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KurzfilmeTranskript
00:03Guten Morgen. Was gibt's zum Frühstück?
00:06Gar nichts. Gar nichts?
00:10Oh, da sagt der Kühlschrank was anderes.
00:12Ja, das sind die Reise von der Familienfeier. Kannst dich ruhig bedienen.
00:15Warum sind die so lecker? Und warum hast du so viel mitgebracht?
00:17Ja, bei uns gibt's halt nie zu wenig. Boah, ich bin so sad.
00:20Ich ess nie wieder was. Aha.
00:22Seid ihr sicher? Weil das hier ist echt lecker.
00:26So. Noch ein bisschen, ich pratze.
00:32Ich mach einen Fastentag. Zoll eh gesund sein.
00:35Den ganzen Tag nichts essen?
00:36Ja, schaff ich locker. Im Vergleich zu dem hier hab ich nämlich Selbstkontrolle.
00:40Als ob, das hältst du niemals durch.
00:4324 Stunden Fasten. Wer als erstes isst, zahlt den nächsten Einkauf.
00:49Nur Wasser und Luft.
00:50Und Kaffee. Ohne Kaffee mach ich das nicht.
00:56Dir. Dir.
00:58Mhm. Mhm, mhm, mhm, mhm.
01:01Dann kommen die beiden weg.
01:03Weil da ist Milch drin.
01:05Und für euch gibt's nur Schwarz.
01:18Hochgeschwindigkeitsunfall auf der Go-Kartbahn?
01:19Mhm. Junger Mann. Kaspar Ziesel, 18.
01:24Kopfverletzung mit initialer Bewusstlosigkeit und Abdominaltrauma.
01:29Aufprall aufs Lenkrad?
01:31Ja, vermutlich. Ich hab mal in so einem Ding gesessen, das bräuchte ich nochmal.
01:34Wo ist Kaspar? Ich will zu meinem Jungen.
01:37Ähm, Entschuldigung, Sie können hier nicht einfach...
01:39Sie halten mich nicht auf.
01:40Ich will Sie gar nicht aufhalten. Wer sind Sie, seine Mutter?
01:42Äh, Alexandra Jansson. Ich bin die Besitzerin der Kartbahn.
01:45Waren Sie in den Infall verwickelt?
01:46Was? Nein. Wo ist er?
01:48Ja. Sie sind offensichtlich viel schneller als Ihr Sohn.
01:50Der RTW ist noch gar nicht...
01:58Frau Jansson, lassen Sie uns bitte unsere Arbeit machen, ja?
02:02Stockbox 1.
02:04Wir langern direkt um.
02:09Sie warten bitte draus.
02:11Okay. Schön stillhalten, ja?
02:16Auf drei. Eins, zwei, drei.
02:19Was ist mit ihm? Was machen Sie jetzt?
02:21Sie können mich nicht ignorieren.
02:23Frau Jansson, warten Sie bitte draußen. Sie stören.
02:32Ich bin Dr. Lindner. Können Sie mich hören?
02:34Okay. Ja.
02:35Sagen Sie mir bitte, wie Sie heißen.
02:37Ich bin Kaspar.
02:38Kaspar, okay.
02:39Kaspar, versuch bitte einmal meine Hand kräftig zu drücken.
02:42Sehr gut.
02:44Alex.
02:44Ich bin da.
02:47Scheiße.
02:480,1 Milligramm Fentanyl.
02:50Kaspar, ich mache jetzt ein paar Tests mit dir, ja?
02:52Versuch bitte einmal deine Stirn zu runzeln.
02:56Einmal die Augen schließen und wieder öffnen.
02:58Einmal die Lippen spitzen.
03:01Gut. Und jetzt versuch einmal deine Wangen aufzublasen.
03:04Kein Verdacht auf Facialis Parisen.
03:05GCS 15 Punkte.
03:14Hämatom hinterm Ohr.
03:16Massive Hämatome im Ohrenbauchbereich.
03:21Blutung im äußeren Gehörgang mit Stufenbildung.
03:25Schleppenbein oder Felsenbein könnten gebrochen sein.
03:30Sehr freie Flüssigkeit.
03:32Intraabdominell oder Retroperitoneal.
03:36Was heißt das?
03:38CT, Polytraumaspirale.
03:40Kaspar, das heißt, dass wir dich vermutlich gleich operieren müssen.
03:46Ist übel. Ist übel.
03:48Nierenschade?
03:56Entschuldigung.
03:57Ich kann ein bisschen Hilfe gebrauchen.
03:58Ich habe mich im Gras an einer Scherbe geschnitten.
04:01Damit müssen Sie in die Notaufnahme.
04:02Setzen Sie sich. Ich hole jemanden, der Sie hinbringt.
04:06Sie sind Arzt, oder?
04:09Ich habe es gerade so hierher geschafft.
04:10Bitte.
04:11Ziehen Sie sich kurz mein Bein an.
04:13Ziehen Sie mir sonst mit dem Ding eins über?
04:15Nein.
04:17Das ist ein Joe. Ich mache Kampfsport.
04:18Joe hat mir ins Taxi geholfen.
04:21Joe scheint sehr hilfsbereit zu sein.
04:23Ich habe leider wirklich gar keine Zeit, aber...
04:27Im Aikido sagt man, geh mit der Energie, nicht gegen Sie.
04:31Bei uns Assistenzärzten sagt man, geh pünktlich zum Ausbilder, sonst gibt es Ärger.
04:40Und wenn es ein Notfall ist?
04:44Okay. Ihr Joe und Sie haben gewonnen.
04:46Bitte da unten.
04:48Danke.
04:54Über die Pankreasverletzung mache ich mir keine Sorgen.
04:56Das ist nur eine leichte Kontusion.
04:59Aber schauen Sie sich mal das hier an.
05:01Durch die einwirkende Kraft kam es zu einer Ruptur im oberen Bereich des Duodenums.
05:06Mit einer einfachen Naht kommen wir da nicht weit.
05:08Dafür ist das Gewebe zu sehr zerstört.
05:10Tupfer.
05:10Sollten wir eine Resektion des rupturierten Segments durchführen und eine direkte Verbindung zum Jejunum schaffen?
05:17Eine Duodenoye-Junostomie.
05:21Aufwendig, aber langfristig stabiler.
05:24Tja.
05:25Es hat sich jetzt schon gelohnt, sie hinzuzuziehen.
05:28Haken.
05:31Diese neuen Supercards, die haben bis zu 90 PS.
05:35Solche Dinger können bis zu 250 kmh fahren.
