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00:18Liebe ist genug
00:56Liebe ist genug
01:00Liebe ist genug
01:54Liebe ist genug
02:27Liebe ist genug
02:37Liebe ist genug
02:50Liebe ist genug
03:21Liebe ist genug
03:25Guten Morgen Dr. Stein
03:26Ich bin dabei die Visite vorzubereiten
03:28Guten Morgen
03:29Herr Brenner, das ist Frau Lindner
03:31Sie ist ebenfalls im letzten Ausbildungsabschnitt
03:33Sie wird uns in den nÀchsten Wochen begleiten
03:37Ach ja, das wusste ich gar nicht
03:39Hallo
03:41Sie sind, Sie sind im praktischen Jahr?
03:44Ja
03:45Also ich dachte, Sie sehen nicht aus wie ein Student
03:48Der Arztberuf ist Herr Brenners zweite Karriere
03:51Ah, okay, verstehe
03:54Sorry, das sollte nicht...
03:56schon gut, wir sind im rallies momentan der Institut bei der
04:05Und dann kommen wir zu unseren Patienten, Stefan Mayer 26, Zustand nach Treppensturz
04:20Wer von Ihnen beiden ist denn mal so freundlich?
04:24Entschuldigung.
04:27Hallo nochmal.
04:30Hier steht, Sie klagen ĂŒber Schmerzen im Brustkorb,
04:33Atemnot und rezidivierenden Husten.
04:35Rezi was?
04:36Wiederkehrenden Husten.
04:41Als erstes lasse ich Sie ab.
04:43Ganz ruhig liegen.
04:48Das tut weh, ja?
04:49Vermutlich eine Thoraxprellung.
04:51Vielleicht sogar eine Rippenfraktur.
04:53Den Wussten hatten Sie schon vorher.
04:55Wie lange quÀlt er Sie schon?
04:57UngefÀhr eine Woche.
05:01Haben Sie mal Fieber gemessen?
05:03Ja.
05:04Machen Sie mal A, bitte.
05:06A.
05:08Leichte Rötung, keine Belege,
05:11kein Hinweis auf eine bakterielle EntzĂŒndung.
05:1337,9.
05:16Ich horche Sie jetzt ab.
05:18Meinen Sie, Sie können mal...
05:19Ich helfe Ihnen.
05:23Danke.
05:26Tief ein- und ausatmen.
05:28Sind Sie vielleicht Asthmatiker?
05:30Kurz Ruhe, bitte.
05:33Mal Husten, bitte.
05:38Danke.
05:40Lummer hört sich frei an.
05:42Normales, vesikulÀres AtemgerÀusch,
05:43Schusten, TrockenbÀnd.
05:45Erstmal wĂŒrde ich ausschlieĂen.
05:47Ich wĂŒrde, um eine Thoraxverletzung auszuschlieĂen,
05:50ein CT anordnen, auĂerdem...
05:52Ultraschall des Bauchums,
05:53um innere Verletzungen auszuschlieĂen.
05:54Genau.
05:56Sehr gut.
05:57Dann kĂŒmmern Sie sich beide jetzt darum.
05:59SelbstverstÀndlich.
06:02Sagen Sie, waren Sie im Urlaub?
06:24Wenn Sie, most mĂŒssen Sie!
06:28Das ist die Nacht.
06:32Tiefstasm.
06:52Du musst hierbleiben?
06:55Hat man was gefunden?
06:57Hast du dich beim Sturz vielleicht verletzt, hm?
07:00Das ist noch nicht klar. Ich muss gleich noch zum CT.
07:06Und der WĂŒsten?
07:11Naja, auf jeden Fall ist es gut, dass sie dich jetzt hier behalten und mal so richtig grĂŒndlich durchchecken, hm?
07:18Ja.
07:21Ich muss danach auch noch zum Röntgen. Ich melde mich spÀter bei dir, okay?
07:26Jetzt bin ich extra mitgekommen.
07:30Stefan, wir haben uns so lange nicht gesehen. Ich dachte, du erzÀhlst mir mal ein bisschen.
07:34Nein.
07:37Sei mir bitte nicht wĂŒtend, aber ich will mich jetzt ein bisschen ausruhen, ja?
07:41Das dauert bestimmt auch mit den Untersuchungen.
07:47Okay.
07:52Dann komm ich spÀter nochmal, lieber, ja?
08:08Ich kenne mich mit dem Gericht.
08:10Ja, ich auch.
08:13Herr Mayer, Sie mĂŒssen jetzt bitte aufhören zu husten.
08:16Es ist wichtig, dass Sie ganz ruhig liegen wÀhrend des CTs.
08:21So wird das nichts.
08:23Herr Mayer, nicht husten, bitte.
08:25Können Sie versuchen, das fĂŒr die nĂ€chsten drei Minuten zu unterdrĂŒcken?
08:28Ich bin sicher, das tut er.
08:30Wir mĂŒssen ihm einen Husten stiller geben.
08:32Bevor die Diagnostik nicht abgeschlossen ist, darf er nichts bekommen.
08:35Ja, so geht es aber auch nicht.
08:39Ja, so geht es.
09:06Dann geht es jetzt los, Herr Mayer.
09:13Haben Sie das gemacht?
09:15Eine einfache Atemhöhung.
09:21Das CT war unauffÀllig.
09:22Kein Hinweis auf Frakturen, kein Pneumo oder HĂ€mato-Thorax.
09:26Kein Hinweis auf EntzĂŒndung oder Wasseransammlung.
09:29AuĂer an der Thorax-Prellung hat unser Patient also keine Verletzung
09:31infolge des Treppensturzes erlitten.
