- vor 2 Tagen
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KurzfilmeTranskript
00:01Da! Sternenschnuppen, siehst du?
00:03Oh ja.
00:07Jetzt können wir uns beide was wünschen.
00:29Warte.
00:41Was machst du denn da?
00:43Das ist ein schickes neues Kleid.
00:46Wir müssen weg von hier.
00:47So schnell wie es geht.
00:48Frag doch nicht.
00:49Hilf mich lieber packen.
00:51Mein Gott.
00:53Das war so schrecklich.
00:54Hermann, der Ballag, seine Augen.
00:58Ich habe noch nie einen Boden.
01:01Was redest du denn da ab?
01:03Der ist tot.
01:03Der ist Hermann.
01:05Ich gebe dir meine Hälfte der Muscheln.
01:08Sag es deinen Blättern.
01:09Und die sollen es dem Wind sagen.
01:11Und den Wolken.
01:12Und dem Regen.
01:14Und der Sonne.
01:16Bis es die andere Hälfte dieser Muschel weiß.
01:19Damit beide Muschelhälften wieder eins werden.
01:21Und ich Daniel wiedersehe.
01:29Und der Sonne.
01:30Und diein strefy.
01:33Und der Sonne.
01:36Und der Sonne.
01:37Und der Sonne.
01:39Und der Sonne.
01:39Und der Sonne.
01:42Hey.
01:43Hey, who's gonna make it right?
01:48This could be the first day of my life
02:28What's going on? Is there something going on?
02:31This is absolutely terrifying
02:36I've seen everything again
02:37Ruhig dich doch
02:39Ein Traum, ich habe sein Gesicht gesehen
02:42Meinungser Frühstück
02:46Sorry, ich wollte nur fragen, ob du ihr Lust habt, ich habe Eierkuchen gebacken
02:55Ist was passiert?
02:56Nein, nein, meine Mutter hat nur schlecht geträumt
03:00Das ist ja auch kein Wunder
03:03Es ist viel zu warm, ihr müsst frische Luft reinlassen, dann haben Albträume keine Chance
03:11Sorry, ich bin schon wieder so aufdringlich
03:13Ich gehe dann besser
03:14Nein, es ist toll von so einem Sonnenschein wie dir geweckt zu werden
03:19Danke
03:20Wir sehen uns dann ja beim Frühstück
03:25Jetzt bin ich endgültig, wach
03:27Ich halte es nicht mehr aus, ich werde noch wahnsinnig
03:31Nein, das wirst du nicht
03:34Entschuldige, ich bin nämlich wie ein Kind, aber
03:38Ich sollte dich trösten, nicht umgekehrt
03:40Ist schon gut, Mama
03:42Ich bin auch ein bisschen durch den Wind nach den letzten Tagen
03:45Ist schon gut
03:50Das war der schönste Urlaub, den ich je hatte
03:53Ich weiß gar nicht, wo ich anfangen soll
03:55Dann fang doch mal mit den Tieren an
03:58Die Tiere, ja, da waren ja auch Tiere
04:01Na ja, alles was man aus dem Fernsehen kennt
04:04Elefanten, Edialas, Tilopen
04:05Guten Morgen
04:06Guten Morgen
04:09Guten Morgen, Großvater
04:11Wie geht's dir?
04:14Ich muss sagen, es ging mir schon besser
04:16Gibt's Kaffee?
04:18Ja
04:20Solltest du nicht im Bett liegen und dich ein bisschen ausruhen?
04:23Bitte
04:29Was ist denn das?
04:30Malz Kaffee
04:31Ich konnte in der Eile keinen koffeinfreien besorgen
04:34Das schmeckt ja schauderhaft
04:36Probier mal, Daniel
04:38Danke, Großvater
04:39Ich wollte Ihnen eine Runde laufen gehen
04:45Was ist denn mit dem Jungen los?
04:47Man könnte meinen, ich hätte keinen kleinen Kollaps gehabt
04:51Sondern eine ansteckende Krankheit
04:53Ihr kleiner Kollaps
04:55War ein Warnsignal, Herr Grafenberg
04:58Ihr Herz macht den ganzen Trubel nicht mehr mit
05:00Sie müssen kürzer treten, aber da kann ich ja auch gegen eine Wand reden
05:06Daniel hat die Reise nach Südafrika sehr beeindruckt
05:10Das wäre nach Frederic dann ja der zweite Nachkomme, den ich an dieses Land verliere
05:15Das glaube ich nicht
05:16Da steckt etwas anderes dahinter
05:19Was denn?
05:24Eva, könnte es sein, dass es hier nach Spiegeleiern mit Speck riecht?
05:29Nein, Herr Grafenberg
05:31Hier riecht es nach Vollkornmüsli, mit Früchten, ganz frisch und Sojamilch
05:42Julia und Christa heißen unsere Gäste also
05:44Christa ist eine alte Schulfreundin von mir, die ich seit fast 30 Jahren nicht gesehen habe
05:49Und Julia ist ihre Tochter und die ist super nett
05:53Okay, und nach fast 30 Jahren tauchen sie auf, um sich in unserem Ferienhaus breit zu machen
05:57Und meine Eierkuchen zu essen
06:00Ah, Nico!
06:01Nico, hör auf, deine Schwester zu ärgern
06:03Dafür bist du doch wirklich zu alt
06:06Und zu deiner Frage
06:08Christa und Julia kommen direkt aus Afrika und werden eine Weile bei uns wohnen, bis sie was anderes gefunden haben
06:13Und wieso sind sie aus Afrika weg?
06:17Das weiß ich ehrlich gesagt auch nicht so genau
06:19Ich glaub, Christa hat das Klima nicht so vertragen, oder?
06:22Ich glaub, die haben ein dunkles Geheimnis
06:24Und woher willst du das wissen?
