- vor 3 Wochen
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00:24Love Is Enough
00:47Hallo. Versuch's lieber mal mit Pilates.
00:53Quatsch. Ich brÀuchte einfach mal wieder ein richtiges Bett.
00:57Verstehe. Ars ist immer noch sauer.
01:00Stell dir vor. Kopfweh? Kann man so sagen.
01:04Ja, so ein Schlag auf den Hinterkopf. Erhöht das Denkvermögen. Schon klar.
01:09Ich glaube, wenn du Ars so ganz nett bittest, dann...
01:12Aber das möchtest du nicht. Verstehe, was ich neckt.
01:19Brentano? Ja, bin schon auf dem Weg.
01:24Oh. Wolltest du zu mir?
01:26Nö.
01:28Ich? Schade.
01:30Geschenk von einer Patientin fĂŒr Dr. Stein. Ich lege sie mir hin.
01:33Ja.
01:40Hallo. Ich bin Dr. Gunzano.
01:42Hallo. Ich kann dir leider nur die Linke geben, weil die tut weh.
01:45Ah. Was ist denn passiert?
01:49Bei einem Stunt gestĂŒrzt. Normalerweise mache ich die nur mal im Schlaf.
01:52Schönes Rat, aber das hat dir eigentlich nichts zu suchen.
01:54Das lasse ich aber nicht aus den Augen.
01:55Tut das weh hier?
01:56Ja.
01:57Na. Und hier?
02:01Das?
02:03Die Hand ist ziemlich sicher gebrochen.
02:05Wie bist du denn gestĂŒrzt? Ist mit dem Kopf alles okay?
02:08Ja. Also ich bin auf meinen HĂ€nden gelandet.
02:10Aha. Kreislauf?
02:12Blutdruck 110 zu 70.86.
02:14Gut. Wenn Sie alle Daten aufgenommen haben, geht er zum Röntgen.
02:18Rechte Hand in zwei Ebenen, bitte.
02:22Wie heiĂt du eigentlich?
02:24Max.
02:26Und weiter?
02:29Wir mĂŒssen schon wissen, mit wem wir es zu tun haben.
02:32Max, cool. Aber können Sie mich nicht auch ohne Chipkarte behandeln?
02:35Was ist denn mit deinen Eltern? Wissen Sie Bescheid?
02:38Die sind im Urlaub. Aber keine Sorge.
02:42Ăhm, ich hab Bargeld.
02:43Oh.
02:45So eine Menge Geld.
02:46Ist nicht geklaut. Keine Angst.
02:48Hat ja auch niemand behauptet.
02:50Ist das ein Problem mit dem Bargeld?
02:52Hm.
02:53Na ja, ganz so einfach ist das nicht.
02:55Okay, dann geh ich irgendwie an.
02:56Nee, nee, nee, nee, nee, nee, nee.
02:57Langsam.
02:58Du hast vermutlich eine Radiusfraktur und die muss verhandelt werden.
03:02Es ist nur unĂŒblich, bei uns direkt zu bezahlen.
03:05Aber ich werde mich drum kĂŒmmern.
03:07Einverstanden?
03:08Mhm.
03:08Gut, dann sehen wir uns nach dem Röntgen.
03:12Danke.
03:14So, dann brauche ich einmal deinen Arm.
03:16Kannst du auch, ich bin ganz vorsichtig.
03:20Es ist doch immer wieder ein groĂes VergnĂŒgen, mit Ihnen am Tisch zu stehen.
03:24Ganz meinerseits.
03:26So gesehen freut es mich natĂŒrlich, dass Sie jetzt ja tĂ€glich in der Klinik sind.
03:30Bedanken Sie sich bei den Ganoven, die meine Praxisausstattung geplĂŒndert und auf dem Flurmarkt von Bukarest verhökert haben.
03:37Ist das der Stand der polizeilichen Ermittlungen?
03:39Nein, nur ein böser Spruch.
03:42Gewöhnen Sie sich lieber nicht daran, mich jetzt öfter zu sehen.
03:47Sobald ich wieder liquide bin, ist fĂŒr mich hier Schicht im Schacht.
03:50Oh, wie schade.
03:51Ja.
03:51Lea?
03:55Ăh, bis spĂ€ter.
03:58Ăh, ja, kennen wir uns.
04:03Du erkennst mich nicht mehr.
04:04Nein.
04:10Oder?
04:16Mutter?
04:19Du bist dich ĂŒberrascht, dass ich hier so flussiere.
04:22Ja, allerdings.
04:26Er hat Zeit auf den Kaffee?
04:28Ăh, ja.
04:31Aber nur kurz.
04:35Bist du jetzt direkt aus den Staaten gekommen?
