- vor 2 Tagen
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00:18Liebe ist genug
00:42Trinken Sie drei Schlucke. Halten Sie die Luft an und zÀhlen Sie bis 50.
00:47Wenn ich ohne zu atme, bis auf 50 zÀhlt, wÀhlt mich ganz bestimmt nie wieder einen Schluck auf.
00:52Das ist doch das Ziel, oder nicht?
00:56Guten Tag, Frau Hartenberg. Entschuldigen Sie, dass ich Sie abwarten lassen.
00:59Wenn ich vielleicht vorstellen darf, das ist der Kollege Brenner, der Sie untersuchen wird.
01:03Ich hatte ja angenehme Gesellschaft.
01:05Es war sicher ein Notfall, der Sie aufgehalten hat.
01:08Sozusagen. Meine Mutter wird heute vorzeitig aus der Reha entlassen.
01:11Und nach dem Schlaganfall zieht sie jetzt zu mir und da wollte ich noch einige Dinge vorbereiten.
01:15Entschuldigung.
01:17Ja, Frau Hartenberg, Sie sind hier, um sich Ihre Nierensteine entfernen zu lassen.
01:21Ja, mein Hausarzt meinte, das ginge mit StoĂwellen.
01:23Ja, das werden wir mit einer Untersuchung feststellen, ob das geht.
01:26Das scheint aber ein hartnÀckiger Schluck auf zu sein.
01:29Seit acht Tagen.
01:31Er trÀgt mich noch in den Wahnsinn.
01:33Also wir machen jetzt erstmal einen Ultraschall und auf Ihren Schluck auf behalten wir ein Auge.
01:37Ich lasse Sie dann mal allein.
01:39Legen Sie sich bitte hin.
01:46Ganz ruhig, ganz ruhig.
01:47Es wird sofort besser.
01:49Versprochen.
01:50Durch die Nase einatmen, atmen.
01:53Durch den Mund wieder aus.
01:55So ist gut, so ist gut.
01:56Ein- und ausatmen.
01:58Durch die Nase ein, durch den Mund aus.
02:01Durch die Nase ein, durch den Mund wieder aus.
02:06Das macht das sehr gut.
02:07Nochmal.
02:09Ruhig atmen.
02:12Ganz bewusst.
02:15Werde ich hier zersticken?
02:17Nein, Nick.
02:18Du hattest eine Panikattacke mit Herzrasen und Atemnot.
02:21Das fĂŒhlt sich ums bedrohlich an, ist es aber nicht.
02:26Aber.
02:29Meine HĂ€nde.
02:31Meine Arme.
02:32Alles taub.
02:33Das ist der Tumor an deiner HalswirbelsĂ€ule, der auf das RĂŒckenmark drĂŒckt.
02:37Ja.
02:39So ist besser.
02:41So ist besser.
02:45So ist besser.
02:52Was kann ich tun, dass du dich eher behandeln lÀsst?
02:55Eine weitere Chemotherapie könnte das Tumorwachstum bremsen.
02:59Was soll das bringen?
03:01Das ist doch auch nur ein Aufschub.
03:09Oder glauben Sie ernsthaft, dass ich wieder gesund werden kann?
03:15Nein, du wirst nicht wieder gesund.
03:17So.
03:21Einmal nicht da.
03:22Brauchst du irgendwas?
03:28Kann man es essen?
03:30Ja.
03:49Er hat verstÀndlicherweise Angst.
03:52Vor dem Leben genauso wie vor dem Sterben.
03:5416.
03:57Er liegt im Bett und wartet auf den Tod.
04:00Aber das muss er nicht.
04:02Er kann auch eine Chemo machen.
04:03Und wir haben einen weiteren Knochenmarkspender aus Frankreich.
04:06Er lehnt die Behandlung ab.
04:07Vielleicht musst du noch mal mit ihm reden.
04:11Meine Eltern mĂŒssen das nicht wissen.
04:14Die machen sich auch so schon genug Sorgen um mich.
04:18Was ist los?
04:25Also eins ist klar.
04:27Dominik wird nicht mehr gesund.
04:30Er weiĂ es.
04:31Und seine Eltern wissen es auch.
04:33Stimmt das eigentlich, was hier an seinem Profil steht?
04:36Meine Beine sind schon gelÀhmt.
