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  • vor 2 Tagen

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Kurzfilme
Transkript
00:03Das ist eine ärztliche Untersuchung. Warten Sie bitte draußen.
00:06Sind Sie Dr. Klasen?
00:08Wer soll ich denn sonst sein? Der Weihnachtsmann?
00:11Mein Anwalt vergaß zu erwähnen, dass Sie auch Komiker sind.
00:14Sind Sie auch ein fähiger Arzt?
00:16Bei dem Geld, was Ihr Anwalt mir zahlt, sagen Sie einfach, was ich diagnostizieren soll.
00:20Na, Sie sind der Experte.
00:23Was muss ich denn haben, um das Gefängnis für ein paar Stunden verlassen zu können?
00:27Es ist nicht so leicht. Es muss eine Erkrankung sein, die nicht so einfach nachzuweisen ist.
00:32Seien Sie kreativ.
00:35Tinnitus.
00:39Tabletten?
00:41Doch nicht etwa die Schlaftabletten, die Du angeblich genommen hast.
00:48Alle machen sich Sorgen deinetwegen. Du hast die ganze Zeit nur Theater gespielt.
01:03Timmst die Bundeskampagne.
01:05Und da ist die ganze Zeit nicht so leicht.
01:20Ich muss die Schlaftabletten, die Du angeblich zu verarbeiten und kannst.
01:31Einen Selbstmord vortäuschen, um die eigene Schwester zu erpressen.
01:37Die Idee hätte von mir sein können.
01:56Wann wird die Untersuchung dauern?
01:58Also ich denke, gegen 1 Uhr sind wir mit der Untersuchung fertig.
02:00Dann könnt ihr sie wieder abholen.
02:11Entschuldige bitte, Luisa, aber das kann nicht dein Ernst sein.
02:15Doch, ich sehe keine andere Lösung.
02:17Ja, aber das ist keine Lösung.
02:19Was bringt es Nora, wenn wir uns trennen? Das macht sie auch nicht glücklicher.
02:22Nein, aber es verschafft ihr Luft zu atmen.
02:25Verstehst du nicht, wie schrecklich es für sie sein muss, uns beide zusammen zu sehen?
02:28Jeden Tag wird ihr vor Augen gehalten, was sie verloren hat.
02:31Ja, aber was hat sie denn verloren? Mich?
02:33Aber sie wird mich nicht wiederbekommen, auch nicht, wenn wir uns trennen.
02:39Ich verstehe ja, dass sich dieser Selbstmordversuch tief getroffen hat.
02:43Diese letzte Nacht war fürchterlich.
02:46Aber gerade deshalb ist es noch viel zu früh, eine Entscheidung zu treffen.
02:54Wir stehen noch unter Schock.
02:59Aber irgendwas müssen wir tun.
03:02Nora muss lernen, selbst mit dieser Situation umzugehen.
03:05Wir können ihr diesen Schritt nicht abnehmen.
03:07Willst du alles wegwerfen, was zwischen uns ist?
03:27Na, kommst du vor?
03:29Hallo Marianne. Ja, ich bin gleich fertig.
03:32So.
03:33Ach, das ist eine niedliche Blume.
03:34Ja, Nora kommt heute aus dem Krankenhaus nach Hause.
03:37Und Frau Bernstein hat mich darum gebeten, ihr einen Willkommensgruß hinzustellen.
03:41Das ist aber nett von ihr.
03:43Na, wollen wir hoffen, dass es Nora ein bisschen aufheitert.
03:46Was denkst du? Wo kommen sie am besten zur Geltung?
03:49Vielleicht am Fenster. Da haben sie das meiste Licht.
03:52Hm.
03:54Weißt du was?
03:55Ich stelle sie mitten ins Zimmer.
03:58Dann sieht sie sie gleich, wenn sie reinkommt.
04:00Ist recht.
04:02Das ganze Zimmer ist plötzlich viel freundlicher.
04:06Tja.
04:08Wer hätte das gedacht, dass Nora sich wegen einer enttäuschten Liebe dazu hinreißen lässt, Schlaftabletten zu nehmen.
04:12Zum Glück war ja Sebastian zur Stelle, um erste Hilfe zu leisten.
04:16Du kannst wirklich stolz sein auf deinen Sohn.
04:19Ja, das bin ich auch.
04:20Wenn es um andere geht, dann ist er sehr verantwortungsvoll.
04:23Deshalb verstehe ich auch nicht, warum er sich diese Tour nach Dakar in den Kopf gesetzt hat.
04:27Vielleicht kann man auch mal mit ihm darüber reden.
04:30Das musst du mal Harald erzählen.
04:32Der findet es vollkommen normal, dass Sebastian wochenlang auf einem Motorrad durch die Wüste fährt.
04:39Entschuldige, Marianne, aber das müsste unter euch klären.
04:41Ich will mich da wirklich nicht einmischen.
04:45Verstehe.
04:47Dann möchte ich dich auch nicht weiter von der Arbeit abhalten.
05:38Wenn Sebastian nicht Erste Hilfe geleistet hätte, würde er nicht so gut gehen.
05:41Wer weiß, ob es ihr überhaupt schon wieder so gut gehen würde.
05:48Ob Sebastian auch so schlecht geschlafen hat?
05:51Ach du, Sebastian war als Zivilrettungssanitäter.
05:53Der hat bestimmt schon viel schlimmere Dinge gesehen.
05:56Ob es einen verändert, wenn man schon so oft mit dem Tod konfrontiert wurde?
06:03Jetzt, wo du es sagst.
06:05Manchmal ist er so ernst, als ob ihn düstere Erinnerungen heimsuchen würden, über die er nicht sprechen kann.
06:10Haha, sehr witzig.
06:13Hi, Sebastian.
06:15Hi.
06:17Und, wie hast du geschlafen?
06:19Geht so. Ich würde besser schlafen, wenn ich einen Job hätte.
06:23Willst du jetzt deine Motorradtour wirklich alleine finanzieren?
06:26Die Tour mache ich auf jeden Fall. Auch wenn mir meine Eltern nichts dazugeben.
