- vor 9 Stunden
Kategorie
🎥
KurzfilmeTranskript
00:00Ist das wirklich dein Sinn, der dich wegtreibt von hier?
00:03Oder bin ich es?
00:06Wahrscheinlich von allem ein bisschen.
00:09Aber ich bin ja nicht aus der Welt.
00:12Ich weiß.
00:22Bitte, Marie.
00:24Bleib hier.
00:39Bleib hier.
01:03Marie?
01:08Daniel, ich freue mich, dass du mich bittest, zu bleiben.
01:12Aber...
01:13Maries berühmtes Aber.
01:16Ich kann nicht mit einem klaren Ja oder Nein antworten.
01:19Es sind so viele Konsequenzen damit verbunden.
01:26Aber...
01:27Ich werde es mir noch einmal überlegen.
01:41Weißt du, dass dein Vater vorhin hier war und mit mir sprechen wollte?
01:44Oh nein, hat er dich wieder vollgelabert?
01:46Ich habe ihn bekniet, das zu lassen.
01:48War alles nur halb so schlimm.
01:50Er hat sich bei mir entschuldigt.
01:52Ehrlich?
01:54Echt cool, hätte ich nie gedacht.
01:58Mein Papa ist halt altmodisch.
02:00Manchmal nervt das, aber wenn er einen Fehler einsieht, dann entschuldigt er sich.
02:03Nee, wirklich echt bemerkenswert, dein Vater.
02:07Und das altmodische hast du von ihm.
02:10Ich bin nicht altmodisch.
02:11Du bist altmodisch.
02:13Vergiss es.
02:15Du warst gestern nicht bei mir.
02:17Und ich glaube, du hast darauf gewartet, dass ich mich bei dir melde und dich einlade.
02:22Das nenne ich altmodisch.
02:25Ich dachte, du hast keine Zeit.
02:27Lilly, ich habe immer Zeit.
02:28Und wenn ich keine Zeit habe, dann würde ich dir das schon sagen.
02:32Okay, ich merke es mir.
02:35Das heißt, kommst du heute Abend mit in die Wohnung?
02:38Solange Kolja weg ist, haben wir die ganze Wohnung für uns.
02:42Nee, das geht nicht.
02:43Ich muss für die Berufsschule lernen.
02:45Da schreiben wir bald Mathe und da darf ich auf keinen Fall durchfallen.
02:48Ich kapier das mit diesem blöden Volumenrechnen nicht.
02:51Dann kannst du doch wunderbar bei mir lernen.
02:52Mathe ist reine Schikane.
02:54Ich meine, wenn ich das Volumen einer bauchigen Vase haben will,
02:57dann fülle ich das einfach mit Wasser und dann gieße ich das in einen Messbecher um
03:00und dann habe ich das Volumen.
03:01Das ist doch viel einfacher, oder?
03:04Manchmal plapperst du wie ein Wasserfall.
03:10Ich muss zurück an die Arbeit.
03:11Tut mir leid.
03:33Schon wieder zwei Job-Absagen.
03:37Ach Mama, mach doch die Umschläge erst mal auf.
03:40Vielleicht brauchst du ja auch nur ein paar Formulare ausfüllen.
03:42Nein.
03:44Das sind die Mappen, die ich abgeschickt habe.
03:46Das kann ich durchs Papier füllen.
03:49Tut mir leid.
03:51Bleib dran.
03:52Du findest einen Job.
03:54In den Absagen steht immer dasselbe.
03:55Ich bin zu alt und ich bin nicht qualifiziert.
03:59Pass auf.
04:00Irgendwo erwartet ein Job, für den du genau die Richtige bist.
04:07Und was haben deine Berechnungen ergeben?
04:11Wir haben ein Problem.
04:14Wir können Tobias schon wieder nicht die Miete zahlen.
04:17Das ist nicht gut.
04:19Ich verdiene einfach jetzt bei Jan viel weniger als bei Andreas in der Manufaktur.
04:23Selbst mit Trinkgeldern reicht es nur für das Nötigste.
04:26Soll ich mal mit Tobias reden und ihm das erklären?
04:30Ja, bitte.
04:32Sag ihm, ich versuche noch einen zweiten Job zu finden.
04:35Wie willst du das denn machen?
04:37Du hast doch Schichtdienst.
04:40Wenn unser Kochbuch endlich fertig wäre,
04:43dann wären wir die Geldsorgen erst mal los.
04:47Aber
04:49Eva hat so wenig Zeit.
04:50Das kann noch Wochen und Monate dauern, bis es fertig wird.
04:54Dann müsst ihr erst mal einen Verlag finden.
04:55Das kann auch noch dauern.
04:57Meinst du?
04:59Ich würde mir da nicht so große Hoffnungen machen.
05:03Ich werde mal mit Eva reden.
05:05Vielleicht hat sie eine Idee, wie man an einen Verlag rankommt.
05:09Okay.
05:10Und ich rechne einfach nochmal nach.
05:12Vielleicht gibt es ja doch noch irgendwo eine Möglichkeit zum Sparen.
05:15Dass wir wenigstens einen Teil der Miete zahlen können.
05:20Ich fange schon mal mit dem Sparen an und verzichte aufs Abendessen.
05:24Mama.
05:25Nur bei Eva kriege ich bestimmt was.
05:27Und ich bei Jan.
05:29Wir tricksen den Pleitegeier einfach aus.
05:47Wie ich sehe, hast du es dir überlegt?