06:26Ich hab das so im Gefühl
06:27Lilly, bitte erzähl nicht solche Sachen
06:29Doch, als ich wohin rübergegangen bin, hatte Christa gerade einen Albtraum
06:33Von dir wahrscheinlich
06:35Nein, du Blödmann, einen richtigen Albtraum
06:37Jetzt hört auf, ihr beide
06:38Und Lilly, ich möchte nicht, dass du solche Vermutungen über andere Leute in die Welt setzt, ist das klar?
06:44Ja, okay, Entschuldigung
06:48Diese Bilder
06:50Diese schrecklichen Bilder
06:52Du hast schlecht geträumt, Mama
06:54Er ist tot, Julia
06:57Er ist tot und ich bin schuld da
06:59Bitte beruhig dich doch
07:00Ich kann mich nicht beruhigen
07:02Ich habe ihn im Traum wieder da liegen sehen
07:05Aber wir haben noch extra nachgesehen, da war niemand
07:09Julia, ich weiß doch, was passiert ist
07:12Ich...
07:13Ich habe Hermann von mir weggestoßen
07:15Und dann ist er mit dem Kopf auf diesen Stein geschlagen
07:18Und dann, dann, dann war er tot
07:21Mama
07:22Ich bin mir sicher, dass du dich getäuscht hast
07:24Der Mann war betrunken
07:27Er war vielleicht eine Weile ohnmächtig
07:30Aber als du weg warst, ist er zu sich gekommen und hat sich davon gemacht
07:33Das glaube ich nicht
07:35Du hättest sehen sollen, wie er da lag
07:37Mama, dem Mann geht's gut
07:38Der ist jetzt auf Safari
07:40Er hat noch ein bisschen Kopfschmerzen und denkt, es kommt daher, dass er zu viel getrunken hat
07:44Ich würde mir so sehr wünschen, dass du recht hast
07:47Ich weiß, dass ich recht hab
07:49Das wird sich noch alles aufklären, glaub mir
07:53Wenn dir das Leben Zitronen gibt, dann machst du eben Limonade draus
07:57Ja, stimmt
07:58Genau
08:01Die Hauptsache ist, wir beide halten zusammen
08:03Dann können wir alle Probleme lösen
08:05Jetzt lösen wir erstmal das Frühstücksproblem, ja?
08:09Die Geister der Vergangenheit, die lassen wir ruhen
08:15Die Geister der Vergangenheit lassen wir ruhen
08:18Es ist so schwer, Mama zu trösten
08:22Ich weiß nicht, was ich glauben soll
08:24Ich kann mir nicht vorstellen, dass sie tatsächlich schuld am Tod eines Menschen ist
08:29Alles, was ich tun kann, ist für sie da zu sein
08:32Dabei bräuchte ich im Moment jemanden, der für mich da ist
08:36Mich tröstet, mich festhält
08:38Was würde ich darum geben, wenn Daniel hier wär?
09:02Daniel, hast du schon mit Großvater gesprochen?
09:04Mutter, müssen wir uns jetzt darüber unterhalten, ich wollte eine Runde joggen gehen
09:07Wir müssen uns unbedingt über die Pläne von Großvater unterhalten
09:10Muss das jetzt sein?
09:12Es wird Zeit, dass du anfängst zu kämpfen
09:14Ja, aber den Zeitpunkt bestimme ich gerne selbst
09:17Du weißt doch, dass ich mich unmöglich aus dieser Sache raushalten kann
09:20Mutter, hier geht es um mich und meine Zukunft
09:22Ach du bist, Rolle, hier geht es um uns
09:25Und um die Zukunft des Hauses Grafenberg
09:27Eine Zukunft, die wir gemeinsam gestalten werden
09:30Ja, aber ich entscheide, wann und wie die ersten Schritte unternommen werden
09:35Spar dir deine Kräfte auf für die Auseinandersetzung mit deinem Großvater
09:39Mutter, ich habe nicht vor, mit meinem Großvater zu streiten
09:41Er ist krank und braucht Ruhe
09:43Das Wichtigste ist, dass wir jetzt zusammenhalten
09:47Dann werden wir diese Schlacht für uns entscheiden
09:50Schlacht? Mutter, wir befinden uns nicht im Krieg
09:54Natürlich befinden wir uns im Krieg
09:57Einen Krieg, den wir erst gewonnen haben, wenn du Firmenschaft geworden bist
10:02Vertrau mir
10:04Ich werde das Schlachtfeld für dich vorbereiten, bis du soweit bist
10:07Um dich an die Spitze deiner Truppe zu stellen
10:11Irgendwie bist du seltsam heute
10:13Je älter ich werde, je leichter fällt es mir
10:15Mich auf das eine
10:18Das Richtige zu konzentrieren
10:20Weißt du was, ich glaube, ich gehe jetzt wirklich besser drum
10:28Da seid ihr ja endlich
10:30Wir dachten schon, er kommt gar nicht mehr
10:31Soll ich vorstellen, mein Sohn Nico
10:33Nico, das sind Christa und Julia, sie sind aus Afrika gekommen
10:36Hallo Nico
10:37Hallo
10:38Und willkommen im Feigenteil
10:41Setzt euch doch, die Pfannkuchen werden kalt
10:44Aber wir wollen eure Gastfreundschaft nicht überstrapazieren
10:48Bitte macht euch darüber keine Sorgen
10:49Setzt euch und lang kräftig zu
10:54Also, ich muss sagen, ihr habt es wirklich idyllisch hier
10:59Aber doch wohl kein Vergleich zu Afrika, oder?
11:01Also mir gefällt es viel besser hier
11:04Auf die Dauer habe ich es da unten nicht mal ausgehalten
11:06Warum nicht? Wir hatten ganz schreckliches Heimweh
11:10Und was war das mit dem Albtraum?
