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Kurzfilme
Transkript
00:00... am liebsten alles hinwerfen.
00:03Aber Großvater...
00:04Der ist dein Großvater?
00:05Der Gravenberg Senior?
00:07Ja, weißt du, dieser Tag ist sehr wichtig für ihn.
00:09Und es gibt so viel, was ich dir erzähle und dich fragen will.
00:15Ich muss mich drinnen wieder blicken lassen.
00:16Natürlich.
00:19Versprich mir, dass du nicht einfach so wieder davonläufst.
00:22Versprochen.
00:24Naja, wir sehen uns spätestens, wenn ich die Häppchen serviere.
00:36Bis gleich.
00:37Wie ihr.
00:45Dieser Lodge ist doch nur ein Zeitvertreib für dich, Frederik.
00:47Du lebst dein Leben wie ein Playboy, schlürfst den ganzen Tag Cocktails,
00:51übernimmst für nichts und niemanden die Verantwortung.
00:53Du hast es dir in Südafrika doch auch gut gehen lassen.
00:55Bist in der Sonne gelegen und hast die erstbeste Gelegenheit genutzt,
00:58dich an diese Safari-Brau dran zu schmeißen.
01:01Jetzt reicht's, Frederik.
01:03Es ist besser, wenn du gehst.
01:05Habe ich da vielleicht einen wunden Punkt bei dir getroffen?
01:09Schau dich doch mal an, wie du hier lebst.
01:12Lass dich von deiner Mutter und deinem Großvater einspannen.
01:16Eines Tages werden sie dir vorschreiben, welche Frau du zu heiraten hast.
01:20Im Sinne und zum Nutzen der Firma natürlich.
01:22Und du wirst ihnen gehorchen.
01:23Braver Junge.
01:24Gratuliere.
01:25Du bist einfach Mamis Liebling.
01:27Du hast doch keine Ahnung.
01:29Ja, ich bin ein Gravenberg.
01:30Und wenn es um unsere Zukunft geht, wird die Familie bei mir immer Vorrang haben.
01:34Verstehst du?
02:19Julia, hier sind Sie.
02:22Ja, ich dachte, ich hätte da oben noch was gehört.
02:25Sie können doch schon Feierabend machen.
02:27Ich habe gerade mit Tobias gesprochen.
02:28Hilft mir dann beim Ausladen in der Firma.
02:29Danke.
02:31Sollen wir Sie noch mitnehmen?
02:31Sie wollten doch noch zu einer Verabredung.
02:33Das wird nicht nischig sein.
02:34Ich gehe zu Fuß.
02:35Ich brauche etwas frische Luft.
02:36Gut, dann sehen wir uns morgen früh in der Firma.
02:39Dann können wir noch den Rest aufräumen.
02:40Die Küche im Catering sieht aus, als wäre eine Bombe explodiert.
02:43Ich werde pünktlich sein.
02:50Jetzt bist du eindeutig zu weit gegangen, Frederik.
02:52Ach wirklich?
02:53Spiel jetzt bloß nicht den Gekränkten.
02:55Schließlich hast du mich hintergegangen und betrogen.
02:59Vermutlich bist du nur nach Südafrika gekommen, um den Wert der Lodge abzuchecken.
03:04Damit ihr sie möglichst schnell verkaufen könnt.
03:06Das ist doch Unsinn.
03:08Und zum letzten Mal.
03:09Es war nicht meine Entscheidung, dich als Nachfolger von Großvater in der Firma einzusetzen.
03:12Aber du hast es gewusst.
03:14Vor der Feier.
03:15Und bevor es deine Mutter verkündet hat.
03:17Ich habe nicht einmal die Chance gehabt, mich darauf einzustellen.
03:20Meinst du, mir gefällt, was passiert ist?
03:22Egal, wie verbittert du bist, Frederik.
03:24Das gibt dir noch lange nicht das Recht, so über mich zu urteilen.
03:27Und lass Julia aus dem Spiel.
03:29Du musst jetzt nicht den großen Romantiker von mir markieren.
03:32Ich habe jetzt keine Lust mehr, mit dir zu diskutieren, Frederik.
03:35Bitte geh.
03:37Na gut.
03:39Aber das Ganze ist noch nicht ausgestanden.
03:42Ich habe dir vertraut.
03:44Du hast es zerstört.
03:48Hallo?
03:52Küster?
04:01Julia?
04:02Ja, ich bin's. Tobias.
04:05Entschuldige, ich wollte dich nicht stören.
04:10Ein paar Kleinigkeiten vom Buffet in der Villa.
04:13Danke, Tobias.
04:14Das ist aber lieb von dir.
04:16Lass mal sehen.
04:18Muss das nicht in den Kühlschrank?
04:19Ich denke schon.
04:20Hier ist Rostbief, Salat, der Käse.
04:24Komm mal.
04:26So viel?
04:28Die haben wohl auf der Feier nicht sehr viel Hunger gehabt, was?
04:30Ja, wohl eher nicht.
04:32Denen ist der Appetit wohl ziemlich schnell vergangen, würde ich sagen.
04:35Wieso denn das?
04:36Ist was passiert?
04:37Oh Gott, der alte Herr Grafenberg hat hoffentlich nicht wieder einen Zusammenbruch gehabt.
04:41Nein, so schlimm war es nicht.
04:43Es ging darum, wer die Firma leitet, wenn der alte Senior sich zur Ruhe setzt.
04:46Und jeder hat natürlich gedacht, dass sein Enkel Daniel sein Nachfolger wird.
04:50Ja, und?
04:53Ja.
04:54Und dann hat eben Frau Grafenberg ganz überraschend auf der Feier verkündet,
04:58dass ihm Frederik, der zweite Sohn, die Firma übernimmt.
05:02Also, wenn die sich nicht einigen können, dann sollen sie den Job einfach mir geben.
05:06Ich habe sowieso nichts zu tun.
05:10Ja, dann...
05:11Ja, dann gehe ich wohl mal wieder.
05:12Du kannst weiter deine Zeitung lesen.
05:15Was steht denn eigentlich drin?
05:17Bei der ganzen Hektik bin ich noch gar nicht dazugekommen.
05:19einen Blick darauf zu werfen.
05:21Steht hier.
05:23Keine Spur von vermissten Urlaubern.
05:26Zwei Deutsche in der algerischen Wüste verschwunden.
05:28Was es alles gibt, ne?
