- vor 18 Stunden
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KurzfilmeTranskript
00:00Also was ist jetzt?
00:02Richard, allen Ernstes, ich bin genauso klug wie du.
00:06Aber ich will gern die Gelegenheit nutzen, vielleicht ist es ja das letzte Mal,
00:10vor Prozessbeginn, dass wir so friedlich beisammen sind.
00:14Also das höre ich mir nicht genau.
00:16Was?
00:17Herr van Weiden?
00:19Ja?
00:21Ihre, also Frau van Weiden, hätte tatsächlich etwas Wichtiges zu sagen.
00:26Halten Sie sich doch aus.
00:28Es geht um die Familie.
00:30Frau van Weiden wollte eigentlich sagen, dass sie nach 30 Jahren ihre verloren geglaubte Tochter wiedergefunden hat.
00:38Hier meine Adoptivschwester, Nora.
00:42Richard glaubt ja kein Wort.
00:44Was reden Sie da?
00:46Das ist die Wahrheit.
00:47Ich habe einen Gentest machen lassen.
00:50Hier steht es schwarz auf weiß.
00:52Sie sind Noras Mutter.
01:00Tschüss.
01:29Untertitelung. BR 2018
01:32Day of my life
01:37Wie können Sie es wagen, hinter meinen Brücken so einen Test zu machen?
01:40Sie haben uns keine andere Wahl gelassen.
01:43Das ist doch verrückt.
01:46Richard, du glaubst es doch nicht etwa.
01:48Frau Maywald, das ist eine sehr schwerwiegende Behauptung, die Sie hier aufstellen.
01:51Sehen Sie sich wirklich sicher?
01:53Der Test ist eindeutig.
01:55Frau van Weiden ist Noras Mutter.
02:02Annabelle, kannst du mir das erklären?
02:07Ich warte.
02:09Ich warte.
02:36Sophie, das Schreiben existiert nicht und es hat nie existiert.
02:38Annabelle versucht, um jeden Preis Ihren Kopf aus der Schlinge zu ziehen, okay?
02:45Sie glaubt doch nicht wirklich, dass Sie damit davonkommt.
02:49Tja.
02:51Erst der angebliche Hörsturz, dann ein schwächer Anfall.
02:55Wie lächerlich wird's eigentlich noch?
02:57Sie versucht wirklich alles, um aus der Nummer rauszukommen.
03:01Frau Maywald.
03:02Schon gut.
03:03Ich hab nicht erwartet, dass sie mir um den Hals fällt.
03:06Ich weiß, es handelt sich hier um eine sehr persönliche Angelegenheit, aber ich würde interessieren, was genau passiert ist.
03:13Wie lange wissen Sie schon, dass Annabelle Ihre Mutter ist?
03:16Seit ein paar Wochen.
03:18Und diese Adoptionsbehörde hat Ihnen dann Annabelles Namen genannt?
03:22Adoptionsbehörde?
03:23Ja?
03:24Nein.
03:25Sie hat mich damals einfach bei der nächstbesten Kirche abgeliefert.
03:30Und eine Menge Geld dafür bezahlt, dass ich bei irgendeiner Familie unterkomme.
03:33Und ihr Name bloß nie wieder auftaucht.
03:37Ja, aber Sie haben ihn trotzdem herausgefunden und sind nach Falkenthal gekommen.
03:43Jetzt verstehe ich auch, warum Ihre Schwester diese Stelle hier bei uns im Haus angenommen hat.
03:47Ja, aber das war jetzt nicht meine Idee.
03:49Luisa wollte, dass wir meine Mutter finden.
03:51Also wenn es nach mir gegangen wäre, dann...
03:52Äh, das sollte kein Vorwurf sein.
03:55Wenn sich hier jemand erklären muss, dann Annabelle.
03:58Na, da können Sie lange drauf warten.
04:00Haben Sie denn versucht, mit ihr zu reden?
04:02Mhm.
04:03Ihre Antwort war ziemlich deutlich.
04:05Sie hat mir viel Geld dafür geboten, dass ich das Thema ganz schnell vergesse.
04:10Hier kann man nur so mit seinem eigenen Kind rangehen.
04:12Richard.
04:13Wundert dich das?
04:14Annabelle hat Victoria auf dem Gewissen, sie ist eine Mörderin.
04:17Aber Ihre Kinder hat sie immer geliebt.
04:19Zumindest die, die sie behalten hat.
04:23Es tut mir sehr leid.
04:25Ja, schon gut.
04:28Wer will denn auch eine Mutter, die den Rest ihres Lebens im Knast sitzt?
04:33Ich...
04:34Ich hab da noch zu tun.
04:36Ja, natürlich.
04:41Ein Opfer mehr auf Annabelles Liste.
04:44Ja, und wer weiß, wie viele sie noch für uns verbirgt.
04:53Design im Wandel der Zeit.
04:55Ist Klassik die neue Moderne.
04:57Ein Fortbildungsseminar.
04:58Ich weiß, ich hab davon gehört.
05:00Der Gastredner ist eine Koryphäe.
05:02Aber leider sind schon alle Plätze belegt.
05:04Unter anderem an Sie.
05:07Ich dachte mir, dass Sie sich dafür interessieren.
05:10Und gute Mitarbeiter sollte man bei Laune halten.
05:12Also, wenn Sie wollen, der Platz gehört Ihnen.
05:15Danke, sehr gerne.
05:17Sind Sie auch dabei?
05:18Ich würde gerne.
05:19Aber ich habe leider morgen Nachmittag einen wichtigen Termin, den ich nicht verschieben kann.
05:23Ach, das Seminar ist schon morgen?
05:24Ja, in Neustadt.
05:26Um ehrlich zu sein, ich weiß nicht, ob ich mit den Entwürfen bis dahin fertig werde.
05:31Kein Problem.
05:31Die haben Zeit.
