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KurzfilmeTranskript
00:00Max, was sind Gliome?
00:04Nina, du hättest da nicht reinziehen dürfen.
00:06Die Sachen lagen offen auf dem Tisch.
00:13Was ist das für ein Befund?
00:15Nina, das war eine ganz normale Routine.
00:17Hör zu, lenkt nicht ab, Max.
00:20Diese Bilder, dieser Arztbefund.
00:22Ja, das sind die Aufnahmen aus dem CT.
00:26Ja, was haben sie zu bedeuten, Max?
00:28Was sind diese Gliome? Was hat es zu bedeuten?
00:32Ich, ich wollte nicht, dass du es so erfährst.
00:39Max, was ist mit dir?
00:43In meinem Kopf, Nina.
00:46Ich, ich habe einen Hirntumor.
01:10Ich, ich habe einen Hirntumor.
01:30Ein Hirntumor?
01:31Ja.
01:33Aber es stehen noch weitere Untersuchungen an.
01:35Das heißt, es ist noch gar nicht sicher, ob es ein Tumor ist.
01:37Doch, es muss nur noch geklärt werden, ob er gut oder bösartig ist.
01:44Wie lange hast du ihn schon? Ich meine, kann man ihn operieren?
01:46Nina, ich weiß im Augenblick genauso wenig wie du.
01:49Ja, aber was sagt der Arzt?
01:52Dass es keinen Grund zur Sorge gibt, solange nicht alle Fakten auf dem Tisch liegen.
01:56Ich vertraue ihm.
01:58Ich kenne ihn von früher. Kannst du dich erinnern an Fred Schneider?
02:03Ja, du hast mal eine Reportage über ihn gemacht.
02:06Ja, als er im Sudan war.
02:07Er hat sich damals ein Jahr freigenommen und ein Kinderkrankenhaus aufgebaut.
02:10Und jetzt ist er hier?
02:11Ja, er arbeitet als Krebsspezialist.
02:15Aber er drückt dir doch nicht einfach nur diese Bilder in die Hand und sagt, Entschuldigung, mehr weiß ich nicht,
02:20oder?
02:20Nina, er ist Arzt und er hält sich an die Fakten.
02:22Wir müssen einfach noch weitere Untersuchungen abwarten.
02:25Aber es gibt keinen Grund, jetzt schon schwarz zu sehen.
02:28Ja, sicher.
02:28Ja, sicher.
02:30Aber wir reden schon von einem Tumor, nicht von einem Schnupfen.
02:33Das Glas ist halb voll, Nina.
02:36Und wenn der Tumor gutartig ist, dann lässt er sich ganz einfach operieren.
02:46Oh, Max.
02:47Max.
03:17Wo wollt ihr denn hin?
03:18Nach Passau?
03:20Was, mitten in der Nacht?
03:22Na ja, ich meine, jetzt sind die Straßen frei und Lukas kann im Auto schlafen.
03:27Ja, Moment.
03:27Wann habt ihr denn überhaupt beschlossen, da hinzufahren?
03:29Na, heute Abend.
03:30Weißt du, Stefan wird bald versetzt.
03:32Da müssen wir uns doch doch schon mal ein bisschen umschauen.
03:34Ja, aber Stefan kennt Passau doch.
03:36Ja, aber Silke nicht.
03:40Was heißt denn das jetzt bitte?
03:41Ihr wollt einfach hinziehen, ohne mit mir vorher zu sprechen?
03:43Nein.
03:44Von umziehen ist hier überhaupt nicht die Rede.
03:45Ach nein?
03:47Andreas, jetzt bitte mach keinen Aufstand, ja?
03:49Ich schau mich dort nur mal um.
03:50Das heißt noch gar nichts.
03:51Ja, aber da habt ihr es aber ganz schön verdammt eilig dafür.
03:53Ja, das hat mit dem Schichtdienst zu tun.
03:56Laut Dienstplan wäre die nächste Chance erst in drei Wochen.
03:58Ja, und dann ist Stefan auch schon weg.
04:00Ich weiß, das sieht jetzt ein bisschen komisch für dich aus.
04:04Aber entweder wir fahren jetzt oder gar nicht.
04:06Ja, es sieht komisch aus.
04:08Andreas, bitte.
04:10Ich bring schon mal die Taschen runter.
04:12Kommst du dann?
04:12Ja.
04:19Komm.
04:20Jetzt gib Lukas ein Küsschen und schau nicht so.
04:24Wir sind ja ein paar Tage schon wieder da.
04:27Ach so, ja, okay, meinetwegen.
04:30Aber passt bitte auf euch auf, ja?
04:32Ja, das machen wir.
04:37Tschüss.
04:55Auf der Polizeiwache war mir richtig schlecht.
04:58Ja, mir auch.
05:00Ich bin froh, dass eine Beamtin die Anzeige aufgenommen hat.
05:02Ich weiß echt nicht, ob ich sonst ein Wort rausbekommen hätte.
05:05Ja, aber es ist sehr mutig, dass ihr das gemacht habt.
05:07Wirklich.
05:08Ja, ich bin auch froh, dass wir den Schritt getan haben.
05:10Ja, zuerst dachte ich, dass es vielleicht ein Fehler war.
05:13Aber dann hatte ich ein richtig gutes Gefühl, als ich die Anzeige unterschrieben hatte.
05:17Na ja, und danach hat Hagen angerufen und gesagt, dass Ron verhaftet ist.
05:21Oh, das ging aber schnell.
