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  • vor 2 Tagen

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Kurzfilme
Transkript
00:00Ah, ähm, darf ich vorstellen?
00:02Sophie Nowak, eine Kollegin.
00:03Und die neue Rechtsanwältin von Richard van Weiden.
00:07Freut mich, sie kennenzulernen.
00:31Hey, who's gonna make it right?
00:38This could be the first day of my life.
00:47Also die neue Rechtsanwältin.
00:51Genau.
00:54Hagen, willst du mir die beiden Damen nicht vorstellen?
00:57Oh Gott, ja, entschuldige. Luisa Maywald, sie managt den Haushalt für Richard und Himmela.
01:01Sehr erfreut, gleichfalls.
01:03Und es ist Nadja.
01:05Nora.
01:06Nora Maywald.
01:08Sie wohnen hier im Haus?
01:12Ja, vorübergehend.
01:14Sie ist meine Schwester.
01:16Entschuldigen Sie mich, ich muss gehen.
01:25Ja, man, du hattest ja wohl noch meinen Namen vergessen.
01:44Tag mal, geht das auch uns schnell?
01:47Sonst sind wir ja morgen noch nicht fertig.
01:50Morgen.
01:51Morgen.
01:52Hey, guten Morgen.
01:53Wir wollten mal sehen, ob du die Eröffnung gut überstanden hast.
01:55Na ja, ich hab nicht geschlafen, ich hab nicht gefrühstückt, ich hab Kopfschmerzen, aber ansonsten geht's mir ganz gut.
02:01Wollt ihr was trinken?
02:02Nee, danke, wir sind schon zu spät.
02:04Ich kann euch doch ein Cappuccino to go machen.
02:06Ich hätte gern Latte Macchiato.
02:07Okay, für mich auch.
02:08Dagmar.
02:11Hier sieht's ja so aus, als wäre nichts gewesen.
02:15Na ja, ich putze ja auch schon seit Stunden.
02:18Zimmer wollte dir Konrad nicht eigentlich beim Aufräumen helfen, er war doch verabredet.
02:22Ja, vielleicht solltest du dir das doch nochmal mit ihm überlegen.
02:24Ich meine, wenn er jetzt schon schwächelt, wie soll das dann in einer Beziehung werden?
02:27Was für eine Beziehung? Wir haben keine Beziehung.
02:30Ach so, dann hat dich also nur ein guter Freund versetzt.
02:33Richtig, 2,50 bitte.
02:36Danke.
02:36Oh, jetzt wird's eng.
02:38Mist, wir müssen echt los.
02:39Ich zahl für dich, bitte.
02:40Danke.
02:41Bitte.
02:41Ciao.
02:42Na, schönen Tag noch.
02:43Danke.
03:01Wer sind Sie denn?
03:03Wer ich bin?
03:04Ja.
03:05Hagen hat gar nichts davon gesagt, dass Sie hier sein würden.
03:08Naja, mir hat doch gar nichts von Ihnen erzählt.
03:11Aber wenn Hagen und ich uns sehnen, wegen wir sowieso nicht viel.
03:17Was war das denn?
03:20Du bist ja regelrecht davongelaufen.
03:22Ach was.
03:24Nora, was ist los?
03:26Nichts.
03:26Was willst du denn immer von mir?
03:28Ich will gar nichts von dir.
03:30Ich hab bloß Angst, dass du dir wieder was antust.
03:33Du benimmst dich so seltsam in letzter Zeit.
03:35Ich benehme mich überhaupt nicht seltsam.
03:36Doch.
03:38Du verschwindest in aller Herrgottsfrühe.
03:40Niemand weiß, wo du bist.
03:41Du reagierst gereizt auf meine Fragen.
03:43Vor allem bist du fast ausgerastet wegen eines lächerlichen Anrufs.
03:46Und jetzt dieser Abgang.
03:47Das hilft doch nichts, wenn du alles in dich hineinfrisst.
03:52Du hast recht.
03:55Was machst du jetzt?
03:58Ich packe.
03:59Ich fahr zu dieser komischen Therapie.
04:02Jetzt?
04:03Auf einmal?
04:03Ja, du hast doch gesagt, dass ich nicht alles in mich hineinfressen soll.
04:07Ich finde es gut, wenn du diese Therapie machen willst.
04:11Allerdings wäre es mir lieber, wenn du mit mir sprechen würdest.
04:15Wozu denn?
04:16Du vertraust mir nicht.
04:17Du glaubst, Simon, dass ich dich angelogen habe.
04:20Aber das stimmt doch überhaupt nicht.
04:24Hältst du denn die Möglichkeit für so abwegig, dass du Simons Worte in den falschen Hals bekommen hast?
04:30Er hat gesagt, dass ich euch mit meinem Selbstmordversuch moralisch erpressen wollte.
04:35Daran gibt es nichts misszuverstehen.
04:39Du weißt, das ist eine geschlossene Gesprächstherapie.
04:43Du wirst eine Weile nicht erreichbar sein.
04:46Und du bist den ganzen Tag unter fremden Menschen.
04:49Das klingt doch gut.
04:52Darf ich jetzt in Ruhe weiterpacken?
04:54Natürlich.
05:09Morgen, Henning.
05:10Morgen.
05:11Guten Morgen, Herr Reichenbach.
05:12Morgen.
05:13Dieser Kaffee ist herrlich.
05:14Den musst du unbedingt mal probieren.
05:15Ist aus dem Bahn, die ist.
05:16Du hast gestern Abend wirklich was verpasst.
05:18Ihr habt schon länger gemacht?
05:19Haben wir länger gemacht?
05:20Kann man so sagen.
05:22Gut, dass du heute ein bisschen länger schlafen konntest.