05:39Mir ist damals schon allein vom Benzingeruch schlecht geworden auf der Bahn.
05:42So ein kleines Rennen macht schon Spaß.
05:44Ja.
05:45Früher oder später landen dann alle in der Bande, so wie Kasper.
05:47Wahrscheinlich hat er die Kontrolle verloren.
05:50Es ist auch nicht besonders verantwortungsvoll, den jungen Mann mit seinem Geschoss loszulassen.
05:55Er ist erwachsen.
05:57Sie sind kein Fan von hier, oder?
06:06Du hast mich angerufen?
06:08Ja.
06:08Zeit zum Wiegen.
06:11Vergiss es.
06:12Ich will aber sicher gehen, dass du nicht schummelst.
06:14Oder gibst du schon auf?
06:17Äh, ein Liter Wasser, ein Kilo.
06:21Ich habe lieber eine bessere Idee.
06:23Wir messen unseren Blutzucker per Sensor.
06:26Hm, Madame hat sich vorbereitet.
06:28Hm.
06:29Das funktioniert mit Echtzeit übers Handy.
06:31Du weißt aber schon, dass du damit ein Eigentor schießt, ne?
06:33Ach, still hin.
06:36Wenn du was isst, geht die Probe nach oben.
06:39Ja.
06:41Stell halten.
06:47Muss du mir Sorgen machen?
06:49Äh, nee.
06:50Wieso?
06:50Wieso?
06:51Wenn Sie gesundheitliche Probleme haben, dann müsste ich das vielleicht wissen.
06:55Äh, das ist ein Selbstversuch.
06:57Ein wissenschaftliches Experiment sozusagen.
06:59Genau.
07:00Weil Sophia immer so launisch ist, wenn sie Hunger hat.
07:06Herr Probst gesehen, den suche ich.
07:08Hm, hm.
07:09Hm, hm.
07:12Launisch?
07:13Ich gebe dir gleich mal launisch.
07:17Okay.
07:19Ah ja.
07:20Guck mal, hier siehst du das direkt.
07:23Das war eine Glasscherbe.
07:25Hm, hm.
07:26Eine kaputte Bierflasche.
07:28Ich habe Hapo, Kamae, No, Kata gemacht.
07:31Das sind so spezifische Bewegungsabläufe, um den Raum zu kontrollieren.
07:34Hm, mit dem Ding da, im Joe?
07:36Mhm.
07:38Und dann habe ich im Gras die Scherben nicht gesehen.
07:41Machen Sie das beruflich?
07:42Nee, zum Stressabbau.
07:44Ich mache Aikido, Tai Chi, Jodo.
07:47Das ist der Weg des Stockes.
07:49Aha.
07:50Ich zocke gern.
07:52So?
07:53Also Videospiele.
07:54Das hat einen ganz ähnlichen Effekt.
07:56Und ist auch sozialer, als man denkt.
07:58Hm, nee, also ich bin Abteilungsleiterin.
08:00Da bin ich froh, wenn ich mal nicht auf dem Bildschirm glotzen muss.
08:03Oder mich mit Leuten auseinandersetzen.
08:05Wissen Sie, ich bin viermal geschieden.
08:07Eigentlich ist es eher so, dass der Kampfsport mir Frieden gebracht hat.
08:12Klingt komisch, ist aber so.
08:14So, bitte.
08:17Ähm, Dr. Probst?
08:18Professorin Patzelt.
08:20Helena Molinowski hat eine Schnittwunde am Unterschenkel durch eine kaputte Glasflasche.
08:24Dr. Probst.
08:32Die PDMS ist intakt.
08:34Leichte Kontaminierung und die Tetanusimpfung müsste aufgefrischt werden.
08:38Ja, aber dafür gibt es die Notaufnahme.
08:40Ja.
08:42Es war ein akuter Notfall?
08:44Ja, das hat geblutet wie sonst was.
08:46Ich weiß ja nicht, ob das gefährlich ist.
08:47Sie sind ja auch keine Assistenzärztin.
08:49Hat es eine Arterie erwischt?
08:51Nein.
08:52Gut.
08:52Dann geben Sie die Tetanusimpfung und melden Sie sich bei Dr. Albeck.
08:55Er sucht Sie bereits.
08:58Verstanden.
09:03Tut mir leid, wenn ich Sie in Schwierigkeiten gebracht habe.
09:05Ja, mach doch nichts.
09:11In der Ruhe liegt die Kraft.
09:13Ja.
09:16Röhrchen, auch weil auf das Lenkrad kam es bei dir zu schwerwiegenden Verletzungen im oberen Darmbereich.
09:20Das heißt, für die nächsten Tage werden wir dich erst einmal auf künstliche Ernährung einstellen.
09:23Deshalb der zentralvenöse Katheter hier.
09:26Heißt es, ich darf für den Rest meines Lebens nur noch Brühe essen?
09:29Keine Sorge, wir konnten eine neue Verbindung zum nächsten Darmabschnitt schaffen.
09:33Aber das muss erst heilen.
09:38Schau mich mal an.
09:43Warte.
09:44Fühlt sich etwas taub an?
09:45Nee.
09:47Aber ich höre da schlecht.
09:49Gibt das noch weg?
09:50Du hast eine Fraktur des Felsenbeins.
09:52Das ist der seitliche Schädelknochen, der das Ohr umgibt.
09:54Hier.
09:55Normalerweise heilt das von alleine.
09:56Das heißt, wir warten erst mal ab.
09:58Aber du bekommst Antibiotika.
10:00Ist Alex noch hier?
10:02Ich bin mir nicht sicher.
10:07Der Unfall, das war meine Schuld.
10:10Ich habe den Vergaser aufgebohrt.
10:12Und ich habe eine Racing-Zündung eingebaut und die Übersetzung hochgepusht.
10:17Wie viel hast du damit gewonnen?
10:1930 mehr als erlaubt.
10:21Das wäre in deinem Schiff der Kart so 160.
10:24Also 190.
10:26Das ist doch Wahnsinn.
10:28Ja, das wird Alex auch sagen.
10:30Ich wollte ihren Rundenrekord brechen, damit sie stolz auf mich ist.
10:34Sie war die Einzige, die immer an mich geglaubt hat.
10:36Und das ist jetzt egal.
10:41Sie wird mich rausschmeißen, genau wie meine Eltern.
10:43Doch ruhe dich erst mal aus.
10:46Okay?
10:46Und dann schauen wir weiter.
10:47Und Frau Jansson wird er sicherlich nicht gleich den Koffer breißen, oder?
10:52Da kennen Sie sich schlecht.
