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KurzfilmeTranskript
00:00Frau Grafenberg, nehm ich an?
00:03Es freut mich, Sie persönlich kennenzulernen.
00:06Wie Herr Schwarz.
00:08Ich hoffe, Sie machen nicht nur leere Versprechungen, Herr Schwarz,
00:11sondern können mir wirklich helfen.
00:13Sie haben ein Problem mit Julia Schilling.
00:16Allerdings.
00:16Wenn der Preis stimmt, dann betrachten Sie, das Problem ist erledigt.
00:29Hey, what you looking for?
00:34No one has the answer.
00:38They just want more.
00:42Hey, who's gonna make it right?
00:49This could be the first day of my life.
00:57Wie ich bereits am Telefon sagte, Geld spielt keine Rolle.
01:02Sorgen Sie einfach dafür, dass Julia Schilling aus dem Leben meines Sohnes verschwindet.
01:08Julia muss Ihnen ja sehr ans Herz gewachsen sein, in der kurzen Zeit, in der sie hier ist.
01:12So kann man es auch nennen.
01:14Das ist eine Anzahlung.
01:15Den Rest bekommen Sie, wenn Sie den Auftrag erfüllt haben.
01:20Was hat Julia Ihnen oder Ihrem Sohn eigentlich getan, dass Sie so großzügig sind?
01:24Das hat Sie überhaupt nicht zu interessieren.
01:27Sorgen Sie einfach dafür, dass sie aus Falkenthal verschwindet und nie wieder auftaucht.
01:31Ich brauche noch ein paar Informationen über Ihren Sohn und Julia.
01:35Je mehr ich über Sie weiß, desto schneller sind Sie Julia los.
01:38So leuchtet es nicht, Herr Schwarz.
01:39Sagen Sie mir lieber, wie wir diese Frau loswerden.
01:44Damit?
01:46Was ist da drin? Fotos? Unterlagen?
01:50So ähnlich.
01:51Sie bekommen sie, wenn Julia verschwunden ist und ich meine zweite Rate erhalten habe.
01:57Ich bezahle Ihnen so viel, dass Sie nie wieder arbeiten müssen.
02:01Da sollten Sie mir schon etwas Vertrauen entgegenbringen.
02:03Wenn Sie mich reinlegen wollen, dann...
02:06Dann wäre ich bestimmt nicht extra aus Südafrika, hier in das verschlafene Falkenteil gereist.
02:10Vertrauen Sie mir.
02:12Wenn Julia das hier sieht, dann wird Ihr schlimmster Albtraum wahr.
02:17Da wird nichts anderes übrig bleiben, als ja den Sohn zu verlassen.
02:25Ich habe ein schlechtes Gewissen.
02:27Wenn ich ehrlich bin, ich auch.
02:29Warum muss denn alles so kompliziert sein?
02:32Wieso müssen wir mit unserer Liebe so viele Menschen unglücklich machen?
02:36Sind es denn wirklich so viele?
02:38Na ja, meine Mutter, deine Mutter, dein Großvater, dein Onkel Frederik.
02:45Sehr zum Wohl.
02:46Danke.
02:47Und nicht zu vergessen, Silke, ich finde, das reicht.
02:50Du machst dir immer mehr Gedanken über die andere.
02:53Das musst du wirklich mal lassen.
02:55Stimmst du nicht, was ich sage?
02:57Ja, schon.
02:59Zum Teil.
03:00Meine Mutter ist ein Grund dafür, warum wir überhaupt gehen.
03:03Und sie wird niemals akzeptieren, dass wir heiraten.
03:06Sie scheidet also schon mal aus.
03:08Deine Mutter muss lernen, alleine klarzukommen.
03:11Mein Großvater interessiert sich nur für die Firma und die Tradition der Falkenthaler Porzellanmanufaktur.
03:16Und mein Onkel Frederik, der soll sich mit Verlaub um seine eigenen Sachen kümmern.
03:21Und was ist mit Silke?
03:23Es war so lieb, wie sie sich in der Firma für uns gefreut hat.
03:26Tja, Silke, sag mal, ein verliebtes Liebespaar, das sich gestern Abend verlobt hat, stelle ich mir irgendwie fröhlicher vor.
03:34Habe ich was verpasst?
03:35Was denn verpasst?
03:37Kann es sein, dass ihr einen Schritt übersprungen habt und von besagter Verlobung direkt und ohne Umwege in die Ehekrise
03:42geschlittert seid?
03:44Willst du es ihm sagen?
03:45Soll ich wirklich?
03:48Was soll Julian mir sagen?
03:51Okay, ich sag's ihm.
03:53Jan?
03:54Ja?
03:56Du störst.
03:58Ah, ja.
04:03Also wenn du dir so die Nachtschwärme in den Bars von Kapstadt vom Leib hältst, warum nimmst du mich dann
04:08eigentlich noch mit?
04:09Hey, wir waren uns doch noch gar nicht einig, ob wir nach Südafrika gehen.
04:12Aber da haben wir uns gefunden.
04:15Da hat alles angefangen.
04:16Ich war noch nie so glücklich.
04:20Dann ist es gar nicht so, als ob wir weggehen, sondern als ob wir nach Hause kommen.
04:40Ich fasse mal zusammen.
04:43Julia wohnt mit ihrer Mutter in einem kleinen Ferienhaus, das der Familie Becker gehört.
04:47Herr Becker, das ist Ihr Chauffeur, Frau Grafenberg, richtig?
04:49Richtig.
04:52Herr Becker hat zwei Kinder, Nico und Lilly, mit denen Julia locker befreundet ist.