05:24Ich weiß, dass wir zu spät gekommen sind.
05:26Es tut uns wirklich leid.
05:27Jetzt entschuldige dich doch nicht.
05:28Wieso, wir sind doch zu spät gekommen.
05:30Die paar Minuten, die machen doch unserem Chef nichts aus.
05:34Stimmt's, Henning?
05:35Doch.
05:36Die machen dem Chef etwas aus.
05:38Arbeitsbeginn ist um neun.
05:40Nicht um fünf nach neun, nicht um zehn nach neun und schon gar nicht um viertel nach neun.
05:43Jetzt krieg dich mal wieder ein.
05:45Den Designern tück ich gern mal ein Auge zu.
05:47Die machen schon genug Überstunden.
05:49Aber der Empfang muss erreichbar sein, wenn die offizielle Arbeitszeit beginnt.
05:53Was ist denn los mit dir?
05:54Hast du jetzt die Managerkrankheit?
05:55Ach komm, lass Lissi.
05:57Nein, nur weil du mein Cousin bist, musst du jetzt nicht den Chef raushängen lassen, echt.
06:02Andersherum, Lissi.
06:04Nur weil du meine Cousine bist, musst du nicht glauben, dass du bei mir Sonderrechte hast.
06:10Gut, dann haben wir das ja geklärt.
06:12Bring mal bitte alle Unterlagen zu Herr Beckers Forschungsprojekt.
06:15Ich will ihn heute Nachmittag sprechen.
06:18Sag ihm, er soll Zeit mitbringen. Es geht um sein Budget.
06:21Zu Befehl, Chef.
06:25Aber du warst mir eine große Hilfe.
06:27Wieso? Er hat doch recht.
06:52So, den Job habe ich jetzt abgesagt.
06:56Und wie fühlst du dich?
06:58Na ja, schade eigentlich.
07:00Der Kurierdienst hat mir irgendwie Spaß gemacht.
07:02Man kann man schon mit Motorradfahren sein Geld verdienen.
07:05Ich dachte, du hast kein Geld verdient.
07:08Ja, das war ja das Problem.
07:10Der Chef.
07:11Was für ein Idiot.
07:13Ja, schlechte Bezahlung und der Chef ein Ausbeuter.
07:16Aber ansonsten war der Job ganz okay.
07:19Und du?
07:21Auch mir fehlt heute ein bisschen die Konzentration.
07:25Wegen Luisa nehme ich an.
07:26Ja, mir geht der Streit nicht aus dem Kopf.
07:28Wie kann sie nicht merken, dass Nora versucht, sie zu manipulieren?
07:31Ja, wahrscheinlich hat sie da einen blinden Fleck.
07:33Ja, so blind kann niemand sein.
07:35Mir kann Luisa glauben, dass ich zu ihrer Schwester gehe,
07:37die gerade einen Selbstmordversuch hinter sich hat
07:38und ich ihr eine solche moralische Erpressung vorwerfe.
07:41Nora ist eben geschickt im Manipulieren.
07:44Du hättest sie doch auch nicht durchschaut,
07:45wenn sie Luisa nicht so offensichtlich angelogen hätte, oder?
07:50Nein, wahrscheinlich nicht.
07:53Und?
07:54Was willst du jetzt machen?
07:56Warten, bis sich Luisa meldet?
07:58Nein, ich werde sie anrufen.
08:02Und warum sollte sie dir jetzt glauben?
08:04Ich weiß es nicht.
08:06Irgendwas muss ich machen, sonst wäre ich verrückt.
08:08Naja, ich muss jetzt dann mal los.
08:11Ich glaube, meine Zündkerzen sind verrustet.
08:13Na dann.
08:14Viel Glück.
08:33Hallo, Simon.
08:34Hallo, Luisa.
08:35Entschuldigung, dass ich anrufe.
08:37Ich weiß, du möchtest, dass wir im Moment ein bisschen auf Abstand gehen,
08:40aber die Sache mit Nora geht mir nicht aus dem Kopf.
08:44Glaub mir, ich habe ihr nicht gesagt, dass ich...
08:46Simon, du musst nicht weitersprechen.
08:48Wirklich?
08:50Ich glaube, ich habe dir Unrecht getan.
08:52Dann hat sie zugegeben, dass sie gelogen hat.
08:55Nein, ich glaube auch nicht, dass sie gelogen hat.
08:59Tut mir leid, das verstehe ich jetzt nicht.
09:02Nora ist...
09:03Ich weiß auch nicht, was mit ihr los ist.
09:05Ich verstehe sie nicht mehr.
09:07Sie ist so impulsiv und unberechenbar.
09:10Es ist gut möglich, dass sie deine Worte in den falschen Hals bekommen hat.
09:15Subjektiv ist sie sicher der Meinung, dass sie die Wahrheit sagt.
09:18Ja, aber es kann doch nur einer die Wahrheit sagen.
09:20Belassen wir es dabei.
09:22Ich hätte dir auch niemals zugetraut, dass du so etwas sagst.
09:26Danke.
09:27Dann bin ich ja sehr erleichtert.
09:29Ich muss jetzt Schluss machen.
09:30Nein, Luisa, warte bitte, leg nicht auf.
09:33Tut mir leid, Simon.
09:34Wir haben doch eine Vereinbarung.
09:36Mach's gut.
09:43Also so schnell gebe ich nicht auf.
09:49Ich würde dann gern auch noch mit Herrn van Weiden persönlich sprechen.
09:53Ja, natürlich, aber bitte bedenken Sie, dass wir Sie engagiert haben,
09:56weil wir ihn so weit wie möglich aus diesem Prozess heraushalten wollten.