09:34Das fĂŒhrt uns zu der Frage, was seinen Sturz verursacht hat.
09:37Irgendwelche Ideen?
09:38Er hustet sehr stark, er ist erkÀltet.
09:41Na komm, Sie, ein gesunder junger Mann fliegt doch nicht gleich eine Treppe runter, nur weil er mal erkÀltet ist.
09:45Entschuldigung, ich bin spÀt dran.
09:49SpÀt?
09:49Na, wir hatten noch einen Termin.
09:51Doch nicht jetzt.
09:54Richtig, in einer Stunde.
09:56Bis gleich.
09:58In der Anamnese gab er Schwindel an, unser Patient.
10:02Ja, da sollten Sie nachhaken.
10:03Machen Sie ein Blutbild.
10:04Schon erledigt, ohne Befund.
10:06Aber ich habe ein EKG gemacht, wegen fraglicher Rhythmusstörungen.
10:10Es zeigt ein AV-Block ersten Grades, möglicherweise angeboren.
10:16Ja, wir sind ja auch noch Studenten.
10:19Was sagt denn Ihr Instinkt?
10:20Sie sind doch jeder mit der meisten Erfahrung.
10:23Netter Versuch.
10:25Aber es geht ja um Sie.
10:26Was schlagen Sie vor?
10:28Na kommen Sie, Sie haben doch Ihr Pulver hoffentlich noch nicht verschossen.
10:31Was ist der nÀchste Schritt?
10:32Orientieren der Spirometrie und Basisallergie-Test.
10:35Gut, gut, gut.
10:36Da weiĂ ja jeder, was er jetzt zu tun hat.
10:37Finden Sie heraus, warum er gestĂŒrzt ist.
10:39KlÀren Sie den Husten ab.
10:46Ihr Sturz ist folgenlos geblieben.
10:48Keine Verletzungen.
10:50Ich wĂŒrde Ihnen gern noch ein paar Fragen stellen.
10:52Ihr EKG zeigt eine kleine AuffÀlligkeit.
10:56Ist Ihnen das bekannt?
11:00Nehmen Sie regelmĂ€Ăig Medikamente ein.
11:05Beta-Blocker vielleicht.
11:09Ja, einmal vor einem halben Jahr.
11:13Ich hatte PrĂŒfungsangst.
11:15Was studieren Sie eigentlich?
11:18Biochemie.
11:19Waren Sie in letzter Zeit krank?
11:21Grippe?
11:23Zahnoperation?
11:25Ne, nur diese Halsschmerzen.
11:27Husten, es brennt im Hals.
11:29Jobben Sie nebenbei?
11:31Nein, wieso?
11:32Es könnte sein, dass Sie auf irgendetwas bei der Arbeit allergisch reagieren.
11:37Ich helfe manchmal aus in der Lackiererei von meinem Vater, aber nee, das kann nicht sein.
11:42Das ist das letzte Mal, das ist schon ein halbes Jahr her und wir tragen immer so Atemschutzmasken.
11:45Haben Sie zurzeit Stress oder irgendein Problem, dass Sie den Kopf zerbrechen?
11:50Also mein Husten ist bestimmt nicht psychisch, okay?
11:53Also, Entschuldigung, ich wollte mir noch ein Bild machen.
11:55Ach, Sie haben einfach keine Ahnung, was mit mir los ist, so sieht es aus.
11:57Ja, wir sind ja noch ganz am Anfang.
12:00Hallo, sind Sie jetzt fertig?
12:02Ja.
12:04Dann wĂŒrde ich jetzt die Spirometrien- und den Allergie-Test machen.
12:06Ja, die neurologische Untersuchung.
12:08Können Sie danach machen, meine Untersuchung ist schon vorbereitet.
12:12Wie das?
12:13Gibt es mir aber da den Schokollegen?
12:18Ăbrigens, hĂŒbsch, deine junge Kollegin.
12:21Ach, das ist dir aufgefallen.
12:23Ich bin zwar keine 30 mehr, aber meine Augen funktionieren noch ganz gut.
12:29Soll ich dir Ihre Telefonnummer besorgen?
12:31Oh, die hast du doch bestimmt schon.
12:34Sag mal, worauf willst du eigentlich hinaus?
12:36Ich will mich ja nicht in dein Privatleben einmischen.
12:39Ach so.
12:40Aber ich meine, ich wĂŒnsche dir schon, dass mal jemand wieder auf dich wartet.
12:45Nach Feierabend, meine ich.
12:47Aber? Ich höre doch da so ein kleines Aber.
12:49Das muss ja nicht unbedingt eine Studentin sein.
12:52Lieber eine Frau.
12:53Sag mal, was unterstellst du mir eigentlich?
12:56Ich meine, du hast so eine Anerkennung nicht nötig.
12:59Ja, da bin ich ganz deiner Ansicht.
13:01Vielen Dank fĂŒr den Hinweis.
13:03Ich hatte vorhin nur den Eindruck, du hÀttest mit ihr geflirtet und wolltest...
13:08Ich habe ihr das GefĂŒhl gegeben, willkommen zu sein.
13:11Ja, dann ist ja gut.
13:12Aber ich glaube, sie ist ein bisschen verknallt in dich.
13:15Ja.
13:17Vielleicht, vielleicht ist sie auch einfach nur ehrgeizig.
13:19In jedem Fall sind wir beide erwachsen.
13:21Und ich habe nicht vor, sie zu verfĂŒhren.
13:24Beruhigt?
13:26Beruhigt.
13:30Wissen Sie, ich finde, mein Sohn sieht wahnsinnig schlecht aus.
