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  • vor 15 Stunden

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Kurzfilme
Transkript
00:00Musik
00:40Mein Name ist Julia Schilling. Ich bin 25 Jahre alt.
00:45Und die letzten sechs Monate meines Lebens habe ich hier verbracht, in Südafrika.
00:53Du bist ja auch schon wieder da.
01:07Es ist mein Zuhause geworden. Endlich habe ich einen Ort gefunden, an dem ich glücklich bin.
01:12Ein Paradies für die Tiere und für die Menschen, die hier leben.
01:16Damit das auch in Zukunft so bleibt, arbeite ich auf einer Tierschutzstation mitten in der Savanne.
01:22Wir sorgen dafür, dass das Paradies überlebt.
01:25Was ist denn passiert? Worüber reckt sich die Frau so auf?
01:27Zwei Elefanten haben in den Gemüsegarten geblendert, Zaun niedergetrampelt, den gesamten Kohl abgefressen.
01:32Oh Gott, die Arme. Und als Entschädigung gibst du ihr das da?
01:35Julia, das hilft dir aber auch nicht weiter.
01:37Doch, das tut es.
01:38Sie spießt die Peperoni jetzt auf den neuen Zaun, den sie von uns bekommt.
01:44Und wenn die Elefanten das nächste Mal dran knabbern, dann gibt ihnen der Appetit an mir.
01:48Das ist aber höchste Zeit.
01:49Du siehst, du siehst.
01:51Vielleicht treffen wir ja die beiden Übeltäter.
01:54Ach, Mama, in den Schuhen bestimmt nicht.
01:58Aber das sind meine Besten.
01:59Du brauchst nicht deine Besten, sondern die Festen.
02:02Soll ich etwa in solchen Tretern herumlaufen, wo wir so feine Leute treffen?
02:06Na, wir gehen ja mit denen nicht in die Oper, sondern auf Safari.
02:12Soll ich alleine fahren?
02:20Meine Mutter.
02:22Manchmal frage ich mich, wer hier das Kind ist.
02:29Julia, schau mal, was ich hier habe.
02:34Du denkst wohl, deine Mutter ist weltfremd.
02:38Niemals.
02:48Meine Mutter hat es nie lange an einem Ort ausgehalten.
02:51Ich weiß nicht mehr, wie oft wir schon umgezogen sind.
02:54Kaum hatten wir angefangen, uns einzuleben, schon mussten wir wieder alle Zelte abbrechen und von vorne anfangen.
02:59Auf diese Weise hat meine Mutter erfolgreich verhindert, dass wir irgendwo Wurzeln schlagen.
03:04Aber hier wird es anders.
03:06Hier werden wir bleiben.
03:08Vielleicht für immer.
03:12Ganz gelobt, hast du gesehen?
03:14Reibach.
03:20Wirklich, ich bin so stolz auf dich.
03:22Wie du deine Arbeit machst, wie du mit den Leuten redest und das alles hast du in ein paar Monaten
03:26mehr.
03:27Ich bin es gewöhnt, schnell zu lernen, um mich einzugewöhnen, Mama.
03:38Herein.
03:39Daniel.
03:40Beeil dich, die Safari startet dann.
03:41Ja, sofort.
03:43Frederik, nochmal wegen Großvaters Geburtstag.
03:45Och nee.
03:47Seit mein Vater tot ist, bist du sein einziger Sohn.
03:50Deshalb werde ich ihm seine Feier nicht kaputt machen.
03:52Du weißt, wie es ist.
03:53Nach spätestens drei Minuten haben wir den schlimmsten Krach.
03:56Er schickt dir eine Einladung.
03:57Er reicht dir seine Hand.
03:59Und dann wird es sein, wie immer.
04:00Er meint es gut, ich meine es gut.
04:03Aber wir verstehen uns mit keiner Silbe.
04:05Also lassen wir uns lieber gleich ganz in Ruhe.
04:07Und nachher werden alle froh sein, wenn ich nicht da war.
04:09Am meisten deine Mutter.
04:10Wir sind wie Feuer und Wasser.
04:13Das ist sie.
04:14Wenn man vom Teufel spricht, the number you've called is not available.
04:18Komm, wir müssen.
04:20Sag mal, hat sie immer noch diesen Vogel?
04:21Hey, du sprichst von meiner Mutter.
04:24Es ist ein Falke.
04:26Sag ich doch.
04:27Sie hat einen Vogel.
04:43Was hat denn Daniel erzählt?
04:45Er ist nicht zu erreichen.
04:47Das Fleisch ist frisch, ja?