09:59Ja, das verstehe ich sehr gut angesichts seines Zusammenbruchs.
10:02Nur bei bestimmten Detailfragen wird sich das nicht vermeiden lassen.
10:06Gut.
10:08Das Wichtigste ist doch, dass wir die Scheidung über die Härtefallregelung so schnell wie möglich über die Bühne ziehen, oder?
10:12Ja, bliebe noch ein Punkt.
10:14Nämlich?
10:15Die Namensfrage.
10:18Herr, Frau van Weiden kann nach geltendem Recht den Namen ihres Mannes behalten.
10:24Das heißt, sie wird auch nach der Scheidung weiterhin van Weiden heißen?
10:28Das wird Richard nicht wollen.
10:29Siehst du denn eine Möglichkeit, das zu verhindern?
10:31Alles Verhandlungssache.
10:34Wenn du das schaffst, gebe ich dir ein Aus.
10:36Abgemacht?
10:37Abgemacht.
10:40Kommen Sie ruhig rein, Luisa, wir sind gerade fertig.
10:42Ich wollte nur die Blumen hinstellen.
10:45Vielen Dank, Sophie.
10:47Gerne.
10:48Ja, ich gehe da mal kopieren.
10:50Ich warte dann hier auf dich.
10:56Ihre Schwester hat es vorhin aber ziemlich eilig.
10:59Sie macht gerade eine schwierige Zeit durch.
11:01Ja, das kann ich mir vorstellen.
11:03Was können Sie sich vorstellen?
11:05Ähm, entschuldigen Sie, ich möchte mich nicht in Ihre Privatangelegenheiten mischen.
11:10Und in Hagens auch nicht.
11:12Tut mir leid, ich verstehe keinen Wort von dem, was Sie sagen.
11:15Sie wissen nicht, dass Hagen Ritter und Ihre Schwester sich kennen?
11:18Na, natürlich kennen Sie sich flüchtig.
11:20Flüchtig?
11:21So kann man das auch nennen.
11:23Bitte, Frau Nowak.
11:24Wenn Sie mir etwas sagen wollen, dann sagen Sie es klar und deutlich.
11:27Damit ich es auch verstehen kann.
11:34Tut mir leid, ich bin aufgehalten worden.
11:36Im Wald?
11:37Ja, ob du es glaubst oder nicht.
11:40Konrad!
11:42Da kenne ich bessere Ausreden.
11:44Ja, ich weiß, ich hätte dir beim Aufräumen helfen sollen, aber...
11:46Ach nein, ist schon okay.
11:48Dagmar hat mir ja geholfen.
11:50Ich mach's wieder gut.
11:51Das brauchst du nicht.
11:52Das war wahrscheinlich sowieso eine blöde Idee, dass du mir helfen sollst.
11:55Ich meine, wir sind ja nicht verheiratet.
11:57Bist mir böse.
11:59Nein, ich bin müde, weil ich nicht geschlafen hab und ich hab Kopfschmerzen.
12:02Ich hab eine Überraschung für dich, da vergisst du deine Kopfschmerzen ganz schnell.
12:05Wir müssten allerdings sofort los.
12:07Was?
12:08Ich kann doch jetzt hier nicht weg?
12:09Klar kannst du hier weg, ist doch noch gar nichts los.
12:12Komm, gib mir eine Chance.
12:15Meinst du?
12:16Ja.
12:16Dagmar schafft das schon.
12:18Komm.
12:24Na gut.
12:40Sie haben Nora in Hagenritters Loft gesehen?
12:43Ja, da wusste ich natürlich noch nicht, dass sie Nora Maywald ist.
12:48Aber das gibt überhaupt keinen Sinn.
12:50Das macht sehr viel Sinn.
12:52Wenn man ihr glaubt, dass sie mit Hagen ins Bett geht.
12:56Aber das ist doch lächerlich.
12:57Warum?
12:59Sie sieht doch gut aus.
13:01Und Hagen ist gerade in einer Phase...
13:03Ich kenne meine Schwester sehr gut.
13:05Wir wohnen unter einem Dach und ich...
13:06Ich weiß, sie hat nicht das geringste Interesse an Hagenritter.
13:09Das ist das, was sie ihnen erzählt.
13:10Hören Sie auf.
13:12Ich weiß, Nora ist in jemand anderen verliebt.
13:15Sie muss sie angelogen haben.
13:19Aber ich verstehe das nicht.
13:23Was wollte sie dort?
13:25Etwas stehlen.
13:26Und als ich sie ertappt habe, hat sie versucht, sich mit einer Lüge herauszureden.
13:31Aber was sollte sie stehlen wollen?
13:33Da fiel mir in Hagens Wohnung einiges ein.
13:43Ich verstehe überhaupt nicht, warum du dich so aufregst.
13:46Wir sind zu spät gekommen, der Chef hat uns zusammengestaucht.
13:49Na und, was ist daran so schlimm?
13:50Er hat mich zusammengestaucht, Maike.
13:52Und es hat überhaupt nichts mit zu spät kommen zu tun.
13:55Sondern?
13:55Er will sein Revier markieren, ist doch klar.
13:58Ja, und was ist daran falsch?
13:59Es ist nun mal ein Problem, dass ihr beiden verwandt seid.
14:02Daran ist überhaupt nichts falsch.
14:03Falsch wäre jetzt bloß von mir klein beizugeben.
14:06Ach komm, Lizzie.
14:07Es stinkt dir doch nur, dass dein Supercousin dich genauso behandelt wie eine normale Angestellte.
14:11Du bist so naiv.
14:13Ich bin naiv?
14:15Jetzt pass mal auf.
14:16Ich kenne mich aus mit Chefs.
14:18Meine ganze Familie ist voll von Chefs.