13:33Und er hat auch so abgenommen, seitdem ich ihn das letzte Mal gesehen habe.
13:36Wann war das?
13:37Na, vor zwei Monaten.
13:39Ach.
13:39Nee, nee, nee.
13:41Stefan hat sich komplett zurĂŒckgezogen wegen seiner PrĂŒfung.
13:44Biochemie.
13:45Hat er erzÀhlt.
13:46Wahnsinnig kompliziertes Zeug.
13:48Also, mir wÀre das zu hoch.
13:50Aber er ist irre schlau.
13:52Ha?
13:53Die Intelligenz hat er von seiner Mutter.
13:55Und er ist sehr ehrgeizig.
13:57Er will ĂŒberall der Beste sein.
13:59Ja, das ist ja grundsÀtzlich nichts Schlechtes.
14:01Ja, das stimmt.
14:03Und, haben Sie was festgestellt?
14:06Nee, ich habe noch nichts gehört.
14:07Die Auswertung dauert noch ein wenig.
14:09Wir werden Sie informieren, sobald wir die Ergebnisse haben.
14:11Okay, okay.
14:12Ah, Stefan.
14:13Ich habe Herrn Brenner gerade erzĂ€hlt, dass ich immer wieder staune, was ich fĂŒr einen
14:17Schlauen so mache.
14:19Was denn?
14:20Darf ich jetzt als Vater nicht mehr stolz auf meinen Sohn sein, oder was?
14:25MetallkapazitÀt und Residualvolumen sind normal.
14:27Also, kein Asthma.
14:29Was hat der Allergietest ergeben?
14:31Ăhm, auĂer Hausstopp, alles OB.
14:35Oh, Herr Brenner.
14:36Sind Sie bei Herrn Mayer weitergekommen?
14:39Neurologisch ohne Befund.
14:40Aber der Patient hat vor Monaten wegen einer PrĂŒfung Beta-Blocker genommen.
14:44Ah, daher der AV-Block.
14:47Ich glaube, der Patient steht wegen seines Studiums sehr unter Druck.
14:51Psychische Probleme.
14:52Ich glaube nicht, dass uns das weiterbringt.
14:55Also, ich habe bei ihm nichts Ungewöhnliches feststellen können.
14:57Psychisch gesehen meine ich.
14:58Und was haben Ihre Untersuchungen ergeben?
15:01Bisher leider nichts.
15:03Mh.
15:06Wer ist eigentlich dieser Freund, den du besucht hast?
15:09Kommilitone.
15:10Wir lernen manchmal zusammen.
15:14Und der studiert nicht in Leipzig?
15:16Doch, Mann, aber...
15:19Er wohnt in Wittenberg.
15:21Sag mal, Stefan, wann sind denn jetzt eigentlich genau deine PrĂŒfungen?
15:26Geht's wieder los?
15:32Hallo?
15:33Hilfe!
15:34Mein Sohn kriegt keine Luft mehr!
15:37Schnell, schnell, schnell, bitte!
15:41Stefan!
15:42Stefan!
15:46Er kriegt keine Luft mehr!
15:47Rund sie fort!
15:48Ganz ruhig, ganz ruhig!
15:50Keine Angst, wir sind da.
15:52Wir sind bei Ihnen, Herr Mayer.
15:53Wir sind bei Ihnen, ganz ruhig, ganz langsam.
15:57Ganz ruhig, ganz ruhig, ganz ruhig.
16:00Glauben Sie immer noch, das ist psychisch, ja?
16:02So habe ich das nie gesagt.
16:03Wir sind da.
16:06Sehr gut.
16:16Was ist denn jetzt mit Stefan?
16:17Ist er durch seinen Husten vielleicht sogar in Lebensgefahr?
16:19Nicht akut.
16:21Der Husten lĂ€sst sich mit Hilfe von Medikamenten unterdrĂŒcken,
16:24aber dadurch behandelt man natĂŒrlich nicht die Ursache.
16:27Wie er da lag und keine Luft bekommen hat.
16:31Können Sie mir sagen, worĂŒber Sie gesprochen haben,
16:33als der Anfall losging?
16:36Nichts Besonderes.
16:37Er hat mir von einem Freund erzÀhlt, den er besucht hat.
16:40Schon ist die Frage, aber wĂŒrden Sie sagen,
16:42Sie haben ein gutes VerhÀltnis zueinander?
16:46Absolut.
16:47Wieso?
16:48Ach, war nur so ein Gedanke.
16:50Kann ich denn jetzt zu Ihnen?
16:51Im Prinzip schon.
16:53Aber es wÀre besser, wenn es sich jetzt ein bisschen hausrot.
16:55Sie können ganz ruhig nach Hause gehen.
16:58Morgen wissen wir vielleicht schon mehr.
16:59Okay, gut.
17:01Also grĂŒĂen Sie ihn von mir, ja?
17:03Ja, mache ich.
17:03Danke.
17:07Hm, recherchieren Sie?
17:10Dann lassen Sie uns das gemeinsam machen.
17:13Brainstorming.
17:14Manchmal bringt das was.
17:16Ich arbeite ehrlich gesagt effektiver allein.
17:19Nehmen Sie es nicht persönlich, jeder hat seine eigenen Methoden, ne?
17:22Sie wissen aber, dass ich schon einige Jahre in der Klinik arbeite
17:25und jede menge Erfahrung habe.
17:28Ja.
17:29Vor allem in der Pflege, richtig?
17:35Schönen Feierabend, Herr Brenner.
17:38Sie wollen aber nicht die ganze Nacht hier sitzen bleiben.
17:41Ăhm, nein.
17:43Ăhm.