04:48Ja, ich habe es heute Morgen vom Fleischer geholt.
04:50Wie immer.
04:52Frau Grafenberg.
04:52Ja, mein Lieber, du kriegst nur das Beste.
04:54Na, komm.
04:56Ich hoffe sehr, dass Daniel Frederik überzeugen kann, zu kommen.
05:00Wenn das einer schafft, dann Daniel.
05:03Es wäre so wichtig für Herrn Grafenberg.
05:06Nicht allen ist das so wichtig hier, Eva.
05:11Ist das Frühstück fertig?
05:17Ja, mein Lieber.
05:31Halt, Mama.
05:33Wir warten hier auf die Safari-Teilnehmer.
05:35Die kommen gleich mit ihrem großen Jeep und wir steigen dann hier zu.
05:38Ich will doch nur sehen, ob überhaupt noch ein Platz für mich frei ist.
05:41Das kannst du doch genauso, wenn sie hier sind.
05:45Ja, schon.
05:47Aber wenn sie hier sind und dann ist kein Platz mehr für mich frei,
05:50dann fühle ich mich wie so ein Trittbrettfahrer, der abgewiesen wird.
05:53So ein Unsinn.
05:54Du bist mein Gast.
05:56Und ich leite die Safari.
05:58Aber du bist eben kein Gast der Lodge.
06:00Also bleib bitte von da weg.
06:01Mama, uns trennen Welten von diesen Leuten.
06:04Was die an einem Tag ausgeben, davon müssen unsere Wildhüte einen Monat leben.
06:08Ich war da auch noch nie drin.
06:09Ich gehe da ganz bewusst nicht rein.
06:11Ja.
06:22Moment noch, Jörg.
06:24Ich würde die Safari auch gerne mal mitmachen.
06:26Ich habe schon viel gehört von dem Guide.
06:28Aber ich bin ja leider nicht in Urlaub wie mein Neffe Daniel.
06:31Ja, tatsächlich.
06:32Also zwischen deiner Arbeit als Lodgebesitzer und deiner großen Safari sehe ich ehrlich gesagt keinen großen Unterschied, Onkel Frederik.
06:38Ich muss für die Drinks nichts bezahlen, Neffe.
06:42Bis dann.
06:43Guten Morgen.
06:44Guten Morgen.
06:45Ich habe mich kurzfristig doch entschlossen, mir zu fahren.
06:55Oh, Verzeihung.
07:16Na, endlich.
07:24Mama, ich sehe nur noch einen Platz für mich.
07:26Es tut mir leid.
07:28Wir probieren es beim nächsten Mal wieder, okay?
07:30Sei nicht traurig.
07:37Morgen, Frau Schilling.
07:38Morgen, Jack.
07:39Hast du so viel ich heute früh schon in dein Haus guckt, gelesen?
07:42Nein, tue ich nie.
07:43Solltest du aber.
07:44Dann wüsstest du nämlich, dass wir morgen auch miteinander ausgehen.
07:47In meinem Horoskop stand es jedenfalls drin.
07:49Dass wir miteinander ausgehen.
07:51Dass ich mit der schönsten Frau ausgehe, die ich kenne.
07:53Das bist handwürdig du.
07:55Jörg, das ist wirklich ein süßes Kompliment, aber ich möchte nicht mit dir ausgehen.
08:00Und ich will mir auch keine neuen Ausreden ausdenken.
08:04Lass uns einfach nur gute Kollegen sein und nichts vermischen, okay?
08:09Ich mache schon.
08:42Mach dir trotzdem einen schönen Tag, ja?
08:43Ich habe ja schon viel von dem wundersamen Inhalt von Damenhandtaschen gehört, aber das ist wohl die Safari-Ausgabe.
08:49Naja, ich muss ja alles mitnehmen, was man so brauchen könnte.
08:53Essen und Trinken kriegen wir ja von der Lodge alles.
08:55Ja, und ich sorge dann für Karten, Kompass, Fernglas, Saugglocke für Schlangenbisse und so.
09:05Schlangenbisse?
09:07Das überlasse ich lieber dem Safari-Leiter.
09:12Zu Recht.
09:15Ja, wir können.
09:18Meine Damen und Herren, guten Morgen.
09:20Guten Morgen.
09:21Mein Name ist Julia Schilling, ich bin heute ihr Guide.
09:24Wir werden einen wunderschönen Tag haben.
09:25Wir fahren auch gleich los, um ihr voll auszunehmen.
09:33Wollen Sie mich noch einmal verzeihen?