05:22Ja, aber es geschieht ihm auch recht.
05:29Hi.
05:29Hey, ich hab mir doch gedacht, dass ich euch hier finde.
05:32Elsa und Mike haben gerade erzählt, dass Ron verhaftet wurde?
05:34Ja, Sie haben ihn mit auf die Wache genommen.
05:36Wahrscheinlich wird er gerade verhört.
05:38Ja, das nehmen wir schon mal einen Schritt weiter.
05:39Aber nur einen kleinen Schritt.
05:40Ich gehe davon aus, dass er alles leugnen wird.
05:43Aber es ist richtig, dass Sie ihn angezeigt haben.
05:45Das hat die ganze Sache ins Rollen gebracht.
05:47Aber ich muss nur klar sein, dass er alles tun wird, um seinen Kopf aus der Schlinge zu ziehen.
05:51Na und wie können wir das verhindern?
05:53Wir brauchen weitere Zeuginnen.
05:56Je mehr gegen ihn aussagen, desto schwieriger wird es für ihn, sich da rauszuwinden.
05:59Ja, dann fangen wir gleich an.
06:00Oder?
06:02Why should they think we're cramping?
06:10Aber einen Tumor von der Größe, den hätte man doch längst bemerken müssen, oder?
06:14Das kommt ganz darauf an, wo er sitzt.
06:17Wenn er auf ganz bestimmte Hirnregionen drückt, dann kann alles Mögliche plötzlich passieren.
06:23Das heißt, dass sein Nasenbluten auch in jedem Fall mit dem Tumor zusammenhängt.
06:28Wahrscheinlich.
06:29Und auch, dass ich mich in letzter Zeit öfter mal nicht im Griff hatte.
06:34Unausgeglichen war.
06:38Max, wenn ich...
06:41Wenn ich den Befund nicht zufällig gefunden hätte,
06:46hättest du mir davon erzählt?
06:48Nina, ich...
06:49Ich wollte dich nicht beunruhigen.
06:52Beunruhigen.
06:54Max...
06:56Wir sind verheiratet und...
07:00Schön, das mal aus deinem Mund zu hören.
07:10Du musst da nicht alleine durch.
07:16Weiß deine Familie davon oder sonst noch jemand?
07:19Nein.
07:20Und ich will auch nicht, dass irgendjemand davon erfährt.
07:23Aber was ist, wenn du Hilfe brauchst?
07:25Bis auf das Nasenbluten fehlt mir ja nichts.
07:29Noch nicht.
07:31Bitte.
07:32Wann sind die nächsten Untersuchungen?
07:34Morgen.
07:36Fred will keine Zeit verlieren.
07:37Er meint, bei so einer Diagnose geht es manchmal um Stunden.
07:45Kann ich mitkommen?
07:48Was ist mit Paula?
07:49Ich will nicht, dass sie davon was mitbekommt.
07:51Paula kannst du, Birgit und Tobias.
07:52Das ist kein Problem und da ist sie gut aufgehoben.
07:56Es würde mir sehr viel bedeuten, wenn du mitkämst.
07:59Gut, dann hole ich dich morgen früh ab, ja?
08:03Danke.
08:05Du bist der wichtigste Mensch, den ich habe, Nina.
08:18Tim will wirklich seine Musikerkarriere für Lili und das Kind an den Nagel hängen.
08:22Hätte ich nicht gedacht.
08:23Danke.
08:24Ob das wirklich so klug ist?
08:26Ja, immerhin übernimmt er Verantwortung.
08:29Ja.
08:29Lili hat ihm aber nicht nur aus Spaß nicht gesagt, dass er der Vater des Kindes ist.
08:35Sie hat von Anfang an gewusst.
08:37Dass er dann London aufgibt.
08:39Und so ist es ja auch gekommen.
08:41Also ich kann Tim auch verstehen.
08:43Als Enge mit Nico schwanger war, habe ich auch Himmel und Hölle in Bewegung gesetzt, um Bayer zu sein.
08:47Ja, aber musstest du deshalb einen Lebenstraum aufgeben?
08:51Du klingst gerade so, als hätte Tim nur in London die Möglichkeit, Geiger zu werden.
08:55Hier in Falkenthal hatte doch auch jede Menge Chancen.
08:57Wo? Im Musikorchester der Freiwilligen Feuerwehr?
09:02Hallo.
09:03Hallo, Lili.
09:04Na, wo kommst du gerade her?
09:05Ich habe Tim was zu essen und Kaffee vorbeigebracht.
09:08Er arbeitet jetzt als Nachtwächter in der Manufaktur.
09:13Als Nachtwächter?
09:15Tja, so viel zu seinen Chancen in Falkenthal.
09:18Ich weiß, dass das keine Lösung ist.
09:20Aber er wird von alleine darauf kommen, dass seine Zukunft in London liegt.
09:25Bist du da so sicher?
09:27Ja.
09:28Er nimmt sich eine Woche Zeit, sich zu entscheiden.
09:30Ich hoffe, das reicht.
09:32Also, ich freue mich, dass er so an dir und dem Kind hängt.
09:36Ich mich doch auch.
09:38Aber eben in der Manufaktur, da hat Tim Musik gehört.
09:42Ein Violinkonzert.
09:43Und er war so in sich vertieft.
09:45Als ob es für ihn das Wunderbarste auf der ganzen Welt wäre.
09:49Er hört Musik während seiner Nachtwache?