04:38Ich bin schon seit drei Wochen in Deutschland.
04:40Zu Besuch bei einer Freundin in MĂŒnchen.
04:42Und was willst du trinken?
04:45Einen deutschen Kaffee.
04:54Wie hast du mich eigentlich gefunden?
04:58Ăber das Internet.
04:59Die Webseite der Klinik hat ja auch ein Foto von dir.
05:02Sonst hÀtte ich ja gar nicht gewusst, wie du aussiehst.
05:05Das ist ja eine tolle Karriere hingelegt.
05:08Hast du noch Kontakt zu deinem Vater?
05:10Ach, hör auf.
05:11Das interessiert dich doch gar nicht.
05:12Sag mir lieber, warum du hier bist.
05:15Ich bin inzwischen 70.
05:18Und da wird es langsam Zeit, Tabula-Rasa zu machen.
05:22Dinge zu klÀren.
05:23Gut.
05:24Dann bringen wir es hinter uns.
05:26Weil wie gesagt, ich habe nur wenig Zeit.
05:28Also?
05:29Könnten wir uns nicht abends treffen, wenn dein Dienst zu Ende ist?
05:33Wozu?
05:35Zu reden?
05:36WorĂŒber?
05:39Was passiert ist damals?
05:42Dann kÀme dieses GesprÀch ungefÀhr 30 Jahre zu spÀt.
05:46Ja.
05:47Bitte.
05:48Sag mir, was du zu sagen hast.
05:52Hast du was?
05:54Vergiss es einfach.
05:56Gut.
05:58Dann gehe ich wieder zurĂŒck an die Arbeit.
06:01Papa lebt ĂŒbrigens seit einiger Zeit in einer psychiatrischen Einrichtung.
06:05Ich kann dir die Adresse geben, wenn es dich wirklich interessieren sollte.
06:09Ich kann dir das.
06:45Max? Hier, bitte. Was ist das denn? Sieht ja noch ziemlich frisch aus. Hat das irgendeine
06:54Bedeutung? Ist privat. Ich bin immer so neugierig. Schon okay. Geht gleich weiter, ja? Max,
07:04das ist Dr. Heilmann. Er leitet die Klinik. Hallo. Hallo. Wir haben dein Problem besprochen.
07:10FĂŒr Chefarztbehandlung reicht meine Kohle aber nicht. Das ist jetzt nicht das Thema. Wir
07:14können dich nÀmlich erst behandeln, wenn wir genau wissen, wer du bist. Warum? Bei
07:18MinderjÀhrigen sind wir verpflichtet, die Eltern oder den Vormund zu informieren. Und
07:23wenn ich das nicht will? Dann mĂŒssen wir das Jugendamt benachrichtigen. Max! Max!
07:36Hast du dir wehgetan? Ja. Was war das denn?
07:48Oh, ist schon wieder. Da muss irgendwas mit der Bandscheibe sein. Du hast auch deinen
07:53Pennisball. Was machen wir jetzt? Sie hĂ€tten mich mit dem Jugendamt runter. Danke fĂŒr die
07:57Ăbelierung. KĂŒmmern Sie sich. Wo ist er hin? Könnt ihr hinterher radeln. Das wĂŒrde
08:02ĂŒbel enden. Vielleicht kommt er ja zurĂŒck. Seidrat holen.
08:21Ihre Wiedersehensfreude scheint sicher offenbar an Grenzen zu halten. Wie lange haben Sie Ihre
08:29Mutter nicht gesehen? Wenn die Frage erlaubt ist. Fast 30 Jahre. Oh. Das ist lang. Ja, es kam mir fast
08:39schon
08:39unpassend vor, dass wir uns geduzt haben. Und? Ich meine, sie ist doch hier nicht plötzlich
08:47aufgetaucht, nur um einfach mal Hallo zu sagen. Ich fand, sie sah angegriffen aus. Ganz im Gegensatz zu den Fotos,
08:57die ich
08:57von ihr aus verschiedenen Publikationen kenne. Also die nebenbei bemerkt allesamt brillant waren. Ich meine die Texte.
09:06Sie können sich hier ein Autogramm holen. Wahrscheinlich sitzt sie noch in der Cafeteria. Gute Idee. Danke.
09:16Keine Sorge. Aus dem Alter bin ich raus.
09:23Du brauchst ja ganz schön rein. GroĂer, komm mal langsam. Ich nehm dir doch nichts weg.
09:29Ist das etwa schon die Mama?
09:31Oh, komm.
09:43Hallo.
09:45Ist Lea da?
09:46Nein.
09:47Ich glaube, wir fragen, wer Sie sind.
09:49Ihre Mutter.