05:33Das Seminar ist wichtiger.
05:35Wie Sie meinen.
05:36Danke.
05:37Ja, ich wünsche Ihnen viel Spaß.
05:54Ich werde ihn haben.
05:56Danke, Frau Maywald.
05:59Aber das war jetzt einfach ein bisschen viel für mich.
06:03Sie glauben doch nicht, dass ich Ihnen das abnehme.
06:06Ich weiß nicht, was Sie meinen.
06:09Wir wissen doch beide, dass Ihr Schwächeanfall nur gespielt war.
06:12Wie können Sie so etwas sagen?
06:15Sie würden alles tun, um Ihre Haut zu retten.
06:18Dass Nora dabei auf der Strecke bleibt, ist Ihnen völlig egal.
06:22Halten Sie mich wirklich für so gefühlskalt?
06:25Was sollte ich anderes denken?
06:28Diese ganze Situation ist auch nicht leicht für mich.
06:33Das ist bestimmt nicht einfach, seine Tochter zu verleugnen.
06:36Diese ganzen Lügen und diese Erpressungen.
06:40Glauben Sie, es ist einfach, seine Tochter nach so vielen Jahren wieder gegenüber zu stehen?
06:47Das hat niemand gesagt.
06:49Ich hatte mich damit abgefunden, Nora nie wiederzusehen.
06:53Und plötzlich taucht sie hier auf.
06:56Und was machen Sie?
06:58Sie verleugnen Ihre Tochter.
07:02Ich sag Ihnen mal was, Frau van Weiden.
07:05Sie können sich nicht jedes Mal mit einem Schwächeanfall retten.
07:09Irgendwann müssen Sie sich Ihrer Vergangenheit stellen.
07:13Und zu Ihrer Tochter stehen.
07:31Hagen, da bist du ja. Ich muss mit dir sprechen. Es geht um Wiktum.
07:34Richard!
07:35Helena, gut, dass du da bist.
07:36Jetzt. Besser, du setzt dich. Es gibt Neuigkeiten.
07:39Danke.
07:40Was ist denn passiert?
07:42Es geht um Annabelle.
07:44Nora Maywald ist Ihre Tochter.
07:47Was? Ich verstehe nicht.
07:49So habe ich auch gerade geguckt.
07:51Bist du sicher?
07:53Frau Maywald hat auch schon mal behauptet, ich bin Ihre Mutter.
07:56Ja, ja.
07:57Es gibt einen Abstammungstest.
07:59Und der ist eindeutig.
08:01Und wer ist der Vater?
08:04Keine Ahnung.
08:06Ja, was sagt denn Annabelle zu der ganzen Geschichte?
08:09Überhaupt nicht. Sie hat einen Schwächeanfall.
08:11Mit anderen Worten, sie hat sich unseren Fragen entzogen.
08:14Nora hat sie wohl schon vor einigen Wochen damit konfrontiert.
08:17Es ist ganz schön hart, wenn die eigene Mutter einen verleugnet.
08:20Wahrscheinlich ist das der Grund, warum Nora sich versucht hat umzubringen.
08:23Ja. Und zum Glück hat Luisa Maywald ihre Schwester rechtzeitig entdeckt.
08:27Sonst hätte Annabelle jetzt ein weiteres Menschenleben auf dem Gewissen.
08:29Es reicht.
08:31Annabelle hat lange genug gelogen und betrogen.
08:34Es wird Zeit für die Wahrheit.
08:35Ich bin gespannt, wie sie sich dieses Mal rausreden will.
08:39Hagen, hast du einen Moment?
08:41Ich muss mit dir sprechen. Es geht um die Beweise für die Gerichtsverhandlung morgen.
08:47Ja, klar.
08:48Aber die Beweislage ist doch eindeutig. Annabelle ist schuldig.
08:51Lissi, kannst du Hagen und mich bitte allein lassen?
08:54Wir haben etwas Wichtiges zu besprechen.
08:56Der Prozess geht mich genauso um.
08:57Lissi, bitte.
08:59Bitte.
09:11Das ist hier ein schönes Medaillon.
09:14Ein Geschenk für eine Freundin.
09:16Aha. Das muss dir eine ganz besondere Freundin sein.
09:19Ja.
09:21Wie läuft denn die erste Arbeitstag bisher, Frau Becker?
09:23Gut, danke.
09:24Na, es sieht ja so aus, als hätten Sie sich gut eingefunden.
09:27Ja.
09:28Ich bin wirklich froh, dass Sie das Catering übernommen haben.
09:31Es macht mir auch großen Spaß.
09:34Das höre ich gerne.
09:35Dann wünsche ich Ihnen noch einen schönen Tag.
09:37Danke, ich Ihnen auch.
09:52Sophie hat den Brief.
09:53Was?
09:54Luisa Maywald hat ihn ihr gestern Abend gegeben.
09:58Oh, verdammt.
09:58Ich habe dir tausendmal gesagt, dass du den Brief vernichten sollst.
10:01Und das wollte ich auch.
10:03Ja, du hast es aber nicht getan.
10:04Und jetzt ist es zu spät.
10:06Sophie ist Richards Anwältin und sie wird ihm von dem Brief erzählen.
10:09Und du kannst dir vorstellen, wie Richard reagieren wird.
10:12Ja, es ist angelungen zu werden.
10:14Elena, noch weiß Richard nichts von dem Brief und dabei wird es auch bleiben.
10:17Ich rede mit Sophie.
10:18Dazu musst du sie erst einmal finden, wenn Annabelle freigesprochen wird.
10:22Ich kümmere mich darum, das verspreche ich dir.
10:25Du hast mir auch versprochen, den Brief zu verbrennen.
10:29Sorg du dafür, dass Luisa Maywald kein Wort mehr über den Brief verliert.
10:32Und überlass Sophie mir.
10:33Dann wird Richard nie was über den Brief erfahren.
