- vor 2 Tagen
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TVTranskript
00:20Love is Enough
00:30We can make it for stormy weather
00:32As long as we stay together
00:37Love is Enough
00:39Oh, endless saints
00:44No marching in
00:49Oh, endless saints
00:52No marching in
00:57Oh Lord, I want to be in that number
01:03Oh, endless saints
01:06No marching in
01:09Oh, endless saints
01:12Go marching in
01:15Oh, endless saints
01:16Go marching in
01:19Oh Lord, I want to be in that number
01:25Oh, endless saints
01:29Oh, endless saints
01:31No marching in
01:31Oh, endless saints
01:38Oh, endless saints
01:38Es war mir eine groĂe Freude, dass ich Frau Marquardt und Herrn Dr. Heilmann dafĂŒr gewinnen konnte,
01:43mit mir gemeinsam die Gernot-Simonie-Stiftung zu grĂŒnden
01:48Wie Sie vielleicht wissen, ist mein Mann, Professor Simoni, der ehemalige Leiter der Sachsen-Klinik, vor einem Jahr ganz plötzlich
01:57verstorben
01:58Und die heutige Radtour ist die erste Spendenaktion zugunsten der Gernot-Simonie-Stiftung
02:06Und wir freuen uns sehr, dass wir mehr als 100 Teilnehmer haben und auch mehr als 20 Sponsoren gewinnen konnten
02:15Jeder Teilnehmer erradelt mit jedem gefahrenen Kilometer bares Geld fĂŒr unsere Stiftung
02:21Du solltest dir von einer anstrengenden Radtour den Bauch nicht so vollschlagen
02:30Erstens ist das hier nicht die Tour de France, zweitens habe ich noch nicht gefrĂŒhstĂŒckt
02:33Das sieht mir ja nach einem zweiten FrĂŒhstĂŒck aus
02:40Das gibt's doch nicht
02:41Was machst du denn hier?
02:45FĂ€hrst du ein Priest?
02:46Ja
02:47Ich konnte damals nicht zur Beerdigung kommen und so kann ich dem Professor noch meine Ehre erweisen
02:50Da ist auch Dr. Heilmann angekommen
02:52Auch er wird krĂ€ftig in die Pedale treten und steht Ihnen jetzt sicherlich noch fĂŒr ein paar Fragen zur VerfĂŒgung
02:57Also, ich muss bis spÀter
02:59So, und dann wĂŒnsche ich allen Teilnehmern ein gutes Gelingen
03:02Sie entschuldigen mich
03:14Achim, das ist ja eine Ăberraschung
03:18Direkt aus SĂŒdafrika
03:20Ja
03:21Toll
03:23Hast du Schmerzen, Alma?
03:24Geht's dir gut?
03:25Ja, ja, alles in Ordnung
03:27Das war nur der Schreck
03:29Mach doch bitte ohne mich weiter
03:30Also, nur der Schreck stimmt leider nicht
03:32Ich befĂŒrchte, dass der Arm gebrochen ist und zwar hier am Handgelenk
03:35Das hat mir gerade noch gefehlt
03:37Muss ich mich krankschreiben lassen?
03:38Das kommt darauf an
03:40Wenn der Arm gebrochen ist, dann kann ich doch nicht tippen
03:42Das wissen wir mit Sicherheit erst nach dem Röntgen
03:44Ich nehme Sie mit zu mir ins Krankenhaus
03:46Nein, das kann ich nicht annehmen
03:47Sie kennen mich doch ĂŒberhaupt nicht
03:50Könnte ich Ihr Tuch haben, bitte?
03:51Vielen Dank
03:53Wir kĂŒmmern uns jetzt erstmal um Sie
04:01Prof. Simoni war mein Vorbild
04:04Nicht nur in beruflicher Hinsicht, sondern auch menschlich
04:06Deshalb ist es mir eine groĂe Ehre
04:08Sein Werk fortzusetzen
04:10Hier in der Klinik als ein Nachfolger
04:11Und auch innerhalb der Gernot-Simoni-Stiftung
04:14Gemeinsam mit Frau Rischke und Frau Marquardt
04:16Mein Mann hatte sich schon zu Lebzeiten vorgenommen
04:19Mit einer Stiftung Menschen zu helfen
04:21Die einen schweren Schicksalsschlag erlitten haben
04:24Deshalb engagieren wir uns fĂŒr traumatisierte Menschen
04:26Speziell fĂŒr Kinder und Jugendliche
04:28Und zwar unbĂŒrokratisch, mit vollem Einsatz
04:31Danke
04:32So, Frau Rischke
04:34Also dann, gute Fahrt
04:37Bis spÀter
04:40Das ist so nett von Ihnen
04:41Wie kann ich das hier wieder gut machen?
04:44Singen Sie doch Dir Doktor fĂŒr mich
04:47Welche Band ist denn das nochmal?
04:49Das sind die Rolling Stones
04:50Aber das war ein Scherz
04:51Sie mĂŒssen gar nichts wieder gut machen
04:54Was ist denn?
04:56Ăh, nichts
04:56Ist Ihnen schwindelig?
04:58Nur ganz kurz
04:59Ich bin furchtbar aufgeregt
05:02Als Sie vorhin gestĂŒrzt sind
05:03War Ihnen da auch schwindelig?