11:03Dann wollen wir mal nicht bereit.
11:07Sie sind da.
11:08Ich drücke die Daumen.
11:10Das ist wirklich wichtig.
11:11Okay, Papa.
11:11Ein Beitrag über das Klinikum fürs Fernsehen.
11:14Ja, Herr Berger, ich glaube, wir sind aufgeregt genug.
11:16Sie machen es gerade nicht besser.
11:19Was machen die denn da?
11:20Ich dachte, die wollen uns interviewen.
11:23Unsere neuen Gesichter an der Spitze.
11:25Toi, toi, toi.
11:26Ja.
11:28Diesen Ablaufdrehplan, den haben wir, ne?
11:30Okay.
11:31Na dann.
11:32Schau schief gehen.
11:38DNA.
11:39Scherbers?
11:41Okay, einen Moment bitte.
11:43Ist ein Notfall.
11:44Ich muss leider.
11:45Dr. Scherbers.
11:46Das tut mir wirklich leid, aber Sie schreiben das schon.
11:49Ich zähle auf Sie.
11:49Danke.
11:51Äh, hallo.
11:54Dr. Julia Berger, stellvertretende Chefärztin hier, Sattekar.
11:58Die Chefärztin Dr. Scherbers lässt sich entschuldigen.
12:00Die hat gerade einen Notfall reinbekommen.
12:02Na, das geht ja gut los.
12:11Dr. Lindner, wie geht's, Kasper?
12:13Ist das stabil?
12:14So weit erstmal, ja.
12:16Er hat auch schon nach Ihnen gefragt.
12:17Gut.
12:18Das tut gut zu hören.
12:22Starren Sie mich an?
12:25Äh, wenn Sie das sagen?
12:28Wenn Ihnen meine Augen gefallen, dann können Sie das ruhig sagen.
12:30Sie müssen nicht mit Komplimenten kreizen.
12:32Sie sind sehr direkt.
12:34Das ist ein Kompliment.
12:35Danke.
12:37Kasper liegt auf der ITS.
12:38Aber soweit ich weiß, sind Sie keine Angehörige.
12:42Kasper ist vor drei Jahren zu Hause abgehauen und ich habe ihn aufgenommen und ehrlich gesagt hat ihn zu Hause
12:47niemand vermisst.
12:48Also wenn es jemanden gibt, der an Familie rankommt, dann bin ich das.
12:50Okay, gut.
12:52Äh, ja.
12:54Trotzdem müssen Sie zuerst am Behandlung im Oberarzt vorbei.
12:58Also, für den Heilungsprozess ist die psychologische Situation nicht unwichtig.
13:05Das heißt, ich kann zu Ihnen.
13:07Das heißt, dass wir bitte gemeinsam an einem Strang ziehen?
13:10Ja.
13:12Ja, gut.
13:13Zimmer vier.
13:17Erfolgen Sie mich?
13:18Vielleicht.
13:20Vorne rechts.
13:21Wenn Sie Navi wären, ich könnte mich an Ihre Stimme gewöhnen.
13:24Ich nehme an, das war ein Kompliment?
13:26Vielleicht.
13:26Dr. Albeck, warten Sie.
13:28Ich habe gleich eine OP.
13:30Ich weiß, ich bin bei Ihnen eingeseitigt.
13:32Aber Sie waren doch jetzt eine andere Patientin.
13:34Professorin Pazelt hat schon mit Ihnen gesprochen.
13:37Die Tentatungsimpfung ist verabreicht.
13:39Frau Malinowski ist bereit zur Entlassung.
13:41Ich bräuchte nur noch eine kleine Unterschaft hier.
13:43Ja.
13:44Sich vom Patienten den Takt vorgeben zu lassen, ist keine besonders gute Idee, Herr Pupst.
13:47Ja, sie war sehr bestimmt.
13:51Als Arzt kann man sich nicht immer um alle kümmern.
13:53Vor allem nicht, wenn Sie sich auf eine Operation mit Ihrem Ausbilder vorbereiten sollen.
13:56Ich bin vorbereitet.
13:57Aber zu spät dran.
13:59Sie haben recht.
14:00Ich hätte Nein sagen sollen.
14:01Es tut mir auch wirklich leid.
14:03Aber bitte, nur einmal ganz kurz hier unterschreiben.
14:05Ich unterschreibe Ihnen das nicht.
14:07Professor Pazelt hat die Frau gesehen.
14:08Sie kümmern sich jetzt um Ihre Patientin und dann holen Sie sich die Unterschrift bei ihr.
14:11Heißt das, ich darf jetzt wirklich nicht mit in OP?
14:13Tut mir leid.
14:16Aber Sie muss doch nur noch entlassen werden.
14:20Herr Pupst, lassen Sie Ihre Wut jetzt nicht an Frau Malinowski aus.
14:22Die kann da nichts dafür.
14:25Sie haben Ihr Ziel erreicht.
14:27Ich bin dem Mann, wenn was ist.
14:55Hallo.
14:57Hi.
14:59Wie geht's dir?
15:01Jetzt wäre ich aus der Kurve geflogen.
15:05Okay, du kannst noch Witze machen.
15:07Das war kein Witz.
15:10Ich habe Scheiße gebaut.
15:12Ja.
15:14Du bist zu schnell in die Kurve rein.
15:17Ja.
15:17Ja, und jeder überschätzt sich mal.
15:20Mach dich nicht fertig deswegen.
15:30Haben Sie mit ihr gesprochen?
15:33Dann weiß sie das.
15:40Was meinst du, wie oft ich solche Fahrfehler schon gemacht habe?
15:45Hast du mehr Tempo, hast du mehr Selbstbewusstsein.
15:47Wirst du besser, wird's gefährlicher.
15:52Hast du schon mal so richtig Scheiße gebaut?
15:59Es wurde auch nicht so einfach mit der Wahrheit.
16:02Vor allem, wenn man nicht weiß, wie der andere sie aufnimmt.
16:05Lassen wir sie allein.
16:07Was meinst du mit Scheiße-Bahn?
16:13Ach, nichts.
16:33Frau Molinowski, Ihr Arztbrief.
16:36Danke.
16:39Ja, gut, Zeit.
16:40Ja, danke.
16:42War Ihr Ausbilder oder Ihr Ausbilderin sehr sauer?
16:45Lassen Sie uns nicht drüber reden.
16:53Ist gar nicht so einfach.
16:56Im Grunde geht es um fließende und weiche Bewegungen.
17:01Aikido, Harmonie, Lebensenergie, Weg.
17:06Komm, Sie, ich zeige Ihnen mal was.