04:57Das Haus ist ziemlich abgelegen.
05:00Julia arbeitet im Catering der Porzellanmanufaktur.
05:05Der Name ihres Chefs und guten Freundes ist Andreas Krill.
05:08Ich bin mir sicher, dass Sie sich alles genau notiert haben.
05:11Wissen Sie, manchmal ist jede Kleinigkeit wichtig.
05:18Zwei Dinge sind mir wichtig.
05:20Ich wünsche keine körperliche Gewalt und ich möchte nicht, dass irgendjemand mich mit dieser Sache in Verbindung bringen kann.
05:27Haben Sie das richtig verstanden?
05:28Ja.
05:29Außerdem möchte ich Ihnen empfehlen, mich nicht zu unterschätzen.
05:33Wenn Sie sich nicht an unsere Abmachung halten, dann werden Sie keinen Cent mehr von mir sehen.
05:40Keine Angst.
05:42Ich traue Ihnen genauso wenig wie Sie mir.
05:44Ja, irgendwie erinnert mich unsere Geschichte, also unsere Verbindung, die wir haben, an das gute alte Schnur-Telefon aus meiner
05:52Kindheit.
05:53Lass Sie nicht sagen.
05:55Das kennen Sie doch bestimmt.
05:57Zwei Dosen.
05:57Und dazwischen wird eine Schnur gespannt, die die Schallwellen überträgt.
06:02Allerdings kann man den anderen nur verstehen, wenn die Schnur unter Spannung gehalten wird.
06:07Und wir beide, wir halten unsere kleine geschäftliche Verbindung mit unserem Misstrauen unter Spannung.
06:13Und deswegen werden wir uns blendend verstehen.
06:16Ja, sehr amüsant Ihre kleine Geschichte, aber ich habe nicht ewig Zeit.
06:23Ich höre erst wieder von Ihnen, wenn Sie den Auftrag erledigt haben.
06:42Wisst ihr was, Leute? Ihr arbeitet einfach viel zu viel.
06:45Im Gegensatz zu dir nehmen wir unsere Arbeit wenigstens ernst.
06:48Kapiert ihr es nun nicht? Hier wird bald ein ganz anderer Wind wehen, wenn Frederik Grafenberg den Laden allein übernimmt.
06:54Wie meint Sie das jetzt?
06:56Das wird alles ein bisschen lässiger. Weniger deutsche Maloche und mehr südländisches Lebensgefühl.
07:00Großes Hier ist davon, sagen wir, elf bis mindestens sechs Uhr nachmittags.
07:06Habe ich irgendwas Falsches gesagt?
07:07Ja, sensibles Thema.
07:10Ich finde es nicht toll, dass der Junior weggeht.
07:13Und noch viel weniger toll finde ich, dass Julia mit ihm abhaut.
07:16Ich kapiere das auch nicht.
07:17Na, ist doch klar. Falkenthal ist zwar super, anderswo ist es aber vielleicht auch ganz in Ordnung.
07:22Und wenn man die Chance hat, sich die Welt anzuschauen, na dann nix wie weg.
07:26Julia wird mir fehlen.
07:29Ja, aber die kommt bestimmt wieder und Falkenthal läuft ihn ja nicht weg.
07:32Trotzdem, besser als hier können Sie es doch eigentlich nirgendwo haben.
07:35Ich meine, die Villa, die Manufaktur, die Familie.
07:38Ich würde auf jeden Fall nie von hier weggehen.
07:41Zwingt dich ja niemand.
07:43Okay, wir bleiben hier. Einverstanden?
07:48Wir bleiben hier, alle zusammen.
07:52Wir bleiben hier, alle zusammen.
07:55Na, erstmal zumindest.
07:56Richtig, erstmal.
07:57Ihr seid blöd.
08:09Hallo, Mama.
08:10Hallo.
08:11Was machst du denn?
08:13Nichts.
08:13Warum?
08:15Schreibst du in eurem Kochbuch weiter?
08:17Mhm.
08:18Ja, aber du bekommst es erst zu lesen, wenn Eva und ich damit fertig sind.
08:22Na gut, wenn das die einzige Chance ist.
08:25Vermutlich werde ich es dir um den halben Erdball schicken müssen.
08:29Aber was soll's.
08:30Dann freust du dich wenigstens, irgendetwas von mir zu hören.
08:34Mama, ich freue mich ganz bestimmt riesig über jede Nachricht von dir.
08:37Mach dir keine Sorgen um mich.
08:39Ich komme schon zurecht.
08:41Außerdem habe ich doch Tobias und Eva.
08:43Die werden mir helfen.
08:44Es ist gut, solche Freunde zu haben, oder?
08:47Unbezahlbar.
08:48Jetzt brauche ich nur noch einen Job, hier in Falkenthal.
08:51Und dann kann ich wieder für mich alleine sorgen.
08:53Du findest bestimmt was.
08:55Und ich bin ja auch noch da.
08:57Ich kann dir ja Geld schicken oder überweisen.
08:59Nein, lass mal.
09:01Du sollst ohne schlechtes Gewissen mit Daniel irgendwo wieder neu anfangen können.
09:06Nur musst du mir immer sagen, wo du gerade steckst.
09:09Und wie es dir geht.
09:11Ich verspreche dir, ich werde bei jeder Gelegenheit eine Karte schreiben.
09:14Oder einen Brief.
09:15Oder dich anrufen.
09:20Ich habe dich sehr lieb, Mama, das weißt du, oder?
09:24Ich dich auch, mein Engel.
09:25Ich bin ja, ich bin ja, ich bin ja.