05:52Ich habe eine Menge Termine mit vielen Leuten, die wenig Zeit haben.
05:58Finanzberater, Vorstände, Anwälte.
06:01Termine kann man verschieben, Marie.
06:04Das sagt der Geschäftsmann.
06:06Wenn ich damit anfange, habe ich verloren, noch bevor ich angefangen habe.
06:09In der Geschäftswelt werden andauernd Termine verschoben.
06:11Das geht vielleicht für dich, aber nicht für eine Million Erben ohne Uniabschluss.
06:15Wenn ich meine Termine verschiebe, dann gelte ich als unzuverlässig und unseriös.
06:20Ich werde nie wieder ernst genommen.
06:21Sie müssen dich respektieren.
06:23Immerhin sind es deine Millionen, die sie verwalten.
06:25Charlotte wartet auf mich.
06:27Hol sie ab und bring sie mit.
06:34Du hast Angst.
06:37Tja.
06:40Gebranntes Kind scheut das Feuer.
06:43Entschuldige, ich habe was oben im Bad vergessen.
06:55Und?
06:56Wie verkauft sich der Romantik-Kitsch?
06:59Besser als erwartet.
07:00Ich muss das nicht verstehen, oder?
07:02Nein, musst du nicht.
07:03Solange du weiter solche genialen Ideen hast.
07:06Was meinst du?
07:09Ich spreche von deinem Wildrosen-Design.
07:12Ah, das meinst du.
07:16Ich finde, du solltest dich wieder mal verlieben.
07:18Das würde dir gut tun.
07:22Sieh dir Daniel an.
07:24Seit Marie da ist, ist er richtig aufgeblüht.
07:27Das ging alles viel zu schnell.
07:29Wenn du mich fragst, ist das ein Strohfeuer, das wieder verglüht.
07:33Sei doch nicht so negativ.
07:34Gut, ich für meinen Teil wünsche, dass Marie noch so lange wie möglich bleibt.
07:38Sie tut Daniel so gut.
07:40Und ich hoffe, Marie ist vernünftig und reißt so schnell wie möglich wieder ab.
07:44Gönnst du deinem Bruder sein Glück etwa nicht?
07:46Du glaubst doch nicht etwa im Ernst, dass eine Beziehung, die einmal gescheitert ist, beim zweiten Mal hält.
07:51Warum denn nicht?
07:53Die Menschen ändern sich.
07:55Sie werden reifer und lernen dazu.
07:58Veränderungen sind doch nur äußerlich.
08:00Im tiefsten Innern bleibt doch wohl jeder immer so, wie er ist.
08:03Hm, ich wusste gar nicht, dass du so tiefsinnig sein kannst.
08:07Marie wird eine weitere Trennung von Daniel ebenso wenig verkraften wie die erste.
08:12Und deswegen hoffe ich für sie, dass sie abreißt, bevor es zu spät ist.
08:17Wenn sie merkt, dass ihr das Geschäftsleben keinen Spaß macht, wird sie eben wieder zurückkommen.
08:23Marie will in Zukunft mehr Einfluss auf die Vermont-Kaufhäuser nehmen.
08:27Ah, wir kommen zum Wesentlichen, die Geschäfte.
08:29Natürlich, was dachtest du denn?
08:32Wie konnte ich nur an menschliche Gefühle denken?
08:35Die Vermonts haben früher schon unser Porzellan in ihren Kaufhäusern vertrieben.
08:39Ich will die Zusammenarbeit nicht nur erneuern, ich will sie ausbauen.
08:45Inwiefern?
08:47Je mehr sich Marie als Teil unserer Familie fühlt, je besser werden die Bedingungen für uns sein.
08:54Lili, könntest du mir einen Gefallen tun und Patricias neues Design auf diese Tasse übertragen?
09:00Das neue Design?
09:02Klar.
09:04Sind Sie sich eigentlich sicher, dass das von Patrizia ist?
09:07Von wem denn sonst?
09:08Hat sie gesagt, dass das von ihr ist?
09:10Was soll denn die Frage erreichen?
09:12Na ja, Kolja meinte doch, das sei überhaupt nicht ihr Stil.
09:15Dann hat sie was anderes ausprobiert, hm?
09:17Also ich sehe keinen Grund, an Patricias Urheberschaft zu zweifeln.
09:23Es ist auf jeden Fall besser, wenn Patrizia die Feinzeichnung selber macht und sie am besten dann auch gleich koloriert.
09:28Vorher kann ich das nicht übertragen.
09:31Mach es doch einfach so, wie du es dir vorstellen würdest, hm?
09:35Damit ich dann Ärger mit der Chefin kriege, weil sie es anders haben will?
09:38Nee, da halte ich mich lieber raus.
09:39Ich bin bloß Azubi.
09:43Ja, Krista.
09:45Mehr Zeit habe ich beim besten Willen nicht.
09:48Hier meine Stunde und da meine Stunde, so wird unser Kochbuch nie fertig.
09:53Tja, meine Arbeit bei den Grafenbergs ist eben sehr zeitaufwendig.
09:58Kannst du nicht anders planen?
09:59Nur bis unser Kochbuch fertig ist.
10:01Ich kann doch nicht meine Arbeit vernachlässigen zugunsten eines Hobbys.
10:05Ja, für dich ist es ein Hobby.
10:07Aber ich muss Geld verdienen.
10:10Krista, das ist doch ein bisschen unrealistisch, hm?