14:20Alles, was ein Chef sagt und tut, dient nur dem einen Ziel.
14:23Der macht der Haltung.
14:24Oh, ich kriege eine Gänsehaut.
14:27Gut, dann erkläre ich es dir anders.
14:31Weißt du noch, als Henning vorhin zu mir gesagt hat,
14:33ich soll Herrn Beckers Forschungsunterlagen in sein Büro bringen.
14:36Was genau hat er gesagt?
14:38Herr Becker solle sich Zeit mitbringen und es ginge ums Budget.
14:42Was bedeutet das?
14:44Er will ihm sein Budget kürzen, ist doch klar.
14:47Meinst du?
14:48Ja, natürlich will er ihm sein Budget kürzen und danach streicht er die ganze Forschungsarbeit.
14:52Ach, Lizzie, jetzt übertreib mal nicht.
14:54Du kapierst wirklich gar nichts.
14:56Herr Becker ist von deiner Forschungsarbeit abhängig.
14:59Weniger Budget bedeutet weniger Experimente.
15:01Weniger Experimente bedeutet weniger Erfolg.
15:04Weniger Erfolg heißt...
15:05Auf Wiedersehen, Herr Becker.
15:07Wir verabschieden uns an dieser Stelle von Ihnen.
15:09Ach, Quatsch, Lizzie.
15:10Ich lasse mich doch jetzt hier nicht von dir verrückt machen.
15:11Ich muss wieder arbeiten.
15:12Also, wir sehen uns heute Abend.
15:14Mach's gut.
15:16Mach's besser.
15:19Ich werde mit Hagen darüber sprechen.
15:21Vielleicht hat er eine Erklärung.
15:23Frau Nowak, bitte.
15:24Es wurde doch nichts gestohlen, oder?
15:26Soweit ich das beurteilen kann.
15:28Trotzdem.
15:31Ich wollte Ihnen das eigentlich nicht erzählen.
15:34Aber meine Schwester hat gerade einen Selbstmordversuch hinter sich.
15:37Ja, aber...
15:38Das ist doch kein Grund, in fremder Leute Wohnungen einzubrechen.
15:42Wem nützt es, wenn Herr Ritter sie anzeigt?
15:45Ich bin Anwälte.
15:47Erwarten Sie von mir, dass ich eine Straftat decke?
15:51Meine Schwester hat kein leichtes Leben gehabt.
15:53Oh nein, bitte nicht.
15:54Der Angeklagte und seine schwere Kindheit.
15:56Aber es erklärt einiges.
15:59Meine Eltern haben Nora adoptiert, als ich noch nicht auf der Welt war.
16:02Danach fühlte sie sich immer zurückgesetzt.
16:04Was für ein Schicksal.
16:07Dann fand sie die Liebe ihres Lebens.
16:08Die beiden wollten heiraten.
16:10Aber er kam bei einem schrecklichen Unfall ums Leben.
16:14Hier in Falkenthal schienen sie sich alles zum Guten zu wenden.
16:16Sie fand eine neue Liebe.
16:18Die beiden waren eine Weile zusammen.
16:21Doch dann hat er sich von ihr getrennt, wegen einer anderen.
16:24Und kurz danach verlor sie ihren Job.
16:27Und danach hat sie, nehme ich an, versucht, sich das Leben zu nehmen.
16:31Bitte, Frau Nowak.
16:32Ich verspreche Ihnen, dass Nora keine Dummheiten mehr machen wird.
16:35Eine schlimme Geschichte, aber sie erklärt nicht, was ihre Schwester in Hagenritters Wohnung zu suchen hat.
16:41Ich finde es heraus.
16:42Aber ich brauche Zeit.
16:43Wie viel?
16:46So, ich werde mir zu weit.
16:50Ein paar Tage.
16:51Einen Tag, nicht mehr.
16:54Gehen wir?
17:11Oh Gott.
17:12Geht's?
17:13Ehrlich gesagt frage ich mich, was ich hier gerade mache.
17:16Ist nicht mehr weit.
17:17Das hast du vor zehn Minuten auch schon gesagt.
17:19Zehn Minuten?
17:20So lange sind wir doch noch gar nicht unterwegs.
17:21Mir kommt's vor, als wenn wir schon seit Stunden hier durch die Gegend irren.
17:25So.
17:26Hier müssen wir durch.
17:28Was?
17:30Hier?
17:35Konrad!
17:36Nur ein ganz kurzes Stück.
17:37Ich bin müde.
17:38Ich denke die ganze Zeit an mein Bett und du schiebst mich hier durch die Botanik.
17:43Ja, du hast recht.
17:46Und wo willst du jetzt hin?
17:48Zurück.
17:50Was ist mit der Sache, die du mir zeigen wolltest?
17:52Die ist toll.
17:53Einzigartig.
17:54Das wirst du so schnell nicht wieder zu sehen bekommen.
17:56Aber sie ist halt leider hinter dem Gebüsch.
17:58Warte doch mal.
18:00Pass auf, wir schleppen uns jetzt hier durch dieses Gebüsch und wehe, das, was du mir zeigen willst, ist nicht
18:06sensationell.
18:22Was wollte deine Schwester bloß bei Hagen Ritter?
18:25Ich weiß nicht.
18:27Frau Nowak war so nett, mir einen Tag Zeit zu geben, es herauszufinden.
18:32Und Nora ist nicht zu erreichen.
18:34Sie ist doch in der Therapie.
18:36Da darf man nur einmal am Tag telefonieren.
18:39Vielleicht brauchte sie Geld.
18:41Gestern wollte sie sich noch das Leben nehmen und heute bricht sie in Hagen Ritters Wohnung ein, weil sie Geld
18:45braucht?