05:05Ăhm, das ging alles so schnell
05:06Aber vielleicht der Blutzucker
05:09Ich war heute frĂŒh spĂ€t dran
05:11Da habe ich aufs FrĂŒhstĂŒck verzichtet
05:12Na, falls Sie operiert werden mĂŒssen
05:14WĂ€re das sogar gĂŒnstig
05:16Schwester Carola
05:16Frau Bachmann hat sich wahrscheinlich den Radius gebrochen
05:19Bitte melden Sie sie an
05:20Und schicken Sie dann gleich zum Röntgen
05:21Handgelenk in zwei Ebenen, ja?
05:22Mach ich
05:23Danke
05:25Kommen Sie bitte
05:27Und die Kinder?
05:28Wie die Kinder?
05:29Ja, kommen die auch klar?
05:30So allein mit dir?
05:31Ja
05:32Und wie?
05:33ErzÀhl doch mal, was machen Sie?
05:34Jonas hat gerade sein Abitur gemacht
05:36Und gar nicht mal so schlecht
05:38WeiĂt du schon, was er werden will?
05:39Er eiert noch ein bisschen rum
05:40Mhm
05:42Schonzeit?
05:43Ich gebe ihm noch ein paar Wochen
05:45Und dann trete ich ihm in den Hintern
05:46Und Lisa?
05:49Lisa
05:49Hat einen festen Freund
05:51Was ernstes?
05:52Gibt es eine erste Liebe, die nicht ernst ist?
05:56Von mir gab es das schon
05:57Na, warum frage ich dich ĂŒberhaupt?
05:59Und Jakob?
06:01Jakob, geht's auch gut?
06:04ErzÀhlst du mir auch mal was von dir?
06:08Lass uns erst mal los
06:09Wir reden unterwegs
06:11Wenn du die Puste dazu hast
06:13Na komm
06:19Wie ich es schon gedacht habe
06:20Eine Radiusfraktur
06:22Zum GlĂŒck nicht verschoben
06:24Das heiĂt, sie benötigen keine Operation
06:28Gips?
06:29Genau
06:30Der Arm muss ruhig gestellt werden
06:34Aber das ist doch keine Katastrophe
06:36Es hÀtte wesentlich schlimmer kommen können
06:38Wie lange kann ich den Arm nicht benutzen?
06:41Naja, so mit drei bis vier Wochen
06:42MĂŒssen sie schon rechnen
06:43Aber das geht nicht
06:44Wie soll ich das denn schaffen?
06:45Ich bin mittlerweile ganz allein in meiner Abteilung
06:47In welcher Abteilung arbeiten sie denn?
06:49Buchhaltung
06:49Und was ist mit ihren Kollegen?
06:51Die sind alle entlassen worden
06:52Der Firma geht's nicht gut
06:55Aber die Arbeit ist nicht weniger geworden, oder?
06:58Also Stress könnte auch eine Ursache fĂŒr ihn
07:01Schwindel sein
07:04Wir mĂŒssen dem auf den Grund gehen
07:05Sie mĂŒssen auf jeden Fall noch hierbleiben
07:06Nein, ich
07:07Ich kann sie so nicht gehen lassen
07:11Sie haben sicher viele Patienten
07:12Die schlechter dran sind als ich
07:15Gesundheit geht vor
07:16Es kommt gleich eine Schwester
07:17Und die kĂŒmmert sich dann um ihren Gips
07:19Sie können so lange drauĂen warten, ja?
07:21Gut
07:31Frau Bachmann?
07:34Frau Bachmann?
07:35Frau Bachmann?
07:35Hören Sie mich?
07:36Frau Bachmann?
07:38Eine Liegebette, sie ist bewusstlos
07:39Frau Bachmann?
07:42Hören Sie mich?
07:43Frau Bachmann?
07:44Was ist passiert?
08:12Dr. Peters, Weber hier
08:13Könnten Sie sich ein CT ansehen?
08:17Es ist ein sogenanntes
08:19Akustikus-Neuronom
08:20Das heiĂt, ein Tumor der höheren Gleichgewichtsnerven
08:23Akustikus-Neuronome sind prinzipiell gutartig
08:26Aber durch ihre Lage im SchÀdel
08:28sehr problematisch
08:29Ja, ich weiĂ
08:35Und Sie wussten auch schon von dem Tumor, oder?
08:39Warum haben Sie mir das nicht gesagt?
08:42Weil ich nicht operiert werden will
08:46Ich fĂŒrchte, Sie haben keine Wahl
08:49Doch
08:50Ich habe den Tumor schon seit Jahren
08:51Mein Arzt wollte schon lÀngst operieren
08:53Aber ich will das nicht
08:54Das geht mir doch gut
08:55So gut, dass ihn stÀndig schwindelig ist
08:58Innerhalb von knapp zwei Stunden
09:00haben Sie sich den Arm gebrochen
09:01Und, was viel schlimmer ist
09:02Sogar das Bewusstsein verloren
09:04Warum wollen Sie sich denn nicht operieren lassen?
09:07Weil ich dann vielleicht taub bin
09:10Weil ich dann vielleicht nichts mehr hören kann
09:14Stimmt doch, oder?