05:30Das habe ich ja noch gar nicht gesehen.
05:31Wo steht denn das? Zeig mal.
05:33Ja, so interessant ist es auch wieder nicht.
05:36Die Suche nach dem 45-jährigen Mann und seinem 18 Jahre alten Sohn
05:39blieb bisher erfolglos.
05:42Aber die deutsche Botschaft versicherte den Angehörigen...
05:45Ja, ich gehe da mal wieder.
05:46Wie immer, in solchen Fällen, alles menschliche...
05:49Grüß, Julia.
05:50Oh, die verschwinden, in Leder zu viel.
05:52Bis morgen.
05:54Ja, bis morgen.
06:05Eva, hast du zufällig Andreas und seine neue Aushilfe gesehen?
06:11Die sind schon weg.
06:13Weg? Beide?
06:15Haben sie irgendwas gesagt oder eine Nacht hinterlassen?
06:19Ich glaube, Julia, die junge Frau, die ihr heute ausgeholfen hat,
06:24die wollte das Haus so schnell wie möglich verlassen.
06:27Ist ja kein Wunder bei dem, was hier heute los war.
06:31Hat sich dein Onkel etwas beruhigt?
06:33Kann man nicht gerade sagen.
06:37Dein Großvater hat sich ins Arbeitszimmer zurückgezogen.
06:41Er will niemanden sehen.
06:44Nicht einmal dich.
06:45Hm.
06:46Ich mache mir wirklich große Sorgen.
06:49Frederik und Großvater werden sich schon irgendwie wieder zusammenraufen.
06:55Das wird schon wieder, Eva.
06:57Hoffentlich.
07:03Ja, hoffentlich.
07:12Hoffentlich.
07:12Ich bin feige weggelaufen.
07:16Ich habe in den vergangenen Tagen an nichts anderes gedacht als an ihn.
07:19Und jetzt, wo er da ist, laufe ich weg.
07:24Wovor habe ich solche Angst?
07:26Ich habe Angst davor, festzustellen, dass es den Daniel aus Südafrika nicht gibt.
07:31Er hat es ja gerade selber gesagt.
07:33Die Familie wird für ihn immer an erster Stelle stehen.
07:36Und ich gehöre nicht dazu.
07:44Ach, hier bist du.
07:47Ich habe dich schon überall gesucht.
07:49Komm, sei so lieb und hilf mir mit der Flasche.
07:53Na, du bist der allerbeste Laune.
07:54Dazu habe ich auch allen Grund.
07:57Das heißt, wir haben allen Grund dazu.
07:59Das war doch wirklich ein gelungenes Fest.
08:01Wüsst du nicht?
08:03Ach komm, Daniel, sei nicht so ernst.
08:05Du stoß mit mir an.
08:06Ich wüsste nicht, worauf.
08:08Ich habe dir einen Sieg vor die Füße gelegt.
08:10Schon vergessen?
08:12Einen Sieg?
08:17Bist du sicher?
08:20Mutter, manchmal frage ich mich wirklich, für wen du kämpfst.
08:28Daniel, du wirst noch mal froh sein, dass ich auf deiner Seite bin.
08:36Mann, tut das weh.
08:38Ich kann ja die Füße massieren.
08:39Nee, bloß nicht.
08:41Du würdest mich nur wieder kitzeln.
08:42So wie damals in der vierten Klasse.
08:43Weißt du noch?
08:44Das ist schon Ewigkeiten her.
08:47Die Party vom Senior war echt schräg.
08:49Irgendwie habe ich mir das alles ganz anders vorgestellt.
08:51Fand ich auch.
08:52Ich dachte, das wird eine coole Party, bei der alle mit dem Sektglas rumstehen und freundlich tun.
08:56Na ja, war es ja auch.
08:58Bis Frau Grafenberg das mit dem Nachfolger verkündet hat.
09:01Der Senior ist ganz bleich geworden.
09:03Er hat mir richtig leid getan.
09:04Und Daniel auch.
09:05Ja.
09:07Schade um das schöne Fest.
09:08Die hatten sich solche Mühe gegeben mit dem tollen Buffet in diesem riesigen Wohnzimmer.
09:13Mann, hast du den offenen Kamin gesehen?
09:15So einen will ich auch mal haben.
09:17Na ja.
09:20Ich wusste gar nicht, dass du ein Experte für Hummer bist.
09:23Nicht schlecht, Herr Hartl.
09:24Ich muss schon sagen.
09:25Du weißt eben so manches nicht von mir.
09:28Jetzt mal was anderes.
09:29Was machen wir jetzt noch?
09:32Vielleicht ins Gusi gehen oder so?
09:34Ach, da waren wir in letzter Zeit so häufig.
09:36Lass uns doch hierbleiben.
09:37Wir können einen Film schauen.
09:38DVD, das machen wir doch auch andauernd.
09:41Stimmt doch gar nicht.
09:42Wir können uns in neuen Horrorstreifen reinziehen.
09:45Okay, dann DVD.
09:46DVD, aber keinen Horror, den hatten wir heute schon genug.
09:49Bitte, Madame.
09:50Welchen Film wollen Sie denn sehen?
09:52Äh, die kleine Meerjungfrau?
09:54Oh, nee.
09:56Das war ein Scherz, Kolja.
09:58Ach.
10:16Du legst ihm die Firma zu Füßen und er...
10:19Das war wohl das kürzeste Dankeschön der Weltgeschichte.
10:24Treib es nicht zu weit, Annabelle.
10:25Ist ja schon gut, ich sag nichts mehr.
10:28Das wird auch das Beste sein.
10:34Oh, gegen die Stimmung hier ist es in der Antarktis ja direkt kuschelig.
10:39Kein Wunder, dass Onkel Frederik gleich wieder raus ist.
10:41An seiner Stelle würde ich mich auch warm anziehen.
10:43Nicht doch, Patricia.
10:45Dein Großvater schätzt solche Bemerkungen im Moment nicht besonders.
10:49Nicht wahr, Werner?
10:58Willi.
11:00Willi.
11:01Willi.
11:04Verrückt.
11:15Hast du ja eine schöne Gastgeberin heute Abend, hm?
11:18und schläft mittendrin ein.
11:20Das macht nichts.
11:21Ich will sowieso gerade gehen.
11:25Hoffentlich wacht sie mich auf.
11:26Keine Bange, mein Junge.
11:28Wenn Lilly mal schläft, dann kann man sie wegtragen.