09:50Oh.
09:52Ja, dann
09:53kommen Sie doch mal rein.
09:54Und du querst dann Sie, wenn ich fragen, ne?
09:57Je ne der weg. Ich bin Tims Papa.
09:59Dann ist Lea also Mutter.
10:02Ja.
10:04Ich hatte keine Ahnung.
10:06Kommen Sie da erst mal rein.
10:09Ja.
10:18Hey.
10:18Hier versteckst du dich also.
10:21Versteck mich nicht.
10:22Ich sitze nur so und chille.
10:24Oh, schon klar.
10:25Deswegen siehst du auch so entspannt aus.
10:27Schmerzen?
10:28Alles bestens. Danke.
10:29Es war echt ne saublöde Aktion von dir, einfach so abzuhauen.
10:32Und dann auch noch dein geliebtes Rad stehen zu lassen.
10:34Ich wĂ€re geblieben, wenn die dieser Ărzte nicht mit dem blöden Jugendamt angefangen hĂ€tten.
10:37Ja, aber dazu sind Sie nun mal verpflichtet. Das ist Gesetz.
10:40Ach, lass mich einfach mal in Ruhe.
10:46Max, Max, jetzt warte doch mal.
10:49Hey, du musst wieder zurĂŒck in die Klinik.
10:52Ich meine, ich verspreche dir auch, dass da keiner blöde Fragen stellt oder mit dem Jugendamt droht.
10:56Was ist denn?
10:57Was? Was hast du denn? Max? Max? Hallo?
11:06Ach, du bist so sĂŒĂ, mein Kleiner.
11:11So hinreiĂen.
11:12Wo bist du denn?
11:15Du verlÀsst bitte sofort meine Wohnung.
11:20Warum lÀsst du mich hier ins offene Messer laufen?
11:22Du hĂ€ttest mich anrufen mĂŒssen.
11:23Moment mal langsam, meine Mama meinte, dass ihr euch in der Klinik schon begegnet seid.
11:26Da bin ich natĂŒrlich davon ausgegangen, dass du Bescheid weiĂt.
11:28Dann hast du dich ja prima eingeschlichen.
11:30Aber jetzt gehst du bitte. Du hast ja nichts verloren.
11:32Können wir uns nicht in Ruhe unterhalten?
11:36Mein Kleiner ist ĂŒbrigens hinreiĂen.
11:38Raus.
11:40Gib ihn mir mal.
11:42Komm her.
11:43Ja, komm her.
11:45Jetzt hör mal zu.
11:47Wenn ich dich jetzt und hier um Verzeihung bitte, wĂŒrdest du mich dann anhören und mit mir reden?
11:52Nein.
11:54Gut.
11:58Dass du damals einfach so abgehauen bist und mich mit Papa alleingelassen hast, ist unverzeihlich.
12:02Ich dachte, du wÀrst bei ihm besser aufgehoben.
12:05Bei einem psychisch Kranken?
12:06Das wusste ich damals noch nicht.
12:09Raus. Verschwinde.
12:10Ich gehe schon.
12:34Ich gehe schon.
12:35Ich gehe schon.
12:56Ach ĂŒbrigens, du kannst heute auch gerne mal wieder in deinem Bett schlafen, also nur wenn du willst.
13:01Ach, bin ich etwa begnadigt, weil ich was von bösen Buben auf den Kopf bekommen habe?
13:04Nein, ich musste kurzfristig einen Nachtdienst ĂŒbernehmen. Aber deinem Kopf geht es doch besser, oder?
13:09Da brummt noch, aber ja.
13:11Was ist mit den Kindern? Ich habe heute SpÀtdienst.
13:22Ich habe Max hier in der NĂ€he aufgegabelt. Er hatte starke Bauchschmerzen und ist dann einfach umgekippt.
13:26Guter Bauchabwehrspannung. Tachycard bei 120, Blutdruck systolisch bei 100. Er hat 1000 Milliliter Infusion im Schuss und 6 Milligramm Vitalon
13:34bekommen.
13:43Offenbar hat er sich bei seinem verunglĂŒckten Stunt nicht nur die Hand gebrochen, sondern auch innere Verletzungen zugezogen.
13:49Hatten Sie den Eindruck, dass er diese Schmerzen schon hatte, als wir hier mit seiner Hand beschÀftigt waren?
13:54Erst vorhin. Was hat er denn?
13:56Freie FlĂŒssigkeit im Atom. Ich brauche sofort ein CT.
13:59Aber das kostet Ihnen dann doch sicher einen Haufen Geld.
14:01Verbluten ist auch keine Option.
14:04Ja, Brentano hier. Ich brÀuchte das CT. Ist das frei?
