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KurzfilmeTranskript
00:00In der Kur ist mir klar geworden, dass ich Viktoria gehen lassen muss.
00:04Und es tut mir leid, dass ich euch mit meinem Kreislaufkollaps solche Sorgen gemacht habe.
00:09Hauptsache, es geht dir besser und du bist wieder bei uns.
00:13Was ist eigentlich mit dieser Sophie Nowak?
00:16Es wird doch Zeit, dass ich meine neue Scheidungsanwältin endlich kennenlerne, oder?
00:20Meinst du nicht, das hat noch Zeit bis morgen?
00:23Ja, gut, meinetwegen.
00:27Ich will diese Scheidung endlich hinter mich bringen.
00:30Annabelle muss aus meinem Leben verschwinden, wenn ich jemals wieder neu anfangen will.
00:35Darauf, dass Annabelle nie wieder ihren Fuß in dieses Haus setzen wird.
00:39Ja.
00:44Hier wird gefeiert.
00:47Bekomme ich auch ein Glas?
00:49Annabelle?
00:51Was machst du hier?
00:53Mein gesunder Zustand hat sich verschlimmert.
00:55Man hat mich per Eilbeschluss auf freiem Fuß gesetzt.
01:00Es ist so schön, wieder zu Hause zu sein.
01:10Hey, what you looking for?
01:16No one has the answer.
01:19They just want more.
01:24Hey, who's gonna make it right?
01:30This could be the first day of my life.
01:40Was starrt ihr mich so an?
01:42Was hat das alles zu bedeuten?
01:44Was machst du hier?
01:45Ich bin deine Frau.
01:47Das scheinst du wohl vergessen zu haben.
01:49In guten wie in schlechten Tagen.
01:50Was soll dieses verdammte Theater?
01:53Wie bitte?
01:54Ich bitte um Entschuldigung, aber ich habe einen Hörsturz und ich brauche viel Ruhe.
02:00Und wo bekommt man die wohl am ehesten?
02:02Natürlich im Kreis der Familie.
02:05Annabelle.
02:06Könnten wir vielleicht alles nachher besprechen?
02:08So eine Haftverschonung bekommt man ja nicht ohne weiteres.
02:11Haftverschonung?
02:12Ich will jetzt sofort wissen, was...
02:14Später.
02:14Ich möchte mich ein wenig hinlegen.
02:17Wir haben ja ab jetzt viel Zeit füreinander.
02:31Dann kommst du also morgen nach Hause.
02:33Was sonst?
02:34Irgendwann ist auch mal in der Gesprächstherapie alles gesagt.
02:38Schön, dass es dir wieder besser geht.
02:40Und wegen des Einbruchs in Hagens Wohnung mach dir mal keine Sorgen.
02:43Die Sache ist vergessen.
02:46Hauptsache du hältst dich von Annabelle fern.
02:48Gute Nacht.
02:50Hauptsache Annabelle hältst dich von deiner Schwester fern.
02:53Solange sie im Gefängnis ist, kann sie wohl nicht so viel Schaden anrichten.
02:56Ja, das gilt für jeden anderen.
02:58Aber bei Annabelle, da kann man das nicht wissen.
03:02Frau Landmann,
03:04war es nicht immer eine Ihrer Grundregeln über abwesende Mitmenschen?
03:08Stets nur Gutes zu sagen?
03:10Frau van Walden, ich wusste nicht, ich dachte, wieso sind Sie...
03:14Ist das ein Altersbedingter oder warum sprechen Sie nicht mehr in ganzen Sätzen?
03:17Äh, ich, ich, ich, ich verstehe nicht...
03:21Die juristischen Details würden Ihren Horizont ohnehin übersteigen.
03:24Aber vielleicht können Sie mir ja sagen, wo meine Sachen hingekommen sind.
03:27Ja, die haben, äh, Herr van Walden und Frau Bernstein...
03:32Ja?
03:33Entsorgt.
03:35Entsorgt?
03:38Ich gebe Ihnen Zeit, die Sachen bis morgen wieder zu beschaffen.
03:40Sonst werde ich Sie beide entsorgen.
03:43Haben Sie es verstanden?
03:43Akustisch, ja.
03:45Ich bin mir allerdings nicht sicher, ob Sie die Richtige sind,
03:47über unsere Angestelltenverhältnisse zu befinden.
03:50Wie war das?
03:51Ich sehe mal nach, ob sich etwas von Ihren Sachen finden ist.
03:54Das, das möchte ich Ihnen auch geraten haben.
03:59Und jetzt zu Ihnen, Frau Maywald.
04:03Danke für die Auskunft.
04:05Gute Nacht.
04:07Das war der Haftrichter.
04:12Wieso ist Annabelle auf freiem Fuß?
04:14Sie ist nicht auf freiem Fuß.
04:16Sie steht unter strengem Hausheiß.
04:18Ein Arzt hat sie für haftunfähig erklärt,
04:20weil ihr Hörsturz angeblich stressbedingt ist.
04:25Das ist doch lächerlich.
04:26Sie ist nicht kränker als du und ich, Hagen.
04:28Sie spielt Theater.
04:29Ja, ich weiß das und ihr wisst es, aber wir können es nicht beweisen.
04:31Die Frau ist eine Mörderin.
04:33Sie hat meine Tochter auf dem Gewissen.
04:36Wieso lässt der Staat Sie mit dieser Schmieren-Komödie davon kommen?
04:40Annabelles Radius ist auf dieses Haus begrenzt.
04:42Sie trägt eine elektronische Fußfessel.
04:44Dieses, dieses Ding da an Ihrem Bein?
04:46Ja.
04:47Das Gerät zeigt an, wo sie sich gerade befindet.
04:49Und wenn sie das Haus verlässt, schlägt ein Alarm los
04:52und sie muss zurück ins Gefängnis.
04:54Also Fußfessel hin oder her.
04:55Ich kann mit dieser Frau nicht unter einem Dach leben.
04:58Hagen, bitte sorg dafür, dass sie, dass sie,
04:59dass sie von hier verschwindet.
05:01Ich verlasse mich auf dich.
05:05Also danke für die Begleitung.
05:06Bitte schickt.
05:07Hallo zusammen.
05:09Ist Papa schon im Bett?
05:13Was ist denn los?
05:14Ist was passiert?
05:15Ja, das kann man wohl sagen.
05:17Ist was mit Papa?
05:18Nein, dein Vater ist in Ordnung.
05:20Was ist denn nun los?
05:22Annabelle.
05:24Hat sie sich in ihrer Zelle erhängt?