11:12Lilly, hör bitte auf, solche indiskreten Fragen zu stellen
11:15Entschuldige, Christa
11:16Schon gut
11:17Ich an Lees Stelle wäre genauso neugierig
11:20Nein, ich finde das nicht in Ordnung
11:22Wenn wir irgendwas tun können, damit du besser schläfst, dann lässt uns das bitte wissen, ja?
11:26Und wenn es irgendwas gibt, womit wir euch unterstützen könnten, würden wir es auch gerne fallen
11:31Fliegt doch mal in den sonnigen Süden und bringt bei der Rückkehr eine ganze Jahresortation gutes Wetter mit
11:36Das könnten wir gut gebrauchen
11:38Ja, und vielleicht ein bisschen weißen Sandstrand und eine Ecke vom Ozean
11:42Ach, das wäre auch super für unseren Garten
11:46Stimmt
11:48Und Schwester, wie geht es dem Patienten?
11:51Dem Patienten geht es gut
11:54Aber er sollte sich trotzdem schon
11:57Ach, ihr werdet schon noch sehen
11:58In ein paar Tagen bin ich wieder ganz der Alte
12:00Du kannst es nicht ertragen, dass man sich Sorgen um dich macht, oder?
12:03Wenn es an der Zeit ist, sich um mich Sorgen zu machen, dann lasse ich es euch wissen
12:10Wenn es dir also so blendend geht
12:12Warum willst du dann Frederik zu deinem Nachfolger machen?
12:19Dann hat Annabelle es dir also gesagt
12:25Hältst du das wirklich für so eine gute Idee?
12:27Ich mag Frederik aber
12:29Patricia, so geht das nicht
12:33Aber ich wollte doch auch
12:34Liebe Patricia, es ist nichts Persönliches
12:37Aber ich werde nicht anfangen, meine Entscheidungen mit dir oder irgendjemand anderem zu diskutieren
12:44Großvater, ich...
12:44Mein Unternehmen ist kein demokratischer Debattierclub
12:47Ich treffe die Entscheidungen und ich trage die Konsequenzen
12:51Bitte reg dich nicht auf
12:54Du müsstest Frederik gegenüber stillschweigen bewahren, versprichst du mir das?
12:59Ist versprochen, Großvater, nur reg dich nicht weiter auf
13:02Ich muss es ihm selbst sagen
13:06Ich muss mich endlich mit ihm versöhnen
13:10Ich muss Ordnung in dieses Chaos bringen
13:20Tschau, bis später
13:21Tschüss
13:25Tschüss
13:25Also du hast wirklich nichts dagegen, wenn wir erstmal hierbleiben?
13:28Nein, ich freue mich euch als meine Gäste hier zu haben
13:31Es gibt nur ein Problem
13:33Wir können dir ja momentan, also ich meine...
13:36Was meine Mutter sagen will ist, wir haben kein Geld
13:38Wir können dir momentan nichts für die Ferienwohnung geben
13:42Also, die Vermietung der Ferienwohnung ist ein Zubrot
13:44Und wir sind nicht unbedingt darauf angewiesen
13:47Deshalb ist es überhaupt kein Problem, wenn ihr ein paar Tage länger drin umsonst wohnt
13:50Danke, Tobias
13:51Vielen Dank, das hilft uns wirklich sehr
13:53Jetzt hört ihr mal bitte auf euch zu bedanken, das wird mir schon langsam peinlich
13:58Aber Geld braucht ihr wahrscheinlich trotzdem, oder?
14:00Ja, und ich wollte dich fragen, ob du weißt, wo ich einen Job bekommen könnte
14:03Irgendwas, Putzen, Kellnern
14:05Da gibt's eigentlich nur die Porzellanmanufaktur
14:09Lilia hat recht, du ist der größte Arbeitgeber hier in der Gegend
14:12Ich kann nichts versprechen, aber ich chauffiere die Chefs und die werde ich einfach mal fragen
14:17Aber du kannst doch bestimmt viel mehr als Kellnern und Putzen
14:20Na ja, ich hab mal Grafikdesign studiert
14:22Ja, wir haben immerhin noch eine Designabteilung
14:25Du hast mal Grafikdesign studiert?
14:27Dann machen wir ja fast das Gleiche
14:29Vielleicht werden wir ja Arbeitskolleginnen
14:31Na ja, trotzdem werde ich jetzt erstmal in die Stadt gegen die Zeitung und die Stellenanzeigen durchgehen
14:36Gel, gel, gel
15:19Oft plätschert das Leben nur so dahin
15:22Und dann verwandelt es sich plötzlich in einen reißenden Fluss und zieht dich mit
15:27Und dich irgendwo wieder ans Ufer zu spülen
15:30Weit, weit weg von deinem alten Leben
15:35Also muss ich eben wieder mal von vorne anfangen
15:39Aber noch nie ist es mir so schwer gefallen
15:43Ich vermiss Daniel
15:46Das ist unglaublich
15:49Darf einem jemand, den man kaum kennt, so sehr fehlen?
15:54Trotzdem kann ich ihn nicht vergessen
15:56Seine Berührung, sein Kuss
15:59Noch immer fühle ich dies alles auf meiner Haut, als wäre es gerade geschehen
16:13Moin
16:15Friedrich, ich kann mich kommen hören
16:17Das sind die drei großen Tees
16:19Tarnen, täuschen und töten
16:21In meinem Fall würde ich eher sagen, Tratschen
16:23Habe ich von einem Buschmann in der Savanne gelernt
16:25Tarnen, täuschen, tratschen
16:27Apropos, wie geht es dem alten Herrn?
16:31Er ist wieder einigermaßen munter.
16:34Habe ich mir doch gedacht.