06:31Aber solange du kein Geld hast, bleibst du uns hier in Falkenthal erhalten, ja?
06:35Scheint so.
06:37Weißt du was? Bewirb dich doch hier einfach in der Manufaktur. Du kannst hier jobben, bestimmt.
06:42Das fehlt mir noch. Mein Vater arbeitet hier. Mein Bruder auch.
06:45Ja, das kann ich verstehen.
06:47Hier, schau doch mal in Falkenthaler Booten nach.
06:50Da sind immer ganz viele Stellenanzeigen drin.
06:54Ich wusste doch, dass ich hier an der richtigen Adresse bin.
06:58Danke, Michael. Du bist ein echter Kumpel.
07:02Ähm, bleibt es eigentlich dabei, dass du mich mitnimmst zu der Kaffeeeröffnung deiner Freundin?
07:07Natürlich.
07:09Hm.
07:13Was ist, wenn Nora es nochmal versucht?
07:15Das glaube ich nicht. Es war eine Kurzschlusshandlung.
07:18Du hast selber gesagt, dass ihr vorher noch Streit hattet.
07:20Wir streiten oft, ohne dass Nora gleich Selbstmord begehen will.
07:24Und was glaubst du, warum sie es sonst gemacht hat?
07:26Ich glaube, der Gedanke ist schon lange in ihr gereift.
07:30Nur, dass wir es nicht gemerkt haben.
07:32Nora hat mich gestern noch versucht, zu überreden mit ihr, nach London zu fliegen.
07:35So was tut man nicht, wenn man seinen Selbstmord plant.
07:39Sie hat einen Abschiedsbrief geschrieben.
07:45Die Vorstellung, dich glücklich mit Simon zu sehen, ist einfach zu viel für mich.
07:49Ich könnte es nicht ertragen.
07:53Ich weiß, dass ich eine Enttäuschung für dich bin und ich möchte dir nicht länger zur Last fallen.
07:57Ich stehe deinem Glück nicht mehr im Weg.
08:00Lisa, bitte, das bringt doch nichts.
08:01Sie liebt dich immer noch.
08:03Und sie ist verzweifelt, dass wir wieder zusammen sind.
08:05Hast du vergessen, wie sehr sie dich manipulieren wollte?
08:08Sie hat ja heimlich Alkohol in den Cocktail gemischt, um dich wieder mit Henning Reichenbach zusammenzubringen.
08:12Das ist keine Verzweiflung, das ist Hinterhältigkeit.
08:15Ich sag ja nicht, dass es richtig war, was sie getan hat.
08:17Aber es war ein Hilferuf.
08:19Und es wird wieder passieren, wenn wir zusammenbleiben.
08:21Ich liebe dich, Luisa.
08:22Und du liebst mich auch.
08:24Und wenn wir uns trennen, dann hat Nora genau das erreicht, was sie erreichen wollte.
08:28Nora wollte sterben, weil wir sie unglücklich gemacht haben.
08:32Und ich kann nicht riskieren, dass wir sie das nächste Mal zu spät finden.
08:39Es tut mir leid, Simon.
08:53Warum versteht Simon nicht, wie schwer es mir fällt, mich von ihm zu trennen?
08:57Natürlich hat Nora versucht, mich zu manipulieren.
09:00Und vielleicht stimmt es sogar, dass sie gehofft hat, gefunden zu werden.
09:04Aber was ändert das?
09:05Sie hat in Kauf genommen, zu sterben.
09:08Und es geht ihr um mehr als ihre Eifersucht.
09:11Immer hab ich das bekommen, was Nora sich wünschte.
09:13Und mit Holgers Tod hab ich ihr den einzigen Menschen genommen, der nur ihr gehörte.
09:20Simon kann es nicht verstehen.
09:22Er kennt Nora nicht so gut wie ich.
09:25Deshalb muss ich die Entscheidung treffen.
09:29So wie sie auch tut.
09:33Gibt es etwas Neues in der Scheidungssache?
09:35Ich würde ihn gerne mit guten Nachrichten empfangen.
09:38Sophie Nuva kommt heute in Falkenthal an.
09:40Ist das die Anwältin, die dich ablöst?
09:42Mhm.
09:43Und sie freut sich drauf, den Scheidungsfall zu übernehmen.
09:47Hagen, ich weiß, wie schwer es dir fällt, den Fall abzugeben.
09:50Nein, nein, das ist schon gut, das ist schon gut.
09:51Wenn Sophie den Fall übernimmt, hab ich kein Problem damit.
09:54Und sie hat in der gleichen Kanzlei gearbeitet, in der ich Partner war.
09:57Dann seid ihr sogar befreundet.
10:00Wenn's nicht ums Berufliche geht, schon.
10:02Aber wenn sie sich erstmal in einen Fall verbissen hat, dann gibt's nur noch die Wahrheit und nichts als die
10:06Wahrheit.
10:07Das klingt doch sehr sympathisch. Ich hoffe, ich lerne sie bald kennen.
10:10Wir können uns später im Lanzino treffen. Ich ruf sie an.
10:13Mhm.
10:16Hagen, ich bin wirklich froh, dass du Richard in der Scheidung gegen Annabelle nicht mehr vertrittst.
10:21Versteh mich bitte nicht falsch, aber...
10:23Du bist emotional zu sehr involviert, sonst hättest du Victorias Abschiedsbrief nicht behalten.
10:30Ich bin eigentlich ganz froh, dass wir ihn noch nicht vernichtet haben.
10:33Ja, das bin ich doch auch, aber...
10:35Das Problem ist, dass dieser Brief beweist, dass das Gift von Victoria stammt.
10:39Und sie Annabelle damit umbringen wollte.
10:43Helena, der Brief ist in dem Bibliothekssafe völlig sicher.
10:46Annabelle hat überhaupt keine Ahnung, dass er dort liegt.
11:11Untertitelung des ZDF für funk, 2017
11:34Ich bin froh, wenn es vorbei ist.