09:47Untertitelung. BR 2018
10:06Ist mir ein Rätsel, wie du hier so ruhig sitzen und frühstücken kannst.
10:13Tja, mit dem Essen ist das so eine Sache, Werner. Ich habe schon oft versucht, es mir abzugewöhnen.
10:18Aber nach spätestens drei Tagen packt es mich dann wieder.
10:21Du weißt genau, dass es darum nicht geht.
10:24Ach, weißt du das?
10:24Es geht um Daniel. Und dass er keine andere Möglichkeit sieht, als Falkenthal zu verlassen.
10:33Hättest du auf mich gehört, wäre das alles nicht passiert.
10:37Wirklich?
10:38Oh, vielleicht liegen die Dinge doch ein wenig komplizierter, als du denkst.
10:47Weißt du es nicht, die Julia Schilling ein Scheck angeboten hat, damit sie Daniel gehen lässt?
10:55Wer dir das erzählt?
10:58Daniel.
11:00Ich habe erfahren, dass Julian ihre Mutter Geldprobleme haben.
11:04Da habe ich ihnen ein kleines Darlehen angeboten. Das war alles.
11:08Ich wollte ihnen aus der Patsche helfen. Sie musste es völlig missverstanden haben.
11:13Du wolltest ihnen helfen. Das sieht dir gar nicht ähnlich.
11:17Na, vielleicht habe ich es etwas ungeschickt angestellt.
11:20Aber ich wollte wirklich nur helfen.
11:24Das ist dir nun wirklich nicht gelungen. Es hat alles nur noch schlimmer gemacht.
11:29Wie dem auch sei, ich akzeptiere Daniels Entscheidung.
11:34Man muss seine Kinder ziehen lassen, wenn man sie nicht verlieren will.
11:38Schönen Tag noch, Werner.
11:53Dieses Klingeln macht mich noch wahnsinnig.
11:56Ja, wo ist denn Silke?
11:57Keine Ahnung. Sie ist nicht da. Wahrscheinlich ist sie wieder krank.
12:01Falkenthal Porzellan, Andreas Grill am Apparat von Silke Merten. Was kann ich für sie tun?
12:06Nein, sie ist leider noch nicht hier.
12:08Ja.
12:09Bitte rufen Sie später noch mal an. Vielen Dank.
12:12Wiederhören.
12:15Ich werde es hier jetzt mal so einstellen, dass die Anrufe umgeleitet werden, okay?
12:19Sonst werde ich ihr noch irre.
12:20Hat sich Silke denn abgemeldet?
12:21Nein, hat sie nicht. Und das ist auch komisch.
12:24Normalerweise ist sie das Pflichtbewusstsein in Person.
12:30Meinst du, das hat was mit Daniel und mir zu tun?
12:33Ach, Unsinn.
12:35Ich hatte den Anruf, dass es sie ziemlich mitgenommen hat, als sie von der Verlobung erfahren hat.
12:39Ja, und wenn schon. Du hast dir überhaupt nichts vorzuwerfen.
12:42Es ist ja nicht deine Schuld, dass sie sich auch in Daniel verknallt hat.
12:45Und außerdem ist Silke alt genug und sie wird damit schon klarkommen.
12:49Hoffentlich hast du recht.
12:54Moin Christa, die Zeitung liegt auf dem Tisch.
12:57Danke.
12:58Magst du einen Kaffee?
13:00Nein, danke. Ich habe schon gefrühstückt.
13:02Ich muss gleich los. Herr Grafenberg-Seni hat einen Arzttermin in der Stadt.
13:07Ist irgendwas passiert?
13:10Ich glaube, gestern Abend habe ich es endlich kapiert, dass Julia bald weg ist.
13:14Einfach aus meinem Leben verschwindet.
13:17Komm, setz dich mal.
13:18Aber du musst doch weg.
13:19So viel Zeit ist immer.
13:24Ich finde es ja auch schade, dass Julia weggeht.
13:27Ich habe sie doch gerade erst kennengelernt.
13:29Ja, sie hatte ich auch wirklich sehr gerne.
13:31Trotzdem will sie einfach weggehen und ich...
13:34Ich...
13:35Ja, und du bleibst hier, bei uns. Ist doch klar.
13:37Ja, ist das klar?
13:38Natürlich.
13:40Du, könnte ich auch noch für den Übergang in der Ferienwohnung bleiben?
13:44Du kannst da wohnen bleiben, solange du willst.
13:46Wirklich?
13:47Ich muss es dir doch nicht schriftlich geben, oder?
13:49Du, wenn ich einen Job gefunden habe, dann zahle ich dir auch Miete.
13:52Das eilt nicht.
13:55Aber eins musst du mir versprechen.
13:58Dass du diesmal bei deiner Entscheidung bleibst und...
14:01nicht gleich wieder weg willst.
14:07Versprochen.
14:13Das ist echt ein klasse Muster, Julia.
14:17Danke.
14:18Für mich sieht das eher aus wie Gemüse.
14:19Da kriegt man richtig Lust auf Salat.
14:22Kannst du irgendwas auch mal ernst nehmen?
14:24Was machst du eigentlich schon wieder hier?
14:26Und apropos Salat.
14:27Was macht denn unser Essen?
14:28Hast du schon alles vorbereitet?
14:30Leute, Leute.
14:31Ich wollte eigentlich zu Silke, aber die macht scheinbar heute blau.
14:34Zweitens dachte ich, ihr steht auf meine Scherze.
14:36Und drittens, das Essen wird der Hammer.
14:39Ach ja?
14:40Mit absoluter Sicherheit.
14:43Hast du gerade gesagt, dass Silke blau macht?
14:46Es ist, wie ich es prophezeit hatte.