11:31Lilly.
11:33Lilly.
11:34Komm schon, Kleines.
11:36Aufwachen.
11:36Du bist ins Bett.
11:38Aber ich schlafe doch schon.
11:39Ja, das kannst du da auch.
11:42Kann ich helfen?
11:43Das schaffe ich schon.
11:54Gute Nacht, Herr Becker.
11:56Bis morgen, Kolja.
11:58Bis morgen.
12:03Du bist ja noch wach.
12:06Julia.
12:07So spät ist es doch noch nicht.
12:10Außerdem habe ich doch den ganzen Tag nichts zu tun.
12:12Warum soll ich da schon schlafen gehen?
12:14Stattdessen liest du die Zeitung?
12:16Ja.
12:17Du, ich muss dir unbedingt was zeigen.
12:20Hier.
12:23Hier, sieh dir das mal an.
12:24Was?
12:25Wetterbericht aus Hongkong?
12:27Nein.
12:29Hier, deswegen bin ich drauf gekommen.
12:31Keine Spur von vermissten Urlaubern.
12:33Zwei Deutsche in der algerischen Wüste verschwunden.
12:35Mama, manchmal glaube ich wirklich.
12:37Nein, nein, du verstehst mich nicht.
12:38Tobias war vorhin hier und er hat mich draufgebracht.
12:41Worauf?
12:41Dass Urlauber sich manchmal verlaufen?
12:43Nein.
12:44Er hat mich draufgebracht, dass in der Zeitung Meldungen über Touristen stehen, die im Ausland
12:48vermisst werden.
12:49Also brauche ich doch nur...
12:50Und jetzt suchst du alle Zeitungen danach ab, ob denn Hermann sich selber in die Wüste
12:53geschickt hat?
12:55Du nimmst mich nicht ernst.
13:00Aber ich habe Angst, Julia.
13:04In Südafrika ist etwas Schreckliches passiert.
13:06Ich bin verantwortlich für den Tod eines Menschen.
13:08Mama, ich verstehe, dass dir das nahe geht, aber in jener Nacht, da haben wir nachgesehen,
13:12da war kein Tot, Hermann, da war kein Blut, da war gar nichts.
13:16Du bist nicht verantwortlich für den Tod eines Menschen, weil es gar keinen Toten gibt.
13:19Jetzt verstehst du das!
13:24Ach, Mama.
13:25Entschuldige.
13:28Ich bin einfach fürchterlich müde, der ganze Tag der Rappenfach.
13:31Schrecklich, ich weiß.
13:33Woher?
13:35Von Tobias.
13:37Er hat uns ein paar ganz leckere Sachen vom Buffet mitgebracht.
13:41Und dann hat er mir das erzählt.
13:44Na, das mit der Nachfolge vom alten Grafenberg.
13:47Ach so, das.
13:49Wie, ach so das? Gab es noch mehr?
13:54Mir ist ein ganzes Tablett voller Champagnergläser runtergefallen.
13:57Vor allen Leuten. Das war sehr peinlich.
14:00Ach, die paar Gläser. Das kann doch jedem passieren.
14:03Das kann sogar dem besten Kellner passieren.
14:05Ich weiß noch, wie ich damals als Stewardess...
14:12Weißt du was?
14:14Ich mache uns jetzt aus den Sachen, die Tobias uns vorbeigebracht hat,
14:17einen super leckeren Mitternachtssnack.
14:19Das bringt dich auf andere Gedanken.
14:23Ich muss mit Daniel reden.
14:25Auch wenn ich nicht weiß, wie.
14:29Ob er auch diese Distanz gespürt hat?
14:31Die Mauer, die plötzlich zwischen uns stand?
14:35Ich werde ihn fragen.
14:37Ich muss.
14:40Morgen.
14:42Morgen ist ein neuer Tag.
14:52Na komm, erzähl schon, was ist los?
14:53Ich weiß nicht, wo ich anfangen soll.
14:55Am besten am Anfang.
14:56Problem Nummer eins.
14:58Ich habe mich mit Frederik zu gestritten.
15:01Es geht um die Nachfolge, wer die Firma übernimmt.
15:05Großvater möchte ihn einsetzen, aber er will nicht.
15:08Es kann nur einen geben.
15:10Ich schlage vor ihr, trage das wie Männer aus.
15:13Wir sollen uns prügeln?
15:14Das wäre eine kurze, knackige Lösung.
15:17Also weiter, Problem Nummer zwei.
15:19Der Wunschbaum.
15:20Und?
15:22Es hat funktioniert. Und jetzt lach nicht.
15:24Mein Wunsch ist in Erfüllung gegangen.
15:25Ich habe Julia wieder getroffen.
15:27Die aus Südafrika und die hast du wieder getroffen.
15:30Hier.
15:30Ich habe es gewusst.
15:32Falkenthal ist der Nabel der Welt.
15:35Jan, es war auf der Feier für meinen Großvater.
15:39Das ganze Haus voller wichtiger Leute.
15:41Mein Onkel, meine Mutter.
15:42Und plötzlich steht Julia vor mir.
15:44Einfach so.
15:45Hast du sie gleich deiner Familie vorgestellt?
15:47War doch eine gute Gelegenheit.
15:48Sie hat Champagner serviert.
15:50Das musst du dir mal vorstellen.
15:52Die Tür geht auf, mein Engel tritt rein,
15:55mit einem Tablet voller Champagner.
15:57Dass du ja hoffentlich gleich abgenommen hast.
15:59Jan, sie war genauso aufgeregt und schockiert wie ich.
16:03Er hat einen Schreck gekriegt und hat das Tablett fallen lassen.
16:06Mit den ganzen Gläser.
16:08Uiuiui.
16:10Wir standen uns gegenüber
16:12und waren uns wieder genauso nahe wie in Südafrika.
16:16Als ob wir uns ein ganzes Leben lang kennen.
16:31Julia, hallo.
16:33Schön, dass Sie schon da sind.
16:34Jetzt reicht die Hölle los wie an jedem Morgen.
16:38Dann wollen alle ganz schnell ihr Frühstück
16:40und natürlich hat jeder noch tausend extra Wünsche.
16:42Manchmal schaffe ich kaum den normalen Ansturm.
16:45Geschweige denn so Aufräumaktionen wie heute.
16:47Das ist überhaupt kein Problem.
16:49Ich habe sowieso ein ganz schlechtes Gewissen wegen gestern.
