich verkrochen und weigert sich rauszukommen.
00:51Oskar, lass den Quatsch und komm jetzt.
00:57Ich hol ihn jetzt.
00:58Ich bin Klassmann. Du bist viel zu angespannt.
01:01Geh mal zu Max und Pauline. Ich regel das hier.
01:03Viel Erfolg.
01:10Na, GroĂer?
01:12Danke. Und der ist fĂŒr Ihren Hausarzt.
01:15Die FĂ€den können in fĂŒnf Tagen gezogen werden.
01:16Danke.
01:17Sollten Sie Beschwerden haben auĂerhalb der Sprechzeiten, dann melden Sie sich bitte sofort.
01:20Alles klar.
01:21Alles Gute fĂŒr Sie.
01:23Herr Doktor Globisch, der Patient klagt ĂŒber Brustschmerzen.
01:28Wahrscheinlich ist es gar nichts.
01:30Seit wann haben Sie diese Beschwerden?
01:32Seit ein paar Tagen, aber heute Morgen wird es dann doch unangenehm.
01:35Meine Frau meint, ich sollte es abklÀren lassen.
01:37Können Sie die Schmerzen beschreiben?
01:40Druck und Brennen in der Brustmitte, dazu leichte Ăbelkeit.
01:43Das ist doch nicht nötig.
01:45Doch, ist es. Wir gehen sofort in die drei.
01:47Meinst du, das ist was mit meinem Herz?
01:49Genau, das werden wir jetzt abklÀren.
01:51Wir machen ein EKG, ein Blutbild und eine Echokardiographie.
01:54Das klingt aber nach einem groĂen Besteck.
01:56Die diagnostischen Untersuchungen sind Standard bei Ihrer Symptomatik, klar?
01:59SchulterheiĂ, Jens, SchulterheiĂ.
02:01Ich bin Dr. Globisch.
02:02Das kann aber jetzt kein Herzinfarkt sein, oder?
02:05Gleich wissen wir genau was.
02:07Und warum willst du nie wieder in die Schule?
02:10Weil es da doof ist.
02:11Philipp, wir mĂŒssen jetzt wirklich los.
02:15Max hat doch heute Kita-Ausflug.
02:17Und wenn die schon weg sind, dann muss er den ganzen Tag in die BĂ€rengruppe.
02:22Hast du gehört?
02:23Du weiĂt, was dein Bruder von der BĂ€rengruppe hĂ€lt.
02:26Nee, egal.
02:31Bring du doch schon mal Max und Pauline in die Kita und fahr dann zur Arbeit.
02:35Ich mach das hier schon.
02:36Mit Druck kommt man hier nicht weiter. Ich kenn mich da aus.
02:38Und was ist mit dir?
02:39Bekommst du keinen Ărger, wenn du zu spĂ€t kommst?
02:41Die erste OP hab ich in drei Stunden.
02:43Vielleicht komm ich zur Morgenkonferenz zu spÀt.
02:45Na gut. Aber gib in der Klinik Bescheid, ja?
02:47Ja, klar.
02:51Hallo, Brentano.
02:52Geben Sie bitte Bescheid, dass ich heute Morgen etwas spÀter komme.
02:56Ja, ist ein Notfall in der Familie.
02:58Danke.
03:09Baba, bist du noch da?
03:11Als ich so alt war wie du, wollte ich auch manchmal nicht in die Schule.
03:15WeiĂt du warum?
03:18Eigentlich ist es ein Geheimnis.
03:20Aber dir verrate ich's, wenn du rauskommst.
03:27Und dann verrÀtst du mir, warum du nicht mehr in die Schule willst.
03:34Na komm.
03:39Ja, danke, Dr. Völsch.
03:42Wir erwarten heute zwölf Patienten zur stationÀren Aufnahme.
03:46Letzte Nacht kam noch eine Sprunggelenkfraktur, die wir fĂŒr heute Mittag eingetaktet haben.
03:50Fragen dazu?
03:52Was haben wir aus der Ambulanz zu erwarten?
03:54Da haben wir zur Zeit zwei Patienten, die vorĂŒbergehend zur weiteren AbklĂ€rung stationĂ€r aufgenommen werden.
04:01Das ist zum einen Ricarda Schumann, 75, sie leidet unter Demenz, Verdacht auf Niereninsuffizienz und Jens SchultheiĂ, 38.
04:08Er kam mit Brustschmerzen.
04:10EKG und Sono waren unauffÀllig, auch die Erstbestimmung der Herzenzyme war ohne Befund.
04:15Die Brustschmerzen bestehen nach wie vor.
04:18Gut.
04:18Danke.
04:19Ich sehe mir den Patienten gleich an.
04:23Sie wollen?
04:26Probleme?
04:28Nein, ich bin nur ĂŒberrascht, dass Sie das gleich zur Chefsache erklĂ€ren wollen.
04:33Wir nehmen einfach zu hÀufig Patienten auf, die bereits am nÀchsten Tag wieder entlassen werden und die auch ambulant hÀtten
04:37behandelt werden können.
04:38Aber Jens SchultheiĂ kam mit dem Verdacht auf Myokardinfarkt.
04:41Was sich aber nicht bestÀtigt hat.
04:43Nein, bis jetzt noch nicht, aber...
04:44Wie gesagt, ich sehe mit dem Patienten gleich an.
04:48So, und jetzt nochmal zum OP-Planen.
04:51Ich sehe Dr. Brentano nicht. Sein erster Eingriff sollte doch heute Vormittag stattfinden.
04:55Er lĂ€sst sich fĂŒr seine VerspĂ€tung entschuldigen.
04:58Hat er gesagt, wann er wieder hier sein wird?
04:59In einer halben Stunde. Es gab wohl Probleme mit dem Àltesten Sohn.
05:02Das ist mir zu unsicher. Jemand anderes ĂŒbernimmt die OP. Ich will nicht in Verzug geraten.
05:05Dr. Brentano wird sicher rechtzeitig zurĂŒck sein, um...
05:08Um gehetzt und ĂŒberstĂŒrzt in eine OP zu eilen.
05:10Wie gesagt, jemand anderes ĂŒbernimmt die OP.
05:12Ich werde fĂŒr Dr. Brentano einspringen.
05:16Dr. Eilmann?
05:18Ich bin mit dem Fall vertraut.
05:23Gut. Einverstanden.
05:26Die Knie-TEP im Anschluss ĂŒbernehme ich dann.
05:28Aber das ist auch Dr. Brentanos Patient.
05:30Wenn er nicht da ist. Noch Fragen?