14:48Die Sitten in dieser Firma werden immer entspannter.
14:50Silke macht nicht blau.
14:52Die ist bestimmt einfach nur krank geworden.
14:53Ach ja?
14:54Und warum weiß dann keiner, wo sie steckt, Schlaumeier?
14:58Das weißt du auch nicht.
14:59Was gibt es denn jetzt eigentlich zum Einweihungsessen?
15:03Verrät ein Zauberer seine besten Tricks vorher?
15:05Da müsst ihr euch schon gedulden, bis es soweit ist.
15:07Das hört sich ja an, als ob du einen Flug ins All planen würdest.
15:10Oh ja, deswegen lasst euch überraschen bei der Fiesta Italiana von Tim.
15:15Und jetzt muss ich auch schon los.
15:17Also, tschüss.
15:23So ein Spinner.
15:26Ja, aber hättest du gedacht, dass er kochen kann?
15:29Nee, deswegen mache ich mir ja auch Sorgen ums Essen.
15:40Guten Tag, Herr Greil.
15:42Tun Sie mir einen Gefallen und schicken Sie Frau Mertens zu mir ins Büro,
15:46falls sie heute doch nochmal irgendwann auftaucht.
15:48Ja, mache ich.
15:49Frau Schilling, hätten Sie einen Augenblick Zeit für mich?
15:54Ja, sicher, Frau Grafenberg.
15:57Warum setzen wir uns nicht einfach hier an einen Tisch
16:00und Herr Greil bringt uns einen Kaffee?
16:04Ja.
16:07Wieso nicht?
16:09Bitte.
16:14Nun, wie soll ich anfangen?
16:18Wir hatten ja keinen so guten Start, nicht wahr?
16:20Nein, den hatten wir nicht.
16:23Und ich bin ehrlich dazu bereit, anzuerkennen,
16:27dass Sie gewonnen haben.
16:30Ich weiß nicht so recht, was Sie mir damit sagen wollen.
16:32Ich habe mit aller Macht zu verhindern versucht,
16:35dass Sie meinen Sohn von seinen Pflichten in der Firma abhalten.
16:38Und das tun Sie jetzt nicht mehr?
16:40Sie haben es erkannt.
16:42Und ich bin nicht jemand, der leicht aufgibt.
16:45Aber offensichtlich habe ich mich in Ihnen getäuscht.
16:49Ich kann Ihnen immer noch nicht ganz folgen.
16:53Mein Sohn hat offenbar so starke Gefühle für Sie,
16:56das habe ich unterschätzt.
16:57Und Sie für ihn.
17:00Tja, gegen die Macht der Liebe ist man eben machtlos.
17:05Und das bedeutet, dass Sie jetzt akzeptieren,
17:07dass Daniel und ich heiraten wollen.
17:09Allerdings soll es nicht heißen,
17:11dass ich Sie plötzlich gut leiden mag.
17:13Das hätte mich auch sehr gewundert.
17:16Aber ich biete Ihnen den Frieden an.
17:19Und meine ehrliche Entschuldigung.
17:24Na, kommen Sie.
17:26Noch einmal können Sie sie nicht ablehnen.
17:29Gut.
17:32Ich nehme Sie an.
17:46Guten Tag, Frau Schilling.
17:48Jörg, was machen Sie denn hier?
17:51Das ist ja eine Überraschung.
17:53Ich hatte eigentlich auch gehofft, Julia zu sehen.
17:55Ist sie zufällig da?
17:57Nein, also ich meine, ja, wir wohnen hier.
18:00Was machen Sie denn in Deutschland?
18:02Es gab da einige Sachen mit der Lodge zu klären.
18:04Die gehört ja auch den Grafenbergs.
18:06Und da dachte ich mir,
18:07ich verbinde das Geschäft mit dem Vergnügen
18:09und mache ein paar Tage Urlaub.
18:12In der alten Heimat.
18:17Eine herrliche Luft hier.
18:20Ja.
18:20Nicht ganz so gut wie in Südafrika,
18:22aber trotzdem herrlich.
18:26Ich war so überrascht zu hören,
18:27dass Sie jetzt auch hier sind.
18:29Ja, wir sind erst vor kurzem hierher gezogen,
18:31damit ich mich erhole.
18:32Erhole?
18:33Waren Sie krank?
18:34Ja, deswegen sind wir so überstürzt
18:36aus Südafrika abgereist.
18:38Ich hatte mir so etwas Ähnliche schon gedacht.
18:41Aber jetzt geht es Ihnen besser.
18:43Viel besser.
18:44Ich habe da unten das Klima nicht vertragen.
18:47Ja, das macht so manchen zu schaffen.
18:53Und?
18:54Auf der Lodge alles in Ordnung?
18:56Ist irgendetwas Besonderes passiert?
19:00Nein.
19:02Alles wie immer.
19:03Sie wissen ja,
19:04es ist ein großes,
19:05weites Land.
19:07Dort lässt man sich nicht so leicht
19:08aus der Ruhe bringen wie hier.
19:11Wann ist denn Julia mal da?
19:13Ich würde ihr gerne Hallo sagen.
19:16Sie ist...
19:17äh... arbeiten.
19:19Möchten Sie etwas trinken?
19:22Ja.
19:24Ein Glas Wasser.
19:25Bitte.
19:48Keine Neuigkeiten von der verschwundenen Silke.
19:51Lilly und Kaya wussten auch nichts.
19:53Tja, danke, dass du nochmal nachgefragt hast.
19:55Aber jetzt mache ich mir langsam wirklich Sorgen.
20:01Ja, ist noch was?
20:02Nö.