09:53Glaub mir, in ein paar Tagen wird er selbst merken,
09:55dass er sein Studium nicht einfach so abblasen kann.
10:16Wie spät ist es?
10:17Wie warst ihr?
10:19Wir mussten was erledigen. Familienangelegenheit.
10:23Ich gehe schon mal ins Bett.
10:26Brauchst du noch irgendwas?
10:29Wenn was ist, ich bin nur eine Weile wach hier.
10:31Das geht schon.
10:34Gute Nacht.
10:35Schlaf gut.
10:37Nacht.
10:43Was ist denn mit Elsa?
10:45Sie hat einen anstrengenden Tag gehabt.
10:49Hat es damit zu tun, dass ich sie angegriffen habe?
10:55Es tut mir so leid.
10:56Ich wünschte, ich könnte rückgängig machen, was ich getan habe.
11:00Vicky, das Ganze hätte nichts mit dir zu tun.
11:03Das sagst du jetzt aber auch nur, um mich zu schonen, oder?
11:09Na gut.
11:10Früher oder später wirst du es ja eh erfahren.
11:14Elsa und Bens kleine Schwester, Maike Hansen,
11:17haben heute Abend meinen alten Studienkollegen Ron Grasser angezeigt.
11:21Was?
11:22Wieso angezeigt?
11:25Wegen Vergewaltigung und sexueller Nötigung.
11:38Auf einmal macht alles einen Sinn.
11:40Max Nasenbluten, seine Anfälle, die unkontrollierte Eifersucht.
11:44Das hat alles mit dem Tumor zu tun.
11:46Und ich habe ihm auch noch Vorwürfe gemacht.
11:50Hoffentlich stellt sich der Tumor als gutartig heraus.
11:54Ich wüsste nicht, was ich machen sollte, wenn Max totkrank ist.
11:59Hör auf damit.
12:02Max hat gute Chancen, dass er operiert werden kann.
12:06Und es bringt gar nichts, jetzt den Teufel an die Wand zu malen.
12:14Elsa hat sich nie getraut, darüber zu sprechen.
12:17Warum nicht?
12:19Aus Scham.
12:20Sie hat immer gedacht, sie selbst hat Ron dazu provoziert.
12:23Wie lange ist das denn her?
12:25Zehn Jahre.
12:26Ist das nicht schon verjährt?
12:27Nein.
12:28Erst nach 20 Jahren.
12:30Wenigstens etwas.
12:33Hast du nie gemerkt, wie Ron wirklich tickt?
12:38Ron ist ein Frauentyp.
12:41Eben mal der perfekte Gentleman.
12:43Kannst du dir vorstellen, dass ich früher sogar so werden wollte wie er?
12:47Gott sei Dank bist du es nicht geworden.
12:52Ich hätte nie gedacht, dass dieser Typ so ein Mistkerl ist.
12:58Weißt du, wenn jemand so lange damit durchkommt,
13:02dann muss er es ganz schön geschickt anstellen.
13:06Und Elsa und Mike sind wahrscheinlich nicht die einzigen.
13:10Wir versuchen jetzt Frauen zu finden, denen das Gleiche passiert ist mit ihm.
13:13Und die irgendwie vor Gericht aussagen.
13:19Was ist denn eigentlich mit uns?
13:23Ich meine mit unseren Plänen.
13:25Hm?
13:29Schatz, ich verspreche dir,
13:30wir verlassen Falkenteil so schnell wie es geht zurück.
13:33Ich muss jetzt für Elsa da sein.
13:35Die Frage ist nur, kannst du so lange warten?
13:42Ich habe bis jetzt in Falkenteil überlebt.
13:44Dann schaffe ich es auch noch ein paar Wochen länger.
13:51Danke.
14:12Es bleibt bei dem Termin heute.
14:15Gut.
14:16Ach und Fred, meine Frau kommt auch mit.
14:19Ist das okay für dich?
14:21Keine Sorge, sie weiß Bescheid.
14:23Ist gut, dann sehen wir uns nachher bei der Untersuchung.
14:26Ja, ciao.
14:27Guten Morgen.
14:28Warst du nicht bereits bei einer Untersuchung?
14:31Ja, aber du weißt doch, wie die Krankenhäuser sind.
14:34Warum alles beim ersten Mal checken, wenn man mit einer zweiten Untersuchung nochmal Geld verdienen kann.
14:38Dann brauche ich mir also keine Sorgen machen.
14:40Mein Arzt wollte nur zur Sicherheit ein paar weitere Tests machen.
14:43Ja.
14:43Reine Routine.
14:44Er will ganz sicher gehen, dass das Nasenbluten wirklich nur mit Stress zusammenhängt.
14:48Ja, dann hoffe ich, dass das die letzte Untersuchung war.
14:51Bestimmt.
14:53Soll ich dem Chauffeur Bescheid sagen, dass er dich fährt?
14:55Nicht nötig.
14:56Nina bringt mich hin.
14:59Nina?
15:01Ja, wir haben uns gestern ausgesprochen.
15:03Und ich glaube, dass sich unser Verhältnis langsam wieder normalisiert.
15:07Das wäre schön.
15:09Ich kann mir dessen zwar noch nicht ganz sicher sein, aber ich bin optimistisch.
15:14Weißt du, Nina wird früher oder später einsehen, dass ihr zusammengehört.
15:17Ihr seid eine Familie und ihr wart lange genug voneinander getrennt.
15:23Ja, das waren wir.
15:40Guten Morgen.