05:34Ich wĂŒnsche uns allen einen erfolgreichen Tag.
05:42Da hat ja jemand gute Laune.
05:44Im Prinzip hat er recht.
05:46Du, aber der Ton macht die Musik.
05:48Ich komme mir hier vor wie bei der Armee.
05:53Guten Morgen, Herr Schultheis.
05:57Das ist unser Chef, Hans Dr. Hoffmann.
05:59Oh, finde ich, ist das kein schlechtes Zeichen.
06:01Ganz im Gegenteil.
06:02Da unsere Untersuchungen den Verdacht auf einen Infarkt nicht bestĂ€tigt haben, wĂŒrde Dr. Hoffmann Sie am liebsten schnellstmöglich nach Hause
06:07schicken.
06:09Das ist doch gut.
06:11Einen Ausfall kann ich im Moment auch nicht leisten.
06:13Was machen Sie beruflich?
06:15Ingenieur beim Technischen Hilfswerk.
06:17In drei Tagen geht es nach Gao.
06:18In Mali.
06:19Meine Jungs brauchen mich dort.
06:22Sie sind in Mali eingesetzt?
06:24Das ist das dritte Mal da unten.
06:26Ich war da als SanitÀtsoffizier stationiert.
06:29Ich habe da öfter mit den Leuten vom THW zusammengearbeitet.
06:31Das sind anspruchsvolle EinsÀtze.
06:33Ja, Mali ist nichts fĂŒr Weiche.
06:34Ja, ja.
06:35Absolut.
06:36Was machen Sie da genau?
06:38Wir bauen DĂ€mme und bohren Brunnen mit solarbetriebenen Pumpen fĂŒr die Zivilbevölkerung.
06:42Dann sollten wir sie schnell wieder auf die Beine bekommen.
06:44Und die schmerzende Brust?
06:47Werden die Schmerzen im Liegen schlimmer?
06:49Und haben Sie manchmal ein Brennen im Hals?
06:51Ja, gelegentlich.
06:52In letzter Zeit öfter.
06:54Ihre Speiseröhre ist durch einen chronischen Reflux entzĂŒndet.
06:58Normalerweise haben wir im Körper Mechanismen, um die Speiseröhre vor der MagensĂ€ure zu schĂŒtzen.
07:02Aber verschiedene Faktoren können diese Mechanismen stören.
07:06Mit anderen Worten, Sie haben Sodbrennen.
07:09Ich wĂŒrde das gern weiter abklĂ€ren.
07:11Mit einer Ultraschalluntersuchung, einer Röntgenuntersuchung und einer Magenspiegelung.
07:15AuĂerdem wĂŒrde ich gern den pH-Wert in Ihrer Speiseröhre messen.
07:18Was heiĂt das?
07:19Schaffe ich es mal im Einsatz?
07:21Das hÀngt von den Untersuchungsergebnissen ab.
07:24Dr. Hoffmann sagt, ich habe Sodbrennen.
07:25Ja, das ist ein Symptom.
07:27Aber jetzt versuchen wir die Ursache dafĂŒr zu finden.
07:30Okay, aber dann kann ich meiner Frau schon mal in Warnung geben, kein Infarkt.
07:33NatĂŒrlich.
07:35Dr. Glubisch wird anschlieĂend mit den Untersuchungen beginnen.
07:38Bis spÀter.
07:44Danke.
07:46WofĂŒr?
07:47Nach Ihrer Aussage hatte ich befĂŒrchtet, dass Sie meine Untersuchung fĂŒr ĂŒbertrieben halten.
07:51Ich kenne die Jungs vom THW, die sind nicht zimperlich.
07:54Wenn einer von denen mit Schmerzen ins Krankenhaus kommt, dann sollte man die Sache ernst nehmen.
08:01Nur weil du in einer groĂen Pause nicht FuĂball spielst und vom KlettergerĂŒst runterspringst?
08:06Ich finde es eben besser bei den MĂ€dchen.
08:08Deshalb bin ich Herrn Luffe, sagt Luis.
08:11Luis.
08:12Mhm.
08:14Alle mĂŒssen bei ihm mitmachen, sonst gibt es Nadelkissen.
08:16Was ist ein Nadelkissen?
08:18Au, das tut ja weh.
08:21Das macht Luis?
08:22Und eine Bittreher.
08:23Na, die musst du mir jetzt nicht zeigen.
08:26Den wĂŒrde ich mir ja gerne mal vorknöpfen, diesen Luis.
08:30Darum ist Schule doof.
08:33Pass auf.
08:36Du gehst jetzt schon mal in den Unterricht und ich rede mit der Schulleiterin.
08:40Wegen den Nadelkissen?
08:41Und den NippeldrÀdern.
08:43Das machen wir schon lange nicht mehr, Papa.
08:58Dr. Dietrich, OP 2 ist belegt.
09:00Ja, von uns.
09:02Aber ich bin ja jetzt mit einer Meniskus-OP eingetragen.
09:05Die hat Dr. Helmer ĂŒbernommen.
09:06Ist das der OP-Plan?
09:14SelbstverstÀndlich.
09:15Ach, und bezĂŒglich der Termine fĂŒr die BewerbungsgesprĂ€che,
09:17dann melde ich mich dann einfach nochmal bei Ihnen.
09:18Gut, tun Sie das.
09:19Dr. Hoffmann, warum stehe ich nicht mehr auf dem OP-Plan?
09:23Weil Sie bei der Besprechung nicht anwesend waren.
09:25Na, jetzt bin ich ja da, pĂŒnktlich, zu meiner OP.
09:28AuĂerdem habe ich Bescheid gesagt, dass ich mich verspĂ€te.
09:32Mein Sohn hat sich geweigert, zur Schule zu gehen.
09:36Sie können nicht bei jedem Erziehungsproblem von der Arbeit fernbleiben, Dr. Brentano.
09:41Mein Sohn wird gemobbt.
09:42Was?
09:43Weil er auf dem Schulhof lieber mit den MĂ€dchen spielt.
09:46Das tut mir leid und das ist bedauerlich.
09:48Dennoch mĂŒssen Sie Ihren Alltag so organisieren,
09:50dass Sie hier Ihren Verpflichtungen nachkommen können.
09:52Als Abteilungsleiter haben Sie auch eine gewisse Vorbildfunktion.
09:56Aber meine Eingriffe fĂŒr morgen stehen.
09:59Patientin, Dörfel, das Schultergelenk muss ich aus fachlichen GrĂŒnden selbst operieren.