20:04Ja, aber du stehst hier rum und schaust mir zu,
20:05hast du nichts zu arbeiten.
20:07Ist gerade nicht so stressig.
20:10Hast du Hunger?
20:12Andreas, du bist ein richtig guter Koch.
20:14Das sieht echt sehr lecker aus.
20:17Danke, Tim.
20:18Aber willst du jetzt mal bitte auf den Punkt kommen?
20:21Könntest du mir ein zweigängiges italienisches Menü
20:24für drei Personen kochen morgen Abend?
20:27Nur, nur Vorspeise und Hauptgericht.
20:29Das Deutsche mache ich selber.
20:31Nein.
20:33Wie nein?
20:34Nein.
20:35Ich bin kein Lieferservice und wie du sehen kannst,
20:37habe ich hier genug zu tun.
20:39Nein.
20:39Das wäre total wichtig.
20:41Ich habe versprochen,
20:42ein Essen für die WG-Einweihung mit Kolja zu kochen.
20:44Und ich kann überhaupt nicht kochen.
20:48Mir brennt sogar das Kaffeewasser an.
20:50Ja, aber das ist doch die Gelegenheit,
20:51es zu lernen.
20:52Ich soll kochen lernen.
20:53Ja, zum Beispiel.
20:54Oder du sollst es nicht so angeben.
20:56Und kochen lernen ist auch nicht schwer.
21:03Ach komm, das war nicht so gemeint.
21:05Hey, willst du ein Schnittchen?
21:22Jack?
21:26Jack?
21:27Jack?
21:38Jack?
21:56Herr Rhein.
21:58Hallo.
22:00Hallo.
22:01Was ist denn los?
22:03Ich hatte gerade eine wirklich, wirklich unheimliche Begegnung mit deiner Mutter.
22:10Was ist passiert?
22:11Sie hat mich um Entschuldigung gebeten und mir Frieden angeboten.
22:17Ich verstehe.
22:19Und meinst du, sie meint es ernst diesmal?
22:22Ich weiß es nicht, aber ich hoffe es.
22:26Dann könnten wir vielleicht einigermaßen in Frieden von ihr weggehen.
22:42Ich kann mich immer noch nicht richtig daran gewöhnen, dass wir uns gar nicht mehr verstecken brauchen.
22:48Du solltest da rein sagen.
22:51Herr Rhein.
22:54Entschuldigung, ich soll Papiere für Frederik Rappenberg abholen?
22:57Ja, dort oben, auf dem Schrank.
23:01Danke.
23:02Bitte.
23:05War das jetzt schädlich für deinen Ruf?
23:07Nein.
23:08Es ist überhaupt nicht schädlich, wenn ein Mitarbeiter sieht, dass sein Chef verliebt ist.
23:12Außerdem sind wir sowieso bald weg.
23:16Stimmt.
23:18Trotzdem nimmst du es sehr locker.
23:20Tja.
23:21Vielleicht gehört das schon zum neuen Daniel.
23:24Der neue Daniel?
23:25Mhm, der neue Daniel.
23:27Der sich nicht um Pflichten, Traditionen und Konventionen kümmert.
23:31Ah, ich glaube, den kenne ich.
23:33Den habe ich mal in Südafrika kennengelernt.
23:35Ich sage doch, ein tolles Land.
23:37Sind wir uns eigentlich darüber einig, dass wir nach Südafrika gehen?
23:42Daniel, die Safaris kann ich nicht mehr leiten.
23:45Und auch sonst werden wir auf der Lodge deines Onkels wohl keine Arbeit finden.
23:51Südafrika ist groß.
23:52Wir werden überall was finden.
23:55Also.
23:57Ja oder nein?
24:03Das deute ich als klares Ja.
24:15Hey, hallo Nico.
24:17Hallo Papa.
24:18Mh, das riecht ja gut.
24:20Frisch geschnittenes Gras, hm?
24:22Du kannst gerne meinen Job haben.
24:23Ist mit dem Wagen alles in Ordnung?
24:25Ich habe gerade den Ölstand geprüft.
24:29Nico, ich würde gerne was mit dir besprechen.
24:31Hast du einen Moment Zeit?
24:32Klar.
24:33Ich habe Christa versprochen, dass sie weiter im Fernhaus wohnen kann, wenn Julia und Daniel weg sind.
24:38Ja, und ich wollte dich fragen, ob du damit einverstanden bist.
24:40Für mich ist das okay.
24:42Echt?
24:43Ja, ich dachte nur, weil du so mit Christa aneinander geraten bist wegen der Wäsche.
24:47Papa, das ist wirklich Schnee von gestern.
24:49Ich habe doch schon längst eingesehen, dass ich mich wie ein Idiot genommen habe.
24:54Trotzdem wollte ich mit dir darüber reden.
24:56Ich möchte nicht, dass du dich übergangen fühlst.
24:59Du bist echt ein feiner Junge, Nico.
25:01Weißt du das?
25:02Aber ich...
25:03Ich bin echt stolz auf dich.
25:04Ich glaube, ich muss jetzt weiterarbeiten.
25:06Tschüss.
25:18Es fehlt genau, endlich.
25:20Wir haben uns ja schon alle Sorgen gemacht.
25:23Ist alles okay.
25:25Ist was passiert?
25:26Nee, nee, nee, nee.
25:26Ich habe nur Heuschnupfen.
25:27Ist alles gut.
25:28Ich habe nur Heuschnupfen.
25:29Wie Heuschnupfen?
25:30Ich kenne dich schon eine ganze Weile und du hast mir noch nie was von Heuschnupfen erzählt.