10:44Richard, du bist da, Gott sei Dank.
10:48Ich kann dir alles erklären.
10:50Oh, ich bin mir sicher, dass du das kannst.
10:52Du hattest ja immer irgendeine Erklärung parat.
10:54Irgendeinen Grund, warum am Ende du das Opfer bist.
10:56Glaub mir, ich habe...
10:57Kommt jetzt wieder eine deiner Lügen.
11:00Ich lüge dich nicht an.
11:02Ich liebe dich doch.
11:04So sehr, dass du mir verheimlicht hast, dass du noch eine Tochter hast?
11:09Ich wollte es dir immer sagen.
11:11Wirklich.
11:16Annabelle, wir haben geheiratet.
11:19Wir haben uns geschworen, dass wir unser Leben miteinander teilen.
11:24Das will ich auch immer noch.
11:29Weißt du, ich sehe dich an, aber ich kenne dich nicht.
11:32Ich habe keine Ahnung, mit wem ich damals vor dem Traualtar stand.
11:37Ich hatte Angst, dich zu verlieren, wenn du die Wahrheit erfährst.
11:44Ich habe mich so geschämt.
11:46Du schämst dich dafür, eine Tochter zu haben?
11:49Nein, dass ich sie weggegeben habe.
11:54Du hast dir Geld geboten, damit sie dich in Ruhe lässt.
11:58Ich wusste nicht, was ich tun sollte.
12:01Annabelle, sie ist deine Tochter.
12:07Plötzlich war alles wieder da.
12:09Die
12:11ganze schreckliche Erinnerung.
12:15Du weißt ja nicht, was er getan hat.
12:21Ich glaube, es ist Zeit, dass du die Wahrheit erfährst.
12:29Tja, wer hätte das gedacht, dass wir zweimal Kollegen sind und miteinander Pause machen.
12:34Wie läuft dein erster Tag denn bisher?
12:36Hm, wenn man Herrn Reichenbach glauben darf, sehr gut.
12:40Als ich ihm vorhin was zu essen gebracht habe, da hat er mich sogar gelobt.
12:44Und das, obwohl er mich am Anfang gar nicht einstellen wollte.
12:46Er ist heute wirklich sehr gut drauf.
12:47Mich hat er vorhin auch schon gelobt.
12:48und mir einen Platz bei dieser Fortbildung hier besorgt.
12:52Aha.
12:53Design im Wandel der Zeit ist Klassik die neue Moderne.
12:58Das klingt ja interessant.
12:59Und ich bin dabei.
13:02Aber es ist ja schon morgen.
13:05Na wie schade, dann bist du zu Luisas Geburtstag gar nicht da.
13:10Luisa hat morgen Geburtstag?
13:12Das dachte ich jedenfalls.
13:14Als ich vorhin in Herrn Reichenbachs Büro war, da telefonierte er
13:17und erzählte irgendwas von einer Geburtstagsüberraschung für eine Freundin.
13:22Und er hielt eine Kette in der Hand mit einem Medaillon dran.
13:26Also ich kann mich irren, aber ich glaube, da stand für Luisa drauf.
13:30Jetzt wird mir einiges klar.
13:40Sophie, hier ist Hagen.
13:42Bitte ruf mich dringend zurück, ja?
13:51Sophie, ich hab dir gerade auf die Mailbox gesprochen.
13:53Da bist du nicht der Einzige.
13:55Ich bin heute sehr gefragt bei deiner Familie.
13:57Apropos, ist dein Schwiegervater da?
13:59Ich muss mit ihm sprechen.
14:00Sophie, bitte.
14:01Was willst du, ha?
14:03Können wir nicht in aller Ruhe reden?
14:05Ach, jetzt willst du reden?
14:06Jetzt, wo du nicht mehr lügen kannst, meinst du?
14:08Ich wollte dich nicht belügen.
14:10Aber du hast es getan.
14:12Mein Gott, es ging nur um den Brief.
14:14Ich weiß nicht.
14:14Ich nehme an, du meinst den Brief, der, ich zitiere,
14:17niemals existiert hat?
14:19Kann ich es dir erklären?
14:24Du hast fünf Minuten.
14:26Nicht hier.
14:30Als ich ihm sagte, dass ich schwanger bin, hat er unsere Affäre sofort beendet.
14:35Er hatte Angst, dass seine Frau von uns erfährt und die Kinder nimmt und ihn verlässt.
14:43Also hat er von mir verlangt, dass ich eine Abtreibung vornehmen lasse.
14:50Aber das hast du nicht getan.
14:52Nein, ich konnte nicht.
14:56Ich konnte dann nicht mein Kind töten.
15:01Aber bei meiner Tochter hattest du keine Skrupel.
15:04Ich habe Viktoria nicht umgebracht.
15:07Das musst du mir glauben.
15:08Wie sollte ich, Annabelle?
15:09Wie sollte ich?
15:13Offensichtlich hast du mir ja schon damals Dinge verschwiegen.
15:17Wie viele Männer hattest du denn noch neben mir?
15:22Du warst mit Helena verheiratet.
15:24Du wolltest nichts Ernstes mit mir.
15:27Also hast du dir einen anderen Mann gesucht.
15:30Wer war es?
15:32Das spielt doch jetzt keine Rolle mehr.
15:34War es Philipp Gravenberg?
15:35Nein, ich hatte Philipp doch erst kennengelernt.
15:39Aber den Namen wirst du dir doch wohl gemerkt haben, oder?
15:48Als er herausfand, dass ich nicht zur Abtreibung gegangen bin, wurde er schrecklich wütend.
15:57Weiß er, dass du sein Kind weggegeben hast?
16:02Glaub mir, er werde es gar nicht wissen.
16:12Er hat mir klar gemacht, dass er das Kind nicht will, dass er keine Verantwortung übernehmen wird, alles leugnen wird.