04:38Als nÀchstes sind die Arme dran.
04:40Am Ende bin ich dann wie die vergessene Handpuppe in der Zimmerecke.
04:43Entsprechender Kopf auf einem schlaffen Körper.
04:52Wow.
04:53Du hast jetzt ĂŒber 25.000 Besucher, ey.
04:59Der letzte kommt aus Lesotho.
05:01Ich weiĂ noch nicht mal, wo das ist.
05:03Afrika.
05:05Wow.
05:07Es sind nicht nur die Arme, die versagen.
05:11Ich habe mich eingepisst.
05:15Bettenwechsel ist gar kein Problem.
05:17Dauert genau 48 Sekunden.
05:18Bis jetzt.
05:21Heute Nachmittag.
05:24Die LĂ€hmung wird schlimmer.
05:29Ohne eine weitere Behandlung hat er weniger als zwei Monate zu leben.
05:34Und mit deiner Behandlung?
05:35Ja.
05:36Das weiĂ niemand.
05:37Selbst wenn eine weitere Chemo die LeukĂ€mie nochmal zurĂŒckdrĂ€ngt, bleibt der spinale Tumor.
05:41Nochmal zu operieren ist unmöglich.
05:43Ich habe weggenommen, was ging.
05:45Strahlentherapie fÀllt auch aus, weil der Tumor nicht darauf anspringt.
05:50Alles, was wir jetzt noch fĂŒr ihn tun können, ist, ihm die Angst zu nehmen und die Schmerzen.
05:59Ich muss los.
06:05Wenn ich mir vorstelle, dass Bastian da lÀge.
06:21Okay, ich muss mich unziehen.
06:25Chris?
06:26Hm.
06:29Was glaubst du, was passiert, wenn man stirbt?
06:32Glaubst du, dass da noch irgendwas kommt?
06:37Ich weiĂ es nicht.
06:44Ich denke, dass es ganz darauf ankommt, woran man glaubt.
06:48Und wenn du dich vielleicht doch nochmal operieren lÀsst?
06:51Ich meine, noch kannst du deine Arme bewegen.
06:53Ja.
06:54Noch.
07:04Dann.
07:21UNTERTITELUNG
07:35Mutti, ich bin da!
07:37Bist du den ganzen Weg vom Krankenhaus gelaufen?
07:40Nur ein StĂŒck. Ich wollte einfach nicht, dass du hier die ganze Zeit alleine sitzen musst.
07:45Und auĂerdem habe ich mich nur darauf gefreut.
07:48Bist du sicher, dass dir das nicht zu viel wird? Die Arbeit und dann ich hier auch noch?
07:52Das ist nur eine Frage der Organisation.
07:54Bis sich alles eingespielt hat, vielleicht ein bisschen sportlich, aber meine Figur wird es mir danken.
07:58So, jetzt koche ich uns ein köstliches Abendessen.
08:02Jetzt habe ich vergessen, einen zu kaufen.
08:03Das macht doch nichts. Er ist nur ein Brot.
08:06Wie war es bei der Arbeit?
08:07Ach, ich behandle gerade eine alte Dame wegen dir im Leiden.
08:12Aber viel spannender ist, dass sie unter einem chronischen Schluck aufleidet.
08:16Und wie alt ist sie?
08:17Anfang, Mitte 70.
08:18Wohnt sie zu Hause?
08:20Nein, nur im Seniorenheim.
08:22Aha.
08:24Mutti, wir haben das abgesprochen. Jetzt wohnst du hier und dabei bleibt es.
08:29Wirst sehen, einen besseren Krankenpfleger als mich gibt es nicht.
08:42Gute Nacht.
08:43Ja, wir mussten Nick leider umverlegen.
08:46Wenn sie irgendwas brauchen, ich bin die ganze Nacht da, ja?
08:48Danke, Chris.
08:51Morgen kann er nicht einfach irgendwann aufwachen und alles ist wieder.
08:54Gut.
08:56Guten Abend.
09:03Ihr Sohn hat ein Beruhigungsmittel bekommen.
09:05Inzwischen ist leider auch eine Inkontinenz aufgetreten.
09:08Als Folge des Tumors.
09:10Ja.
09:11Könnten Sie sich einen weiteren Therapieversuch vorstellen?
09:14Warum nochmal?
09:15Hat sich irgendwas geÀndert?