14:06Gut, dann bis gleich.
14:24Er schlÀft.
14:27Willst du reden?
14:32Ich weiĂ ja nicht viel ĂŒber deine Mutter und nur, dass sie dich und deinen Vater hat damals sitzen lassen,
14:37um eine Amerika-Karriere zu machen.
14:41Das ist ja auch schon alles.
14:45Ihr habt euch jetzt wie lange nicht gesehen?
14:48Drei Jahrzehnte.
14:51Wie lange?
14:5330 Jahre.
14:57Und nach so langer Zeit taucht sie einfach auf, ohne VorankĂŒndigung.
15:02Sie ist inzwischen 70 und will Bilanz ziehen.
15:05Dinge klÀren.
15:07Damit meinst du wohl dich?
15:09Tja, vermutlich.
15:13WorĂŒber habt ihr eigentlich gesprochen, bevor ich kam?
15:17Nichts Besonderes.
15:18Smalltalk eben.
15:21Ich finde, du hĂ€ttest sie nicht gleich rausschmeiĂen sollen.
15:23Halt dich da bitte raus.
15:25Klar, wie aus allem. Ich bin ja nur der Babysitter.
15:30Gut.
15:31Ich hĂ€tte sie deiner Meinung nach also nicht rausschmeiĂen sollen.
15:34Warum?
15:36Weil sie nach all der Zeit das Recht dazu hat, einfach immer Leben zu platzen?
15:44Weil du in einem GesprĂ€ch mit ihr was ĂŒber dich erfahren hĂ€ttest.
15:48Ich kenne mich ganz gut.
15:54Ich mache uns mal einen Kaffee.
16:00Ja.
16:01Ja.
16:04Eine Milzruptur.
16:06Er muss sofort auf den Tisch.
16:08Ist er soweit stabil?
16:10Ja, auf niedrigem Niveau.
16:12Melden Sie den gleich im OP an.
16:20Max?
16:21Hey, alles gut?
16:25Und?
16:26Wir mĂŒssen operieren.
16:28Aber zerbrechen Sie sich jetzt nicht wieder den Kopf ĂŒber die Kosten.
16:31Nein, es ist nur wegen des Jugendamtes.
16:33Ich habe Max vorhin versprochen,
16:34dass hier nicht gleich wieder Alarm deswegen gemacht wird.
16:36Keine Sorge.
16:37Es handelt sich um einen Notfall.
16:39Da hat die medizinische Versorgung erstmal PrioritÀt.
16:55Und wie lange wird deine Mutter jetzt in Leipzig bleiben?
16:58Keine Ahnung.
16:59Ich weiĂ nicht mal, wo sie hier wohnt.
17:01Ich glaube, in diesem neuen Hotel, neben der Klinik, wenn ich es richtig verstanden habe.
17:06Apropos wohnen.
17:08Die Reuters im dritten Stock, die ziehen aus.
17:11Und?
17:12Soll ich mir die Wohnung mal ansehen?
17:14Dann wĂŒrden wir im gleichen Haus wohnen.
17:15Alles wÀre viel leichter zu organisieren.
17:17Janne, ich halte das fĂŒr keine gute Idee.
17:19Wir hatten doch lang und breit darĂŒber gesprochen.
17:23Naja, ein GesprÀch war das ehrlich gesagt nicht.
17:24Das war eine Ansage.
17:25Respekt hier ist doch einfach.
17:27Ja, es bleibt mir anders ĂŒbrig.
17:31Aber du verstehst schon,
17:32dass ich nur schwer mit unseren merkwĂŒrdigen Beziehungen klarkomme.
17:35Janne, bitte.
17:36Dass ich es immer noch nicht kapiere,
17:37dass wir nicht einfach in der Familie sein können.
17:40Lass es doch gut sein.
17:43Na gut.
17:44Dann bin ich jetzt mal weg.
17:46FĂŒr heute.
17:48Bis morgen.
17:49Wieso bis morgen?
17:50Ich habe doch frei.
17:52Das ist ja schön, dass ich das jetzt auch mal erfahre.
17:54Entschuldige, ich habe es vergessen, dir zu sagen.
17:57Na gut, dann eben nicht.
18:03Bis dann.
18:04Deine Tasche?
18:05Ach, meine Tasche.
18:07TschĂŒss.
18:12TschĂŒss.
18:16TschĂŒss.
18:19TschĂŒss.
18:21TschĂŒss.
18:23TschĂŒss.
18:34Musik
19:10Ich bekomme die Blutung nicht in den Griff.
19:12Klemme.
19:13Die Milztruktur ist ausgedehnter, als nach dem CT zu erwarten war.