05:26Nein.
05:27Nein, sie ist wieder da.
05:35Wir werden uns jetzt mal in alle Ruhe unterhalten
05:37und dabei können Sie mir ein leichtes Abendessen zubereiten.
05:40Was hätten Sie gern?
05:42Wasser und Brot?
05:44Langsam habe ich genug von Ihren Unverschämtheiten.
05:47Im Gefängnis konnte ich wenig dagegen tun,
05:49aber hier in meinem eigenen Haus
05:50sieht die Sache schon etwas anders aus.
05:52Frau van Weiden,
05:54ich weiß, dass Sie gern Menschen einschüchtern.
05:56Und offenbar ist Ihnen das mit meiner Schwester oft gelungen.
05:59Aber ich empfehle Ihnen dringend,
06:01Nora, Frau Landmann und mich in Ruhe zu lassen.
06:02Wollen Sie mir drohen?
06:04Nein, ich bin hier nur angestellt.
06:05Wer weiß, wie lange noch.
06:06Und wenn Sie uns in Ruhe unsere Arbeit tun lassen,
06:08dann werden wir sicher miteinander auskommen.
06:10Das glaube ich kaum.
06:11Mit Frau Landmann bin ich noch nie gut ausgekommen
06:13und Sie sind ihr bedrückend ähnlich.
06:15Und was Ihre Schwester angeht...
06:16Ich warne Sie.
06:17Lassen Sie Nora in Ruhe.
06:19Nein, ich warne Sie.
06:20Mäßigen Sie Ihren Ton.
06:22Ich bin weder an Ihnen noch an Ihrer Schwester interessiert.
06:25Und warum nutzen Sie sie aus
06:26und bringen Sie dazu, in fremde Wohnungen einzubrechen?
06:28Wollen Sie etwa auf diese Art Ihre Scheidung verhindern?
06:30Ich glaube, diese Unterhaltung hatten wir heute bereits.
06:34Ja, und da sind Sie ausgewichen
06:35und haben behauptet,
06:36ich sei schuld am Selbstmordversuch meiner Schwester.
06:38Stimmt das etwa nicht?
06:39Sie haben ihr den Mann weggenommen
06:40und sie in die Verzweiflung gestürzt.
06:42Oder etwa nicht?
06:44Das geht Sie überhaupt nichts an.
06:45Ach, plötzlich bin ich nicht mehr Noras Mutter.
06:48Das kommt mir sehr gelegen.
06:49Ich habe nämlich kein Interesse daran,
06:51dass Sie dieses Gerücht weiterhin verbreiten.
06:53Das ist kein Gerücht.
06:55Sie sind Noras Mutter.
06:57Auch wenn ich mir wünsche, dass es nicht so wäre.
06:59Diese Unterhaltung ist beendet.
07:00Ich sage es Ihnen noch einmal.
07:02Lassen Sie meine Schwester in Ruhe.
07:04Und ich sage Ihnen noch einmal,
07:05bereiten Sie mein Abendessen zu
07:07und bringen Sie es mir in die Bibliothek.
07:19Und?
07:21Gut.
07:22Gut?
07:23Das ist alles, was du sagst?
07:25Wenn die Leute morgen in den Bar nicht so begeistert sind,
07:27dann kann ich gleich wieder meine Sachen packen.
07:29Hey, jetzt mach mal halblang.
07:30Der Cocktail ist super.
07:31Elsa wird begeistert sein von ihrem neuen Barkeeper.
07:34Das war ja ein kompletter Satz.
07:36So viel hast du den ganzen Abend noch nicht gesagt.
07:37Wozu auch? Du bist doch der Barkeeper.
07:40Eben. Und Barkeeper müssen zuhören.
07:42Also, was ist dein Problem?
07:43Job oder Freundin?
07:46Ich habe Luisa eben getroffen.
07:48Verstehe. Erzähl.
07:51Es ist komisch.
07:52Seit ich sie kenne, passiert uns das immer wieder.
07:54Was?
07:56Dass wir uns treffen.
07:57Ich meine, einfach so wie zufällig.
08:02Ich glaube, es ist Schicksal.
08:04Kein Grund, so ein Gesicht zu ziehen.
08:05Wir haben uns getrennt.
08:07Das ist ein Grund, so ein Gesicht zu ziehen.
08:11Wegen Nora nehme ich an.
08:12Ja, was sollte sonst der Grund sein?
08:14Nora erpresst Luisa.
08:16Das haben wir doch schon geklärt.
08:17Und Luisa soll glauben, dass sich Nora wieder etwas antut,
08:20wenn ihr zusammen seid.
08:20Sebastian, ich weiß das.
08:22Aber Luisa muss damit klarkommen.
08:24Und das schafft sie nicht.
08:26Ich glaube, sie hält es für möglich, dass Nora,
08:28sagen wir,
08:30ein eigenes Verhältnis zur Wahrheit hat.
08:33Aber sie zieht keine Konsequenzen daraus.
08:35Sie hat Angst, dass Nora sich doch was antut.
08:38Und deshalb habt ihr euch getrennt.
08:40Naja.
08:41Aber ihr könnt ja noch Freunde bleiben.
08:45Das ist nicht dein Ernst.
08:47Oh Mann, was soll das denn werden?
08:48Was heißt, was soll das denn werden?
08:50Ja, du liebst diese Frau.
08:52Wie kannst du das so tun, als wären dir nur Freunde?
08:54Soll ich ignorieren,
08:54dass sie sich wahnsinnige Sorgen um Nora macht?
08:56Du musst ihr einfach klar machen,
08:58was für ein Kaliber ihre Schwester ist.
09:00Und dann?
09:01Im Endeffekt heißt das,
09:02entweder Nora oder ich.
09:05Soll ich Luisa so einem Druck aussetzen?
09:08Das wäre nicht so nett.
09:10Eben.
09:11Da ist es schon besser, wenn wir Freunde bleiben.
09:29Das wäre nicht so nett.
09:43Das wäre nicht so nett.
09:50Wie bist du?
09:51Ich hab dich überall gesucht.
09:55Wie geht's Richard?
09:56Hast du ihn gesehen?
09:59Er ist völlig außer sich.
10:00Aber er versucht, Fassung zu bewahren.
10:11Wir brauchen jetzt einen klaren Kopf.
10:14Und was soll uns das jetzt noch bringen?
10:17Wir werden Annabelle zurück ins Gefängnis bringen.
10:19Wir weisen ihr nach,
10:20dass dieser Hörsturz nur frei erfunden ist.