16:35Das ist ein zäher alter Knochen.
16:37Du nimmst es hier ziemlich locker. Machst du dir gar keine Sorgen?
16:39Natürlich mache ich mir Sorgen.
16:41Aber deshalb geht es Werner auch nicht besser.
16:43Wir sollten lieber drüber nachdenken, was wir tun können,
16:45dass er sich nicht mehr so anstrengt.
16:51Na, Großvater? Geht es dir wieder besser?
16:56Tut mir leid, tut mir leid. Ich bin schon wieder weg.
17:09Großvater, ich wollte nur kurz Bescheid sagen.
17:11Ich fahre noch mal in die Firma.
17:12Wenn es zu spät wird, geht in Japan niemand mehr ans Telefon.
17:15Übrigens, das mit der Zigarre habe ich gesehen.
17:17Du solltest es wirklich lassen. Bis später.
17:20Warte bitte, Daniel. Ich ...
17:24Bleib doch sitzen.
17:25Reden doch. Nein, nein, nein. Lass mich nur aufstehen.
17:29Ich will dir damit zeigen, was du mir bedeutest.
17:33Das ist doch nicht nötig.
17:34Doch, doch, Daniel. Ich habe dir schon lange nicht mehr gesagt,
17:37wie sehr ich deine Arbeit schätze.
17:40Und was für eine wahre Freude es ist, daran teilzuhaben,
17:42wie du dich an meiner Seite entwickelst.
17:47Du bist wirklich zu einer tragenden Säule in unserer Firma geworden.
17:52Vielen Dank. Das weiß ich sehr zu schätzen.
17:55Nach dem Tod deines Vaters ist Frederic mein einziger Sohn.
18:01Es wäre unmöglich, ihn in der Nachfolge zu übergehen.
18:06Ich weiß, es ist schwierig für dich.
18:10Aber, mein lieber Daniel, deine Zeit kommt noch.
18:19Ich muss jetzt los.
18:23Ja.
18:34Hallo, Eva.
18:35Hallo.
18:36Ist was passiert?
18:37Ihr Vater. Er hat sich wieder mal überanstrengt.
18:40Dieser Dickschäle. Es wird Zeit, dass ihn jemand zur Vernunft bringt.
18:43Er sollte sich jetzt ausruhen und schlafen.
18:46Ich glaube, es ist besser, wenn Sie ihn nicht stören.
18:48Sind Sie sicher?
18:49Ich bin mir sicher.
18:50In zwei Stunden können Sie wieder zu ihm.
18:56Entschuldigung, ich wollte mich einfach mal bedanken.
18:58Sie halten ja diesen ganzen Laden am Laufen.
19:00Naja, es ist, ich meine, überall die Jahre.
19:03Aber Sie wissen ja, dass ich das gern mache.
19:06Ich weiß.
19:08Friedrich, möchten Sie ein Stück frischen Pflaumenkuchen?
19:11Und ich dachte schon, Sie würden das nie fahren.
19:21Vielleicht sollten Sie das mal mit Ihrem Vater machen.
19:25Was?
19:25Was soll ich mit meinem Vater machen?
19:27Ihn in den Arm nehmen.
19:32Sie wissen, dass das nicht geht, Eva.
19:34Ach gut, Sie haben sich gestritten.
19:37Sie haben sich ein paar Jahre nicht gesehen.
19:39Aber trotzdem bleiben Sie Vater und Sohn.
19:41Genetisch vielleicht.
19:42Ach, Friedrich, das ist doch Unsinn.
19:45Ich denke, wenn Sie beide einen Schritt aufeinander zugehen würden,
19:50dann würden Sie sich auch wieder vertragen und verstehen.
19:54Ich weiß, dass Sie es gut meinen.
19:56Aber in diesem Haus ist wirklich nur Platz für einen von uns beiden.
19:58Friedrich.
20:00Das ist doch der Grund, warum ich gleich nach seinem Geburtstag nach Südafrika zurückfahre.
20:05Der Pflaumenkuchen ist ein Gedicht.
20:19Hallo, Tobias.
20:20Hallo, Daniel.
20:22Wollen Sie sich heute mal zur Abwechslung fahren lassen?
20:24Ne, danke. Ich fahre lieber selbst.
20:26Ich glaube, meine Mutter braucht sie erst heute Nachmittag.
20:28Wie wäre es, wenn Sie früher in die Pause gehen? Bei dem Wetter?
20:30Danke, das ist sehr freundlich von Ihnen.
20:31Aber ich hätte da noch eine Frage.
20:34Schließen Sie los.
20:36Ja, eigentlich ist es eher ein Gefallen.
20:39Tobias, Sie wissen doch, dass ich mich freue, wenn ich Ihnen helfen kann.
20:42Ja, bis jetzt habe ich mich immer nur für meine Kinder bei Ihnen eingesetzt.
20:45Aber die Tochter einer guten Freundin sucht dringend eine Arbeitsstelle.
20:49Aha, um welchen Bereich handelt es sich?
20:50Sie ist Grafikdesignerin. Vielleicht könnte es über ihre Schwester...
20:53Wie wäre es, wenn Sie sie heute Nachmittag einfach bei mir vorbeischicken?
20:55Ich bin sicher, wir finden einen Platz für die junge Dame.
20:57Mach ich. Sehr gerne.
21:00Und richten Sie der jungen Dame aus, dass ich mich freue, Sie kennenzulernen.
21:03Schönen Tag, Tobias.
21:12Du machst es aber nicht absichtlich, bloß so mich zu ärgern?
21:16Ich weiß nicht, was du meinst.
21:18Ich meine, deine Schuhe.
21:20Dieses Dack, Dack, Dack, Dack.
21:23Das, was du Dack, Dack nennst, ist Haute Couture aus Italien.
