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00:24Love Is Enough
00:43Ah, ich wollte gerade Ersatz anfordern.
00:46Ja, tut mir leid, ich war noch bei meiner Mutter und es hat ein bisschen lÀnger gedauert.
00:49Wie geht es ihr denn?
00:51Ach ja, die Klinik ist ganz gut, aber der Entzug ist natĂŒrlich hart.
00:54Hat sie Schmerzen?
00:55Nee, nee, nee, nee. Aber sie kann nicht schlafen.
00:57Nein, sie denkt die ganze Nacht nach und hat Angst, dass sie es nicht schafft.
01:01Es ist gut, dass sie mit Ihnen darĂŒber spricht, solange Sie nicht der Einzige sind und sie auch die professionelle
01:06Hilfe annimmt.
01:06Und es ist wichtig, dass sie mit Ihren Freunden redet.
01:09Ja, da sind leider nicht so wirklich viele ĂŒbrig geblieben. Sie hat sich total zurĂŒckgezogen, damit keiner merkt, dass sie
01:13trinkt.
01:15Entschuldigung, sind Sie Dr. Weber? Ich hatte angerufen.
01:17Ja.
01:18Wir sind die Osens, Jochen, Silke und Lelich.
01:22Meine FrauenĂ€rztin hat uns ĂŒberwiesen.
01:24Wir sind in der 26. Woche. Bisher gab es keine Probleme, aber jetzt stimmt irgendwas nicht.
01:27Frau Dr. Feldmann hat gesagt, dass es vorkommen kann, dass das kleine Herz ein bisschen unregelmĂ€Ăig schlĂ€gt und dass das
01:32nicht schlimm sein muss.
01:34Aber wir machen uns Sorgen.
01:35Ihre Ărztin hat mich bereits telefonisch informiert. Das ist ihr erstes Kind, nicht?
01:38Ja, ein MĂ€dchen. Wir haben uns Lilly schon sehr lange gewĂŒnscht.
01:41Schön.
01:42Wir sehen uns die Kleine gleich mal an und dann wissen wir mehr.
01:44Das ist Herr Haas.
01:45Er bringt Sie schon mal in den Behandlungsraum und ich bin gleich wieder bei Ihnen, ja?
01:48Ja, okay. Danke.
01:50Danke.
01:50Okay.
01:56Kannst du wieder auspacken?
01:58Wie bitte?
01:59Ich lasse dich noch nicht gehen.
02:00Das klang bei der Visite ganz anders. Wir haben das im Kollegenkreis noch mal diskutiert.
02:08Und?
02:09Katrin war auch meiner Meinung, dass ich nicht nach Hause darf.
02:13Ăh, wie?
02:15Nein, Quatsch.
02:16Wir wollten, wir wollten nicht gemeinsam ĂŒberreden, mit uns heute zur Feier des Tages was trinken zu gehen.
02:20Und vorher wolltest du mir noch einen Schrecken einjagen.
02:22Du sagst auch nur, ich habe zu wenig Humor.
02:25Witzig.
02:26Was mit dem GetrÀnk können wir gerne machen?
02:28Dann mĂŒsst ihr mich nur besuchen kommen.
02:30Hier sind deine Entlassungspapiere.
02:31Danke.
02:33Schön, dass du wieder gesund bist.
02:35Das ist Martin erst nach der Bea.
02:37Ja, ich freue mich auch drauf.
02:39Du nimmst meine Tasche.
02:41Danke.
02:45Geht's noch?
02:51Und?
02:53Ihre FrauenÀrztin hat recht.
02:55Ihr Kind leidet in einer ausgeprÀgten Tachokardie.
02:57Das heiĂt, das Herz des Babys schlĂ€gt eindeutig zu schnell.
03:01Stimmt das also?
03:02Wie schlimm ist das?
03:04Auf Dauer wird das Herz des Kindes dadurch ĂŒberlastet.
03:06Und unbehandelt könnte es zu Herzversagen fĂŒhren.
03:08Aber dahin lassen wir es nicht kommen.
03:10Sie werden gleich ein Medikament bekommen,
03:12das den Herzschlag Ihres Babys verwirren sollte.
03:14Und ich werde Sie zur weiteren Beobachtung stationÀr aufnehmen.
03:17Ich sag sofort, die nÀchsten Seminare.
03:19Warten wir doch erstmal ab.
03:22Was machen Sie beide denn beruflich?
03:23Ich bin Coach fĂŒr FĂŒhrungskrĂ€fte.
03:25Ich bin Psychologin und mein Mann hat in den Staaten Management studiert.
03:28Er hat eine kleine Akademie aufgebaut, die ziemlich erfolgreich lÀuft.
03:32Und damit es so bleibt, sagen wir erstmal nichts ab.
03:35Und durch die Akademie haben Sie beide sich kennengelernt?
03:37Ja, ja.
03:37Sechs Wochen spÀter haben wir geheiratet.
03:39Ein Kind wĂŒrde unser Leben perfekt machen.
03:43Sie bekommen jetzt erstmal Ihr Bett bei uns.
03:45Und ich schaue dann spÀter nochmal nach Ihnen.
03:47Danke.
03:49Silke Osen, 35, in der 26. Woche schwanger.
03:52Kam zum Ausschluss einer Rhythmusstörung des Kindes.
03:55CTG und Herzecho bestÀtigen eine fetale supraventrikulÀre Tachycardie.
03:58Die Frequenz schwankt zwischen 200 und 240 SchlÀgen pro Minute.
04:03Wie gehen Sie vor?
04:04Eine medikamentöse Therapie ĂŒber die Mutter, seit dem Vormittag.
04:08Damit gibt es ja sehr gute Erfahrungen.
04:10Und wenn Sie damit nicht erfolgreich sind?
04:12Davon gehe ich erstmal nicht aus.
04:14Aber wenn es sich wirklich um eine therapieresistente Tachycardie handeln sollte,
04:18was sehr selten vorkommt,
04:20dann wĂŒrde ich die Rhythmusstörung ĂŒber eine Elektrode im Oesophagus
04:23mit einem Stromimpuls korrigieren.
04:26Sie reden von einem fetalchirurgischen Eingriff?
04:29Eine Operation am ungeborenen Kind?
04:31Ja.
04:34Haben Sie das schon mal gemacht?
04:36Nein, aber ich habe assistiert. Mehrfach.
04:39Ich traue mir das zu.
04:41Allerdings nur, was den herzchirurgischen Teil des Eingriffs angeht.
04:44Den Zugang zum Kind mĂŒsste mir ein erfahrener Fetalchirurg schaffen.