25:35Es tut mir so leid.
25:37Entschuldigung.
25:38Was tut dir denn leid?
25:40Es ist so schlimm.
25:42Jetzt belüge ich sogar schon meine Freunde.
25:45Weil ich habe nämlich gar keinen Heuschnupfen, sondern...
25:49Liebeskummer.
25:52Wegen Daniel und mir.
25:55Ach, Silke.
25:59Ich weiß ja.
26:02Das ist ja nicht deine Schuld.
26:04Ich bin der Dussel.
26:05Nein, das stimmt doch gar nicht.
26:08Wenn du so weitermachst, dann muss ich auch gleich heulen.
26:12So.
26:12Ich weiß, es ist nicht die originellste Medizin gegen Liebeskummer.
26:16Aber es hilft wirklich.
26:18Also, Mund auf und runter.
26:22Danke.
26:25Besser.
26:29Herein.
26:32Daniel, hast du kurz Zeit, die Pressemappe für die Porzellanmesse abzunehmen?
26:37Natürlich.
26:38Ich kann mir vorstellen, dass du ziemlich im Stress bist.
26:41Immerhin musst du jetzt deinen Ausstieg aus der Firma organisieren.
26:44Eure Reise.
26:46Ach, ich darf gar nicht dran denken.
26:48Mutter, es ist besser.
26:49Du gewöhnst dich gleich an den Gedanken, dass ich in ein paar Tagen weg sein werde.
26:53Ich habe gerade die Flüge nach Südafrika gebucht.
26:56Was?
26:56In ein paar Tagen schon?
26:58Du weißt doch, wie wichtig die Messe für uns ist.
27:01Es kannst du nicht wenigstens noch so lange bleiben.
27:03Ich habe gerade alles Notwendige an meine besten Mitarbeiter delegiert.
27:06Um den Rest wird Friedrich sich kümmern müssen.
27:09Aber der ist doch gar nicht da.
27:10Bis zur Messe ist er es.
27:12Dann hat er eben etwas mehr Arbeit, wenn er wieder da ist.
27:14Die Mappe ist hervorragend.
27:16Würdest du mich jetzt wieder in Ruhe arbeiten lassen?
27:34Silke ist traurig, weil Daniel und ich glücklich sind.
27:37Und sie ist trotzdem so tapfer.
27:40Ist das Leben so, dass das Glück des einen dem anderen das Herz bricht?
27:58Hallo, Julia.
28:01Jörg!
28:03Es ist schön, dich wiederzusehen.
28:05Überrascht?
28:07Allerdings.
28:07Was machst du denn hier?
28:09Die Geschäfte.
28:10Weißt schon.
28:12Die Lodge gehört ja auch den Grafenbergs.
28:14Und da gab es noch einiges zu klären.
28:16Frederik übernimmt ja jetzt die Firma.
28:19Ja, das ist ja ein Zufall, dass wir uns hier wiedersehen.
28:25Du hast dich damals in Südafrika gar nicht für mir verabschiedet.
28:29Das tut mir leid.
28:30Wir mussten sehr überstürzt abreisen.
28:32Wegen der Krankheit deiner Mutter.
28:35Sie hat es mir erzählt.
28:37Du hast mit meiner Mutter gesprochen?
28:39Ja.
28:40An eurem kleinen Häuschen.
28:43Entschuldige, ich sollte weiterarbeiten.
28:45Verstehe schon.
28:47Ist ja auch eine wichtige Arbeit, die du ja hast.
28:52Julia.
28:53Was hältst du davon, wenn wir uns mal zum Essen verabreden?
28:56Solange ich noch hier bin.
28:59Sei mir nicht böse. Besser nicht.
29:11Kann ich was für Sie tun?
29:23Herr Lefer.
29:24Hallo Tobias.
29:27Sag mal, weißt du vielleicht, wo Christa ist?
29:29Ne, keine Ahnung.
29:31Darf ich?
29:33Tobias, du sollst nicht immer fragen.
29:36Möchtest du ein Stück frischen Kuchen?
29:38Natürlich.
29:39Gerne.
29:41Seid ihr verabredet?
29:42Ja.
29:45Eigentlich hätte Christa schon seit einer halben Stunde hier sein müssen.
29:50Wir wollten an unserem Kochbuch weiterschreiben.
29:56Aber...
29:57...ich will dich damit nicht belästigen.
29:59Schließlich bist du ja nicht ihr Kindermädchen.
30:02Eigentlich typisch, Christa.
30:03Da behalte ich diesmal das Gefühl, dass es sich ernsthaft ändern will.
30:08Danke.
30:09Vielleicht ist ja auch irgendetwas dazwischen gekommen.
30:13Ich jammere ja auch nur so herum.
30:18Weil mir allein nichts einfällt.
30:21Ja.
30:21Ja.
30:22Fantasie hat Christa.
30:23Mhm.
30:24Nur benutzen sie sie meistens dazu, um andere...
30:26Na, lass mir das.
30:28Mhm.
30:31Mhm.
30:33Mhm.
30:33Du kannst alles von mir haben, was diese wunderbare Küche hier ergibt.
30:38Aber...
30:39...das neue Kochbuch bekommst du erst zu sehen, wenn es fertig ist.
30:43Also, wenn es nur halb so gut ist wie dein Pflaumenkuchen, Eva, dann wird es ein Bestseller.
30:49Mhm.
30:56Mutter hat mir erzählt, dass Daniel bereits in ein paar Tagen abreisen will.
31:04Das ist schlimm.
31:06Das ist sehr schlimm.
31:09Ich glaube, wir werden jetzt langsam...
31:13...begreifen, was wir damit verlieren.