16:51Haben Sie noch lange fürs Auslagen gebraucht?
16:52Ach, das ging ganz schnell.
16:53Machen Sie sich da mal keine Gedanken.
16:55Sag mal, Andreas,
16:57warum machst du nicht auch mal so ein Buffet für uns hier,
16:59wie gestern?
17:00Jeden Tag Hummer und Krebsschwänze
17:02und gebeizten Lachs?
17:04Ich glaube, das übersteigt dann schon ein bisschen mein Budget.
17:10Kommen Sie, Julia.
17:11Ich zeige Ihnen die Küche.
17:12Okay.
17:16So früh schon auf den Weinbruch fahren?
17:20Willst du nicht noch ein bisschen ausruhen?
17:23Wie kann ich mich zurücklehnen
17:25und so tun, als wäre nichts,
17:26wenn alles um mich herum zusammenbricht?
17:30Übertreibst du nicht ein bisschen?
17:31Zusammenbricht.
17:32Ich mache mir Sorgen.
17:33Jetzt sag nicht, dazu besteht kein Grund.
17:38Frederic
17:39hat seit gestern nicht mit mir gesprochen.
17:42Wundert dich das?
17:45Du entscheidest einfach über seinen Kopf hinweg,
17:47ohne ihn zu fragen,
17:48ob er überhaupt ein Nachfolger werden will.
17:50Du weißt genau, dass ich das so nicht wollte,
17:53aber deine Mutter...
17:53Wie auch immer.
17:54Es ist alles nicht sehr glücklich verlaufen,
17:56aber wie wäre es,
17:57wenn ihr ein bisschen Zeit verstreichen lasst
17:58und versucht einfach in Ruhe noch mal miteinander zu reden?
18:01Wo willst du hin?
18:03In mein Büro.
18:04Was dachtest du denn?
18:06Das kommt nicht in Frage.
18:07Nach der Aufregung gestern bleibst du zu Hause.
18:09Und die Firma?
18:10Wer führt inzwischen die Geschäfte?
18:12Ich...
18:12Großvater.
18:14Ich mache das.
18:17Immerhin hatte ich den besten Lehrmeister,
18:19den man sich wünschen kann.
18:22Es freut mich,
18:24dass du deine Pflichten so ernst nimmst.
18:28Um ehrlich zu sein,
18:29ich habe es von dir auch nicht anders erwartet.
18:55Morgen, Christa.
18:57Ist schon auf?
18:59Wieso wundert dich das?
19:00Ja, früher hast du immer gerne lange geschlafen.
19:02Wann kann ich mich noch gut erinnern?
19:05Ja, aber das ist fast 30 Jahre her.
19:07Wie du siehst, habe ich mich geändert.
19:10Du, ich muss jetzt los in die Stadt.
19:13Einkaufen?
19:14Ich kann dir ja mitbringen, was du brauchst.
19:17Ich wollte eigentlich nur eine Zeitung kaufen.
19:19Ja, wenn das alles ist,
19:20kannst du meine haben, wenn du magst.
19:22Ich schließe sie immer schon vor der Arbeit.
19:23Ist in der Küche.
19:24Danke, das ist lieb von dir.
19:26In der Küche, sagst du?
19:27Ich hoffe nur, dass Nico
19:28sie nicht schon mit Marmelade vollgekleckert hat.
19:30Das macht man nämlich manchmal.
19:32Du, fast hätte ich es vergessen.
19:34In der Ferienwohnung
19:35ist der Wasserhahn an der Spüle defekt.
19:37Ich glaube,
19:37da ist irgendwas mit der Dichtung nicht in Ordnung.
19:39Sag Nico Bescheid.
19:40Er kümmert sich drum.
19:41Mach's gut.
19:57Guten Morgen.
19:59Guten Morgen.
20:00Guten Morgen, Herr Grafenberg.
20:02Wenn Sie sich einen Moment gedulden,
20:03dann macht Ihnen Julia sofort ihren Kaffee.
20:05Es hat keine Eile.
20:06Lassen Sie sich ruhig Zeit.
20:12Wo warst du gestern?
20:14Ich hatte das Gefühl,
20:15dass du ziemlich beschäftigt warst.
20:16Mit wichtigen Dingen.
20:18Dein Großvater, deine Mutter.
20:21Warum hast du nichts gesagt?
20:22Mir nicht mal eine Nachricht hinterlassen.
20:24Herr Grafenberg, gut, dass Sie da sind.
20:27Hier ist schon die Hölle los.
20:29Das sind die Lieferverträge für Saito.
20:31Die müssen Sie sich dringend mal anschauen,
20:33weil die heute eigentlich noch raus müssen.
20:35Ja, ist gut, Silke.
20:36Ich komme sofort.
20:37Lassen Sie uns ins Büro gehen.
20:40Dankeschön.
20:42So ist Daniel also als Chef.
20:46Zuvorkommend und freundlich war ganz anders,
20:49als ich ihn kennengelernt habe.
20:51Ich brauche Daniel gar nicht fragen,
20:53ob er die Distanz zwischen uns spürt.
20:55Es ist unübersehbar.
20:57Er gehört hierher.
21:05Guten Morgen, Werner.
21:07Wunderbar, dass du die Arbeit wieder aufnimmst.
21:09Ich hatte nämlich befürchtet,
21:11dass erst mal alles liegen bleiben würde.
21:14Bitte.
21:15Ich kann dich beruhigen, Annabelle.
21:16Die Geschäfte werden weitergeführt, wie bisher.
21:18Du fährst in die Firma?
21:20Nein.
21:21Das ist nicht nötig.
21:23Du solltest über eine Vertretung nachdenken.
21:25Das brauche ich gar nicht.
21:26Daniel ist diese Vertretung.
21:28Er wird bis auf Weiteres an meine Stelle treten.
21:31Du ahnst gar nicht, wie mich das beruhigt.
21:34Wir sollten nämlich unseren Geschäftspartnern
21:36gegenüber Kontinuität beweisen.
21:39Wie schön, dass wir uns einig sind.
21:41Du kannst die Papiere Daniel übergeben,
21:43er wird sich drum kümmern.
21:46Das ist alles, Annabelle.
21:48Ach, Annabelle.
21:51Der Vertreter in der Geschäftsleitung
21:53ist Daniel, nicht du.
21:55Dein Revier
21:56ist die Marketingabteilung
21:59und sonst nichts weiter.