09:16Er will es nicht.
09:17Wir wĂŒrden, so hoffe ich, etwas Zeit gewinnen.
09:20Nein.
09:20Keine Behandlung mehr.
09:25Ist das auch Ihre Meinung?
09:29Haben Sie seine Mitteilung im Netz mal gelesen?
09:32Er weiĂ, was auf ihn zukommt.
09:33Nick will nicht mehr und ich glaube ihm erst.
09:35Wir wissen es auch.
09:38Darf ich?
09:42Danke.
09:52Hi.
09:57Geht's dir gut?
10:03Ich lass sie da mal mit ihrem Sohn allein.
10:08Hi.
10:08Da bist du ja.
10:10Willst du was trinken?
10:11Komm.
10:12Ich geb dir was.
10:14Danke.
10:18Danke.
10:21Danke.
10:24Danke, dass ihr mich unterstĂŒtzt.
10:26Wir sind fĂŒr dich da.
10:28Und wir helfen dir.
10:30Könnt ihr das denn?
10:34Nein.
10:35Wahrscheinlich nicht.
10:47474.
10:50473.
10:5372, ja.
10:59Wollten Sie eine WĂ€rmstasche haben?
11:01Danke.
11:02Vielleicht hilft sie mir beim Einschlafen.
11:05Obwohl, eine Tablette wÀre hilfreich, ja.
11:09Dieser verdammte Schluckauf bringt mich noch rum.
11:12Wohl kaum.
11:13Sie haben eine noch schlechtere Lorne als ich.
11:15Was ist denn los?
11:16Alles gut, ich hab nur gerade eine Menge um die Ohren.
11:19Darf ich mal ganz kurz bitte?
11:25Chris, was ist los?
11:2738, 1, okay.
11:30Wenn Sie irgendwas brauchen, ich bin die ganze Nacht da.
11:33Vielen Dank.
11:33Ja.
11:35Ja.
11:43499.
11:46498.
11:4850.
11:5050.
11:57Papa?
12:02Na?
12:05Kannst nicht schlafen?
12:07Nein.
12:08Mama ist zuhause?
12:10Mhm.
12:11Bisschen ausruhen, nach der Katze zu sehen.
12:14Du bist der beste Papa der Welt.
12:19Das muss an dir liegen.
12:23Kannst du mir einen Gefallen tun?
12:26Klar.
12:26Was immer du willst.
12:30Was immer du willst.
12:53Das sieht ja gleich ganz anders aus hier oben.
12:55Chef muss man sein.
12:56Wir brauchen ĂŒbrigens nicht zu flĂŒstern.
12:58Um die Zeit ist hier kein Schwein.
13:00Da lang.
13:02Stopp, Mist.
13:04Was ist, willst du zurĂŒck?
13:05Nein.
13:07Ich dachte nur, dass es cool wÀre, wenn ich von hier oben blogge.
13:09Die Stadt unter mir, der Sternenhimmel ĂŒber mir.
13:12Das kÀme bestimmt super.
13:14Soll ich dein Tablet holen?
13:15Wenn es dir nichts ausmacht.
13:16Bin gleich zurĂŒck.
13:46Untertitelung im Auftrag des ZDF, 2020
14:09Musik
14:31Nick
14:36Nick
14:41Junge, was machst du denn?
14:43Nick, was ist passiert?
14:50Kannst du mir helfen, bitte?
15:03Willst du mir helfen, meinen Jungen aufs Zimmer zu bringen?
15:06Ja, natĂŒrlich, klar.
15:22Sie haben Feierabend.
15:23Ja.
15:25Ich konnte Nick's Ausflug nicht verhindern.
15:27Ich habe ihn durch Zufall gefunden.
15:29Das glaube ich Ihnen.
15:30Und an dem, was gestern passiert ist, trifft sie keine Schuld.
15:32Er wird nicht mehr gesund, oder?
15:34Nein.
15:35Und sie kann nichts tun.
15:37AuĂer seine Schmerzen zu lindern.
15:41Kann man sich daran gewöhnen?
15:43Also, als Arzt?
15:45Als Pfleger sicher auch nicht.
15:52Machst du bitte die TĂŒr zu?
15:58Gestern Nachmittag hatte Dominik eine Panikattacke.
16:02Und an derselben Nacht
16:04stĂŒrzte mit dem Rollstuhl eine Treppe herunter.