09:36Ich denke schon.
09:37Danke.
09:57Guten Morgen, Annabelle.
09:59Kommst du nicht mit in die Firma?
10:01Guten Morgen, Werner.
10:02Ich komme später nach.
10:04Ich muss noch in die Stadt.
10:05Und Daniel?
10:06Hat er sich gemeldet?
10:08Er ist auf irgendeiner Safari heute.
10:10Ich konnte ihn noch nicht erreichen.
10:12Aber schau dir das mal an.
10:14Alle haben zu deinem Geburtstag zugesagt.
10:17Wir werden 156 Personen sein.
10:20Er muss sich ja nur 156 Hände schütteln.
10:23Und wenn Daniel jetzt noch zurückkommt,
10:26dann ist die Familie wieder vollzählig.
10:28Hast du da nicht jemanden vergessen?
10:30Vergessen? Nein. Wieso denn?
10:33Frederik natürlich. Wen denn sonst?
10:35Frederik?
10:36Ja.
10:37Glaubst du denn immer noch, dass er kommt?
10:39Du wirst unendlich enttäuscht sein.
10:42Hauptsache, du bist nicht zu enttäuscht,
10:44wenn er plötzlich doch in der Tür steht.
10:52So viel Leichtsinn müsste eigentlich bestraft werden.
10:56Ach, Eva, wenn ich Sie nicht hätte.
10:58Ich kann es Ihnen doch nicht jeden Tag hinterher tragen.
11:00Aber ich bitte Sie darum.
11:02Es führt ein Eigenleben.
11:03Wo war es denn heute?
11:05In Ihrem Schlafzimmer.
11:06Sehen Sie?
11:07Und gestern war es im Badezimmer.
11:09Herr Grafenberg, das ist nun wirklich nicht mehr lustig.
11:12Eva, ich schwöre es hoch und heilig,
11:14ich werde darauf aufpassen.
11:16Sie sollen auf sich aufpassen.
11:18Es führt jetzt sein Eigenleben in Ihrer rechten Jackentasche.
11:21Können Sie sich das merken?
11:22Ja, ich bin weg.
11:41Guten Morgen, Tobias.
11:43Guten Morgen, Grafenberg.
11:44Wir fahren sofort.
11:45Meine Schwiegertochter kommt später.
11:46Ja.
11:57Guten Morgen zusammen.
11:58Guten Morgen.
11:59Guten Morgen, Patricia.
12:02Kommst du jetzt erst nach Hause?
12:04Ich komme jetzt schon nach Hause.
12:08Ich tue schnell und komme dann in die Firma.
12:10Morgen, Tobias.
12:11Morgen, Patricia.
12:13Meine Enkelin ist etwas leichtlebig, finden Sie nicht auch?
12:18Ich glaube, junge Leute, wir müssen so sein.
12:22Daniel ist Gott sei Dank nicht so.
12:24Meistens jedenfalls.
12:33Unsere Organisation heißt Safe Wild Animals, kurz SWA.
12:37Und es ist ein wichtiges Prinzip, dass wir die Tiere nicht anfüttern
12:40oder auf andere Weise an den Menschen gewöhnen.
12:42Deswegen ist es bei unseren Safaris wie im wirklichen Leben.
12:45Man weiß nie vorher, wem man an diesem Tag begegnen wird.
12:50Wenn wir Glück haben, dann sehen wir heute einen oder mehrere der berühmten Big Five.
12:55Löwe, Elefant, Renotraus, Büffel und Leopard.
13:24Das hier gestern Elefanten durchgezogen sind, interessiert mich, Julia.
13:27Ja, wir wollen heute was sehen.
13:28Ich weiß, ich will ja auch niemanden enttäuschen.
13:31Lass mich einfach nochmal nachdenken.
13:33Einen hast du heute schon enttäuscht.
13:36Ach, Jörg, jetzt mach es mir doch nicht noch schwerer.
13:40Machst du schwer?
13:42Ich habe dich eingeladen, wenn wir mit dir ausgehen.
13:44Leider nichts.
13:49Niemand wird Ihnen einen Vorwurf daraus machen, wenn sich Elefanten und Giraffen heute mal nicht zeigen.
13:54Es reicht schon, wenn die Safaris nicht weiterempfohlen werden.
13:57Wir brauchen das Geld für unser Projekt.
14:02Ich werde Sie weiterempfehlen.
14:06Ich hätte ja keine Ahnung, was man alles entdecken kann, wenn man diese Welt mit Ihren Augen sieht.