09:15Wenn Sie den Tumor entfernen
09:16Bin ich danach vielleicht taub
09:18Der Tumor hat den Hörner fast vollstÀndig umschlossen
09:21Es besteht tatsÀchlich die Gefahr
09:23Dass Ihr Gehör rechts beeintrÀchtigt wird
09:25Aber Sie haben doch noch das linke
09:28Das ist mein schlechtes Ohr
09:29Darauf höre ich fast nichts
09:30Ich hatte als Kind mal eine MittelohrentzĂŒndung
09:32Und die wurde nicht richtig behandelt
09:35Wenn ich auf dem rechten Ohr nichts mehr höre
09:37Dann bin ich so gut wie taub
09:40Trotzdem gibt es zu der Operation
09:42Keine Alternative
09:43Ich will keine OP
09:44Das Risiko ist mir einfach zu hoch
09:46Frau Bachmann
09:54Ach, das wÀre aber nicht nötig gewesen
09:57Finger weg
09:58Die sind nur fĂŒr die Teilnehmer der Benefizerad-Tour
10:01Ist das Ihr Ernst oder Ihre spezielle Art mit mir zu flirten?
10:05Also Sie sehen nicht gerade aus
10:06Als wollten Sie heute noch Fahrrad fahren
10:08Aber ich verzehre mich nach einem belegten Brötchen
10:12Ist es nicht Ziel der Simoni-Stiftung
10:15Menschen einen Wunsch zu erfĂŒllen?
10:17Ziel der Simoni-Stiftung ist traumatisierten Menschen
10:20Einen Wunsch zu erfĂŒllen
10:21Und seien Sie froh, dass Sie nicht da dazugehören
10:23Können Sie, Sarah
10:24Die HĂ€lfte der Radler-Truppe ist doch sowieso schon losgefahren
10:26Ja, aber die, die noch nicht gestartet sind
10:28Die mĂŒssen sich doch auch stĂ€rken
10:29Ja, ich aber auch
10:31Sie haben kein Anrecht auf diese Brötchen
10:33Aber Sie als Organisatorin der Veranstaltung
10:36Haben doch ein Anrecht, oder?
10:38Ja
10:39Gut, dann geben Sie mir die HĂ€lfte Ihres Anrechts
10:43KĂ€se
10:50Guten Appetit
10:51Zu gĂŒtig
10:54Aber bisher ging es doch auch mit Bestrahlung
10:57Sie sind bereits mit Strahlentherapie behandelt worden?
11:00Ja, zweimal vor ein paar Jahren
11:02Ja, und dann?
11:03Haben Ihnen Ihre Ărzte nicht gesagt, dass Sie die Behandlung fortsetzen mĂŒssen?
11:07Ich
11:08Ich bin jetzt lÀnger nicht mehr da gewesen
11:12Sie hatten gehofft, dass der Tumor von alleine kleiner werden wĂŒrde
11:15Aber stattdessen ist er gewachsen
11:17Und jetzt ist er so groĂ, dass er bereits auf lebenswichtige Strukturen drĂŒckt
11:21Frau Bachmann
11:23Wie hoch schÀtzen Sie denn die Wahrscheinlichkeit ein, dass das Gehör geschÀdigt wird?
11:28Das lÀsst sich nicht exakt sagen
11:31In Ihrem Fall liegt die Chance fĂŒr eine erfolgreiche Operation ohne BeeintrĂ€chtigung von Gehör und Gleichgewichtssinn bei etwa 50 Prozent
11:3950-50
11:41Sie sind sehr von sich ĂŒberzeugt
11:43Entschuldigung, aber bisher wurde mir immer eine Wahrscheinlichkeit von 80 zu 20 prophezeit
11:47Also 80, dass es schief geht
11:50Na, sehen Sie
11:51Frau Dr. Peters ist die Beste
11:53Lassen Sie sich von ihr operieren
11:59Frau Bachmann, vielleicht sehen wir uns ja mal wieder
12:01Der Chor gibt auch Konzert
12:03Und jetzt?
12:29Ich habe nach Pias Tod natĂŒrlich drĂŒber nachgedacht, von mir wegzugehen und irgendwo neu anzufangen
12:35Ja, ich kann mir dich ĂŒberhaupt nicht woanders vorstellen
12:38Na, ich mir auch nicht, warum bin ich ja noch da
12:45Ich denke tatsĂ€chlich gerade drĂŒber nach, zurĂŒckzukommen
12:48Mariko und ich haben uns getrennt
12:51Was? Warum das denn?
12:58Warum trennen sich Menschen?
13:02Das war ja die Frage
13:08Bin ich dafĂŒr geschaffen, Ehe, Familie, andauernd die gleichen Menschen
13:14Kennst du mich?
13:16Na, da bin ich mir gerade nicht so sicher
13:17Jetzt komm, meine Ehe, wer nicht die Erste, die scheitert
13:19Aber die Erste, die an deiner Dummheit scheitert
13:24Ich habe wirklich gedacht, du und Marike, dass es passt
13:28Ja, habe ich auch gedacht
13:31Was ist denn passiert?
13:38Das liegt an mir
13:40Na, das ist klar
13:42Ich habe Marike kennengelernt, sie ist eine tolle Frau
13:45Ja, ist sie
13:47Warum hast du dich dann von ihr getrennt?
13:51Ich kann das einfach nicht
13:52Alles ist festgelegt
13:54Alles muss geplant werden
13:55Urlaube, Karriere, Kinder
13:59Du sprichst jetzt nicht von deinem erwachsenen Sohn
14:02Nee
14:03Aber Marike wird bald 40
14:05Und wenn wir noch ein gemeinsames Kind wollen, dann jetzt
14:10Du wirst wieder die Flinte ins Korn und renst weg
14:14Du kneifst
14:19Vergiss es
14:22Ich wusste, dass ich nicht mit dir drĂŒber reden kann
14:29Frau Bachmann
14:32Ich weiĂ, Sie wollen mich zu dieser Operation ĂŒberreden und es wĂ€re sicher vernĂŒnftiger, aber ich kann nicht
14:37Wir wollen Sie nicht ĂŒberreden, wir wollen Sie ĂŒberzeugen
14:40Und sicherlich ist es nicht schön, schwerhörig zu sein, aber es gibt Schlimmeres
14:44Ich kann da nicht mehr im Chor mitsingen
14:47Ja, vielleicht, aber was ist das? Ein Hobby fĂŒr vielleicht zwei Stunden die Woche? Oder wie viel?
