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Transkript
00:20Love Is Enough
00:41Was kommt denn rein?
00:42Ein Elektriker, Stromschlag, ist vom Gerüst gestürzt.
00:45Wann werden Sie ankommen?
00:46Fünf bis zehn Minuten.
00:48Genug Zeit, um gemeinsam in den Ruheraum zu gehen.
00:51Wie bitte?
00:53Du weißt schon, wie letzten Dienstag.
00:58Das war nach Dienstschluss und nicht kurz vor einer Einlieferung.
01:01Na gut, dann eben nicht.
01:12Das war schon die richtige Entscheidung, Frau Böhmer, als Patientin abzugeben.
01:15Mir musst du das nicht sagen.
01:20Ist was?
01:21Wir machen uns Sorgen um dich.
01:25Michael Linse.
01:27Wie?
01:28Soll ich jetzt Urlaub nehmen und mich zu Hause einmauern, nur weil dieser Verbrecher hier rumläuft?
01:32Muss gut bei dem, was er dir angetan hat.
01:35Seine Mutter wird bald entlassen und dann ist das alles vorbei.
01:38Er läuft hier ständig über den Weg.
01:40Wie hältst du das aus?
01:43Macht euch um mich mal keine Sorgen.
01:44Du musst uns nichts vormachen.
01:46Wir sind deine Freunde, wir sind für dich da.
01:48Ihr habt recht.
01:49Das ist schrecklich.
01:50Aber macht euch bloß nicht so viele Gedanken.
01:52Ich komme schon klar.
01:54Ich komme schon klar.
01:54Ich komme schon klar.
01:56Ich komme schon klar.
02:07Musik
02:31Hallo, Steffen Hafech, 32 Jahre alt. Stromunfall.
02:35Infolgedessen Sturz aus drei Metern Höhe, beeintreffend bei Erwachen orientiert, Vitalwerte waren unauffällig, Verdacht auf Wirbelsäulentrauma und Verdacht auf stumpes
02:43Abdominaltrauma.
02:44Der Bauch war leicht empfindlich auf Druck.
02:47Gut, und sonst?
02:48Diverse Trellungen und Abschürfungen.
02:50Okay, Herr Hartwig, wir sehen uns das mal an. Schockräume 1, bitte.
02:57Also Ihr EKG sieht erstmal sehr gut aus, aber nach einem Stromschlag kann es auch Stunden später zu schweren Rhythmusstörungen
03:02kommen, deshalb beobachten wir das.
03:06So, der Bauch ist weich.
03:07Und ist das jetzt gut oder ist das schlecht?
03:11Das ist gut. Demnach haben sich bei dem Sturz wahrscheinlich keine inneren Verletzungen zugezogen.
03:16Das ist gut. Ich dachte schon, Sie machen nicht einen Applaus.
03:20Na, es ist schon eindeutig waschbär und nicht waschbrett, aber sexy.
03:26Ja, ich hab ein Sexpack, schade. Im Speckmantel.
03:31So, wir machen zur Sicherheit noch einen Ultraschall.
03:35Vorsicht, es wird kühl.
03:36Können Sie sich denn an den Unfall erinnern?
03:39Ja, der Klassiker.
03:40Alpbau mit Elektroinstallation, Marke Eigenbau, kein FI-Schalter, falsche Sicherung.
03:45Boah, lag ich über meinem Werkzeugkasten.
03:48Mir ist das neulich auch passiert.
03:50Vom Gerüst gefallen?
03:51Nee, ich hab einen Stromschlag bekommen.
03:52Ich bin aus meiner Wohnung rausgeflogen, musste eine Deckenlampe abklemmen und wie auch immer.
03:57Und danach war ich aber wach.
03:59Gab es bei Ihnen schon mal Auffälligkeiten bei früheren Untersuchungen?
04:02Nein.
04:03Wieso? Was ist denn?
04:05Sie haben in Bauchauorten ein Aneurysme.
04:07Was hab ich?
04:08Eine Aussackung an der Hauptschlagart.
04:11Wir machen sofort ein CT.
04:13Okay.
04:22Ach, guten Tag, Frau Dr. Globisch.
04:24Schön, dass ich Sie treffe.
04:25Hallo, Frau Böhmer.
04:27Ich wollte noch mal auf unser Gespräch zurückkommen.
04:31Jetzt werde ich doch bald entlassen, aber ich kann ja trotzdem noch nicht so richtig spazieren gehen mit Rudi.
04:36Und da hab ich gedacht, wenn Hanna Lust hätte...
04:39Nein, das geht nicht.
04:42Schade.
04:43Ich dachte, weil sie Rudi so gerne hat.
04:46Hanna hat gerade viel zu tun in der Schule, wirklich.
04:49Sie hat leider keine Zeit.
04:51Na ja, vielleicht treffe ich Sie mal im Park.
04:53Ich hab die Kleine wirklich gern.
04:56Schön, danke.
04:58Sieht ja lecker aus.
05:00Bei meinem Appetit kommt keiner auf die Idee, dass ich vor kurzem erst am Bauch operiert worden bin.
05:08Einen Kaffee, bitte.
05:15Die gute Nachricht ist, dass Ihre Wirbelsäule den Sturz heil überstanden hat und Sie sich keine inneren Verletzungen zugezogen haben.