04:47Das reicht mir nicht.
04:49Ich werde mich nach einem Spezialisten fĂŒr einen derartigen Eingriff umhören.
04:53Das ist ja eine nette Art.
04:55Hinzu sagen, dass Sie mir nicht vertrauen.
04:56Das hat nichts mit fehlendem Respekt zu tun, sondern mit Realismus.
05:00Warum sollten wir das Kind gefÀhrden, wenn jemand andere mehr Erfahrung damit hat?
05:03Dr. Hoffmann.
05:03Ich möchte nicht darĂŒber diskutieren.
05:05Wir gehen jetzt erstmal davon aus, dass die medikamentöse Therapie ausreichend sein wird.
05:10Ich wĂŒnsche uns allen noch einen schönen Tag.
05:16Hallo.
05:17Hallo.
05:19Dr. Weber kommt aber nochmal, ja?
05:21Ja, ja klar.
05:23Sie ist unsere Herzspezialistin bei.
05:24Sind Sie wirklich im besten HĂ€nden?
05:26Das hoffe ich.
05:27Wenn Sie irgendetwas brauchen, einfach klingeln.
05:30Ich habe alles. Danke.
05:32Danke.
05:34Nun, setz dich.
05:35Ja.
05:39Was machst du denn fĂŒr Sachen, du kleine Maus?
05:41Mama und Papa so einen Schreck einzujagen.
05:43Ich bin ganz schön mĂŒde von der ganzen Aufregung.
05:45Ja, es geht mir genauso.
05:51Wir schaffen das.
05:53Diesmal wird alles gut.
05:54Ich weiĂ das, glaub mir.
05:56Ăberrascht es dich, dass mir das nach den vergeblichen Versuchen und der Fehlgeburt schwerfĂ€llt?
06:02Was erzĂ€hlst du unseren Kunden immer ĂŒber negative Gedanken?
06:06Lass nicht zu, dass sie dich lÀhmen und sie nach vorn.
06:09Eben. Das haben wir doch bisher auch immer gut hinbekommen.
06:11Wir lassen uns nicht unterkriegen.
06:14Das haben wir uns versprochen.
06:15Dunkle Gedanken haben bei uns keinen Platz.
06:17Okay?
06:18Okay.
06:20FĂ€hrst du nach Hause und holst mir ein paar Sachen?
06:22Ja.
06:24Und vergiss den Schwangerschaftstier nicht.
06:27Okay.
06:28Du brauchst in der Zeit gut auf euch auf, ja?
06:29Ja, klar.
06:44Ich hÀtte dich morgen gern bei der Schule Zystektomie dabei.
06:47Entscheidet das nicht der Chefarzt?
06:48FĂŒr irgendwas muss es ja gut sein, dass ich der Klinikleiter bin.
06:52Ach nee.
06:53Ach, fÀllt dir zu Hause schon die Dektor auf den Kopf?
06:55Da war ich noch gar nicht.
06:56Wieso?
06:57Na ja, die hat mir die halbe Unterschenkelmuskulatur weggeschnitten.
07:01Da muss eine Menge antrainiert werden.
07:02Ein bisschen Sport hat noch niemandem geschadet und besser als eine Prothese.
07:06Und wenn es nach dir gegangen wÀre, hÀtte ich ja eine.
07:09BloĂ gut, dass der Klinikleiter hier nicht alles allein entscheidet.
07:12Aber solltest du nicht erst morgen deine Reha beginnen?
07:14Ich wollte schon einen Termin bekommen.
07:16Am Ende will er gar nicht nach Hause.
07:18Und warum hat er uns denn wochenlang genervt?
07:20Weil er hier uns hat.
07:23Stimmt.
07:24Otto und Charlotte auf Teneriffa.
07:26Die Freundin in Kroatien.
07:28Ex-Freundin.
07:29Ganz schön einsam in so einem groĂen Haus.
07:31Das können wir nicht zulassen.
07:33Dann ist es gut, dass wir ihm heute Abend Gesellschaft leisten.
07:35Ihr sorgt fĂŒrs Bier.
07:37Ich werde ein bisschen spÀter kommen.
07:39Ich muss Hanna noch zu ihrer Freundin bringen.
07:40Dann fangen wir vielleicht schon an.
07:46Der Herzschlag Ihres Kindes ist unverÀndert hoch.
07:49Und was machen wir jetzt?
07:51Wir mĂŒssen dem Medikament Zeit lassen, seine Wirkung zu entfalten.
07:54Aber Sie haben gesagt, dass Lillys Herz auf Dauer ĂŒberlastet wird.
07:57Deshalb ĂŒberwachen wir sie ja auch engmaschig.
07:59Und was ist, wenn das nicht funktioniert?
08:02Ich bin zuversichtlich.
08:04Bitte beantworten Sie meine Frage.
08:07Sollten wir damit wirklich keinen Erfolg haben,
08:09dann könnten wir Lillys Herz mit einem Stromschlag in den richtigen Takt bringen.
08:12Was?
08:17Und warum macht man das nicht gleich?
08:19Weil dazu ein Eingriff nötig wÀre.
08:22Ein Eingriff?
08:24Wir wĂŒrden das endoskopisch machen.
08:26Das heiĂt, wir gehen ĂŒber zwei Mini-Einschnitte durch die Bauchdecke in die GebĂ€rmutter
08:29und fĂŒhren einen winzigen Katheter in die Speiseröhre Ihres Kindes ein.
08:33Und ĂŒber den geben wir dann dem Herz einen Impuls.
08:35Und welche Risiken?
08:40Die gröĂtmöglichen Risiken bei diesem Eingriff wĂ€ren vorzeitige Venen und ein Blasensprung.
08:46Ich will Ihnen keine unnötige Angst machen.
08:48Wenn alles gut geht, kommt es dazu gar nicht.
08:52Ich brauche noch einen Moment.
09:03Ich verstehe, dass Sie besorgt sind.
09:07Wenn dieser Eingriff nötig ist, machen Sie das dann?
09:11Das wĂŒrden wir dann sehen.
09:14Wir sollten jetzt erst mal davon ausgehen, dass die medikamentöse Therapie hilft.
09:17Wir warten diese Nacht ab und dann sehen wir weiter, ja.
09:21Aus Ihnen wÀre auch ein guter Motivationscoach geworden.
09:36Ich kann ihn trotzdem nicht leiden.
09:38Immerhin hast du Dr. Kai Hoffmann zu verdanken, dass du heute auf deinen beiden Beinen stehst.
09:42Schön gesagt. Und recht hat sie.