10:04Ja, wenn ich mit Ihnen rechnen darf?
10:06NatĂŒrlich.
10:07Gut.
10:08Einen schönen Tag noch.
10:13Die EntzĂŒndung besteht offenbar schon lĂ€nger
10:15und hat zu einer Verengung der Speiseröhre gefĂŒhrt.
10:19AuĂerdem ist das Gewebe im unteren Bereich auffĂ€llig verĂ€ndert
10:22und wir haben eine Gewebeprobe entnommen.
10:25Sie mĂŒssen ja schon eine ganze Weile unter das Rotbremden leiden.
10:28Warum sind Sie das Problem hier angegangen?
10:30Es war nie so schlimm, dass ich mir Sorgen gemacht habe.
10:33Hatten Sie viel Stress?
10:34Vor AuslandsansÀtzen ist immer eine Menge los.
10:36Sie kennen das vermutlich.
10:38Und Ihre Lebensweise?
10:41Rauchen? Fastfood? Alkohol?
10:43Ich weiĂ, ich könnte mich etwas gesĂŒnder ernĂ€hren.
10:46Immerhin habe ich vor zwei Jahren das Rauchen aufgegeben.
10:48Das ist doch schon mal was.
10:51Und wie geht es jetzt weiter?
10:53Bis heute Abend haben wir die Ergebnisse der Gewebeprobe.
10:56Wenn der Befund negativ ist, dann können Sie wieder nach Hause.
11:00Die weitere Behandlung wĂŒrde dann medikamentös erfolgen.
11:03Und Ihrem Einsatz steht nichts mehr im Wege.
11:07Super, das sind doch mal gute Nachrichten.
11:09Dann sage ich mal meiner Frau Bescheid, dass sie mich dann abholen kann.
11:11Ja, tun Sie das.
11:18Alles in Ordnung?
11:20Ja, informieren Sie mich, wenn die Biopsieergebnisse vorliegen.
11:27Die 15 Uhr-OP hat er mir dann gnĂ€digerweise ĂŒberlassen.
11:31Das ist wirklich reine Schikane.
11:33DemnĂ€chst mĂŒssen wir wahrscheinlich zweimal tĂ€glich zum Appell antreten.
11:39Danke.
11:40Was sagt Frau Leisegang dazu, dass dieser Luis Oskar so unter Druck setzt?
11:44Die Schulleitung hat die Eltern von Luis zum GesprÀch eingestellt.
11:48Sie haben jetzt ein Auge drauf.
11:49Na, hoffentlich.
11:50Danke, dass du dich drum gekĂŒmmert hast.
11:53Ich habe Oskar versprochen, ihn morgen noch mal zur Schule zu bringen.
11:55Das wird dann aber wieder knapp mit der Morgenkonferenz.
11:58Wir stehen einfach ein bisschen frĂŒher auf, dann schaffe ich das locker.
12:01Aber nicht, dass du wieder Ărger bekommst.
12:03Ja, ich muss jetzt zur OP-Vorbereitung.
12:05Wir sehen uns.
12:06Mhm.
12:18Also sind die VerÀnderungen in meiner Speiseröhre nicht bösartig?
12:21Nein.
12:22Das hat die feingewebliche Untersuchung der Gewebeprobe bestÀtigt.
12:25Es ist keine Vorstufe von Krebs erkennbar.
12:27Sie bekommen Medikamente.
12:29Sogenannte Protonenpumpen-Hemmer.
12:31Die regulieren Ihre MagensÀure.
12:34Ja.
12:34Hier ist das Rezept.
12:37Trotzdem sollten Sie in Zukunft regelmĂ€Ăig zur Kontrolle gehen.
12:39Ja, und Sie mĂŒssen jetzt wirklich auf eine gesĂŒndere Lebensweise achten.
12:42Keine Zigaretten, kein Alkohol.
12:44Und am besten auch kein Stress.
12:47Alles klar.
12:48Dann werde ich mir MĂŒhe geben.
12:50Alles Gute fĂŒr Sie.
12:51Sie leisten wirklich tolle Arbeit da unten.
12:54Ich habe damals so einiges mitbekommen.
12:55Chapeau.
12:57Wie lange werden Sie in Mali bleiben?
12:59Knapp zwei Monate haben wir fĂŒr den Bau der DĂ€mme und die Installation der Pumpen.
13:02Dann beginnt dort unten die Regenzeit.
13:05Es muss sehr befriedigend sein, auf diese Art und Weise Menschen helfen zu können.
13:08Ja, ist es.
13:10Danke, dass Sie mir geholfen haben.
13:18So richtig glĂŒcklich scheint er nicht zu sein.
13:23Waren Sie schon mal in Mali?
13:24Nein.
13:39Ausgleichs an der Schule.
13:41Alles gut.
13:41Ich schaff's rechtzeitig zur Morgenkonferenz.
13:44Gut?
13:45Gut, Dex.
13:46Eins, zwei, drei, vier, fĂŒnf.
13:49Bis, du kannst mich schreien.
13:54Eins, zwei, drei, vier, fĂŒnf.
14:00Sag mal.
14:03Du bist doch der Louis, oder?
14:06Nicht alle Jungs haben immer Lust auf FuĂball oder Klettern.
14:10Manche spielen auch gern mal mit MĂ€dchen.
14:12Deswegen ist man aber noch lange keine Lusche.
14:16Wenn ihr Oskar nicht in Ruhe lasst, gibt's richtig zu.
14:21Haben wir uns verstanden.
14:25Gut.
14:37Hallo, wen haben wir?
14:38Schulter ist Jens, 38 Jahre alt.
14:40HĂ€uslicher Unfall.
14:41Ein Sturz aus...
14:42Ein Schulter ist...
14:43Sie kennen den Patienten?
14:44Ja.
14:45Was fĂŒr ein Sturz?
14:46Aus niedriger Höhe.
14:47Dabei hat er sich mit einem Druckluftnagel an den MittelfuĂ geschossen.
14:50Der Nagel wurde belassen.
14:51Er hat 10 Milligramm Vetalon und 500 Milliliter Lenkerlaktat bekommen.
14:54Kreislauf?
14:54Stabil.
14:55Durch das Schmerzmittel ist er leicht desorientiert, aber ansprechbar.
14:57Gut.
14:58In den Schockraum.
14:59Schwester Carola, geben Sie bitte Dr. Hoffmann Bescheid.
15:01Die Besonderheit bei dieser Patientin ist ein zusĂ€tzlicher groĂer Pfannendefekt.
15:06Sie ist Snowboarderin, habe ich gehört.