15:41Morgen.
15:45Wenn du irgendwie Hilfe brauchst, Elsa.
15:48Danke, den Tee schaffe ich schon alleine.
15:52Hagen hat mir erzählt, was dir mit Ron passiert ist.
15:55Ach so?
15:56Es tut mir wirklich leid.
15:59Wenn ich irgendwas für dich tun kann.
16:01Ja, es wäre schön, wenn du mir nicht mehr an die Gugel springst.
16:08Entschuldige.
16:10Das ist schon gut.
16:13Viktoria, hör mir mal zu.
16:15Also ich finde es wirklich nett, wenn du dir Sorgen um mich machst, aber wir wären bestimmt keine besten Freundinnen
16:21mehr.
16:23Na, da bin ich wohl nicht ganz unschuldig dran.
16:26Ist doch egal.
16:28Mir ist es nur lieber, wenn du dir keine Sorgen um mich machst.
16:31Das hilft mir am meisten.
16:34Ist es so schlimm, wenn ich dir zur Abwechslung mal helfen will?
16:37Nein.
16:39Aber es kümmern sich schon so viele Leute um mich.
16:43Und ich will einfach nicht ständig jemanden erklären müssen, wie ich mich fühle.
16:47Ja.
16:48Das verstehe ich.
16:52Wer weiß denn alles davon?
16:55Hagen, Maike, Birgit, Eva, Ben.
16:59Ben?
17:01Ja, er kümmert sich um Maike und ein bisschen um mich.
17:07Ich verstehe.
17:09Gegen so ein Überangebot an netten Menschen bin ich natürlich machtlos.
17:20Elsa.
17:22Ich hoffe, dass ihr den Typen richtig fertig machen könnt.
17:26Ja, das hoffe ich auch.
17:30Also ich muss jetzt los.
17:32Zur Arbeit.
17:52Ich hoffe, dass ihr den Typen habt.
18:06Oh, wo bin ich?
18:07Zu Hause.
18:09Oh, wie spät jetzt?
18:11Hab ich den Ultraschalltermin verpasst?
18:13Du musst ja ganz schön müde gewesen sein, wenn du es nicht mal bis ins Bett geschafft hast.
18:17Mensch, Lilly, tut mir leid, aber warum hast du mich nicht geweckt?
18:19Ich wollte doch unbedingt mit.
18:22Sei doch froh, dass du schlafen konntest.
18:24Unser Baby hat es nicht eilig.
18:25Oh.
18:27Wie war es denn?
18:29Ich war nicht da.
18:31Wirklich?
18:34Ich hab schon geahnt, dass du todmüde sein würdest, wenn du von der Arbeit kommst.
18:37Und deswegen hab ich einen neuen Termin gemacht.
18:40Und ich hab Brötchen mitgebracht.
18:41Hast du Hunger?
18:42Und wie?
18:44Ich bringe es Danke.
18:46Wofür?
18:47Für den Proviantkorb gestern Nacht.
18:49Und für das hier.
18:55Warum hab ich dich eigentlich nicht gesehen?
18:57War ich da frunde?
18:58Nein, du hast Musik gehört und dabei wollte ich nicht stören.
19:03Das war wunderschön.
19:04Und ich hoffe, ich kann dich auch in Zukunft mal wieder hören.
19:28Hallo, Elsa.
19:29Hey, Maike, wie geht's dir denn heute?
19:31Besser, hast du schon was gehört?
19:32Ist Ron noch bei der Polizei?
19:34Also, ich hab Hagen heute noch nicht gesehen, aber wenn Ron nicht hier ist...
19:38Sie haben sich hier richtig in Zeit gelegt.
19:39Ich dachte, Sie hätten meine Personalberichte gerne sofort.
19:42Sehr aufmerksam von Ihnen.
19:44Ja, es war mir eine Freude.
19:46Den meisten Mitarbeitern kann ich gute Zeugnisse ausstellen.
19:49Dann ist Ihre Arbeit also hier beendet?
19:52Ja, ein paar Tage noch, fasse meine Analysen zusammen und dann geht's ab nach Hause zu meiner Familie.
19:57Wenn wir in Zukunft wieder Bedarf haben, dann weiß ich ja, wo ich Sie finde.
20:00Ja, wie gesagt, ich komme gerne wieder, wenn's nur für ein Abendessen ist.
20:03Hier sind die Personalberichte.
20:05Vielen Dank.
20:06Ich hab jetzt leider keine Zeit mehr.
20:08Frau Ritter, ich bin bis zum Mittag außer Haus.
20:11Schönen Tag noch.
20:18Irgendwelche Probleme?
20:20Nee, du?
20:21Nein, ganz im Gegenteil.
20:25Dafür, dass er die ganze Nacht bei der Polizei war, ist er ganz schön gut gelaunt.
20:38Du bist ganz sicher, dass du nichts zur Untersuchung mitbringen musstest?
20:41Nur die Mutter passen.
20:44Vielleicht hättest du gar nichts essen dürfen.
20:46Warum?
20:46Weil dann die Sicht verstellt wär?
20:50Du kriegst ja bestimmt ein Beruhigungsmittel, bevor es losgeht, oder?
20:54Nein, aber du hoffentlich.
20:56Du bist ja aufgeregter als ich.
20:59Was vielleicht daran liegt, dass ich mich noch nicht an den Gedanken gewöhnen konnte.
21:04Entschuldige.
21:06Ich hätt's dir früher sagen müssen.