10:16Also, dass dieses Buch je gedruckt wird, die Chance ist doch nicht sehr groß.
10:23Ja.
10:24Julia hat auch schon gesagt, das kann Monate dauern, bis wir einen Verlag gefunden haben.
10:28Wenn wir überhaupt einen finden.
10:32Weißt du, ich dachte, es macht dir Spaß, am Kochbuch zu schreiben.
10:39Ja, das macht es auch.
10:41Aber wir können Tobias keine Miete zahlen und das ist wirklich kein Spaß.
10:46Aber Julia hat doch einen Job.
10:48Ja, aber einen schlecht bezahlten und das nur in Teilzeit.
10:51Das wusste ich nicht.
10:52Und ich finde überhaupt keinen Job.
10:55Das Kochbuch ist meine letzte Hoffnung.
11:01Vielleicht sollten wir doch schon ein paar Verlage anschreiben,
11:06um herauszufinden, ob sie so etwas überhaupt interessiert.
11:11Sie schicken einfach das, was wir bis jetzt haben.
11:14Genau.
11:15Ein Versuch ist es wert.
11:18Aber wo bekommen wir die Adressen her?
11:20Aus dem Internet.
11:22Ich habe keinen Computer.
11:23Aber Lilly hat einen.
11:25Den kann ich bestimmt benutzen.
11:26Das mache ich.
11:27Jetzt sofort.
11:29Und der Kuchen?
11:30Danke.
11:31Ein andermal.
11:34Oh, Herr Grafenberg.
11:36Ich wollte gerade gehen.
11:38Auf Wiedersehen, Frau Schill.
11:39Auf Wiedersehen.
12:03Habe ich mich eigentlich schon für die Einladung bedankt?
12:06Ich muss mich bedanken.
12:07Für den netten Empfang in der Villa und für den schönen Urlaub.
12:11Wenn es dir so gut bei uns gefällt, dann bleib doch noch eine Weile.
12:15Nein, das geht wirklich nicht.
12:17Danke.
12:20Was bedeutet dein Lächeln?
12:22Habe ich etwas Dummes gesagt?
12:24Nein, nein, gar nicht.
12:24Im Gegenteil.
12:25Es ist nur...
12:27Daniel hat mich auch gebeten, zu bleiben.
12:30Wenn Daniel dich schon nicht zum Bleiben bewegen kann, dann habe ich ja erst recht keine Chance.
12:35Es ist ja kein Abschied für immer.
12:37Ich habe einfach Termine, die ich nicht verschieben kann und auch nicht möchte.
12:41Deine Anwesenheit tut Daniel sehr gut.
12:43Das ist schön.
12:45Es freut mich, wenn ich ihm was Gutes tun kann.
12:48Ich hoffe nur, dass diese Wirkung anhalten wird, wenn du nicht mehr da bist.
12:52Ich könnte es nicht ertragen, ihn wieder so deprimiert zu erleben.
12:56Annabelle, ich habe es Daniel vorhin schon erklärt.
12:59Nach dem langen Aufenthalt in der Klinik ist es sehr wichtig für mich, mein Leben wieder selber in die Hand
13:03zu nehmen.
13:04Aber das kannst du doch auch von hier aus.
13:07Ich muss mich mit meinen Finanzberatern treffen und mich in das Geschäft einarbeiten.
13:11Wozu gibt es Videokonferenzen?
13:15Ihr seid wirklich hartnäckig, Daniel und du.
13:18Du gehörst doch sozusagen zur Familie.
13:21Wir können dich unterstützen, nicht nur im geschäftlichen Bereich.
13:25Es ist wunderbar, dass du mich so bemutterst.
13:27Aber für mich ist es an der Zeit, erwachsen zu werden.
13:31Würdest du sagen, dass Daniel und Patricia erwachsen sind?
13:36Ja.
13:38Siehst du?
13:38Und die bemutter ich auch.
13:41Annabelle, ich habe gelernt, dass es sehr wichtig ist, die Dinge, die ich mir vorgenommen habe, auch umzusetzen.
13:47Sei mir nicht böse, aber bitte bedräng mich nicht weiter.
13:51Entschuldige bitte.
13:53Ich werde kein Wort mehr darüber verlieren.
13:58Na da, schau an.
14:00Wir sind eben doch Bruder und Schwester.
14:03Wieso?
14:03Hab ich irgendeinen Termin vergessen?
14:05Nein, ich mache nur auch gerade meine Wochen planen.
14:09Und ich wollte dich fragen, ob du nächste Woche mal Lust auf Squash hast.
14:14Das ist eine gute Idee.
14:15Das haben wir lange nicht gemacht.
14:16Ja, dann lass uns mal gucken, was unsere Terminkalender hergeben.
14:23Freitag, 19 Uhr?
14:26Keine Chance.
14:27Da muss ich Mutter auf einem Wohltätigkeitsbein vertreten.
14:30Ich kann dich begleiten, bevor du vor Langeweile umfällst.
14:33Mir wird schon was einfallen, um den Laden aufzumischen.
14:37Da bin ich mir sicher.
14:40Marie reist ab.
14:41Ich weiß.
14:43Sie hat mich angerufen.
14:45Sie wollte noch mit Mutter ins Lanzino und dann hier vorbeikommen.
14:50Hat sie dich geschickt, um mich aufzumuntern?
14:52Bruder, Herz, so wichtig bist du auch wieder nicht.