11:39So oder so, Annabelle ist schuld daran, dass Victoria nicht mehr am Leben ist.
11:56So, bist du ja, ich habe dich gesucht.
12:00Jetzt hast du mich gefunden.
12:02Störe ich?
12:03Nein.
12:08Man kommt nur noch nach Hause?
12:11Ich kann sie gleich vom Krankenhaus abholen.
12:14Möchtest du, dass ich euch fahre?
12:16Das wäre sehr nett, aber natürlich nur, wenn du Zeit hast.
12:19Natürlich, ich habe immer Zeit für dich.
12:23Ist es nicht sehr früh, Nora schon wieder zu entlassen?
12:28Das ist ein städtisches Krankenhaus und keine psychiatrische Klinik.
12:32Verstehe.
12:35Und wie geht es jetzt weiter?
12:39Die Ärzte empfehlen eine nachsorgende Gesprächstherapie.
12:42Aber mehr als eine Empfehlung können sie auch nicht aussprechen.
12:46Nora und Gesprächstherapie.
12:49Ich werde versuchen, sie davon zu überzeugen.
12:55Wolland denkst du?
13:03Glaubst du, Nora hat darauf gehofft, gefunden, um gerettet zu werden?
13:08Unbewusst vielleicht.
13:11Doch, ganz bewusst.
13:14Als moralische Erpressung.
13:16Ja.
13:19Ob Verzweiflung oder Hilfeschall spielt das eine Rolle.
13:22Man kann nie sicher sein, ob es der Betroffene nicht noch einmal besucht.
13:28Nachdem aufgeflogen ist, dass sie mir Alkohol in den Cocktail getan hat, glaubt sie, man...
13:32Was sagt dir dein Gefühl?
13:35Mein Gefühl sagt mir, dass sie es jederzeit wieder tun würde.
13:42Niemand kennt deine Schwester besser als du, Luisa.
13:48Du bist von euch beiden immer die Stärke gewesen.
13:51Und ob du willst oder nicht, der Stärke muss auf den Schwächeren aufpassen.
14:06Na, hey, schau mal, was machst du da eigentlich, wenn man fragen darf?
14:11Äh, ich hab doch gesagt, dass ich mir einen Job suche.
14:14Und? Hast du schon einen?
14:17Ne, aber ich hab ja auch gerade erst angefangen.
14:20Du, wenn's dir nur ums Geld geht,
14:22warum suchst du dir nicht ein anderes Reiseziel und lässt dir das Geld von mir geben?
14:26Und was meinst du mit anderes Reiseziel?
14:28Mallorca?
14:30Etwas, was deiner...
14:32deiner Mutter nicht so viele Sorgen macht.
14:35Wie wär's mit dem...
14:37Abenteuerspielplatz hinter der Schule, hm?
14:40Komm, Sebastian, deine Mutter hat ja recht.
14:42Wenn man nicht aufpasst, kann auf so einer Tour sehr viel passieren.
14:45Also, bisher fandest du die Idee auch gut.
14:47Nein, sie nie gut.
14:48Ich...
14:49Ich hatte nur nichts dagegen.
14:51Aber...
14:51Wir wollen doch nur die Strecke gemütlich abfahren.
14:54Das hat damit nichts zu tun.
14:56Es gibt immer zwei Seiten, wie man die Dinge betrachten kann.
14:59Ja, und ich habe mich für die eine Seite entschieden.
15:01Und du anscheinend noch nicht.
15:02Weißt du, ich will keinen Streit mit deiner Mutter.
15:06Aber andererseits finde ich ja,
15:08dass du erwachsen genug bist, solche Dinge selbst zu entscheiden.
15:12Und wie wär's damit?
15:15Messebau.
15:16Ja, die suchen immer starke, kräftige junge Männer.
15:20Ja, ich kann dir mal anrufen.
15:21Danke.
15:36Danke, es geht doch schon.
15:38Die Treppe war nur ein bisschen zu viel für mich.
15:40Dann ruh dich doch einfach aus.
15:42Genau.
15:43Leg dich aufs Bett und entspann dich.
15:45Ruhe ist es das Wichtigste für dich.
15:47Schau mal, die Blumen,
15:48das hat Frau Becker für dich gemacht.
15:51Was ist?
15:55Äh, nichts.
15:56Ich dachte nur...
15:57Nein, Nora, du darfst jetzt nicht an gestern Abend denken.
16:02Komisch, ich hab die ganze Nacht geschlafen
16:05und bin auch ganz toll müde.
16:07Das sind bestimmt die Medikamente.
16:09Ja, dann leg dich hin und schlaf dich aus.
16:11Ja, genau.
16:12Ich bleib hier.
16:12Nein.
16:13Äh, das brauchst du nicht.
16:14Aber ach, du hast was Besseres.
16:16Nein, Frau Bernstein hat sicher nicht gesagt.
16:17Nein, das ist nicht nötig.
16:18Nun, komm.
16:19Geh.
16:20Bist du sicher?
16:21Ja.
16:23Geh.
16:36Das gibst du nicht.
16:39Das gibst du nicht.
16:40Wo ist denn diesen verdammten Falke?
16:53Hallo?
16:54Ich bin's, ihr Anwalt.
16:55Ja, ja.
16:56Die Werte haben nichts bemerkt.
16:58Nora Maywald ist nicht am Flughafen aufgetaucht.
17:00Was soll ich machen?
17:01Um Frau Maywald müssen wir uns erstmal gar keine Sorgen machen.
17:03Ihr ist etwas dazwischen gekommen.
17:05Sie wird trotzdem nach London fliegen
17:07und die Mutterschaftsfest machen wollen.
17:08Das glaube ich kaum.
17:10Ich habe etwas für Sie,
17:11das Sie vom Gegenteil überzeugen könnte.
17:15Ich melde mich.
17:21Nein, nein.
17:21Gute Besserung.
17:27Tut mir leid, dass Sie so lange warten mussten, meine Herren.
17:30Aber die Untersuchung war sehr anstrengend.
17:48Luisa hat sich getrennt.