17:47Na, wenn Sie jetzt auch Feierabend machen, dann...
17:49Ich erwarte ĂŒbrigens von meinen Studenten nicht, dass sie genauso viele Ăberstunden machen wie ich.
17:53Das ist schon okay.
17:54Bei mir zu Hause warten sowieso nur meine Katze und ein leerer KĂŒhlschrank auf mich.
18:00Das war nur ein Spruch.
18:02Ich habe gar keine Katze.
18:03Aber das mit einem leeren KĂŒhlschrank stimmt.
18:06Ja, das ist bei Ihnen sicher auch nicht anders, ne?
18:08Ach, dann meinen Sie, wir zwei sollten mal essen gehen?
18:11Meine ich nicht, aber jetzt muss ich es sagen.
18:15Ach, schon gut, Sie haben bestimmt schon was Besseres vor.
18:18Frau Lindner, ich habe nichts Besseres vor, aber ich...
18:21Glauben Sie etwa, ich versuche Sie zu verfĂŒhren.
18:26Also, falls Sie wirklich Hunger haben, da gibt es eine sehr gute Imbissbude am Feiterplatz.
18:31Die haben eine spitzen Currywurst. Also, nur wenn man Currywurst mag.
18:34Ich liebe Currywurst, aber da fÀhrt jetzt sicher kein Bus mehr hin.
18:39Das liegt bei mir auf dem Weg, ich kann Sie mitnehmen.
18:41Nein, gern.
18:43Okay.
18:46Ich ziehe mich schnell um.
18:57Und? Passt der Helm?
19:01Wie angegossen.
19:03Sind Sie schon mal auf dem Motorrad mitgefahren?
19:05Ja, ja. Mein Ex-Freund war auch Biker.
19:09Na gut, das war gelogen.
19:11Erstes Mal.
19:13Dann halten Sie sich mal gut fest.
19:15Okay.
19:23G Marshes, okay.
19:50Na?
19:53Also, ich helfe Ihnen.
19:55Das ist nicht so einfach.
20:01So, Vorsicht.
20:12Angenommen, Sie wÀren nicht mein Ausbilder.
20:15Könnte ich Sie dann noch zu einem Glas Wein umarieren?
20:18WĂŒrden Sie das denn ĂŒberhaupt wollen?
20:23FĂŒr so einen halten Sie mich also.
20:25Wir kennen uns gerade mal zwölf Stunden.
20:29Ich hatte Angebote von einigen Ihrer Kollegen.
20:32Ăbrigens auch von Ihrem VorgĂ€nger.
20:33Und der ist sogar Professor.
20:37Jetzt fĂŒhle ich mich natĂŒrlich geschmeichelt.
20:40Das können Sie auch.
20:43Sie haben mir noch nicht geantwortet.
20:45Das war ja auch eher eine theoretische Frage.
20:49Das interpretiere ich als ja.
20:54Du, ich bin hier einfach nur höflich.
20:58Deine Augen sagen was anderes.
21:02Ich versuche gerade klĂŒger zu sein als meine Augen.
21:06Was?
21:07Warum muss man immer klug sein?
21:10Das macht das Leben noch furchtbar.
21:13Langweilig.
21:25Ich muss los.
21:47Guten Morgen.
21:49Guten Morgen.
21:51Wie geht's Herrn Meier?
21:53Na, er geht so.
21:53Er hat jetzt wieder Fieber.
21:5438,6.
21:56Und der Aspergelose-Test war ĂŒbrigens negativ.
21:59Aspergelose?
22:00Davon wusste ich ja gar nichts.
22:02Hat Dr. Stein nichts gesagt?
22:03Er bespricht sich doch lieber mit Frau Lindner.
22:06Sie dĂŒrfen sich von der wirklich nicht immer unterbuttern lassen.
22:09Sie meinen, ich hÀtte mich noch mit aufs Motorrad klemmen sollen.
22:13Hat er Sie...
22:13Ja, gestern Abend ist er mit ihr davon gebraucht.
22:16Wohin?
22:16Ist ja nicht schwer zu erraten.
22:18Die Arme, ich glaube, sie ist wirklich verliebt in ihn.
22:20Ich glaube eher, sie weiĂ, wie man schnell vorankommt.
22:23So, und jetzt hören Sie endlich mal auf zu jammern
22:24und schalten den Turbo-Brenner ein.
22:25Alles klar?
22:26FĂŒr Sie ist wohl alles einfach.
22:28Nicht alles.
22:35Guten Morgen.
22:37Guten Morgen.
22:40Heute nicht mit dem Motorrad?
22:42Nein, es soll heute noch regnen.
22:49Ich dachte ja, ein Biker trotz dieben Wetter.
22:53Ich bin halt in erster Linie Arzt.
22:58Apropos, ich möchte heute den Fall Meier im Kollegium zur Diskussion stellen.
23:03Sie und Herr Brenner sollen das ĂŒbernehmen.
23:05Trauen Sie sich das zu?
23:06SelbstverstÀndlich.
23:07Wo ist denn Herr Brenner?
23:09Ich habe ihn noch nicht gesehen.
23:10Aber ich kann ihn suchen.
23:11Vielleicht ist er noch auf der Station.
23:13Das wÀre nicht.
23:15Und dann seien Sie bitte pĂŒnktlich.
23:23Musst du nicht in der Werkstatt sein?
23:25Sag mal, dass du dich so lange nicht gemeldet hast bei mir.
23:29Hatte das wirklich nur mit den PrĂŒfungen zu tun?
23:32Was denkst du denn?
23:35Dass du Probleme hast oder in irgendwelchen Schwierigkeiten steckst
23:38und mir das nicht sagen willst.