14:11So viele Unterschiede in den Formen, den Farben, dem Licht.
14:17Danke.
14:19Ich habe zu danken.
14:21Wie lange braucht man denn, um dieses Land so gut zu kennen wie Sie?
14:25Sie meinen, wie lange ich hier lebe?
14:27So ein gutes halbes Jahr.
14:29Ich bin neugierig, Entschuldigung.
14:31Aber schon seit Sie eingestiegen sind und erst recht, als Sie sich als unser Guide vorgestellt haben.
14:36Ich hatte eher so eine Art bärtigen Hemingway-Verschnitt erwartet, wissen Sie?
14:40Habe ich gemerkt.
14:41Und sind Sie sehr enttäuscht?
14:43Kann ich nicht sagen.
14:46Vielleicht nur ein bisschen darüber, was Sie für einen ersten Eindruck von mir bekommen haben.
14:49Der war schon gar nicht schlecht, glauben Sie mir.
14:53Ich sehe es mal so, es kann nur besser werden.
14:55Noch besser?
14:57Mhm.
14:58Dann warten wir es mal ab.
15:04Ach, Eva, setzen Sie sich doch bitte einen Augenblick zu mir.
15:08Ja, natürlich.
15:14Ich mache mir Sorgen um meinen Schwiegervater.
15:16Er überfordert sich ständig und gönnt sich keine Ruhe.
15:19Ja, das ist so sein Stil.
15:23Er sagt ja, dass die Arbeit ihn jung hält.
15:26Ist Ihnen denn nichts aufgefallen?
15:29Nein.
15:31Sie haben ihm doch gerade eine Pillendose gereicht.
15:35Ja.
15:37Was nimmt er denn da ein?
15:39Ich denke, Vitamine.
15:41Also solche Vitamine für ältere Menschen.
15:46Mein Mann war ja auch so ein Arbeitstier, genau wie sein Vater.
15:50Unerreichbar für gute Ratschläge.
15:52Man konnte ihn zum Arzt schicken, aber er ging nicht hin.
15:56Man konnte ihn ins Bett stecken, aber er schlief nicht.
15:58Niemals.
16:00Ich glaube, er hat nie geschlafen.
16:03Bis es dann zu spät war.
16:06Er könnte noch leben.
16:10Ihr Schwiegervater will nicht, dass ich mit irgendjemandem darüber rede.
16:16Eva, ich verstehe Sie ja so gut.
16:19Ich fürchte nur, dass meinem Schwiegervater etwas zustoßen könnte und wenn wir sie dann nicht zufällig in der Nähe haben,
16:27dann weiß niemand, wie wir ihm helfen können.
16:31Wollen Sie das verantworten?
16:39Er nimmt ein Mittel
16:42wegen seiner Herzschwäche
16:44und noch ein anderes
16:46wegen seines zu hohen Blutdrucks.
16:52Dann ist es ja wirklich schlimm.
16:56Seit einem halben Jahr muss er sie nehmen.
16:58Aber er vergisst sie ja ständig
17:00und die Krankheit spielt er wie immer herunter.
17:04Ich kann Ihnen gar nicht sagen, wie dankbar ich Ihnen bin.
17:23Aber
17:25ob wir heute noch die Big Five zu sehen bekommen,
17:27das bezweifle ich.
17:28Die besten Dinge passieren doch immer erst dann,
17:30wenn man gar nicht mehr damit rechnet.
17:31Haben Sie selbst gesagt.
17:33Stimmt.
17:35Dann werde ich mich jetzt einfach
17:37entspannen.
17:41Diese einzigartige, würzige Luft, riecht Sie das?
17:45Ja.
17:51Kommen Sie, entscheid auf mich zu.
17:57Kommen Sie her.
17:58Kommen Sie, nicht mal.
17:59Oh Gott.
18:01Eine Kappcobra.
18:02Die ist hochgiftig.
18:03Sind Sie gewissen worden?
18:04Ich...
18:04Kjörg, wir brauchen mal einen Rucksack,
18:06bitte das erste Hilfepack.
18:07Was ist los?
18:08Meine Kappcobra.
18:13Ist nichts passiert.
18:15Es ging viel zu schnell.
18:16Sind Sie gebissen worden?
18:17Nein, nein.
18:19Es ist völlig unerklärliches Verhalten.
18:21Wir müssen Sie irgendwie
18:22erschreckt haben.
18:23Völlig untypisch.
18:25Hören Sie mir Ihre Hände.
18:36Wie mutig von Ihnen.
18:39Mit Mut hat es wenig zu tun.