09:44Aber dafĂŒr muss ich ihm doch nicht ewig dankbar sein.
09:47Er hat ja auch nur seinen Job gemacht.
09:48Und den macht er gut.
09:51Aber sein Ton, der ist gewöhnungsbedĂŒrftig.
09:54Ich bin zu alt, um mich daran zu gewöhnen.
09:56Das ist sein zweites Bier, jetzt wird er sentimental.
10:00Naja, wenn man uns drei hier sieht, da kann man schon sentimental werden.
10:03Wieso denn?
10:06Geht euch das nicht so?
10:08Das halbe Leben ist vorbei?
10:10Und plötzlich findet man sich an einer Stelle wieder, wo man schon mal war?
10:13Als wÀre man die ganze Zeit nur im Kreis gelaufen.
10:15Das ist doch frustrierend.
10:16Klingt bekannt. Klingt nach einer beginnenden Midlife-Krise.
10:20Naja, nicht gleich Krise, aber ein bisschen Midlife.
10:24Na?
10:27Wir haben ja auch noch ein paar gute Jahre vor uns.
10:30Aber das ist doch vielleicht lohnt, nochmal zu investieren.
10:33Beruflich wie privat.
10:35Du hast beruflich gerade die neue Ausbildung begonnen.
10:39Und was ist privat?
10:42Privat sind wir alle drei wieder Single.
10:44Aus unterschiedlichen GrĂŒnden.
10:46Jung und ungebunden.
10:48Dann suchst du jemanden.
10:50Ich kann mir das im Augenblick nicht mal mehr vorstellen.
10:53Aber ob ich fĂŒr den Rest meines Lebens Single bleibe?
10:58Vielleicht landen wir doch nochmal in einer Alters-WG, alle drei.
11:01Du gehst wohl davon aus, dass Martin und ich alleine bleiben?
11:04Also, ich suche auch nicht.
11:06Du?
11:13Na, das ist immer interessant.
11:16Na ja.
11:17Ein Witwer in den besten Jahren.
11:36Ah, Chris.
11:37Wissen Sie, wo Frau Ozen ist?
11:39Ja, ich habe sie vor zehn Minuten in Behandlung drei gebracht.
11:42In den Behandlungsraum?
11:43Warum das denn?
11:44Anweisung von Dr. Hoffmann.
11:47Er wollte Sie einer anderen Ărztin vorstellen.
11:49Kannte ich auch nicht.
11:51Mhm.
11:52Danke.
11:53FĂŒr Sie doch immer.
12:00Können wir nicht warten, bis mein Mann zurĂŒck ist?
12:02Das ist eine rein prophylaktische Untersuchung.
12:05Aber Frau Dr. Weber bleibt meine behandelnde Ărztin, oder?
12:08Ja, das bleibt sie.
12:13Guten Morgen.
12:16Frau Dr. Weber nehme ich an.
12:19Guten Morgen.
12:20Dr. Brinkmann, hallo.
12:22Hallo.
12:23Ihre Kollegen sagen, dass Sie die Operation durchfĂŒhren wird.
12:26Nur, wenn die OP notwendig wÀre.
12:28Aber bisher gehen wir davon aus, dass es gar nicht so weit kommt.
12:30Aber man hat Sie extra aus Halle geholt, damit Sie den Eingriff durchfĂŒhren.
12:34Wirklich beruhigend ist das nicht.
12:36Wir wollen auf alle EventualitÀten vorbereitet sein,
12:39um Sie und Ihr Kind bestmöglich versorgen zu können.
12:42Mitunter kann es notwendig sein, dass wir sehr schnell handeln mĂŒssen.
12:45Und dann ist es gut, wenn Sie bereits ĂŒber alle AblĂ€ufe und Risiken informiert sind.
12:49Okay, das verstehe ich natĂŒrlich.
12:51Frau Dr. Brinkmann wird Ihnen sicher gern den genauen Ablauf des Eingriffs erlÀutern.
12:56NatĂŒrlich.
12:58Dr. Hoffmann, könnte ich Sie kurz mal unter vier Augen sprechen?
13:01Ja, natĂŒrlich.
13:05Okay.
13:07Dann darf ich bitten?
13:08Okay.
13:11Worum geht's?
13:13Um die Art und Weise, wie ich hier vor vollendete Tatsachen gestellt werde.
13:16Ich höre.
13:18Als Chefarzt haben Sie natĂŒrlich das Recht, Patienten selbst zu begutachten und Ărzte hinzu- oder abzuziehen.
13:23Stimmt.
13:27Ich wĂŒrde nur zuvor gerne darĂŒber informiert werden.
13:32Also wenn ich mich richtig erinnere, sagte ich bereits gestern, dass Sie mich um meine Spezialisten kĂŒmmern wĂŒrde.
13:37Frau Dr. Brinkmann hat einen ausgezeichneten Ruf, hat viel Erfahrung und Zeit.
13:41Ich verstehe.
13:43Es geht hier nicht um Vertrauen, sondern um die optimale Versorgung der Patientin und ihres ungeborenen Kindes.
13:50Wenn es Ihr Kind wĂ€re, von wem wĂŒrden Sie die Operation durchfĂŒhren lassen?
13:56Das war ein schöner Abend gestern.
13:58Ich fand, ich auch.
13:59Das sollten wir öfter machen.
14:00Das war jetzt Club der einsamen Herzen.
14:04Olli?
14:07Guten Tag.
14:10Dr. Hoffmann sagte mir, dass ich dich hier finden wĂŒrde.
14:15Du hast dich wirklich nicht verÀndert.
14:17Entschuldigung, kennen wir uns?
14:21Dann muss ich mich sehr verÀndert haben.
14:25Conny!
14:26Du, das war jetzt gerade noch rechtzeitig.
14:28Das gibt's doch nicht.
14:30Das ist Dr. Katrin Globisch, Konstanze Wernicke.
14:34Dr. Brinkmann mittlerweile, hallo.
14:36Freut mich, hallo.
14:37Und woher kennen Sie sich?
14:38Wir haben zusammen studiert in Leipzig.
14:41Was machst du hier?
14:43Dein Chefarzt hat mich fĂŒr eine Patientin hinzugezogen.
14:46Ich dachte, vielleicht trinken wir einen Kaffee und reden ein bisschen ĂŒber die alten Zeiten.
14:49Das machen wir.
14:50Gibst du mir zehn Minuten?
14:51Gehen wir mal in mein BĂŒro?
14:53Offengestanden wĂŒrde ich gern was essen.
14:55Na dann in der Cafeteria.