22:02Selbstverständlich.
22:20Du hast schon geparkt?
22:23Du verschwendest wirklich keine Zeit.
22:25Mir reicht's.
22:26Ich fliege und zwar heute Abend.
22:28Hast du mein Handy gesehen?
22:29Ich brauch die Nummer von der Fluggesellschaft.
22:31Sag bloß, es gefällt dir nicht bei uns.
22:32Wie undankbar.
22:33Wo doch alle so nett zu mir sind.
22:35Du machst es dir aber auch wirklich schwer.
22:37Findest du?
22:38Dann erklär mir mal, wie mir das gefallen soll.
22:41Ohne mit mir zu reden,
22:42wird einfach über mein Leben entschieden.
22:43Hey, es gibt Schlimmeres,
22:44als zum Chef einer Firma ernannt zu werden.
22:47Darum geht es nicht.
22:48Es geht...
22:48Was rede ich denn?
22:49Hat doch eigentlich keinen Zweck.
22:50Also,
22:51ich an deiner Stelle
22:52würde mir da was einfallen lassen.
22:55Zum Beispiel...
22:55Zum Beispiel, wie ich gewissen Leuten
22:57ganz einfach den Hals umdrehe.
22:58Wenn du eine Liste machst,
22:59ruf mich an.
23:00Ich hätte da auch noch ein paar Namen.
23:02Aber das meine ich nicht.
23:05Sondern?
23:07Warum machst du nicht einfach beides?
23:09Führst in Südafrika die Lodge
23:10und in Falkental die Porzellanmanufaktur.
23:12Ist doch ganz einfach.
23:13Du fliegst,
23:15sagen wir mal,
23:15einmal im Monat
23:16von Südafrika hierher,
23:17bleibst ein paar Tage
23:18und kehrst dann
23:20zurück in deine geliebte Lodge.
23:22Ganz egal,
23:23was du heute Morgen
23:24zum Frühstück gegessen hast,
23:25liebe Nichte.
23:26Lass es in Zukunft weg.
23:28Es bekommt ihr nicht.
23:30Nichts mehr los
23:31mit den Männern
23:32in den besten Jahren.
23:33Einfach keinen Funkenmut mehr
23:35für kreative Lösungen.
23:39Herein.
23:44Dein Kaffee.
23:47Danke.
23:49Früher, warte.
23:52Warum weichst du mir aus?
23:54Was ist los?
23:54Nichts.
23:55Ich muss los.
23:56Warum bist du gestern gegangen?
23:57Wir waren doch verabredet.
24:00Wir waren verabredet,
24:01aber es kam was dazwischen.
24:02Und das konntest du mir nicht sagen?
24:04Das konnte ich dir nicht sagen.
24:07Julia!
24:10Ich habe was mit angehört.
24:12Ich wollte euch nicht belauschen,
24:13aber ich habe gehört,
24:13wie du dich mit deinem Onkel gestritten hast.
24:15Du hast gehört,
24:16was wir gesagt haben?
24:17Ja.
24:18Was?
24:19Was hast du gehört?
24:20Daniel, das spielt doch
24:21überhaupt keine Rolle.
24:24Südafrika war wunderschön.
24:28Aber das hier,
24:29deine Familie,
24:30die Firma,
24:30die Villa,
24:31dein ganzes Leben
24:32ist für mich völlig fremd.
24:33Völlig anders.
24:34Verstehst du?
24:36Wenn ich ehrlich bin,
24:37nein.
24:38Vielleicht haben wir uns in Südafrika
24:39an dem einen Tag
24:41was vorgemacht.
24:42Vielleicht war es nicht mehr
24:43als ein schöner Traum.
24:46Vielleicht hat dein Onkel recht
24:47und es war nicht mehr als
24:49eine Urlaubsbekanntschaft.
24:53Julia, warte.
24:57Vielleicht können wir unseren Traum
24:59doch noch Wirklichkeit werden lassen.
25:03Vielleicht,
25:06vielleicht müssen wir uns
25:07einfach nur neu kennenlernen.
25:12Daniel,
25:15ich fürchte,
25:16das kann ich nicht.
25:18Nicht einfach so.
25:20dazu bist du viel zu sehr
25:22an deiner Welt verwurzelt.
25:35Möhren, Sellerie, Zwiebeln.
25:37Mann, so langsam kriege ich Hunger,
25:38wenn ich das noch länger mahlen muss.
25:41Wie läuft es mit deiner Terrine?
25:43Ich weiß nicht.
25:45Der Deckel passt irgendwie
25:46noch nicht so richtig.
25:48Mann, bin ich müde.
25:50Aber war es doch gar nicht
25:51so spät gestern.
25:53Sag mal, hast du mich gestern
25:55ins Bett gebracht?
25:56Nein, das war ich nicht.
25:57Keine Sorge.
25:58Wieso denn Sorge?
25:59Wäre dir das etwa peinlich?
26:01Ich meine, so oft wie wir schon
26:02in einem Bett geschlafen haben.
26:05Lele, da waren wir acht
26:06und so oft war es auch nicht.
26:11Hey, das wäre dir ja echt peinlich.
26:14Julia, wir sind Freunde.
26:15Auch noch in hundert Jahren,
26:17das wird sich nie ändern.
26:24Na, was ist denn los?
26:26Hatte der Juniorchef schlechte Laune?
26:28Nein, der Chef.
26:29Es geht ihm gut, glaube ich.
26:32Hätte mich auch sehr gewundert.
26:33Ist nämlich ein netter Kerl.
26:34Wer?
26:36Ja, der Juniorchef, Daniel Grafenberg.
26:39Eigentlich ein Wunder,
26:40dass sich bislang noch keine geschnappt hat.
26:43Ich hatte den Eindruck,
26:44Silke sei mächtig interessiert.
26:46Ja, unsere Silke.
26:48Die wirft sich mächtig ins Zeugs.
26:50Zu mächtig, wenn Sie mich fragen.
26:51Es könnte schnell schief gehen.
26:55Na ja, die Grafenberg würde
26:59die kleine auseinandernehmen,
27:00fürchte ich.
27:00Eine unstandesgemäße Beziehung
27:02würde die niemals dulden,
27:03damit ich mir sicher bin.
27:04Hatte der Sohn nicht auch
27:05ein Wörtchen mitzureden?
27:08Kann sein.
27:09Vielleicht kommt ja auch alles ganz anders,
27:10wenn er sich nur endlich mal verlieben würde.