21:28Schon gut. Schwamm drüber.
21:32Ich möchte dir nur noch einmal klar und deutlich sagen,
21:35dass du unter keinen Umständen über die Sache mit Frederik...
21:37Was ist mit mir?
21:39Das fragst du besser deinem Vater.
21:43Steile Schuhe, Schwägerin.
21:45Das sagst du besser deinem Vater.
21:53Vater, du siehst schlecht aus.
21:55Und du machst dir Sorgen um mich, stimmt's?
21:59Ich meine, vielleicht ist es an der Zeit für dich, kürzer zu treten.
22:03Kürzer treten?
22:05Dabei hatte ich vor, die ganze Belegschaft zu entlassen und das Porzellan alleine herzustellen.
22:11Ich meine es ernst.
22:14Warum gibst du die Firmenleitung nicht an Daniel ab?
22:16Er macht einen unheimlich kompetenten Eindruck.
22:18Er ist motiviert.
22:19Das finde ich allerdings auch.
22:22Ich hätte nie gedacht, dass wir mal einer Meinung sind, Frederik.
22:25Annabelle? Hast du gelauscht?
22:28Nein.
22:29Ich suche immer nach meine... meine... meine Tasche.
22:35Ich sehe keinen Grund, dass du dich weiterhin abschuftest.
22:39Genau. Nimm dir ein Beispiel an deinen Sohn.
22:42Man kann auch ohne Arbeit glücklich sein.
22:44Übrigens, wann gehst du denn zurück auf deine Lodge?
22:48Ich werde nach der Geburtsesfeier nach Südafrika zurückkehren.
22:51Und auch wenn du es dir nicht vorstellen kannst, liebe Schwägerin, dort wartet ein Haufen Arbeit auf mich.
22:55Naja, Arbeit ist ja auch irgendwie eine Definitionssache.
22:59So mancher Playboy soll ja schon an Überarbeitung gestorben sein.
23:02In den Armen einer ehemaligen Miss...
23:07Irgendwas.
23:11Tag, Tag, Tag, Tag, Tag, Tag.
23:28Darf ich bitten, Madame?
23:30Danke, sehr freundlich. Aber ich laufe lieber.
23:33Ich glaube aber, dass Sie dazu gar keine Zeit mehr haben werden.
23:36So, glauben Sie, mein Herr, was sollte mich denn scheuchen?
23:40Du hast ein Vorstellungsgespräch.
23:43Wirklich?
23:45So schnell?
23:47Heute Nachmittag.
23:48Tobias, das ist ja großartig.
23:50Das ist ja wunderbar.
23:52Hey.
23:54Tut mir leid, das musste jetzt sein.
23:56Vielen Dank.
23:57Aber das Beste weißt du ja noch gar nicht.
23:59Du hast ein Gespräch bei Herrn Gravenberg Junior.
24:01Und der ist wirklich sehr nett.
24:02Gravenberg Junior klingt ziemlich versnobbt.
24:04Nein, nein, der täuscht dich.
24:06Und der Junior ist einer der begehrtesten Junggesellen der Gesellschaft.
24:09Bestimmt einer von diesen Typen, die sagen, schau mir, mein Scheckbuch klein ist, wenn sie dich rumkriegen wollen.
24:14Es gibt eine ganze Reihe junge Damen, die mit verliebten Augen aus dem Vorstellungsgespräch herauskommen.
24:21Habe ich jetzt was Dummes gesagt?
24:22Nein, nein.
24:24Ich habe da jemanden zurückgelassen.
24:27Oder mich hat jemand zurückgelassen.
24:29Naja.
24:31Wir haben alle schon mal eine Liebe verloren.
24:33Aber eins kannst du mir glauben.
24:35Die Zeit heilt alle Wunden.
24:38Vielleicht möchte ich ja gar nicht, dass diese Wunde so schnell heilt.
24:43Ich steige jetzt doch mal in dieses Auto ein, um Zeit zu sparen.
24:46Weiter mal los.
24:56Manchmal ist mir Annabelle richtig unheimlich.
25:00Wie ein Krake, der seine Arme überall mit drin hat.
25:06Meinst du nicht, dass das in der Natur der Sache liegt?
25:10Was meinst du damit?
25:13Genau betrachtet ist Annabelle seit Philipps Tod eine Königswitte.
25:18Und Daniel ist der Kronprinz, ihre einzige Hoffnung.
25:21Das ist ein Rechenfehler.
25:24Du bist mein Sohn.
25:26Du bist der Kronprinz.
25:28Tja.
25:29Annabelle denkt und rechnet da anders.
25:33Höre ich da etwa Verständnis für deine Schwägerin heraus?
25:38Die Jahre in Südafrika haben mich verändert.
25:41In der Ferne gewinnt man eine andere Perspektive.
25:43Und man kann die Unwichtigen von den wichtigen Dingen unterscheiden.
25:49Und was sind die wichtigen Dinge?
25:56Gesundheit.
25:59Muße.
26:00Und die Zeit, das Leben zu genießen.
26:03In dieser Hinsicht
26:06bin ich anderer Meinung.
26:08Und dein Bruder Philipp war es auch.
26:10Ich weiß.
26:12Und wo hat euch diese Haltung hingebracht?
26:14Ich verbitte...
26:15Bitte, Vater.
26:16Beruhig dich.
26:20Möchtest du mit mir nicht deinen Spaziergang draus in der frischen Luft machen?
26:25Nein.
26:27Nicht jetzt.
26:28Später vielleicht.
26:33Okay.
26:34Dann gehe ich meine Maze checken.
26:37Mal sehen, was es Neues auf der Lodge gibt.
26:40Bis später.
26:41Ja, Frederik.
26:43Bis später.
27:11Bitteschön.