05:21Allerdings hat das CT das Aneurysma bestätigt.
05:24Wodurch entsteht so ein Aneurysma?
05:26Da gibt's verschiedene Risikofaktoren.
05:27Zum einen Arterienverkalkung oder Rauchen.
05:31Bluthochdruck auch.
05:32Fortgeschrittenes Alter.
05:34Die ich also alle nicht habe?
05:35Ja, manchmal ist es auch einfach eine Art der Bindegewebsschwäche.
05:38Genetisch bedingt.
05:39Dafür können Sie nichts.
05:40Und was bedeutet das jetzt?
05:42Sie haben ein asymptomatisches Aneurysma.
05:45Das bedeutet, Sie haben bisher keinerlei Symptome gezeigt, könnten aber ganz plötzlich zum Notfall werden.
05:50Warum?
05:51Also was kann schlimmstenfalls passieren?
05:53Es besteht die Gefahr, dass es platzt.
05:56Und je größer das Aneurysma, desto höher ist diese Wahrscheinlichkeit.
06:00Ihr Aneurysma, Herr Hartwig, ist schon sehr groß.
06:04Dazu der Sturz heute.
06:05Und wenn es platzt?
06:07Dann kommt es zu einer massiven inneren Blutung.
06:10Und wenn wir sie dann nicht schnell genug auf dem OP-Tisch haben, dann ist das tödlich.
06:14Wow.
06:25Katrin?
06:27Was ist denn los?
06:33Frau Böhmer hat mir gerade vorgeschlagen, dass Hanna mal mit ihrem Hund spazieren gehen könnte.
06:37Denkst du, das ist Linses Idee?
06:40Ich hoffe nicht.
06:43Wahrscheinlich ist es ein komplett unschuldiger Einfall seiner Mutter.
06:48Ich muss jetzt einfach nur die Nerven bewahren, bis der Spruch vorbei ist.
07:03So, Herr Hartwig, da Ihr Aneurysma bereits einen Durchmesser von 6 cm hat, wollen wir Sie so schnell wie möglich
07:11operieren.
07:12Und diese OP, wie läuft die ab?
07:16Wir führen über einen kleinen Schnitt in der Leiste einen Katheter ein, bis zum Aneurysma.
07:20Und dann platzieren wir einen Stand, eine sich selbst entfaltende Gefäßprothese.
07:25Ich bin Elektrikkabel, schieben auch dauernd alles Mögliche durch Kabelkanäle an die richtige Stelle.
07:32Aber wenn ich mir jetzt vorstelle, es passiert in meinem Körper...
07:35Ja, das Risiko dieser OP ist deutlich geringer als das Risiko einer Ruptur.
07:39Packen wir es an.
07:41Sie verstehen ja Ihr Handwerk.
07:46Wegen Ihres Stromunfalls müssen wir zu Ihrer Sicherheit einen Überwachungszeitraum einhalten.
07:52Das heißt, wir planen den Eingriff dann für morgen um 8.
08:00Gut. Bis dann.
08:03Ähm, ich hätte da noch eine Frage.
08:09Könnte, also wäre es vielleicht möglich, diese OP erst morgen Nachmittag durchzuführen?
08:14Warum?
08:15Ich müsste nur noch was erledigen.
08:17Herr Hartwig, wenn das Aneurysma rupturiert, dann...
08:20Dann kann es sein, dass ich verblute.
08:22Genau.
08:22Ich weiß.
08:23Deshalb ist das so wichtig.
08:24Darf ich fragen, was es ist, was Sie zu erledigen haben?
08:27Ein schamanisches Ritual.
08:28Bitte was?
08:29Das ist eine Art Stärkungsritual.
08:31Ohne das habe ich Angst, die OP nicht zu überstehen.
08:34Das ist jetzt aber nicht Ihr Ernst, oder?
08:37Müssen Sie dafür das Krankenhaus verlassen?
08:39Nein, das kann hier stattfinden, aber es müsste dazu getrommelt werden.
08:46Ich fasse es nicht.
08:49Ihnen ist bewusst, was eine Verzögerung bedeuten kann?
08:51Ja.
08:52Mir ist auch bewusst, was es bedeuten kann, wenn ich unvorbereitet in diese OP gehe.
08:57Gut, dann morgen 14 Uhr.
09:01Danke.
09:02Gerne.
09:09Das ist doch Wahnsinn. Wie kannst du das zulassen?
09:11Ich möchte es nicht nochmal erleben, dass Sie sich im Gegenwart eines Patienten über dessen Glauben lustig machen.
09:16Oh, sitzen wir uns jetzt wieder.
09:17Auch gut.
09:18Der Mann kann jeden Augenblick verbluten und Sie wollen ihm Zeit geben, um so ein bisschen Hokuspokus durchzuführen?
09:22Aber für ihn ist es kein Hokuspokus.
09:28Herr Hartwig wird rund um die Uhr überwacht.
09:29Er ist keinerlei Belastungen ausgesetzt. Somit ist das Risiko kontrollierbar.
09:34Was es auch immer mit diesem schamanischen Ritual auf sich hat, für ihn ist es wichtig und er glaubt daran,
09:39dass es ihm hilft, die bevorstehende Operation so gut wie möglich zu meistern.