21:08Du hast es ja noch rechtzeitig gesagt.
21:18Es ist ganz schön anstrengend, als Nachtwichter zu arbeiten, oder?
21:22Ja.
21:24Daran gewöhne ich mich aber.
21:27Für dich und das Baby würde ich alles tun.
21:32So, Frau Becker, dann kann's ja losgehen.
21:36Wollen wir einen Blick auf Ihr Kind laufen?
21:48Warum bist du denn heute Morgen so früh los?
21:50Ich hab telefoniert mit ehemaligen Studienkollegen,
21:54die irgendwas über Rons dunkle Seite wissen.
21:56Und?
21:57Nichts.
21:59Alle erinnern sich nur an den Charmanten und...
22:01Das darf doch nicht wahr sein.
22:03Nicht mal irgendeine Grabscherei?
22:05Vielanzeige.
22:07Nicht gerade ein guter Start für eine Anklage, hm?
22:09Ja.
22:10Oh.
22:15Ersa, was gibt's?
22:16Ron ist wieder in der Firma.
22:17Weißt du was darüber?
22:18Die Polizei wird ihn wieder laufen gelassen haben.
22:20Das war zu erwarten.
22:21Und hast du schon irgendjemand gefunden, der gegen ihn aussagen will?
22:25Ja, ich habe rumtelefoniert.
22:28Ersa, wir kriegen ihn, aber das wird noch eine ganze Weile dauern.
22:31Ja.
22:32Ich weiß.
22:34Hör mal.
22:35Versuch ihm einfach aus dem Weg zu gehen, so gut es geht, ja?
22:37Okay.
22:38Wir treffen uns nachher im Land Sino und besprechen alles, ja?
22:41Ach, und bring Maike mit.
22:43Bis dann.
22:45Und, was meint Hagen?
22:48Was für's noch eine Weile mit Ron aushalten müssen.
22:51Hast du auch so schlecht geschlafen wie ich?
22:56Denkst du denn immer noch, wir haben das Richtige getan?
22:59Ja.
23:00Das glaube ich schon.
23:05Weißt du schon, wie du weiter vorgehen willst?
23:10Ben will eine Liste von Rons ehemaligen Arbeitgebern zusammenstellen.
23:13Naja, und ich werde weiter telefonieren.
23:17Das wird dauern, oder?
23:21Höchstens drei, vier Tage.
23:23Gib mir bitte die Zeit.
23:25Du könntest dich doch schon mal um die, um die Flüge kümmern.
23:29Ums Hotel.
23:30Was hältst du von Sydney?
23:33Australien?
23:34Das ist nicht dein Ernst.
23:36Als ich die alten Telefonnummern durchgegangen bin,
23:38bin ich auf meinen alten Freund Kai gestoßen.
23:40Der hat eine Konzlei in Sydney.
23:42Und als ich das letzte Mal mit ihm telefoniert habe,
23:43hat er gesagt, er sucht einen Anwalt für internationales Wirtschaftsrecht.
23:47Du würdest für mich bis nach Australien gehen?
23:53Für dich würde ich überall hingehen.
23:58Hey.
24:04Sieht aus wie Sendeausfall und Schneegestöber.
24:08Entschuldige, dass mein Bauch kein Farbfernseher ist.
24:10Es ist schwer, etwas zu erkennen, aber wenn man weiß, wonach man suchen muss.
24:15So.
24:16Da ist es ja.
24:18Wow.
24:20Wow.
24:21Ey, und wo genau, Sir?
24:25Hier.
24:26Ihr Kind ist erst wenige Zentimeter groß, aber man kann schon die Gliedmaßen erkennen.
24:30Und den Kopf.
24:33Wahnsinn.
24:34Und kann man jetzt schon sehen, ob das ein Junge oder ein Mädchen wird?
24:37Das lässt sich heute noch nicht sagen.
24:39Das verrate ich Ihnen frühestens bei der nächsten Ultraschall-Untersuchung.
24:43Aber ich habe auch heute schon was ganz Schönes für Sie.
24:46Sehen Sie das hier?
24:49Das bewegt sich.
24:51Das ist das Herz.
24:57Das ist das Herz.
25:02Das ist das Herz.
25:23Hey, der ist ja meine Große.
25:25Na?
25:27Heute kann ich dich wieder um dich kümmern.
25:29Aber ich bin doch wieder gesund.
25:31Ehrlich?
25:32Ja.
25:34Dann kannst du ja mit zu meinen Kaninchen.
25:36Paula, du weißt doch, dass Max und ich heute was vorhaben.
25:38Kann ich nicht mitkommen.
25:40Paula, das geht nicht.
25:41Aber wenn wir zurück sind, dann komme ich sofort zu dir und wir spielen mit deinen Kaninchen, okay?
25:45Ich würde aber lieber mitkommen.
25:48Pass auf, du bleibst hier und ich bringe dir was Tolles mit.
25:53Eine Überraschung?
25:54Eine kleine Überraschung.
25:56Genau, eine kleine Überraschung.
25:57Aber nur, wenn du jetzt sofort losflitzt zu Tobias und den Kaninchenstall sauber machst.
26:01Ich mache es, aber ihr beeilt euch.
26:03Ja.
26:04Okay.
26:04Bis gleich.
26:09Max, wenn du ihr jetzt jedes Mal was mitbringen willst, dann wie was vorhaben.
26:13Wer weiß, wie oft ich ihr überhaupt noch was mitbringen kann.