16:25Also hast du das Kind abgeschoben.
16:30Ich hatte nichts.
16:33Ich war auf der Sekretärinenschule.
16:35Wie sollte ich denn ein Kind großziehen?
16:38Annabelle, weißt du, wie viel alleinerziehende Mütter es gibt?
16:40Wenn du es gewollt hättest, hättest du es geschafft.
16:45Ich wollte, dass mein Kind es besser hat als ich.
16:49Ich habe es geliebt.
16:52Deshalb habe ich es weggegeben.
16:56So selbstlos bist du nicht, Annabelle.
16:58Es gibt nur einen Grund, warum du dein Kind weggegeben hast.
17:01Es war bequemer so für dich.
17:04Das nicht wahr.
17:08Weißt du, ich habe aufgehört, dir irgendetwas zu glauben.
17:11Es ist auch egal, was du sagst.
17:13Es interessiert mich nicht mehr.
17:16Du gehörst nicht mehr zu meinem Leben.
17:22Bitte geh nicht.
17:23Ich liebe dich doch.
17:35Ich habe uns Kakao gemacht.
17:38Du musst mich nicht betüdeln.
17:40Hups.
17:41Ich weiß, aber ich mache es trotzdem gern.
17:44Ich bin nicht krank.
17:47Und nur ein armes Waisenkind, das von seiner bösen Mutter verstoßen wurde.
17:52Nora, du bist nicht allein.
17:54Egal, was noch passieren wird.
17:57Ich werde immer für dich da sein.
17:59Ja.
18:00Auf meine liebe Schwester ist ja immer Verlass.
18:04Du bist also doch sauer, weil ich den Test veranlasst habe.
18:07Ach was, dieser blöde Test.
18:09Ob wir es jetzt schriftlich haben oder nicht.
18:10Annabelle will mich einfach nicht als ihre Tochter anerkennen.
18:13Es geht hier um den Brief, verdammt nochmal.
18:15Nicht nochmal, Nora.
18:17Wir hätten ihn wirklich verbrennen sollen.
18:19Dann wäre es wenigstens sicher, dass diese Hexe verurteilt wird und für immer im Knast landet.
18:23Noch einmal.
18:24Wenn Annabelle unschuldig ist, dann soll sie auch nicht im Gefängnis sitzen.
18:27Du und deine beschissene Moral.
18:33Ach, schon gut.
18:36Bist ja hier nun mal die Goldmarie in unserem Verein.
18:39Frau Holle wäre begeistert.
18:41Na, wenigstens eine.
18:45Du hast ja auch einfach nur gute Gene abbekommen.
18:47Deine Mutter heißt ja nicht Annabelle van Weiden.
18:51Obwohl, ist eigentlich auch ganz praktisch, so eine Verwandtschaft zu haben.
18:54Dann kann ich mich in Zukunft immer mit rausreden, dass ich eine pathologisch böse Mutter habe.
18:58Annabelle hat auch ihre guten Seiten, genauso wie du.
19:01Ach ja?
19:01Nenn mir eine einzige.
19:04Sie ist ein außergewöhnlicher Mensch mit einem starken Charakter.
19:07Sie weiß, was sie will.
19:09Und was sie nicht will.
19:10Mich zum Beispiel.
19:12Jetzt gib ihr doch Zeit.
19:13Sie muss doch auch erst lernen, mit der neuen Situation fertig zu werden.
19:17Und wer weiß, vielleicht hat sie das alles verdrängt, weil sie glaubte, dich nie wiederzusehen.
19:20Ach, Quatsch.
19:21Machen wir uns doch nichts vor.
19:24Für sie habe ich nie existiert und das wird doch so bleiben.
19:26Das weißt du nicht.
19:27Doch, das weiß ich.
19:29Sie wird immer weiter versuchen, mich irgendwie loszuwerden.
19:34Mit einem lästigen Köter.
19:38Hey.
19:42Es ist ja nicht so, dass sie mir irgendwas bedeutet.
19:53Warum hasst sie mich so?
20:29Reiche.
20:31Danke.
20:33Dafür doch nicht.
20:35Nein, ich meinte für...
20:38Ach du weißt schon, was ich meine.
20:43Ich hoffe wirklich, dass der Richter im Prozess kapiert, wen er da vor sich hat.
20:48Brief hin oder her, Annabelle soll im Knast verrotten, da muss ich sie wenigstens nicht jeden Tag sehen.
20:53Du solltest ihr lieber wünschen, dass sie sich besinnt und dass sie begreift, dass es auch eine Chance ist.
20:58Eine Chance?
21:00Ja, für euch beide. Als Mutter und Tochter.
21:03Du sprichst von Annabelle von Weiden. Die ist mit dem Chef da unten persönlich verwandt.
21:11Mit dem da ganz unten. Ich verstehe, was ich meine.
21:18Hier.
21:20Oh nee, wenn man gerade von ihm spricht.
21:24Annabelle?
21:24Die kann mir gestohlen bleiben endgültig.
21:26Vielleicht hat sie es sich anders überlegt.
21:27Wenn schon.
21:30Du hättest ihr wenigstens anhören können, was sie will.
21:33Weil sie mir vielleicht was vererben will?
21:35Was soll sie mir denn sagen, dass sie mich all die Jahre vermisst hat und es wieder gut machen will,
21:39oder was?
21:39Wer weiß.
21:41Zum Beispiel.
21:43Jetzt red mit ihr.
21:47Luisa Maywald?
21:49Was?
21:50Nein, ich finde, das sollten Sie meiner Schwester selbst...
21:58Na, so wirst du nie erfahren, was sie wirklich denkt.
22:01Ich bin auch nicht sicher, ob ich es wirklich wissen will.
22:04Probierst mal frische Luft.
22:21Okay, Hagen, ich warte.