14:57Das war die richtige Entscheidung, Daniel.
15:00Sicher.
15:04Donnerstag früh?
15:05Vergiss es.
15:07Jan hat am Mittwoch Geburtstag.
15:09Und am Tag danach bist du zu nichts zu gebrauchen, wie immer.
15:12Ich werde aber nicht hingehen.
15:14Hast du jetzt den Partyleben abgeschworen?
15:16Ich werde in diesem Jahr bestimmt nicht mit Jan seinen Geburtstag feiern.
15:20Jan ist dein ältester Freund und dein bester.
15:23Sag ihm das.
15:25Er hat sich auf Julias Seite geschlagen.
15:27Wie ist denn das passiert?
15:29Das will ich gar nicht so genau wissen.
15:31Sie hat ihn irgendwie um den Finger gewickelt.
15:34Und deswegen willst du ihm nicht mal zu seinem Geburtstag gratulieren.
15:40Julia wird dort sein, ich will ihr nicht begegnen.
15:42Das ist alles.
15:43Also doch.
15:45Deswegen wolltest du, dass Marie hier bleibt.
15:47Um dich von Julia abzulenken.
15:49Was, du habst.
15:50So eine bescheuerte Idee kannst doch wirklich nur du kommen.
15:52Sieht so aus, als hätte ich die Nagel auf den Kopf getroffen.
15:56Patricia, es ist besser, wenn du jetzt da gehst.
15:58Weißt du was?
16:00Du solltest lieber Squash spielen gehen.
16:02Da gefährdest du wenigstens nur deine eigene Gesundheit.
16:16Hallo Julia.
16:18Lilly, ist schon Feierabend?
16:20Ich muss dir was Wichtiges sagen.
16:23Oh, Entschuldigung.
16:28Nachhilfe in Volumen rechnen bei mir?
16:31Gut.
16:37Na, wer hat an dich gedacht?
16:38Ach, das war nichts.
16:40Aber stell dir vor, Patricia Gravenberg behauptet, dass Rosen-Design wäre von ihr.
16:47Du weißt die Zeichnung, die du in meiner Design-Mappe vergessen hast, die Frederik so toll fand.
16:51Ach, die.
16:53Und jetzt behauptet Patricia doch tatsächlich, das wäre ein Ibre.
16:56Dann müssen sie ja richtig gut sein.
16:59Also lustig finde ich das nicht. Ärgerst du dich nicht?
17:02Ein bisschen, ja.
17:04Dann geh hin und klär das. Das sind deine Entwürfe. Die müssen dich dafür bezahlen.
17:07Lilly, bitte nicht so laut. Ich möchte nicht, dass irgendjemand das mitbekommt.
17:11Warum denn nicht?
17:13Ich habe die Entwürfe in deiner Mappe vergessen. Das war mein dummer Fehler und damit muss ich jetzt leben.
17:19Trotzdem können die Gravenbergs nicht einfach dein Design klauen.
17:22Haben sie auch nicht. Sie haben es gefunden.
17:25Im Ernst. Ich möchte nicht, dass irgendjemand erfährt, dass sie von mir sind.
17:28Aber warum nicht?
17:32Weil ich mit den Gravenbergs nichts mehr zu tun haben möchte.
17:36Das ist es nicht wert.
17:40Bitte, versprich es mir, Lilly.
17:43Okay.
17:44Aber gerne mache ich das wirklich nicht.
17:48Danke trotzdem.
17:57Was machen Sie hier?
17:59Sehen Sie doch.
18:01Meines Wissens nach haben Sie heute gekündigt.
18:03Also, was wollen Sie noch hier?
18:05Meine Sachen holen.
18:06Das sind also Ihre Sachen.
18:08Allerdings. Ich nehme mein Zeug jetzt mit und verschwinde.
18:10Sicher. Als ob es in einem Haus wie diesem keine Werkzeugkiste gibt.
18:14Ist aber so.
18:15Wissen Sie, wie das für mich aussieht?
18:17Sie sind noch sauer auf Ihre Arbeitgeber und lassen das eine oder andere mitgehen.
18:22Du hast doch nicht mal eine Tasse im Schrank.
18:24Wenn ich sage, das ist meins, dann ist es meins.
18:26Stell sofort den Werkzeugkasten hin.
18:29Jetzt bluster dich nicht mal so auf, Mr. Wichtig.
18:31Lass mich vorbei.
18:32Du kannst gehen.
18:34Die Sachen bleiben hier.
18:36Denk nicht mal dran.
18:39Noch bevor du richtig schauen kannst, habe ich dir deinen Arm gebrochen.
18:43Damit kommst du nicht durch.
18:45Das schwöre ich dir.
18:47Die Schlüssel?
18:49Für die Villa?
18:56Aufheben.
19:03Aufheben, habe ich gesagt.
19:10Na bitte.
19:12Geht doch.
19:24Oh, bin ich schon durch?
19:27Oh, schade.
19:29Eva, Sie schreiben so unterhaltsam.
19:31Ich könnte immer weiterlesen.
19:33Und wissen Sie, was das Beste ist?
19:34Ich habe sogar Appetit auf Ihre Schonkost.
19:38Danke, Herr Grafenberg.
19:44Aber Ihr Lob ist bei mir an der falschen Adresse.
19:47Wieso denn?
19:49Ja, die Geschichten sind von Christa.
19:52Die Rezepte sind von mir.
19:55Sie hat Talent, nicht wahr?