10:23Wir können froh sein,
10:25dass Richard den Brief nicht entdeckt hat.
10:27Und deshalb
10:29müssen wir ihn jetzt unbedingt vernichten.
10:34Du warst doch dabei.
10:37Als ich's versucht habe,
10:38stand Richard plötzlich mitten im Raum.
10:41wenn der Brief in falsche Hände gelackt hat.
10:43Das wird er nicht.
10:44Er liegt sicher im Safe
10:45und Annabelle kennt die Kombination nicht.
10:48Und hast du mir nicht selber gesagt,
10:49Richard, geht nicht an deine Sachen?
10:51Hagen.
10:52Victoria sagt in ihren letzten Zeilen an dich,
10:55dass sie Annabelle umbringen wollte.
10:57Und wenn das rauskommt,
10:59ist Annabelle frei.
11:00Glaubst du, das weiß ich nicht?
11:02Du musst versuchen,
11:04dich von diesem Brief zu trennen.
11:07Zu viele Leute wissen schon davon.
11:10Wir beide, Sophie, Annabelle.
11:17Vielleicht ist das gar nicht so schlecht.
11:19Was denn?
11:23Annabelle?
11:25Annabelle will doch unbedingt
11:25diesen Brief haben, oder?
11:27Und sie würde alles tun,
11:29um ihn zu bekommen.
11:31Dann ist das also auch ihre Schwachstelle.
11:34Genau das werden wir ausnutzen.
11:36Wie?
11:39Ich hab da so ne Idee.
11:49Also, ich finde das sehr mutig von dir,
11:52wie du Annabelle entgegengetreten bist.
11:55Ich kann es nicht leiden,
11:56wenn sie dich so behandelt.
11:58Ich hab mich im Laufe der Jahre
12:00daran gewöhnt.
12:01Aber warum lässt du dir das gefallen?
12:03Sagen wir so.
12:05Das war der Preis dafür,
12:08dass ich mit dem Menschen,
12:10den ich am meisten auf der Welt verehrte,
12:13zusammen unter einem Dach leben konnte.
12:16Dein Herr Raffenberg.
12:19Dafür war ich bereit,
12:20ein Opfer zu bringen.
12:24Ich, Eva, bewundere.
12:26Sie beschämt mich richtig.
12:28Sie hat ein großes Opfer gebracht
12:29für die Liebe ihres Lebens.
12:32Ich opfere meine Liebe für...
12:34Ja, für was?
12:36Für das Wohlergehen meiner Schwester?
12:38Eva sagt, ich sei mutig.
12:40Ich wünschte, ich wäre so mutig wie sie.
12:44Guten Abend.
12:47Simon, ich hab dich überhaupt nicht bemerkt.
12:50Ihr wart ja auch völlig in Gedanken.
12:51Sagen wir besser,
12:52ich bin völlig erledigt.
12:55Deshalb gehe ich jetzt auch zu Bett.
12:57Gute Nacht.
12:57Gute Nacht.
13:04Eva ist wirklich ein feiner Mensch.
13:07Nur Annabelle macht ihr das Leben schwer.
13:10Wieso Annabelle?
13:10Die ist auch im Gefängnis.
13:12Seit heute Abend leider nicht mehr.
13:14Was?
13:15Sie ist frei.
13:16Sie hat eine Haftverschonung bekommen
13:18und trägt eine elektronische Fußfessel,
13:20die ihren Radius auf das Gutshaus beschränkt.
13:24Dann wird zum Gutshaus für dich
13:25und die anderen unerträglich.
13:28War ein langer Tag heute.
13:34Soll ich dich alleine lassen?
13:44Gute Nacht.
13:47Gute Nacht.
14:08Gute Nacht.
14:11Warum muss ich ihn gehen lassen?
14:14Und warum erzähle ich ihm nicht einfach alles,
14:16was mich bedrückt?
14:18Dass ich Angst um Nora habe
14:20und vor Annabelles schlechten Einfluss auf sie.
14:24Was würde Simon mir raten?
14:27Vielleicht, dass ich damit aufhöre,
14:28beweisen zu wollen,
14:29dass Annabelle Noras Mutter ist.
14:32Wer will schon so eine Mutter haben?
14:35Na ja.
14:37Heute löse ich das Problem auch nicht mehr.
14:50Entschuldige bitte.
14:53Was meinst du?
14:55Mein Auftritt vorhin,
14:56oder besser gesagt, mein Abgang.
14:59Du musst dich nicht entschuldigen.
15:00Ach komm, ich habe mich gehen lassen.
15:03Niemand nimmt dir das übel.
15:04Wir wissen alle,
15:05was du im Moment durchmachst.
15:12Weißt du,
15:12in den letzten beiden Wochen
15:13nach meinem,
15:15ich weiß gar nicht,
15:16wie ich es nennen soll,
15:17sagen wir einfach,
15:18Schwächeanfall.
15:20Also in diesen beiden Wochen
15:22habe ich sehr viel Zeit gehabt
15:23zum Nachdenken.
15:25Über Viktoria und
15:27über meine Ehe mit Annabelle.
15:30und dabei ist mir klar geworden,
15:33wie viel Unglück Annabelle
15:34über unsere Familie gebracht hat.
15:35macht's Schicksal.
15:40Der gefälschte
15:42Vaterschaftstest
15:47und Viktoria ist tot.
15:48Ach, ich hab's.
15:50Jeden Tag
15:51habe ich mich damit getröstet,
15:52dass Annabelle
15:53im Gefängnis sitzt
15:55und dass sie endlich
15:56dafür büßt,
15:57was sie uns allen
15:58angetan hat.
15:58Das wird sie glauben,
15:59mir.
16:00Und dann komme ich nach Hause
16:01und Annabelle kommt mir
16:02lachend entgegen
16:03und alles scheint
16:03wieder von vorne zu beginnen.
16:05Es macht keinen Sinn,
16:06den Kopf hängen zu lassen.
16:07Offensichtlich ist die letzte
16:08Schlacht noch nicht geschlagen.
16:10Als erstes werden wir nachweisen,
16:12dass dieser Hörsturz
16:13nur vorgetäuscht ist.
16:14Dann wird das Gericht
16:15diese Haftverschonung
16:16zurücknehmen müssen
16:17und das wird dann
16:17ihr letzter Schachzug gewesen sein.
16:22Weißt du,
16:22wo sie im Moment ist?
16:24Sie hat sich in der Bibliotheke
16:25ein Abendessen servieren lassen.
16:27Okay.