22:23Du hast mir nämlich noch immer keine vernünftige Antwort auf die Frage gegeben, warum du Victorias Abschiedsbrief die ganze Zeit
22:28wissentlich zurückgehalten hast.
22:33Ich muss es tun.
22:34Dieser Brief ist ein Beweisstück in einem Mordprozess, bei dem ich übrigens deinen Schwiegervater in der Nebenklage vertrete.
22:41Ja, ein Beweisstück für die Gegenseite, für Annabelle, aber nicht für uns.
22:43Er trägt zur Wahrheitsfindung bei.
22:45Und wie wir beide wissen, kennt die Wahrheit keine verschiedenen Seiten.
22:48Oh doch, das tut sie.
22:50Es gibt nur eine Wahrheit, Hagen, und ich dachte eigentlich immer, du wüsstest das.
22:56Sophie, bis jetzt weiß noch niemand, dass der Brief existiert.
22:58Das ist nicht ganz korrekt.
23:01Luisa hat mir den Brief gegeben, Annabelle weiß davon und du und ich ein paar Zeugen zu viel, findest du
23:08nicht?
23:11Aber selbst wenn niemand auf dieser Welt etwas von diesem Brief ahnen würde, es reicht, dass wir beide es wissen.
23:19Annabelle hat die Frau, die ich liebe, umgebracht.
23:22Und wenn dieser Brief jetzt publik wird, wird Annabelle ihrer Strafe entgehen.
23:27Ich weiß es nicht.
23:31Du willst tatsächlich, dass ich ein Beweisstück verschwinden lasse?
23:34Der ist ja überhaupt noch kein Beweisstück. Der Brief ist doch nicht mal offiziell.
23:37Ich bin als Anwältin dazu verpflichtet, ihn weiterzugeben.
23:41Abgesehen davon würde ich auch deinen Schwiegervater betrügen.
23:43Ja, meinen Schwiegervater. Weißt du, was Richard will?
23:47Richard will einzig und alleine, dass Annabelle ihre gerechte Strafe bekommt.
23:50Dafür müssen im Gericht aber auch alle Informationen vorliegen.
23:53Und dazu gehört auch, dass Victoria Annabelle mit dem Gift ermorden wollte.
23:57Aber sie hat es nicht getan. Sie hat Annabelle nicht umgebracht.
24:00Es könnte ein Versehen gewesen sein, dass sie das Gift selbst getrunken hat.
24:05Das glaubst du doch nicht mehr, Ernst.
24:08Sophie.
24:11Annabelle hat unser Kind auf dem Gewissen.
24:15Und sie hat Richard glauben lassen, dass Victoria nicht seine Tochter ist.
24:19Und jetzt genießt sie es, ihre Erzfeindin mit dem Gift umgebracht zu haben,
24:23das Victoria eigens für sie besorgt hat.
24:26Weißt du, was ich will?
24:27Ich will einfach nur Gerechtigkeit.
24:31Nein.
24:34Was du willst, ist keine Gerechtigkeit.
24:37Was du willst, ist Drache.
24:40Sophie, bitte.
24:41Das Einzige, was ich dir anbieten kann, ist, dass du mit Richard zuerst sprichst.
24:45Bevor ich es tue.
24:57Hallo.
24:58Guten Tag.
24:59Gut, dass ich euch beide hier treffe.
25:02Wir müssen dringend miteinander reden.
25:15Es war richtig, den Brief an Frau Nowak weiterzugeben.
25:18Da bin ich sicher.
25:19Wenn Annabelle irgendwas mit dem Mord an Victoria van Weiden zu tun hat,
25:24dann wird das sicher auch bewiesen werden.
25:27Ich weiß, Nora sieht das anders.
25:30Aber sie ist wütend.
25:32Wütend auf sich selbst und auf eine Mutter, die partout nicht ihre Mutter sein will.
25:36Ich wünschte, Annabelle würde wenigstens einen kleinen Schritt auf Nora zumachen.
25:40Aber wer weiß, vielleicht ist es auch besser so.
25:43Annabelle ist gefährlich.
25:45Und schließlich mache ich mir schon genug Sorgen um Nora.
25:49Ja?
25:54Hallo.
25:56Simon.
25:57Ich wollte eigentlich zu Nora.
26:00Die musste dringend an die frische Luft.
26:02Aber es ist auch kein Wunder nach dem, was heute passiert ist.
26:06Du hast also tatsächlich Annabelle mit dem Mutterschaftstest konfrontiert?
26:10Ja.
26:11Und?
26:12Sie hat einen schwächer Anfall vorgetäuscht, um sich der Situation zu entziehen.
26:16Das war ganz schrecklich für Nora.
26:20Es tut mir leid für sie.
26:22Und für dich auch.
26:24Ich weiß, du hast dir das Ganze etwas anders vorgestellt.
26:28Allerdings.
26:30Aber jetzt ist die Wahrheit wenigstens raus und...
26:34Annabelle wird lernen, damit umzugehen.
26:37Mach dir nicht so viele Gedanken.
26:38Du hast getan, was du tun konntest.
26:40Ich weiß, du hast recht.
26:43So ganz scheint dich das noch nicht überzeugt zu haben.
26:47Es ist einfach nicht mein Tag heute.
26:50Hey.
26:53Ich bin da.
26:54Die Sonne scheint.
26:56Du hast Annabelle die Zähne gezeigt.
26:58Ganz so schlecht kann der Tag doch gar nicht sein.
27:03Aber was...
27:05Was, wenn Annabelle schuldig ist, wenn am Ende mit einem durchkommt?
27:10Du denkst an den Brief von Viktoria von Weiden.
27:12Ich weiß, es war richtig, dass ich ihn weitergegeben habe.
27:14Es war richtig.
27:15Warum zweifelst du?
27:17Weil so unheimlich viel davon abhängt.
27:19Und genau deshalb war es das Beste, den Brief aus den Händen zu geben.
27:22Luisa, du hast das Richtige getan.