17:50Wegen Nora?
17:52Ist das nicht ein bisschen voreilig?
17:54Ich denke auch.
17:55Aber Luisa ist sich sicher,
17:57dass es Nora nochmal versuchen würde,
17:58wenn wir zusammenbleiben.
17:59Das klingt ja fast wie Erpressung.
18:01Ich denke nicht,
18:02dass es Nora bezwecken wollte,
18:04aber am Ende läuft es darauf hinaus.
18:06Und glaubst du,
18:06sie würde es noch einmal tun?
18:08Ich glaube,
18:08es war spontan.
18:10Sie hat da nicht drüber nachgedacht.
18:13Aus meiner Zeit als Sanitäter weiß ich,
18:14dass die meisten Selbstmordkandidaten
18:17nach einem misslungenen Versuch
18:18das nie wieder machen.
18:20Aber darauf kann man sich nicht verlassen, oder?
18:22Nein.
18:24Was sagt Nora eigentlich dazu,
18:26dass ihr euch wegen ihr getrennt habt?
18:29Ich weiß es nicht.
18:30Wir haben noch gar nicht miteinander geredet.
18:33Vielleicht bereut sie es ja schon,
18:34das getan zu haben.
18:36Vielleicht.
18:37Ich glaube,
18:38ich sollte Nora mal
18:39einen Krankenbesuch abstatten.
18:41Danke.
18:42Und viel Erfolg bei deiner Jobsuche.
18:44Danke.
18:45Den kann ich gebrauchen.
19:00Darf ich vorstellen?
19:01Helena Bernstein,
19:02Sophie Nowak?
19:02Ich bin erfreut,
19:03Sie kennenzulernen.
19:04Danke,
19:04ganz meinerseits.
19:05Setzen wir uns.
19:08Hagen hat Sie sehr empfohlen.
19:10Sie kennen sich ja noch
19:11aus seiner alten Sozietät.
19:12Sie scheinen Ihnen in der Zusammenarbeit
19:15äußerst beeindruckt zu haben.
19:17Haben wir je zusammengearbeitet?
19:18Ich dachte,
19:19wir hätten uns immer nur gestritten.
19:21Deswegen haben sich unsere Wege
19:22auch irgendwann getrennt.
19:23Mir war es immer wichtiger,
19:24dem Recht zu dienen,
19:26statt Geld zu verdienen.
19:27Das eine schließt das andere
19:28ja nicht aus, oder?
19:29Ich bin nun mal
19:30nicht Anwältin geworden,
19:30um im Zweifel für mich
19:31statt für den Angeklagten
19:32zu entscheiden.
19:34Keine Angst.
19:35Sie ist trotzdem
19:36eine sehr gute Anwältin.
19:38Was ist denn Ihrer Meinung nach
19:40in unserem Fall
19:41das größte Problem?
19:42Die Emotionen.
19:44Emotionen?
19:45Das ist Quatsch.
19:46Unser größtes Problem
19:46ist unsere Gegnerin.
19:47Annabelle ist skrupellos,
19:48gierig und zielstrebig.
19:49Und sie ist zu allem bereit.
19:51Und wenn wir nicht aufpassen...
19:51Sehen Sie, was ich meine.
19:53Kaum ein juristischer Konflikt
19:55erzeugt so starke Gefühle
19:56wie eine Scheidung.
19:57Meistens geht es dabei um Rache.
19:59Da verliert der Klient
20:00manchmal das Ziel aus den Augen.
20:02Und meine Aufgabe ist es...
20:02Ja, das ist ja klar.
20:03Aber Frau Bernstein
20:04hat dich nach deiner Strategie gefragt.
20:06Nein, hat sie nicht.
20:08Da hat sie recht.
20:10Oft ist man als Anwalt
20:11dann in der paradoxen Situation,
20:12dass man die Interessen des Klienten
20:14gegen den Klienten
20:15selbst durchsetzen muss.
20:16Tja, ich glaube,
20:17ich verstehe, was Sie meinen.
20:18Sophie wird einfach da weitermachen,
20:20wo ich aufgehört habe,
20:21nicht wahr?
20:23Ich freue mich,
20:25dass wir Sie für unsere Sache
20:26gewinnen konnten.
20:30Ja.
20:33Wo ist diese verfluchte Falke?
20:43Was ist Nora?
20:47Ich habe Kopfschmerzen.
20:50Ich dachte,
20:51ich finde hier noch ein paar
20:52Kopfschmerztabletten.
20:54Kopfschmerzen?
20:54Das müssen die Nachwirkungen
20:56der Schlaftabletten sein.
20:59Ich habe keine.
21:00Ich dachte,
21:00es wäre besser,
21:01erst mal keine Tabletten
21:02im Zimmer zu haben.
21:03Ja, wahrscheinlich hast du recht.
21:05Aber Eva gibt dir bestimmt eine.
21:07Nein, nein, nein.
21:07Das ist nicht nötig.
21:08Ich habe mich einfach nur überanstrengt.
21:10Ich muss mich ein bisschen hinregen.
21:11Rausruhen.
21:17Nora?
21:20Ich habe heute Morgen
21:21was gefunden.
21:25Meinen Falten?
21:27Was?
21:29Nein, ich...
21:31Ich rede von dem Abschiedsbrief,
21:34den du mir geschrieben hast.
21:37Oh Gott, der Brief.
21:40Du hast ihn noch nicht etwa gelesen.
21:42Natürlich habe ich ihn gelesen.
21:44Und ich finde,
21:45wir sollten uns darüber unterhalten.
21:48Luisa, es tut mir wirklich leid,
21:50was ich dir geschrieben habe.
21:51Das ist unverzeihlich.
21:53Nein, mir tut es leid,
21:56dass ich nicht gemerkt habe,
21:57wie schlecht es dir geht.
21:59Du warst eben abgelenkt.
22:01Das war nicht richtig,
22:02was du gemacht hast.
22:03Ich meine, die Sache mit dem Alkohol...
22:04Ich weiß, es war falsch.