16:09Ist ihm was passiert?
16:10Nein, nein, er hat groĂes GlĂŒck gehabt.
16:13Aber du glaubst nicht, dass er ein Unfall war?
16:26Nick weiĂ natĂŒrlich, dass seine LĂ€rmung fortschreitet.
16:33Und vielleicht hat er die Gelegenheit zum Suizid ergriffen,
16:36solange er noch kann.
16:54Wir sollten einem Psychologen hinzuziehen.
16:56Das denke ich auch.
16:57Aber damit ist jede weitere Therapie vom Tisch.
17:00Wenn er die nĂ€chsten Wochen ĂŒberstehen will,
17:03muss er uns vertrauen können.
17:07Willst du mit ihm reden?
17:09Nein.
17:10Er kennt dich als sein Arzt.
17:12Wenn du deine Meinung revidierst, seine Ansicht teilst,
17:15wird er sich umso ernster genommen fĂŒhlen.
17:18Wie lange haben Sie das leichte Fieber schon?
17:21Keine Ahnung.
17:22Chris hat das gestern gemessen.
17:25Hört dann das gar nicht mehr auf.
17:27Nach der StoĂwellentherapie mache ich eine weitere Sonographie bei Ihnen.
17:31Vielleicht findet sich ein Anhaltspunkt fĂŒr Ihren Schluckauf.
17:34Es kann auch gut möglich sein, dass sich der Schluckauf unter der Narkose auflöst.
17:39Wenn nicht, kann der AnÀsthesist mich ein bisschen lÀnger schlafen lassen.
17:43Bitte. Ich wĂŒrde so gern einmal wieder durchschlafen.
17:46Das haben Sie sich so gedacht.
17:48So, hier, bitteschön.
17:49So, dann wollen wir aber Frau Hattenberg.
17:52Ich hole mir einen Kaffee mit mir zu auch rein.
17:54Gerne.
17:58Das Schlucken klappt heute ganz gut.
18:01Ist ja auch lecker.
18:03Mama, das ist gestern.
18:05War nicht tief genug.
18:08Wir wissen, dass es kein Unfall war.
18:10Sei bitte nicht sauer.
18:11Ich bin nicht sauer.
18:13Dein Vater und ich, wir haben gestern noch lange geredet.
18:16Wenn es das ist, was du willst, dann wĂŒrden wir mit dir zusammen in die Schweiz fahren.
18:20Das hĂ€tten wir ja frĂŒher machen mĂŒssen.
18:22WeiĂt du, was die in der Schweiz fĂŒr Wartezeiten haben?
18:24Ja, ja, dann warten wir eben.
18:25Ich mache seit einem Jahr nichts anderes.
18:27Ja.
18:28Also hast du beschlossen, es selbst in die Hand zu nehmen. So wie gestern.
18:30Mama.
18:31Wir reden mit den Ărzten. Wir werden eine Lösung finden.
18:34Aber sowas wie gestern, das machst du bitte nie wieder. Versprich mir das.
18:43Ich fĂŒrchte, dann mĂŒssen sie drauĂen trinken.
18:52So, Nick.
18:55Dann wollen wir mal wechseln.
18:57Ich glaube, ich habe ja vergessen, Mimi zu fĂŒttern.
18:59Die kommt schon klar.
19:00Wollen wir los.
19:01Nicht mehr nötig.
19:04Guten Morgen.
19:06Guten Morgen.
19:06Guten Morgen.
19:07Ich habe schon gehört, was gestern passiert ist.
19:09Das weitere Vorgehen wĂŒrde ich gerne mit Ihnen und Ihrem Sohn gemeinsam besprechen.
19:13Gut.
19:14Warum nicht?
19:17Moment.
19:26Entschuldigung.
19:28Was ich Ihnen aber schon mal sagen kann.
19:30Ich respektiere Ihren Wunsch.
19:33Keine weiteren Therapieversuche.
19:35Ab jetzt behandeln wir Nick ausschlieĂlich palliativ.
19:38Danke.
19:42So, Sie können dann wieder reingehen.
19:46Nick, Dr. Stein hat uns gerade zugesichert, dass er deinen Wunsch respektiert.
19:57Ich möchte mit dir darĂŒber sprechen, was wir fĂŒr dich tun können.