27:24Du hast den Brief der Person gegeben, der du vertraust.
27:27Du hast die Person gehandelt.
27:28Du hast die Person, die du vertraust.
27:30Die sich dem Gesetz verpflichtet fühlt.
27:33Aber ich habe mich eingemischt.
27:34Ja, du musstest handeln.
27:35Und du hast mutig gehandelt.
27:38Und...
27:38Was?
27:40Jetzt sag doch mal, was wolltest du sagen.
27:45Ich wollte eigentlich sagen, genau deshalb liebe ich dich so.
27:49für deinen Mut und
27:52deine Ehrlichkeit und...
27:55Ich liebe dich auch,
27:57Simon Becker.
28:03Tja.
28:06Ich werde dann mal wieder.
28:10Ja.
28:12Bis dann.
28:15Bis dann.
28:17Und?
28:21Tschüss.
28:35Aber man muss doch irgendetwas tun können.
28:37Der heimliche Abstammungstest
28:39ist juristisch nicht zu verwerten.
28:40Da gibt es nichts dran zu rütteln.
28:42Ich möchte Nora Maywald
28:44jedenfalls gerne dabei behilflich sein,
28:46zu ihrem Recht zu kommen.
28:46Das verstehe ich.
28:47Aber nur das Gericht kann
28:49einen solchen Abstammungstest anordnen.
28:51Was meinst du, Hagen?
28:53Was?
28:54Entschuldige dich mal in Gedanken.
28:56Du bist natürlich schon beim Prozess.
28:57Auf den sollten wir uns jetzt auch konzentrieren.
29:00Wenn alles vorbei ist,
29:01können wir in Ruhe darüber nachdenken,
29:03wie wir Nora Maywald zu ihrem Recht verhelfen.
29:05Ja, das ist eine gute Idee.
29:06Okay.
29:08Wie geht es mit dem medizinischen
29:09Gegengutachten voran?
29:10Ich möchte Annabelle
29:11nicht länger als unbedingt nötig
29:13im Wutzhaus sehen.
29:15Ist genehmigt.
29:16Der Arzt sollte eigentlich
29:17heute im Wutzhaus vorstellig werden.
29:18Oh, Hagen.
29:19Danke.
29:20Als würde ich ohne dich tun.
29:24Oh, Entschuldigung.
29:25Ich bin natürlich auch sehr froh,
29:27Sie an meiner Seite zu wissen.
29:28Schließlich geht es diesmal um alles.
29:31Wir sollten vielleicht
29:32vor Protestbeginn
29:34noch über einige Details sprechen.
29:37Oh, ich verlasse mich da
29:38auf Sie beide vollkommen.
29:40Hagen weiß,
29:40was für mich auf dem Spiel steht.
29:42Annabelle hat meine Tochter umgebracht.
29:44Ich will,
29:45dass sie dafür bestraft wird.
29:47Kost es, was es wolle.
29:49Sie soll endlich dafür bezahlen,
29:50was sie unserer Familie angetan hat.
29:53Ja, also ich muss dann los.
29:56Vielleicht ist dieser Arzt
29:57schon im Wutzhaus.
30:00Wir telefonieren?
30:01Ja, wieder schon.
30:02Sie ist gut.
30:09Na?
30:15Verstehst du mich jetzt etwas besser?
30:18Nein.
30:21Dann trotzdem hast du geschwiegen.
30:24Richard schätzt dich sehr.
30:26Du solltest ihm die Nachricht
30:28selbst überbringen,
30:29findest du nicht?
30:32Nein.
30:33Ich kann das nicht.
30:35Und ich werde es auch nicht tun.
30:37Tja.
30:39Dann bleibt mir keine andere Wahl.
30:44Du weißt schon,
30:45dass ich meine Zulassung
30:45als Anwalt verliere,
30:46wenn herauskommt,
30:47dass ich Beweismittel
30:48zurückgehalten habe, oder?
30:51Der Brief könnte erst
30:52jetzt aufgetaucht sein.
30:55Ah, und woher?
30:58Annabelle weiß schon viel zu lange,
30:59dass er existiert.
31:00Mit der Nummer
31:00kommen wir nicht durch.
31:04Aber bitte tu,
31:05was du nicht lassen kannst.
31:06Vergiss bei alledem,
31:07aber bitte nicht.
31:09Es ist nicht nur mein Leben,
31:10das du ruinierst,
31:11sondern auch das von Richard und Helena.
31:33Hallo, Nora.
31:36Simon,
31:37was machst du denn hier?
31:38Das ist doch kein Zufall, oder?
31:40Nein,
31:40Lisa hat mir gesagt,
31:41dass du spazieren willst.
31:44Dann hat sie dir sicher
31:45auch von der Demütigung
31:46des Tages erzählt.
31:47Ja,
31:48es tut mir leid,
31:49was passiert ist.
31:50Na ja,
31:52so schlimm war es auch wieder nicht.
31:54Gut,
31:55alle haben mich angestarrt,
31:56als sie erfahren haben,
31:57wer meine Mutter ist,
31:58aber
31:59na ja,
32:00wie soll's.
32:01Sie hasst mich.
32:03Und ehrlich gesagt,
32:04das beruht auf Gegenseitigkeit.
32:05So viel ich weiß,
32:06liebt diese Frau nur eins,
32:08sich selbst.
32:09Ja,
32:09da musst du recht haben.
32:12Wie hat eigentlich Richard von Weiden
32:13darauf reagiert?
32:15Er glaubte vermutlich,
32:17in Sachen Annabelle
32:17könnte ihn nichts mehr schocken.
32:18aber das war ein Irrtum.
32:22Der arme Mann kann einem
32:23eigentlich leid tun.
32:25Stimmt.
32:27Der ist netter,
32:28als ich dachte.
32:29Er hat sich rührend
32:30um mich gekümmert.
32:32Wenigstens etwas.