26:15Hast du dir denn schon überlegt, womit du sie überraschen willst?
26:18Am liebsten mit der Nachricht, dass ich gern gesund bin.
26:22Wollen wir?
26:22Ich habe jahrelang versucht, mich damit auseinanderzusetzen, aber als die Beamte mich nach den Einzelheiten fragte,
26:51da habe ich, da habe ich nur gestottert.
27:01Da habe ich mich wieder so schuldig gefühlt.
27:04Aber das brauchst du nicht.
27:06Das weißt du.
27:08Ja.
27:10Ich weiß, Ron hat die Situation damals einfach nur ausgenutzt und
27:19Ich mache mir Vorwürfe.
27:26Na, ihr beiden?
27:29Kommt euch wohl jetzt besonders clever vor, was?
27:39Wie war es denn auf der Polizeiwache?
27:41Haben sie dir schon mal deine Zelle gezeigt?
27:47Wenn ich euch einen guten Rat geben darf, tut euch selbst einen Gefallen und zieht die Anzeige zurück.
27:52Bei einem Prozess müsste in jedes intime Detail eures Lebens gehen.
27:56Wollt ihr das wirklich?
27:57Das lass mal unsere Sorge sein.
28:00Zwischen uns ist nichts passiert, was du nicht auch wolltest.
28:04Das weißt du ganz genau.
28:07Ich bin sehr gespannt, wie du das Gegenteil beweisen willst.
28:11Hau ab.
28:12Ihr seid nicht die Ersten, die das versuchen.
28:15Die Letzte, die mir blöd kam, sucht heute noch nach einem neuen Job.
28:28Glaubst du, er kann wirklich dafür sorgen, dass wir rausgeworfen werden?
28:33Ich weiß nicht, ja.
28:36Aber er...
28:39Er hat gerade zugegeben, dass wir nicht seine einzigen Opfer waren.
29:07Viktoria, du bist wieder auf den Beinen?
29:09Ja.
29:10Und es geht mir gut, danke.
29:11Ach, das freut mich zu hören.
29:13Vor ein paar Tagen sah es noch so aus, als könne man dich nicht mehr alleine auf die Straße lassen.
29:18Ich habe nur ein paar Tabletten nicht vertragen, das ist alles.
29:20Aber mit Tabletten ist nichts zu spaßen.
29:22Die können den stärksten Mann umhauen.
29:26Australien? Neuseeland?
29:28Deine Zukunftspläne?
29:30Keine Sorge.
29:31Du bist mich bald los.
29:32Na, das weiß ich doch.
29:33Und glaub mir, es ist für alle Beteiligten das Beste.
29:36Besonders für Richard.
29:38allem, was du ihm angetan hast.
29:39Ich habe Richard was angetan?
29:42Du hast die Manufaktur angezündet.
29:45Du hast deine Mutter angegriffen.
29:47Dann Elsa.
29:49Glaubst du, das lässt ihn kalt?
29:51Er schämt sich dafür, dass alle dich für seine Tochter halten.
29:56Ich weiß, dass das eine verdammte Lüge ist.
30:00Richard hat mich zwar aus seiner Familie ausgeschlossen,
30:02aber er liebt mich noch immer.
30:05Bist du dir da so sicher?
30:24Dann wart ihr also nicht seine einzigen Opfer?
30:26Offenbar.
30:28Mein Gott, das klang sogar so, als wenn er schon Routine darin hätte.
30:31Er wollte, dass wir die Anzeige zurückziehen.
30:34Ich habe euch ja gewarnt, er versucht es mit allen Mitteln.
30:38Au.
30:39Hallo.
30:40Tut mir leid, dass ich mich verspätet habe.
30:45Schlechte Nachrichten?
30:47Ron ist wieder in der Manufaktur.
30:49Die Polizei hat ihn nach dem Verhör entlassen.
30:51Ja, und vorhin hat er uns aufgefordert, unsere Anzeige zurückzuziehen.
30:55Und uns indirekt damit gedroht, dass wir unsere Jobs verlieren, wenn wir es nicht tun.
30:59Der Typ versucht euch doch nur mürbe zu machen.
31:02Oder denkt ihr jetzt ernsthaft darüber nach, eure Anzeige zurückzuziehen?
31:05Nein.
31:05Nein, auf keinen Fall.
31:07Gut.
31:09Hier, das sind die Mitarbeiterinnen, die zuletzt mit Ron zusammengearbeitet haben in verschiedenen
31:14Kanzleien.
31:15Die Liste ist nicht vollständig, aber mehr waren in der Kürze der Zeit nicht herauszubekommen.
31:19Das ist zumindest mein Anfang.
31:20Ich setze mich mit den Frauen in Verbindung.
31:22Gut.
31:23Was sind das jetzt für Drohungen?
31:25Er hat für Annabelle von Weiden Mitarbeiterbeurteilungen geschrieben.
31:28Und seit er wegen uns verhaftet wurde, glaube ich nicht, dass da so viel Gutes über uns
31:32drin steht.
31:34Dass dieser Typ überhaupt noch Einfluss hat?
31:37Ich will ihn nicht mehr sehen.
31:40Ich denke, es ist Zeit für ein paar offene Worte an der richtigen Stelle.
31:56Glaubst du, die Untersuchung wird lange dauern, Max?
31:58Nicht lange, glaube ich.
32:00Fred hat einen Terminkalender, für den er eigentlich einen 30-Stunden-Tag braucht.