20:01Was ich dir empfehlen kann, ist eine psychologische Betreuung.
20:04Muss ja ein schwerer Schlag fĂŒr Sie gewesen sein, die Behandlung aufzugeben.
20:10Damit komme ich schon klar.
20:13Es geht um dich. Was du willst.
20:15Das haben Sie immer noch nicht kapiert, Nick.
20:18Ich werde dir nicht dabei helfen, dein Leben zu beenden.
20:21Falls du das meinst.
20:24Kann ich dann jetzt bitte alleine sein?
20:27NatĂŒrlich.
20:33Ich meinte ganz alleine.
20:36Wir sind in der NĂ€he, wenn du uns brauchst.
20:43Wir sind in der NĂ€he, wenn du uns brauchst.
20:48Ja. TschĂŒss, Mutti. TschĂŒss.
20:52Lassen Sie sich von mir nicht stören.
20:55Ich wollte nur sehen, ob zu Hause alles in Ordnung ist.
20:58Die StoĂwellentherapie war erfolgreich.
21:00Im Ultraschall waren keine gröĂeren Steine zu sehen.
21:04Das ist doch schon was.
21:06FĂ€llt Ihnen noch was auf?
21:11Was denn?
21:12Ăberlegen Sie mal.
21:14Der Schluckauf ist weg.
21:17Nein.
21:19Erinnern Sie mich bloĂ nicht daran, sonst kommt er wieder.
21:27Frau Hardenberg.
21:29Wie sieht's aus?
21:30Auf die Sonnographie können wir verzichten.
21:32Der Schluckauf ist weg.
21:34Hm.
21:36Wissen Sie, was das fĂŒr eine Erleichterung ist?
21:39Das kann ich ehrlich gesagt nur vermuten.
21:42Fieber haben Sie aber immer noch.
21:45Richten Sie sich bitte mal auf.
21:47Oh.
21:49Mein Nacken ist ganz verspannt.
21:52Sie sollten ja einen OP-Tisch besser polstern.
22:02Was war das denn?
22:05Ich kann nicht mehr, willst du?
22:21So, Fox.
22:24Dies ist meine letzte Nachricht an euch.
22:27Danach geht's offline.
22:29Und zwar ganz und gar.
22:30Diese Seite verschwindet mit mir.
22:38Was ich sagen will.
22:40Danke.
22:42Ihr wart super.
22:44Könntest du hier arbeiten?
22:49Nein.
22:51Entscheiden, wann es an der Zeit ist.
22:56Das weiĂ niemand, wann es an der Zeit ist.
23:04Du willst ihm helfen?
23:09Und ihr da drauĂen macht Party.
23:12Gleich fĂŒr mich mit.
23:15Schiebt es bloĂ nicht auf.
23:17Ist doch blöd, wenn man erst krank werden muss, um eine Frau zu kĂŒssen.
23:22Keine Ahnung, wovon ihr so trÀumt.
23:26Aber tut's einfach.
23:28Ich kann euch dann leider nicht mehr antworten.
23:32Mein Körper nimmt mir die Entscheidung ab.
23:34Oder das Schicksal.
23:37Oder woran auch immer ihr glaubt.
23:42Nein.
23:43Das Gesetz jedenfalls nicht.
23:44Aktive Sterbehilfe ist in Deutschland verboten.
23:47Bist du dir sicher?
23:49Paragraph 216.
23:50StGB.
23:52Nein, ich bin mir nicht sicher.
23:55Aber Nick ist nicht sicher.
23:58Die Sonographie und alle anderen Befunde waren unauffÀllig.
24:02Leber, Magen, Pankreas, SchilddrĂŒse, Kehlkopf.
24:04Alles OB.
24:05Kein Anzeichen fĂŒr Reflux oder Tumorgeschehen.
24:08Deswegen Gutes kann auch durch Stress und Aufregung hervorgerufen worden sein.
24:12Der Krankenhausaufenthalt.
24:13Aber den hab ich doch schon so lange.
24:15Das erklÀrt auch nicht das leichte Fieber.
24:18Ich will ein groĂes Blutbild.
24:22Sie machen ja richtig Geld mit mir.
24:25Unser Verdienst bleibt leider derselbe, egal was wir mit Ihnen anstellen.
24:29Wichtig ist nur, dass wir Ihre Beschwerden in den Griff bekommen.