16:29Betrachten wir es
16:30als ihre Henkers Mahlzeit
16:31in diesem Haus.
16:39Mein Geliebter,
16:41wenn du diesen Brief
16:42in Händen hältst,
16:43wird Annabelle tot sein.
16:45Jemand musste es tun.
16:47Und vielleicht wollte es
16:48das Schicksal so,
16:50dass ich dieser jemand bin.
16:52Ich liebe dich.
16:55Vergiss das niemals.
16:56Wenn du wüsstest,
16:57wie sehr du mir fährst.
17:02Annabelle läuft Freiburg.
17:05Aber das werden wir
17:06nicht zulassen, oder?
17:14Das könnte funktionieren.
17:34Sophie.
17:34Hi.
17:35Hi.
17:36Ich weiß,
17:36es ist spät,
17:37aber ich habe noch nichts gesehen.
17:38Störe ich?
17:39Ich, ähm...
17:41Hey, hey, ich bin nur hier
17:42um zu reden.
17:43Keine Gefahr.
17:45Hast du bei dir das nicht gemeint?
17:46Komm rein.
17:51Dann weißt du es also schon.
17:52Was?
17:54Annabelle ist wieder
17:54auf freiem Fuß.
17:55Bitte?
17:57Nein, das habe ich nicht gewusst.
17:59Hat es mit diesem Beweis
18:00für ihre Unschuld zu tun?
18:02Ist etwa dieser Brief
18:03von Victoria aufgetan?
18:04Nein, nein, nein, nein, sie...
18:05Sie hat Haftverschonung bekommen,
18:06wegen eines angeblichen Hörsturzes.
18:08Du weißt schon,
18:09wegen der unmenschlichen
18:11Haftbedingungen...
18:11Du glaubst,
18:12sie spielt Theater.
18:13Ich weiß es.
18:14Und sie weiß es.
18:15Und sie weiß,
18:16dass ich es weiß.
18:17Das tut mir leid.
18:20Was wirst du jetzt tun?
18:22Sie wieder dahin zurückbringen,
18:24wo sie hingehört.
18:25Hinter Gitter.
18:27Streng legal, natürlich.
18:29Natürlich?
18:31Wie läuft es mit der Scheidung?
18:33Läuft wie geplant.
18:35Klar.
18:36Wir haben ja auch die beste Anwältin,
18:37die wir kriegen können.
18:37Tag und Nacht im Einsatz.
18:40Habt verstanden.
18:41Bin schon weg.
18:44Sophie.
18:47Sag mal nicht böse,
18:48ich bin müde, okay?
18:49Alles klar.
18:51Wir sehen uns morgen
18:52zum Frühstück im Brotshaus.
18:53Ja.
18:56Gute Nacht.
18:57Gute Nacht.
19:23Ich hätte nicht gedacht,
19:24dich noch einmal hier zu sehen.
19:30Kannst du wirklich nichts hören
19:31oder spielst du mir was vor?
19:34Annabelle!
19:34Äh, Richard.
19:37Ich hatte gehofft,
19:38dass du kommen würdest.
19:40Schön, dich zu sehen.
19:41Das kann ich von mir nicht behaupten.
19:43Entschuldige,
19:43du musst ein wenig lauter reden.
19:44Seit dem Hörsturz
19:45habe ich wirklich große Mühe
19:47zu verstehen.
19:48Ja, ja.
19:49Du kannst das Theater
19:49in meiner Gegenwart lassen.
19:51Wie Theater?
19:52Warum unterstellen mir immer
19:54alle in diesem Haus
19:55das Schlechteste?
19:58Fragst du dich das im Ernst?
20:01So ein Hörsturz ist wirklich
20:02eine schlimme Sache.
20:03Das wünsche ich meinem
20:03ärgsten Feind nicht.
20:04Ja, und davon hast du ja
20:05wahrlich genug.
20:06Du hast keine Ahnung,
20:08wie es ist,
20:08zu Unrecht im Gefängnis
20:09zu sitzen.
20:11Du wagst es in meiner
20:12Gegenwart von Recht
20:13oder Unrecht zu sprechen?
20:15Richard, ich weiß genau,
20:16was in dir vorgeht.
20:17Victorias Tod war wirklich
20:18ein furchtbares Unglück.
20:20Du musst mir glauben,
20:20ich habe nichts damit zu tun.
20:21Ich will davon nichts mehr hören.
20:23Ich will überhaupt von dir
20:24nichts mehr hören oder sehen.
20:26Noch sind wir verheiratet.
20:27Das ist nur noch
20:28eine Frage der Zeit
20:29und des Geschicks
20:30meiner Anwälte.
20:32Nein, nein.
20:33Unsere Verbindung war
20:34von Anfang an ein Fehler.
20:35Wie kannst du nur
20:36so etwas sagen?
20:38Ich habe dir einmal vertraut,
20:40aber das war falsch.
20:41Bitte, bitte gehen Sie.
20:46Wir sind wirklich
20:47zu verschieden.
20:48Nein, Annabelle.
20:49Unsere Wege trennen sich.
20:51Und ich hoffe,
20:52Sie tun es bald.
21:25Nora müsste bald hier sein.
21:27So sehr ich mich darauf freue,
21:29sie wiederzusehen,
21:30ganz sicher bin ich nicht,
21:31ob Nora im Gutshausgut
21:32aufgehoben ist.
21:34Was, wenn Annabelle
21:35ihren schlechten Einfluss
21:36auf Nora weiter ausübt?
21:38Nora ist viel zu labil,
21:40um sich auf Dauer
21:40dagegen zu wehren.
21:43Der Streit zwischen Annabelle
21:45und Herrn van Weiden
21:45geht mir nicht aus dem Kopf.
21:47Er sagte,
21:48dass sie sein Vertrauen
21:49missbraucht hat.
21:51Dabei weiß er bestimmt nicht,
21:52dass Annabelle
21:52eine uneheliche Tochter hat.
21:56Annabelle liebt diesen Mann
21:57und hintergeht ihn.
21:59Was würde sie erst
22:00mit jemandem tun,
22:01der ihr gleichgültig ist?
22:05Nora,
22:06da bist du ja.
22:07Ja, da bin ich.
22:09Zu Hause ist es doch
22:10immer am schönsten.
22:11Ich weiß,
22:12es ist ein bisschen eng hier.
22:14Wenn du willst,
22:15suchen wir uns
22:15eine schöne Wohnung
22:16in Falkenthal.