19:58Das ist alles so lebendig, so lebensnah.
20:01Man merkt gleich, dass Sie viel erlebt hat.
20:04Naja, sprachlich kann man das bestimmt besser machen.
20:07Sprachlich?
20:08Ja.
20:09Und die Rechtschreibung ist eine Katastrophe.
20:11Von der Grammatik gar nicht zu reden.
20:12Ständig gebraucht Sie die falschen Konjunktive.
20:15Ach, Herr Grafenberg.
20:16Nun machen Sie es doch nicht schlecht.
20:18Sie haben doch eben noch ganz doll gelacht.
20:20Ja.
20:20Ich wollte Ihnen eine Freude machen.
20:23Mir?
20:23Ja, natürlich.
20:26Glauben Sie, ich hätte das sonst gelesen?
20:27Ja, weil es Sie interessiert hat und unterhalten.
20:31Ja, und wenn ich Ihnen gleich gesagt hätte, von wem die Geschichten sind,
20:35dann hätten Sie doch überhaupt nicht weitergelesen.
20:37Stimmt's?
20:38Allerdings.
20:39Ganz schön hinterhältig von Ihnen.
20:41Na, das war ich nicht.
20:43Ich wollte Ihnen nur die Möglichkeit geben,
20:45Ihre Vorurteile gegen Christa abzubauen.
20:48Von wem?
20:49Sie wollten mich reinlegen.
20:51Nein.
20:52Geben Sie es zu.
20:53Die Geschichten sind gut, egal von wem Sie sind.
20:57Sie sind gut erfunden.
20:59Aber davon ist doch bestimmt nichts wahr.
21:01Alles geschwindelt.
21:03Im Erfinden von obskuren Geschichten
21:06sind die Damen Schilling bekanntlich unschlagbar.
21:10Mag sein, dass ein Teil erfunden ist.
21:13Aber bei einem Buch, da geht es doch um den Unterhaltungswert.
21:17Tut mir leid, Eva.
21:19Vor diesen Leuten kann nichts Gutes kommen.
21:22Ich mache mich wieder an meine Chronik.
21:36Das habe ich noch nie gesehen.
21:43Herein.
21:45Störe ich?
21:46Marie, komm rein.
21:50Es ist an der Zeit, mich zu verabschieden.
21:52Ich wusste nicht, ob du noch nach Hause kommst, bevor ich fahre.
21:55Das ist ja vorausschauend.
21:57So wie es aussieht, habe ich heute eine Nachtschicht vor mir.
21:59Ich will zu tun.
22:00Na ja.
22:03Im Augenblick ist kein Land in Sicht.
22:05Auf mich wartet auch eine Menge Arbeit.
22:08Aber ich freue mich drauf.
22:10Man sieht ja den Tatendrang an.
22:12Du strahlst ja richtig.
22:13Ich glaube, das liegt eher daran, dass ich gebeten wurde, zu bleiben.
22:17Von meiner Mutter oder von meinem Bruder?
22:19Von beiden.
22:21Lass dich bloß nicht einwickeln.
22:23Einwickeln?
22:25Die heile Welt, die Mutter dir hier vorgaukelt, die gibt es nicht.
22:30Die Villa der Grafenbergs ist ein Minenfeld.
22:33Früher oder später tappst du auf eine und alles fliegt dir um die Ohren.
22:36Patricia, ich glaube, du arbeitest wirklich zu viel.
22:39Du weißt, was ich meine.
22:41Du und Daniel, das kann nicht gut gehen.
22:46Er ist noch lange nicht über seine Ex hinweg.
22:49Ich habe dich schon immer für deine Aufrichtigkeit bewundert.
22:54Ich könnte deine Aufrichtigkeit gerade gut gebrauchen.
22:59Denk nicht nach.
23:03Welches gefällt dir am besten?
23:06Das habe ich schon mal gesehen.
23:09Tatsächlich?
23:10Ja.
23:11Ich glaube, es war im Kusi.
23:14Da hat jemand das hier gezeichnet.
23:15Oder zumindest sah es dem hier sehr ähnlich.
23:19Ehrlich?
23:21Dann kannst du auch kein spontanes Urteil aufgeben.
23:25Ist auch egal.
23:44Nico?
23:47Willst du mal mit anpacken?
23:51Gib mir mal die Axt.
24:07Hey, was ist denn nun schon wieder über die Leber gelaufen?
24:09Was wohl?
24:11Achenbergs, diese arroganten Porzellanpinkel.
24:14Die mich ausgenutzt.
24:16Jahrelang, als ich das mitgemacht habe.
24:19Ich habe so eine Wut.
24:20Wieso haben Sie die jetzt gekündigt?
24:22Ich bin freiwillig gegangen.
24:25Wie, dass dein Job hingeschmissen endgültig?
24:27Na und?
24:28Sie denken doch sowieso, die können mit mir machen, was sie wollen.
24:30Jetzt mal in aller Ruhe.
24:31Was war denn los?
24:32Ich wollte mein Zeug in der Villa abholen.
24:34Und dieser neue Sicherheitsfuzzi hat mich behandelt wie Dreck.
24:38Jörg Schwarz, der Sicherheitschef der Manufaktur.
24:41Der spielt sich auf wie der Oberchef.
24:43Kontrolliert die Alarmanlage und sagt mir ins Gesicht, ich würde klauen.
24:46Was?
24:48Es geht jetzt wirklich zu weit.
24:50Ich werde mit Herrn Gravenberg sprechen.