09:43Aber wir sind uns schon einig darüber, dass das Ganze völlig bescheuert ist, oder?
09:45Sie kennen die Statistiken?
09:47Ich muss Ihnen ja nicht sagen, wie wichtig eine positive Einstellung des Patienten für eine erfolgreiche Behandlung ist, oder?
10:01Ich habe Ihnen eine Stunde Feierabend. Lust, was essen zu gehen?
10:05Nein, danke, Dr. Hoffmann.
10:08Gut, dann schönen Abend noch.
10:16Warum lassen wir das Essen nicht einfach rausfallen?
10:33Katrin, Frau Böhmer kann morgen nicht entlassen werden. Die Entzündungsparameter sind immer noch erhöht.
10:44Aber in ein bis zwei Tagen sollte das in Ordnung kommen.
10:51Ich bin es alles so leid. Ich möchte endlich wieder meine Ruhe haben.
11:01Hast du mal überlegt, dir Hilfe zu holen?
11:05Auch wenn Frau Böhmer entlassen ist, wird das Thema damit nicht aus der Welt sein.
11:10Zumindest werde ich nicht jeden Tag daran erinnert.
11:13Und was ist mit Hannah?
11:14Was soll mit ihr sein?
11:16Willst du ihr irgendwann die Wahrheit sagen?
11:18Dass ihr Vater ein Vergewaltiger ist?
11:21Und dass ihre Großmutter keine Ahnung davon hat, weil dieser Dreckskerl auch noch ein Feigling ist,
11:25der seiner Mutter bis heute den lieben Sohn vorgaukelt?
11:28Nein, das meine ich nicht.
11:29Wie soll man seinem Kind so etwas beibringen, ohne dass es sich in Frage stellt?
11:49Ja, das sieht ja soweit alles ganz gut aus.
11:52Wir beginnen um 13 Uhr mit der OP-Vorbereitung.
11:55Dr. Weber wird sich nun detailliert über den geplanten Eingriff informieren.
11:59Ja?
11:59Ja, alles klar.
12:00Ach, ähm, haben Sie denn Ihr Stärkungsritual schon durchgeführt?
12:04Nein, das mache ich ja nicht alleine.
12:06Ach.
12:07Nee, gegen 12 kommt meine Schamanin vorbei und die wird dann hier für mich reisen.
12:12Und wie genau habe ich das zu verstehen?
12:14Sie wird sich hier mit Hilfe einer Trommel in so eine Art Trance versetzen und dann in die untere Welt
12:19reisen.
12:20Das ist so eine Art Geisterwelt.
12:24Da wird sie dann für mich um Beistand bitten.
12:27Ja, das klingt spannend.
12:28Ja, das ist es auch.
12:30Und Sie möchten können in Zukunft.
12:32Mal sehen.
12:33Wir sehen uns dann spätestens zur OP.
12:37Ja, ich werde Sie dann jetzt also über den Eingriff informieren.
12:41Sie halten mich für einen Spinner, ne?
12:44Tatsächlich fällt es mir sehr schwer, an den Nutzen von Trommeltänzen und die Existenz von Geisterwelten zu glauben.
12:50Ja.
12:50Darf ich fragen, warum?
12:51Weil es das nicht gibt.
12:53Weil Sie das nicht sehen können?
12:56Unter anderem, ja.
13:00Es gibt ja eine Menge Dinge, die man nicht sehen kann und die trotzdem da sind.
13:06Ja, aber dann sind sie in der Regel nachweisbar, also messbar.
13:09Und ansonsten existieren sie nicht.
13:10Richtig.
13:12Vielleicht haben wir ja noch nicht die richtigen Geräte und Theorien entwickelt, um sie nachweisen oder messen zu können.
13:18Sehen Sie, vor der Erfindung des Mikroskops hat auch noch nie jemand ein Bakterium gesehen.
13:23Und trotzdem ahnte man, dass es sie gibt.
13:25Von mir aus können Sie ruhig weiter an die Existenz von Geistern glauben.
13:28Aber mich überzeugen Sie damit nicht.
13:31Morgen.
13:32Morgen.
13:33Morgen.
13:41Wie geht's dir?
13:43Hab nie so gut geschlafen.
13:49Ich hab beschlossen, mir eine Kinderpsychologin zu suchen.
13:53Um mich beraten zu lassen, wann der richtige Zeitpunkt ist, Hannah Rheinweiner zu schenken.
13:57Das klingt doch gut.
13:58Ja.
13:59Und wenn sie mich irgendwann fragt, wer ihr Vater ist, dann bin ich darauf vorbereitet.
14:06Wäre es nicht besser, wenn du schon sehr bald von dir aus auf sie zugehst?
14:10Warum?
14:13Ich denke, deine Tochter sollte wissen, dass du sie ernst nimmst.
14:16Dass du ihr Rheinwein einschenken willst.
14:21Aber man müsste das doch nicht übers Knie brechen.
14:23Zum Glück ahnt ja Hannah nicht, dass der Linse ihr Vater ist.
14:29Hallo.
14:29Hallo.
14:30Ich möchte gerne mal Lies Böhmer besuchen.
14:32Böhmer.
14:33Moment.
14:34Bist du mit der Patientin verwandt?