22:16Wenn wir damit
22:17so erfolgreich sind
22:18wie mit der Suche
22:18nach meiner Mutter,
22:19wird es wahrscheinlich
22:19ein feuchter Keller.
22:22Tut mir leid.
22:23Du kannst ja nichts dafür,
22:24dass sie so einen
22:24miesen Charakter hat.
22:26Ach, kommen,
22:26reden wir einfach
22:27nicht mehr über Annabelle.
22:28Am besten,
22:29wir vergessen einfach,
22:30dass es sie gibt.
22:31Das dürfte nicht
22:32so einfach sein.
22:33Du machst mir ja Mut.
22:36Annabelle ist ja
22:36gestern wieder hier.
22:38Was?
22:40Ja, soweit ich weiß,
22:41ist sie haftunfähig.
22:42Sie wohnt wieder hier
22:43im Gutshaus.
22:48Sie wollten ihre Schwester
22:49unter Druck setzen,
22:50damit sie sich
22:51von Simon Becker trennt.
22:54Das sind die 17 Tabletten,
22:56die von den 20
22:57übrig geblieben sind.
22:59Was werden ihre
23:00liebe Schwester Luisa
23:01und Simon Becker
23:02wohl dazu sagen,
23:03wenn sie davon erfahren?
23:06Ich habe ihnen auch
23:07schon einmal gesagt,
23:08sie soll mich
23:09nicht unterschätzen.
23:12Ich kann mir vorstellen,
23:13dass es nicht leicht
23:14für dich ist.
23:15Du hast gar keine Ahnung.
23:17Ich hätte nicht
23:18wieder herkommen sollen.
23:19Nein, das stimmt nicht.
23:21Du kannst auch nicht
23:21ständig weglaufen.
23:23Was wir tun können,
23:24ist Annabelle aus dem Weg
23:25zu gehen.
23:26Ich habe auch meine
23:26Probleme mit ihr.
23:28Und auf eine Mutter,
23:29die die nicht anerkennen will,
23:30können wir gern verzichten.
23:36Ich hatte mir unser Wiedersehen
23:37etwas anders vorgestellt.
23:41Entschuldige,
23:41ich war völlig in Gedanken.
23:43Ich mache dir doch
23:43keinen Vorwurf.
23:44Es ist bewundernswert,
23:46wie du die Fassung bewahrst.
23:47Oh, das täuscht.
23:48Glaub mir, das täuscht.
23:50Glaubst du,
23:51sie wird kommen?
23:52Annabelle zum Frühstück?
23:54Das wird sie nicht wagen.
23:56Es gab schon vor
23:56ihrer Verhaftung die Regel,
23:57dass wir getrennt essen.
23:58Ich erwarte,
23:59dass sie sich daran hält.
24:02Na ja.
24:04Guten Morgen,
24:05ihr beiden.
24:05Entschuldigt bitte
24:06die Verspätung.
24:07Das macht doch nichts.
24:08Richard,
24:08das ist Sophie Nowak.
24:09Sie vertritt dich
24:10in Zukunft
24:10in der Scheidungssache.
24:11Ah, nett,
24:12Sie kennenzulernen.
24:13Danke,
24:13ganz meinerseits.
24:14Elena hat schon viel
24:14von Ihnen erzählt.
24:15Nehmen Sie doch Platz.
24:16Danke.
24:17Morgen.
24:17Richard.
24:19Ja,
24:19erst einmal danke,
24:20dass Sie für mich arbeiten werden.
24:22Wie ich höre,
24:23sind Sie viel beschäftigt.
24:24Ich hätte ausgezeichnet,
24:25Anwälte haben immer viel zu tun.
24:26Ah ja.
24:28Ich hoffe,
24:29Sie wissen,
24:29worauf Sie sich hier einlassen.
24:31Eine Scheidung
24:32ist immer eine komplexe
24:32und emotionale Angelegenheit.
24:34Daran bin ich gewöhnt.
24:35Danke.
24:36Bitte.
24:36Die Anwesenheit Ihrer Frau
24:38hier im Haus
24:38macht die Sache
24:39allerdings nicht leichter.
24:41Glauben Sie mir,
24:42wir haben uns nicht
24:43darum gerissen.
24:44Ich gehe davon aus,
24:45dass Sie sich über
24:46die Dimensionen
24:47dieser Scheidung
24:47im Klaren sind.
24:49Ich nehme an,
24:49Sie meinen nicht nur
24:50die wirtschaftlichen Dimensionen?
24:52Nein,
24:52ich meine die emotionalen.
24:53Ja.
24:54Ich kenne die Hintergründe.
24:56Ich halte deshalb auch
24:57Hagens Entscheidung für richtig,
24:58das Mandat
24:59für den Fall abzugeben.
25:00Ja,
25:00ich auch.
25:01Wir haben noch gar nicht
25:02darüber geredet, Hagen.
25:03Ja, Annabelle
25:04hat versucht,
25:05Hagen unter
25:06Druck zu setzen.
25:07Das hat sie gestern
25:08bei mir auch versucht.
25:10Womit hat sie es
25:10bei dir probiert?
25:11Was kannst du denn
25:12denken,
25:12die alte Geschichte?
25:13Viktoria?
25:15Sie merken schon,
25:15Frau Nowak,
25:16dass sich hier zwei Dinge
25:17überschneiden.
25:18Ja,
25:18die Scheidung
25:19und der Mordprozess
25:19gegen Annabelle.
25:21Denn der Mord an Viktoria
25:22führte zur Härtefallregelung
25:23und dadurch wahrscheinlich
25:24zur Beschleunigung
25:25der Scheidung.
25:27Hagen,
25:27ich will dich nicht übergehen,
25:28aber dein Einverständnis
25:29vorausgesetzt,
25:30möchte ich,
25:30dass Sie mich vor Gericht
25:31auch als Nebenkläger
25:32in dem Mordprozess vertreten.
25:33Richard,
25:34Hagen,
25:34ich habe sehr gründlich
25:36darüber nachgedacht.
25:37Du bist ein hervorragender
25:38Anwalt,
25:39aber glaub mir,
25:40es ist besser so.
25:41Für dich.
25:55Dann sind wir uns einig.
25:57Sie telefonieren mit Sonnleitner
25:58und kündigen ihm
25:59die neuen Entwürfe an.
26:00Gut.
26:01Wir sollten bis Ende der Woche
26:02damit fertig sein.
26:03Gut.
26:05War noch etwas?
26:06Ja,
26:07wie ich höre,
26:08ist Frau von Walden
26:09aus der Haft zurück.
26:11Das ist nicht ganz korrekt.