27:12Boah.
27:13Dankeschön.
27:16Boah.
27:17Wie hast du denn so gut Autofahren gelernt?
27:19Julia, ist das dein neuer Job?
27:21Nein, Mama, ich hatte nur Lust, mal so einen großen Schlitten zu fahren.
27:24Das hat sie wirklich perfekt gemacht.
27:27Kannst du dir vorstellen, dass ich seit Beginn meiner Dienstzeit bei den Gravenbergs noch nie hinten in diesem Auto gesessen
27:31habe?
27:32Und es hat mich einige Überredungskunst gekostet, dass er mich ganz steuer lässt.
27:35Ihr zwei scheint euch ja prächtig zu verstehen.
27:38Stimmt, du hast wirklich eine tolle Tochter großgezogen.
27:41Julia ist eindeutig das Beste, was ich in meinem Leben zustande gebracht habe.
27:46Ja, und deine Tochter hat heute ein Vorstellungsgespräch.
27:49Was? Das ist ja großartig.
27:51Mir fällt ein, ich habe gar keine fertigen Bewerbungsunterlagen.
27:54Ach, das ist weiter nicht schlimm.
27:56Der Gravenberg-Junior legt auf solche Formalitäten gar keinen Wert.
27:59Erzähl ihm einfach, was du gemacht hast, und ich bin sicher, er wird dich mögen.
28:02Genau, wenn er dich nicht will, dann hat er eben Pech gehabt.
28:05Genau, und ich glaube auch, die beste Vorbereitung ist ein wunderbares Mittagessen.
28:10Genau darum werde ich mich jetzt kümmern.
28:12Mama, freust du dich? Vielleicht habe ich bald einen neuen Job.
28:16Ja, das heißt, dass wir noch länger in Falkental bleiben.
28:21Und? Wo sind wir denn sonst hin?
28:36Werner?
28:39Werner?
28:39Werner?
28:44Werner?
29:00Was ist denn?
29:01Entschuldige, Werner, ich wollte dich nicht wecken, aber ich bin aus Versehen gegen diese Vase gestoßen und da ist sie
29:05zu Boden gefallen.
29:08Was für eine Vase?
29:10Ach, mach dir keine Sorgen, das ist die Weiße, die konntest du noch nie leiden.
29:16Schade.
29:17Du hast einen Porzellanmanufaktur, du wirst dir doch keine Sorgen um eine Vase machen.
29:21Ich sage Eber Bescheid, dass sie die Scherben wegkehren soll.
29:24Ja, tu das, lass mich bitte weiterschlafen.
29:26Ach, wo du jetzt schon mal wach bist, findest du nicht, wir sollten noch mal über den Empfang sprechen?
29:33Wenn es unbedingt sein muss.
29:35Ja, es muss sein.
29:39Ich würde die Feier gerne absagen.
29:42Auf gar keinen Fall.
29:44Solange ich noch nicht unter der Erde bin, werde ich jeden meiner Geburtstage feiern, und zwar als ein rauschendes Fest.
29:51Und wie soll das gehen mit deinem schwachen Herzen?
29:54Besser ein schwaches Herz als gar keines.
29:57Touché, ich wollte dir ja nur helfen.
29:59Ich glaube nicht, dass ich deine Hilfe benötige.
30:02Schon gar nicht dabei, Frederic zu überreden, nach Südafrika zurückzukehren.
30:09Ich hatte nicht den Eindruck, ihn zu irgendetwas überreden zu müssen.
30:13Ich wünsche, dass du dich aus dieser Angelegenheit heraushältst.
30:19Natürlich.
30:32Das ist auch nicht so das Richtige für ein Vorstellungsgespräch, oder?
30:37Nee.
30:39Ach, am besten, du bleibst so, wie du bist.
30:42Du hast doch gehört, was Tobias gesagt hat.
30:44Der Grafenstein ist ein ganz unkonventionell...
30:47Mutter, er heißt Grafen Berg.
30:49Nicht Grafenstein, Berg.
30:50Wie ein großer Haufen voller Steine.
30:53Grafen Berg oder Grafenstein ist doch völlig egal.
30:55Hauptsache, er ist nett und er gibt dir einen Job.
30:57Hallo!
30:59Hey.
31:00Julia, ich habe es gerade vom Papa erfahren.
31:02Wir werden ja wahrscheinlich Arbeitskollegen.
31:04Na, das warten wir mal erst mal ab.
31:06Was machst du denn überhaupt schon hier?
31:08Ich habe Mittagspause und dachte, ich komme vorbei und sage dir,
31:10dass du nicht aufgeregt sein musst.
31:12Unser Junior-Chef ist superlieb, das klappt bestimmt.
31:15Das ist ganz lieb von dir.
31:17Ich habe schon gehört, dass euer Chef so nett sein soll,
31:19aber er hat da trotzdem keine Jobs zu verschenken, oder?
31:23Bist du müde, Mama?
31:24Willst du dich vielleicht hinlegen?
31:28Ich glaube, das ist eine gute Idee.
31:30Die Reise steckt mir immer noch in den Knochen.
31:33Bis später.
31:39Du stellst dir gerade vor, wie es wäre, mit ihm zu tanzen, stimmt's?
31:42Ich meine, mit dem, den du in Afrika zurückgelassen hast.
31:45Ganz schön frech für dein Alter.
31:47Ich habe dir schon gesagt, dass man mir nichts vormachen kann.
31:50Stimmt, hatte ich vergessen.
31:52Übrigens, die Tücher hier sind aus Afrika
31:53und wenn du möchtest, kannst du dir eins aussuchen.
31:56Echt?
31:56Ja.
31:57Oh, die sind voll cool.
32:05Weißt du was?
32:06Wir fahren schon vorher in die Firma
32:07und dann zeige ich dir meinen Arbeitsplatz.