14:36Das ist meine Oma.
14:38Deine Oma liegt auf der Chirurgiezimmer 24.
14:41Dankeschön.
14:41Bitte.
14:44Und da hast du Rudi auch ganz genau das Futter gegeben, was ich dir aufgeschrieben hatte?
14:48Hab ich.
14:49Ich will nicht, dass er nochmal einen Durchfall kriegt.
14:52Und sieh zu, dass er regelmäßig an die frische Luft kommt.
14:55Ich tue, was ich kann.
14:58Ich hätte dir ja zu gern mal meine Ärztin vorgestellt, Frau Dr. Globisch.
15:02Und ihre reizende Tochter, das ist ein schlaues Mädchen.
15:08Das ist ja mir nicht böse.
15:09Ich muss los.
15:10Jetzt so?
15:11Ich dachte, du bleibst noch ein bisschen.
15:13Ich muss noch zu einem Vorstellungsgespräch.
15:15Davon hast du mir ja gar nichts erzählt.
15:18Dann mach ich später.
15:19Aber jetzt bin ich spät dran.
15:20Tut mir leid.
15:21Tschüss, Mutti.
15:23Tschüss.
15:23Tschüss, mein Junge.
15:25Viel Erfolg.
15:33Hey, Hanna, was ist los?
15:35Was machst du hier?
15:35Ich besuche jemanden.
15:38Musst du nicht eigentlich in der Schule sein?
15:42Ah, heute ist wahrscheinlich wieder so ein Lehrerausflug, ne?
15:45Genau.
15:46Heute ist mal wieder ein Lehrerausflug.
15:49Willst du schnell noch einen Keks haben?
15:50Die sind richtig gut.
15:51Okay.
15:52Ja?
15:56Tschüss, Chris.
15:57Und danke für die Kekse.
16:14Hallo, Frau Böhmer.
16:15Hanna.
16:16Ja.
16:17Komm her.
16:18Setz dich.
16:19Das ist ja eine Überraschung.
16:22Schön, dass du mich besuchst.
16:26Ich muss dich unbedingt was fragen.
16:30Was ist denn meine Kleine?
16:32Kann es sein, dass dein Micha und meine Mama, dass die sie schon kennen, also lange von früher?
16:47Nein.
16:49Das wüsste ich doch.
16:52Wie kommst du denn darauf?
16:53Also, ich habe gehört, dass dein Micha mein Vater ist.
17:01Gott.
17:02Das kann doch nicht sein.
17:05Da hast du vielleicht was falsch verstanden.
17:08Wer sagt denn sowas?
17:10Meine Mama.
17:12Sie wusste nicht, dass ich noch wach bin.
17:16Und hat das zu Martin gesagt.
17:21Weißt du was?
17:23Wir suchen jetzt die Mama.
17:26Und dann reden wir mit ihr.
17:29Kommst du mit?
17:31Nein.
17:32Lieber nicht.
17:34Mama denkt, ich bin in der Schule.
17:36Du bist mir ja eine.
17:39Gut.
17:39Da wartest du dich auf mich.
17:46Aber er kann doch nicht wirklich glauben, dass man irgendwann die Existenz von Geistern nachweisen kann.
17:50In manchen Kulturen gehören Geister zur alltäglichen Lebenswelt.
17:53Ja, und Zwerge und Gnome und Trolle.
17:55In Island werden Straßenbaupläne dahingehend überprüft, ob sie durch Elfengebiete laufen.
18:00Und entsprechend ungeplant.
18:02Echt?
18:03Ja.
18:05Na, wenn man sich diese Art des Aberglaubens leisten kann.
18:08Ich verstehe gar nicht, warum du dich so darüber aufregst.
18:11Mir schadet doch niemandem.
18:12Na, hoffentlich.
18:14Hä?
18:15Sag mal, duzen wir uns jetzt eigentlich wieder?
18:20Das war mir doch gestern Nacht auch.
18:24Ich fand's übrigens sehr schön.
18:31Dr. Stein?
18:33Dr. Hoffmann.
18:34Hallo.
18:35Und?
18:36Tschüss.
18:45Es geht mich ja nichts an.
18:47Sie sagen es.
18:48Passen Sie auf, dass es nicht zu Missverständnissen kommt.
18:50Welcher Art?
18:51Zwischen den Geschlechtern.
18:53Wenn wir Männer denken, es ist noch Spaß, denken Frauen schon an Kinder,
18:56Kombi-Eigenheim-Golden-Retriever.
18:59Sie sprechen aus Erfahrung.
19:01Stimmt.
19:03Ich danke Ihnen für den Rat.
19:05Aber ich bin auch kein Schuljunge mehr.
19:08Herr Doktor.
19:13Das Antibiotikum hat bei Herrn Mayhoff sehr gut angeschlagen.
19:16Gut, das ist gut.
19:17Frau Dr. Globisch, ich muss Sie unbedingt sprechen.
19:20Ich komme nachher zu Ihnen und dann können wir reden.
19:23Nein, es geht um Hannah.
19:24Was ist mit Hannah?
19:29Sie glaubt, dass mein Sohn Misha ihr Vater sei.
19:34Wie kommt sie denn darauf?
19:39Tja, wann haben Sie denn mit Hannah gesprochen?