26:13Aber Sie verstehen sicher,
26:14dass ich hier nicht
26:14ins Detail gehen möchte.
26:15Was mich interessiert ist...
26:16Wer in Zukunft
26:17hier das Sagen hat,
26:18das ist verständlich.
26:20Nur so viel von weg,
26:21Herr von Walden
26:22bleibt handlungsbevollmächtig,
26:24und ich in seinem Namen
26:24der Geschäftsführer.
26:27Dann wäre das ja geklärt.
26:29Schönen Tag.
26:31Ja?
26:33Guten Morgen.
26:34No,
26:35warum bist du...
26:36Ich habe gar nicht...
26:38Ja,
26:39wie ich sehe,
26:39versteht ihr euch blendend.
26:41Und nun zu eurer Frage,
26:42ich bin hier,
26:42um zu arbeiten.
26:45Ja,
26:45hast du dich
26:45den schon wieder
26:46völlig erholt?
26:47Ja,
26:48die Tage in der Therapie
26:50haben
26:51wirklich Wunder gewirkt.
26:52Ganz offensichtlich.
26:54Wie meinst du das?
26:55Nichts,
26:56ich staune nur
26:57über deinen Arbeitseifer.
26:59pünktlich mit der Rückkehr
26:59von Frau van Weiden
27:00ist doch Nora wieder da.
27:02Ich verstehe den Zusammenhang nicht.
27:04Ich auch nicht.
27:05Ja,
27:05ihr werdet lachen,
27:06ich verstehe ihn selbst nicht ganz.
27:08Gibt es denn einen Zusammenhang,
27:09Nora?
27:10Ich meine,
27:10immerhin warst du
27:11die Assistentin von Annabelle.
27:12Das hat damit nichts zu tun.
27:14Ich bin fit
27:15und will wieder arbeiten.
27:17Und dagegen gibt es
27:17auch nichts einzuwenden,
27:18oder?
27:19Ja,
27:19wenn Sie es sagen.
27:21Tja,
27:21ich kenne Nora schon so lange.
27:23Und wenn sie sagt,
27:23dass sie wieder gesund ist,
27:25dann gibt es keinen Grund,
27:26daran zu zweifeln.
27:27Schön.
27:28Dann kann ich wieder anfangen?
27:30Ja,
27:30aber sicher.
27:30Willkommen.
27:50Komisch,
27:50dass noch niemand da ist.
27:51Elsa wollte extra früh kommen.
27:53Sie hat wahrscheinlich verschlafen.
27:54Gut,
27:55dass sie mir den Schlüssel gegeben hat.
27:56Hier sieht es ja aus.
27:57Da werde ich dir wohl helfen müssen.
27:59Das wäre nett.
28:01Du könntest mir die Gläser
28:02von da hinten geben
28:02und alles,
28:03was da so rumsteht.
28:04Und als Belohnung
28:04gibt es ein Frühstück.
28:05Ja,
28:05da sage ich nicht nein.
28:07Ich glaube,
28:08wir sollten lieber
28:09Frühstück für vier machen.
28:10Was?
28:13Das glaube ich ja jetzt nicht.
28:15Scheint eine lange Nacht
28:16gewesen zu sein.
28:18Wieso?
28:18Die sind doch noch angezogen.
28:20Das meine ich,
28:21die meine,
28:21dass sie lange geredet haben
28:23wahrscheinlich.
28:25Auf jeden Fall
28:26sind die sehr süß auch zusammen.
28:28Ja,
28:28das finde ich auch.
28:29Du schwärmst ja richtig für ihn.
28:31Willst du mit Elsa tauschen?
28:32Ist das dein Typ?
28:33Nein.
28:35Mein Typ sieht anders aus.
28:37Also was ist,
28:38wollen wir sie wecken?
28:40Ja,
28:40aber
28:40sie soll nicht das Gefühl haben,
28:42dass wir sie die ganze Zeit
28:42schon anstarren.
28:43Ja.
28:56Hat mein Mann
28:57das Haus schon verlassen?
28:59Herr van Weiden
29:00frühstückt immer sehr zeitig.
29:03Beantworten Sie meine Frage
29:04und belehren Sie mich nicht
29:05über die Gewohnheiten
29:06meines Mannes.
29:08Ja,
29:09Herr van Weiden
29:09hat das Haus verlassen,
29:10zusammen mit Frau Bernstein.
29:12Gut.
29:12Dann holen Sie bitte
29:14Ihre Schwester her.
29:16Warum?
29:18Weil ich mit ihr reden möchte.
29:23Worüber?
29:25Frau Maywald,
29:26überspannen Sie den Bogen nicht.
29:29Ein guter Rat,
29:31den wir beide beherzigen sollten.
29:33Was wollen Sie von Nora?
29:35Das werde ich ganz gewiss
29:36nicht mit Ihnen diskutieren.
29:37Genauso wie Sie es vermeiden,
29:39mit Herrn van Weiden
29:39zu diskutieren,
29:40dass Sie eine uneheliche Tochter haben.
29:42Wie würde er wohl
29:43auf einen erneuten
29:44Vertrauensbruch reagieren?
29:49Was wollen Sie?
29:52Lassen Sie Nora in Ruhe.
30:02Weißt du, was ich mir überlegt
30:03habe, Michael?
30:04Ich werde heute Nachmittag
30:06einfach in meine neue Wohnung
30:07ziehen.
30:07Über dem Barnis.
30:08Wie, dann kommst du jetzt
30:09gar nicht mehr in unsere Wohnung?
30:11Nein.
30:12Nein.
30:14Na ja, wahrscheinlich ist es auch
30:15das Beste für dich,
30:16in deiner Wohnung
30:17über dem Barnis zu wohnen.
30:19So, Frühstück war sehr lecker,
30:20aber leider muss ich jetzt los.
30:22Wo musst du denn hin?
30:23Im Wald treiben sich
30:24Überläufer herum.
30:26Ist das sowas wie Spione?
30:28Nein.
30:29Ganz so aufregend
30:30ist es im Wald dann doch nicht.
30:32Überläufer nennt man
30:33halbwüchsige Wildschweine,
30:34die sich noch keiner festen
30:35Rotte angeschlossen haben
30:35und die jetzt im Wald
30:37herumrandalieren.
30:37Das ist ja wie bei Menschen.
30:39Bist du Sozialarbeiter
30:40oder Fürsten?
30:40Ja, manchmal beides.
30:42Also bis später.
30:44Tschüss.
30:44Tschüss.