23:40Ach, was denn fĂŒr Probleme?
23:42Stefan, ich kenne dich doch.
23:45Das bist nicht du.
23:47Hm?
23:49Okay.
23:52Was?
23:53Ich habe in letzter Zeit ein paar Mal was genommen.
23:55Wie, was genommen?
23:58Drogen, oder was?
24:01Entschuldigung, aber Drogen?
24:03Nein, das ist eher eine Heilpflanze.
24:05Nennt sich Ayahuasca.
24:07Ja, und wozu?
24:08Was soll die bewirken?
24:10Entspannt ein bisschen.
24:11Bringt einen gut drauf.
24:13Kann es sein, dass der Husten was damit zu tun hat?
24:15Nein, das ist ein Saft.
24:16Das raucht man nicht.
24:18Da bin ich momentan ĂŒberfragt.
24:20Aber möglich könnte es sein.
24:22Ich sehe mal nach, was ich darĂŒber finden kann.
24:30Dr. Stein?
24:31Ja, wo ist denn der Brenner?
24:34Den habe ich nicht gefunden.
24:38Gut, wir beginnen heute mit Herrn Stefan Mayra.
24:52Herr Stefan Mayra, Student der Biochemie, wurde gestern nach einem Treppensturz eingeliefert.
24:56Dem Sturz vorausgegangen ist ein heftiger Hustenanfall.
24:59Die Ursache dafĂŒr ist...
25:00Moment mal, Herr Brenner, Sie kommen zu spÀt.
25:02Es gibt möglicherweise neue Anhaltspunkte fĂŒr Herrn Mayras Beschwerden.
25:06Ja, dann sprechen Sie bitte.
25:11Offensichtlich hat er in letzter Zeit Ayahuasca konsumiert.
25:16Ayahuasca ist eine sĂŒdamerikanische Droge, die psychedelische ZustĂ€nde hervorruft.
25:21Die Ureinwohner benutzen sie, um mit ihren Ahnen in Kontakt zu treten oder in die Zukunft zu blicken.
25:28Ja.
25:30Und?
25:30Aufgrund ihrer Monoaminooxidase-hemmenden Wirkung kann es zu Wechselwirkungen mit bestimmten Medikamenten oder Lebensmitteln wie KĂ€se, insbesondere Parmesan...
25:41Herr Brenner, was hat das mit dem Husten zu tun?
25:44Ich dachte, es könnte wichtig sein.
25:48Danke.
25:50Ja, gut.
25:51Dann machen Sie bitte weiter.
25:55Wo waren wir stehen geblieben?
25:57Ăhm, sicher, richtig.
25:59Herr Mayra zeigt folgende Beschwerden.
26:01Starker, anfallartiger Husten.
26:09War das nicht so gut?
26:12Hat das nichts mit dem Ayahuasca zu tun?
26:17Also, es ist wirklich ein hartes Zeug.
26:19Ein Freund von mir hat das mal genommen, wegen seiner AngstzustÀnde.
26:22Und beim ersten Mal war es super, also Ruhe, Frieden.
26:25Und dann beim zweiten Mal war es ziemlich scheiĂe.
26:26Hat er nur noch rumgeschrien und gekotzt.
26:29Ein Kumpel, ja?
26:32Ja klar, also ich wĂŒrde sowas niemals nehmen.
26:35Ich habe auch gar keine AngstzustÀnde.
26:42Wie konnte ich denn so dumm sein, das zu ersegen?
26:47Was denn?
26:50Dieses Ayahuasca haben Sie genommen, weil Sie PrĂŒfungsangst hatten, stimmt's?
26:54Lassen Sie mich in Ruhe.
26:58Eigentlich geht es mich ja nichts an.
27:00Aber hat das alles irgendetwas mit Ihrem Vater zu tun?
27:03Ja, es geht Sie nichts an. Ich will jetzt schlafen.
27:05VÀter können einen ganz schön unter Druck setzen.
27:09Mein Vater weilt nicht mehr unter uns.
27:12Und ja, ich bin mir sicher, wir wÀren heute nicht immer einer Meinung, aber...
27:16Sind Sie jetzt hier den Hobbypsychologen, oder was?
27:19Ich wĂŒrde ihm gerne sagen, dass ich seinem Beispiel gefolgt bin.
27:24Ich werde wahrscheinlich nie so ein guter Arzt wie er, aber...
27:28Sie wissen wenigstens, was Sie wollen.
27:33Und Sie nicht?
27:38Meine letzte PrĂŒfung, die war schon vor vier Wochen und ich habe sie nicht mal mitgeschrieben.
27:47Warum nicht?
27:48Weil ich einfach zu dumm bin.
27:50Ich kapier's nicht.
27:52Biochemie ist so scheiĂe kompliziert.
27:56Die PrĂŒfungen davor, die habe ich alle nicht bestanden.
27:59Ihr Vater liebt Sie doch.
28:03Meinen Sie nicht, Sie können mit ihm drĂŒber reden?
28:05Er ist so ĂŒbertrieben stolz auf mich, weil ich studiere.
28:09Sie kennen meinen Vater nicht.
28:11Ich habe so Angst davor, Ihnen das zu sagen.
28:15Hallo.
28:16Also das ist jetzt gerade wirklich unpassend.
28:18Hat Herr Brenner sich schon informiert?
28:20Was ist er informiert?
28:21WorĂŒber?
28:22Wir werden jetzt ein Kontroll-City des Brustkorbs bei Ihnen machen.
28:24Vielleicht finden wir heute was, was uns weiterhilft.
28:26Okay.