19:41Oh, eben.
19:42Sie war so lieb, mich zu besuchen.
19:44Das kann ich sein, Hannah ist in der Schule.
19:46Nein, ist sie nicht.
19:47Offensichtlich hat die Sache sie sehr beschäftigt.
19:49Sie behauptet, sie hätte gehört, wie Sie mit jemandem darüber gesprochen haben.
19:54Können Sie mir das erklären?
19:57Wo ist sie jetzt?
19:58Bei mir oben, auf meinem Zimmer.
20:02Ist Ihr Sohn auch hier?
20:04Nein, der ist vor ein paar Minuten gegangen.
20:07Was ist denn los?
20:11Hannah?
20:16Wenn Sie meine Tochter suchen, ist es bei uns.
20:18Wo?
20:19In einem Schwesternzimmer.
20:23Ich habe mir erlaubt, ein bisschen auf mein Smartphone zu spinnen.
20:25Ich hoffe, das ist okay.
20:27Hannah?
20:29Was ist denn, Mama?
20:31Was machst du denn hier?
20:32Warum bist du nicht in der Schule?
20:34Heute ist Lehrerausflug.
20:39Ich habe geschwänzt.
20:42Bist du mir böse?
20:44Nein.
20:46Naja, vielleicht ein bisschen.
20:48Aber nur, weil ich mir Sorgen um dich mache.
20:51Frau Böhmer hat mir gesagt, dass du bei ihr warst.
20:54Ich habe mitbekommen, was du, Martin, gesagt hast.
20:59Dass dieser Typ mein Vater ist.
21:06Ist er das?
21:08Nein.
21:10Herr Linse hat nichts, was einen echten Vater ausmacht.
21:16Ich werde versuchen, dir das zu erklären, ja?
21:19Aber das ist auch für mich nicht so einfach, weißt du?
21:22Und deshalb musst du mir noch ein bisschen Zeit geben, ja?
21:27Wann denn?
21:28Bald.
21:32Du, Mama?
21:34Was, mein Schatz?
21:35Schreibst du mir eine Entschuldigung für die Schule?
21:38Ja.
21:40Versprochen?
21:42Versprochen.
21:43Aber du musst mir auch was versprechen.
21:47Wenn du das nächste Mal
21:50so was Großes auf dem Herzen hast,
21:53dann kommst du als erstes zu mir, ja?
21:57Und du darfst niemals aus der Schule weglaufen,
21:59ohne vorher Bescheid zu sagen.
22:02Versprochen?
22:04Versprochen.
22:09So, jetzt gucken wir, ob wir was zu essen für dich kriegen.
22:17Hallo.
22:19Hatte Herr Hartwig bereits Besuch von seiner Schamanin?
22:21Das weiß ich nicht.
22:21Ich war bis eben in einer Besprechung.
22:23Aber fragen wir ihn doch einfach.
22:24Ach, ich hoffe, die Sache ist erledigt.
22:25In zwei Stunden geht's los.
22:28Ach, die Show scheint gelaufen.
22:31Warum auch diese Menschen dann immer
22:32ihrem Klischee entsprechen müssen.
22:36Ach, da bedauere ich es fast,
22:38dass ich nicht dabei gewesen bin.
22:40Ich dachte, du hast das alles für hokus pokus?
22:43Tue ich auch.
22:43Aber deswegen kann es trotzdem ganz unterhaltsam sein, oder?
22:46Und gegen gute Unterhaltung
22:48habe ich nichts einzuwenden.
22:52Ähm, was das angeht...
22:55Was was angeht?
22:58Das mit uns.
22:59Da sollten wir mal drüber reden.
23:01Warum?
23:02Vielleicht sollten wir mal definieren,
23:04was das ist.
23:06Das mit uns?
23:07Ja.
23:10Gute Unterhaltung, würde ich sagen.
23:12Nicht mehr, aber auch nicht weniger.
23:16Oder siehst du das anders?
23:18Nein.
23:20Gut.
23:21Gut.
23:24Dann werde ich Herrn Hartwig mal
23:25für die OP vorbereiten, oder?
23:27Ja, tu das.
23:27Wir sehen uns gleich im OP.
23:31Gut.
23:42So, Herr Hartwig.
23:44Sie sind spirituell frisch gestärkt?
23:45Dann wollen wir auch mal loslegen.
23:47Nee, ich bin noch nicht so weit.
23:49Aber Ihre Schamanin war doch gerade bei Ihnen.
23:51Nee, war sie nicht.
23:52Ich kann dich auch seit Stunden nicht erreichen.
23:54Ich habe Sie doch gerade aus Ihrem Zimmer kommen sehen.
23:56Ähm.
23:58Nee, das war ja nicht Frau Gerlach.
23:59Das war meine Schwester.
24:02Äh, Cordula war nun hier,
24:03um mir noch viel Glück zu wünschen.
24:05Ach so, ja.
24:06Aber dann muss das jetzt reichen.
24:08Können wir nicht noch ein bisschen warten?
24:10Also, Frau Gerlach ist normalerweise sehr zuverlässig.
24:13Herr Hartwig,
24:14wir haben die OP für Sie
24:15so weit wie möglich nach hinten geschoben.