24:51Macht das bloß nicht.
24:52Wir betteln ihn nicht mehr an.
24:53Nie wieder.
24:54Sollen Sie den Kramboch behalten.
24:55Ich werde mit Herrn Gravenberg sprechen.
25:37Ach, du Scheiße.
25:41Das gibt's auch nicht.
25:45Kann ich dir helfen?
25:47Ich wollte zu Jan.
25:48Ist der da?
25:49Nein, der kommt erst heute Abend.
25:53Du arbeitest jetzt hier?
25:55Stört dich das?
25:56Du bist ein freier Mensch.
25:57Du kannst machen, was du willst.
26:00Aber sag mal, du weißt nicht zufällig, was Jan an seinem Geburtstag vorhat.
26:06Ihm ist nicht so nach Feiern zumute.
26:08Das kann ich mir denken.
26:10Willst du was trinken?
26:12Nein, ich muss da mal wieder.
26:21Also glaub mir, Silke, das Grün hier, das steht nur einem.
26:24Und das ist Kermit, der Frosch.
26:27Bestell das bloß nicht.
26:31Hat irgendjemand gemerkt, dass ich weg war?
26:33Das hat dich keiner vermisst.
26:35Also es ist niemandem aufgefallen.
26:37Doch, ich hab dich vermisst.
26:39Oh, schön.
26:41Ich mein, es ist ein schönes Gefühl, vermisst zu werden.
26:45Hast du meine SMS bekommen?
26:47SMS?
26:49Ich hatte mein Handy gar nicht an.
26:52Na, wenn du heute Abend zu mir kommst, können wir zusammen Volumen rechnen und üben.
26:56Was?
26:56Du kannst Volumen rechnen?
26:59Silke, das Volumen eines dreieckigen Körpers ist gleich eineinhalb mal Länge, mal Breite, mal Höhe.
27:06Oh, nee.
27:07Anders, hör auf.
27:09Wenn ich mal was zu essen und versprochen, nicht in der Mikrowelle.
27:13Später, ja?
27:14Ich muss zurück in die Designabteilung, sonst krieg ich Stress mit Patricia.
27:24Ich weiß nicht, dass du die kleine Bäcker vermisst.
27:41Die hab ich draußen getroffen und rüber in die Auslieferung geschickt.
27:45Ich dachte, die würde ihre Überstunden abbummeln.
27:48Sag mal, was machst du denn da?
27:50Siehst du doch, ich entsorge Altpapier.
27:52Na, dann pass mal auf, dass du nicht aus Versehen etwas Wichtiges wegwirfst.
27:55Lass das mal meine Sorge sein.
27:57Puh, hast du ja eine schlechte Laune.
28:00Ich glaub, ich geh wieder.
28:01Was wolltest du denn eigentlich?
28:03Lass mich raten.
28:05Es geht um Marie und Daniel und um die Geschäfte.
28:08Nein.
28:08Ich wollte dich fragen, ob du am Wochenende Zeit hast.
28:11Ich würde gern mal wieder einkaufen gehen.
28:14Klar.
28:15Immer doch.
28:19Lilly wird immer aus dem Weg gehen.
28:21Da bin ich mir sicher.
28:22Ja, aber wieso sollte sie das tun?
28:24Sie ist doch in Tim verliebt.
28:25Also wieso läuft sie vor ihm weg?
28:27Versteh doch.
28:29Sie dachte, das Essen, das wäre nur ein Vorwand für...
28:32Ach, Lilly möchte nicht mit Tim schlafen.
28:35Ja doch, schon.
28:37Aber noch nicht jetzt.
28:40Komm, lass uns mal was trinken.
28:44Tim ist doch ein attraktiver Junge.
28:50Andreas, verstehst du denn nicht?
28:53Das ist...
28:54Für Lilly, das...
28:56Ist...
28:57Verstehe, verstehe.
28:59Ja.
29:00Und Lilly setzt sich wahnsinnig unter Druck
29:02und hat Angst, Fehler zu machen.
29:05Und ja.
29:06Ach, dann mache ich mir über Lilly überhaupt gar keine Sorgen.
29:08Wenn ich an mein erstes Mal denke.
29:10Oh, Andreas, das kannst du doch überhaupt nicht vergleichen.
29:15Mal abgesehen davon finde ich es wirklich ganz schade,
29:18dass Lilly sich mit Tim und nicht mit Kolja eingelassen hat.
29:22Das solltest du wohl eher Lilly überlassen, oder?
29:24Naja, aber...
29:26Glaub mir, von außen betrachtet sieht man die Dinge manchmal klarer.
29:30Mhm.
29:31Tim ist nicht der Richtige für Lilly.
29:33Kolja ist es.
29:35Ja.
29:35Tim wird sie oft kurz oder lang enttäuschen.
29:37Jetzt sei doch mal nicht so negativ.
29:40Jeder verliebt sich mal in den Falschen.
29:42Das weißt du doch am besten.
29:46Oh ja.
29:48Ich dran denke, wie lange ich in den Juniorchef verliebt war.
29:51Mhm.
29:52Ganz unglücklich.
29:53Das war ein hartnäckiger Virus.
29:55Naja, aber Julia und Daniel, da haben doch alle Leute geglaubt,
29:58die werden glücklich für immer.
30:00Und wie lange hat es gedauert?
30:01Ein paar Wochen nur.