31:16Sowohl die Familie als auch...
31:18...die Firma.
31:20Ich kann mir ein Leben ohne Daniel auch nicht richtig vorstellen.
31:24Du wirst mich wohl nicht verraten.
31:26Keine Sorge.
31:28Ich schweige wie ein Grab.
31:30Grab?
31:32Das ist vielleicht gar kein so schlechtes Stichwort.
31:37Vielleicht wäre zwischen Daniel und Frederik...
31:41...alles einfacher gegangen.
31:45Wenn.
31:46An sowas darfst du nicht mal denken, Großvater.
31:52Sehr oft lieb von dir, mein Kind.
31:55Aber man muss daran denken in meinem Alter.
31:59Sterben gehört auch zum Leben.
32:01Man braucht es aber auch nicht heraufzubeschwören.
32:04Und damit ist jetzt auch Schluss.
32:09Du bist eine temperamentvolle junge Dame.
32:12Ich hoffe, du bleibst uns noch eine Weile erhalten.
32:15Und wirst auch nicht einfach weggeheiratet.
32:18Keine Bange.
32:19Ich lasse mich nicht wegheiraten.
32:21Von niemandem.
32:23Und den richtigen...
32:24...findest du in Falkenthal nicht?
32:26Nein, den gibt es hier ganz bestimmt nicht.
32:31Nico, stehen Sie hier einfach nur so rum, oder haben Sie auch mal was zu tun?
32:44Sag mal, wo war denn dieser komische Typ da vorhin?
32:48Was, der Typ mit dem großen Sack auf dem Rücken?
32:50Das war bestimmt der Weihnachtsmarkt.
32:53Der war wirklich ein ganz seltsamer Typ.
32:55Typ. Du meinst bestimmt Jörg.
32:58Er hat sich bei mir nicht vorgestellt. Ich weiß nicht, wie er hieß.
33:00Der ist geschäftlich hier aus Südafrika.
33:02Das ist der Sicherheitschef von Friedrich-Ravenbergs-Lodge.
33:07Oh, Sicherheitschef.
33:08Also, wenn sein Job ist, Leuten Angst einzujagen.
33:11Bei mir ist es ihm gelungen.
33:17Was ist denn?
33:22Ich hoffe, Sie haben eine gute Erklärung
33:24für Ihre heutige Verspätung, Frau Mertens.
33:27Kommen Sie doch mal in mein Büro.
33:46Ich hoffe, du hast mich jetzt nicht nur geküsst, um deine Mutter zu provozieren.
33:49Die haben doch nichts mehr zu verbergen, oder?
33:52Also, wenn du mich auch küsst, ohne was demonstrieren zu müssen, dann verzeih ich dir.
34:03Ich verzeih dir sowieso alles.
34:05Ganz egal, was du angestellt hast.
34:07Ich habe gar nichts angestellt.
34:09Aber ich habe unsere Flüge nach Südafrika gebucht.
34:13Dann geht es jetzt wirklich los.
34:16Und nichts kann uns mehr aufhalten.
34:26Na, mein starker Held des Rasens?
34:28Lust auf eine Runde Nackern?
34:31Was ist da mit dir los?
34:33Ich muss den Rasenmäher reinigen.
34:35Ist da jemand eingeschnappt?
34:37Hör auf damit.
34:39Ich komm schon, Nico.
34:41Du hast ja nicht etwa beleidigt wegen vorhin.
34:44Was soll denn das?
34:47Ich kann ja nicht doof rumlabern.
34:48Ich muss arbeiten.
34:49Deswegen musst du dich noch lange nicht benehmen wie ein...
34:51wie ein...
34:52Idiot.
34:53Das bin ich doch für dich, oder?
34:57Was soll das?
34:58Das hatten wir doch schon lange geklärt, oder?
35:01Wir haben Spaß miteinander,
35:03aber wir sind nicht Daniel und seine Julia, okay?
35:07Warum eigentlich nicht?
35:09Wie?
35:10Warum eigentlich nicht?
35:12Ist doch nicht so schwer zu verstehen.
35:15Weil...
35:15Weil wir anders sind als die beiden.
35:17Darum.
35:18Na dann.
35:21Wir machen unser eigenes Ding.
35:23Wir müssen dem, was wir haben, keinen Namen geben.
35:26Mensch, Patrizia, ich weiß auch,
35:27dass wir keine Beziehung haben.
35:31Ich kann dir zumindest versprechen,
35:32dass solche Sprüche wie vorhin
35:34in Zukunft nicht mehr vorkommen, okay?
35:36Weißt du was?
35:37Ist mir ziemlich egal.
35:39Was soll das jetzt bedeuten?
35:41Das heißt, schönen guten Tag, Patrizia.
35:44Willst du mich jetzt einfach hier so stehen lassen, oder was?
35:49Nico!
35:57Schau mal, so langsam hab ich's drauf,
35:59das neue Muster für die Romantik-Serie.
36:08Ich würde sagen, perfekt.
36:10Gefällt's dir wirklich?
36:12Na ja, das Muster ist Geschmackssache,
36:13aber rein technisch gesehen hast du's hervorragend gemacht.
36:17Was hast du nur gegen die Romantik-Serie?
36:19Nichts, gar nichts.
36:20Silke würde es bestimmt gut tun.
36:22Mein Liebeskummer soll so was Romantisches ja helfen.
36:25Na, ich weiß nicht.
36:26Ob einem da mit einer bemalten Tasse geholfen ist?
36:29Ich auch nicht.
36:30Wahrscheinlich hast du recht.
36:32Ich werd mich auf jeden Fall nie unglücklich verlieben.