24:17Wir haben Ihnen die Möglichkeit gegeben,
24:19damit Sie das tun können,
24:20wovon Sie glauben, dass Sie es tun müssen.
24:21Aber jetzt müssen wir unsere Arbeit machen, ja?
24:24Und wenn das schief geht?
24:26Jede Operation wirkt ein Risiko.
24:29Niemand gibt Ihnen
24:30hundertprozentige Garantie,
24:31dass alles gut geht,
24:32selbst bei einem optimalen Verlauf.
24:33Oder kann Ihre Schamanin Ihnen diese Garantie geben?
24:35Nein, es geht mir ja noch nicht um eine Garantie.
24:39Ich will nur,
24:40ich will nur,
24:41dass alles getan worden ist,
24:42was getan werden kann.
24:44Genau das kann ich Ihnen versprechen.
24:46Und ich verstehe,
24:46dass Sie verunsichert sind.
24:48Aber jede weitere Minute,
24:49die wir warten,
24:50erhöht das Risiko einer Ruptur.
24:52Und was dann passiert,
24:53wissen Sie.
24:59Tja.
25:02Ja, gut.
25:03Danke.
25:04Herr Hartwig kann dann
25:06in die OP-Vorbereitung.
25:07Ja.
25:08Werden Sie auch da sein?
25:10Ja.
25:11Die ganze Zeit?
25:12Ich werde den Eingriff durchführen
25:13und Herr Hoffmann wird mir assistieren.
25:16Ich werde gut auf Sie aufpassen.
25:38Mutti, was ist denn los?
25:40Ich habe dir doch gesagt,
25:41dass ich nicht den ganzen Tag hier sein kann.
25:42Ich habe zu tun.
25:44Mach die Tür zu und setz dich.
25:46Wie redest du denn mit mir?
25:48Tu, was ich dir sage.
26:00Was ist denn los?
26:03Hast du mir was zu sagen?
26:06Ich weiß nicht, was du meinst.
26:08Die Tochter von Dr. Globisch
26:11war eben bei mir.
26:13Erinnerst du dich?
26:14Hanna.
26:15Ich hatte von ihr erzählt.
26:16Na ja, ich erinnere mich.
26:22Sie glaubt,
26:24dass du ihr Vater bist.
26:28Was hat das zu bedeuten?
26:31Wie kommt das Kind da auf?
26:35Ich verstehe das nicht.
26:36Du und Dr. Globisch, ihr kennt euch.
26:42Ja.
26:44Nein.
26:47Nicht wirklich.
26:49Das war also eine einmalige Sache.
26:56Quasi ein Unfall.
26:59Nein.
27:01Kein Unfall.
27:14Ich habe mich übrigens mal ein bisschen schlau gemacht.
27:16Ach.
27:19Formen des Schamanismus finden sich in vielen Kulturen und unter den unterschiedlichsten Bezeichnungen.
27:25Man findet sie als Berater, als Vermittler zwischen der geistigen und der physischen Welt.
27:31Sie tauchen als Schamanen, Seher und Mediziner auf.
27:35Du willst mir jetzt aber nicht erzählen, dass wir auch sowas wie Schamanen sind, oder?
27:40Nein, aber da ist schon was Wahres dran in dieser, in einem gesunden Körper und auch in gesunder Geistgeschichte.
28:05Die Binde der Arterie, gut. Ich bin drin.
28:09Die Position ist gut. Wir können entfalten.
28:14Blutdruck fällt.
28:15Verdammte skulpturiert.
28:16Wir müssen aufmachen, sofort.
28:17Blutdruck nicht vermessbar.
28:19Licht an.
28:20Skatelle.
28:21Erster Stand.
28:22Reanimation Tisch unter.
28:26Ich lüsse sie ab.
28:34Frau Kollegin.
28:52Sag mal, ich sehe denn was? Wir warten hier auf dich.
28:56Ist alles in Ordnung?
28:58Steffen Hartwig wurde noch nicht operiert?
29:00Ja, natürlich nicht.
29:02Was ist denn los mit dir?
29:06Starten Sie!
29:08Dr. Weber, was hat das zu bedeuten?
29:10Wir müssen die OP verschieben.
29:11Dann erwarten wir eine Erklärung.
29:13Etwas stimmt nicht.
29:15Herr Hartwig, Sie dürfen sich auf keinen Fall operieren lassen. Nicht jetzt.
29:18Moment.
29:19Nein, wenn Dr. Weber sagt, dass was nicht stimmt, dann warten wir.
29:23Abbruch.
29:27Abbruch.
29:29Dr. Weber, Sie verlassen unvorzüglich den Operationssaal.
29:48Sie sind bis auf Weiteres vom Dienst freigestellt.
29:51Wir sollten uns jetzt endlich mal einigen, ob wir uns nun sitzen oder duzen.
29:54Ich warte immer noch auf eine Erklärung.
29:56Was hatte das da drin zu bedeuten?
30:01Ich weiß es nicht.
30:10Was ist los mit dir?
30:12Warum haben wir die OP abgebrochen?
30:14Ich hatte sowas wie eine Ahnung.
30:18Also, du hattest ein ungutes Gefühl.
30:21Nein, es war mehr als das.
30:23Ich habe gesehen, dass er sterben würde, wenn wir ihn operieren.