22:06Aber ich hätte dir nicht
22:07diese heftigen Vorwürfe machen dürfen.
22:10Wir hätten vernünftig miteinander reden sollen,
22:12anstatt zu streiten.
22:15Es tut mir leid,
22:16dass ich dich so verletzt habe.
22:20Kannst du mir verzeihen?
22:23Natürlich verzeih ich dir.
22:25Luisa,
22:27du bist doch meine Schwester.
22:33Entschuldigen Sie mich bitte,
22:34ich habe noch zu tun.
22:36Wir werden uns in Zukunft ja öfter sehen.
22:38Zumindest, bis die Scheidung durch ist.
22:39Das wird sich wohl kaum vermeiden lassen.
22:42Bis später.
22:42Tschüss.
22:47Das lief doch gut.
22:48Ich denke, du hast sie beeindruckt.
22:50Hast du etwa Angst gehabt,
22:50ich könnte dich blamieren?
22:52Sollte ich.
22:57Danke.
22:58Du hättest diesen Ausdruck im Gesicht.
23:00Ach so.
23:01Zum letzten Mal habe ich den gesehen,
23:02als wir diesen großen Betrugsfall in Berlin
23:04gemeinsam bearbeitet haben.
23:05Der Betrugsfall war ja auch eine Riesen-Dreise.
23:07Wenn wir die verloren hätten, dann...
23:09Also unterm Strich denke ich,
23:10es war ganz gut,
23:11dass ich damals dabei war
23:12und alles etwas kontrolliert habe, oder?
23:13Das wird diesmal nicht nötig sein.
23:15Ich habe auch nicht vor,
23:16dich zu kontrollieren,
23:16falls du das meinst.
23:17Gut.
23:19Hast du denn schon eine Strategie?
23:21Ja, habe ich.
23:24So wenig vertraust du mir.
23:26Hagen, du hast es doch selbst gesagt.
23:28Ich werde genau da weitermachen,
23:30wo du aufgehört hast.
23:31Hunger?
23:32Der Fisch hier soll sehr gut sein.
23:33Mhm.
23:35Wann trittst du an der Bär von Weiden?
23:37Ich wollte sie heute Nachmittag besuchen.
23:39Gut.
23:40Kommst du danach bei mir vorbei?
23:42Hagen,
23:43der Fall ist bei mir in den besten Händen.
23:45Und keine Sorge,
23:47ich werde dich auf dem Laufenden halten.
23:49Gut.
23:57Danke.
23:58Sind wir immer noch derselben wie früher?
24:00Ja, ich kann es nicht sein lassen.
24:02Mich auch nicht.
24:04Wieso?
24:05Also ich habe noch nie gesehen,
24:06dass du dir welche gekauft hast.
24:10Ich habe mit Sebastian gesprochen.
24:12Ja, und?
24:15Er will jetzt einen Job suchen
24:17und sich das Geld selbst für die Reise verdienen.
24:22Was hältst du davon?
24:25Was hältst du davon?
24:26Ich meine, du bist der Vater.
24:28Weißt du,
24:30einerseits kann ich ihn ja verstehen,
24:31aber andererseits...
24:33Möchtest du auch,
24:34dass Marianne glücklich ist?
24:36Genau.
24:36Tja, das wird nicht gehen.
24:39Sag mal, Tobias,
24:41könntest du mal mit ihm sprechen?
24:44Wieso ich?
24:45Ach, weißt du,
24:45ich habe ihm ja immer zugeredet in der Sache.
24:48Und
24:49habe zu wenigen über die Risiken nachgedacht.
24:53Das scheint mir auch so.
24:55Tja, und wie stehe ich jetzt da,
24:56wenn ich es ihm plötzlich verbiete?
25:00Du würdest also lieber
25:01deinen Sohn
25:02eine gefährliche Reise machen lassen,
25:04als
25:05unglaubwürdig zu sein?
25:06Tobias,
25:07du weißt nicht,
25:07wie das ist,
25:08wenn man
25:08in seiner Familie
25:09nur als der verrückte Wissenschaftler gilt.
25:11Ich will einfach,
25:12dass Sebastian
25:12nicht seinen Respekt vor mir verliert.
25:14Ja,
25:14du musst doch mal
25:15das Vater ein Machtwort sprechen.
25:17Ja,
25:18das weiß ich,
25:19aber
25:20vielleicht nimmt er
25:21deinen Rat eher an.
25:23Wie kommst du denn darauf?
25:25Du hast da Autoritätin
25:27in der Sache.
25:30Du meinst,
25:30weil ich meinen Sohn
25:31bei dem Motorradunfall
25:34verloren habe?
25:35Tobias,
25:35nein,
25:36so habe ich das nicht gemeint.
25:37Wie dann?
25:39Entschuldige,
25:39es war dumm,
25:40von mir dich da hineinziehen zu wollen.
25:42Es tut mir leid.
25:43Harald,
25:47deine Familie liebt dich
25:48und sie respektiert dich.
25:50Wenn du willst,
25:51dass das so bleibt,
25:52dann
25:53solltest du dich
25:54neben deiner Forschung
25:54ab und zu mal um sie kümmern.
25:58Besonders um Marianne.
26:03Es ist ja noch mal gut gegangen.
26:06Aber stell dir doch mal vor,
26:07was passiert wäre,
26:08wenn wir dich nicht gefunden hätten.
26:12Ich wollte dir und Simon
26:13nicht mehr im Weg stehen.
26:17Aber deshalb nimmt man
26:18auch keine Schlaftabletten.
26:22Ich konnte es nicht ertragen,
26:23dass du den Mann bekommst,
26:24den ich liebe.
26:28Deshalb dachte ich,
26:31es sei besser,
26:31wenn es mich nicht mehr gäbe.
26:34Dann könnt ihr wenigstens glücklich sein.
26:36Aber wie sollen wir glücklich sein,
26:38wenn du dich deswegen umbringst?
26:40Ach,
26:42ihr hättet mich sicher schnell vergessen.
26:43Was redest du?
26:46Jetzt muss ich sowieso zusehen,
26:48wie es für mich weitergeht.