27:13Glauben Sie an die große Liebe, Andreas?
27:16Unbedingt.
27:17Und wenn sie mir eines Tages begegnet,
27:19dann...
27:20Dann?
27:20...werde ich sie hoffentlich erkennen
27:21und dann werde ich sie festhalten
27:23und nie wieder loslassen.
27:24Komme, was da wolle.
27:26Sie sind ganz schön romantisch.
27:29Ich bin Koch.
27:30Das lernt man bei uns
27:31im ersten Lehrjahr.
27:35Wenn wir schon dabei sind.
27:37Ich finde,
27:37es hat gestern ziemlich gut
27:38mit uns beiden geklappt.
27:40Gestern Abend beim Fest, meine ich.
27:41Danke, Andreas.
27:42Finde ich auch.
27:43Es liegt aber an Ihnen.
27:44Sie machen es einem leicht,
27:45sich zurechtzufinden.
27:47So viel Lob.
27:49Komm, Sie lassen Sie uns lieber
27:50den Salat in den Kühlschrank stellen,
27:51bevor alles weg geht.
28:00Darf ich stören, Herr Grafenberg?
28:02Komische Frage, Silke.
28:03Sie haben es ja bereits getan.
28:04Es ist wichtig.
28:07Wenn Sie vor einem stehen, Silke,
28:08es ist immer wichtig.
28:09Also bitte,
28:09wo geht die Welt unter?
28:11Es geht um die Karten.
28:13Die Karten?
28:15Geht es ein bisschen genauer?
28:16Die Glückwunschkarten
28:18für Ihren Großvater,
28:20Herr Grafenberg.
28:21Sie liegen immer noch alle da
28:22und ich wollte wissen,
28:24ob ich Sie einpacken soll,
28:25damit Sie sie mitnehmen
28:26und weil Ihr Großvater
28:28hat es noch nicht gesehen
28:30wegen seines Zusammenbruchs.
28:31Silke.
28:36Es tut mir leid.
28:37Ich wollte Sie,
28:38ich wollte Sie nicht anfahren.
28:41Wir sind alle im Moment etwas...
28:45etwas angespannt.
28:47Ich hoffe, Sie können das verstehen.
28:49Verstehe ich.
28:50Kein Problem.
28:51Ich kümmere mich um die Karten später.
29:03Verdammt noch mal,
29:04das will irgendwie nicht so richtig.
29:07Sieht doch irgendwie komisch aus.
29:10Fertig.
29:11Ist mir ja wirklich eine große Hilfe.
29:18Vermutlich müssen wir sowieso
29:19alle bald ganz andere Muster entwerfen.
29:22Elefanten und Zebras
29:23statt Obst und Gemüse.
29:25Zebras?
29:27Na, wenn Frederik Grafenberg Chef wird?
29:29Der lebt doch in Südafrika.
29:31Hm, kann schon sein.
29:33Naja, wäre vielleicht mal was anderes.
29:35Vielleicht bringt dieser Frederik ja
29:37frischen Wind in die Firma.
29:38Ja, ich weiß nicht so richtig.
29:40Ich bin eigentlich ganz zufrieden
29:41mit dem jetzigen Chef.
29:43Wer weiß, wie es mit dem Neuen sein wird.
29:46Keu, er muss dir echt keine Sorgen machen.
29:47Du bist wirklich gut.
29:48Du bist ständig nur gelobt
29:50für deine Entwürfe.
29:51Wieso sollte der neue Chef das anders?
29:53Was sollte der neue Chef?
29:54Äh, nichts.
29:56Wir haben uns nur darüber unterhalten,
29:57wie das jetzt so wird,
29:58wenn der alte Herr Grafenberg
29:59sich zurückzieht.
30:02Das ist wirklich reizend,
30:03dass ihr euch so viele Gedanken
30:04um den Chefposten macht.
30:05Aber wenn ich euch daran erinnern darf,
30:07ihr seid hier Auszubildende.
30:09Und der einzige Chef,
30:10um den ihr euch Gedanken machen müsst,
30:11das bin ich.
30:13Ich leite hier die Designabteilung.
30:17Sind eigentlich die Musterproben
30:19fürs neue Landhausdekor schon fertig?
30:21Tauert nicht mehr lang.
30:29Hier für dich.
30:30Blumen zum Abschied,
30:31das wäre aber nicht nötig gewesen, Schwägerin.
30:33Ich weiß.
30:34Deswegen überreiche ich dir auch nur
30:35den Flugplan,
30:36den ich für dich ausgedruckt habe.
30:37Wenn du dich beeilst,
30:39schaffst du noch die Abendmaschine.
30:40Und hier, dein Handy.
30:42Das hast du im Arbeitszimmer liegen gelassen.
30:45Die Abendmaschine ist voll.
30:46Ich fliege morgen.
30:48Reizen, wie du dich um mich kümmerst?
30:50Aber gern.
30:54Das Alte geht,
30:55das Neue kommen.
30:57Du vergeudest wirklich keine Zeit.
31:00Zeit verschwenden ist ein Luxus,
31:02den ich mir nicht leiste.
31:03Messer, scharf wie immer.
31:05Ich glaube,
31:06ich werde deine spitze Zunge vermissen,
31:08Annabelle.
31:08Ich werde Tobias anweisen,
31:10dass er dich rechtzeitig zum Flughafen bringt.
31:13Ich hätte wissen müssen,
31:15dass ich mich auf dich verlassen kann.
31:17In jeder Hinsicht.
31:19Übrigens,
31:20was du auf der Feier gemacht hast,
31:23Respekt.
31:24Es freut mich,
31:25dass du anerkennst,
31:26was ich für dich getan habe.
31:28Für mich getan?
31:30Aber sicher.
31:31Du wolltest doch so schnell wie möglich
31:33zurück zu deiner Lodge.
31:35Und ich wollte,
31:36dass Daniel die Geschäfte führt.
31:38Was er im Moment übrigens tut.
31:40Wir haben beide,
31:41was wir wollen.
31:41Das stimmt.
31:43Ich wollte so schnell wie möglich
31:44zurück nach Südafrika.
31:46Aber ich wollte nicht im Streit
31:47mit der ganzen Familie.
31:48Ich wollte nicht,
31:49dass ich...
32:00Hallo, Christa.
32:01Hallo, Nico.
32:01Papa meint,
32:02hier gibt's Probleme
32:03mit dem Wasserhahn.