30:27Dieses ganze Gerede von Geistern und Heilern, das hat mich vollkommen verwirrt.
30:30Ich kann dir nicht sagen, was da drin mit mir los war.
30:33Du hast damit angefangen, ihm Zeit einzuräumen.
30:36Ja, um dem Patienten die Sicherheit zu geben.
30:38Jetzt ist er vollkommen durch den Wind.
30:40Das tut mir leid.
30:53Entschuldigung.
30:56Entschuldigung, ich bin auf der Suche nach einem Steffen Hartwig.
30:58Man sagte mir, er würde bereits operiert.
31:02Ja, Dr. Kai Hoffmann.
31:03Die OP von Herrn Hartwig, die wurde verschoben.
31:07Ein Glück.
31:09Können Sie mir sagen, wo ich ihn finde?
31:12Herr Hartwig, der wurde gerade in sein Zimmer gebracht.
31:15Darf ich fragen, wer Sie sind?
31:17Ja, Entschuldigung, Gerlach, Regina Gerlach.
31:20Herr Hartwig hatte mich eigentlich schon gegen zwölf erwartet, aber ich wurde aufgehalten.
31:24Ach, Sie sind die Schamanin.
31:28Ich muss mich entschuldigen, mein Verhalten war sehr unprofessionell.
31:31Nein, nein, Sie sind meiner Intuition gefolgt und ich vertraue Ihnen da.
31:35Ja, das ist schön und dennoch sollte die OP so schnell wie möglich neu angesetzt werden.
31:40Ich brauche maximal eine Stunde.
31:42Gut.
31:43Sie sind dabei?
31:47Bei der OP?
31:50Ja, natürlich.
31:52Gut, Sie kriegen die Stunde.
31:57Dann wollen wir keine Zeit verlieren.
32:01Kann ich irgendwie helfen?
32:02Ich brauche ein bisschen Platz.
32:10Ja, Frau Dr. Globisch?
32:17Darf ich kurz reinkommen?
32:22Bitte.
32:24Setzen Sie sich.
32:27Ich wollte mich nur verabschieden, weil Dr. Hoffmann hat gesagt, dass ich morgen schon wieder entlassen werden kann.
32:35Also ich wünsche Ihnen und Ihrer Hanna alles Gute.
32:44Wissen Sie, Michael ist ja mein Sohn.
32:52Sein Vater war nicht gut zu ihm.
32:55Und zu mir auch nicht.
32:57Und deshalb habe ich mich von ihm getrennt.
32:59Ich habe sogar meinen Mädchennamen wieder angenommen.
33:06Michael ist doch das Einzige, was ich habe.
33:10Und Rudi natürlich.
33:15Aber...
33:17Rudi ist ja nur ein Hund.
33:21Und...
33:30Rudi ist ja nur ein Hund.
33:35Rudi ist ja nur ein Hund.rimine
34:15Sind Sie bereit?
34:16Ja, das bin ich.
34:22Ich bin in der Arterie.
34:24Katheter.
34:30Gut, ist drin.
34:32Position ist gut. Wir können entfalten.
34:38Blutdruck fällt.
34:39Verdammt, es rupturiert.
34:40Wir müssen aufwachen. Sofort.
34:42Licht an.
34:43Lassen Sie zehn Konserven einkreuzen.
34:46Halten Sie Bauchtücher bereit, ja? Sehr viele Bauchtücher.
34:49Und jetzt volle Konzentration.
34:50Skalpell.
35:11Ich lebe noch.
35:13Ja.
35:15Der Eingriff ist allerdings nicht ganz so verlaufen, wie wir das geplant hatten.
35:19Kurz bevor wir den Stand platzieren konnten, ist das Aneurysma rupturiert.
35:23Wir konnten die Blutung in den Griff bekommen und Ihre Bauchschlagader mit einer Gefäßprothese wiederherstellen.
35:28Allerdings mussten wir dabei doch Ihren Bauch öffnen.
35:31Aber Sie werden wieder ganz gesund.
35:38Danke.
35:42Sie haben mir das Leben gerettet.
35:45Danke.
35:47Auch, dass Sie uns die Zeit gegeben haben.
35:50Danke.
35:51In zwei Tagen schon können wir Sie auf die Normalstation verlegen.
35:54Sie werden jetzt noch ungefähr zehn Tage hierbleiben müssen und danach müssen Sie sich noch einige Wochen schonen.
35:59Das ist ja nicht so schlimm.
36:01Hauptsächlich lebe.
36:03Gut.
36:08Ich sage auch danke.
36:11Wofür?
36:12Dafür, dass du das möglich gemacht hast.
36:16Und du denkst wirklich nicht, dass die OP anders verlaufen wäre, wenn wir ihn gleich operiert hätten?
36:20Nein.
36:23Herr Hartwig hatte ein sechs Zentimeter großes Bauchortenaneurysma.
36:27Bei einem solchen Eingriff besteht immer das Risiko einer Ruptur.
36:31Darum sind wir auch darauf vorbereitet.
36:34Das war an mir aber auch schon, als die OP zum ersten Mal angesetzt war.
36:37Aber trotzdem, der Verlauf ist nie ganz vorhersehbar.
36:40Ganz genau.
36:41Und das wird auch immer so bleiben.