26:50Ohne euch.
26:52Aber du musst nicht ohne uns leben.
26:56Nein, aber
26:57euch zuzusehen,
26:58wie ihr glücklich seid,
27:00das packe ich nicht.
27:02Simon und ich,
27:04wir haben uns getrennt.
27:06Ihr habt euch getrennt?
27:09Das ist besser so.
27:10Ich will nicht,
27:11dass sowas nochmal passiert.
27:15Oh Gott.
27:17Oh Gott,
27:18das,
27:18das wollte ich nicht.
27:21Das tut mir leid.
27:23Jetzt habe ich auch noch
27:24euer Glück zerstört.
27:25Das,
27:25oh Gott.
27:29Das war meine Entscheidung.
27:31Wirklich?
27:34Ich will nicht,
27:35dass du für mich
27:35auf dein Glück verzichtest.
27:39Jetzt hör auf,
27:40darüber nachzudenken.
27:42Das Wichtigste ist,
27:43dass du wieder auf die Beine kommst.
27:45Wenn ich nur wüsste, wie?
27:49Was,
27:51was denkst du denn
27:51über diese Therapie,
27:52die das Krankenhaus empfohlen hat?
27:54Willst du mich jetzt
27:55schon wieder loswerden,
27:56oder was?
27:57Nein.
27:58Aber ich dachte,
27:59die Therapie würde dir helfen.
28:02Ich würde eigentlich
28:03viel lieber bei dir bleiben.
28:18Könntest du mich
28:18für einen Moment allein lassen?
28:21Klar.
28:29Ja, Frau von beiden?
28:31Was wollen Sie?
28:34ins Gefängnis.
28:36Wozu?
28:37Sie wissen,
28:38meine Reise nach London
28:39ist nur verschoben.
28:41Ich werde mit meiner Schwester
28:41Patricia schon noch klären,
28:42dass Sie meine Mutter sind.
28:47Aha.
28:48Ich kann mir die Reise sparen.
28:51Das freut mich aber,
28:52dass Sie so
28:53vernünftig geworden sind.
28:55Das...
28:55Ja gut, also...
28:57dann komme ich später zu Ihnen.
28:59Ich kann es kaum erwarten,
29:00Sie hier zu sehen.
29:07Guten Tag, Frau von beiden.
29:08Mein Name ist Sophie Nowak.
29:10Ich vertrete
29:10der Polterin Mann
29:11in der Scheidungssache.
29:12Was ist mit
29:13Hagen-Rütte?
29:14Er hat sein Mandat
29:16an mich abgetreten.
29:17Er hat was?
29:19Er hat sein Mandat
29:20an mich abgetreten.
29:22Ah,
29:23tatsächlich.
29:25Freiwillig?
29:26Selbstverständlich
29:27freiwillig.
29:27Tatsächlich.
29:29Ich hatte eher den Eindruck,
29:31er selber fordert.
29:33Sie haben von meinem Mandanten
29:35eine Vermögensaufstellung
29:36gefordert.
29:37Ich würde gerne
29:37einige Punkte davon
29:38mit Ihnen durchsprechen.
29:40Ja, das müssen wir
29:41leider verschieben.
29:42Ich war heute Morgen
29:43beim Arzt
29:44und ich hatte
29:45eine sehr anstrengende
29:46Untersuchung.
29:47Sind Sie krank?
29:48Wie?
29:49Äh, ja, ja.
29:51Tinnitus vom Stress.
29:53Ich kann Sie auch
29:54kaum verstehen.
29:55Dann werde ich eben
29:56lauter sprechen.
29:57Was immer Sie hier auch
29:59sagen, kann ich anfechten,
30:00weil ich Sie nicht
30:01richtig hören kann.
30:02Ich weiß nicht,
30:03was Sie mit dieser Taktik
30:04bezwecken, Frau van Weiden.
30:06Es steht Ihnen natürlich
30:07frei, den Scheidungsprozess
30:09zu verzögern,
30:09nur wird das am Ergebnis
30:11nichts ändern.
30:14Juristisch gesehen
30:15können Sie die Scheidung
30:16sowieso nicht verhindern.
30:17Und was Ihre Beziehung
30:18zu Ihrem noch Ehemann angeht,
30:21Sie scheinen sich da
30:22falsche Hoffnungen zu machen.
30:25Das wissen Sie schon.
30:26Ich bin mit den
30:28Familienverhältnissen
30:28gut genug vertraut,
30:29um zu wissen,
30:30dass Sie Ihren Mann
30:30verloren haben,
30:31Frau van Weiden.
30:32Das ist eine Tatsache.
30:33Er wird nie wieder
30:35zu Ihnen zurückkehren.
30:36Besser,
30:36Sie finden sich damit ab.
30:40Raus.
30:42Wie, bitte?
30:46Raus mit Ihnen!
30:48Wenn Sie unbedingt
30:49Gesprächsbedarf haben,
30:50dann reden Sie mit meinem Anwalt.
30:52Gehen Sie mir hier nicht
30:53länger auf die Nerven.
30:54Soll ich jetzt etwa
30:55beeindruckt sein?
30:57Sie sind nicht die erste
30:59verlassene Ehefrau,
31:00die sich an Ihren Illusionen
31:01festhält.
31:05Gut.
31:06Dann wird unser weiterer
31:08Verkehr schriftlich erfolgen.
31:10Machen Sie sich darauf gefasst,
31:12dass die Scheidung schnell
31:12über die Bühne gehen wird,
31:14sobald die Vermögensfrage
31:15geklärt ist.
31:15Es wird keine Scheidung geben.
31:18Sie sitzen im Gefängnis,
31:20Frau van Weiden.
31:21Die Anklage lautet auf Mord.
31:24Das ist ein klassischer
31:25Härtefall.
31:27Ihre Ehe mit Herrn van Weiden
31:28ist so gut wie beendet.
31:42Ja.
31:47Simon.
31:50Das ist aber nett,
31:51dass du nach mir schaust.
31:53Hallo, Nora.