32:10Das ist keine schlechte Idee.
32:11Dann kann ich mich eingewöhnen.
32:12Das hilft bestimmt gegen Nervosität.
32:15Ja.
32:16Ja.
32:17Ja.
32:18Ja.
32:18Ja.
32:22Hallo, Bruder Herz.
32:23Hey, Patricia.
32:26Ist das alles?
32:27Mehr als ein Hey, hast du nicht für mich übrig?
32:30Entschuldige, wie du siehst, arbeite ich gerade.
32:39Was siehst du?
32:41Du siehst jemanden, der sich aus Flucht vor seinen Problemen hinter seiner Arbeit verschanzt.
32:46Da könntest du recht haben.
32:47Ist ja auch kein Wunder.
32:49Dein ganzes Leben wurdest du darauf vorbereitet,
32:52Chef dieser Firma zu werden
32:53und jetzt,
32:54kurz vor dem Finish,
32:56setzt man dir Frederik vor die Nase.
32:58Es ist Großvaters gutes Recht,
33:00Frederik als ein Nachfolger einzusetzen.
33:01Dagegen kann ich nichts tun.
33:03Verstehen tue ich es trotzdem nicht.
33:04Aber es ist doch noch gar nicht raus,
33:05ob Frederik es überhaupt machen wird.
33:07Der will doch so schnell wie möglich zurück
33:09nach Südafrika
33:10zu seinen Drinks
33:11und seinen Frauen.
33:14Denn im Gegensatz zu so manchem anderen hier
33:17versteht der gute Onkel wenigstens sein Leben zu genießen.
33:21Ich weiß wirklich nicht, was ihr alle habt.
33:23Ich genieße mein Leben.
33:24Ihr macht das, was ich tue, Spaß.
33:26Entschuldigung, ich wollte dich nicht ärgern.
33:29Man könnte nur den Eindruck gewinnen,
33:30dass dein Leben aus nichts sehr viel mehr besteht als aus deiner Arbeit.
33:35Das denkst du vielleicht.
33:38Vielleicht ist es ja auch gut so.
33:41Schließlich soll man ein Rennpferd,
33:42das sein Leben lang auf ein großes Rennen vorbereitet wurde,
33:45nicht vor den Pflug spannen und auf den Acker schicken.
33:48Das ist jetzt aber ein schräger Vergleich.
33:50Es ist schon der zweite heute.
33:52Mutter spricht von Krieg und Schlacht
33:54und du willst mich auf den Acker schicken?
33:55Nein, ich will dich lieber auf die Weide schicken.
33:58Denn da gibt es eine Menge junger Stuten
33:59und die werden ganz wild bei so einem tollen Hengst.
34:02Du, raus mit dir!
34:14Gollia, bist du fertig mit den Entwürfen?
34:17Der Chef würde sie sich gerne anschauen.
34:19Der Chef?
34:19Ich dachte, der ist heute gar nicht im Haus.
34:22Ach, nicht der Senior oder Junior.
34:25Und unter uns gesagt,
34:26er sieht heute mal wieder ganz toll aus.
34:29Ach ja?
34:31Na ja, auf jeden Fall ist er mir viel lieber als seine Mutter.
34:34Oh ja, mir auch.
34:46Ja.
34:48Nein.
34:50Was? Die sind schon da?
34:51Aber die wollten doch erst morgen.
34:54Natürlich, ich werde meinen Zonen sofort Bescheid sagen.
34:57Danke. Wiederhören.
35:01Passen Sie doch auf.
35:04Auf. Entschuldigung, Frau Grabenberg.
35:05Ich habe Sie gar nicht gesehen.
35:07Sperren Sie Ihre Augen auf.
35:15Hallo, Silke.
35:16Hallo.
35:19Hi, Andreas.
35:21Darf ich vorstellen?
35:22Meine neue Freundin Julia Schilling.
35:24Hallo, ich bin Andreas.
35:26Hallo.
35:26Julia hat heute ein Vorstellungsgespräch bei uns
35:28und wird wahrscheinlich eine neue Kollegin.
35:30Na, dann wünsche ich viel Glück.
35:31Danke, das kann ich brauchen.
35:33Hallo.
35:34Und Sie werden eine neue Kollegin von uns.
35:37Na, erstmal habe ich ein Vorstellungsgespräch.
35:39Darf ich dir vorstellen?
35:40Unsere Empfangsdame Silke.
35:42Silke Mertens.
35:43Julia Schilling.
35:44Hallo.
35:44Silke ist unsterblich in den Junior-Chef verknallt.
35:47Aber das darf eigentlich keiner wissen.
35:49Oh Mann.
35:51Was habe ich mal jetzt gehört?
35:53Sie haben ein Vorstellungsgespräch beim Chef.
35:56Oh Mann.
35:57Das hätte ich auch gerne.
35:59Silke, du arbeitest doch schon hier.
36:02Du könntest ja kündigen und dich wieder neu bewerben.
36:05Nee.
36:06Das ist jetzt nicht so eine gute Idee.
36:08So, ihr habt es geschafft.
36:09Jetzt bin ich wirklich neugierig auf den Chef.
36:11Na komm, ich zeige dir meinen Arbeitsplatz.
36:15Machst du mir bitte einen Kaffee?
36:17Kommt sofort.
36:19Sehr gut.
36:19Mit Milch, bitte.
36:21Mhm.
36:21Schon viel besser.
36:23Daniel.
36:24Ja?
36:26Saito ist überraschend früh eingetroffen.
36:28Du musst dich sofort um ihn kümmern.
36:30Saito, ich habe doch heute Morgen mit seinem Büro in Japan telefoniert.
36:32Er wollte erst nächste Woche kommen.