14:57Ja, gut fĂŒr dich schön.
14:58Dr. Globisch?
14:59Ja.
15:05Das glaub ich jetzt nicht.
15:09Das ist ja mal eine Ăberraschung, was?
15:11Rolli.
15:13Genau, sobald wir einen neuen Termin fĂŒr das Seminar gefunden haben, melden wir uns wieder bei Ihnen, ja?
15:17Vielen Dank fĂŒr Ihr VerstĂ€ndnis.
15:19Dankeschön.
15:20Oh, Entschuldigung.
15:21Nichts passiert.
15:22Ich stehe heute komplett neben mir.
15:24Ja, das ist nachvollziehbar.
15:25Ich hab vorhin mit der FrauenÀrztin meiner Frau gesprochen.
15:28Sie sagte, Dr. Brinkmann ist eine echte KoryphÀe.
15:30Ja, das ist sie, ja?
15:31Ich hoffe trotzdem, dass eine Operation nicht notwendig ist.
15:35Naja, die Situation ist ernst, aber nicht bedrohlich.
15:37Sollte es wirklich zu diesem Eingriff kommen, dann sind Ihre Frau und Ihre Tochter bei Dr. Brinkmann in besten HĂ€nden.
15:43Ach, haben Sie Kinder, Dr. Hoffmann?
15:46Nein.
15:47Einen fast erwachsenen Sohn.
15:49Mein Mann wollte schon immer Kinder haben.
15:52Und Sie auch?
15:53Ja sicher, ich liebe Jochen.
15:56NatĂŒrlich wollte ich Kinder mit ihm.
15:58Sie beide haben ganz schön viel dafĂŒr in Kauf genommen.
16:02Sie ahnen gar nicht, was wir alles durchhaben.
16:05Drei Invitros und eine Fehlgeburt.
16:08Haben Sie schon mal ĂŒber eine Adoption oder Pflegschaft nachgedacht?
16:11Ja, aber wir haben die Hoffnung auf ein eigenes Kind noch nicht aufgegeben.
16:14Ja, dazu ist es ja noch wahrlich zu frĂŒh.
16:17Silke und ich, wir werden alles daran setzen, damit es endlich klappt.
16:22Ich habe einfach keine Kraft mehr.
16:25Die Hormone, die Behandlung, das Hoffen und die stÀndige Angst.
16:34Wenn es diesmal auch nicht gut ausgeht, dann wird es keinen weiteren Versuch geben.
16:46Das wĂŒrde auch jeder verstehen.
16:49Glauben Sie?
16:51Ich weiĂ, gerade weil wir schon so oft enttĂ€uscht wurden, dass ich im Hinblick auf meine GefĂŒhle zurĂŒckhaltender sein sollte.
16:57Aber was ich jetzt schon fĂŒr dieses kleine Wesen empfinde, damit ist einfach nichts vergleichbar.
17:04Alles andere wirkt dagegen bedeutungslos.
17:07Mit jedem gescheiterten Versuch wurde es schlimmer.
17:09Und jetzt dreht sich alles nur noch darum.
17:16Ich habe solche Angst, dass ich die kleine Lasuleli...
17:24Was bleibt uns denn dann noch?
17:27Sie haben doch sich als Paar.
17:31Nein.
17:33Bei all der Liebe, die wir in die Hoffnung gesteckt haben, blieb fĂŒr uns nichts ĂŒbrig.
17:40Wenn ich mein Kind verliere, dann verliere ich auch meinen Mann.
17:49Und haben Sie mal mit ihm darĂŒber gesprochen, wie es Ihnen geht?
17:54Das sollten Sie ja.
17:57Ich muss jetzt stark sein fĂŒr Lilly.
18:00Ja, aber das schaffen Sie nicht allein.
18:04Reden Sie mit Ihrem Mann.
18:10Herr Dr. Hoffmann, kann ich Sie gut sprechen?
18:11Ja, natĂŒrlich.
18:13Ich weiĂ ja nicht, was Frau Dr. Weber vorhin mit Ihnen besprechen wollte.
18:16Aber ich hatte den Eindruck, dass Sie nicht darĂŒber informiert war, dass Sie mich hinzugezogen haben.
18:20Ich hatte angekĂŒndigt, dass ich mich nach einem Spezialisten umsehen wollte.
18:23Ja.
18:23Und damit war Sie nicht einverstanden?
18:26Es war nicht Ihre Entscheidung, sondern meine.
18:28Das heiĂt, Frau Dr. Weber wollte ursprĂŒnglich den Eingriff selbst durchfĂŒhren?
18:33Ja, aber sie hat bislang mit diesen Operationen keine Erfahrung.
18:36Das Risiko wÀre zu hoch.
18:37Aber nicht, wenn ich dabei bin.
18:39Sie kann den Eingriff unter meiner Aufsicht durchfĂŒhren und im Zweifelsfall kann ich jederzeit ĂŒbernehmen.
18:45Als Chefarzt sind Sie doch sicherlich daran interessiert, dass sich Ihre Mitarbeiterin weiterentwickeln, oder?
18:50NatĂŒrlich.
18:51Sehr schön.
18:52Dann richten Sie Frau Dr. Weber aus, dass ich ihr sehr gerne assistiere.
19:03Danke.
19:06Also, was gibt's?
19:08Hans-Peter reiĂt sich quasi darum, heute Abend auf unsere Kinder aufzupassen.
19:13Einfach so, ganz spontan.
19:14Dein Mann hat zugegebenerweise ein bisschen nachgeholfen.
19:17Dann haben wir einen Abend nur vor uns allein.
19:21Schön, euch wieder so harmonisch miteinander zu sehen.
19:26Und was machen wir?
19:28Keine Idee.
19:31Wie wÀr's mit kleinen Fluchten aus dem Alltag?
19:34Hm.
19:36Diese Kommilitone Richard, kannst du dich an den erinnern?
19:40Der hat sich jeden Abend beim Metzger-OP-Ăbungsmaterial besorgt.
19:44Ich erinnere mich an den ganz genau.
19:47Ich war nĂ€mlich mal bei dem Richard auf einer Party und dachte, im KĂŒhlschrank steht noch Bier.
19:52Und ich mach diesen KĂŒhlschrank ab und der war voller SchweinefĂŒĂe.
19:56Wahrscheinlich ist er eine exzellente Chirurg geworden.
19:58Vermutlich.
20:01Na, haben Sie dich in der Reha fĂŒr heute genug gequĂ€lt?
20:04Ja, aber jetzt hab ich zwei Stunden Pause, dann geht's in die nÀchste Runde.