17:08Klar.
17:09Ja.
17:10Also, der Hand nie stand, der ist so schulterbreit, der hintere Fuß ist quer, den vorderen nach vorne, so knieleicht
17:17gebeugt.
17:17Die vordere Hand fasst den Joe etwa ein Drittel vom Ende, die hintere Hand direkt am Ende.
17:22Und jetzt in einer Bewegung beim Schritt den Joe durchgehend nach vorne führen.
17:28Auf den Solaplexus des Gegners.
17:31Und zurück.
17:33Dr. Probst, Sie haben doch Frau Molinowski entlassen. Es warten noch andere Patienten.
17:42Moment.
17:43Haben Sie Hüftprobleme?
17:46Jetzt wollen Sie ablenken, oder?
17:47Schmerzen in der Leiste und im Gesäßbereich?
17:51Ja, also, ja, schon irgendwie bei so einer Bewegung.
17:56Gut gesehen, Herr Probst.
17:58Und jetzt?
18:01Das sollten wir uns ansehen.
18:04Auf jeden Fall.
18:05Ihre Patientin.
18:26Kann es sein, dass Sie mich anstarren?
18:32Danke, dass Sie mich zu Kasper gelassen haben.
18:36Er ist ein guter Junge.
18:38Er macht sich fertig für seinen Fehler.
18:42Sie sind für ihn da, das ist doch wunderbar.
18:45Er ist ein Arzt, meinte, wir sollten an einem Strang ziehen.
18:47Genau, ist doch ein guter Arzt.
18:51Wie ist Kasper zu Ihnen gekommen? Also, bin ich vorhin nach.
18:54Ja.
18:55Er war zehn.
18:57Da kam er mit seinem Vater zu mir.
18:59Auf die Kartbahn und ich...
19:01direkt das Leuchten in seinen Augen gesehen.
19:04Der wollte schon immer mehr, als er konnte.
19:06Und dann war Kasper jede Woche bei mir.
19:10Naturtalent.
19:11Haben Sie nicht gesagt, dass er bei Ihnen lebt?
19:14Er hat ein paar harte Jahre hinter sich.
19:17Als er 13 war, ist sein Vater abgehauen
19:19und seine Mutter hat das nicht verkraftet.
19:22Alkohol, Vernachlässigung.
19:27Ja.
19:29Irgendwann stand er mit einer Tasche da.
19:31Meinte, er will nicht mehr nach Hause.
19:33Einfach so?
19:34Ja.
19:35Und was sollte ich machen?
19:37Er hatte was Besseres verdient, als zu Hause unterzugehen.
19:40Und ich, kein Mann, keine Kinder.
19:41Ich mochte ihn, aber jetzt auf einmal Ersatzmutter zu werden.
19:48Das Jugendamt fand die Idee nicht so toll.
19:50Ich war mir auch nicht sicher, aber...
19:54Ich habe die Entscheidung wirklich keinen einzigen Tag bereut.
20:00Entschuldigung, was?
20:01Ich quatsch Sie hier voll.
20:03Das ist doch okay.
20:04Das habe ich ja gefragt.
20:07Unsere Tag-Nacht-Betreuung hier im Haus
20:09hätte unsere Chefärztin Dr. Scherber es Ihnen sehr gerne selber gezeigt.
20:13Darauf sind wir nämlich besonders stolz.
20:15Das Angebot wird von vielen Mitarbeitern und Mitarbeiterinnen,
20:18auch von der Chefärztin persönlich, sehr viel genutzt.
20:21Entschuldigung.
20:23Da muss ich einmal ran gehen.
20:24Okay.
20:25Dr. Berger?
20:26Ich versetze gleich neu an.
20:28Wievielte Woche?
20:30Okay, ich komme.
20:33Dr. Moreau, Sie müssen für mich übernehmen.
20:35Ich muss in den Kreißsaal.
20:39Das ist ja die K.
20:40Ein Klinikum von morgen.
20:42Ja.
20:43Wie jetzt?
20:44Direkt da an die Kamera, oder?
20:45Geht nicht anders.
20:46Dr. Scherber ist es im OP.
20:47Ja, ich weiß.
20:48Aber auf gar keinen Fall.
20:5027. Schwangerschaftswoche mit Eklampsie.
20:53Okay, wenn sein muss...
20:55Verschwinden Sie.
20:56Dr. Moreau springt für mich ein, ja.
21:04Ich kann Ihnen natürlich auch mein hochmodernes Forschungslabor zeigen.
21:09Wir waren bei der neuen Kinderbetreuung, auf die Sie besonders stolz sind.
21:12Kamera läuft und bitte.
21:17Ein Hüft-Impingement.
21:19Das entsteht durch eine knöcherne Vorwölbung am oberen Ende des Oberschenkelknochens, hier,
21:24und einer vermehrten Überdachung der Hüftpfanne, das ist hier oben.
21:28Ah, ja.
21:29Ja, und was mache ich jetzt?
21:32Physio?
21:33Das wird wahrscheinlich nicht ausreichen.
21:35Der Gelenkspalt ist auch schon verschmälert.
21:37Wir müssen davon ausgehen, dass der Knorpel Schaden genommen hat.
21:39Mhm.
21:40Machen Sie noch ein MRT, Dr. Popst.
21:43Und es könnte sein, dass wir den Knochenfortsatz operativ entfernen müssen.
21:47Was?
21:47Das ist ein Routine-Eingriff.
21:49Der Krankenhausaufenthalt beträgt in der Regel wenige Tage und nach ein bis zwei Wochen
21:53können Sie das Bein wieder voll belasten.
21:56Und Sport?
21:58Ich brauche meinen Ausgleich.
22:00Sie müssten zwischen vier bis sechs Wochen pausieren.
22:04Nee, nee, das geht nicht.
22:09Das kann ich nicht machen.
22:11Wenn ich meinen Sport nicht mache, dann komme ich auf dumme Gedanken.
22:16Was meinen Sie damit?
22:20Ich habe Ihnen doch erzählt, dass ich viermal verheiratet war.
22:24Ich verliebe mich zu schnell.
22:26Ich habe nach dem ersten Mann angefangen, Aikido zu machen.
22:28Wissen Sie, das sortiert den Kopf.
22:29Und nach dem zweiten habe ich dann angefangen, mit dem Schwert zu trainieren.
22:32Und nach dem dritten den Kurzstab.
22:33Und jetzt, jetzt der Joe.
22:35Und wenn Sie nicht trainieren, dann...
22:40Muss diese OP wirklich sein?