18:46Naja, du hast recht, das passt nicht zusammen.
18:48Das Dumme ist nur, dass alles andere auch nicht passt.
18:58Was ist die Verbindung zwischen Hagen Ritter und Nora?
19:01Im Grunde gibt es da nur eine.
19:04Annabelle von Weiden.
19:06Hagen Ritter hat bis vor kurzem Richard von Weiden in der Scheidungssache gegen Annabelle vertreten.
19:11Und Nora hat das vor kurzem versucht, Annabelle von Weiden dazu zu bringen, sie als ihre Tochter anzuerkennen.
19:16Du meinst also, dass Nora für Annabelle beim gegnerischen Anwalt spioniert hat?
19:23Ja, das wäre doch zumindest eine Möglichkeit.
19:26Ja, aber ich denke, sie hat mit Annabelle abgeschlossen.
19:29Ich weiß auch nicht.
19:36Luisa Maywald?
19:37Luisa?
19:38Henning, hier störe ich gerade?
19:40Also, ehrlich gesagt, was gibt's?
19:44Ich mach's kurz. Was hältst du davon, wenn wir uns heute zum Kaffee treffen?
19:48Henning, ich weiß nicht, ob ich heute noch Zeit hab.
19:51Na klar hast du Zeit.
19:53Komm schon, Luisa, du brauchst mal ein bisschen Abwechslung.
19:55Du kannst dich doch nicht immer nur um Nora kümmern.
19:57Na gut, vielleicht hast du recht.
19:59Also abgemacht.
20:00Heute Nachmittag im Lanzino. Ich freu mich.
20:07Was Wichtiges?
20:08Nein.
20:12Ich will mit Annabelle von Weiden sprechen.
20:15Hältst du das für eine gute Idee?
20:17Doch. Ich muss wissen, ob's was mit der Sache zu tun hat.
20:28Entschuldigung.
20:29Entschuldigung.
20:31Entschuldigung.
20:35Herzlichen Dank.
20:41Entschuldigung.
21:09Ich bin froh, dass die Bache noch da ist mit ihren Kleinen.
21:12Die Frischlinge sind seit gestern aus dem Nest, sind noch nicht so alt.
21:16Dann warst du jetzt jeden Tag hier?
21:18Seit einer Woche etwa.
21:20Ach, dann warst du bei der Geburt dabei.
21:25Dann hast du die Kleinen auf die Welt gebracht, du Wildschwein-Papa.
21:29Nein, das hat die Bache ganz gut alleine hinbekommen.
21:35Bist du deswegen zu spät gekommen?
21:38Und ich mache dir auch noch Vorwürfe.
21:42Das kannst du ja nicht ahnen.
21:44Jetzt komme ich mir ein bisschen blöd vor.
21:46Ach, komm, hör auf.
21:48Guck mal.
21:52Das ist ja irre.
21:55Das ist wirklich eine schöne Überraschung.
21:58Das ist noch gar nicht die Überraschung.
22:14Wie gesagt, ich muss jetzt noch das optimale Mischungsverhältnis ermitteln und dann können wir in die nächste Phase eintreten.
22:20In die nächste Phase?
22:22Und wie lange, glauben Sie, brauchen Sie noch für diese Phase?
22:27Sie sind gut.
22:28Mann, wenn ich das wüsste, dann würden wir hier keine Forschung betreiben.
22:31Keine Ahnung, wie lange das dauert.
22:32Sie müssen doch einen ungefähren Zeithorizont haben.
22:34Wissen Sie eigentlich, was Sie täglich an Material verbrauchen?
22:37Na klar weiß ich das.
22:38Aber wenn Sie mir eine Methode nennen können, wie man Materialforschung ohne Materialeinsatz betreibt, dann nennen Sie mir die.
22:43Also ich halte mich da lieber an den Methoden der Wissenschaft.
22:46Jetzt regen Sie sie doch nicht auf.
22:48Es muss Ihnen doch klar sein, dass es so nicht weitergehen kann.
22:50Die Kosten laufen uns ja davon.
22:52Ich verstehe überhaupt nicht, wieso das jetzt plötzlich ein Thema ist.
22:54Ich habe doch alles Punkt für Punkt mit Frau van Weyden besprochen.
22:58Das mag schon sein.
22:59Aber im Budget wird nicht für alle Ewigkeit in Stein gemeißelt.
23:02Und Frau van Weyden führt diese Firma nicht mehr.
23:05Ja, aber das Geld haben Sie doch binnen kürzester Zeit drinnen, wenn meine Formeln mal funktionieren.
23:09Wenn Ihre Formeln funktioniert, Herr Becker.
23:12Ja, bitte.
23:14Bitte.
23:16Also gut, Herr Becker, machen Sie mir doch Kürzungsvorschläge.
23:20Auf was könnten Sie am ehesten verzichten?
23:22Auf gar nichts.
23:23Das Budget ist äußerst knapp kalkuliert.
23:25Weniger würde den Erfolg gefährden.
23:27Also so geht das nicht, Herr Becker.
23:29Sie müssen sich schon ein bisschen kooperationsbereit zeigen.
23:33Sag mal, Lise, geht das noch langsamer?
23:35Ich bin ja schon fertig.
23:37Also wenn Sie Ihre Zusammenarbeit mit mir beenden wollen, dann sagen Sie das gleich klar heraus.
23:41Ich habe sowas schon oft genug erlebt, dass ich auf diese Tricks reinfalle.
23:45Ich habe doch nicht gesagt, dass ich unsere Zusammenarbeit beenden will.
23:49Ja, aber warum lassen Sie mich doch nicht in Ruhe arbeiten?