20:07Sag mal, wer ist denn die Dame da, mit der sich Roland so angeregt unterhÀlt?
20:11Das ist Dr. Constanze Brinkmann.
20:14Wie man hört, eine ChorophÀe in der Fetalchirurgie.
20:17Und eine ehemalige Kommilitonin unseres Klinikleiters.
20:20Da werden wohl gemeinsame Erinnerungen ausgetauscht.
20:24Glaubst du, die hatten mal was miteinander?
20:25Also, Roland soll kein Kind von Traurigkeit gewesen sein als Student.
20:29Hat Pia erzÀhlt.
20:32Ah, mein Taxi.
20:34Ich behalte das mal im Auge.
20:36Ja, und dann hĂ€tte ich gerne nachher ausfĂŒhrlichen Bericht.
20:39Gut gemacht.
20:41Danke.
20:43Du hast damals Gitarre gespielt und nicht mal schlecht.
20:46Machst du das noch?
20:47Schon ewig nicht mehr.
20:48Meine Bandkollegen fanden, ich bin nicht gut genug.
20:51Das find ich schade.
20:51Ich hab dich sehr gerne spielen sehen.
20:53Es waren nur drei oder vier Konzerte.
20:55Dann bin ich wahrscheinlich bei jedem von denen gewesen.
20:58Du und Pia.
21:01Obwohl die, glaub ich, auch froh waren, als ich aufgehört habe.
21:05Ich hab gehört, was mit Pia geschehen ist.
21:07Also, das tut mir sehr leid.
21:14Du warst dann plötzlich weg, kurz nach dem vierten Semester.
21:18Ich bin dann nach Rostock und hab da mein Studium beendet.
21:22Und jetzt bist du in Halle?
21:23Ja, seit fast zehn Jahren.
21:27Was war denn der Grund, warum du aus Leipzig weg bist?
21:30GerĂŒchte gab's eine ganze Menge.
21:31Ja, wer hier denn?
21:33Man munkelte wegen eines Mannes.
21:35Hm.
21:37Ja, könnte man so sagen.
21:41Die OP fĂŒr Herrn Fairbeck ist fĂŒr morgen frĂŒh angesetzt.
21:44Also ab 20 Uhr.
21:45Nur Tee.
21:47Wir könnten doch ein paar Leute zusammentrommeln und eine Go-Kart-Bahn mieten.
21:51Im Rudel ĂŒber die Piste rasen?
21:54Klingt nicht nach besonders viel Zweisamkeit.
21:56Ja, stimmt.
21:57Blöde Idee.
21:59Was ist mit dem Bauhaus Dessau?
22:00Da wollten wir doch schon immer mal hin.
22:02Haben die so lange geöffnet?
22:03Stimmt.
22:04Das ist eher was fĂŒr tagsĂŒber.
22:06Uns fÀllt schon was ein.
22:07Kann ja nicht so schwer sein.
22:14Das war wirklich schön, dich wiederzusehen.
22:16Hatte ich auch.
22:17Und das sollten wir unbedingt wiederholen.
22:19Ja, schön.
22:20Machen wir doch gleich was aus.
22:22Wie wÀr's mit heute?
22:25Also ich meine, ich bin ja eh in Leipzig wegen eurer Patientin.
22:28Also auf Abruf.
22:29Komm doch ins Hotel, holen mich ab, wir gehen, was essen.
22:31Machen wir.
22:32Um sechs.
22:33Finde ich gut.
22:41Ups.
22:44TschĂŒss.
22:45TschĂŒss.
22:55Frau Dr. Weber gesagt, ob es bei Lili schon irgendwelche VerÀnderungen gibt?
22:58Nein, keine Besserung bisher.
23:03Jochen?
23:05Was ist, wenn sie es nicht schafft?
23:08Ach, das will sie.
23:09Ich weiĂ, positiv bleiben.
23:11Aber hast du diese Angst nicht?
23:13Doch, natĂŒrlich.
23:14Aber wir mĂŒssen den Ărzten jetzt vertrauen.
23:16Sie haben gesagt, die Lage ist ernst, aber nicht bedrohlich.
23:19Die wissen doch, was sie hier tun.
23:20Was ist, wenn sie...
23:21Silke, so darfst du nicht denken.
23:23Das sagst du jedes Mal.
23:24Wir haben das doch schon durch, mehrfach.
23:26Ich muss mit dir darĂŒber reden.
23:33Also gut.
23:37Was ist, wenn sie es nicht schafft?
23:41Wir geben nicht auf.
23:42Wir versuchen es weiter.
23:45Eines Tages werden wir unser Baby in den Arm halten.
23:48Ich kann nicht mehr, Jochen.
23:49Ich weiĂ.
23:50Nein, das weiĂt du nicht.
23:52Ich schaffe das nicht noch einmal, wenn wir sie auch noch verlieren.
23:56Immer wieder hoffen und doch diese stÀndige Angst und die EnttÀuschung und Trauer.
24:01Ich weiĂ, aber wir dĂŒrfen uns davon nicht fertig machen lassen.
24:05Verstehst du denn nicht?
24:06Ich bin fertig.
24:07Ich kann nicht mehr.
24:08Aber wir stehen das doch durch, zusammen.
24:11Nein, das werden wir nicht.
24:16Wie meinst du das?
24:19Siehst du nicht, dass wir uns schon verloren haben?
24:23Ich wĂŒnsche mir dieses Kind mehr als alles andere, aber wenn wir sie auch noch verlieren, dann war's das.
24:30Keine weiteren Versuche.
24:38Geben Sie mir Bescheid, wenn der PĂŒtz aus der Narkose erwacht ist. Danke.
24:42So, mein Lieber, ich will jetzt alles wissen.
24:45Dr. Brinkmann, da gibt's nicht zu wissen.
24:47Wir sind alte Studienkollegen, die sich nach langer Zeit wiedersehen.
24:51Und wann seht ihr euch wieder?
24:52Heute.
24:53Ach, sie ist gerade in Leipzig, da bietet sich das an.
24:57Klar, weil Halle auch so aus der Welt ist.
24:59Aber ich verstehe das schon.
25:00Nach so langer Zeit, da will man keine Zeit verlieren.
25:02Du bist vollkommen auf dem Holzweg.
25:05Ihr hattet was miteinander.
25:07Da war ich schon mit Bia zusammen.
25:09Und heute Abend, da tauscht ihr nur so alte Erinnerungen aus?
25:12Ja.
25:13Nee, ich sag dir, wie das laufen wird.
25:14Sie wird dich bitten, sie in ihr Hotelzimmer abzuholen.