15:07Ja, sie hatte schon mal.
15:09Eine komplizierte Luxationsfraktur.
15:10Jedenfalls mĂŒssen wir diesen Defekt vorher mit einem Knochenspahn aus dem Beckenkamm aufbauen.
15:15Erst dann kann das Glynoidimplantat rein.
15:22Brentano?
15:24Ja, ich bin sein Vater.
15:26Ist was passiert?
15:29Oh.
15:30Ist jemand verletzt?
15:33Na, da bin ich ja beruhigt.
15:36Ich bin eigentlich auf dem Weg in den OP, aber ich versuche zu kommen.
15:40Geben Sie mir eine Weile um.
15:41Kann ich helfen?
15:42Moment.
15:43Es gab eine PrĂŒgelei in Oscars Schule.
15:46Es ist nichts Schlimmes passiert, aber er ist ziemlich durch den Wind.
15:49Arsul leitet gerade eine Fortbildung und ich habe jetzt die Schulter-OP.
15:52Herr, Sie sind mir dem Fall vertraut?
15:55Ich kenne die Patientin.
15:57Ich kann das ĂŒbernehmen.
15:59Hören Sie, ich mache mich sofort auf den Weg.
16:02Sagen Sie ihm das bitte.
16:03Danke.
16:04Dr. Heimann, Sie haben was gut bei mir.
16:08Hier sehen Sie den Nagel, direkt durch die FuĂwurzel.
16:11Das Osnavikulare wurde gespalten.
16:14Wir werden den Nagel operativ entfernen, sÀubern die Wunde und versorgen den Bruch.
16:18Aufgrund der Infektionsgefahr bekommen Sie intravenös ein Antibiotikum.
16:22Kommt das alles wieder in Ordnung?
16:24Nach dem, was wir hier sehen können, werden Sie bestimmt wieder ganz normal laufen können.
16:29Wie lange werde ich ausfallen?
16:31Ich frage nur.
16:32Sie meinen wegen Ihres Einsatzes in Mali?
16:36Sie werden nach der OP mindestens sechs Wochen eine G-Schiene, einen sogenannten Walker tragen mĂŒssen.
16:41Verdammt!
16:43Was sage ich jetzt nur meinem Team?
16:45Dass Sie demnÀchst vielleicht lieber nicht mehr mit einem Druckluftnagler auf eine Morsche Leiter steigen?
16:50Da ist was dran.
16:52Und das ist aber auch wirklich zu dÀmlich.
16:57Sagen Sie, wie ist das denn eigentlich passiert?
17:02Ich wollte vor meiner Abreise unser Gartenhaus wetterfest machen.
17:05Also bin ich auf die Leiter mit Dachpappe und Nagelpistole.
17:09Entsichert und geladen?
17:10Ja, und beim ersten Schritt auf die Leiter bricht die Sprosse.
17:14Ich fall zurĂŒck auf den Boden, komm mit der Nagelpistole gegen den FuĂ und...
17:20Naja, jetzt sind Sie erstmal stabil.
17:23Wir erwarten die erforderlichen Stunden nach ihrer letzten Mahlzeit ab und dann wird operiert.
17:34Ich glaub's ja nicht.
17:35Mein Sohn prĂŒgelt sich.
17:37Und hat auch noch damit angefangen.
17:40Ich kann gut verstehen, dass die Rektorin sauer war.
17:42Tut mir leid, Papa.
17:43Du kannst doch nicht einfach einen MitschĂŒler in den Matsch werfen und auf ihn einschlagen.
17:47So doll hab ich ja nun auch nicht geschlagen.
17:49Na jedenfalls so doll, dass seine Jacke kaputt gegangen ist.
17:52Die mĂŒssen wir ihm wahrscheinlich auch noch ersetzen.
17:54So, ich muss jetzt dringend in die Klinik.
17:56Ich bring dich zu Frau Uckermann.
17:57Dann bleibst du, bis Mama und Papa nach Hause kommen.
17:59Oh nee, nicht zu Frau Uckermann.
18:00Tut mir leid, Herr Brentano.
18:03Aber wer sich prĂŒgelt, kann nicht alleine zu Hause sein.
18:06AuĂer der muss zu Hausaufgaben machen.
18:08Oh Mann.
18:15Erst Verdacht auf Herzinfarkt, dann Refluxkrankheit und jetzt hat er eine Nagel im FuĂ.
18:19Ziemlich viel auf einmal, hm?
18:21Ein UnglĂŒck kommt selten allein.
18:22Ja, da ist vielleicht was dran.
18:25Jedenfalls macht er sich ziemliche VorwĂŒrfe.
18:27Ja, zu Recht.
18:28Warum?
18:29Er ist mit einer geladenen Nagelpistole auf eine Mosche Leite gestiegen.
18:32Die meisten UnfÀlle passieren bekanntlich im Haushalt.
18:35Ja, allerdings ist der Mann leitender Ingenieuren mit Sicherheitsprotokollen vertraut.
18:39Vielleicht hat er Stress.
18:40Das wĂŒrde auch die Refluxerkrankung erklĂ€ren.
18:43Möglicherweise hat er deshalb diesen Unfall.
18:46Ja, mag sein.
18:48Ab 15 Uhr ist er nĂŒchtern, dann können wir jetzt sogar 16 Uhr anfangen.
18:52Ach, assistieren Sie mir?
18:54Gern.
18:55Gut, dann sehen wir uns gleich in der OP.
19:05Dr. Pantano?
19:11Sagten Sie nicht gestern noch, wie wichtig es Ihnen ist, die fĂŒr heute angesetzte Schulter-OP persönlich zu operieren?
19:15Ja, genau das sagte ich.
19:17Allerdings wurde ich in die Schule meines Sohnes gerufen.
19:19Es war dringend.
19:20Meine Frau leitet heute eine Fortbildung und Dr. Heilmann hat sich bereit erklĂ€rt, die OP zu ĂŒbernehmen.
19:25Ich verstehe ja, dass Kinder manchmal eine unvorhergesehene Situation darauf beschwören.
19:30Aber es ist doch dann alles eine Frage der Organisation, oder nicht?
19:33Wozu gibt es denn dann GroĂeltern, TagesmĂŒtter, Babysitter, OP-MĂ€dchen?
19:38Es gibt Momente, da ist man als Vater nicht ersetzbar.
19:45Gut.
19:47Ich habe jetzt gleich einen Termin.
19:49Da Sie heute keine weitere OP mehr haben, erwarte ich Sie um 15.30 Uhr in meinem BĂŒro.