30:03Weißt du, wenn man sich so sehr im Weltschmerz schult,
30:05dann kommt man nur ganz schwer wieder raus.
30:09Überall nur Kummer und Leid.
30:11Und trotzdem träumen alle von der großen, wahren Liebe.
30:29Hallo Lilly, ich war mit deinem Computer im Internet.
30:33Ich weiß, ich hätte dich erst fragen sollen,
30:35aber ich konnte einfach nicht warten.
30:37Ist doch kein Problem.
30:39Danke.
30:40Hallo Lilly, ich war mit deinem...
30:45Was Papa fragt.
30:47Ich bin doch mal in der Villa.
30:48Da ist noch was, was mir gehört.
30:53Was ist denn in den Gefahren?
30:55Keine Ahnung.
31:01Hallo?
31:04Tim.
31:05Warum hast du vorhin nicht am Empfang auf mich gewartet?
31:07Ich dachte, wir machen heute Abend was zusammen.
31:09Ich glaube, ich habe mir der Erkältung zugezogen.
31:12Ich lege mich lieber gleich ins Bett
31:13und dann bin ich morgen vielleicht wieder fit.
31:16Komm doch zu mir in die Wohnung.
31:17Ich spiele gerne die Krankenschwester.
31:19Nee, nee, ich will dich nicht anstecken.
31:22Wir sehen uns dann morgen, okay?
31:23Tschüss.
31:29Was war das denn?
31:31Ich bin so ein Idiot.
31:33Ich kann nur so blöd sein.
31:36Kann es sein, dass du deinen Freund gerade angelogen hast?
31:38Ja.
31:39Warum denn?
31:41Er hat mich zum Abendessen eingeladen
31:43und wollte mit mir Mathe lernen.
31:47Er hat bestimmt was Romantisches vorbereitet.
31:50Ah, jetzt habe ich doch ein schlechtes Gewissen.
31:57Das verstehe ich jetzt nicht.
32:00Du lügst ihn an,
32:02weil er dich zum Abendessen eingeladen hat?
32:04Nee, deswegen nicht.
32:06Warum dann?
32:08Ich glaube,
32:10jetzt wo Koya in Mailand ist
32:11und wir die WG ganz für uns alleine haben,
32:14da will Tim doch bestimmt mehr
32:16als nur rumkuscheln und knutschen.
32:19Und du willst nicht mehr
32:20wie kuscheln und knutschen?
32:23Doch, eigentlich schon.
32:24Aber das ist bei mir halt noch nicht so oft vorgekommen.
32:29Also ehrlich gesagt noch gar nicht.
32:31Und ich habe keine Ahnung,
32:32wie das wird
32:33und ob ich mich vielleicht blöd anstelle.
32:37Hast du Tim das gesagt?
32:38Gott, nein, das geht doch nicht.
32:40Aber genau das solltest du tun.
32:42Wenn du Tim nicht vertrauen kannst,
32:44wie wollt ihr dann überhaupt miteinander klarkommen?
32:56Das habe ich mir gedacht,
32:57dass ich dich hier finde.
32:59Hallo, Marie.
33:00Hallo.
33:00Hast du mich denn gesucht?
33:02Ja.
33:04Ich
33:06werde heute Abend noch abreisen.
33:15Das ist schade, Marie.
33:17Ich hatte gehofft,
33:18dass du noch eine Weile bleibst.
33:22Warum willst du dann so plötzlich weg?
33:25Termine, Verpflichtungen.
33:27Und was ist mit deinem Ex-Freund?
33:29Ihr seid doch gerade erst so nah gekommen.
33:31Das war vielleicht ein Fehler.
33:34Was ist passiert?
33:36Habt ihr euch gestritten?
33:37Nein.
33:38Nein, gar nicht.
33:39Aber es ging alles so schnell.
33:41Ich brauche ein bisschen Zeit,
33:42um in Ruhe darüber nachzudenken.
33:45Und Abstand.
33:47Ich kann mich da
33:49an eine Freundin erinnern.
33:53Die hat mir erst vor kurzem gesagt,
33:56dass ich vor meinem Problem
33:58nicht fliegen soll.
34:00Das soll ich gesagt haben?
34:03Ich kann mich nicht daran erinnern.
34:05Marie.
34:07Warum gibst du dir
34:08und deiner großen Liebe
34:09nicht noch eine Chance?
34:10Unsere Beziehung
34:11ist schon einmal gescheitert.
34:13Wenn man etwas klebt,
34:14was schon mal zerbrochen war,
34:15dann bricht es
34:16an derselben Stelle wieder.
34:19Bist du anderer Meinung?
34:23Wenn es um die Liebe geht,
34:24könnte ich nie meinem Verstand folgen.
34:26Ich würde es einfach
34:27immer und immer wieder versuchen.
34:29Wie die Motte,
34:30die ins Licht fliegt.
34:32Aber Motten verbrennen
34:33und sterben.
34:34Ach, Marie.
34:34Aber wir können kämpfen.
34:40Schau mal.
34:44Möchtest du das haben?
34:46Als kleine Erinnerung
34:47an unsere gemeinsame Zeit am See.
34:50Das ist so lieb von dir.
34:53Und ich habe überhaupt nichts,
34:54was ich dir mitgeben kann.
34:55Das macht doch nichts.
34:56Weißt du was?
34:57Ich möchte,
34:57dass du es behältst.
35:00Und es soll dich immer daran erinnern,
35:01dass du nicht so schnell
35:02aufgeben sollst
35:04und um dein Glück kämpfst.