24:32Ja, bitte.
24:35Wenn das so weitergeht, wie?
24:38Ich kann nicht mehr.
24:43Ich verlange nicht, dass Sie oder eine Ihrer Ărzte sich strafbar machen.
24:49Wir bitten Sie nur, uns das entsprechende Medikament zu geben.
24:52Und dann?
24:52Dr. Globisch ist eine hervorragende Schmerztherapeutin.
24:55Dominik wird nicht leiden mĂŒssen.
24:58Vielleicht nicht körperlich.
25:01Soll er die nÀchsten Wochen im Bett liegen, dabei zusehen, wie die Lehmung seinem Körper aufsteigt.
25:05Wie er irgendwann gar keine Luft mehr kriegt.
25:10Ich kann Ihnen diesen Dienst nicht erweisen.
25:13Selbst wenn Sie ihm das Medikament verabreichen.
25:15Es ist illegal.
25:17Wir machen uns strafbar.
25:20Ihre Entscheidung?
25:24Ja, meine Entscheidung.
25:28Es tut mir wirklich leid.
25:32Mir auch.
25:36Haben Sie Kinder, Dr. Hellmann?
25:39Wenn es Ihr Kind wÀre, was da liegt.
25:42WĂŒrden Sie ihm denn auch nicht helfen?
25:59Sie haben nicht um Sterbehilfe gebeten.
26:02Ja.
26:04Das ist nicht deine Entscheidung.
26:06So ist das Gesetz.
26:09Aber ich entscheide, ob ich mich dran halte.
26:14Entschuldige mich, das ist etwas spÀter geworden.
26:16Aber ich konnte nicht gleich aus der Klinik weg.
26:18Und heute musste ich doch endlich mal was einkaufen.
26:20Wenn ich nicht da wÀre, wÀrst du jetzt nicht hier.
26:23Ach, Unsinn.
26:24Ich weià doch, dass du lieber in der Klinik bei deinen Patienten wÀrst.
26:27Ich hab dir deine Lieblingsschrollharte mitgebracht.
26:29Was?
26:29Nein.
26:30Vielleicht ja.
26:32Aber da ist diese eine Patientin.
26:34Der Fall lÀsst mich einfach nicht los.
26:35Ist das die Àltere Dame mit dem Schluckauf?
26:37Wie geht's ihr denn?
26:38Nicht gut.
26:39Der Schluckauf ist immer noch da.
26:42Wir hatten in der Reha eine Frau, die auch immer Schluckauf hatte.
26:45Die ist plötzlich umgekippt und dann war es HirnhautentzĂŒndung.
26:48Ich mach uns jetzt mal was zu essen.
26:50Nein, das machst du nicht.
26:52Du fÀhrst in die Klinik.
26:55Ich kann dich doch nicht schon wieder alleine lassen.
26:56Das kannst du.
26:57Mit mir ist alles in Ordnung.
26:59Wirklich?
27:00Ja.
27:02Ach Mutti, du bist die Beste.
27:04Klar bin ich die Beste.
27:06TschĂŒss, bis spĂ€ter.
27:13Wenn sie sich die MĂŒhe nicht sparen,
27:15in meinem Alter verlĂ€sst man die Intensivstation erfahrungsgemÀà mit den FĂŒĂen voran.
27:22Soll ich lachen?
27:24Was ist mit Ihnen los?
27:26Ăber den Tod macht man keine Scherze. Das ist mit mir los.
27:29Ich wĂŒsste nicht, was ich besser dafĂŒr eignen wĂŒrde.
27:33Jeder kennt den. Das hÀlt die Menschheit zusammen.
27:36Sie haben keine Angst davor?
27:38Vor dem Tod?
27:40Nein.
27:44Es geht um einen Ihrer Patienten, ja?
27:49Er hat LeukÀmie und einen Tumor an der WirbelsÀule. 16 Jahre alt. Und er will nicht mehr.
27:56Sie können auch nichts mehr tun?
27:59Nein.
28:00Ich bin Physikerin, krass. Ich glaube nicht an den Tod.
28:03Wir bestehen aus Atomen.
28:05Klein elektrisch geladenen Teilchen.
28:08Warum soll die weg sein, nur weil wir sterben?
28:12Unser Körper zerfÀllt, aber er verwandelt sich.