36:42Gute Nacht.
36:47Gute Nacht.
36:53Guten Morgen.
36:55Waren Sie schon bei Herrn Hartwig?
36:56Ja.
36:57Ich wollte ihn noch kurz sehen, bevor ich abreise.
37:00Scheinen Sie sich schnell zu erholen.
37:01Ja.
37:04Sie haben noch eine Frage?
37:07Ja, tatsächlich habe ich eine ganze Reihe von Fragen.
37:11Fragen Sie.
37:14Diese Schamanensache, machen Sie die hauptberuflich?
37:17Nein, ich bin Küche.
37:18Mir gehört ein Restaurant in Potsdam.
37:22Aber Sie wollen wissen, wie ich zur Schamanin wurde?
37:25Ja.
37:26Durch meine Großmutter.
37:28Von ihr habe ich auch die Leidenschaft fürs Kochen geerbt.
37:31Vor allem aber kannte sie sich gut mit Kräutern und deren Wirkung aus.
37:36Ich wollte nicht, dass dieses Wissen nach Ihrem Tod verloren geht und fing an, mich damit zu beschäftigen.
37:43Verstehe.
37:44Unsere Vorfahren verfügten oft über viel praktische Erfahrung und Wissen über den Zusammenhang von alltäglichen Dingen.
37:54Dinge, die für Ihr Leben wichtig waren.
37:56Zu wissen, wie das Wetter am folgenden Tag wird.
37:58Ob der Winter mild oder eher streng ausfällt.
38:01Sie wussten Wolken, das Verhalten von Tieren zu deuten.
38:05Es ist keine Magie, sondern nur ein genaues Hinsehen.
38:10Und bei diesen Reisen in die, naja, Geisterwelt, was sehen Sie denn da?
38:18Stellen Sie es sich als freies Assoziieren vor.
38:22Oder als ein Traum, in dem Sie wach sind.
38:25Aber das ist nicht das, was Sie gestern erlebt haben.
38:29Nein, das war real.
38:30Es sah alles ganz echt aus.
38:31Ich konnte sehen, spüren, sogar riechen.
38:37Lass mal deinen Kopf untersuchen.
38:50Haben Sie auch gerade?
38:54Hier stimmt was nicht.
38:58Entschuldigung, ich...
39:19Sie werden sich weder meiner Tochter noch mir nähern.
39:22Nicht jetzt und nicht in Zukunft.
39:23Und Sie werden das aus drei Gründen tun.
39:26Aus Respekt vor mir.
39:28Aus Rücksicht vor dem Kind.
39:30Und aus Reue für Ihre Tat.
39:33Haben Sie mich verstanden?
39:35Ja.
39:36Und Sie werden sich daran halten.
39:40Was meine Tochter tut, wenn sie erwachsen ist,
39:42das entscheidet sie.
39:43Bis dahin entscheide ich.
40:02Sie warten mal sprechen.
40:03Ja, Dr. Weber bat mich, Sie hinzuzuziehen.
40:06Womit geht's?
40:07Sie bat mich um ein Schädel-CT.
40:10Wer ist der Patient?
40:11Sie selbst.
40:12Sie sagt, Sie hätten ja heute Morgen dazu geraten.
40:15Ich hab Dr. Weber heute noch überhaupt nicht gesehen.
40:27Sie haben was gefunden?
40:29Ja.
40:31Ein Tumor im präfrontalen Cortex.
40:34Die gute Nachricht, der Tumor ist höchstwahrscheinlich gutartig.
40:37Aber er ist bereits recht groß und kann aufgrund seiner Lage
40:41Ihre Hirnfunktion beeinträchtigen.
40:44Impulskontrolle, Persönlichkeitsveränderung, Halluzination.
40:46Oh.
40:48Haben Sie entsprechende Symptome?
40:50Ja, ich fühlte mich in letzter Zeit so gut wie lange nicht.
40:56Ganz leicht und spontan.
40:59Aber das war gar nicht ich, das war der Tumor.
41:10Und ich dachte, mein Leben kommt endlich mal wieder in Ordnung.
41:31Mach mal kurz eine Pause, Schatz.
41:35Was gibt's denn?
41:38Ich hab nachgedacht.
41:41Über Michael Linze.
41:44Also über meinen Vater.
41:48Ja.
41:48Ich weiß, dass du
41:51mehr über ihn wissen willst.
41:55Ihn kennenlernen.
41:58Das kann ich auch vollkommen verstehen.
42:02Aber...
42:02Aber was?
42:04Er hat mir mal sehr wehgetan.
42:09Ich werd dir darüber erzählen, wenn du größer bist.
42:13Und dann wirst du auch verstehen, dass ich ihn nicht sehen will.
42:18Also, das heißt, er war nicht lieb zu dir.
42:24Nein.
42:25War er nicht.
42:27Du, Mama.
42:29Wenn das so ist,
42:31dann will ich den überhaupt nicht kennenlernen.
42:37Bist du sicher?
42:38Ja.
42:45Willkommen.
42:46Zeig mir mal, was du da spürst.
42:49Hm.
42:51Und?
42:52Kann ich das auch?
42:53Hui.
42:54Hui.
42:56Oh.
42:57Dreht der sich von der Teile?
42:59Ja.
42:59Mann.
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