18:40Ich weiß nicht, ob ich es gemacht hätte,
18:41wenn ich Zeit gehabt hätte,
18:42drüber nachzudenken.
18:47Ach, ich glaube,
18:47ich hätte es gemacht.
19:02Guten Morgen, Herr Glein.
19:03Guten Morgen.
19:04Guten Morgen.
19:05Guten Morgen, Herr Atenberg.
19:06Guten Morgen, Frau Mertens.
19:07Ist das meine?
19:08Ja.
19:10Und die Termine?
19:11Da haben wir um 11.15 Uhr
19:14Telefonat mit Japan,
19:15um 14 Uhr das Gespräch
19:17mit Herrn Kleinschmidt
19:18und um 15.30 Uhr
19:20die Verteilungsleitersitzung.
19:22Danke, Silke.
19:23Sehr gerne.
19:24Sie sehen heute
19:25besonders hübsch aus.
19:27Na, bei euch?
19:29Alles cool?
19:30Alles cool.
19:32Danke, Herr Krill.
19:33Ich nehme es selbst.
19:34Wirklich?
19:35Unbedingt.
19:37Meine Enkelin soll gleich,
19:39wenn sie kommt,
19:39Koljas Modelle vorbeibringen.
19:41Das richte ich aus.
19:43Oh, Mann.
19:44Die Energie von unserem Chef,
19:45die will ich mal haben.
19:46Tja, Lilly,
19:47der muss so früh aufstehen.
19:48Mann, der wird 70.
19:49Kann sich das einer vorstellen?
19:51Das ist ja nicht souverän.
19:52Hast du das mitgekriegt?
19:53Patricia soll ihm
19:54meine Modelle bringen.
19:55Hast du etwa Muffensausen?
19:57Ich weiß nicht.
19:58Deine Modelle sind gut, Kolja.
20:00Ja, das sagst du.
20:02Außerdem hat Herr Gravenberg
20:03hier noch nie jemandem
20:04den Kopf abgerissen.
20:05Das stimmt.
20:06Wenn ich nur dran denke,
20:07wie viele ich am Anfang gemacht habe
20:08und er war immer nett
20:38und geduldig.
20:39dann kann gar nicht das Herz schwer werden.
20:54Ich kann gar nicht das Herz schwer werden.
21:13Was beobachten Sie denn?
21:15Hier sehen Sie selbst.
21:19Erdmännchen.
21:20Die fand ich schon als Kind am besten, wenn ich in den Zoo gegangen bin.
21:23Ich mag die auch total gerne.
21:25Vor allem die Wächter, wie die ihren Job so ernst nehmen.
21:28Ist ja auch ein verantwortungsvoller Job, die Familie beschützen.
21:39Kennen Sie die Geschichte?
21:41Kennst du?
21:42Wollen wir uns nicht duzen?
21:44Nach allem, was wir bisher erlebt haben?
21:47Also, kennst du die Geschichte?
21:50Einmal hat ein Zoo seine Weibchen an einen anderen Zoo weitergegeben.
21:53Das kann man mit den meisten Tieren so machen, um den Genpo zu vergrößern.
21:57Aber die verwaisten Erdmännchen, also die männlichen Erdmännchen,
22:01also jedenfalls haben die so einen Rabatz gemacht, bis sie ihre Weibchen wieder hatten.
22:06Julia, da sind noch mehr Safari-Gäste, die auch gerne was über das Tierleben hier erfahren würden.
22:13Er hat recht.
22:15Ich bin nicht nur zum Vergnügen hier, auch wenn es mir heute so vorkommt.
22:24Geht mir genauso.
22:27Geht mir genauso.
22:52Da bin ich.
22:56Ja, Patricia.
22:57Und hier sind die Gießlinge von Koljas Vasenensemble.
23:00Gibt es eigentlich Neuigkeiten von Daniel?
23:01Nein.
23:03Er ist heute auf einer Safari.
23:06Er soll ja auch mal einen Urlaubstag haben ohne Telefon.
23:09Oh ja.
23:09Und ich hoffe, er profitiert ein bisschen von Fredericks furchtbar schlechtem Einfluss.
23:14Na, na, na, na.
23:20Ein bisschen mutwillig, oder?
23:22Keineswegs.
23:23Man kann sich daraus ein Ensemble von drei, fünf, sieben Vasen zusammenstellen.
23:29Wie ein Strauß.
23:31Ah, nee.
23:31Das gefällt mir.
23:32Sag Kolja das.
23:33Das hat Lebenslust.
23:35Gut.