19:59Kommen Sie, Dr. Pantano.
20:01Lassen Sie uns Mittagessen gehen und ĂŒber das UnverstĂ€ndnis von Kinderlosen klagen.
20:04Wieso?
20:05Von seiner Warte aus hat er doch recht.
20:08Meine Patienten warten.
20:15Hallo, Dr. Globisch.
20:16Hallo.
20:17Das ist meine Frau.
20:18Sohne, Thais, hallo.
20:19Guten Tag.
20:20Ich habe da nochmal eine Frage.
20:22Hatten Sie in letzter Zeit auch noch andere gesundheitliche Probleme?
20:25Ich meine, auĂer dem Sodbrennen und dem Druck hinter der Brust?
20:28Eigentlich nicht.
20:29Aber du schlÀfst doch so schlecht in letzter Zeit.
20:33Abgesehen von der Verletzung bin ich fit.
20:35Und das mit der gesunden ErnÀhrung fange ich an, sobald ich nach der OP wieder was essen darf.
20:40Ich hole dir mal den Laptop und die anderen Sachen, die du brauchst.
20:42Und in einer Stunde bin ich wieder da.
20:44Du musst nicht hier sein wÀhrend der OP. Es reicht völlig aus, wenn du uns nachher seht.
20:47Ich möchte aber hier sein.
20:49SpÀter.
20:51Wir sehen uns gleich im OP.
21:01Ich mache mir Sorgen um meinen Mann.
21:04Seine Schlafstörung.
21:05Ich kann mir nicht vorstellen, dass die vom Sodbrennen kommen.
21:08Oder bekommt man davon AlbtrÀume?
21:10Ihr Mann hat AlbtrÀume?
21:12Ja.
21:13Er wirft sich fast jede Nacht im Bett herum und murmelt irgendwas.
21:16Und wenn ich ihn weggesagt, er könnte sich nicht erinnern.
21:20Belastet ihn irgendwas?
21:22Nur, dass sein FuĂ nicht wieder in Ordnung kommt und er beruflich KĂŒrze treten muss.
21:26Das hat er so gesagt?
21:28Ja.
21:28DarĂŒber hat er vorhin sehr viel gesprochen.
21:31Und sein Auslandseinsatz in Afrika?
21:34Der ist ihm sehr wichtig.
21:36Mir wĂ€re ja lieber, er wĂŒrde nicht immer so lange fortbleiben.
21:40Als Ingenieur hĂ€tte er hier genug Arbeit, aber fĂŒr ihn ist das eine Art Lebenselixier.
21:46Menschen in Not zu helfen.
21:49Aber unter welchen Bedingungen er da manchmal arbeiten muss, ich könnte das nicht.
21:56Du musst das ganze Paket kaufen, hat er damals gesagt.
22:01Und ich finde er auch toll, was er macht.
22:04Kann ich gut verstehen.
22:07Ich muss los, damit ich heutzutage wieder hier bin.
22:09Auf Wiedersehen.
22:10Bis nachher.
22:12Eine wichtige PrĂŒgelei?
22:14Mhm.
22:16Und Oskar hat angefangen.
22:18Sagt die Rektorin.
22:20Immerhin wurde niemand verletzt.
22:22Hat nur die Jacke von diesem Louis ist kaputt.
22:25Ich habe ihn fĂŒr den Rest des Tages zu Frau Uckermann gebracht.
22:29Das ist gut.
22:30Er kann dabei fieser Kraupensuppe ĂŒber sein Verhalten nachdenken.
22:35Trotzdem schlimm, dass er von anderen Jungs schikaniert wird.
22:38Mhm.
22:40Ich muss weitermachen.
22:41Wir reden heute Abend.
22:43Das war noch nicht alles.
22:48Dr. Hoffmann, es stinkt so, dass ich die OP an Dr. Heinon abgegeben und schon wieder
22:52wegen einer Familiensache gefehlt habe.
22:55Ich werde jetzt zu einem persönlichen GesprÀch zitiert.
23:00Ach, das noch.
23:02Tut mir echt leid.
23:06Das muss es nicht.
23:07Ich finde es gut, dass du dich um Oskar gekĂŒmmert hast.
23:16Hallo.
23:18Ja, ich habe meine Auswahl getroffen.
23:21Wenn Dr. Heilmann damit einverstanden ist, können wir zu den BewerbungsgesprÀchen einladen.
23:25Ja, das ist doch sehr gut.
23:26Dann mache ich mal die Termine.
23:27Tun Sie das.
23:29Alles in Ordnung, Frau Doktor?
23:31Ăh, ja.
23:33Ich komme gerade von einem gemeinsamen Patienten, Jens SchultheiĂ.
23:37Vielleicht haben Sie recht und es war kein Unfall.
23:40Ich habe nicht gesagt, dass es kein Unfall war.
23:42Aber liegt die Vermutung nicht nahe, wenn er kurz vor einem Auslandseinsatz plötzlich krank wird und sich aus Versehen verletzt?
23:48Sie meinen, er wollte sich drĂŒcken?
23:49Moment, wir sollten jetzt nicht anfangen zu spekulieren, ja?
23:52NatĂŒrlich, es geht mir auch nichts an. Ich kĂŒmmere mich.
23:55Ja.
24:00Ich habe mit seiner Frau gesprochen.
24:02Sie sagt, dass er jetzt immer so verschlossen ist.
24:05AuĂerdem hat er AlbtrĂ€umt.
24:07Worauf wollen Sie hinaus?
24:08Dass er sich selbst einer schweren, unberechenbaren Verletzung zugefĂŒgt hat?
24:12Naja, vielleicht nicht absichtlich.
24:13Aber möglicherweise kam ihm das Ganze nicht umgegeben.
24:16Also mir gegenĂŒber hat er immer wieder erwĂ€hnt, wie wichtig ihm dieser Einsatz ist.
24:19Was soll er auch sagen?
24:21Dass er Angst hat?
24:22Ja, aber das wĂŒrde nicht in sein Selbstbild passen.
24:27Das ist mir alles zu spekulativ.
24:29Wir behandeln nur seine Verletzung.
24:31Und dann entlassen wir ihn.
24:33Und wenn dann wieder ein Einsatz ansteht?
24:35Und wenn dann wieder ein Unfall passiert?
24:37Wir klÀren das nach der OP.
24:39Ich habe jetzt ein GesprÀch mit Dr. Brentano.
24:41Seien Sie nachsichtig.
24:50Ihr Einsatz fĂŒr Ihre Familie in allen Ehren, Dr. Brentano.