28:27Super.
28:27Können wir?
28:28Danke.
28:32Mit anfassen, wir teilen.
28:33Danke.
28:34Dann geht's schneller.
28:42Was ist das denn?
28:44Die Tasche ist von Herrn Mayer.
28:45Die rÀume ich gleich weg, ja?
28:46Stefan Mayer?
28:48Lassen Sie mal.
28:48Ich mache das schon.
29:15Die Zitilbilder sind auf dem Server.
29:17Das ist Dr. Stein, ich suche ihn ĂŒberall.
29:18WeiĂ nicht, wieso?
29:19Ich glaube, ich kenne die Ursache fĂŒr Stefan Mayers Husten.
29:24Aha.
29:25Na, was damit?
29:26Wieso wir da nicht schon frĂŒher draufgekommen sind?
29:29Hier, ist ein komischer Schlaf-Wach-Rhythmus.
29:32Ich dachte, er wĂ€re wegen des Hustenstillers so mĂŒde, aber es war simpler Jetlag.
29:38Jetlag?
29:39Ja.
29:39Worauf waren Sie hinaus?
29:41Er hat Kehlkopf-Difterie.
29:43Ausgeschlossen.
29:43Diphtherie ist in Deutschland zumal bei Erwachsenen schon seit Jahren nicht mehr aufgetreten.
29:47Er war in Peru.
29:48Er war nicht bei einem Freund, wie er behauptet hat.
29:51Er kam von einer Reise zurĂŒck.
29:53Und in Peru ist Diphtherie nach wie vor weit verbreitet.
29:56Ja, in einer Kehlkopf-Difterie geht in der Regel ein Rachen-Difterief raus.
30:00Ja, vielleicht haben wir es mit einem atypischen Verlauf zu tun.
30:02AuĂerdem hat er seit heute Nacht Fieber, klagt ĂŒber Ăbelkeit und ist heiser.
30:06Das passt.
30:07Ja, möglich wĂ€re es natĂŒrlich.
30:09Ich werde ihn nochmal untersuchen.
30:16Sind die CT-Bilder schon da?
30:18Ăh, ja.
30:19Gerade angekommen.
30:25Sieht alles ganz normal aus.
30:28Also wenn es nicht bald was einfĂ€llt, dann mĂŒssen wir ihn in eine Spezialklinik verlegen.
30:33Ich habe da vielleicht eine Idee.
30:42Es wird einfach nicht besser.
30:44Doch, ganz bestimmt.
30:45Bitte den Mund mal öffnen.
30:49Ja, also Herr Mayer, ich vermute, Sie haben Diphtherie.
30:52Die haben sich wahrscheinlich in Peru zugezogen.
30:55Dort waren Sie doch gerade, oder?
30:57Was wollten Sie da eigentlich, wenn ich fragen darf?
31:00Nachdenken.
31:02Ăber mich und meine Zukunft.
31:05Ich will doch erzĂ€hlt, dass Biochemie nichts fĂŒr mich ist.
31:09Deswegen haben Sie auch Ayahuasca genommen.
31:12Und Sie haben nichts gesagt, weil Sie nicht wollten, dass Ihr Vater was davon erfÀhrt.
31:17Stimmt es, dass Sie gerade erst aus Peru zurĂŒckgekommen sind?
31:20Es besteht der dringende Verdacht, dass Sie sich dort mit Diphtherie angesteckt haben.
31:23Ich weiĂ es nicht.
31:24Wir werden jetzt einen Abstrich machen, um die Diagnose zu ĂŒberprĂŒfen.
31:27Das Ergebnis liegt zwar erst in zwölf Stunden vor, aber wir beginnen sofort mit der Antibiotikagabe.
31:32AuĂerdem bekommen Sie ein Antitoxin, das benötigt die Giftstoffe, die die Bakterien gebildet haben.
31:37Herr Brenner, sagen Sie dem Betriebsarzt Bescheid, dass ein Fall von Diphtherien in der Klinik aufgetreten ist.
31:42Jeder soll seinen Impfstatus ĂŒberprĂŒfen.
31:44Am besten machen Sie gleich einen Aushang.
31:47Herr Brenner, habe ich mich irgendwie unklar ausgedrĂŒckt.
31:52Sehr gute Arbeit, Frau Lindner.
32:14So, und warum haben Sie vorher nichts gesagt?
32:16Wozu?
32:17Dass die Idee mit der Diphtherie von Ihnen kommt?
32:20Den Erfolg, den lass nicht einfach so nehmen.
32:22Was sollte ich denn machen?
32:24Einen albernen Streit anfangen vor dem Patienten, der draufgekommen ist?
32:28Nein, natĂŒrlich nicht.
32:29Aber Sie mĂŒssen sich auch nicht alles gefallen lassen.
32:31Zeigen Sie doch endlich mal, dass Sie Eier haben.
32:52Haben Sie wirklich vor, auf diese Weise Karriere zu machen?
32:55Keine Ahnung, wovon Sie reden.
32:56Wissen Sie, wie man das nennt, was Sie da treiben?
32:58Sie können sich mit fremden FĂ€llen schmĂŒcken.
33:01Und der Kollegen macht man das nicht.
33:03Ja, das ist wahr.
33:04Ich wĂŒrde auch Ihr Fehler nehmen, wenn ich das schon wollte.
33:09Ich könnte auch Dr. Stein sagen, dass es meine Idee war.
33:14Bitte sehr.
33:16Ohne Beweise werden Sie sich damit ziemlich lÀcherlich machen.
33:19Dr. Stein kennt mich bereits seit zehn Jahren.
33:22Er wird mir glauben.