14:51Das ist nicht nur ein Hobby
14:53Ja, vielleicht sind es nur zwei Stunden, aber das sind die einzigen zwei Stunden, die gut sind
15:04Ich habe meine Mutter gepflegt bis vor einem halben Jahr
15:07Und da ist sie gestorben
15:10Und ich war so beschÀftigt
15:12Ich habe ĂŒberhaupt keine Freunde mehr
15:16Ich habe niemanden
15:19Aber was ist denn mit den Leuten aus dem Chor?
15:23Was soll mit denen sein? AuĂer dem Chor verbindet uns doch nichts
15:28Ich habe keine Freunde, meine Arbeit ist eine Katastrophe
15:32Ich habe nichts
15:35AuĂer dem Singen
15:37Das sind die einzigen Momente, in denen ich glĂŒcklich bin
15:42Auch wenn jemand wie Sie das nicht verstehen kann
15:46Also wissen Sie, mein Leben ist auch nicht perfekt
15:54Tolle AbkĂŒrzung
16:06Und jetzt?
16:08Nach links
16:10Sicher?
16:24Und jetzt?
16:25Nach rechts
16:27Sicher?
16:28Nee
16:29Aber ich treffe eine Entscheidung
16:30Es ist besser, als im Stillstand zu verharren
16:32Jetzt wird er philosophisch
16:34Dann sag du mir doch, wie es weitergehen soll
16:39Nach links
16:42Gut
16:44Nach links
16:55Haben Sie nochmal einen Moment?
16:57Frau Bachmann?
16:58Ich frage mich, ob es nicht eine andere Möglichkeit gibt
17:00Anstelle der radikalen Tumorresektion
17:02Wie meinen Sie das?
17:03WÀre es nicht möglich, den Tumor nur zu verkleinern
17:05Um den Hörnerv zu schonen
17:07Dann hÀtte Frau Bachmann einige Jahre Ruhe
17:08Bei deren Amnese nein, das ist keine Option
17:11Aber
17:12Der Tumor wÀchst rasant
17:13In einem halben Jahr ist sie an dem gleichen Punkt
17:15Wenn ich einmal vor Ort bin, dann hole ich ihn auch vollstÀndig raus
17:18Ihr Vorschlag ist unvernĂŒnftig
17:21Das ist immer noch besser, als gar nichts zu tun
17:23Sie ist Ihre Patientin
17:25Sie mĂŒssen ihr mit aller Konsequenz klar machen
17:27Was passieren wird, wenn Sie sich nicht operieren
17:28NatĂŒrlich
17:29Die Frau ist keine SĂ€ngerin, warum stellt sie sich so an?
17:33Das Singen ist ihr Hobby
17:34Und es bedeutet ihr sehr, sehr viel
17:35Ein Hobby
17:37Also nichts weiter als eine Methode, um Zeit totzuschlagen
17:40Wie bitte?
17:41Ich habe nie verstanden, wozu das gut sein soll
17:46Was machen Sie denn in Ihrer Freizeit?
17:48Ich bemĂŒhe mich ausschlieĂlich Sinnvolles zu tun
17:52Ja, aber manchmal muss man doch auch Sachen machen, die einfach SpaĂ machen
17:55Singen zum Beispiel
17:56Eine stimmliche Reproduktion bestimmter Tonfolgen
17:59Was daran soll SpaĂ machen?
18:02Also ich habe als SchĂŒlerin mal an einem Chor gesungen
18:04Und das hat mich sehr glĂŒcklich gemacht
18:07Dieses Verschmelzen, Teil eines Ganzen, Sein des Klangkörpers
18:10Und daran habe ich mich erinnert, als ich heute Frau Bachmann singen gehört habe
18:14Damals waren Sie ein Kind
18:17Ich kann mir durchaus vorstellen, wieder mit dem Singen anzufangen
18:20Als Sie noch den Hirntumor hatten, erschienen Sie mir vernĂŒnftiger
18:26Helfen Sie mir mit, Frau Bachmann
18:27Auch wenn Sie Ihre Lebenseinstellung nicht teilen
18:51Ach, Frau Rischke, hier sind Sie
18:55Es hat sich kaum etwas verÀndert
18:58Na ja, ein bisschen
19:00Und vermissen Sie es, die Arbeit?