24:54Und natĂŒrlich kann man mal eine Aufgabe an einen ebenso gut qualifizierten Kollegen abgeben.
24:59Aber als Leiter der Endoprothetik können Sie nicht wiederholt abwesend sein.
25:02Und Sie waren wiederholt abwesend.
25:04Und nicht nur in dieser Woche.
25:06Und Sie haben sich eigenmĂ€chtig ĂŒber die OP-PlĂ€ne hinweggesetzt.
25:09Das will ich alles gar nicht abstreiten.
25:10Aber es gibt Situationen, da ist man als Vater persönlich gefordert.
25:13Und kann seine Rolle eben nicht delegieren.
25:20Als Chefarzt da muss ich mich auf meine Mitarbeiter verlassen können.
25:23Darum rate ich Ihnen zu einer Grundsatzentscheidung.
25:26Entweder Sie stehen fĂŒr diesen Posten zu 100% zur VerfĂŒgung.
25:30Oder was?
25:33Oder Sie geben die Verantwortung ab.
25:35Ein Kollege hat bereits Interesse bekundet.
25:44Ich habe die Endoprothetik aufgebaut.
25:50Am besten Sie besprechen das alles in Ruhe mit Ihrer Frau.
25:54Ich muss jetzt gleich in eine OP.
26:07Dann zieh mir das hĂŒbsche StĂŒck mal raus.
26:13Na komm schon.
26:21So was sieht man auch nicht alle Tage.
26:25Die Wunde ist verschmutzt.
26:27Wir frischen jetzt die WundrĂ€nder an und spĂŒlen.
26:32FĂŒr die Versorgung des Brusts wĂ€hlen wir zur Sicherheit einen anderen Zugang.
26:35PrÀparierschere.
26:38Pinzette.
26:39FuĂchirurgische Eingriffe hatten Sie selten im Einsatz, oder?
26:43Im Gegenteil.
26:45In Mali gibt es Landminen.
26:47Wenn Sie empfindlich sind, dann stellen Sie sich das besser nicht vor.
26:51Sie haben Minenopfer operiert.
26:55Wir haben schon alles operiert, was die Produkte der RĂŒstungsindustrie,
26:59der menschlichen Körper angetan haben.
27:01Die Opfer waren sicher nicht nur Soldaten.
27:05Vor allem Zivilisten.
27:07Kinder.
27:12Die haben mit diesem ganzen Dreck ĂŒberhaupt nichts zu tun, aber zahlen am Ende.
27:16Mit schwersten Behinderungen und oft sogar mit ihrem Leben.
27:24Haben Sie deshalb den Dienst bei der Bundeswehr quittiert?
27:28Nein, nein, das hatte andere GrĂŒnde.
27:30Könnten wir uns bitte auf den Patienten konzentrieren?
27:33SpĂŒlung.
27:37Da genieĂt unser Sohn eine gewaltfreie Erziehung.
27:40Und dann prĂŒgelt er sich auf dem Schulhof.
27:43Was machen wir denn falsch?
27:45Das ist dein sĂŒdlĂ€ndisches Temperament.
27:48Ja, von mir hat er das nicht.
27:51WĂŒrde dir aber auch gut stehen.
27:54So eine kleine KneipenschlÀgerei?
27:56Nur fĂŒr dich?
28:01Ich kann nicht schlagen.
28:03Dann komm mal her.
28:13Willst du uns vielleicht erzÀhlen, warum du Luis angegriffen hast?
28:18Du weiĂt, du darfst nicht einfach so losschlagen.
28:21Es war auch wegen Greta.
28:22Sie findet es gemein, dass Luis mich Àrgert.
28:26Und das hat sie Luis gesagt?
28:28Greta gefÀllt mir.
28:31Aber leider hat Luis zurĂŒckgehauen.
28:34Das heiĂt, du hast Greta verteidigt?
28:41Und warum hast du das den Lehrern nicht gesagt?
28:43Ich bin auch keine Petzer.
28:46Aber bitte nicht, indem du zuschlÀgst.
28:50Du darfst nur tun, was du selber richtig findest.
28:53In dem Moment hat das super gewirkt.
28:57Nur hat das Frau Leisiger mitbekommen.
29:06So, ich reponiere.
29:08Haken.
29:12Die Fraktur lÀsst dich schwer richten.
29:14Was ist los?
29:17Tut mir leid, Leute, aber das wird jetzt eine Weile dauern.
29:20Sehen Sie hier?
29:22Er hat sich auch die Sehne zerschossen.
29:24Können wir die nÀhen?
29:25Ja, das mĂŒssen wir.
29:26Ich markiere erst mal die Enden und dann machen wir mit der Fraktur weiter.
29:30Zum Schluss die Sehne.
29:32Alles klar?
29:33Markierungsnaht.
29:39So, jetzt schlafen Sie alle.
29:45Was guckst du denn so?
29:49Oscar ist nicht der Einzige, der heute einen Einlauf bekommen hat.
29:52Oh, das GesprÀch mit Dr. Hoffmann.
29:56Hat er dir die Hölle heià gemacht?
29:58Schlimmer.
29:58Er findet, ich soll die Leitung der Endoprothetik abgeben.
30:02Ich bin seit Ewigkeiten an der Sachsenklinik.
30:05Und er ist gerade mal ein paar Monate hier.
30:08Und schmeiĂt gleich erfahrene Leute raus.
30:10Aber von Rausch missredet doch niemand.
30:12Aber ich werde zurĂŒckgestuft.
30:13Wie ein Sitzenbleiber.
30:15Wie komme ich mir da vor?
30:18Ein kompletter Versager.
30:20Jetzt mal ganz langsam.
30:22Klar, die eigene Abteilung macht SpaĂ.
30:24Aber das ist doch nicht das Einzige an deinem Beruf, was dir gefÀllt, oder?
30:27NatĂŒrlich nicht.
30:28Ja, und was noch?
30:30Das Operieren.
30:33Der Umgang mit den Patienten.
30:34Was Neues lernen.
30:36Und all das könntest du weitermachen,
30:37auch wenn du nicht mehr der Leiter der Endoprothetik wÀrst.
30:40Und du hĂ€ttest dafĂŒr sogar mehr Zeit als jetzt.
30:42Man könnte meinen, du findest das gar nicht so schlimm.
30:46Jedenfalls wÀr's jetzt kein Weltuntergang.
30:48Im Ernst.
30:50Selbst wenn du kein Arzt mehr wÀrst,
30:52wÀrst du immer noch der Mann, den ich liebe.