28:15Unsere Atome verbinden sich mit anderen Atomen, setzen sich neu zusammen.
28:19Nichts von dem, was uns ausgemacht hat, geht verloren.
28:24So gesehen gibt es den Tod gar nicht.
28:26Dieses ganze Körper, dir nutze den Tag.
28:30Du schraubst doch nur die Erwartungshaltung hoch.
28:34Das Leben muss immer fantastisch sein.
28:37Und in vollen ZĂŒgen genossen werden.
28:39Ich sag ja nicht, dass man das nicht versuchen sollte.
28:42Aber manchmal geht es einfach nicht.
28:45Manchmal ist das Leben nicht zu genieĂen.
28:50Frau Hagenberg, ich wĂŒrde gerne einen kleinen Test mit Ihnen durchfĂŒhren.
28:53Setzen Sie sich bitte auf.
28:56Denken Sie darĂŒber, ne?
28:59Sie brauchen mich nicht mehr, oder?
29:00Nein, danke.
29:03Mal das Kind zur Brust fĂŒhren.
29:10Legen Sie sich bitte wieder hin. Auf die Seite.
29:13Ja.
29:15Wir machen jetzt eine Lumbarpunktion.
29:18Dr. Brenner gab den entscheidenden Hinweis,
29:19dass Sie an einer HirnhautentzĂŒndung erkrankt sein könnten.
29:24Gut, wenn irgendwas ist, ich bin die ganze Nacht da.
29:28Chris.
29:30Danke.
29:32Gerne.
29:33FĂŒr alles.
29:35Gute Nacht.
29:37Erinnerst du dich?
29:40Unser letzter Urlaub?
29:42Hör mal.
29:54Wie wÀr's mit den Niederlanden?
29:56Nein.
29:57Kein Warten mehr.
29:58Aber wir können...
29:59Susanne, wir haben das doch alles lÀngst besprochen.
30:01Egal, wo wir hingehen, es zieht sich zu lange.
30:04Mein Schmerzmedikament.
30:06Wir mĂŒssten es nur ĂŒberdosieren.
30:07Ich hab alles drĂŒber gelesen.
30:11Es tut gar nicht weh.
30:12Du bist dir sicher?
30:16Ja.
30:23Meningococcus neiseria.
30:24Na, wer sagt's denn?
30:25Da lÀsst sich doch was machen.
30:27Ich habe bereits ein spezifisches Antibiotikum angeordnet.
30:30Der Schluckauf sollte nur noch zĂŒgig weggehen.
30:33Gute Arbeit, Kollege.
30:35Sie haben der Patientin womöglich das Leben gerettet.
30:37Naja, war ja nicht so einfach.
30:39Die klassische Trias der Meningitis fehlte.
30:42Aber ihr Schluckauf hat mir keine Ruhe gelassen.
30:44Naja, wenn ich ehrlich bin,
30:46ohne meine Mutter wÀre ich nicht drauf gekommen.
30:48Oh, das ist das Schichtwort.
30:51Werden Sie zu Hause nicht erwartet?
30:52Ja.
30:54Schönen Abend noch.
30:55Danke, gleichfalls.
30:59Mutti?
31:02Mutti?
31:10Entschuldige.
31:11Ich bin eingeschlafen.
31:14Soll ich dich ins Bett bringen?
31:15Nein, aber du kannst dich mal zu mir setzen.
31:22Was ist das?
31:23Ein Seniorenheim.
31:24Ein netter Herr, mit dem ich in der Reha zusammen war,
31:28der wohnt dort.
31:29Ja, verstehe nicht.
31:30Ich habe mich dort in einen Platz beworben
31:32und ich könnte nÀchste Woche dort einziehen.
31:34Mutti.
31:35Mach dir nichts vor.
31:37Das funktioniert so nicht.
31:40Dieser Àltere Herr, den du da kennengelernt hast,
31:43ist er denn nett?
31:44Ja, sehr nett.
31:45Ist er vielleicht der Grund,
31:46dass du lieber dort als hier wohnen möchtest?
31:49Ach, Quatsch.
31:49Du, ich zeig dir mal ein Bild von dem.
31:53Warte mal.
31:55Ja, gut, das ist er.
31:58Ich mach dir noch einen Tee.
32:00Gut.
32:00Ich mach dir das.