22:42Das kann ich Ihnen nach dem MRT sagen.
22:58Hey, Doktor, ich bin gleich im Zierwett.
23:01Die Felsenballinfraktur braucht absolute Ruhe.
23:03Ja.
23:10Mir wird langweilig.
23:11Wenn in den nächsten Tagen keine Nebenwirkungen auftreten, hast du gute Chancen, dich schnell
23:15zu erholen.
23:16Schau mich mal bitte an.
23:22Am besten, du machst einfach die Augen zu und versuchst ein bisschen zu schlafen.
23:26Ich kann die Dosierung des Schmerzmittels erhöhen.
23:30Wie lange fährst du schon Kart?
23:32Seit acht Jahren jetzt.
23:34Also hast du zehn.
23:36Bambini-Klasse.
23:38Zweitakt Motor, 60 Kubik, 8 bis 12 PS.
23:43Ich war damals regionaler Meister mit elf.
23:45Wow.
23:47Und seitdem wollte ich immer schneller werden.
23:49Wenn ich im Kart sitze und durchdrücke, dann ist alles andere egal.
23:53Nur ich, das Auto und die Strecke vor mir.
23:58Ich glaube, so fühlt sich fliegen an.
24:03Wann fängt das an zu wirken?
24:06Ich glaube, mein Kopf platzt.
24:08Der Schmerz, ist das eher so ein Drücken oder so ein Stechen?
24:12Na, Drücken.
24:13Und ich glaube, das Ohr fängt wieder an zu bluten.
24:15Schau mir das mal an.
24:22Das ist kein Blut.
24:34Müsst ihr mich so anglotzen?
24:36Ich habe so ein Loch im Bauch.
24:37Hier, nimm doch.
24:39Ja, nimm doch.
24:41Wie kann das sein?
24:41Da machen wir euch noch so voll.
24:43Das hält man Verdammung.
24:44Was ist mir Verdammung?
24:46Leute, ihr müsst euch hier nichts beweisen.
24:48Man braucht bei dem Job hier einfach viel Energie.
24:50Ich bin topfit.
24:52Blutzucker bei 107.
24:55Ja, ich bin auch im guten Bereich.
24:57Das ist eine Kopfsache.
24:58Bei dir wohl eher Mundsache, du sauerst.
25:02Man muss sich einfach fokussieren.
25:05Zum Beispiel auf die positiven Auswirkungen.
25:08Ich habe mal gelesen, dass beim Heilfasten der Darm sich von alten Emotionen reinigt.
25:14Da muss man aber auch drei Wochen durchziehen.
25:15Drei Wochen?
25:16Na, das wäre schon interessant zu wissen, ob wenigstens dein Darmgefühle hat.
25:21Nein.
25:23Nein.
25:23Dr. M?
25:24Hä? Bist gar nicht bei ihm eingeteilt.
25:26Eben.
25:27Klingt aber auf jeden Fall sehr dringend.
25:29Was?
25:29Seine alten Patientenakten von wann?
25:31Vorgestern?
25:32Ist lieber noch was als Nervennahrung.
25:41Ist das schwindelig?
25:43Ja.
25:45Uns hat richtig, richtig wehgetan.
25:48Wir vermuten eine sogenannte Likor-Läckage.
25:51Das heißt, die feste Haut um deinen Hirn hat wahrscheinlich ein Loch aus der Hirnwasseraustritt.
25:55Und durch den Likorverlust ist der interkranielle Druck gefallen.
25:58Das führt zu einer Art Absenkung des Gehirns und zu den Schmerzen.
26:01Wir überwachen permanent deine Blutwerte auf Neuron- und Entzündungswerte, falls eine Meningitis auftritt.
26:06Und wir machen deine Mathe mit Kontrastmittel.
26:08Das klingt ziemlich übel.
26:10Wir passen auf dich auf.
26:13Können Sie uns mal kurz alleine lassen?
26:21Es tut mir so leid.
26:25Ich habe mir das selbst eingebrockt.
26:27Hörst du jetzt mal auf, die Vorwürfe zu machen?
26:29Nein, du hast keine Ahnung.
26:30Natürlich habe ich Ahnung.
26:31Ich weiß, wie du dich fühlst.
26:35Dann weißt du auch, dass ich den Motor aufgeschraubt habe.
26:40Und dass ich die Zündung optimiert habe.
26:41Und dass ich das komplette Programm durchgezogen habe.
26:43Das weißt du auch?
26:45Du hast dein Card getunt.
26:4730 plus.
26:49Das Fiech ging richtig ab.
26:51Auf meiner Bahn.
26:53Du weißt, wo das Limit ist.
26:55Ich wollte schneller sein.
26:56Ist nicht wahr.
26:58Das kann nicht wahr sein, Kaspar.
27:00So, jetzt nicht.
27:04Dr. Ranta, da bringt dich zur Begebung, ja?
27:08Frau Jansson.
27:09Ich konnte er.
27:11Das ist ein absolutes No-Go.
27:13Er hat eine Grenze überschritten.
27:14Er hat sein Leben aufs Spiel gesetzt.
27:16Ich kann Ihren Ärger vollkommen verstehen.
27:18Aber das Letzte, was er jetzt in seinem Zustand braucht,
27:20ist Aufregung.
27:21Dann ändern Sie was an seinem Zustand.
27:23Das machen wir.
27:24Und das heißt abwarten.
27:25Warten?
27:26Ich will, dass Sie handeln.
27:27Verdammt noch mal.
27:28Ja, wir tun das, was nötig ist.
27:30Ja?
27:30Okay, ich sag Ihnen mal was.
27:31Es geht hier nicht darum,
27:32wer als Erster über die Ziellinie kommt.
27:34Ah, danke, Dr. Lindner, für die Belehrung.
27:37Aber Sie haben keine Ahnung, wer ich bin.
27:38Sie haben keine Ahnung,
27:39dass ich alles geben würde für dieses Kind.
27:42Ich würde meinen Job,
27:42ich würde meine Kartbahn hergeben für Kaspar.
27:45Warum sind Sie dann so sauer auf ihn?
27:46Sie raffen das gar nicht.
27:48Ich, ich hätte das sehen müssen.
27:50Ich hätte eingreifen müssen.
27:54Ah!
27:58Ah!
27:59Ah!
28:01Frau Malinowski,
28:02Professorin Patzelt wartet schon.
28:04Ihr MRT ist da.
28:08Wenn Sie da jetzt nicht gegensteuern,
28:10dann tritt der Schmerz zunächst bei Belastung auf,
28:13aber später auch in Ruhephasen.