23:51Ich mische mich ja auch nicht in Ihre Arbeit ein.
24:01Was soll das heißen, Nora Maywald ist verschwunden?
24:05Ja, dann suchen Sie sie gefälligst.
24:07Das kann doch nicht so schwer sein.
24:10Ich brauche diesen Brief.
24:15Besuch für Sie.
24:16Frau Maywald.
24:17Ach, na endlich.
24:19Danke.
24:21Was wollen Sie denn hier?
24:23Sie haben mit meiner Schwester gerechnet, stimmt's?
24:27Ich sehe nicht, was Sie das angeht.
24:30Sie brauchen das nicht zu leugnen.
24:32Ich durfte das Besucherbuch einsehen.
24:36Sie haben meine Schwester in der letzten Zeit mehrmals empfangen.
24:40Warum?
24:42Die Frau hat ein Naan an mir gefressen.
24:44Sie sind Ihre Mutter.
24:45Und alles, was Nora sich wünscht, ist, dass Sie da zu stehen.
24:49Das ist doch Unsinn.
24:51Bitte gehen Sie.
24:52Ich brauche Ruhe.
24:53Ich bin krank.
24:54Ach, dieses Pfeifen wird schon wieder schlimmer.
24:58Ich werde nicht gehen, bevor Sie mir nicht gesagt haben,
25:00was Nora in Hagenritters Wohnung zu suchen hatte.
25:03In Hagenritters Wohnung?
25:06Was meinen Sie?
25:07Das wissen Sie ganz genau.
25:09Nora ist dort eingebrochen in Ihrem Auftrag.
25:13Welchen Grund sollte ich dazu haben, Sie damit zu beauftragen?
25:16Und welchen Grund sollte Nora haben, das für mich zu tun?
25:18Sie will Ihre Anerkennung.
25:20Schließlich sind Sie Ihre Mutter.
25:21Ich bin nicht Ihre Mutter.
25:24Wissen Sie eigentlich, dass Nora erst gestern versucht hat,
25:26sich das Leben zu nehmen?
25:28Und Sie haben nichts Besseres zu tun,
25:30als Ihre Labilität auszunützen
25:31und sie zu einem Einbruch anzustiften.
25:34Was sind Sie nur für ein Mensch?
25:35Sie haben ihr doch den Mann weggenommen.
25:38Sie stürzen Sie doch von einem Unglück in das nächste.
25:41Versuchen Sie nicht, Ihre Schuld auf mich abzuwälzen.
25:44Sie brauchen mich nicht, um das Leben Ihrer Schwester zu zerstören.
26:00Guten Tag, Frau Landmann.
26:02Guten Tag, Herr Becker.
26:04Ich suche Louisa.
26:07Ja, Louisa ist im Augenblick nicht im Haus
26:10und ich kann Ihnen auch nicht sagen, wann sie wiederkommt.
26:13Und wo ist sie denn?
26:15Warum rufen Sie sie denn nicht an und fragen Sie selbst?
26:20Weil ich fürchte, dass sie nicht abnehmen würde.
26:23Ah, Sie haben sich gestritten.
26:26Das auch.
26:27Aber Gott sei Dank hat Louisa inzwischen eingesehen,
26:30dass sie im Unrecht war.
26:32Dann ging es um Nora.
26:34Natürlich, sie hat...
26:37Egal.
26:37Belassen wir es dabei,
26:38dass sie einige Worte von mir einfach in den falschen Hals bekommen hat.
26:41Ha, dann nehme ich an, dass Sie das gleich Louisa weitererzählt hat.
26:45Aber wie gesagt, das Missverständnis haben wir geklärt.
26:48Und welches ist noch nicht geklärt?
26:52Louisa glaubt, dass sie nicht mit mir zusammen sein kann,
26:54solange Ihre Schwester noch so labil ist.
26:57Verstehe.
27:00Und Sie können mir wirklich nicht sagen, wo ich Sie finde?
27:03Nein, äh...
27:06Vielleicht sagt sie es Ihnen ja selbst.
27:09Ja, vielleicht.
27:12Ich kann Ihnen nicht sagen, was passiert ist,
27:15solange es Louisa nicht tut.
27:17Ich kann Ihnen nur eins sagen,
27:19dass sie große Probleme mit ihrer Schwester hat.
27:21Mehr als Sie ahnen.
27:23Was sind für Probleme?
27:26Nora hat eine Dummheit begangen,
27:28für die sie vielleicht zur Verantwortung gezogen werden kann.
27:32und Louisa versucht, Schlimmeres zu verhindern.
27:35Also, seien Sie geduldig.
27:37Sie hat im Augenblick wenig Zeit für Sie.
27:43Na, da bin ich jetzt aber gespannt.
27:46Das war doch noch ganz schön weit mit deinen Schuhen.
27:48Tut mir leid, ich habe die Distanzen ein bisschen unterschätzt.
27:51Nein, nein, es geht ja schon.
27:53Außer, dass ich mittlerweile ein bisschen Hunger habe.
27:56Das trifft sich gut, wir sind nämlich da.
27:59Aha.
28:01Moment noch.
28:14Kannst kommen.
28:28Konrad.
28:30Das ist ja...
28:33Komm rein.
28:40Setz dich.
28:45Ja.
28:46Das war was gegen die Müdigkeit.
28:51Das ist...
28:52Das ist traumhaft.
28:58Ja, als ich gemerkt habe,
28:59da ist nicht mehr rechtzeitig zu unserer Verabredung schaffen,
29:01musste ich mir was einfallen lassen.
29:27Der Vorwurf kam so überraschend,
29:29ich hatte überhaupt nicht damit gerechnet.
29:31Ich wusste nicht, was ich dazu sagen sollte.