19:16Er fÀllt im Druck. Wie lange brauchen Sie noch?
19:18Wir tun, was wir können.
19:19Noch eine.
19:22Noch eine Klemme.
19:25Gut, Blutung steht.
19:26Bauchtuch.
19:28Pinzette.
19:28Druck steigt wieder.
19:31Noch eins.
19:39Sein Kreislauf hat sich ja dann doch erstaunlich schnell stabilisiert.
19:42Wir halten die Siedierung auf jeden Fall ĂŒber Nacht noch aufrecht.
19:45So kann er sich besser erholen.
19:46Lassen Sie nachher noch mal seinen HP kontrollieren.
19:48Der Bentele braucht noch eine Konserve.
19:50Ich hoffe, dass es ihm morgen frĂŒh wieder besser geht.
19:53Dann kĂŒmmern Sie sich bitte um den administrativen Teil.
19:56Ich möchte ungern bei Frau Marquardt wegen der Kosten in ErklÀrungsnot kommen.
19:59Ja, schon klar.
20:01Wahrscheinlich ist alles ganz simpel und der Junge ist einfach nur von zu Hause abgehauen.
20:04Es könnte aber auch heiĂen, dass es dort ein gröĂeres Problem gibt.
20:09Ach, nicht unbedingt.
20:10In dem Alter bin ich auch ab und zu ausgewitzt.
20:13Wegen Lappalien.
20:14Hoffen wir das Beste.
20:15Schönen Feierabend.
20:16Danke.
20:17Ich freue mich schon auf mein richtiges Bett heute.
20:21Wo schlafen Sie denn sonst?
20:25Zuletzt auf der Couch.
20:27Meine Frau sagt, ich schnarche.
20:30Aber heute hat sie ja Nachtdienst.
20:31Dann sollten Sie sich ganz schnell einen guten Heiden-O-Arzt besorgen.
20:58Ich bin jetzt nicht mehr.
20:59Ich bin jetzt nicht mehr.
21:01Ich bin jetzt nicht mehr.
21:33Untertitelung des ZDF, 2020
21:45ZDF, 2020
22:34ZDF, 2020
22:48ZDF, 2020
23:08ZDF, 2020
23:36ZDF, 2020
24:05ZDF, 2020
24:44ZDF, 2020
25:29ZDF, 2020
25:35ZDF, 2020
25:49ZDF, 2020
26:00ZDF, 2020
26:08ZDF, 2020
26:10ZDF, 2020
26:29ZDF, 2020
26:33ZDF, 2020
26:40ZDF, 2020
27:00ZDF, 2020
27:13ZDF, 2020
27:39ZDF, 2020
27:54ZDF, 2020
27:56ZDF, 2020
28:00ZDF, 2020
28:13ZDF, 2020
28:21ZDF, 2020
28:22ZDF, 2020
28:25ZDF, 2020
28:28ZDF, 2020
28:34ZDF, 2020
28:39ZDF, 2021
28:40ZDF, 2020
28:57ZDF, 2020
28:58HeiĂt, dass du bist völlig auf dich allein gestellt?
29:00Ja.
29:01Gehst du denn zur Schule?
29:03Klar. Da fragt niemand, solange ich keinen Stress mache und die Noten stimme.
29:08Ich hab das alles mit Papa besprochen. Auch die ganzen Geldsachen und so.
29:12Warte mal, dein Vater hat dich darin bestÀrkt, das alles ganz allein durchzuziehen?
29:16Papa ist selber in einem Heim aufgewachsen.
29:19Das war richtig beschissen fĂŒr ihn. Das wollte er mir immer ersparen.
29:24Ich hĂ€tte einfach nur noch zwei Jahre durchhalten mĂŒssen.
29:26Dann wÀre ich volljÀhrig und alles kein Problem mehr.
29:28Ja, aber nur wenn nichts passiert.
29:31Okay. Ich hab keinen Bock mehr. Es fĂŒhrt ja auch zu nichts.
29:34Das Ding ist eh durch. Ich sitze hier fest und kann mich nicht wehren.
29:39Abwarten.
29:52Hey. Schon wieder zurĂŒck? Das ging jetzt aber schnell.
29:55Sie musste dringend abreisen.
29:57Das heiĂt, ihr konntet gar nicht richtig reden?
29:59Nein. Aber zumindest hab ich jetzt eine Ahnung, warum sie so aus heiterem Himmel hier aufgetaucht ist.
30:03NĂ€mlich?
30:05Sie ist schwer krank.
30:09Wie krank?
30:11Todkrank.
30:13Was hat sie denn?
30:17Sogenannte Schrumpfnieren.
30:18Die Folge ist ein Totalverlust der Nierenfunktion.