19:02Nein
19:03Vermissen wird so viel gesagt
19:05Es war eine gute Zeit
19:08Gernot und ich haben immer gerne hier gearbeitet
19:11Aber als diese Zeit dann vorbei war
19:15Haben wir uns beide vorgenommen, nur noch nach vorne zu sehen
19:20Tja
19:22Und das muss ich auch jetzt tun
19:26Ich habe den Eindruck, das gelingt Ihnen ganz gut
19:29Er fehlt mir
19:34Es hilft sich zu beschÀftigen
19:36Das Haus, der Garten, der Hund
19:38Und dann haben wir auch noch die Stiftung
19:41NatĂŒrlich
19:41Und ich bin ganz sicher, dass Professor Simoni sehr stolz auf Sie wÀre
19:45Wenn er wĂŒsste, wie Sie sich fĂŒr sein VermĂ€chtnis einsetzen
19:48Danke
19:50Ich lasse Sie dann mal wieder alleine
19:52Nein, nein, warte, ich komme mit
19:55Wie gesagt
19:58Nach vorne sehen
20:05Der Tumor hat eine kritische GröĂe erreicht
20:07Ihr Hirndruck steigt
20:09Sie zeigen bereits massiven Schwindel
20:13Wissen Sie, was als nÀchstes kommt?
20:17Schmerzen im Ohr
20:18LĂ€mmung der Gesichtsmuskulatur
20:21Kopfschmerzen
20:22Ăbelkeit unterbrechen
20:24Doppelbilder
20:24KrampfanfÀlle
20:26Langfristig werden Sie auch ohne OP Gehör verlieren
20:29Lachen Sie auf
20:30Ich habe es verstanden
20:34Ich mache es
20:37Ich leite alles in die Wege, um den Eingriff vorzubehalten
20:42Gut
20:43Dann nehmen wir Sie jetzt statt zu mir auf
20:46Möchten Sie jemanden anrufen?
20:48Anrufen? Wen denn?
20:50Vielleicht eine Freundin oder jemanden aus der Familie
20:53Es gibt niemanden
20:57Ich will weiter singen können
20:59NatĂŒrlich
21:01Das verstehe ich
21:17Ich werde alles dafĂŒr tun, ihr Gehör so weit wie möglich zu erhalten
21:21Das verspreche ich Ihnen
21:22Aber garantieren können Sie es nicht?
21:24Nein
21:26Wo ist Dr. Weber?
21:27Sie kommen gleich
21:32Sie tun das Richtige
21:35Ach, Frau Doktor
21:50Haben Sie was von Roland gehört?
21:52So weit ich weiĂ, ist er doch heute auf der Benefizrat-Tour
21:54Ja, aber das ist ja kein Grund, sein Handy auszuschalten
21:56Nur weil er die Möglichkeit hat, den Tag mit seinem besten Freund zu verbringen
22:00Martin, der ist doch auf Teneriffa
22:02Nein, nicht Martin
22:03Achim
22:05Wie? Achim Kreuzer ist in Leipzig?
22:07Ja
22:07Wussten Sie das nicht?
22:09Nein
22:10Aber dann mĂŒssen Sie sich um die beiden keine Sorgen machen
22:12Denen wird es gut gehen
22:12Ja, ich mache mir auch keine Sorgen
22:14Ich brauche Roland nur wegen eines Vorfalls
22:17Roland Heilmann
22:18Bitte hinterlassen Sie mir eine Nachricht
22:20Sehr wohl nicht
22:24Dr. Peters?
22:34Bipo?
22:35Es blutet stark
22:36Ja
22:40Was ist los?
22:43Es ist alles extrem verwachsen
22:45Folge der Bestrahlung
22:47War das in CT nicht zu sehen?
22:48Man sieht nicht alles im CT
22:51Ich habe Schwierigkeiten, den Nerv darzustellen
22:54HeiĂt das?
22:57Ja, genau
22:58Das heiĂt es
23:04Wir haben ihr falsche Hoffnungen gemacht
23:06Nein
23:06Wir haben sie objektiv ĂŒber ihre Risiken aufgeklĂ€rt
23:10Sie wusste, dass es auch ungĂŒnstig verlaufen kann
23:13Trotzdem
23:14Das wird ein harter Schlag fĂŒr sie
23:17Tupfer?
23:18Ja
23:19Entschuldigung
23:24Ich rufe
23:25Er ist nicht mehr
23:25Tupfer?
23:25Entschuldigung
23:52Wie fĂŒhlen Sie sich?
24:01Die gute Nachricht ist, wir konnten den Tumor vollstÀndig entfernen.
24:07Durch die vorangegangenen Bestrahlungen war das Gewebe allerdings stÀrker vernarren als wir erwarten.
24:15Deswegen wurde leider Ihr Hörwerf in Mitleidenschaft...
24:19Hören Sie auf! Ich kann Sie kaum verstehen!
24:25Sie wussten, dass mein Gehör fĂŒr mich das Wichtigste ist.
24:34Oh, naja, hier waren wir jetzt wirklich schon mal.
24:37Naja, ich weiĂ auch nicht immer, wo es lang geht.
24:42Und vergessen zu laden. Guckst du mal, wo wir sind?
24:44Meins liegt im BĂŒro.
24:48Ich hab Hunger! Ich hab mir vorhin ein Brötchen mitgenommen.
24:52Hast du's noch?
24:54Aufgegessen.
24:56Darf ich dich was fragen?
24:58Ja.
25:00Wovor hast denn du Angst?
25:03Deine Ruhelosigkeit.
25:05Zieht die dich irgendwo hin oder treibt die dich von etwas weg?
25:09Das hab ich nie richtig verstanden.
25:12Hab ich auch nie richtig verstanden.
25:14Vielleicht beides, ich weiĂ nicht.
25:16Vielleicht die Angst vor der Verantwortung, vielleicht die Angst vor dem Stillstand.
25:21Keine Ahnung.
25:22Das heiĂt, du brauchst das Abenteuer.
25:25Ja.
25:27Das war bei dir immer anders.
25:28Du bist immer zufrieden gewesen mit dem, was du gerade hast.