23:37Ja, und bevor das in den Glattbrand geht,
23:39soll er doch noch mal ein Modell ohne Relief machen.
23:42Nur zum Vergleich.
23:44Ich sag's ihm.
23:45Und am Nachmittag kriegst du die Entwürfe dazu.
23:48Ich danke dir.
23:51Kolja, jetzt mach dir mal nicht so viele Gedanken.
23:53Wenn Herrn Gravenberg deine Modelle nicht gefallen,
23:55dann kannst du sie bestimmt noch mal machen.
23:58Kolja, kommen Sie bitte.
24:00Wir besprechen Ihre Modelle.
24:03Machen Sie bitte dasselbe noch einmal, nur ohne Relief.
24:06Okay, mach ich.
24:09Frau Gravenberg?
24:10Ja, Lilly?
24:11Wie? Hat sich Ihr Großvater dann auch zu der Form geäußert?
24:15Hat er.
24:16Er ist vor Begeisterung vom Stuhl gefallen.
24:26Darf ich dich auf ein Glas Champagner einladen?
24:29Vielen Dank, aber nicht bei der Hitze, da trinke ich lieber Tee.
24:32Ach so, bestimmt blöd von mir.
24:35Nein, überhaupt nicht. Ich liebe Champagner, aber abends und wenn ich nicht arbeite.
24:40Darf ich dich dann auf ein Glas heute Abend in der Lodge einladen?
24:43Da bin ich noch im Dienst.
24:45Wir machen ein Barbecue zum Abschluss der Safari.
24:47Also verbringen wir den Abend sowieso zusammen, aber...
24:50Ja.
24:50...da gibt's Bier.
24:53Ich werde so selten zu Champagner eingeladen.
24:56Ja, auf morgen Abend kann ich die Einladung leider nicht verschieben.
24:58Da sitze ich schon im Flieger nach Hause.
25:02Oh, das ist aber schade.
25:11Und was arbeitest du so?
25:15Ich, äh...
25:16Ich mach sowas.
25:19Du töpfst was?
25:21Nicht direkt, aber so ungefähr.
25:32Ich hätte gern noch mal so eine wilde Nacht.
25:35Ja, lässt sich das einrichten?
25:41Mach's kurz, es ist wichtig.
25:43Ich rufe Sie später noch einmal zurück, danke.
25:47Was gibt's denn?
25:51Wusstest du, dass Werner Herzkrank ist?
25:54Wie bitte?
25:56Wer sagt das?
25:58Ich muss die Eva ausquetschen wie eine Zitrone.
26:00Offensichtlich nimmt er Medikamente seit einem halben Jahr, die für ihn lebensnotwendig sind.
26:05Wieso sagt er das keinem?
26:07Das ist ja wohl offensichtlich.
26:09Jedenfalls ist mir jetzt klar, warum er unbedingt Frederik hier haben will.
26:13Er will seinen Sohn sehen, ehe es zu spät ist.
26:15Ach Gott, Patricia, was bist du naiv.
26:19Ich fürchte, Werner will Frederik zu seinem Nachfolger machen.
26:23Unsinn.
26:25Vor fünf Jahren, als Vater gestorben ist, hat Frederik schon mal die Firmenleitung ausgeschlagen.
26:29Der hat sich fest in Afrika etabliert.
26:31Der Typ ist doch nicht irre und kommt nach Falkenthal zurück.
26:34Liebe Patrizia, wenn jetzt Frederik und nicht Daniel dein Chef wird, dann ist hier Schluss mit deinem leichten Leben.
26:41Dann haben wir alle ein Problem.
26:44Wenn wir hier Frederiks Sitzen haben, dann steht die ganze verdammte Porzellanfabrik auf tönernden Füßen, um es vorsichtig zu sagen.
26:51Was kann er denn anrichten?
26:53Ihnen wird schon was einfallen.
26:56Verkaufen, Pleite machen, fusionieren.
26:59Ich glaube nicht, dass Frederik kommt.
27:01Das kann ich mir wirklich nicht vorstellen, Mama.
27:04Weißt du, Patricia, das ist der Unterschied zwischen uns beiden.
27:07Erstens, ich kann mir Dinge vorstellen, die dir nicht mal im Traum einfallen würden.
27:11Und zweitens, ich tue Dinge, die dir nicht im Traum einfallen.
27:15Mein Schatz.
27:23Das Barbecue wird in einer knappen halben Stunde fertig sein.
27:27Sie können sich unter anderem auf marinierte Straußensteaks und Lammkottelz freuen.