31:54Ich wollte fragen,
31:55wie es dir geht.
31:56Äh, ja.
31:58Es geht.
32:00Und hier?
32:02Hier, ich habe dir
32:03etwas mitgebracht.
32:04Och, die sind schön.
32:08Dankeschön.
32:10Ja, komm.
32:11Setz dich hier hin.
32:17Es tut mir leid,
32:18was passiert ist.
32:20Ja.
32:22Mir auch.
32:24Ich weiß,
32:24dass ich meinen Teil
32:25dazu beigetragen habe.
32:27Ich hätte es nicht tun dürfen.
32:29Ich,
32:30ich weiß auch nicht,
32:31was in dem Moment
32:31in mir vorgegangen ist.
32:33dann hast du es
32:34also nicht geplant.
32:36Natürlich nicht.
32:38Glaubst du,
32:38ich gehöre zu den Leuten,
32:39die sofort die
32:40Blinte ins Korn werfen?
32:44Aber Simon,
32:46du hättest mir nie
32:47irgendwelche Hoffnungen
32:48machen dürfen.
32:50Ja, ich weiß.
32:53Es tut mir leid.
32:58Du hast sicherlich schon gehört,
32:59dass Luisa und ich
33:00uns getrennt haben.
33:02Ja.
33:04Wenn ich was für dich
33:05tun kann.
33:07Du wolltest doch gestern
33:08mit mir nach London fliegen.
33:11Und dann passiert
33:12plötzlich sowas?
33:17Ich war verzweifelt.
33:20Dein Anruf bei mir,
33:21es klang so,
33:22als ob du
33:23gefunden werden wolltest.
33:26Was willst du mir
33:26denn damit sagen?
33:28Glaubst du,
33:29ich habe das
33:29alles nur gemacht,
33:31um euch unter Druck
33:32zu setzen,
33:33oder was?
33:34Nein, natürlich nicht.
33:35Entschuldige, bitte.
33:36Tut mir leid,
33:37reg dich nicht auf.
33:39Zieh uns an.
33:41Jetzt verdächtigen
33:42wir uns schon
33:42gegenseitig.
33:47Es tut mir leid.
33:58Simon,
34:00was
34:01willst du davon,
34:03wenn wir doch noch
34:03nach London fliegen?
34:06Nur du und ich.
34:07Dann kommen wir endlich
34:08mal hier raus und
34:09wir können es doch mal
34:10ganz neu kennenlernen.
34:14Das kann jetzt
34:15nicht dein Ernst
34:15sein, oder?
34:17Glaubst du,
34:17du kannst mich
34:18wieder zurückgewinnen?
34:20Ich glaube,
34:21es ist besser,
34:21wenn ich jetzt gehe.
34:25Hallo, Simon.
34:27Hallo.
34:29Ich wollte
34:29sowieso gerade gehen.
34:31Ist gut.
34:35Dieser Mistkerl!
34:36kann ich glauben,
34:37ich kann nicht glauben,
34:37dass er mir so was
34:37unterstellen kann.
34:40was ist los?
34:46Was ist los?
35:08Unterschätze nicht.
35:10Im Moment sitzt sie in der Falle,
35:11sie hat nichts in der Hand,
35:12aber du kennst sie nicht,
35:13wenn sie frei ist.
35:14So wie es für sie aussieht,
35:16werde ich sie nie in Freiheit
35:17kennenlernen.
35:18Ich muss los haben.
35:19Ja.
35:20Ach ja, übrigens,
35:21ich habe den Termin für die
35:21Vermögensverstellung nach hinten
35:22geschoben.
35:23Was?
35:24Wieso das denn?
35:25Ich habe mich schon gewundert,
35:26warum du das nicht längst getan hast.
35:28Ja, und warum hätte ich das tun sollen?
35:29Ich tue alles,
35:30um die Scheidung zu beschleunigen.
35:32Andererseits wollen wir doch nicht,
35:33dass unser Klient mehr Geld
35:34verliert als nötig, oder?
35:36Sophie, wovon redest du?
35:37Ich habe mir die vorläufige
35:40Vermögensaufstellung
35:40mal genauer angesehen.
35:41Die Asiambulanzen liegen nicht vor.
35:43Ja, ich habe sie schätzen lassen.
35:44Und wo ist dein Problem?
35:45Was ist, wenn die Schätzung
35:46höher ausfällt als der tatsächliche Gewinn?
35:48Das wird nicht passieren.
35:49Richards Controlling-Abteilung
35:50arbeitet einwandfrei.
35:52Das habe ich schon zu oft gehört.
35:53Ich will die reale Bilanzierung abwarten.
35:55Verdammt nochmal, Sophie.
35:56Ich dachte, wir wären uns einig,
35:57die Scheidung so schnell wie möglich
35:58voranzutreiben.
35:59Aber doch nicht zu so einem Preis.
36:01Mein Gott, um ein paar Euro hin oder her?
36:03Paar Euro?
36:04Das kann ganz schön teuer werden.
36:06Abgesehen davon,
36:07Annabelle würde die Prognose
36:08ohnehin anfechten.
36:10Also, ich finde, es war ein Fehler
36:11und ich bitte dich,
36:12diesen Fehler rückgängig zu machen, okay?
36:14Hagen, ich denke nicht daran.
36:16Das verstößt gegen unsere Strategie.
36:17Unsere Strategie?
36:19Wohlkauf.
36:20Du wolltest doch wissen,
36:21was meine Strategie ist.
36:22Hier ist sie.
36:23Schütze die Interessen deines Klienten
36:25notfalls gegen ihn selbst.
36:27Das ist absoluter Schwachsinn.
36:29Der Fall gehört dir nicht mehr, Hagen.
36:31Sophie, du hast den Fall von mir übernommen.
36:33Darf ich dich daran erinnern?
36:34Ich bin Richard van Weidens Anwältin.
36:37Du warst sein Schwiegersohn.
36:39Es war interessant, deine Meinung zu hören,
36:41aber ich habe eine andere.
36:51Super.