32:04Sonst kann es losgehen.
32:06André, André, das ist Nina, meine Frau.
32:08Guten Tag.
32:09Ich kenne Sie schon gut aus, Max' Erzählung.
32:12Glauben Sie, Sie können heute mehr sagen, wie es um Max steht?
32:16Hoffentlich.
32:17Wir sollten sofort anfangen, damit wir wissen, woran wir sind.
32:19Wie schätzen Sie denn die Chancen ein, dass der Tumor gutartig ist?
32:25Tja.
32:26Wir machen die Untersuchung und dann sehen wir weiter.
32:29Kommst du bitte, Max?
32:34Alles Gute.
32:36Wird schon schief gehen.
32:53Darf ich vorstellen?
32:55Mein Kind.
32:57Ach, ihr wart bei der Ultraschallung, der Sofa.
32:58Das war der Wahnsinn.
32:59Wir haben gesehen, wie das Herz schlägt.
33:01Ich hätte fast geheult.
33:03Und als ich zum ersten Mal Lukas in Silkes Bauch gesehen habe, war ich auch total fertig.
33:06Ja.
33:07Das ist verrückt, oder?
33:08Mir ist da erst richtig klar geworden, dass ich jetzt Papa bin.
33:13Tja, das Gefühl kenne ich.
33:15Ja.
33:17Obwohl ich mich immer gefragt habe, wie du das machst, weil er ja nicht von dir ist.
33:20Aber wenn man das mal gesehen hat, dann...
33:22Tja, da scheint ja keinem mehr in unserer Familie so zu interessieren.
33:27Wieso?
33:27Was ist denn los?
33:29Silke, Stefan und Lukas sind gestern überraschend nach Passau abgefahren.
33:34Was machen sie da?
33:36Na ja, Stefan wird versetzt und Silke will sich deshalb schon mal dort umsehen.
33:41Das ist doch nicht verkehrt, oder?
33:44Ich werde das Gefühl nicht los, dass die beiden schon längst entschieden haben, mit Lukas allein wegzugehen.
33:49Und ich werde überhaupt nicht mehr gefragt.
33:51Ja, aber ich dachte, ihr wolltet den zu dritt aufziehen.
33:54Ja, das dachte ich auch.
33:56Aber die beiden sehen das wohl anscheinend anders.
34:01Wenn ich mir vorstelle, Lilly geht mit dem Baby und dem anderen weg.
34:08Da will ich gar nichts dran denken.
34:10Ich fülle mal an.
34:21Sie kennen keinen Ron Grasser.
34:23Das ist aber merkwürdig.
34:25Nach meinen Unterlagen haben Sie vor sechs Jahren zusammengearbeitet.
34:28Hören Sie, es ist wirklich wichtig.
34:30Wir müssen jemanden finden, der gegen ihn aussagt.
34:32Wenn nicht, dann...
34:33Hallo?
34:50Hallo, Schatz.
34:51Ich kann einfach nicht mehr.
34:54Was ist passiert?
34:57Hagen, ich hab's wirklich versucht.
34:59Wirklich.
35:00Aber Annabelle...
35:01Was hat sie diesmal gemacht?
35:02Ich hab sie vorhin beim Einkaufen getroffen.
35:05Und sie sagt, dass Richard mich hasst.
35:07Ach, das ist doch Quatsch und das weißt du auch.
35:11Bitte lass uns weggehen, ganz weit weg.
35:16Vicky, ich kann Elsa jetzt nicht alleine lassen.
35:19Ich weiß.
35:20Aber was soll ich denn machen, mich hier zu Hause verbarrikadieren?
35:23Es ist mir völlig egal, wo wir hingehen, nur ganz weit weg, bitte.
35:27Hör mal.
35:30Flieg du doch schon mal rüber nach Australien.
35:31Schau dir alles an, ob's dir gefällt, hm?
35:34Alleine?
35:34Ich komm nach, sobald die Sache mit Rund vom Tisch ist.
35:38Was meinst du?
35:42Hm?
35:55Gestern dachte ich noch, dass ich mehr Abstand von Max brauche.
35:58Und heute?
36:00Wie unwichtig sind auf einmal die ganzen Probleme.
36:05Ich hätte nie gedacht, dass Max tot krank sein und bald sterben könnte.
36:11Jetzt bete ich, dass ein Tumor geheilt werden kann.
36:15Warum begreift man so etwas nie im alltäglichen Leben?
36:19Sondern immer erst, wenn's schon zu spät sein kann.
36:25Max!
36:26Was ist denn los?
36:27Mir ist schwindelig geworden, dann fing das Nasenbluten wieder an.
36:31Danke, es geht.
36:32Dankeschön.
36:34Dann setz dich doch erst mal.
36:42Gibt's schon ein Ergebnis?
36:44Nein, es wird gerade alles ausgewertet.
36:47Als könnten wir zwei noch schnell schönes unternehmen, bevor das Urteil kommt.
36:49Ach, Max.
36:51Wir werden noch viel Schönes zu seinem Unternehmen.
37:03Herr Petersen?
37:06Darf ich fragen, was Sie in meinem Büro machen?
37:08Es geht um Ron Grasser.
37:10Ich bitte Sie, ihn nicht länger in der Firma zu beschäftigen.
37:12Der Mann ist untragbar.
37:13Was sollen Sie damit sagen?
37:14Gibt es irgendwelche Hinweise, von denen ich wissen sollte?
37:18Es geht um meine Schwester und um Elsa.