36:33Er will seine komplette Hotelkette mit Falkenthaler Porzellan ausstatten lassen.
36:37Da kann man ihm etwas Sprunghaftigkeit schon verzeihen.
36:40Haben wir denn die Entwürfe schon vorbereitet?
36:42Ich habe letzte Woche zusammen mit ihrer Schwester daran gearbeitet.
36:45Ja gut, dann mache ich mich gleich auf den Weg.
36:46Am besten, du gehst mit ihm in irgendeinen Biergarten oder was die Japaner sonst so mögen.
36:51Patricia weiß auch Bescheid.
36:52Ah, Kolja, um deine Entwürfe kümmern wir uns später, okay?
36:55Bereil dich.
36:56Ja.
36:57Ach so, Mutter, da gibt es noch ein Vorstellungsgespräch.
36:58Ich übernehme.
36:59Danke.
37:00Daniel, kommst du?
37:01Ja, ich komme.
37:03Ähm, Moment mal.
37:05Das würde ich mir auch mal gerne anschauen.
37:14Willkommen bei.
37:15Ja, ja, ich komme.
37:15Ach so, mein Handy.
37:17Und, ist das echt super schön, oder?
37:19Sag mal, hast du mir gerade zugehört?
37:25Ah, entschuldige, wir waren nur gerade als...
37:27Als was?
37:29Ich muss mich getäuscht haben.
37:31Dann kann ich ja weitererzählen.
37:32Auf jeden Fall.
37:33Okay, also Kolja, der arbeitet ja auch bei uns und der ist wirklich super talentiert.
37:37Ich glaube, Silke möchte uns was mitteilen.
37:39Ja, Sie können jetzt zu Ihrem Gespräch ins Chefbüro.
37:43Ach, viel Glück.
37:45Ich drücke dir ganz doll die Daumen.
37:46Na klar.
38:03Entschuldigung, sind Sie die Sekretärin von Herrn Grafenberg?
38:08Ich hatte ein Bewerbungsgespräch.
38:09Sie halten mich für eine Sekretärin, sehr amüsant.
38:13Sind Sie?
38:14Annabelle Grafenberg.
38:16Ich vertrete meinen Sohn in dieser Angelegenheit.
38:20Oh, Entschuldigung, ich...
38:22Hatten Sie vielleicht auch mal dran gedacht, sich vorzustellen?
38:25Julia Schilling, ich...
38:27Setzen Sie sich.
38:28Wozu meinen Sie, hat man Stühle erfunden?
38:31Dann geben Sie mir Ihre Bewerbungsunterlagen.
38:36Also, die habe ich nicht dabei.
38:38Es hieß, dass ich...
38:39Ach, keine Bewerbungsunterlagen?
38:41Na, das ist jetzt allerdings weniger amüsant.
38:43Wie haben Sie sich denn unser weiteres Gespräch vorgestellt?
38:46Ich dachte, dass ich Ihnen vielleicht mündlich...
38:49Ach so, na ja.
38:51Dann legen Sie mal los.
38:52Sie haben zwei Minuten.
38:55Obwohl, wenn ich sie mir so richtig ansehe, dann reicht wahrscheinlich auch eine.
38:59Aber warten Sie.
39:01Die Zeit läuft.
39:03Komm, so schlimm ist es auch nicht.
39:05Doch.
39:06Diese Entwürfe waren die Arbeit von zwei Wochen.
39:08Jetzt ist alles umsonst.
39:11Kannst du sie dem Junior-Chef vielleicht später noch zeigen?
39:13So wie die Grafenberg die runtergemacht hat, sollte ich mir am besten einen anderen Beruf suchen.
39:17Oh, Quatsch, Coria.
39:21Und zuletzt habe ich dann bei einer Tierschutzorganisation gearbeitet.
39:25Die SWA hat...
39:27Sind Sie jetzt fertig?
39:28Na, dann fasse ich mal zusammen.
39:31Abgebrochenes Designstudium.
39:33Mehrere Hilfstätigkeiten.
39:35Taxifahren, putzen, Kellnern.
39:38Mitunter in einer Kneipe namens Rosis Bar.
39:42Keine Arbeitsstelle länger als drei Monate zuletzt.
39:46Offensichtlich einer sentimentalen Neigung nachgebend haben Sie sich für arme, verlassene Tiere eingesetzt.
39:52Ist das richtig soweit?
39:55Von Ihren fehlenden Bewerbungsunterlagen mal abgesehen und von Ihrer, naja, sagen wir mal mehr als unpassenden Kleidung auch abgesehen.
40:05Was meinen Sie, befähigt Sie denn, bei uns in der Designabteilung zu arbeiten?
40:12Nichts.
40:15Aber ich versparen Sie sich, Ihre Möhren.
40:17Unser Putzpersonal ist besser qualifiziert als Sie.
40:21Sie sind ja absolut fehl am Platz.
40:23Und wissen Sie, was das Ärgerlichste ist?
40:24Sie stehlen mir meine kostbare Zeit.
40:31Sie sind ja immer noch da.
40:32Also wenn Sie jetzt heulen müssen, dann machen Sie es bitte draußen.
41:00Was bildet dir sich eigentlich ein, die blöde Kuh?
41:02Nicht so laut, Lilly.
41:03Als dein Sohn wird es mir wohl gestattet sein, mir ein bisschen Sorgen machen zu dürfen, oder?
41:07Es ist dir gestattet.
41:08Vielleicht ist das Ganze nur ein Missverständnis.
41:11Stimmt nicht.
41:12Aber ich bin doch nur um deine Gesundheit besorgt.
41:15Ich will, dass die Feier stattfindet.
41:17Von mir aus, hier in der Villa.
41:19Mit der Familie und den wichtigsten Menschen.
41:21Aber sie finden statt.
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