29:34Sie hat dich kalt erwischt.
29:37Darin ist sie Spezialistin.
29:39Annabelle van Weyden ist die Meisterin im Überraschungsangriff.
29:44Aber es war so glaubwürdig.
29:45Ich hatte für kurze Zeit das Gefühl, sie hat recht.
29:48Ich bin schuld am Selbstmord meiner Schwester.
29:51Ich zerstöre ihr Leben.
29:53Also hör auf, darüber nachzudenken.
29:55Das ist genau das, was sie will.
29:57Ich weiß.
29:59Was hast du nun herausgefunden?
30:01Nora trifft sich hinter meinem Rücken mit Annabelle van Weyden.
30:06Dann hat Annabelle alles, was sie über dich und Simon weiß,
30:08von Nora selbst erfahren.
30:10Ja.
30:11Nora war regelmäßig im Gefängnis.
30:13Das habe ich an den Besuchsbüchern gesehen.
30:15Das heißt, dass Nora dich belügt?
30:18Aber warum?
30:19Warum vertraut sie mir nicht?
30:21Wenn ich nicht weiß, was sie für Annabelle van Weyden tut,
30:24dann kann ich ihr auch nicht helfen.
30:25Aber vielleicht ist es ganz gut,
30:28dass du mal siehst, wie vorsichtig du bei Nora sein musst.
30:30Und dass du nicht jedes ihrer Worte auf die Goldwaage legen kannst.
30:36Das stimmt.
30:38Simon und ich hatten einen Streit deswegen.
30:41Ach du, Simon war gerade hier.
30:43Der hat nach dir gefragt.
30:45Und was hast du gesagt?
30:46Naja, ich habe ihm gesagt,
30:48dass du im Augenblick wenig Zeit für ihn hast.
30:51Danke.
30:54Er fehlt mir.
30:58Luisa,
31:00du willst doch Simon nicht wegen Noras Selbstmordversuch verlassen.
31:04Es geht nicht anders, Eva.
31:06Nora ist noch zu labil.
31:08Sie belügt mich, sie bricht ein,
31:10sie lässt sich von ihrer Mutter manipulieren.
31:12Das Risiko kann ich nicht eingehen.
31:27Geh doch mal ran.
31:29Hm?
31:29Geh ran.
31:31Es geht nicht.
31:41Wen versuchst du denn da ständig zu erreichen?
31:44Luisa.
31:45Aber sie nimmt nicht ab.
31:48Warum sollte sie denn nicht abnehmen?
31:50Sie glaubt, solange ihre Schwester suizidgefährdet ist, können wir nicht zusammen sein.
31:55Oh, das tut mir leid, das wusste ich gar nicht, dass Noras Zustand noch so labil ist.
31:59Ich glaube nicht.
32:00Ich glaube, Luisa lässt sich von ihr manipulieren.
32:03Ich verstehe ja, dass du sauer bist.
32:05Aber das ist ein starker Vorwurf.
32:07Ich weiß.
32:08Aber du weißt nicht, was sie schon alles versucht hat, um einen Keil zwischen Luisa und mich zu treiben.
32:13Simon, aber ein Selbstmordversuch.
32:16Natürlich hat sie das nicht aus Berechnung getan.
32:17Sie war verletzt.
32:19Ich glaube nicht, dass sie uns damit erpressen wollte.
32:21Aber im Endeffekt läuft es auf dasselbe hinaus.
32:24Ist es denn wirklich so schwierig, noch eine Weile zu warten, bis sich Noras Zustand wieder gebessert hat?
32:28Ehrlich gesagt, ich glaube an keine Besserung.
32:30Sie hatte Erfolg mit ihrer Tat. Warum sollte sie jetzt an sich arbeiten?
32:33Och, das klingt hart.
32:35Du weißt nicht, was sie schon alles getan hat.
32:36Sie hat Luisa Lügen über mich erzählt.
32:38Wir haben uns deshalb gestritten.
32:39Und sie hat sogar heimlich Alkohol in Luisas Trink gemischt, obwohl sie genau weiß, dass Luisa keine Alkohol verträgt.
32:46Also irgendwie klingt das nicht nur nach Berechnung.
32:49Du weißt, ich war nie ein großer Fan von Nora.
32:51Aber was du da erzählst, das klingt so, als würde sie professionelle Hilfe brauchen.
32:55Ja, aber sie weigert sich ja, in psychotherapeutische Behandlung zu gehen, obwohl Luisa alles dafür tut.
33:02Irgendwie beneide ich Luisa nicht.
33:03Das ist deine große Verantwortung, die sie da übernimmt.
33:08Aber weißt du, was mir am meisten wehtut?
33:12Luisa vertraut mir nicht mehr.
33:14Frau Landmann hat angedeutet, dass Nora wieder irgendeine Dummheit angestellt hat, die Luisa auszubügeln versucht.
33:20Sie hat mir nichts davon erzählt.
33:22Vielleicht ist es einfacher für sie, nur an einer Front zu kämpfen.
33:25Ja, aber ich will ihr doch nur helfen.
33:33Weißt du, was ich vorgestern hier gesehen habe?
33:36Was denn?
33:38Ein Rauffußkauz.
33:40Sind die selten?
33:41Sehr.
33:42Ja. Aber wenn wir Glück haben, erholt sich die Population.
33:45Der Vogel liebt alte, zusammenhängende Mischwaldbestände.
33:49So wie du?
33:51Genau.
33:54Dann kennst du ja auch die ganzen lauschigen Plätze.
33:58Was denn für lauschige Plätze?
34:01Na, die sonnenbesprenkelten Lichtungen und die glitzernden Teiche.
34:05Da, wo sich die Liebespaare treffen.