25:16Und kaum bist du da, hat sie keine Lust mehr auszugehen.
25:19Wie lange ist Sophia jetzt schon in Kroatien?
25:23Mit dir geht gerade deine Fantasie durch.
25:25AuĂerdem ist sie verheiratet.
25:27Oh, das hast du schon rausbekommen.
25:29Das musste ich gar nicht.
25:30Das heiĂt, sie bringt man und nicht wernige wie frĂŒher.
25:33Also ist sie verheiratet.
25:35Manchmal bist du herrlich naiv.
25:37Wieso?
25:38Das ist ja groĂartig.
25:40Und es reicht, wenn wir eine halbe Stunde eher da sind?
25:44Vielen Dank.
25:48Wir haben die Karten.
25:49Super.
25:50Wir fahren nachher nach Dresden in die Semperoper.
25:52Ihr habt so kurzfristig Karten bekommen.
25:55Philipp ist zur Höchstform aufgelaufen.
25:58Wusste gar nicht, dass ihr Opernfans seid.
26:00Wir auch nicht.
26:05Bis spÀter.
26:12Guten Abend.
26:14Welche Zimmer Nummer hat denn Dr. Brinkmann?
26:17Sie erwartet sie im Restaurant.
26:18Ach, danke.
26:19Bitte.
26:26Hallo, Coni.
26:28Hallo.
26:29Du siehst toll aus.
26:31Du auch.
26:33Du, ich habe ganz spontan entschieden,
26:34ist doch viel praktischer, hier im Hotel zu essen.
26:37Und die Karte ist ausgezeichnet.
26:39Na klar, warum nicht?
26:43WeiĂt du, dass du der Einzige bist,
26:46der mich Coni nennt?
26:50Wobei, das stimmt gar nicht.
26:53Mein Mann hatte mich auch Coni genannt.
26:55Hatte?
26:56Ja.
26:57Unsere Ehe hielt nur zwei ab.
26:59Willst du mal schauen?
27:01Mhm.
27:08Ich hatte heute richtig Angst, dir zu begegnen.
27:11Wieso das denn?
27:12Ich wusste ja nicht, wie es sein wĂŒrde, dich wiederzusehen.
27:16Auch weil ich in die Jahre gekommen bin?
27:18Nein.
27:19Das steht dir sehr gut.
27:22Du weiĂt das wirklich gar nicht, oder?
27:26Wie verliebt ich damals in dich war.
27:31Nein.
27:35Roland, du bist der Mann, warum ich weggegangen bin aus Leipzig.
27:40Du hast mir das Herz gebrochen.
27:44Das wusste ich wirklich nicht.
27:46Lass uns mal was bestellen.
27:55Sie trauen sich den Eingriff zu?
27:59ZielkÀosen.
28:00Also wenn Sie sich den Eingriff zutrauen...
28:02Das tue ich, ja.
28:04Dann bin ich einverstanden, dass Sie diese Operation leiten.
28:08Darf ich fragen, was Sie zu dieser MeinungsÀnderung gebracht haben?
28:10Sollte der Eingriff notwendig werden,
28:12wird Frau Dr. Brinkmann Ihnen den Zugang zum Kind verschaffen.
28:15Sie machen die Ablation.
28:17Als leitende Chirurgin?
28:20Obwohl Dr. Brinkmann zur VerfĂŒgung steht?
28:23Sie erhöhen Ihre Qualifikation.
28:24Zudem haben Sie eine Top-Assistentin.
28:27Risiko-Minimierung, Erfolgsmaximierung.
28:29Win-win.
28:32Na dann, vielen Dank.
28:34Na dann danke Sie nicht mir, sondern Frau Dr. Brinkmann.
28:36Das war Ihre Idee.
28:48Hans-Peter, mein Handy ist auf lautlos,
28:50aber ich rufe dich in der Pause an.
28:53Was lÀuft denn?
28:54Na, Opa.
28:55Ach, hier lasst euch ĂŒberraschen.
28:56Das ist ja gewagt.
28:58Opa ist Opa.
29:00Es wird Zeit, dass du ihm etwas Kultur nahebringst.
29:03Danke, dass du auf die Kinder aufhörst.
29:05Mach ich doch gerne.
29:06So, wir mĂŒssen.
29:08Ich komme.
29:09Im KĂŒhlschrank sind noch FischstĂ€bchen
29:11und um spĂ€testens acht mĂŒssen Sie im Bett sein.
29:14BlĂŒhen Sie so.
29:14Mama.
29:15Und ihr tut, was Hans-Peter Oll sagt.
29:18Kriegen wir alles dazu.
29:20Ja, komme.
29:20Bis spÀter.
29:21TschĂŒss.
29:22Nora.
29:23TschĂŒss.
29:24TschĂŒss.
29:28Ich habe einfach keine Kraft mehr.
29:32Und ich weiĂ nicht, was das hier alles mit uns macht.
29:36Ich weiĂ nicht, ob wir das ĂŒberstehen als Paar.
29:43Siehst du?
29:45FrĂŒher hĂ€ttest du mir widersprochen.
29:47Gut.
29:48Von mir aus gib auf.
29:50Gib uns auf.
29:51Aber nicht das Baby.
29:52Nicht Lilly.
29:53Nicht wÀhrend sie hier um ihr Leben kÀmpft.
29:55Das verbiete ich dir.
30:00Entschuldigung.
30:01Es ist Zeit fĂŒr die nĂ€chste Kontrolle.
30:03Ja, klar.
30:08Ich hole mir mal einen Kaffee.
30:10Willst du auch was?
30:11Nein, danke.
30:14Wie fĂŒhlen Sie sich?
30:16Ganz okay.
30:18Wir schauen mal.
30:42Entschuldigung.
30:43Hier im Eingangsbereich ist Rauchen nicht gestattet.
30:45Oh, ich rauche nicht.
30:47Das ist nur so eine Angerohnheit.
30:49Eine Erinnerung an das, was man ĂŒberwinden kann.
30:54Ach, Sie verkaufen nicht zufÀllig Zitroneneis?
30:57Doch.
31:12Was ist los?
31:13Der fatale Herzschlag ist noch schneller geworden.
31:16Das hÀlt Sie nicht mehr lange durch.
31:17Wir mĂŒssen den Eingriff vorbereiten.
31:19Was?
31:19Jetzt?
31:19Sofort?
31:20Ja.
31:22Frau Dr.
31:22Frau Ose muss in die OP-Vorbereitung.
31:24Ich melde Sie an.
31:26Wir sehen uns gleich im OP, ja?