27:31Wer sich noch etwas Appetit machen möchte oder eine kleine Abkühlung sucht, der kann gerne in der Zwischenzeit im See
27:37baden.
27:38Wir haben leider keine Duschen.
27:39Das Wasser ist etwas trüb und vor Wasserschlangen brauchen Sie keine Angst zu haben.
27:44Wir haben viel, viel mehr Angst vor Ihnen, glauben Sie mir.
27:48Das Champagnerbuffet ist jetzt schon eröffnet.
27:50Jörg, bitte.
27:54Tja, sieht so aus, als hätten wir den See für uns alleine, was?
27:58Wassersteigen gibt es hier sowieso nicht.
28:00Sehr gut gemacht.
28:01Diesen Teil der Führung werde ich immer für mich behalten.
28:03Ich meine, dass du flunkerst.
28:04Notlügen sind doch erlaubt.
28:06Sind wir denn in Not?
28:08Zeitnot?
28:25Na, schöne Frau.
28:27Kann ich Ihnen denn irgendwie behilflich sein?
28:32Nein, nein, nein, nein, nein, nein.
28:58Wo bleibst du?
29:08Holen Sie mir meinen Sohn ans Telefon.
29:10Probieren Sie es, bis Sie ihn dran haben.
29:12Ja, gern.
29:13Frau Grafenberg.
29:44Guten Tag, Herr Grafenberg.
29:46Hier ist Silke Mertens vom Empfang.
29:48Ihre Mutter bittet Sie um einen umgehenden Rückruf.
29:52Ja, danke Ihnen und schöne Grüße nach Afrika mit einem ganz tollen Urlaubstag.
30:03Mann, hat der eine schöne Stimme.
30:05Wie es ihm wohl geht in Afrika?
30:08Tja, weißt du, wenn er nicht ans Telefon geht, dann macht er vielleicht endlich mal Urlaub.
30:14Hä?
30:14Ja, und den hat er sich auch wirklich verdient.
30:16Ich kenne ihn eigentlich nur arbeitend.
30:19Kann mich gar nicht erinnern, dass er sich mal freigenommen hat oder dass er sich mal mit Freunden getroffen hat.
30:24Ja, und du bist ja auch schon ein halbes Jahr bei uns und er hat dich noch immer nicht als
30:27seine große Liebe entdeckt.
30:30Ja.
30:32Blöd.
30:33Oder?
31:02Woher die Fanta?
31:09Woher die Fanta?
31:22Ja.
31:24Da.
31:35Julia, wie wär's, wenn du langsam rauskommst?
31:40Lass uns dein Land schwimmen.
31:42Sogar euer Aufpasser?
31:44Krieg ich mit dem bald Ärger oder wie?
31:47Mit Jörg?
31:48Solange du die Gäste nicht für klar ausfahren solltest du.
31:52Der beobachtet uns doch nicht den ganzen Tag.
31:54Nur weil er für unsere Sicherheit verantwortlich ist.
31:57Er ist eifersüchtig, aber ohne Grund.
32:01Kein Freund in Südafrika?
32:03Da bin ich aber froh.
32:10Ist ja aber schön.
32:15So eine habe ich hier noch nie gesehen.
32:17Rot wie die Farbe Afrikas.
32:19Und die beiden Hälften passen genau aufeinander.
32:22Wahnsinn.
32:23Die ist perfekt.
32:25Die ist einfach perfekt.
32:30Nein, nicht kaputt machen.
32:32Die gehören doch zusammen.
32:35Einer allein erzählte überhaupt nichts von dem Wunder.
32:37Eben.
32:41Die wollen immer wieder zusammenkommen.
33:00Was für ein Tag.
33:03Fast hätte ich ihn verpasst.
33:06Ich wollte den ganzen Tag in der Lodge bleiben.
33:09Echt?
33:10Wie langweilig.
33:11Ja, natürlich langweilig.
33:13Das haben sich die Betreiber wahrscheinlich auch gedacht.
33:16Ich habe jedenfalls eine riesen Werbeaktion gestartet.
33:18Und heute Abend wird da ein kleines, aber feines Casino eröffnet.
33:34Hast du irgendwas?
33:38Meine Mutter ist mit dem Jeep liegen geblieben.
33:41Ja, ist dir irgendwas passiert?
33:43Nein, nein.
33:43Er springt bloß nicht mehr an und ich sollte sofort los, um sie abzuholen.
33:46Ja, aber du kannst auf keinen Fall losfahren.
33:48Es ist verdunkel.
33:49Du weißt doch, wie gefährlich das hier alles ist.