28:14Das sieht dann bis runter ins Knie.
28:16Ihre Hüfte wird immer steifer.
28:18Es kommt zu Entzündungen
28:19und Sie entwickeln eine Schonhaltung.
28:22Und nach ein paar Jahren
28:23brauchen Sie wirklich dann ein neues Hüftgelenk.
28:25Ah!
28:26Das ist furchtbar.
28:27Das Ganze lässt sich schnell und einfach beheben,
28:30wenn wir jetzt operieren.
28:32Und so schnell finden Sie doch auch keinen neuen Kandidaten.
28:36Wissen Sie, wie lange ich meinen ersten Mann vor der Hochzeit kannte?
28:3924 Stunden.
28:41Der hat mir ein Lied geschrieben.
28:43Das hat gereicht.
28:44Ich war...
28:47Leider hat er unserer Nachbarin auch Lieder geschrieben.
28:50Die Wände waren sehr dünn.
28:52Und mein zweiter Mann,
28:53das war mein Aikido-Lehrer.
28:54Und der hat mir wirklich viel gegeben, aber...
28:58Offensichtlich hat es noch zwei mehr gebraucht.
29:00Ja, ich habe meinen inneren Frieden erst jetzt gefunden.
29:03Und Harry hat immer gesagt,
29:04entweder der Joe oder ich.
29:06Wer ist Harry?
29:07Ehemann Nummer vier.
29:09Ich habe mich für den Joe entschieden.
29:11Ah.
29:12Der bringt Klarheit.
29:22Danke.
29:29Jetzt ruhig mit dem Schritt nach vorne führen.
29:32Ja?
29:32Ja, sehr gut.
29:33Prima.
29:34Sie lernen schnell.
29:36Okay.
29:37Wir müssen jetzt wirklich zur Bildbesprechung.
29:40Joe hat entschieden.
29:42Wie war Ihre OP?
29:43Äh, anstrengend.
29:45Sind Sie schon fertig mit dem Filmteam?
29:47Ich musste auch in den OP.
29:49Notkaiserschnitt nach Eklamsi.
29:50Oh, äh, wie geht's dem Baby?
29:53Baby und Mutter sind stabil.
29:54Gut.
29:55Äh, dann machen wir jetzt gemeinsam weiter mit diesem Rundgang.
29:58Ich habe schon für einen Ersatz gesorgt.
30:00Ein Mann, der gerne mal etwas Aufmerksamkeit genießt.
30:03Oh, Ben hat übernommen?
30:04Nee, Dr. Moro gerade zufällig in der Nähe.
30:06Oh, Matteo.
30:07Ja, was?
30:09Kinderbetreuung?
30:10Und dann sollte ich noch die Cafeteria präsentieren?
30:12Ja?
30:13Jülchen, Dr. Scherbers.
30:15Ich stelle nur ungern, aber wollten wir nicht das JTK durch die neue Führungsspitze repräsentieren?
30:21Matteo, wer ist beim Filmteam?
30:25Von Hausmannskost, vegetarisch bis vegan, im Johanniszeit-Klinikum kommen alle auf ihre Kosten.
30:31Vielfalt ist angesagt.
30:33Weil wir auf dem Weg zum grünen Klinikum sind, gibt's nur einmal die Woche Fleisch.
30:38Reicht ja auch.
30:41Essen.
30:42Muss das sein.
30:43Okay, wir laufen noch.
30:51Belegte Brötchen, diverse Kuchen.
30:54Mitwochs ist immer Pastatag.
31:02Okay, vielen Dank an unsere Assistenzärztin, Dr. Galora.
31:09Sie, sie muss sich jetzt weiter um, äh, um die, um die Patienten kümmern.
31:16Ach, das ist die Kamera, Entschuldigung.
31:18Ich sag dann nochmal, ähm, weiter um ihre Patienten kümmern, aber jetzt bin ich für sie da.
31:35Ich dachte, sie wären gegangen.
31:37Bin ich auch.
31:38Jetzt bin ich wieder da.
31:40Ich weiß, die Besuchszeiten sind vorbei.
31:42Er schläft.
31:51Kaffee?
31:51Tee, hab ich noch nicht angerührt.
31:55Tee wär mir lieber.
31:57Ja, ich bin eigentlich auch eher Tee-Trinker.
31:59Aber nachts hier.
32:02Unser Automatenkaffee ist so verdammt schlecht, den müssen Sie probiert haben.
32:08Tut mir leid wegen vor Ihnen.
32:10Was ich laut geworden bin und Sie Ihre Arbeit machen?
32:14Sie haben ja klargemacht, wie viel Kasper Ihnen bedeutet.
32:18Und der Junge braucht Sie, so viel ist mal klar.
32:21Sie machen das richtig gut, Frau Jansson.
32:24Ich frag mich die ganze Zeit, was ist, wenn er das nicht übersteht.
32:29Ich war früher genauso wie er.
32:32Es konnte nicht schnell genug sein.
32:35In einem Kart zählt nur das Jetzt.
32:37Keine Vergangenheit, keine Zukunft.
32:39Das ist für mich die absolut pure Freiheit.
32:42Okay, so wie Sie das jetzt erzählen, leuchtet es mir das ein.
32:46Ich kann Ihnen mal eine Proberunde spendieren, wenn Sie wollen.
32:49Nee, danke.
32:58Es kann sein, dass er mich braucht.
33:00Ich hab das damals auch gedacht.
33:02Aber ich merk, ich brauche ihn genauso.
33:06Das ist schön.
33:09Komm, Sie holen sich ein bisschen aus.
33:11War ein langer Tag.
33:14Fünf Minuten.
33:20Okay.
33:23Vielleicht nehme ich das Angebot mit der Proberunde doch an.
33:30Na, das ist Quatsch.
33:33Ich bin leidenschaftlicher Fahrradfahrer.
33:38Okay, warum erzähle ich Ihnen das?
33:46Wow.
33:56Kasper.
33:58Alles gut.
34:01Wenn etwas gewesen wäre, dann hätte man mir Bescheid gesagt.
34:08Haben Sie die ganze Nacht hier gesessen?
34:11Haben Sie geschlafen?
34:13Nachtschicht kann ich ganz gut.
34:16Und lassen Sie immer Frauen an Ihrer Schulter schlafen?
34:20Sie sind ja witzig.
34:22Selbst beim Einschlafen legen Sie ein dermaßenes Tempo vor hier.
34:43Frau Malinowski, Sie haben gleich Ihre OP und sind nüchtern.
34:46Jetzt Sport zu treiben ist keine gute Idee.