32:04Gut, dass du kommst.
32:05Sag mal,
32:05kannst du das reparieren?
32:07Klar kann ich.
32:08Jetzt schließe ich meinen Job.
32:10Bei den Grafenbergs
32:10kümmere ich mich auch um alles.
32:12Hast du mal was zum Drunterlegen?
32:14Eine alte Zeitung oder so?
32:16Moment mal,
32:17da...
32:18Da liegt doch einer.
32:19Nein, nein.
32:19Die nicht.
32:21Mit der bin ich noch nicht fertig.
32:23Du,
32:24nimm doch einfach das Handtuch.
32:28Du bist wie Papa.
32:30Wieso?
32:31Der kann auch keine Zeitung wegschmeißen.
32:33Der sammelt die immer so lange,
32:34bis nichts mehr geht.
32:36Wirklich?
32:37Mhm.
32:38Könnte ich mir da mal
32:39ein paar von ausleihen?
32:40Halt die Zeitungen.
32:42Warum nicht?
32:44Ich hab doch sonst nichts zu tun
32:45und da kann ich mich doch
32:46in aller Ruhe damit beschäftigen,
32:48was so in der Welt passiert ist.
32:50Meinetwegen.
32:50Papa hat bestimmt nichts dagegen.
32:52Im Schuppen liegt schon wieder
32:53ein Riesenstapel.
32:57Ich treffe sie!
32:58Um Himmels Willen,
33:00was ist denn passiert?
33:00Annabelle treibt mich zur Weißglut.
33:02Erst,
33:02dass sie auf der Feier
33:03diese Bombe platzen
33:04und dann erwartet sie von mir,
33:05dass ich mich bei ihr
33:06auch noch dafür bedanke.
33:08Setzen Sie sich erst einmal.
33:10Ich mach Ihnen was zu trinken.
33:15Sie wissen doch,
33:16wie sie ist.
33:17Sie hat gern die Kontrolle
33:18über die Dinge.
33:20Und außerdem...
33:21Und außerdem...
33:22Sagen Sie jetzt nur nicht,
33:23dass ich an einem schuld bin.
33:24Nein, natürlich nicht.
33:27Aber Annabelles Worte
33:28können Sie nur deshalb so treffen,
33:30weil sie den Finger
33:31an die Wunde legt.
33:33Was meinen Sie denn damit?
33:39Annabelle hat sie nicht
33:39zum Nachfolger erklärt,
33:41sondern ihr Vater selbst.
33:42Das macht ihr Verhalten
33:43um keinen Deut besser.
33:44Ich verstehe nicht,
33:45warum Sie versuchen,
33:46sie zu verteidigen.
33:46Das tue ich ja nicht.
33:48Ich sage nur,
33:49sie hat auch ihre Gründe.
33:51Annabelle ist nicht das Problem.
33:53Was ist denn das Problem?
33:56Sie.
33:59Sie müssen miteinander reden.
34:01Sie und ihr Vater.
34:03In Ruhe
34:04und ohne Vorwürfe.
34:07Ihr Streit dauert
34:08schon viel zu lange.
34:12Sie meinen, Annabelle
34:13nutzt auf raffinierte Weise
34:15unsere Schwächen.
34:29Daniel,
34:30bist du gerade
34:30in einer Besprechung?
34:31Nein,
34:32ich mache gerade
34:32den Auftrag für Saito fertig.
34:34Was gibt es denn?
34:35Frederic reist morgen früh ab,
34:37ohne sich mit deinem
34:38Großvater versöhnt zu haben.
34:40Mutter, bitte verschone mich.
34:41Ich kann das nicht
34:42bis heute Abend warten.
34:43Nein, das kann es nicht.
34:44Du musst jetzt handeln, Daniel.
34:45Du musst Tatsachen schaffen.
34:48Was soll ich tun?
34:49Soll ich Frederic seine Koffer
34:49zum Flughafen tragen?
34:50Du musst dich unseren Mitarbeitern
34:52als Nachfolger
34:53deines Großvaters präsentieren.
34:55Das erwartet man jetzt von dir.
34:57Ich muss was?
34:58Nur eine kleine Rede,
34:59nichts Großartiges.
35:01Mutter, Mutter, bitte.
35:02Mutter, es reicht mir jetzt.
35:04Ich verstehe gar nicht,
35:05dass du dich so aufregst.
35:06So eine kleine Rede
35:07ist doch schnell gehalten.
35:08Und dann gehen die Geschäfte
35:10ganz normal weiter.
35:11Nach dem gestrigen Tag
35:13sollten unsere Geschäftspartner
35:14und unsere Angestellten
35:16informiert werden,
35:17dass Frederic
35:17den Chefsessel ausschlägt.
35:19Mutter, ich werde überhaupt
35:20keine Rede halten.
35:21Vor niemandem.
35:22Und jetzt hör bitte auf damit.
35:24Wie redest du eigentlich mit mir?
35:26So kenne ich dich ja gar nicht.
35:28Ich weiß.
35:29Aber ich habe im Moment
35:30einfach das Gefühl,
35:30dass du mir sonst
35:31überhaupt nicht mehr zuhörst.
35:32Natürlich höre ich dir zu.
35:35Und ich weiß,
35:35was dich bewegt.
35:37Ich kenne deine Wünsche und Ziele.
35:39Ach ja?
35:40Deswegen kämpfe ich ja
35:41so sehr für dich.
35:42Dass du endlich die Position bekommst,
35:43die dir zusteht.
35:45Und du meinst,
35:46das ist alles,
35:47was ich mir wünsche?
35:48Natürlich.
35:49Ich komme jetzt gleich ins Büro
35:51und dann reden wir mal weiter.
35:52Ja, wie du meinst, Mutter.
35:54Bis gleich.
36:01Die Limonade ist so gut wie früher, Eva.
36:03Ist doch das gleiche Rezept.
36:07Ich bin manchmal schon
36:08ein richtiger Trottel.
36:10Manchmal ja.
36:11Und ein Sturkopf.
36:13Genau wie der Vater.
36:16Wie haben Sie das eigentlich
36:17alle Jahre mit uns ausgehalten?
36:18Ich habe so meine Tricks
36:20und die Limonade.
36:22ganz schön schlau.
36:25Im Grunde
36:25ist alles ganz einfach.
36:28Ach ja?
36:29Sie wollen nicht bleiben
36:30um keinen Preis.