30:45Tschüss.
30:51Maike,
30:53nochmal wegen der Wohnung, ja?
30:55Ich brauche einfach
30:56einen kompletten Neuanfang.
30:57Verstehst du das?
30:58Ja, klar.
31:00Ziehst du mit Konrad zusammen?
31:03Wie kommst du denn darauf?
31:04Na ja, wegen heute Nacht.
31:06Hallo?
31:07Also entschuldigt,
31:09ihr hier irgendwelche
31:09Missverständnisse entstehen, ja?
31:11Konrad und ich,
31:11wir sind Freunde.
31:12Nur Freunde.
31:14Na klar.
31:22Oh Gott, Mist.
31:32Palkenthal Porzellan Maywald,
31:34hallo?
31:34Wenn Sie jetzt wieder auflegen,
31:36lernen Sie mich kennen.
31:38Was wollen Sie von mir?
31:39Lassen Sie mich in Ruhe.
31:41Das sind ja ganz neue Töne.
31:43Waren Sie es nicht,
31:44die mich immer wieder belästigt hat?
31:45Was wollen Sie?
31:46Ich habe Ihnen einen Auftrag gegeben,
31:48den Sie immer noch nicht erfüllt haben.
31:50Sie holen Sie sich Ihren vergangenen Brief doch selber.
31:52Seien Sie vorsichtig,
31:53was Sie sagen.
31:54Ich könnte vielleicht sonst doch noch auf die Idee kommen,
31:56mit Ihrer Schwester über ihren fingierten Selbstmord zu plaudern.
32:01Ich habe doch vers...
32:03Ich habe doch versucht, den Brief zu finden.
32:05Da bin ich fast erwischt worden.
32:06Ach, für Ihre Dummheit kann ich auch nichts.
32:08Wir haben jedenfalls zu reden.
32:11Aber...
32:15Eines Tages soll ich dir das alles halten,
32:16schwöre ich dir.
32:18Ja, ich weiß,
32:19dass der Brief ein Risiko bedeutet.
32:21Ja, das ist mir völlig klar,
32:22aber es sind nun mal Victorias letzte Worte
32:24und davon werde ich mich nicht trennen.
32:25Ja.
32:33Was?
32:33Sie hat eine elektronische Fußfessel?
32:35Ja, damit sie das Haus nicht verlassen kann.
32:37Oh Gott, Hagen, tut mir leid.
32:39Also, dass Annabelle das schon wieder geschafft hat.
32:41Ich frage mich,
32:42wann sie endlich für immer hinter Gitter kommt.
32:44Das fragen wir uns alle.
32:48Und?
32:50Gibt es hier was Neues?
32:52Elsa zieht aus.
32:53Sie will jetzt in einer Wohnung über dem Barnis wohnen.
32:56Und warum machst du so ein Gesicht?
32:58Ich freue mich natürlich für Sie,
32:59aber was soll ich denn jetzt ganz alleine in der großen Wohnung?
33:04Du musst ja doch noch nicht alleine wohnen.
33:06Mir fällt da so ein junger Mann ein,
33:08der dringend bei seinen Eltern ausziehen sollte.
33:10Siehst Sie nicht so laut?
33:11Also drei Milchkaffee und zweimal französisches Frühstück.
33:15Ja, es gibt keine Croissants mehr.
33:17Wie bitte?
33:17Ja, da wurden zu wenige bestellt.
33:20Das glaube ich jetzt nicht.
33:22Erst klappt es mit der Tresentante nicht,
33:23jetzt klappt es mit dem Bäcker nicht.
33:25Also ich kann doch nicht alles gleichzeitig machen.
33:27Und dann auch noch der Umzug.
33:28Das ist alles zu viel für dich, oder?
33:30Ja, ich glaube auch.
33:31Wir können dir doch helfen.
33:32Oder, Sebastian, Meike, wir helfen ihr.
33:34Ja klar, sicher.
33:36Ja klar, Simon gibt mir bestimmt frei.
33:38Wisst ihr, wie toll das von euch wäre?
33:40Also ich weiß im Moment gar nicht,
33:41wo mir der Kopf steht.
33:45Ach, was ist das denn?
33:50Sieht aus wie ein Fernglas.
33:52Und ich weiß, auf wem es gehört.
34:00Mein Gott, warum machst du es mir denn so schwer?
34:01Ich kann Victorias letzte Worte nicht einfach so vernichten.
34:05Ja, im Moment ist der Brief in Sicherheit.
34:06Ich habe ihn in den Safe gelegt.
34:08Ja.
34:09Ja, natürlich weiß ich,
34:10dass die Verantwortung einzig und allein bei mir liegt.
34:14Ja, verlass dich drauf.
34:23Was machst du denn hier?
34:24Ich kann jetzt nicht, ich bin im Stress.
34:26Hat sich Annabelle bei dir gemeldet?
34:27Annabelle, Annabelle.
34:28Oh, ich kann das hier nur.
34:29Lass mich damit in Ruhe.
34:30Das würde ich gern.
34:31Aber sie fragt dauernd nach dir.
34:34Laura, wir müssen in Ruhe reden.
34:35Nee, ich kann jetzt nicht.
34:36Doch.
34:37Ich muss arbeiten.
34:38Wir müssen jetzt miteinander reden.
34:40Jetzt auch noch hinsetzen.
34:42Okay, jetzt los, mach schnell.
34:45Ich weiß nicht, was zwischen Annabelle und dir vorgefallen ist.
34:48Aber ich weiß, dass Annabelle eine gefährliche Frau ist.
34:51Vielleicht sogar eine Mörderin.
34:53Machst du dir jetzt Gedanken um mein Leben?
34:56Darüber solltest du keine Scherze machen.
34:58Natürlich mache ich mir Sorgen.
35:00Und offensichtlich hat Annabelle großen Einfluss auf dich.
35:02Das passt mir ganz so gar nicht.
35:04Ich weiß wirklich nicht, wovon du redest.
35:06Von dem Einbruch in Hagens Wohnung zum Beispiel?
35:09Wenn Frau Nowak nicht geschwiegen hätte, hättest du eine Anzeige am Hals.
35:12Wofür das alles?
35:13Für Annabelle?
35:14Lohnt sich das?
35:16Ja, komm.
35:16Worauf willst du hinaus?
35:18Ich habe es heute Morgen schon mal angedeutet.
35:21Ich weiß nicht, ob der Preis, den du zahlen musst, damit deine Mutter dich anerkennt, einfach zu hoch ist.
35:28Entschuldige mal, du wolltest unbedingt meine Mutter finden.