36:52Ja, klar kann ich heute kommen.
36:53Also gut, dann in einer Stunde.
36:57Ja.
37:03Ich muss noch mal los.
37:05Und wohin?
37:06Ich habe den Job.
37:08Oder zumindest so gut wie.
37:10Was heißt denn so gut wie?
37:12Das heißt, dass ich jetzt dorthin fahre
37:14und mich vorstelle.
37:16Nimm dir ein Glas und mach die Tür zu.
37:21Weißt du, Sebastian, ich möchte nicht,
37:22dass du denkst, dass es uns ums Geld geht.
37:25Wenn du Geld brauchst, das geben wir dir gern.
37:27Hm.
37:28Außer ich möchte damit irgendwas tun,
37:29was mir Spaß macht.
37:31Niemand will dir deinen Spaß verderben.
37:33Aber du musst doch zugeben,
37:34dass so eine Wüstentour nicht ohne Risiko ist, oder?
37:37Ja, das Thema hatten wir schon.
37:41Glaubst du, ich bin mir dessen nicht bewusst?
37:45Also, was ist?
37:47Soll ich jetzt zu dem Vorstellungsgespräch fahren,
37:49oder nicht?
37:52Was ist denn das für ein Job?
37:54Bei einem Kurierdienst.
37:57Als Fahrer?
37:58Ja.
38:01Und stellen die dir ein Fahrzeug?
38:03Na, wozu?
38:04Ich habe ja mein Motorrad.
38:05Und damit komme ich sowieso überall am schnellsten hin.
38:10Das machst du nur, um mich zu ärgern.
38:12Was?
38:14Darf ich jetzt in Deutschland auch nicht mehr Motorrad fahren?
38:18Es gibt hier keine Wüste.
38:20Darum geht es doch gar nicht.
38:21Du willst nur deinen Dickkopf durchsetzen.
38:24Und mich stellst du als eine Rabenmutter hin,
38:26die dir deinen Spaß nicht gönnt.
38:29Du hast echt keine Ahnung von mir.
38:31Vergiss es einfach.
38:32Ich fahre jetzt zu dem Vorstellungsgespräch.
39:00Ja, guten Tag, Hagen Ritter hier.
39:01Können Sie mich bitte mit der Abteilung Controlling und Bilanzen verbinden?
39:04Ja, ich warte, danke.
39:07Frau Jablonski?
39:08Hallo, Hagen Ritter hier.
39:10Ja, danke.
39:11Frau Jablonski, Sophie Nowak hat doch neulich mit Ihnen telefoniert,
39:14wegen der Vermögensaufstellung.
39:15Ja, ganz genau.
39:17Nein, wir machen das jetzt doch nicht so.
39:19Können Sie bitte die geschätzten Bilanzen einfach an den gegnerischen Anwalt schicken?
39:22Ja, ja, ja.
39:24Ja, wir wollen die Scheidung so schnell wie möglich vorantreiben.
39:26Gut, danke.
39:27Danke.
39:28Tschüss.
39:34Bist du eigentlich verrückt geworden?
39:36Wie bitte?
39:38Meine Schwester kommt gerade aus dem Krankenhaus.
39:40Ist dir das eigentlich klar?
39:41Natürlich ist mir das klar.
39:42Wovon redest du?
39:42Sie mag vielleicht lebendig und zuversichtlich auf dich wirken.
39:45Aber das ist eine Täuschung.
39:46Sie macht dir etwas vor, weil sie nicht will, dass du siehst, wie sehr sie leidet.
39:49Gut, ja, das kann ich mir vorstellen.
39:51Aber ich verstehe nicht, warum du dich so aufregst.
39:53Meine Schwester hat gestern versucht, sich das Leben zu nehmen.
39:56Sie ist immer noch labil.
39:57Und da kommst du und wirfst ihr vor, dass sie ihren Selbstmord als Druckmittel einsetzen wollte.
40:01Da hast du völlig den Verstand verloren.
40:08Hallo, Nora.
40:10Hallo.
40:12Ja, dann schießen Sie mal los.
40:14Was hat denn Ihre Meinung geändert?
40:17Warum erkennen Sie mich jetzt doch plötzlich als Ihre Tochter an?
40:19Habe ich das gesagt?
40:21Na, Sie meinten, dass meine Reise nach London überflüssig geworden ist.
40:24Allerdings.
40:26Also, ich höre.
40:29Immer langsam.
40:31Ich habe gehört, dass es bei Ihnen zu einem tragischen Vorfall kam.
40:36Zu etwas wie ein Selbstmordversuch?
40:41Also, wenn Sie glauben, dass ich zu labiert bin, um zu verhalten...
40:44Wohl kaum.
40:45Sie sehen äußerst stabil aus.
40:49So, entweder Sie erkennen mich jetzt als Ihre Tochter an oder ich nehme den nächsten Flug nach London.
40:55Ihre Schwester muss außer sich gewesen sein, als sie von Ihrem Selbstmordversuch erfahren hat.
41:01Was geht Sie bitte meine Schwester an?
41:03Ich kann mich so richtig in Sie hineinversetzen.
41:06All die Schuldgefühle, weil sie den Mann bekommen hat, den Sie lieben.
41:11Nein, nicht ganz.
41:12Sie haben sich getrennt.
41:14Mhm.
41:15Dann hat es sich ja gelohnt, drei Schlaftabletten zu nehmen.
41:18Bitte?
41:19Ich habe 20 genommen.
41:20Mir wurde der Magen ausgepumpt.
41:22Wie unangenehm.
41:24Das geht Sie im Übrigen auch gar nichts an.
41:27Ich fliege morgen nach London und dann hören Sie von mir.
41:30Das glaube ich kaum.
41:32Hm?
41:37Ja?
41:37Bitte?
41:38Was ist das?
41:40Das sind die 17 Tabletten, die von den 20 übrig geblieben sind.
41:44Was werden Ihre liebe Schwester Luisa und Simon Becker wohl dazu sagen, wenn Sie davon erfahren?
41:52Das ist die 17 Tabletten.
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