34:50Kräfte in Betten sind zu weichen.
34:53Ich wäre Ihnen trotzdem sehr verbunden, wenn Sie jetzt mit dem Morgensport aufhören würden.
34:56Oh, meine Pappkräfte sparen.
34:58Ich bin auch schon mal beim Frühsport umgekippt.
35:01Jetzt übertreiben Sie doch nicht so.
35:02Ich brauche das halt einfach.
35:04Wegen Ihrer Immophilia?
35:05Immo-was?
35:06Ihre Tendenz, sich zu verlieben.
35:08Sie lieben quasi das Verliebtsein.
35:09Herr Gott, wer tut das nicht?
35:17Ja, es stimmt schon.
35:18Ich gehe immer all in.
35:21Kai übrigens habe ich beim Pokern kennengelernt.
35:23Kai war Nummer?
35:24Nummer drei.
35:25Und sein Einsatz war, er ist mein Butler für einen Tag.
35:29Wie romantisch.
35:30Ja, ja, die Romantik verflog allerdings schnell.
35:32Und nach ein paar Monaten hatte sich der Spieß umgedreht.
35:34Und ich hatte keine Lust mehr, dem Herrn seine Sachen hinterher zu tragen.
35:41Den behalte ich jetzt.
35:42Und Sie setzen sich.
35:44Und dann zeige ich Ihnen etwas, womit Sie besser lernen können, Konsequenzen einzuschätzen.
35:48Auch ohne Ihren Schuhen.
35:52Aua!
35:53Ich glaube, das ist die Stelle.
35:55Die starke Schulter zum Anlehen, hm?
35:57Was soll ich denn machen?
35:59Ich kann doch Frau Jansson nicht einfach wegschicken.
36:00Ihr habt die Nacht miteinander verbracht und sieht's durch noch heiß.
36:06Platonisch auf dem Flur.
36:07Sie ist Rennfahrerin, oder?
36:09Ja, war sie mal.
36:10Mhm.
36:12Und sieht's hier gut aus.
36:14Okay, wenn wir jetzt jeden Patienten und jede Patientin als potenziellen Partner sehen,
36:18dann kriegen wir echt Probleme, Juhuja.
36:19Ach, dir keine Sorgen.
36:20Sie ist nicht deine Patientin.
36:22Ich mach mir keine Sorgen.
36:24Okay.
36:25Aber du scheinst sie zu mögen.
36:29Worüber habt ihr denn geredet?
36:33Vielen Dank.
36:33Ach, komm schon.
36:35So ein paar klitzekleine Infos für die Massage.
36:37Ja.
36:38Danke für die hervorragende Massage und den noch besseren Tee, aber ich muss mich jetzt mal wieder um meine Patienten
36:43kümmern.
36:44Wir reden später.
36:45Okay?
36:45Klar.
36:46Marc.
36:48Wenn du das Gefühl hast, sie ist zu schnell unterwegs, dann bremst nicht.
36:54Handbremse lösen.
36:55Bisschen Tempo kann nicht schaden.
36:58Vielleicht ist das genau einer dieser Momente, auf die du später zurückblickst und dir wünschst, die Zeit zurückdrehen zu können.
37:05Kennen wir beide was?
37:08Na ja, mal abwarten.
37:09Nee, Marc.
37:11Eben nicht.
37:22Kasper.
37:24Hey.
37:26Du bist ganz heiß.
37:28Du hast Fieber.
37:31Was ist?
37:32Dein Kopf?
37:33Ich tue so weh.
37:36Ich tue so weh.
37:38Okay, das ist gut.
37:41Hallo?
37:45Okay, ganz ruhig.
37:46Ich bin bei dir.
37:47Ruhig ein- und ausatmen.
37:49Er ist total heiß.
37:54Erhöhte Lichtempfindlichkeit?
37:56Pupil nicht ganz isokor.
37:57Entzündungswerte?
37:58Labor von heute ist noch nicht da.
38:00Gefällt mir nicht.
38:02Wir machen nochmal ein CT und dann direkt in den OP.
38:04Duraplastik?
38:05Wir müssen das Leck schließen.
38:05Alex, lass mich nicht allein.
38:09Auf keinen Fall.
38:09Auf keinen Fall.
38:11Können Sie uns aufklären?
38:12Abwarten ist keine Option mehr.
38:29Na?
38:30Hüngerchen?
38:31Wie so siehst du so in der Gegeladen aus?
38:32Hast du was gegessen?
38:3392.
38:34Ich bin nüchtern und ich hab einen klaren Kopf.
38:37Noch zwei Stunden.
38:39Ah, ich könnte auch noch länger.
38:43Einen Schokokuss, bitte.
38:45Herr Maritsch.
38:46Dr. Aibeck.
38:47Frühstück keiner mehr zu Hause, Sie haben Dienstbeginn.
38:49Das ist für später.
38:51Sowas ähnliches hat mir Frau Galora eben auch schon zu dem Stück Schokokuchen erzählt,
38:54dass sie im Ärzte-Zimmer bunkert.
38:56Schokokuchen.
38:59Glucosemangel im Hirn führt zu Denkblockaden.
39:03Sie werden langsamer.
39:04Kommen Sie.
39:07Also, ich bin, ähm...
39:09Wortfindungsstörung.
39:09Klassiker.
39:10Und das Allerschlimmste ist, Sie denken nur noch an Essen.
39:12Nee, ich bin ganz bei der Sache.
39:13Na ja, geht gut.
39:14So, wir machen Visite.
39:15Dann hätte ich eine schwule Zystektomie für Sie.
39:18Und dann Entlassung, Herr Maritsch.
39:19Herr Maritsch?
39:20Ja?
39:22Fühlen Sie sich dazu in der Lage?
39:23Ja, natürlich, Dr. Aibeck.
39:24Ja, dann komm.
39:24Gar kein Problem.
39:29Herr Maritsch?
39:30Ja?
39:31Nicht anfassen.
39:32Die Werte sind da.
39:38CRP liegt bei 190 Milligramm pro Liter.
39:40Gut, der Pupeting ist bereit.
39:42Dr. Linda?
39:44Er kommt durch, oder?
39:46Können Sie was sagen, bitte?
39:48Müssen Sie seinen Kopf aufbohren, um das zu reparieren, Leute?
39:53Sie müssen mir das bitte versprechen.
39:55Sie müssen mir versprechen, dass er nicht stirbt.
39:58Dr. Lindner, wir sollten es...
40:02Er kommt da heil raus.
40:14So, hiermit laufen Sie.
40:15Links und rechts.