30:20Das lÀsst sich eine Zeit lang mit Medikamenten und Dialyse auffangen, aber nicht ewig.
30:26Sie ist also tatsÀchlich gekommen, sich zu verabschieden?
30:30Oder aber, weil sie mich brauchen kann.
30:32Inwiefern?
30:34Die einzige echte Therapie in so einem Fall ist eine Nierentransplantation.
30:37Doch die Wartelisten sind lang.
30:39Die Alternative wĂ€re eine Lebensspende von einem Verwandten der ersten Grades, weil da die gröĂte Chance auf KompatibilitĂ€t besteht.
30:44Moment mal langsam. Du glaubst also, dass deine...
30:46Ich weiĂ nicht, was ich glauben soll.
30:48Aber wenn es so wÀre, dann...
30:52Komm, lass uns erstmal nach oben gehen, ja?
31:00Das ist doch eine unglaubliche Geschichte, oder?
31:03Vorausgesetzt sie entspricht der Wahrheit.
31:04Also wenn nicht, wÀre Max wirklich ein super Schauspieler und das glaube ich nicht.
31:08Das wirkte alles echt.
31:09Wir verlassen uns auf Ihre Menschenkenntnis.
31:11Also wenn die Geschichte tatsĂ€chlich so stimmt, hat der Junge mein volles MitgefĂŒhl.
31:15Dann sind wir jetzt noch mehr in der Pflichthilfe fĂŒr ihn zu organisieren.
31:19Das sind Sie doch sicher meiner Ansicht, oder?
31:21Ja klar, aber erst mĂŒssen wir ihm die Angst vor dem Jugendamt nehmen, die ihm sein Vater eingeimpft hat.
31:25Haben Sie eine Idee, wie das gehen könnte?
31:28Ich denke schon.
31:29Gut, dann prÀsentieren Sie mir bis zum Feierabend eine praktikable Lösung.
31:33Kriegen Sie das hin?
31:34Auf jeden Fall.
31:39Du glaubst also tatsÀchlich, dass du mit diesem Vorsatz hergekommen hast?
31:43Was denn sonst?
31:48Aber gibt es denn ĂŒberhaupt Sinn?
31:50Ich meine, ĂŒberleg doch mal.
31:53Wenn du vorhin nicht zu ihr gefahren wÀrst, dann wÀre sie abgereist, ohne dass sie noch mal miteinander gesprochen hÀttet.
31:57Dann wĂŒsstest du von gar nichts.
32:00Vielleicht hatte sie gehofft, dass ich ihr um den Hals falle.
32:05Es gibt ja Menschen, die verzeihen können.
32:08Ich kann das nicht.
32:10Was sie ja nicht wissen kann, weil sie mich ja gar nicht kennt.
32:14Aber es dĂŒrfte dir spĂ€testens nach fĂŒnf Minuten klar gewesen sein, wie unpassend und aussichtslos es ist, meine derartige Bitte
32:21an mich zu richten.
32:29Aber ich will jetzt auch nicht mehr darĂŒber reden und dir weiter auf die Nerven gehen.
32:41Tust du nicht und das weiĂt du doch auch.
32:44Ich wĂŒrde jetzt trotzdem gerne allein sein.
32:46Es ist eine gute Idee.
32:47Ich meine, nebenan liegt unser Sohn und schlÀft.
32:50Ja.
32:51Und?
32:57Du brauchst jetzt erstmal ein bisschen Zeit fĂŒr dich, ja?
33:01Ich schaff das schon.
33:13Ja, bitte.
33:16Sie wurde wegen eines Kreislaufkollapses am Flughafen eingeliefert.
33:21Sie war sehr aufgeregt.
33:23Hat etwas zur Beruhigung bekommen und deshalb schlÀft sie jetzt.
33:27Verstehe.
33:28Ja.
33:29Gibt es irgendwelche Vorerkrankungen?
33:33Ich weiĂ nur seit heute, dass sie offenbar an einer Nefrozirrhose leidet und dass sie vor dem Flug zur Dialyse
33:38wollte.
33:41Ihre Laborwerte waren diesbezĂŒglich in Ordnung.
33:45Vielleicht die Belastung der Dialyse.
33:48Oder es war wirklich nur die Aufregung wegen des Wiedersehens.
33:51Vermutlich.
33:54Wollen Sie zu ihr rein?
33:57Nein.
33:59Was soll ich ihr sagen, wenn sie aufwacht und vielleicht nach Ihnen fragt?
34:02Nichts.
34:02Das mache ich dann schon, wenn es soweit ist.
34:04Oder auch nicht.
34:07Empathie klingt anders.