33:23Ja.
33:24Vielleicht glaubt er aber auch, dass sich ein ehemaliger Pfleger,
33:26der unter Minderwertigkeitskomplexen leidet, wichtig machen will.
33:28Ich habe keine Minderwertigkeitskomplexe.
33:31Warum wollen Sie dann so verzweifelt Arzt werden?
33:40So was habe ich hier in der Klinik noch selten erlebt.
33:43Herr Mayer hat uns ganz klar angelogen.
33:45Vielleicht hat er einfach keine Ahnung, wie wichtig die Information ist.
33:48Dazu verstehe ich es nicht.
33:49Was ist der Grund?
33:53Herr Brenner, was kann ich fĂŒr Sie tun?
33:55Die Diphterie war meine Idee.
33:57Frau Linden hat sie mir gestohlen.
34:00Und warum sollte sie das tun?
34:02Ist doch wohl klar.
34:04Was meinen Sie denn damit?
34:06Was Herr Brenner meint, ist, dass Frau Lindner mir offenbar gefallen will.
34:11Was ihr ziemlich gut gelingt.
34:13Also das ist erstens eine ziemlich bösartige Unterstellung
34:15und zweitens geht sie das ĂŒberhaupt nichts an.
34:17Doch, wenn ich deswegen unfair behandelt werde, schon.
34:21Wann werden Sie denn unfair behandelt, Herr Brenner?
34:24Sie haben einfach zur Lösung des Falles bisher nicht allzu viel beigetragen.
34:27Was?
34:28Dann glauben Sie mir also nicht?
34:31Haben Sie irgendwelche Beweise?
34:33Nein, was fĂŒr einen Beweis könnte es da geben?
34:36Es geht doch nicht darum, wer die Idee hatte, sondern dass dem Patienten geholfen werden konnte, oder?
34:41Absolut korrekt.
34:48Wie heiĂt die junge Frau nochmal?
34:51Frau Lindner.
34:52Aha.
34:52Und da ist nichts.
34:56Sie haben doch gesagt, ich soll mich wehren.
34:58Ja, aber doch nicht so.
34:59Mann, ist doch klar, dass Dr. Stein stinkig wird, wenn Sie ihn vor der ChefĂ€rztin bloĂstellen.
35:02Na, wie dann?
35:03Ich weiĂ nicht, ich dachte, dass Sie dieser Frau Lindner vielleicht eine Falle stellen.
35:07Was denn fĂŒr eine Falle?
35:09Sie finden irgendwas heraus, was aber gar nicht stimmt.
35:11Und wenn sie es da wieder weiter plappert, ist sie die Blamierte.
35:14Das ist doch lĂ€cherlich, als ob das funktionieren wĂŒrde.
35:17Die Frau kennt sich viel zu gut aus.
35:19Ja gut, ich hatte gerade auch irgendwie keine Zeit zum Nachdenken.
35:21Wenn Sie wollen, kann ich mir was Gutes einfallen lassen.
35:23Nein, ich will nicht tricksen und ich will nicht unfair sein.
35:25So ein Mensch bin ich nicht.
35:26Aber ich will die Anerkennung, dass ich den Fall gelöst habe.
35:30Ja, aber das Gute setze ich nie frontal durch.
35:32Oder so Àhnlich halt.
35:34Ja, aber Sie glauben mir doch wenigstens, oder?
35:36Ich weiĂ zumindest, dass Sie ein sehr, sehr ehrlicher Mensch sind.
35:40Ja, ja, ehrlich.
35:41Und was habe ich davon?
35:42Nichts.
35:43Sie haben schon recht.
35:44Ich sollte rĂŒcksichtsloser und aggressiver sein.
35:46Dann wÀre ich nicht immer der Depp hier.
35:52Brenner?
35:54Herr Meyers kollabiert.
35:59Gefi, schnell.
36:02Laden auf 200.
36:05Stefan!
36:06Vorsicht!
36:07Vorsicht!
36:07Weg vom Tisch!
36:08Herr Meyers, warten Sie bitte drauĂen.
36:12Laden auf 360.
36:14Weg vom Tisch.
36:15Schutz kommt.
36:19Er ist wieder da.
36:21Was war denn das?
36:23Ihr Sohn hat eine schwere Herzrhythmusstörung.
36:26Das ist eine typische Komplikation bei einer Diphterie.
36:28Aber er bekommt doch Medikamente.
36:29Jetzt gehen Sie bitte raus und lassen Sie uns unsere Arbeit machen.
36:32So, das hier weg.
36:33Ich brauche ein Herzecho.
36:37Seiner Frau Block.
36:38Er kam nicht von den Beta-Blockern, sondern waren Vorbote der HerzmuskelentzĂŒndung.
36:43Richtig erkannt.
36:44Leider zu spÀt.
36:48Ist das da FlĂŒssigkeit in der Herzkammer?
36:50Das ist ein deutlicher Perikaterguss.
36:52Ja, er muss punktiert werden.
36:53Der Druck auf die Kammer wird zu groĂ.
36:55Er könnte jederzeit einen Herzschlussstand erleiden.
36:57Richtig.
36:57Haben Sie sowas schon mal gemacht?
36:59Nur assistiert.
37:00Ja, dann wird das heute Ihr erstes Mal.
37:05So, jetzt wird es ernst.
37:08Wir brauchen den Funktionen zu Ort.
37:10Der liegt zwischen Xiphoid und linken Rippenbogen.
37:14Genau in der Mitte.
37:16Sehr gut.
37:20Ist der Winkel so okay?
37:22Etwas steiler.
37:23Zehn Grad ab Thorax-OberflÀche.