31:30Dankeschön.
31:30Es war sehr gut.
31:33Du, ich habe Götz kurz nach meinem Umzug nach Rostock kennengelernt.
31:37Es war ein sehr netter Mann.
31:40Und er hat mir die Aufmerksamkeit geschenkt, die ich mir von dir so gewĂŒnscht habe.
31:43Aber das war auch das Problem.
31:46Er war nicht du.
31:47Ich hatte wirklich keine Ahnung.
31:49Ich wusste nicht, was ich dir damals bedeutet habe.
31:52Wie denn auch?
31:54Du warst so glĂŒcklich mit Pia.
31:56Ich wusste, dagegen habe ich keine Chance.
31:59Es tut mir leid.
32:01Das stimmt doch gar nicht.
32:02Und warum denn auch?
32:04Das ist das Leben und das sind die Entscheidungen, die wir so treffen.
32:07Ich freue mich jedenfalls, dich wiederzusehen.
32:10Ich mich auch.
32:12Entschuldigung.
32:14Brinkmann?
32:15Ja.
32:18Ja, okay.
32:19Ich bin gleich da.
32:21Die Klinik.
32:33Wo ist meine Frau?
32:34Die wurde gerade in den OP gebracht.
32:44Geht es Ihnen gut, Frau Ozen?
32:46Ja.
32:47Optik?
32:54Okay.
32:55Ich bin drin.
32:56Der Zugang ist gelegt.
32:58Die Kleine liegt jetzt in optimaler Position.
33:03Frau Kollegin?
33:05Ja.
33:07Ablationskatheter ist bereit?
33:09So ein kleiner Mensch.
33:11Das ist immer wieder unglaublich, oder?
33:16Entschuldigung, Sie erleben das ja hÀufig, aber...
33:18Ja, aber in dieses Wunder wĂŒrde ich mich auch nie gewöhnen.
33:23So, dann bis zum nÀchsten Mal.
33:24Danke.
33:26Und, wie geht's voran?
33:29Langsam.
33:29Aber ich mach den ganzen Tag nix anderes.
33:32Reha ist intensiv.
33:35Hattest du nicht eine Verabredung?
33:37Ja, ja, hatte ich.
33:40Und?
33:41Ich hab sie hergefahren.
33:42Sie operiert gerade.
33:44Hatte ich recht.
33:45Ja, aber irgendwie auch nicht.
33:51Denkst du manchmal darĂŒber nach, wie dein Leben verlaufen wĂ€re, wenn du zu einem bestimmten
33:55Zeitpunkt eine andere Entscheidung getroffen hÀttest?
33:58Das berĂŒhmte Was-wĂ€re-wenn.
34:03Tust du das gerade?
34:05Nee, ich kann's ja nicht mehr Àndern.
34:07Jetzt fahr' ich dich nach Hause.
34:12Nimmst du wieder meine Tasche?
34:22Gut, das war's.
34:24Der Rhythmus ist stabil und alles ist so, wie es sein sollte.
34:28Perfekt.
34:29Hervorragende Arbeit.
34:29Gut.
34:30Dr. Globisch, alles okay bei Ihnen?
34:31Alles stabil.
34:32Die Antibiose lÀuft.
34:33Mutter und Kind sind wohl auf.
34:35Sie haben's gleich geschafft.
34:36Dann können wir verschlieĂen.
34:38WĂŒrden Sie?
34:39Mhm, gern.
34:43Was ist?
34:44Ich krieg keine Luft.
34:46Ganz ruhig.
34:46Ruhig atmen.
34:47Ganz ruhig, Frau Osen.
34:49Was ist los?
34:50Sie kollabiert.
34:52Der Blutut fÀllt.
34:54Antibiotikum abklemmen.
34:55Schnell, das ist ein anaphylaktischer Schock.
34:56Gehen Sie, ich komplagiere.
34:58Ganz ruhig atmen.
34:59Ruhig atmen.
35:01Wie kann ich helfen?
35:02Sie braucht Volumen, Adrenalin, Glucocorticoide.
35:06Wir mĂŒssen sofort intubieren.
35:08Tubus, schnell.
35:12Sie ist total zugeschmolten.
35:14Sie braucht Sauerstoff, unbedingt.
35:16Die richtige Richtung?
35:17Ja.
35:18Ich bin da, Frau Osen.
35:20Ich bin bei Ihnen.
35:36Sie sind ein gut eingespieltes Team.
35:38Ja, das stimmt.
35:40Ich war froh, dass Dr. Globus schon Sie dabei waren, als die Patientin den Schock bekam.
35:45Gott sei Dank ist alles gut gegangen.
35:46Und nicht zuletzt, weil Sie hervorragende Arbeit geleistet haben.
35:49Danke.
35:51Ich sage nur die Wahrheit.
35:52Ich möchte Ihnen trotzdem danken.
35:54DafĂŒr, dass Sie sich beim Chefarzt fĂŒr mich eingesetzt haben.
35:57Hat er das gesagt?
35:58Ja.
35:59Wieso stimmt das denn nicht?
36:00Doch, aber ich dachte, er verkauft es als seine eigene Idee.
36:04Ja, ich habe ihn auch ein bisschen unterschÀtzt.
36:06Nein, es war eine sehr angenehme Zusammenarbeit mit Ihnen.
36:09Vielen Dank.
36:10Jederzeit wieder.
36:11Auch wenn ich mir meinen Abend ein bisschen anders vorgestellt habe.
36:14Ach so?
36:15Das tut mir leid.
36:16Das muss es nicht.
36:17Ist vielleicht ganz gut so.
36:23Ist die OP vorbei?
36:25Ja.
36:26Mit Lilly alles in Ordnung?
36:28Der Eingriff ist perfekt verlaufen.
36:29Lilly's Herz schlÀgt wieder vollkommen neu.
36:31Ach, danke.
36:32Ich weiĂ gar nicht, wie ich Ihnen danken soll.
36:33Es gab allerdings schwere Komplikationen bei Ihrer Frau.
36:36Wir mussten Sie auf die Intensivstation verlegen.
36:38Was?
36:39Bei so einem Eingriff wird routinemĂ€Ăig ein Antibiotikum verabreicht,
36:43damit es nicht zu einer Infektion kommt.
36:45Und auf dieses Antibiotikum hat Ihre Frau allergisch reagiert.
36:47Ihre Luftröhre ist zugeschwollen.
36:49Aber jetzt geht es ihr gut, oder?
36:51Ich meine, wann willst du denn wieder aufwachen?