32:35Na ja.
32:36Ich werde einfach weiterhin
32:37das arme Adoptivkind geben
32:39und dann schauen wir mal.
32:40Da ist wieder die gute alte Nora.
32:42Da bin ich ja beruhigt.
32:43Was wolltest du eigentlich vorhin?
32:45Nichts Bestimmtes.
32:47Oh,
32:47das klingt aber geheimnisvoll.
32:50Ich hab gehört,
32:51dass
32:52Stimmt es,
32:53dass Luisa morgen Geburtstag hat?
32:54Ja.
32:55Wieso?
32:57Na ja,
32:58vielleicht organisieren wir
32:59was Kleines.
33:00Du hast jetzt bestimmte
33:01andere Sorgen, oder?
33:02Ich kann das auch alleine machen.
33:04Das kommt überhaupt nicht in Frage.
33:05Natürlich bin ich dabei.
33:06Was hast du denn vor?
33:07Ich weiß nicht,
33:08ich dachte,
33:09so eine kleine
33:10Überraschungsparty.
33:11das ist eine tolle Idee.
33:18Ja?
33:19Hier ist Hagen.
33:21Hast du den Brief?
33:22Nein.
33:23Aber Sophie wird es sich überlegen.
33:25Das heißt,
33:26es ist nicht sicher.
33:28Elena,
33:28ich hab versucht,
33:29dir klarzumachen,
33:29was für uns auf dem Spiel steht.
33:32Sie kann nicht wollen,
33:32dass Annabelle ungeschoren davon kommt.
33:34Nein,
33:35natürlich nicht.
33:36Jetzt mach dir bitte keine Sorgen,
33:37es wird alles gut ausgehen,
33:38ja?
33:38Das hoffe ich,
33:39Hagen.
33:40Hast du noch mal mit Luisa gesprochen?
33:42Ja,
33:42sie wird schweigen.
33:44Gut.
33:45Hagen,
33:46sag mir Bescheid,
33:47wenn es etwas Neues gibt.
33:48Wir sind erst auf der sicheren Seite,
33:50wenn wir den Brief haben.
33:51Ja,
33:52das mache ich.
33:52Ich nehme nicht genug an diesen Lügen.
33:54Richard!
33:56Annabelle hat schon wieder
33:57die Schwerhörige markiert.
34:00Dieses Theater
34:01um diesen angeblichen Hörsturz
34:03wird langsam unerträglich.
34:05Aber so lange ist dieser Antrag
34:06auf Begutachtung durch.
34:08Hagen meint,
34:09dieser Arzt müsste heute
34:10noch hier auftauchen.
34:11Das ist gut.
34:13Er wird Annabelle sicher
34:14als Simulantin entlarven
34:16und sie wieder ins Gefängnis schicken.
34:18Ja,
34:18ihr wäre das für besser.
34:19Aber spätestens nach dem Prozess
34:21wird sie sich nicht mehr
34:21herausreden können.
34:27Mach dir keine Sorgen.
34:30In ein paar Tagen
34:31sind wir Annabelle für immer los.
34:33Diesmal hilft ihr keine Lüge der Welt.
34:49Mein liebster Hagen,
34:52wenn du diese Zeilen liest,
34:54werde ich in einem Flugzeug
34:56nach Mexiko sitzen.
34:58Ich weiß,
34:59ich habe dir versprochen,
35:00meinem Hass gegen Annabelle
35:02endgültig abzuschwören.
35:04Aber der Gedanke,
35:05dass diese Frau
35:06weiter in der Nähe
35:07meiner Familie leben wird,
35:09lässt mich nicht mehr los.
35:12Ich kann nicht zulassen,
35:14dass meinen Eltern
35:14irgendetwas geschieht.
35:16Und wir wissen doch beide,
35:18dass Annabelle niemals aufhören wird,
35:20ihre schmutzigen Intrigen zu spüren.
35:24Deshalb musste ich
35:25eine Entscheidung treffen.
35:28Ich habe meine Kontakte
35:29aus der Zeit im Gefängnis genutzt,
35:32um hochgiftiges
35:33Schlangengift zu besorgen.
35:35Nur wenige Tropfen
35:36davon reichen,
35:37um einen Menschen zu töten.
35:40Und wenn Annabelle
35:41eines verdient hat,
35:42dann den Tod.
36:05Und?
36:06Schon alle Termine
36:08für morgen verschoben?
36:09Leider nicht.
36:10Was heißt das?
36:11Ich wäre wirklich sehr gern
36:13zu dieser Fortbildung gefahren,
36:15aber Maike wird mich
36:16sicherlich großartig vertreten.
36:18Maike Hansen?
36:19Ja, sie ist jung,
36:20aufstrebend, ehrgeizig
36:21und sehr klug.
36:22Na, wie schön für Sie.
36:24Für Maike Hansen meine ich.
36:25Ich weiß,
36:26Sie wollten mir etwas Gutes tun,
36:27aber mir ist leider
36:27etwas sehr Wichtiges
36:28dazwischen gekommen.
36:29Was kann wichtiger sein,
36:30als dieses Seminar,
36:31wenn ich fragen darf?
36:33Luisas Geburtstag?
36:36Sagen Sie bloß,
36:37Sie wussten nichts davon.
36:49Laura,
36:51du bist doch gekommen.
36:55Wollen wir nicht lieber
36:55beim Sie bleiben?
36:56Für alle Fälle?
37:00Setz dich doch.
37:02Danke,
37:02ich stehe lieber.
37:04Falls du noch einen
37:05schwächer Anfall kriegst,
37:06kann ich dir gleich
37:06zur Hilfe eilen.
37:08Ich verstehe,
37:09dass du verletzt bist.
37:10Das wäre ich an deiner Stelle auch.
37:12und deshalb
37:14möchte ich mich
37:15bei dir entschuldigen.