34:09Ich versuche ihr gegenĂŒber nur so gleichgĂŒltig zu sein, wie sie es alle Jahre mir gegenĂŒber war.
34:14Das schaffen Sie aber nicht.
34:16Ich arbeite dran.
34:19Tja, die unaufgelösten Dissonanzen im VerhÀltnis von Charakter und Gesinnung der Eltern
34:27schwingen in dem Wesen des Kindes weiter fort und machen seine innere Leidensgeschichte aus.
34:34Sagt mir ja mal wieder Ihr Lieblingsphilosoph.
34:37Ich kann Nietzsche immer wieder nur empfehlen.
34:40Wobei ich in letzter Zeit auch wieder verstÀrkt Schuppenhauer lese.
34:44Aber Sie mĂŒssen sich den Spruch nicht weiter zu Herzen nehmen.
34:49SchlieĂlich gab es zu Nietzsches Zeiten noch keine Nierentransplantation.
34:53Woher kommen Sie dann darauf?
34:57Als Ihr Vater vor einiger Zeit Ihr Patient war da, haben Sie mir Verschiedenes ĂŒber Ihre Familie erzĂ€hlt.
35:06Insbesondere ĂŒber das schwierige VerhĂ€ltnis zu Ihrer Mutter.
35:09Ja.
35:10Und wenn Sie dann plötzlich nach Jahren hier mit einer Niereninsuffizienz auftaucht,
35:14kann ich mir doch an zwei Fingern abziehen, worum es geht.
35:19Ihr Scharfsinn ist leider bewundernswert.
35:35Und?
35:35Ich komme jetzt gleich, um mich zu verhaften.
35:38Nein.
35:40Wie geht's den Schmerzen?
35:41Ist besser.
35:42Ich habe aber inzwischen das Jugendamt angerufen.
35:45Was?
35:48Ich dachte, du bist auf meiner Seite.
35:50Anonym natĂŒrlich, um mich zu informieren.
35:52Und die sagten, dass in einem Fall wie deinem die Möglichkeit besteht, vor das Familiengericht zu gehen.
35:56So weit war ich auch schon.
35:57Die entscheiden in EinzelfÀllen, Jugendliche ab 16 auch allein wohnen zu lassen.
36:01Das dauert bei dir ja nicht mehr lang.
36:02DafĂŒr brauche ich aber einen Vormund und den habe ich nicht.
36:04Dann wird das Amt dir einstellen.
36:06Und dann setzen wir uns so einen Vollpfosten vor die Nase.
36:08Max, warum denkst du eigentlich die ganze Zeit, dass das Jugendamt dein Feind ist?
36:13Pass auf, ich will jetzt nichts gegen deinen Vater sagen.
36:15WĂŒrde ich dir auch nicht raten.
36:16Der sicher ein cooler Typ war.
36:18Ja.
36:18Und der ganz bestimmt nur das Beste fĂŒr dich wollte.
36:20Klar.
36:21Dann frage ich mich aber, warum er dich offenbar so schlecht beraten hat.
36:25Wie?
36:26Schlecht beraten?
36:27Na, er hat dir doch erklÀrt, dass du das Leben ohne ihn auch alleine hinbekommst.
36:30Ging bisher ja auch ganz gut.
36:32Wenn er meint.
36:42Das wird dir noch eine Weile dauern.
36:44Nein, du kannst nichts tun fĂŒr mich.
36:46Du kĂŒmmerst dich um Tim und das ist doch schon mehr als genug.
36:50Mach's gut, bis spÀter.
36:53Ihre Mutter ist wieder wach.
36:55Es geht ihr soweit gut.
36:56Hat sie nach mir gefragt?
36:58Nein, aber ich habe ihr gesagt, dass sie hier sind.
37:01Und?
37:02Sie will sie nicht sehen.
37:04Ah.
37:06Sie meinte, sie will sie nicht weiter belasten.
37:09Wie rĂŒcksichtsvoll.
37:11Das war eine miese Strategie.
37:13Falls Sie sich gerade als Opfer einer emotionalen Erpressung empfinden, wĂŒrde ich Ihnen einen Vorschlag machen.
37:19Und der wÀre?
37:21Sie machen einen Bluttest, um die KompatibilitÀt zu bestimmen.
37:25Vielleicht kommen Sie als Spender gar nicht in Frage, dann wÀren Sie aus dem Schneider.
37:29Was bilden Sie sich eigentlich ein?
37:31Ich gucke.
37:33Ich gucke.
37:36Ja.
37:36Ja.
37:42Das war ein.
38:06Was ist los?
38:08Der Typ vom Jugendamt, mit dem du gesprochen hast.
38:11Du meinst die Frau?
38:12Ja, dann eben die Frau. Wie war die denn so?