30:54Aber es ist doch total abzirmend.
30:57Ich als normaler Klinikarzt.
31:01Ohne eigenen Fachbereich.
31:25Also die Sehne, die Sie gerade genÀht haben.
31:27Meine GroĂmutter wĂ€re schwer beeindruckt gewesen.
31:30Ja, Ihre GroĂmutter war Chirurgin.
31:32Nein, Handarbeitslehrerin.
31:37Ich hoffe nur, dass er keine Infektion im FuĂ kriegt.
31:42Danke, Schwester Sarah.
31:45Ein kleines Mitbringsel fĂŒr ein SchultheiĂ.
31:48Glauben Sie, dass er sich darĂŒber freut?
31:50Mein GroĂvater hat aus dem Granatsplitter aus seinem Oberschenkel
31:53einen Briefbeschwerer gemacht.
31:54Aha.
31:56Die Hoffmanns sind also schon seit Generationen harte Kerle.
31:59So ist es.
32:02Ich weiĂ ĂŒbrigens jetzt, dass sich Herr SchultheiĂ
32:05diesen Nagel mit Absicht in den FuĂ geschossen hat.
32:07Wieso?
32:08Ich habe den Notarzt gesprochen,
32:09der ihn in seinem Garten erst versorgt hat.
32:11Es gibt dort keine Morsche Holzleiter,
32:13sondern nur eine neue Metallleiter.
32:25Jetzt nur nicht schlapp machen, Brenner.
32:28Nichts verbessert die Laune so effektiv wie FrĂŒhsport.
32:33Ich hatte gute Laune vor dem Sport.
32:37Wie ist es mit Ihrer Laune?
32:39Sie ist ja auch nicht so toll.
32:41Ich Ă€rgere mich ĂŒber Dr. Brentano.
32:43Ach, jetzt lassen Sie den doch mal in Ruhe.
32:45Der hat genug Ărger am Hals,
32:47jetzt wo sich sein Sohn geprĂŒgelt hat.
32:49Deshalb muss er in die Schule.
32:50Ja, ich finde das total in Ordnung,
32:51dass er sich sofort gekĂŒmmert hat.
32:53Dr. Heilmann hat ja die OP benommen.
32:55Wenn Dr. Brentano sich wÀhrend der Arbeitszeit
32:57um seinen Junior kĂŒmmert,
32:58dann bringt er mich damit in Schwierigkeiten.
33:00Vielleicht hÀtten Sie auch so einen Vater gebraucht,
33:02der sofort da ist,
33:04wenn der Sohn in Schwierigkeiten steckt.
33:14Ich hÀtte das Kind so einiges gebraucht, Brenner.
33:27Wie?
33:29Wie kommen Sie darauf?
33:31Es gibt keine morsche Holzleiter.
33:33Und diese Nagelpistolen sind so gut gesichert.
33:36Da mĂŒssen schon viele ZufĂ€lle zusammenkommen,
33:38dass man sich damit punktgenau in den FuĂ schieĂt.
33:43Sie haben uns angelogen.
33:46Und nicht nur uns,
33:46sondern auch Ihre Frau.
33:50Und jetzt?
33:53Zeigen Sie mich an,
33:54oder informieren Sie meinen Arbeitgeber?
33:56Wir sind eine Klinik und kein Gericht.
33:58Trotzdem wĂŒrden wir gerne GrĂŒnde wissen.
34:05Sie waren doch auch in Mali.
34:09Wir haben gesehen,
34:10was da unten los ist.
34:12Reicht Ihnen das als Antwort?
34:31Dr. Brentano?
34:32Wer bitte?
34:35Ich möchte ganz offen mit Ihnen sprechen.
34:38Dr. Hoffmann hat angekĂŒndigt,
34:40die Stelle fĂŒr die Leitung der Endoprothetik auszuschreiben.
34:44Ja, ich weiĂ.
34:46Er findet,
34:48ich engagiere mich zu sehr fĂŒr meine Familie.
34:50Sie wissen,
34:51Sie wissen, dass ich das anders sehe.
34:53Brauchen Sie in der Frage meine UnterstĂŒtzung?
34:56Danke, das ist sehr freundlich,
34:57aber
34:59also ich denke darĂŒber nach, ob...
35:01Lassen Sie uns das unter vier Augen besprechen.
35:13Ich war ĂŒber 20 Mal bei gefĂ€hrlichen EinsĂ€tzen.
35:17Ich hatte nie Angst.
35:19Respekt?
35:20Ja.
35:21Aber keine Angst.
35:23Im Gegenteil,
35:24ich habe es sogar genossen.
35:26Solche EinsÀtze sind ja auch sehr interessant.
35:28Der Teamgeist und...
35:31nicht nur das GefĂŒhl zu haben,
35:32etwas richtig Gutes zu tun,
35:33sondern auch zu wissen, dass man es tut.
35:35Dabei war ich mir die Gefahr mal bewusst.
35:37Ich bin ja nicht blöd.
35:42Haben Sie was gesehen, was Sie nicht wollten?
35:47Jeden Tag.
35:51Das Elend...
35:53Das habe ich immer weggesteckt.
35:57Aber bei unserem letzten Einsatz,
35:59gerade als wir einen alten Brunnen geöffnet hatten,
36:02da hörte ich plötzlich diesen...
36:05...Knall irgendwo in der Ferne.
36:07Eine Landmier.
36:10Nein, es...
36:11war gar nichts.
36:13Vielleicht war es nur meine Einbildung.
36:16Aber plötzlich war mir klar,
36:18ich kann ja jederzeit sterben.
36:20Eine dunkle Ahnung,
36:21ein...
36:22mulmiges GefĂŒhl, das nicht mehr weggeht.
36:25Ja.
36:26Als ob ich das Schicksal oft genug herausgefordert hÀtte.
36:30Russisches Roulette.
36:31Irgendwann muss ja eine Kugel im Lauf sein.
36:33Und was haben Sie gegen dieses mulmige GefĂŒhl gemacht?
36:40Zu viel Alkohol.
36:42Und?
36:43Hat's geholfen?
36:52Sie haben jetzt zwei Möglichkeiten.
36:54Entweder Sie machen weiter wie bisher,
36:57bis Sie sich erfolgreich irgendwas abschieĂen,
37:00oder Sie gestehen sich ein,
37:01dass Sie ein ernstes Problem haben und Hilfe brauchen.
37:03Ich weiĂ nicht, ob ich das kann.
37:06Also mir Hilfe suchen.
37:11Es waren auch immer die anderen,
37:12die die Probleme hatten.