36:52Das kann ich zum jetzigen Zeitpunkt nicht sagen.
36:54Der Zustand muss sich erst stabilisieren.
36:56Was heiĂt das?
36:57Wir mĂŒssen abwarten.
36:58Aber Sie wollen nicht sagen, dass sie nicht wieder aufwacht
37:01oder bleibende SchÀden hat?
37:03Da wir so schnell auf die Komplikationen reagieren konnten,
37:05bin ich zuversichtlich.
37:24Die ganze Geschichte hat Sie enorm belastet.
37:26Sie waren beide in den letzten Jahren einem enormen emotionalen Stress ausgesetzt.
37:31Weil wir geglaubt haben, dass uns ein Kind noch glĂŒcklicher machen könnte.
37:38Aber das GlĂŒck kann man nicht erzwingen.
37:40Das sollte ich als Coach am besten wissen.
37:59Wie geht es denn Ihrer Patientin?
38:02Ganz gut soweit.
38:04Gute Arbeit. Chapeau.
38:06Und GlĂŒckwunsch zu Ihrem ersten herzchirurgischen Eingriff an einem Fötus.
38:10Danke.
38:11Aber richtig freuen kann ich mich erst,
38:13wenn es meiner Patientin wirklich wieder besser geht.
38:15Und jetzt Feierabend?
38:17Ich bleibe noch.
38:18Ich verstehe das.
38:20Trotzdem versuchen Sie sich immer zwischendurch ein paar Minuten hinzulegen.
38:23Sie können ja richtig fĂŒrsorglich sein.
38:25Wieso klingt das bei allen immer so ĂŒberrascht?
38:46Danke.
38:47Es ist ein sehr gutes Zeichen, dass Sie wieder von allein atmet.
38:50Ich kann diese Wartereikamme aushalten.
38:52Dann gehen Sie doch was frĂŒhstĂŒcken, Herr Ose.
38:54Ich lasse Sie rufen, wenn sich was verÀndert.
38:56Ich bringe jetzt eh kein bisschen runter.
38:59Trinken Sie wenigstens einen Kaffee.
39:01Sie mĂŒssen auf Ihre KrĂ€fte achten.
39:03Ja, mache ich. Danke.
39:23Ja?
39:26Hallo.
39:26Ach, hallo.
39:29Ich habe gehört, die OP ist erfolgreich verlaufen.
39:32Ja.
39:33Hast du ein tolles Team hier zusammengestellt?
39:35Wir mĂŒssen heute das Dessert nachholen.
39:39Ich fahre zurĂŒck nach Halle.
39:41Ja, aber Halle liegt doch gleich um die Ecke.
39:44Ich habe da jemanden kennengelernt.
39:48Ja?
39:49Ich weiĂ nicht, was draus wird, aber ich wĂŒrde ihm gerne eine Chance geben.
39:55Verstehe.
39:57Es war schön, dich wiederzusehen, Roland.
40:00Fand ich auch.
40:01Du bist immer noch ein toller Mann.
40:04Und wahrscheinlich werde ich auch immer ein bisschen in dich verliebt sein.
40:13Mach's gut.
40:16Mach's gut.
40:29Guten Morgen.
40:31Morgen.
40:32Guten Morgen, Hans-Peter.
40:32Ich habe ja gestern gar nicht so viel von der Oper erzÀhlt.
40:35Nur, dass es sehr schön war.
40:37Was habt ihr denn eigentlich gesehen?
40:39Wir waren gar nicht in der Oper.
40:41Ach.
40:41Wir waren spÀt dran.
40:42Und Philipp meinte, er kenne eine AbkĂŒrzung.
40:44Und dann standen wir irgendwo nirgendwo mit dem Wagen auf einem Feldweg an der Esel.
40:48Oh, ey.
40:49War trotzdem ganz schön.
40:50Aha.
40:51Der Fluss im Mondschein, Klassik im Radio.
40:54Die VorzĂŒge einer Familienkutsche.
40:57Viel Bewegungsfreiheit.
41:05Da war was.
41:07Da war was.
41:08Silke hat meine Hand gedrĂŒckt.
41:09Silke?
41:10Frau Ozen?
41:11Silke?
41:12Lassen Sie etwas Zeit.
41:14Frau Ozen, können Sie mich hören?
41:17Ja, ich bin hier, mein Schatz.
41:21Hey.
41:21DrĂŒcken Sie bitte einmal fest meine HĂ€nde.
41:27Sehr schön.
41:29Wissen Sie denn auch, wo Sie sind?
41:32Klinik?
41:33Mhm.
41:35Ja, wunderbar.
41:36So weit sieht erstmal alles wieder ganz gut aus.
41:37Ach, du hast uns einen Riesenschrecken eingejagt, du.
41:41Ich lasse Sie beide mal einen Moment allein, ja?
41:43Ja.
41:44Danke.
41:46Was ist denn passiert?
41:48Das erzÀhlt dir Dr. Weber alles spÀter.
41:50Ach, ich bin so froh, dass du wieder bei mir bist.
41:53Ich hatte so Angst, dich zu verlieren.
41:56Wie geht es dem Baby?
41:57Dem Baby geht es gut.
42:01Es tut mir so leid, dass ich nicht gesehen habe, wie es dir geht.
42:05Ich habe vergessen, wie glĂŒcklich ich mit dir bin.
42:08Und was fĂŒr ein Geschenk du fĂŒr mich bist.
42:11Ich liebe dich.
42:14Ich dich auch.
42:17Es geht dir gut.
42:22Ich freue mich so.
42:26Hm.
42:33Hallo.
42:34Hallo.
42:34Morgen.
42:35Nehmt euch fĂŒr heute Abend nichts vor, ihr seid eingeladen.
42:38Aha.
42:39Darf man fragen, wozu?
42:40Ich dachte, wir treffen uns bei mir, ich koche uns was.
42:43Du kochst uns was?
42:45Ja.
42:49Und was ist der Anlass?
42:51Muss es immer einen Anlass geben?
42:53Ich glaube, du hast uns noch nie einfach so spontan zum Essen eingeladen.
42:55Dann wird es ja Zeit.
42:57Wenn man einmal herausgefunden hat, wem man in seinem Leben gerne um sich hat, dann
43:01soll man auch mit diesen Menschen die Zeit verbringen.
43:05Acht Uhr, ihr sorgt fĂŒr die GetrĂ€nke.
43:08Macht das gerade sowas wie eine LiebeserklÀrung?
43:10Ich glaube, er mag uns.
43:14Ich mag ihn auch.
43:17Dann sehen wir uns spÀter.
43:18Ja.
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