35:15Du schon wieder?
35:16Bist du eigentlich besonders dreist
35:17oder besonders dumm?
35:21Ich will nur haben,
35:22was mir gehört.
35:24Ich gehe nicht ohne mein Werkzeug.
35:26Wenn du hier nicht sofort verschwindest,
35:28dann gehst du hier nicht raus,
35:29sondern du kriegst
35:30auf allen Vieren.
35:31Oh, jetzt kriege ich aber Angst.
35:33Du willst es auf die harte Tour, was?
35:35Gib mir einfach das Werkzeug
35:36und ich bin schneller draußen,
35:38als du bis 13 kannst.
35:40Falls du bis 13 kannst.
35:42Dreist und dumm.
35:44Das ist eine ganz ungesunde Mischung.
35:45Hat dir das schon mal jemand gesagt?
35:47Geh mir einfach aus dem Weg, ja?
36:02Wow, was ist denn hier los?
36:04Ist das Testosteron ausgebrochen?
36:06Frau Grafenberg,
36:07ich will nur mein Werkzeug haben.
36:08Der Hausmeister wollte gerade hier anbrechen.
36:10Halt, stopp!
36:10Nacheinander.
36:12Ich habe ihn erwischt.
36:13Er wollte wahrscheinlich
36:14durch die Terrassentür einsteigen.
36:16Würdest du netterweise
36:17deiner Bulldogger da sagen,
36:18dass die Werkzeugkiste mir gehört?
36:20Tut sie das?
36:22Ich interessiere mich gar nicht
36:23für Werkzeug.
36:24Es sind meine Sachen,
36:25das weißt du ganz genau.
36:26Weißt du was?
36:27Entweder du gehst jetzt
36:29oder ich gehe und überlasse dich
36:31der Bulldogger.
36:33Mit Stück.
36:34Das tut jetzt aber weh.
36:43Wir sehen uns noch.
37:03Bis zum nächsten Mal.
37:35Bis zum nächsten Mal.
38:13Es ist richtig, was ich Marie gesagt habe.
38:16Sie soll bleiben und kämpfen.
38:19Obwohl sie genau davor am meisten Angst hat.
38:23Ich kenne das Gefühl.
38:25Vor den größten Wünschen steht die Angst,
38:28etwas falsch zu machen.
38:29Oder am Ende sogar alles zu verlieren.
38:32Aber oft ist es doch nur der erste Schritt,
38:34der so schwierig ist.
38:51Marie, bitte bleib.
38:53Daniel, mach's mir doch nicht so schwer.
38:57Ich brauche dich.
38:59Ich brauche dich.
38:59Es geht nicht.
39:01Das habe ich dir doch erklärt.
39:03Dann erklär es mir nochmal.
39:04Ich habe es nämlich nicht verstanden.
39:06Ich habe Termine.
39:09Verpflichtungen und so.
39:12Und wenn diese Termine schon erledigt werden,
39:15würdest du dann bleiben?
39:17Daniel, unsere Beziehung ist schon einmal geschaltet.
39:20Warum sollte es diesmal anders sein?
39:24Weil wir uns verändert haben?
39:28Ich habe Angst.
39:36Die habe ich auch.
39:39Nein.
39:58Vielen Dank.
40:05Die Motte muss ins Licht fliegen, weil sie eine Motte ist.
40:20Auf Verlage gibt es jede Menge, die Kochbücher rausbringen.
40:23Die zehn größten habe ich ausgedruckt.
40:25Das ist gut. Aber ob die auf uns gewartet haben?
40:29Naja, die Verlage warnen, dass es Monate dauern kann, bis ein unverlangt eingesandtes Manuskript gelesen wird.
40:37Also seien wir realistisch. Wir brauchen uns nur wenig Hoffnung zu machen.
40:42Nein, nein, Eva. Die Frage ist nur, wie verwandeln wir unser Kochbuch von einem unverlangt eingesandten Manuskript in ein verlangt
40:51eingesandtes Manuskript?
40:52Hm, keine Ahnung. Geht denn das?
40:56Naja, Herr Grafenberg hat doch bestimmt einen großen Bekanntenkreis, oder?
41:00Ja, das glaube ich schon.
41:03Und da wird doch auch der eine oder andere Verleger dabei sein.
41:06Nein, das weiß ich nicht.
41:08Frag ihn doch mal.
41:09Nein, das mache ich nicht.
41:11So nenn ich.
41:12Also, ich weiß nicht. Da käme ich mir irgendwie aufdringlich vor.
41:18Dann mache ich es selber. Und zwar sofort. Bevor ich es mir anders überlege.
41:22Christa, das ist keine gute Idee.
41:25Man muss jede Chance nutzen.
41:56Wir müssen es ihr so schön wie mögen.
41:58Marie findet es gut so wie es ist. Wir müssen uns wirklich nicht extra irgendwas ausdenken.
42:02Ich hatte mir so sehr gewünscht, dass ihr wieder zueinander findet.
42:06Ach, du kennst Julia.
42:08Wir haben uns kennengelernt, als ich dich besuchen wollte. Wir haben uns gleich verstanden. Wir haben viel gemeinsam.
42:13Ja, kann man wohl sagen.
42:15Spielst du wieder, Mama?
42:17Wie kommst du denn darauf?
42:18Wie kommst du denn darauf?
42:20Wie kommst du denn darauf?
42:25Vielen Dank.
Kommentare