37:13Und ich war der, der geholfen hat.
37:15Ja.
37:15Das ist eine Rolle, die man nur ungern aufgibt.
37:18Zumal, wenn man so konditioniert ist.
37:21Niemand ist immer stark.
37:23Und das muss man auch nicht.
37:24Das dachte ich nÀmlich auch mal.
37:29Und dann?
37:34Dann habe ich das Mutigste und Beste getan,
37:36was ein Mann tun kann.
37:37Den Job aufgegeben.
37:39Nein.
37:41Ich habe mir Hilfe gesucht.
37:43Psychologische Hilfe.
37:51Wer hat Sie dazu gebracht,
37:52die Abgabe der Endoprothetik mal nicht als Abwertung zu sehen,
37:55sondern...
37:56Als Befreiung?
37:58Mhm.
38:00Meine Frau.
38:02Und jetzt wollen Sie wissen,
38:03welche Auswirkungen das auf Ihren Arbeitsvertrag hat?
38:06Und auf mein Einkommen.
38:09Das wird Ihnen Frau Marquardt sagen.
38:11Aber erst mal mĂŒssen Sie wissen,
38:13was Sie wollen,
38:13was Ihnen wichtig ist.
38:15Aber schadet das nicht meiner Karriere?
38:17Ich meine,
38:18in der Ărzteschaft
38:19stehe ich doch als...
38:22...Lusche da.
38:23Nennen Sie mir drei Dinge,
38:24die Sie wirklich glĂŒcklich machen.
38:25Nicht lange nachdenken,
38:26ganz spontan.
38:27Meine Frau,
38:28meine Kinder,
38:29meine Patienten.
38:31Nichts davon hat mit Ihrer Karriere zu tun.
38:58Ich habe gehört,
38:59der Schulter ist hat einen Termin
39:00in einer psychologischen Praxis.
39:03Ja, bevor die Angst
39:04ihn beherrscht,
39:05holt er sich lieber die Kontrolle zurĂŒck.
39:07Sie sind ein guter Arzt
39:09und ein sehr guter Chefarzt.
39:11Nach so einem Satz
39:12folgt meistens ein Aber.
39:15Sie stoĂen die Leute
39:16oft vor den Kopf,
39:17in den meisten FĂ€llen
39:18ist das nicht nötig.
39:19Sie meinen,
39:20wegen Dr. Brentano?
39:21Der soll mal
39:22seine Hausaufgaben machen.
39:24In der Sache
39:25haben Sie recht.
39:28So ist mein FĂŒhrungsstil.
39:30Ich halte klare Ansagen
39:31fĂŒr hilfreich und gut.
39:32Kommunikation ist keine EinbahnstraĂe
39:33und meine Klinik
39:34ist keine Kaserne.
39:36Ăberlegen Sie bitte,
39:36wie Ihre Worte
39:37auf andere wirken
39:38und dann Àndern Sie
39:39Ihren FĂŒhrungsstil.
39:44Danke fĂŒr die klare Ansage.
39:46Damit kann ich was anfangen.
39:48Ich werde in Zukunft
39:48darauf achten.
40:02Der FuĂ ist warm.
40:04Wenig Schwellung.
40:06Schön.
40:10SpĂŒren Sie das?
40:14Haben Sie noch Schmerzen?
40:15Nein, alles gut.
40:18So, und jetzt
40:18bewegen Sie mal
40:19ganz vorsichtig den FuĂ.
40:24Und jetzt nur die Zehen.
40:30Das sieht alles sehr gut aus.
40:32Das heiĂt,
40:33es wird wieder?
40:34Ja, BalletttÀnzer
40:35werden Sie keiner mehr,
40:36aber zum Bauingenieur reicht's.
40:38Das ist gut.
40:39Ich soll mich nÀmlich
40:40um unsere Azubis kĂŒmmern.
40:41Hier in Leipzig.
40:44Sie fahren nicht nach Afrika?
40:47Nein.
40:48Ich habe demnÀchst Termine
40:51bei einem Psychologen.
40:55Vielen Dank fĂŒr die gute OP
40:57und die Detektivarbeit.
40:59Das mit der Leiter
40:59war wirklich schlau.
41:05Ach.
41:09Den können Sie wiederhaben.
41:10Der fehlt ja sonst im Dach.
41:14Wiedersehen.
41:25See- und einfĂŒhlsam?
41:27Ich kann sehr wohl einfĂŒhlsam sein.
41:33Ich kannte da mal
41:34einen Kollegen
41:35bei der Bundeswehr.
41:37Er ist zwar ein Held
41:38und dann
41:40bekam er plötzlich Angst
41:41und das
41:44das passt ja so gar nicht
41:45zu seinem Selbstbild.
41:48Der arme Kehl
41:49wÀre fast vor die Hunde gegangen.
41:51Was ist das ihm geworden?
41:54Er hat sich eine neue Aufgabe gesucht.
41:58Ich schÀtze mal,
41:59er ist jetzt
42:00Chefarzt.
42:01Irgendwo.
42:04Kann sein.
42:12Oskar hat mir heute
42:13was verraten.
42:14Dass er Kampfsport machen will.
42:16Das wusste ich schon.
42:17Luis kommt nachher zum Spielen.
42:19Was?
42:20Der PrĂŒgel, Luis?
42:21Bei uns zu Hause?
42:22Genau der.
42:24Also ich habe mir
42:25eine andere Lösung
42:26des Problems vorgestellt.
42:27Oskar hat die Sache
42:28auf seine Art gelöst.
42:29Das ist besser.
42:31Und zu welcher Lösung
42:32bist du gekommen?
42:35Was meinst du?
42:38Vielleicht wÀre es ja wirklich
42:39die richtige Entscheidung
42:40dem FĂŒhrungsbosten abzugeben.
42:42Vielleicht,
42:42vielleicht auch nicht.
42:45Manchmal muss man
42:45erst etwas loslassen,
42:47um zu wissen,
42:47ob es einem noch was bedeutet.
42:51Vielleicht sollte ich mir
42:52wirklich eine kleine Auszeit gönnen.
42:55Du musst es ja
42:55nicht gleich ĂŒbertreten.
42:56Nein, fĂŒr die Kinder
42:57wÀre es fantastisch.
42:58Immer einen Elternteil,
42:59entspannt zu Hause.
43:00Entspannt?
43:01Nicht?
43:02Also ich habe mir vorgestellt,
43:04ich lege den ganzen
43:05Tag mit einem Cocktail
43:06in der HĂ€ngematte.
43:07Töler.
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