34:08Natürlich kenne ich die.
34:10Wir sitzen ja gerade an einem.
34:20Was?
34:22Du hast da an der Zecke.
34:25Was?
34:26Wo?
34:26Nicht, nicht.
34:27Nicht rausziehen.
34:28Sonst bleibt der Kopf stecken.
34:41Wie konnte ich nur so blind sein?
34:44Seit Wochen trifft sich Nora mit Annabelle.
34:47Und ich war völlig ahnungslos.
34:49Dabei hätte ich es so leicht merken können.
34:52Ihre seltsamen Ausflüge, über die sie nicht reden wollte.
34:54Ihr ständiges Ausweichen.
34:56Ihre Telefonate.
34:59Warum hat es so lange gedauert, bis ich dahinter gekommen bin?
35:04Wohl auch, weil ich mit Simon und mir beschäftigt war.
35:12Ich darf mich meinen Gefühlen zu Simon nicht hingeben.
35:16So schwer es mir auch findet.
35:32Wie gern würde ich jetzt mit dir reden, Simon.
35:35Ich sehne mich so nach dir.
35:42Wenn ich könnte, würde ich die Zeit anhalten.
35:45Weil ich dieses Gefühl noch einmal erleben möchte, dass es nur uns beide gibt.
35:50Simon, hör auf.
35:50Das führt doch zu nichts.
35:52Luisa, lass nicht zu, dass Nora unserem Glück weiter im Weg steht.
35:57Es geht nicht nur darum.
36:01Da ist noch was anderes.
36:07Wäre es nicht besser, wenn das der Arzt macht?
36:10Der macht auch nichts anderes, als sie rauszudrehen.
36:12Rauszudrehen?
36:13Stillhalten.
36:14Au.
36:17Siehst du, der Kopf ist noch dran.
36:18Ja, danke.
36:19Ich werde es mir nachher unter dem Mikroskop angucken.
36:21Nicht kratzen.
36:22Aber das juckt.
36:23Das macht nichts.
36:25Die Gefahr, dass du dich infiziert hast, ist sehr gering.
36:27Infiziert?
36:28Ja, vergiss es.
36:30Infiziert womit?
36:33Ein kleiner Teil der Zecken überträgt Borrelien.
36:35Das sind Bakterien.
36:37Bei einer Infektion breiten sie sich im gesamten Organismus aus.
36:41Konrad, ich will sofort zum Arzt.
36:54So sitzt er schon die ganze Zeit da.
36:57Für mich sieht es so aus, als würde er arbeiten.
36:59Ich wette, er rechnet gerade durch, was er mit seinem gekürzten Budget noch anfangen kann.
37:03Wieso bist du dir eigentlich so sicher, dass dein Cousin das Budget wirklich gekürzt hat?
37:07Weil ich dabei war.
37:09Ach, wirklich?
37:09Ich habe praktisch das ganze Gespräch mit angehört.
37:12Eins steht fest.
37:14Herr Becker steht auf Hennings schwarzer Liste.
37:16Aber ich verstehe das nicht.
37:17Forschung kostet nun mal Geld.
37:19Und ohne Forschung kann die Firma wirklich einpacken.
37:22Das Problem ist doch, guck ihn dir an.
37:24Herr Becker ist kein Verkäufertyp.
37:26Der ist Erfinder.
37:27Und mein beschränkter Cousin versteht einfach nicht, wie wichtig die Forschungsarbeit ist.
37:31Solange er es nicht in Bilanzen ausdrücken kann.
37:34Vielleicht sollte sein Sohn mal mit Herrn Reichenbach sprechen.
37:38Verstehst du jetzt, warum ich vorhin so allergisch auf Hennings Platzhörschgehabe reagiert habe?
37:43Ich glaube, Simon Becker sollte davon erfahren.
37:48Mann, mein Cousin.
37:50Und ich dachte, er ist ein cooler Typ.
38:04Mann, mein Cousin.
38:21Mann, mein Cousin.
38:24Noch ein, bitte.
38:37Sagen Sie, ist hier noch frei?
38:40Nein, ich erwarte noch jemanden.
38:42Schade.
38:42Das war's.
39:20Was machst du denn hier?
39:34Ich hab' nachgedacht.
39:40Ich auch.
39:45Ich weiß, du denkst, es ist falsch und unnötig, dass wir uns wegen Nora trennen.
39:50Aber mir ist gerade klar geworden, dass ich durch unsere Beziehung ihre Probleme völlig aus den Augen verloren habe.
40:00Mir ist klar geworden, dass ich die Probleme von Nora unterschätzt habe.
40:03Ich weiß nicht, warum ich denken konnte, dass ich schlauer wäre als du.
40:07Du kennst sie viel länger und besser als ich.
40:13Nora wirkt oft kalt und berechnend, aber in Wirklichkeit versteckt sie ihre Gefühle, weil sie Angst hat, verletzt zu werden.
40:20Auf jeden Fall braucht sie jemanden, der auf sie aufpasst.
40:22Und mir ist klar geworden, dass ich dir bei dieser Aufgabe nur im Weg stehen würde.
40:30Ich glaub' mir, Simon.
40:34Ich wär' gern mit dir zusammen.
40:39Ich denke, da gibt's eine Lösung.
40:40Wir können Freunde sein.
40:42Also einfach nur Freunde.
40:51Er besitzt Victorias Abschiedsbrief, der meine Unschuld beweist.
40:55Was?
40:56Sophie weiß von dem Brief.
40:58Warum soll sie sich für den Brief interessieren?
41:00Du hast selbst gesagt, dass sie sich für Fälle interessiert, in denen jemand zu Unrecht verdächtigt wird.
41:04Wir spielen mit dem...
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