35:31Ich weiß, aber ich bin mir nicht mehr sicher, ob das vielleicht doch ein Fehler war.
35:35Jetzt haben wir sie doch, jetzt haben wir sie doch endlich gefunden.
35:37Jetzt können wir doch nicht einfach kurz vom Ziel aufgeben.
35:39Aber was ist das Ziel?
35:40Zu wissen, wer deine Mutter ist oder dieser Frau zu gefallen?
35:43Egal, was sie getan oder auf dem Gewissen hat.
35:45Annabelle von Weiden ist meine Mutter.
35:47Sie will es nur noch nicht wahrhaben.
35:49Aber ich werde alles dran setzen, die Wahrheit zu beweisen.
35:52Kostet es, was es wolle.
36:19Das Gespräch mit Nora ist nicht gut gelaufen.
36:23So verbissen wie heute habe ich sie selten gesehen.
36:27Was hat sie gesagt?
36:28Sie ist entschlossen zu beweisen, dass Annabelle ihre Mutter ist.
36:32Kostet es, was es wolle.
36:35Ich glaube, das ist der Kern des Problems.
36:38Annabelle weiß, dass Nora verzweifelt auf der Suche nach ihrer Herkunft ist.
36:42Und das nutzt sie aus.
36:44Vielleicht hat sie Nora versprochen, die Mutterschaft zuzugeben, wenn Nora tut, was Annabelle sagt.
36:50Wenn das so ist, muss sich Nora schützen.
36:53Schließlich habe ich alles ins Rollen gebracht.
36:56Ich muss beweisen, dass Annabelle Noras Mutter ist.
37:00Wenn Nora Gewissheit hätte, dann hätte Annabelle keine Macht mehr über sie.
37:08Ja, bitte.
37:15Ich bringe deine Post.
37:17Danke, leg sie auf den Tisch.
37:24Simon.
37:28Ich wollte mit dir reden.
37:31Wegen neulich.
37:34Was ich da über dich zu Luisa gesagt habe, das war nicht ganz richtig.
37:40Nicht ganz richtig?
37:42Ich habe mich nach deinem Selbstmordversuch nach dir erkundigt.
37:46Und du hast mir unterstellt, ich hätte dir moralische Erpressung vorgeworfen.
37:49Du hast gelogen, Nora.
37:51Lass uns doch mal das Kind beim Namen nennen.
37:53Ich war nicht ganz bei mir.
37:55Ich kam doch gerade aus dem Krankenhaus.
37:56Verstehst du das denn nicht?
37:57Du wolltest ein Keil zwischen Luisa und mich treiben.
38:00Du wusstest ganz genau, dass sie dich verteidigen würde, wenn dir jemand so etwas Ungeheures unterstellt.
38:04Glaubst du wirklich, ich wollte, dass ihr euch streitet?
38:10Ich wünschte, ich könnte diese Frage mit Nein beantworten.
38:14Aber ich kann es leider nicht.
38:17Danke für die Post.
38:50Danke für die Post.
39:04In...
39:05Haben.
39:09Schön, dass es Ihnen wieder besser geht.
39:12Nicht, dass ich den Beweis gebraucht hätte, aber vielleicht ersparen Sie uns in Zukunft einfach Ihr schwerhörigen Theater.
39:16Was wollen Sie?
39:19Suchen Sie vielleicht das hier?
39:22Vittorias Abschiedsbrief.
39:23Sie haben ihn bei sich?
39:25Tag und Nacht.
39:26Und wenn Sie ihn haben wollen, wollen Sie ihn sich.
39:39Was machst du?
39:40Ich bringe ein paar von Annabels Sachen in die Reinigung.
39:43Das sind jetzt die Sachen, die wir in den Schrank auf dem Dachboden gehängt haben.
39:46Ja, sie findet, dass sie muffig riechen.
39:48Naja, wenn sie meint.
39:49Und was ist das?
39:50Ein Haar.
39:53Warum?
39:53Bist du sicher, dass das Annabels Haar ist?
39:56Ja, das ist schwarz.
39:57Warum?
39:59Damit kann man einen genetischen Fingerabdruck erstellen.
40:02Ein Gentest.
40:03Wozu soll das gut sein?
40:05Wir wissen doch, wem der Anzug gehört.
40:07Ja, Annabelle.
40:10Wir kennen zwar all Ihre Kleider, aber kennen wir auch all Ihre Kinder?
40:15Du willst Noras Abstammung beweisen.
40:18Luise, sei vorsichtig, du spielst mit dem Feuer.
40:24Hallo, worauf warten Sie?
40:26Glauben Sie, ich lasse mich auf eine Handgreiflichkeit mit Ihnen ein?
40:31Nein, ich habe mir gedacht, dass Sie mir den Gefallen nicht tun werden.
40:34Aber Annabelle, stellen Sie sich mal die Schlagzeilen vor.
40:37Schwerverbrecherin wird rückfällig.
40:40Tja, und wer würde es mir dann verübeln, wenn ich mich zur Wehr setzen müsste und Ihnen dabei aus Versehen
40:43das Genick breche?
40:45Reizvoller Gedanke, oder nicht?
40:47Aber viel schöner finde ich es, wenn Sie für den Rest Ihres Lebens im Gefängnis sind.
40:51Wollen Sie wissen, was Victoria schreibt?
40:58Ich habe meine Kontakte im Gefängnis genutzt, um Schlangengift zu besorgen.
41:02Wenige Tropfen davon reichen, um einen Menschen zu töten.
41:06Und wenn Annabelle eins verdient hat, dann den Tod.
41:10Schade nur, dass das sonst niemand mehr lesen wird, oder?
41:13Eines Tages werden alle erfahren, was in diesem Brief steht.
41:16Ja? Das glaube ich nicht.
41:18Und wissen Sie auch, warum?
41:26Weil es das einzige Dokument, das Sie entlasten könnte, dann nicht mehr geben wird.
41:34Nein.
41:56War Sie verbrannt?
41:58Ja.
41:58Hagen, ist das wirklich wahr?
42:00Helena, ich weiß, dass ich dich schon mal belogen habe, aber nicht dieses Mal.
42:04Sind Sie eigentlich sicher, dass Hagen den Brief verbrannt hat?
42:07Was meinen Sie?
42:08Ist es nicht seltsam, dass er Victorias Worte wochenlang hütet, wie ein Schatz,
42:13um ihn dann einfach in den Rauch aufgehen zu lassen?
42:15Wetter was.
42:22Wetter was.
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