25:30Ich bin beruflich weitergekommen.
25:32Vor dir sitzt der Àrztliche Direktor der Sachsenklinik.
25:34Oh, Entschuldigung.
25:35Der Àrztliche Direktor der Sachsenklinik.
25:37Aber ich rede ja vom Privaten.
25:39Du, ich will mein Leben nicht sagenweilig. Im Gegenteil.
25:41Ja, aber genau das sag ich ja.
25:43Ja, aber das siehst du ja falsch.
25:44Wieso?
25:45Naja, eine Beziehung, eine Ehe zu leben, Tag fĂŒr Tag, das ist eine echte Herausforderung.
25:53Sein Ego hinten anzustellen, sich miteinander auseinanderzusetzen, dabei ehrlich zu sein und
26:02offen auch zu sich selbst, Streitereien auszuhalten.
26:08Ich hab das immer als ein Abenteuer betrachtet.
26:13Auf das ich mich eigentlich aufs Neue einlasse.
26:17Ah, hab ich's doch gewusst.
26:25Roland, mindestens halb...
26:28Die sind vor ĂŒber zwei Jahren abgelaufen.
26:30Mit der Fischvergiftung ist nicht zu spaĂen.
26:38Schmeckt einwandfrei.
26:40Die meisten Konserven halten viel lÀnger.
26:43Dazu gibt's Studien.
26:44Ja, kannst Studien geben, wie ich's will.
26:46Hier wölbt sich alles, da sind GÀrprozesse im Gang.
26:53Die ist fĂŒr dich.
26:57Was ist?
26:58Ich denk, du hast Hunger und liebst das Abenteuer.
27:03Du bist ein Spinner.
27:09Wenn Sie noch irgendwas zum Lesen brauchen, sagen Sie einfach Bescheid, ja?
27:13Dann drĂŒcken Sie einfach diesen magischen Schlapp und gring, schon bin ich da, ja?
27:18Gut, dann bis spÀter.
27:23Ja.
27:34Ja.
27:36Ja.
27:40Ja.
27:41Ja.
27:59Ich bin gleich wieder bei Ihnen, okay?
28:12Frau Bachmann, bitte!
28:15Hören Sie auf!
28:16Bitte!
28:17Bitte!
28:18Tut mir leid.
28:19Aber Sie brauchen jetzt Ruhe und Ihre Uhren auch.
28:25Schwester Carola, wir mĂŒssen mal ... SpĂ€ter.
28:35Ja, Chris?
28:39Gehen Sie.
28:45Sie haben es gerade nicht leicht.
28:48Glauben Sie mir, wir alle hier können das nachvollziehen.
28:53Aber vielleicht ...
28:57Sehen Sie mal ein wenig nach links und rechts.
29:02Es gibt andere Dinge als nur die Musik.
29:06Das Leben besteht nicht nur aus einer einzigen Sache.
29:18Na, Stein, ich hast recht.
29:20Und das Ganze ist nur diese berĂŒhmte Midlife-Casis.
29:23Ja, die hÀttest du dann schon dein Leben lang.
29:25Kann ich auch nicht sagen, was ich stattdessen will.
29:28Ah, jetzt weiĂ ich wieder, wo wir sind.
29:30Was ist, willst du Wurzeln schlagen?
29:32Mir ist nicht gut.
29:34Fisch!
29:34Genau!
29:44Du hast Fieber und Bauchschmerzen.
29:46Das ist eine Fischvergiftung.
29:47Den hast du auch gegessen.
29:48Ja, aber nur wenig!
29:52Kannst du trinken dann trinken?
29:59Oh, wir sehen.
30:00Kann ich mal sehen?
30:05Schau mich an.
30:07Du rĂŒhrst dich nicht von der Stelle, du bleibst hier sitzen.
30:09Ich gehst nur hin.
30:10Ich hol Hilfe.
30:14Das ist die falsche Richtung.
30:33Haben Sie heute Nachtdienst?
30:35Ja.
30:36Bitte kĂŒmmern Sie sich besonders um Frau Bachmann.
30:38Sehen Sie so oft wie möglich nach ihr, ja?
30:41Glauben Sie, dass sie eine postoperative Depression hat?
30:46Nach einem Tag, wie sie ihn hatte, wÀre wohl fast jeder aus dem Gleis.
30:51Soll ich den psychiatrischen Dienst benachrichtigen?
30:55Warten wir bis morgen.
30:59TschĂŒss.
31:07Haben Sie ein Handy dabei?
31:10Lass uns mal dringend telefonieren.
31:22Sie sind ja immer noch hier.
31:25Harten Tag gehabt?
31:27Eine Patientin enttÀuscht.
31:29Eine Tumor-Patientin, die heute operiert wurde.
31:32War er inoperabel?
31:34Nein, im Gegenteil. Der Tumor ist komplett raus, aber...
31:37Ihr Gehör wurde massiv geschÀdigt und die Patientin ist sehr musikalisch.
31:42AuĂer der Musik gibt es nicht viel in ihrem Leben.
31:44Verstehe.
31:47Den Schock muss sie erst mal verarbeiten.
31:51Aber dann auch wieder nach vorn sehen.
31:52Habe ich ihr natĂŒrlich auch gesagt. Ja, sie muss wieder nach links und rechts sehen.
31:55Aber ich fĂŒhle mich trotzdem wie eine BetrĂŒgerin.
31:59Ich kann mich gut in sie hineinversetzen.