33:50Die Umstände.
33:52Ist was?
33:53Gibt es Probleme?
33:54Julias Mutter ist mit dem Jeep liegen geblieben und jetzt möchte Julia alleine losfahren.
33:58Ich denke, das können wir nicht zulassen.
33:59Archie, ich leihre mal einen kleinen Wagen von euch.
34:02Ich fahre.
34:04Du bleibst hier und kümmerst dich um die Gäste.
34:05Das ist dein Job.
34:07Wenn es um die Sicherheit geht, Julia, ist es mein Job.
34:09Ich denke, das ist eine gute Idee.
34:10Meinst du nicht auch?
34:11Jörg, warte.
34:15Meine Mutter ist nicht mit dem Jeep liegen geblieben.
34:17Du hast gelogen, Julia.
34:19Ich habe ihretwegen schon sehr, sehr oft gelogen.
34:22Wieso?
34:23Was ist mit deiner Mutter?
34:27Außer, dass sie anscheinend Dauerurlaub bei dir macht, was ich schon lange sehr merkwürdig finde.
34:31Sie macht keinen Dauerurlaub.
34:33Sie ist auf Entzug.
34:36Spielsucht.
34:37Was, ich meine Mutter.
34:39Ich habe sie hierhergebracht, damit sie weit, weit weg ist von allen Roulette-Tischen.
34:42Und jetzt das hier.
34:43Wenn sie davon Wind bekommt, dann dreht sie doch durch.
34:46Und diese Flyer, die werden ja nicht nur hier verteilt.
34:50Keine Angst.
34:51Euer Problem bleibt unter uns.
34:53Falls deine Mutter tatsächlich so ein Flyer in den Händen fährt,
34:56werde ich sie schon weghalten vom Spieltisch.
34:58Oder davon wegzellern und verlass dich auf mich.
35:02Kann ich?
35:04Klar.
35:12Das vergesse ich dir nicht, Jörg.
35:15Ich tue, was ich kann.
35:36Werner, das ist verantwortungslos von dir.
35:39Du bist krank, nimmst Medikamente und kein Mensch weiß etwas davon.
35:43Es hatte vollständig gereicht, dass nur Eva davon wusste.
35:46Und ich bin nicht krank.
35:48Ich nehme meine Medikamente, um eben nicht krank zu sein.
35:51Wir lieben dich doch alle und wir sorgen uns um dich.
35:54Bitte, ruh dich doch aus.
35:56Geh zur Kur.
35:57Mach, was immer auch nötig ist.
35:59Dann stehen hier alle Räder still.
36:00Du vergisst Daniel.
36:01Er ist vorbereitet.
36:03Und er kann...
36:04Verzeih mir bitte.
36:06Er kann dich ersetzen.
36:07Es ist gut, Annabelle.
36:09Ich kümmere mich gerade um meine Nachfolgeangelegenheiten.
36:12Halte du dich da raus.
36:14Weiß Daniel, dass du krank bist?
36:16Ich bin nicht krank.
36:19Nein, Daniel weiß nichts.
36:22Tut mir leid, Rainer, aber ich kann mich unmöglich aus deinen Nachfolgeangelegenheiten raushalten.
36:26Ich bin Mutter.
36:28Ich muss an meinen Sohn denken.
36:29Nein, ich muss an meinen Sohn denken.
36:33An Frederik?
36:34Jawohl.
36:36Das kann doch unmöglich dein Ernst sein.
36:38Frederik hat sein Leben lang noch nie einen Handschlag für diese Firma getan.
36:42Er kann nur Vorwürfe machen.
36:44Die gemeinsten, widerwärtigsten Vorwürfe.
36:46Du kannst doch diesem Versager nicht die Firma überschreiben.
36:50Du sprichst von meinem Sohn!
36:53Frederik ist ein erfolgreicher Geschäftsmann.
36:56Und das genaue Gegenteil von einem Versager.
36:59Er macht dich für Philipps Tod verantwortlich.
37:02Und dich!
37:04Daniel, Daniel hat alle Kompetenzen, um erfolgreich meine Firma zu leiten.
37:12Nur hat er einen entscheidenden Fehler.
37:16Seine Mutter!
37:19Erlaub mir.
37:21Meine Tabletten, ab und der Glasfasch!
37:23Wo sind deine Tabletten?
37:25In der Jacke.
37:26Rechts.
37:27Rechts.
37:28In der Jacke.
37:31Hier sind sie nicht.
37:33Wieder rechts.
37:36Werner?
37:40Werner?
37:41Werner?
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