40:17Und hier auf B springen Sie.
40:19Ich habe Ihnen hier noch ein paar Befehle aufgeschrieben für verschiedene Attacken.
40:25Okay.
40:27Ja, hier, das zum Beispiel.
40:28Ah, was denn jetzt passiert?
40:31Jetzt sind Sie die Schlucht runtergefallen.
40:33Ich habe doch gar nichts gemacht.
40:34Na ja, Sie sind in die falsche Richtung gelaufen.
40:37Und das soll Stress abhauen?
40:39Zu 100 Prozent.
40:40Pff.
40:41Wollen Sie aufgeben?
40:48Gut, dann hole ich Sie in einer Stunde zur OP ab.
40:51Ja, ja, ja, ja, jetzt gehen Sie schon.
40:53Ich muss mich konzentrieren.
40:55Ja.
40:59Wie sieht es im Frakturbereich aus?
41:02Ich sehe die Frakturgrenze, aber der Defekt breitet sich medial bis zum Tegmen aus.
41:06Wir können versuchen, das Mittelohr weiter zu explorieren.
41:10Vor allem müssen wir das Loch in der Dura-Mata schließen und den Liquor-Verlust zu stoppen.
41:14Vielleicht hätten Sie mit Ihrem Versprechen...
41:17Ich hätte das nicht sagen sollen, Nico, ich weiß.
41:20Wir stellen um auf Krania zu gehen.
41:22Lateral?
41:23Dann können wir den Schnitt erweitern und müssen nicht umlagern.
41:27Die Teilwerte sind weiterhin stabil?
41:28Ja.
41:30Hochgeschwindigkeitsfräse vorbereiten.
41:31Stift.
41:38Sobald wir offen sind, suche ich den Defekt und Sie beiden bitte die Fascia Temporalus vor.
41:42Mhm.
41:45Haben Sie sich denn nochmal gemeldet?
41:46Nee.
41:47Nach dem Dreh hier in der Cafeteria war alles vorbei.
41:49Ich habe noch angeboten, dass wir auch noch Sachen nachdrehen können.
41:52Und?
41:53Ich bin selber zufrieden.
41:54Alles im Kasten.
41:55Okay.
41:57Papa!
41:59Jülchen.
42:00Dr. Scherbers.
42:00Dieser Redakteur hat mir den Bericht zukommen lassen.
42:04Na und?
42:06Ich ahne Schlimmes.
42:08Na, Papa, zeig mal her.
42:11Es ist eine der bekanntesten Kliniken Deutschlands mit internationalem Anspruch.
42:15Das Johannisthal Klinikum Erfurt.
42:18Eine Wohlfühloase oder mehr Schein als sein.
42:22Das werden wir heute herausfinden.
42:24Herzlich willkommen am JTK, einer der größten Kliniken Deutschlands.
42:27Sieht gut aus, Jülchen.
42:29Hier wird geheilt.
42:30Geforscht und gelehrt.
42:32Ganz besonderen Wert legen wir auf die Ausbildung unserer jungen Ärzte.
42:36Von Hausmannskost, vegetarisch bis vegan, im Johannisthal Klinikum kommen alle auf ihre Kosten.
42:42Belegte Brötchen, diverse Kuchen.
42:46Mittwochs ist immer Pastatag.
42:48Für gutes Essen ist also gesorgt, aber auch für den Nachwuchs?
42:53Ja, in der JTK-Kinderbetreuung.
42:56Ich sag ja schon seit Jahren, dass das hier ein Kindergarten ist.
43:00Jetzt ist es endlich offiziell.
43:02Das geht ja gar nicht.
43:04Ja, Moment, das Video ist ja noch nicht zu Ende.
43:06Alle Patienten, die wir hier behandeln, haben ihre eigene Geschichte.
43:10Deswegen wird bei uns die individuelle Betreuung besonders groß geschrieben.
43:16Bei aller Hightech-Medizin steht hier immer der Mensch im Mittelpunkt.
43:21Am Ende scheint im JTK nur eine Sache wichtig zu sein.
43:25Die Patienten.
43:26Das klingt doch nach unserem Klinikum.
43:28Finde ich auch.
43:29Ja, ja.
43:30Ich hab's doch gewusst.
43:39Hallo.
43:43Wie geht's dir?
43:46Die Ärzte haben gesagt, die OP ist gut verlaufen.
43:51Aber sie mussten dir deinen Schädel aufbohren.
43:59Bisschen frische Luft da oben.
44:07Würdest du mich jetzt eigentlich rausschmeißen?
44:14Das mit deinem Kart war richtig übel.
44:16Und das wird Konsequenzen haben.
44:19Ich weiß, ich...
44:21Ich putz die gesamte Bahn mit einer Zahnbüste, wenn's sein muss, okay?
44:27Ich wollte dich nur stolz machen.
44:31Ja.
44:34Ich bin jeden Tag stolz auf dich.
44:37Ich konnte dich nie rausschmeißen.
44:40Hey.
44:42Wie sind die Schmerzen?
44:45Ich würd sagen, ich fühl mich fahrbereit.
44:49Das Fentanyl wird noch schnell genug abgebaut.
44:51Malhin macht das schon wieder Scherz.
44:54Können wir kurz reden?
45:06Danke, dass Sie mich wieder zusammengepflegt haben.
45:11Wenn du nach der Reha wieder auf der Bahn bist, sag Bescheid.
45:14Ich würd dich gern mal fahren sehen.
45:16Für Sie fahr ich sogar extra langsam in den Kurven.
45:25Danke, dass Sie Ihr Versprechen gehalten haben.
45:29Wie lange muss er auf der Intensivstation bleiben?
45:33Das ist schwer zu sagen.
45:35Vermutlich irgendwas zwischen 48 Stunden bis maximal eine Woche vielleicht.
45:38Er ist nicht über den Bergen.
45:40Er hatte zwei schwere OPs.
45:41Das ist eine Menge Stress für seinen Körper.
45:43Da muss er sich erst mal von erholen.
45:45Aber das Schlimmste hat er wirklich hinter sich.
45:47Das können Sie mir wirklich glauben.
45:52Und das war das, was Sie mir sagen wollten?
45:54Nein.
45:58Ich finde, wir können das Dietzen jetzt lassen, oder?
46:00Ich bin Marc.
46:04Alexandra.
46:05Meine Freundin nennt mich Alex.
46:08Ich weiß nicht, ob wir schon so weit sind.
46:10Wenn du mit meinem Tempo mithalten kannst.
46:36Ich bin Alex.
46:39Ich bin Marc.
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