32:01In meinem Leben gibt es auch nur eine einzige Sache. Arbeit.
32:04Keine Familie hier, keine Freunde.
32:07Was ist mit Martin? Ist der nicht ein Freund?
32:10Ja, stimmt. Er ist ein guter Mitbewohner und auch ein Freund.
32:15Aber trotzdem, ohne Arbeit wÀre ich komplett aufgeschmissen.
32:21Kann es sein, dass ihr Leben auch mal auf dem PrĂŒfstand musst?
32:23Ja, vielleicht.
32:25Ich denke darĂŒber nach, in den Chor einzutreten, in dem die Patientin singt.
32:28Warum nicht?
32:32Nach links und rechts sehen.
32:35Das wĂ€re ĂŒberhaupt die Lösung.
32:36Was fĂŒr eine Lösung?
32:38FĂŒr meine Patientin. Sie hat doch zwei Ohren.
32:42Globisch?
32:43Was?
32:44Ich komme sofort.
32:55Wie geht's Ihnen?
32:56Er ist wieder ansprechbar.
32:58Dass der Krankenwagen endlich ankam. Sein Blutdruck war völlig im Keller.
33:01Verdacht auf Lebensmittelvergiftung, eventuell Reputulismus.
33:04Wir kommen und zu Ihnen.
33:06Hallo, Ari.
33:07Hallo, Katrin.
33:08Schön, dich zu sehen.
33:1438,5 spricht er fĂŒr eine bakterielle Infektion.
33:17Wie fĂŒhlst du dich?
33:20Besser.
33:21Wasser heilt alles.
33:24Wie kommt die auf eine Fischvergiftung?
33:26Roland hatte ja noch so ein paar Konserven dabei.
33:29Die waren noch von einem Familienausflug.
33:31Lisa hatte sich geweigert, Fisch in Dosen zu essen wegen der Delfine.
33:36Die waren schon ein bisschen ĂŒberfĂ€llig, ne?
33:40Und du? Hast du auch davon gegessen?
33:43Ich hatte Hunger.
33:44Aber dir geht's gut, ja?
33:46Ich bin eben nicht so empfindlich wie Roland.
33:49Hm.
33:52Hier seid ihr.
33:54Nein, dich hat's auch erwischt.
33:56Ich wollte ja schon einen Suchtrupp losschicken.
33:59Wieso auch?
34:01Habt ihr das nicht mitbekommen?
34:03Die Mettbrötchen waren nicht ganz in Ordnung.
34:07Die Mettbrötchen?
34:10Die Mettbrötchen.
34:12Drei Fahrradfahrer mussten behandelt werden.
34:14Den Caterer, den hab ich vielleicht rund gemacht.
34:16Aber zum GlĂŒck, die meisten sind schon wieder entlassen worden.
34:19Denen geht's gut.
34:20Aber es ist natĂŒrlich peinlich, unsere erste Spendenveranstaltung und dann sowas.
34:24Also ich hoffe wirklich, dass die Sponsoren ein Auge zudrĂŒcken.
34:27Meine Konserven waren unschuldig.
34:29Entschuldig.
34:52Dr. Peters!
34:54Wachen Sie auf!
34:55Dr. Peters!
34:56Was soll da?
34:57Tut mir leid, dass ich sie wecke.
34:58Frau Bachmann hat mir die ganze Nacht keine Ruhe gelassen.
35:00Schauen Sie.
35:01Das könnte doch funktionieren, oder?
35:08Clever.
35:16Guten Morgen!
35:16Kaffee?
35:21Du bist wieder fit?
35:23Ja.
35:23Und du?
35:26Weià nicht, ich frag mich nach dem Café nochmal.
35:28Wie geht's denn jetzt weiter?
35:30Was meinst du?
35:33Achso, danke.
35:36Ich bleib in Leipzig.
35:38Es ist ja nicht so, dass ich mich nicht drĂŒber freuen wĂŒrde.
35:41Bis Montag.
35:43Und dann flieg ich zurĂŒck nach Kapstadt.
35:47Gestern noch lange mit Marike telefoniert.
35:50Und, ist sie bereit, dich noch lÀnger zu ertragen?
35:54Das weiĂ ich schon immer.
35:56Und du?
36:00Ich bin auch bereit, mich noch lÀnger zu ertragen.
36:02Das ist gut.
36:03Mhm.
36:05Du hattest ĂŒbrigens recht.
36:07Na klar.
36:08Womit?
36:10Ich hab gewusst, dass ich mit dir reden kann.
36:14Und auch deshalb bin ich hergekommen.
36:16Womöglich hatte ich sogar die Hoffnung, dass du mich zum Umdenken bringst.
36:19Da hab ich ja alles richtig gemacht.
36:22Was war ich schon immer so?
36:24Wie?
36:24Na so...
36:27so eingenommen von dir.
36:31Wie hat denn Pia das so lange rausgehalten?
36:33Pia liebte die tÀgliche Herausforderung.
36:36Mhm.
36:40Und was ist mit dir?
36:42Was soll denn sein?
36:45Gibt's da jemanden?
36:51Wo?
36:51Also das Schöne am Abenteuer ist, dass man nie weiĂ, wo es auf einen wartet.
36:56Das kann an der nĂ€chsten StraĂenecke sein, Leipziger Stadtwald.
36:59Man muss nur bereit sein, es anzunehmen.
37:01Oh.
37:03Und du bist bereit?
37:05Ich hab immer eine Fischkonserver dabei.