38:15Nett. Vor allem schien sie sehr offen dafĂŒr zu sein, eine gute Lösung zu finden.
38:19Ich bin mir sicher, dass sie in erster Linie darauf achten werden, dass es dir gut geht.
38:23So, trink erst mal was.
38:35Hast du die Nummer noch?
38:37Klar.
38:45Könntest du dann erst mal hierbleiben?
38:47NatĂŒrlich.
38:53Wissen Sie, ob Schwester Mirjam mit dem Jungen weitergekommen ist?
38:56Wir mĂŒssen das Jugendamt heute noch kontaktieren.
38:58Ich bin gerade auf dem Weg. Ich kĂŒmmere mich drum.
38:59Danke.
39:05Also, ich habe gerade noch mal mit Dr. Heilmann gesprochen und wir sollten uns so langsam wieder der Frage zuwenden,
39:10wie wir nun weiterverfahren.
39:14Sie können sich entspannen.
39:16Max hat gerade mit dem Jugendamt telefoniert.
39:18Ich habe mich sozusagen selbst gestellt.
39:20Die schicken gleich eine Mitarbeiterin vorbei, die sich dann auch bei Ihnen und Dr. Heilmann melden wird.
39:25Ah.
39:26Kann ich sonst sowas fĂŒr Sie tun?
39:30GlĂŒckwunsch.
39:32Dann wĂŒnsche ich dir, dass die Dame vom Jugendamt mindestens genauso engagiert ist wie die Schwester Mirjam hier.
39:41Danke.
39:42Ich könnte dich auch gleich adoptieren.
39:44Coole Idee.
39:45Aber jetzt wirst du erst mal gesund, ja.
39:52Gibt's schon was Neues?
39:53Max hat selbst beim Jugendamt angerufen.
39:55Es kommt jemand.
39:57Ach, Ihre Frau. Soll ich mal mit ihr reden, damit sie sie wieder ins Schlafzimmer reinlÀsst?
40:01Nein, danke. Das schaffe ich schon allein.
40:02Viel GlĂŒck.
40:03Hallo.
40:04Tag.
40:04Viel GlĂŒck, wobei.
40:06Bei dir?
40:08Na, dann streng dich an.
40:10Hm.
40:24Hallo.
40:26Hi.
40:27Wie geht's dir?
40:30Ich hab Dr. Kawinski gebeten, dich nicht zu involvieren.
40:33Aber genau deswegen bist du doch hergekommen, oder nicht?
40:36Also hören wir doch auf mit dem Versteckspiel.
40:39Ich weiĂ nicht, was du meinst.
40:40Die Frage beleidigt sowohl deine als auch meine Intelligenz.
40:46Ich, ich, ich versteh dich nicht.
40:50Also gut, lass uns die Sache abkĂŒrzen.
40:53Falls du darauf spekuliert hast, ich wĂŒrde dir angesichts deiner Krankheit helfen.
40:57Und wir wissen beide, worin diese Hilfe bestehen wĂŒrde, dann muss ich dich enttĂ€uschen.
41:03Moment, Moment, du denkst, ich, ich, niemals.
41:11Nein.
41:13Wie könnte ich dich jemals um irgendetwas bitten nach all dem, was gibt es?
41:19Aus reiner Verzweiflung vielleicht?
41:22Ja, ich bin verzweifelt.
41:25Ja, und ich stehe auch in den USA auf der Warteliste fĂŒr eine Transplantation.
41:30Aber wir wissen beide, dass es Jahre dauern kann.
41:33Mein Arzt sagt, ich habe nicht mehr lange Zeit.
41:36Es tut mir leid.
41:37Muss es nicht. Es ist, wie es ist.
41:44Es gibt sicher Menschen, die die GröĂe hĂ€tten, in so einem Moment ĂŒber ihren Schatten zu springen.
41:49Aber ich gehöre nicht dazu.
41:51Muss ich jetzt nicht rechtfertigen.
41:54Ich habe nur eine Bitte an dich.
41:58Ja.
41:59Mach es mit deinem Sohn besser als ich mit dir.
42:04Bitte.
42:18Ich habe das vorhin erfahren mit Ihrer Mutter.
42:21Tut mir leid.
42:23Wenn Sie frei nehmen wollen?
42:24Nein, nein.
42:24Ich bin ja heute ohnehin nicht im Dienst.
42:27In den nÀchsten Tagen?
42:27Nein, nein.
42:28Nein, nein. Das wird nicht nötig sein.
42:29Danke.
42:30Wirklich nicht.
42:32Schönen Abend.
42:37Das war's.
42:44Musik
42:58Untertitelung des ZDF, 2020
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