37:21Beide haben schlechte Erfahrungen mit ihm gemacht.
37:25Inwiefern?
37:27Maike wurde von ihm belästigt, konnte sich aber in letzter Sekunde befreien.
37:31Elsa hatte da vor ein paar Jahren weniger Glück.
37:35Herr Grasser hat mir erzählt, dass er angezeigt wurde.
37:39Ach so, hat er?
37:40Ja.
37:41Und wir beide wissen doch, dass eine Anzeige keine Anklage ist.
37:45Für Elsa und Maike ist es unerträglich, Ron jeden Tag begegnen zu müssen.
37:48Herr Grasser wird uns ohnehin bald verlassen.
37:50Lässt sich das nicht beschleunigen?
37:53Herr Petersen, ich lasse mir von Ihnen meine Personalpolitik nicht vorschreiben.
37:57Und ich dulde weder Vorverurteilung noch haltlose Anschuldigungen.
38:00Ron Grasser wird Vergewaltigung und sexuelle Nötigung vorgeworfen.
38:03Und diese Anschuldigungen kommen von den beiden Personen, die, ich zitiere,
38:09ihr Potenzial für die Firma nicht voll ausgeschöpft haben.
38:12Überlegen Sie doch bitte mal, warum er ausgerechnet den beiden Frauen,
38:16die Ihnen gestern angezeigt haben, heute eine solche Bewertung gibt.
38:19Für Herrn Grasser gilt die Unschuldsvermutung wie für jede andere Person in dieser Firma auch.
38:23Danke, Herr Petersen.
38:26Wenn Frau Hansen oder Frau Ritter während der Arbeit irgendetwas passiert,
38:30dann tragen Sie die Verantwortung.
38:39Silke, seid ihr gut angekommen?
38:41Geht euch gut?
38:43Ja?
38:44Okay.
38:46Und wie ich Spaß habe?
38:49Aha.
38:51Und wie lange bleibt ihr noch?
38:57Nee, ist schon gut.
38:58Ich meine, ihr seid ja auch erst abgefahren.
39:02Lasset euch ruhig Zeit.
39:06Nee, ist wirklich, ist alles okay.
39:08Ich wünsche euch dann noch viel Spaß und...
39:11Und herzu, bitte gib doch Lukas einen dicken Kuss von seinem Papa, ja?
39:15Dank dir.
39:17Und Silke?
39:24Vermüsst euch.
39:28Mir ist aufgefallen, dass Sie einigen Mitarbeitern ungewöhnlich schlechte Leistungen bescheinigen.
39:33Ja, das gehört leider zu meinem Job.
39:35Man muss die Wahrheit sagen, auch wenn es weh tut.
39:38Natürlich.
39:39Aber in zwei Fällen decken sich Ihre Erfahrungen keineswegs mit den meinen.
39:44Ja, Sie wissen ja, wie das ist.
39:46Kaum taucht die Chefin auf, arbeiten alle, was das Zeug hält.
39:49Ist die Katze hingegen aus dem Haus.
39:53Frau Ritter genießt mein Vertrauen und was Frau Hansen angeht,
39:57Auszubildende haben in der Regel schon Zeit, bis sie sich bewähren.
40:01Ach, äh, darum geht es.
40:03Haben die beiden sich bei Ihnen über mich beschwert?
40:07Hätten Sie denn Anlass dazu?
40:10Ich habe Sie doch über diese Anzeige informiert.
40:13Ja?
40:14Möglicherweise glauben die beiden, dass ich Sie deshalb kritisch beurteile.
40:19Aber mein Bericht beruht nicht auf einer Laune, sondern auf Tatsachen.
40:24Herr Grasse, unterschätzen Sie mich nicht.
40:27Ich weiß zwar nicht, was vorgefallen ist,
40:29aber wenn sich auch nur noch eine einzige Mitarbeiterin über Sie beschwert,
40:32dann sind Sie gefeuert.
40:33Ist das klar?
40:48Das hat mir das länger gedauert, weil ich mir ganz sicher sein wollte.
40:58Ist der Tumor gutartig?
41:01Gutartig, bösartig.
41:03Bei Hirntumoren sind die Übergänge fließend.
41:06Als gutartig bezeichnet man Tumore,
41:09die kompakt bleiben und sich gut operieren lassen,
41:12was Schädigungen dennoch nicht ausschließt.
41:13Kann man nun operieren oder nicht?
41:17In deinem Fall, Max, verhält sich der Tumor invasiv.
41:21Das heißt, er wächst in das gesunde Gewebe hinein.
41:25Operationen sind schwierig.
41:28Aber was heißt das?
41:29Wie schlimm ist es?
41:34Sehr schlimm.
41:39Der Tumor hat sich schon sehr weit ausgebratet.
41:43In diesem Stadium
41:46ist er tödlich.
41:57Was gibt es denn da zu überlegen?
41:59Man kennt doch die Nebenwirkungen.
42:01Der Körper wird regelrecht vergiftet.
42:03Der reinste Horror-Trip.
42:05Geht's dir wirklich normal, Elsa oder Maike?
42:08Oder willst du mich nicht mehr in Annabels Nähe haben?
42:12Oh Gott, Verzeihung!
42:14Passen Sie doch auf!
42:15Jetzt haben Sie einen Kaffee.
42:17Vielleicht solltest du doch noch einen anderen Arzt aufsuchen.
42:20Um ihn nochmal anzuhören, dass ich bald sterbe.
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