37:27So, und jetzt gestechen Sie die Haut.
37:29Und fĂŒhren Sie die Nadel zur linken Clavicula-Mitte.
37:35Immer unter Aspiration.
37:40Sehr gut.
37:47Stefan, jetzt hast du mir mal einen ganz schönen Schrecken eingejagt, ja?
37:51Ich werde nicht mehr weiter studieren, Papa.
37:55Was?
37:56Wie meinst du denn das?
37:59Ich bin durch alle meine PrĂŒfungen gerasselt.
38:02Ich habe die letzte nicht mal mehr mitgeschrieben.
38:06Stattdessen war ich in Peru.
38:08Ich brauchte einfach einen guten Ort, um Abstand, Zeit zu haben, um nachzudenken.
38:13Und da habe ich auch dieses Ayahuasca genommen.
38:26Bist du gar nicht enttÀuscht?
38:28Doch.
38:31Aber nur, weil du scheinbar gar kein Vertrauen zu mir hattest.
38:36Ich habe Vertrauen zu dir.
38:41Aber du warst so besessen davon, dass ich dieses Studium mache.
38:45Aber Stefan, du studierst doch nicht fĂŒr mich.
38:50Ich dachte, du wolltest das unbedingt.
38:53Und ich wollte dich unterstĂŒtzen, indem ich dir gezeigt habe, wie stolz ich auf dich bin, dass du das packst.
39:03Und ich dachte immer, du schaust mir die ganze Zeit ĂŒber die Schulter und das hat mich so unter Druck
39:07gesetzt.
39:13Ich komme gleich nochmal.
39:14Nein, warten Sie, ich wollte mich noch fĂŒr ihn bedanken.
39:18Warum?
39:20Naja, er hat es mit Peru herausgefunden.
39:25Und noch so einiges anderes. Danke.
39:28Hauptsache, es geht wieder aufwÀrts.
39:38Und?
39:40Was ist jetzt rausgekommen bei deinem Selbstfindungstrip?
39:44Oder kannst du da noch nicht drĂŒber sprechen?
39:48Also erstmal, dass ich leider kein Genie bin.
39:54Dass ich irgendwas machen sollte, was zu mir passt, Papa.
39:59Klingt nach einem guten Plan.
40:03Danke.
40:12Alles vorbereitet, sehr gut.
40:14Ihrem Sohn geht es viel besser.
40:15Die Medikamente haben angeschlagen.
40:17Vielleicht können wir ihn morgen schon auf Normalstationen verlegen.
40:19Ja, wenn er hier rauskommt, nehme ich ihn erstmal zu mir.
40:22Da kann er sich in Ruhe erholen.
40:24Finde ich es jetzt mal kurz.
40:26Da haben wir ganz schön GlĂŒck gehabt, dass Herr Brenner mitbekommen hat, dass ihr Sohn in Peru war und deswegen
40:30auf die Diphterie gekommen ist.
40:33Na, von sich aus hat er das wahrscheinlich nie erzÀhlt.
40:36Tutfer.
40:37Mhm.
40:38Da wollen wir heute noch alle rÀtseln.
40:44Danke.
40:45Nicht zu lange.
40:48Danke.
40:49So, ich mache jetzt hier noch klar Schiff und dann können wir los.
40:52Du musst uns wirklich nicht zum Essen einladen.
40:54Ich möchte es aber gerne. Ihr wart gestern meine letzte Rettung.
40:56Ich habe doch ĂŒberhaupt nichts gemacht.
40:58DafĂŒr schon hundertmal zuvor.
41:04Ich glaube, da hat jemand immer noch nicht aufgegeben.
41:07Ist sie das?
41:16Das mit der Diphterie, war das Ihre Idee?
41:20Wieso?
41:20Ja oder nein?
41:25Also nein.
41:27Moment.
41:27Ich hatte nie die Absicht, den Eindruck zu erwecken, als ob ich darauf gekommen bin.
41:31Ich wollte...
41:32Ich weiĂ genau, was Sie wollten.
41:34Aber das lÀuft hier so nicht.
41:36Wir arbeiten miteinander und nicht gegeneinander.
41:39Und deshalb suchen Sie sich ab sofort eine neue Abteilung.
41:45Was?
41:46Also, um was, wenn ich mich bei Herrn Brenner entschuldige?
41:50Das wÀre sehr anstÀndig.
41:51Können Sie mir nicht wenigstens noch eine Chance geben?
41:53Ich verspreche Ihnen, ich bin absolut...
41:55Frau Lindner, es war auch mein Fehler, dass Sie unser ArbeitsverhÀltnis so falsch interpretiert haben.
42:00Ich werde daraus lernen.
42:02Und jetzt wĂŒnsche ich Ihnen alles Gute.
42:18Was ist denn mit der los?
42:20Der hat einen Korb bekommen, wĂŒrde ich sagen.
42:23Ach, ja.
42:24Ach, Dr. Stein.
42:25Frau Lindner arbeitet ab sofort nicht mehr in unserer Abteilung.
42:28Das heiĂt, Sie sind mein einziger Student.
42:30Haben Sie ein Problem damit?
42:32Darf ich fragen, warum, Frau Lindner?
42:34Ich arbeite nicht gern mit Menschen, denen ich nicht vertrauen kann.
42:37Dr. Stein, das, was ich vorhin gesagt habe...
42:39Ja, Herr Brenner, ich denke, wir sind quitt.
42:49Haben Sie...
42:51Ich?
42:51Nee, also ich bin nur Azubi hier.
42:53Ah, nie!
42:56Oh, ja.
43:03Untertitelung des ZDF, 2020
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