36:32Stimmt's?
36:34Ich hätte erst gar nicht kommen sollen.
36:38Aber
36:38mein Flieger geht morgen.
36:40Und ehrlich gesagt,
36:41die Vorstellung,
36:42mit Annabelle noch länger
36:43unter einem Dach zu leben,
36:44ist bei Gott nicht verlockend.
36:46Morgen schon.
36:49Ich sag's noch einmal.
36:50Wollen Sie nicht doch
36:51mit Ihrem Vater reden,
36:53bevor Sie abreisen?
36:55Wüsste nicht worüber.
36:59Frederik,
37:00er liebt Sie.
37:02Er liebt mich nicht.
37:03Er erdrückt mich.
37:05Er hat sich so
37:06über Ihren Besuch gefreut.
37:08Und sein Zusammenbruch
37:09hat nicht nur uns allen
37:10einen Schrecken eingejagt,
37:12sondern auch ihm.
37:13Haben Sie das nicht gemerkt?
37:15Soll ich aus Mitleid bleiben?
37:17Frederik,
37:18jetzt reicht's aber.
37:19Ihr Vater ist doch kein Tyrann.
37:22Und wieso entscheidet er dann
37:23über meinen Kopf hinweg,
37:24über mein Leben?
37:27Nein, Eva.
37:30Ich fliege.
37:31Morgen.
37:33Tun Sie,
37:33was Sie für das Richtige halten.
37:35Ich wünsche Ihnen nur,
37:37dass Sie es später nicht bereuen.
37:42Ja, bitte.
37:47Ich wollte mich nur verabschieden.
37:50Du gehst schon?
37:51Mein Job hier ist zu Ende.
37:54Ach so.
37:56Ja, dann.
37:58Vielleicht können wir uns ja mal sehen.
38:01Vielleicht nicht.
38:04Wir könnten...
38:06Ja?
38:07... uns ja einfach mal...
38:09... so treffen.
38:11Ich muss los.
38:12... aber...
38:16Daniel, lass es gut sein.
38:20Wenn du das sagst.
38:22Du hast dein Leben und ich hab meins.
38:25Ich muss jetzt in die Zukunft blicken.
38:28Für mich heißt das,
38:29einen neuen Job suchen
38:30für einen neuen Anfang.
38:31... irgendwie...
38:35... irgendwie...
38:37Ich verstehe.
38:39... du hast es schon gepackt?
39:03Ja.
39:05Ich fliege morgen.
39:07So war das nicht gedacht,
39:10Frederic.
39:12... dass Annabelle vor allem so vorausgeprescht ist,
39:16das hat uns voreinander so sprachlos gemacht.
39:20Schieb nicht alles auf Annabelle.
39:22Du hast doch entschieden,
39:23dass ich dein Nachfolger werden soll.
39:25Schon.
39:26Aber...
39:27Über meinen Kopf hinweg.
39:28Ohne mir die Chance zu geben,
39:30ein Wort dazu zu sagen.
39:31Du verdrehst die Tatsachen,
39:33Frederic.
39:34Ich habe das anders gedacht.
39:36Das musst du mir glauben.
39:37Muss ich?
39:38Weißt du, was ich glaube?
39:39Ich glaube,
39:40dass du es perfekt inszeniert hast.
39:43Zuerst kommt Daniel zu mir nach Südafrika
39:44und schaut sich die Lodge an.
39:45Jetzt fang doch nicht wieder damit an.
39:47Ich habe nie im Leben daran gedacht,
39:49die Lodge zu verkaufen.
39:51Ich weiß nicht,
39:52wer dir diesen Blödsinn einredet.
39:55Und außerdem achtest du Daniel so wenig?
39:58Glaubst du wirklich ernsthaft,
40:00dass er nur aus dem Grund
40:01nach Südafrika auf die Lodge gekommen ist?
40:04Er hat von meinen Plänen überhaupt nichts gewusst,
40:06als er auf der Lodge war.
40:09Das sagst du jetzt.
40:15Und überhaupt,
40:17bist du wirklich der Meinung,
40:18dass ich mir unter allen Menschen
40:20auf dieser Welt ausgerechnet Annabelle aussuche,
40:23um diese Neuigkeit zu verkünden?
40:26Ausgerechnet Annabelle?
40:27Das ist doch absurd!
40:34Frederic,
40:36wir haben schon
40:37oft miteinander gekämpft
40:41und standen uns Auge in Auge gegenüber
40:46und haben uns immer wieder gut verstanden.
40:52Fast immer.
41:05Du hast ja unsere alten Fotos reimen lassen.
41:08Ja.
41:09Schon vor einem Jahr.
41:12Tja.
41:13Das war's?
41:14Das war's.
41:17Julia, es hat mich sehr gefreut.
41:18Das meine ich ganz ernst.
41:19Mich auch.
41:20Es hat großen Spaß gemacht,
41:21mit Ihnen zu arbeiten.
41:22Vielen Dank für alles.
41:23Nein,
41:24ich hab zu danken.
41:25Haben Sie denn schon was Neues?
41:27Nein, leider nicht.
41:28Aber es wird sich bestimmt irgendwas finden.
41:32Julia,
41:33einen Moment.
41:33Ich glaube,
41:34ich hab da eine Idee.
41:35Herr Grafenberg!
41:39Wie Sie wissen,
41:40so riecht ja schon länger
41:41eine Aushilfskraft
41:43hier fürs Catering.
41:44So kann das ja nicht weitergehen.
41:46Ich glaube,
41:46ich hab da jemanden gefunden.
41:48Vorausgesetzt,
41:50hätten Sie was dagegen,
41:50wenn wir Julia
41:51als neue Cateringassistentin einsetzen.
41:57Ich
41:58hab einen Job.
41:59Scherben bringen offenbar doch Glück.
42:01Das nenne ich eine rasante Karriere.
42:03Von der Aushilfskellnerin
42:05zur Küchenhilfe.
42:06Solange Daniel bei mir ist,
42:08kann mir nichts passieren.
42:09Der beschützt mich sogar vor seiner Mutter.
42:11Die haben normalerweise
42:12ein total inniges Verhältnis,
42:13wissen Sie?
42:14Verstehe.
42:15Was soll denn das?
42:16Merken Sie denn nicht,
42:17dass Sie stören?
42:18Warten Sie gefälligst draußen,
42:20bis man Sie ruft.
42:23Bis zum nächsten Mal.
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