32:02Ich mach dich mal.
32:14Ich mach dich.
32:43Gehen Sie, Chris.
32:45Sie sollten uns hier nicht sehen.
32:49Betanalazin 1000, steht ganz oben links im Schrank.
32:55Eine halbe Flasche sollte reichen.
33:09Ich liebe dich.
33:14Bereit?
33:16Ich liebe dich.
34:10Ich liebe dich.
34:12Ich liebe dich.
34:17Es gut, Mama.
34:18Ich liebe dich.
34:51Ich liebe dich.
35:13Es ist mir eine Ehre, einen so tollen Menschen kennengelernt zu haben.
35:17Ich liebe dich.
35:19Ich liebe dich.
35:40Ich liebe dich.
35:44Ich liebe dich.
35:46Ich liebe dich.
36:00Ich liebe dich.
36:00Ich liebe dich.
36:00Ich liebe dich.
36:00Ich liebe dich.
36:17Ich liebe dich.
36:18Ich liebe dich.
36:38Ich liebe dich.
36:45Ich liebe dich.
36:47Ich liebe dich.
36:49Ich liebe dich.
36:51Ich liebe dich.
36:51Ich liebe dich.
37:07Ich liebe dich.
37:12Ich liebe dich.
37:15Ich liebe dich.
37:32Ich liebe dich.
37:36Ich liebe dich.
37:38Ich liebe dich.
37:52Ich liebe dich.
37:52Oh Mann, was ist denn hier passiert?
37:54Ich ruf die Oberschwester.
37:56Lieber gleich die Klinikleitung.
38:05Wie entspannt er aussieht.
38:24Wann ist er eingeschlafen?
38:27Die Sonne ging schon auf.
38:33Der Medikamentenschrank im Schwesternzimmer ist aufgebrochen worden.
38:38Das war ich.
38:40Ich habe das Medikament gestohlen.
38:42Seine HĂ€nde haben gezittert.
38:44Der konnte es nicht allein.
38:46Wir beide haben das gemacht.
38:48Mein Mann und ich.
38:56Ich ĂŒbernehme das hier.
38:58Informieren Sie bitte, Dr. Stein.
39:07Mein Beileid.
39:16Nur Milchprodukte mĂŒssen Sie noch meiden.
39:18Solange ich das Antibiotikum nehmen muss, ich weiĂ.
39:20Sie werden nachher schon wieder auf Normalstation gebracht.
39:23Dort sehen wir uns wieder.
39:24Herr Dr. Brenner,
39:25es ist doch so, dass ich Ihnen mein Leben verdanke.
39:28Wenn Sie nicht so hartnÀckig gewesen wÀren,
39:30wÀre das alles anders gelaufen.
39:32Ich bin sehr dankbar, dass ich an Sie geraten bin.
39:35Schwester Miriam bringt Sie dann auf Station.
39:45Sie können sagen, was Sie wollen.
39:49Das tue ich fĂŒr gewöhnlich.
39:51Bin ich jetzt vom Dienst freigestellt?
39:55Nein, aber
39:57Sie sollten sich jetzt ausruhen.
40:02Jetzt.
40:05Ja, Chris.
40:06Gehen Sie nach Hause.
40:08Ich kann jetzt nicht.
40:12Brauchen Sie Hilfe?
40:17Nein.
40:43Es ist nicht richtig.
40:49Das hier ist nie richtig.
40:50Das hier ist nie richtig.
41:10Das hier ist nicht.
41:28Hier sind Sie.
41:31Wir wollten Ihnen das hier geben.
41:38Wir verdanken Ihnen viel.
41:42Und Nick, ganz besonders.
41:47Passen Sie auf sich auf.
41:51Sie auch.
42:14Und ihr da drauĂen macht Party.
42:17Gleich fĂŒr mich mit.
42:18Und mir hat mal jemand gesagt, fĂŒlle Deine Tage mit Leben und nicht Dein Leben mit Tagen.
42:26Und dabei hat mir einer ganz besonders geholfen.
42:28Danke, Chris.
42:30Du bist echt eine coole Socke, Alter.
42:32Und jetzt, lasch diese verdammte Seite.
42:36Ich revanchiere mich von oben.
42:39Mach's gut.
43:01Mach's gut, Nick.
43:01Ja, okay.
43:08Das war's fĂŒr heute.
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