37:18Aber
37:20das alles kam auch für mich
37:21etwas plötzlich
37:22und die Tatsache,
37:24dass wir uns
37:25so lange nicht gesehen haben...
37:27Naja,
37:28was dir auch nicht
37:28sehr ungelegen kam.
37:33Meine Zurückhaltung
37:34hat nichts mit dir zu tun.
37:36Ich bin deine Mutter
37:37und
37:38ich stehe auch dazu.
37:42Ach,
37:44auf einmal.
37:47Wie kommst du denn
37:48zu dieser plötzlichen Einsicht?
37:50Könnte vielleicht
37:51die große Anzahl
37:52der unliebsamen Zeugen
37:53heute Morgen
37:54der Grund dafür sein?
37:58Ich verstehe,
37:59dass du enttäuscht bist.
38:01Und
38:02ich möchte dir erklären,
38:07warum ich dich
38:08damals
38:10weggegeben habe.
38:12Da bin ich übergespannt.
38:16Wie du weißt,
38:20steht es um meine Ehe
38:22der Zeit
38:23nicht zum Besten.
38:24Ich hatte Angst,
38:27dass ich meinen Mann
38:28endgültig verliere.
38:31während unserer Ehe
38:32habe ich ihm
38:33nie von dir erzählt.
38:37ich
38:38habe mich
38:38einfach so geschämt.
38:41Für mich?
38:44Schon klar.
38:45Nein, nein, nein.
38:46Du missverstehst mich.
38:47Ich wollte dich
38:48nicht weggeben,
38:48aber
38:48dein Vater
38:49wollte dich nicht.
38:54Ach so.
38:55Ach so,
38:56mein Vater.
38:58Jetzt haben wir
38:58ja den Schuldigen.
39:00Klar.
39:00Wer ist denn das überhaupt?
39:03Er war
39:04ein verheirateter Mann.
39:06Als ich
39:07ihm sagte,
39:08dass ich
39:09schwanger bin,
39:11hat er für mich
39:12eine Abtreibung verlangt,
39:13aber
39:15dazu war ich
39:15nicht bereit.
39:23Ich
39:24ich schäme mich so,
39:26dass ich dich
39:27weggegeben habe,
39:28aber
39:30als ich ihm sagte,
39:31dass ich dich
39:32bekommen will,
39:34hat er mich
39:34sofort verlassen.
39:36Ich
39:37ich war so jung,
39:38ich
39:39ich war ganz allein
39:41auf mich gestellt.
39:42hatte einfach
39:44Angst
39:45vor der Verantwortung
39:47und
39:47ich hatte Angst,
39:48dass ich dir nicht
39:49das geben kann.
39:50was dir zusteht.
39:55Nora,
39:57ich
39:58ich weiß,
39:59ich verlange
39:59sehr viel von dir,
40:02aber
40:04ich bitte dich
40:05aus tiefstem Herzen,
40:09ich bitte dich,
40:10verzeih mir.
40:17Sophie.
40:22es tut mir leid,
40:23ich kann es nicht.
40:29Ich kann nicht die
40:30Verantwortung dafür
40:31übernehmen,
40:31dass jemand für
40:32einen Mord ins
40:32Gefängnis kommt,
40:33den er möglicherweise
40:34nicht begangen hat.
40:39Du machst einen
40:40Fehler, Sophie.
40:41Du machst einen
40:42riesengroßen Fehler.
40:43Ich werde bestätigen,
40:44dass wir den Brief
40:44erst jetzt in
40:45Victorias Unterlagen
40:46gefunden haben.
40:47Ich glaube kaum,
40:47dass die Anwaltskammer
40:48dir große
40:49Schwierigkeiten
40:49bereiten wird.
40:50Ich fürchte,
40:51da hörst du dich,
40:52aber
40:53das ist schon okay.
40:57Dass ich meine Zulassung
40:58als Anwalt
40:59verlieren werde,
40:59das ist mein kleinstes
41:01Problem.
41:02Du verstehst es nicht,
41:04oder?
41:04Du verstehst es nicht.
41:07Du willst es nicht
41:08verstehen.
41:12Weißt du noch,
41:13warum du damals
41:14Anwalt geworden bist?
41:15Ich habe es nicht
41:16vergessen.
41:17Doch, das hast du.
41:19Und ich erkenne dich
41:20nicht wieder an.
41:26Dass du Victoria
41:27verloren hast,
41:27tut mir unendlich leid.
41:29Aber diese Tatsache
41:31allein gibt dir nicht
41:31das Recht,
41:32all die Gesetze zu brechen
41:33für deren Einhaltung
41:33du seit Jahren
41:34gekämpft hast.
41:40Ich werde jetzt
41:41ins Gutshaus fahren
41:41und Richard den Brief
41:42übergeben.
41:43Du darfst nicht, Sophie.
41:43Bitte bleib hier, ja?
41:44Bitte bleib hier.
41:45Ich habe gesagt,
41:46du sollst hier bleiben!
41:51Sophie?
41:57Es geht dir gar nicht
41:58um mich.
41:59Es geht dir einzig
42:00und allein um Richard.
42:01Bitte hör mir zu.
42:02Aber ich fürchte,
42:03du musst dich
42:03noch mehr anstrengen.
42:05Ich dachte immer,
42:05ich würde dich
42:06schon abgrundtief hassen.
42:07Aber dein geliebter Richard
42:08hasst dich noch viel mehr.
42:10Freunde,
42:10dass ich nicht lache.
42:12Schau dich doch mal um.
42:12Der kann gar nicht
42:13dein Freund sein,
42:14weil er dich nämlich liebt.
42:15Und der,
42:16der tut nur so,
42:17weil er total in dich
42:18verschossen ist
42:18und sonst nicht
42:19mit dir zusammen sein kann.
42:20Und wie deine Gefühle
42:21für ihn aussehen,
42:21das wissen wir ja.
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