37:17Ich hab immer eine Fischkonserver dabei.
37:24Oh.
37:26Oh.
37:26Oh.
37:28Oh.
37:30Oh.
37:31Oh.
37:33Oh.
37:41Hört bitte auf.
37:43Oh.
37:45Aufhören, bitte!
37:48Das ist doch dein Lieblingssong.
37:51Ja, ja, natĂŒrlich mag ich den Song.
37:53Und dass ihr hier seid, das ist, ich...
37:58Bitte geht jetzt.
38:00Na, das ist ja schön. Guten Tag.
38:06Tut mir leid, dass ich störe.
38:08Darf ich?
38:10Ich brauche Sie fĂŒr eine Untersuchung.
38:13Ich brauche Sie fĂŒr eine Untersuchung, Frau Wattmann.
38:16Davon wurde mir ĂŒberhaupt nichts gesagt.
38:18Erstmal nur ein Kontrollzettel. Den Rest erklÀre ich Ihnen spÀter, ja?
38:22Ich komme morgen wieder einmal.
38:23Ich auch. Und danke schön, bitte.
38:26Danke.
38:39Es sieht alles gut aus.
38:43Ich habe gleich eine umfangreiche Untersuchung durch einen HNO-Arzt veranlasst.
38:47Was soll das? Das Ohr bleibt doch sowieso taub.
38:50Leider ja. Aber es geht auch nicht um Ihr rechtes Ohr, sondern um Ihr linkes.
38:57Wieso das?
38:59Sie wissen doch, durch die MittelohrentzĂŒndung wurde das Trommelfell zerstört.
39:05Deshalb hören Sie auf diesem Ohr nur wenig.
39:07Aber ich habe recherchiert.
39:09Ein sogenanntes Mittelohrimplantat könnte Ihnen helfen.
39:13Ein was?
39:13Ein Implantat.
39:15Es wird unter der Haut eingesetzt.
39:18Ein Audioprozessor macht aus Schall elektrische Signale, die in mechanische Schwingungen umgewandelt werden.
39:25Ăber das Innenohr gehen Sie weiter zum Gehirn, wo Sie als akustische Signale wahrgenommen werden.
39:35Wollen Sie damit sagen, dass ich vielleicht auf dem linken Ohr wieder hören kann?
39:39Ja, genau.
39:49Sie sagen, Sie sind ganz allein. Aber wie es aussieht, denken eine Menge Leute an Sie.
39:57Ja, das hÀtte ich nie gedacht.
40:01Vielleicht mĂŒssen Sie nur lernen, ein bisschen mehr auf die anderen zuzugehen.
40:11Ja, vielleicht. Wie lange dauert es denn, bis das Implantat eingesetzt werden kann?
40:17Schon ein paar Wochen. Es ist kein groĂer Eingriff, aber Ihr Körper muss sich vorher ganz erholt haben.
40:25Ich glaube, ich werde die Zeit nutzen. Ausprobieren, wie das Leben ohne die Musik und ohne die Chorproben ist.
40:33Nach links und rechts sehen, nicht wahr?
40:38Das ist eine gute Entscheidung.
40:41Ich werde ĂŒbrigens das Gleiche tun.
40:44Oh, I'm the saints, go marching in.
40:49Oh, I'm the saints, go marching in.
40:55Oh, Lord, I want to be in that number.
41:00Oh, I'm the saints, go marching in.
41:05Oh, I'm the saints, go marching in.
41:09Oh, I'm the saints, go marching in.
41:27Und der Wein ist wirklich von Eurem Weingut?
41:29Mhm.
41:30Vielleicht sollte ich Euch doch mal besuchen kommen.
41:32Mach das. Aber frag mich dann bitte nicht nach JahrgÀngen und Traum.
41:36Du bist und bleibst ein Banause.
41:38Du musst dich nicht in allem auskennen.
41:42Aber wie Ihr zwei Euch im Leipziger Auenwald verirren konntet, das mĂŒsst Ihr mir noch mal erzĂ€hlen.
41:47Wer das Abenteuer sucht, den kann es ĂŒberall erwischen.
41:50Muss ich das jetzt verstehen?
41:53Wisst Ihr, was die Moni mal gesagt hat, als ich ihn genau das gefragt habe?
41:58Kreuzer, wir sind Chirurgen, wir arbeiten mit unseren HĂ€nden.
42:01Wir mĂŒssen nicht verstehen, wir mĂŒssen erfassen und begreifen.
42:05Er hĂ€tte es zu schĂ€tzen gewusst, wie Ihr Euch fĂŒr seine Stiftung engagiert.
42:08Stimmt, durch unsere Irrfahrt sind noch ein paar Kilometer dazugekommen.
42:12Ja, Frau Matzkatz sagt, alles in allem war das Ganze ein Erfolg.
42:15Laut Frau Rischte bewegt sich die Gesamtsumme im fĂŒnfstelligen Bereich.
42:18Was?
42:19Das hÀtte Simoni gefreut.
42:21Kaum zu glauben, dass es schon ein Jahr her ist.
42:24Er war ein beeindruckender Mensch.
42:27Ich habe viel, sehr viel von ihm gelernt.
42:36Auf Professor Simoni.
42:38Auf Simoni.
42:40Auf Gernot Simoni.
42:49Auf Gernot Simoni.
42:51Auf Gernot Simoni.
42:54Auf Gernot Simoni.
42:58Auf Gernot Simoni.
42:59Auf Gernot Simoni.
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