36:35So was kann man doch nicht planen,
36:36das passiert halt einfach.
36:41Nee, mir nicht.
36:42Dazu bin ich viel zu schlau.
36:44Und du hoffentlich auch,
36:45oder muss ich mir da etwa Gedanken machen?
36:47Ach, Quatsch.
36:48Ich laufe doch nicht freiwillig in mein Unglück.
36:50Meine Rede.
36:59Hallo?
37:01Mama?
37:02Julia, gut, dass du da bist.
37:04Was ist denn passiert?
37:06Du wirst nicht glauben, wer heute hier war.
37:08Dein Arbeitskollege aus Südafrika.
37:10Jörg Schwarz.
37:11Wer war so wirklich hier?
37:13Ja, er stand plötzlich vor der Tür.
37:15Einfach so.
37:16Was wollte er denn?
37:17Er hat dich gesucht.
37:19Er hat mich auch gefunden.
37:21Was will der denn von dir?
37:23Ach, er wollte in Südafrika mal mit mir ausgehen,
37:25aber ich hab ihm eigentlich klar gemacht,
37:26dass ich nichts von ihm will.
37:28Unheimlich irgendwie.
37:30Und als ich kurz im Haus war,
37:32ist er einfach gegangen.
37:33Ohne ein Wort zu sagen.
37:34Und das hier hat er da gelassen.
37:37Weißt du, was das zu bedeuten hat?
37:42Ach, den hat er bestimmt nur verloren.
37:44Das hat überhaupt nichts zu bedeuten.
37:45Was hältst du denn davon, wenn wir was zusammen essen?
37:48Ich muss nämlich nachher nochmal weg.
37:49Daniel wartet auf mich bei Jan in der Bar.
37:52Einverstanden.
37:53Ich...
37:53Ich hab auch Hunger.
37:56Das war kein Zufall.
37:59Jörg hat diesen Jeton absichtlich liegen lassen.
38:01Er will irgendwas damit bezwecken.
38:04Wenn ich nur wüsste, was.
38:06Ob er mir die Abfuhr immer noch übel nimmt?
38:08Er hat es nie akzeptiert, dass ich nie mit ihm ausgehen wollte.
38:11Wie auch immer.
38:13In ein paar Tagen bin ich weg.
38:15Dann fang ich mit Daniel ein neues Leben an.
38:20Ich hab mir überlegt,
38:22Daniel meine Firmenanteile zu übertragen.
38:26Warum wollen Sie das machen?
38:28Na, vielleicht bringt das ihn zur Vernunft und...
38:30Er bleibt hier.
38:32Sind Sie sicher, dass das der richtige Weg ist?
38:36Sehen Sie, Eva, es ist doch so.
38:38Wenn ich, Daniel, meine Anteile der Firma übertrage,
38:43dann hat er doch mehr Verantwortung.
38:45Mehr Verantwortung und mehr Entscheidungsgewalt.
38:48In dem Unternehmen.
38:52Na?
38:53Meinen Sie, das funktioniert nicht?
38:57Nein.
38:59Nein.
39:01Sehen Sie, Herr Grafenberg,
39:03ich glaube, der Wunsch, Daniels wegzugehen,
39:06hat gar nichts mit der Firma zu tun.
39:09Ich glaube,
39:12das hat viel mehr mit Liebe zu tun.
39:20Aber Sie glauben, ich
39:22kann da gar nichts mehr tun?
39:24Ich fürchte, nein.
39:27Gönnen Sie Ihrem Enkel doch sein Glück.
39:30Er hat es doch verdient.
39:32Er und Julia werden ein wunderbares Leben führen.
39:35Egal, wo Sie sind.
39:37Ist das nicht ein schöner Gedanke?
39:53Du, es werden kaum Stellen angeboten.
39:57Meinst du,
39:59du könntest mal
40:00Andrea fragen,
40:01ob ich deine Stelle im Catering haben könnte?
40:03Klar, das mache ich morgen.
40:04Das wäre doch schön, oder?
40:06Ich spare ein bisschen Geld.
40:08Und wenn du willst,
40:09komme ich euch nächstes Jahr
40:10in Südafrika besuchen.
40:12Du wirst uns immer willkommen sein, Mama.
40:14Weißt du doch.
40:17Erwartest du noch Besuch?
40:19Ja, das ist bestimmt Lilly.
40:20Ich habe sie in der Firma kamen gesehen.
40:27Ja?
40:28Ja, was soll das?
40:32Du kannst ja doch nicht einfach reinplatzen.
40:34Hallo, Julia.
40:35Hübsch.
40:35Habt ihr es her.
40:36Frau Schilling?
40:37Hör mal zu.
40:40Ich möchte deine Gefühle nicht verletzen,
40:42aber mir wäre es wirklich lieber,
40:43wenn du meine Mutter
40:43mich in Zukunft in Ruhe lässt.
40:45Okay?
40:46Also geh jetzt, bitte.
40:48Ich finde,
40:48ich habe ein bisschen mehr Dankbarkeit verdient.
40:50Wofür sollen wir dankbar sein?
40:53Dafür?
40:53Zum Beispiel.
40:57Oh Gott.
40:58Was soll das?
40:59Was haben diese Fotos zu bedeuten?
41:01Ist das nicht offensichtlich, Julia?
41:03Deine Mutter
41:05ist für den Tod eines Menschen verantwortlich.
41:11Wirklich dumme Sache.
41:14Aber ihr beide
41:15müsst keine Angst haben.
41:17Das Band der Überwachungskamera
41:18ist bei mir sicher.
41:19Niemand wird etwas von diesem,
41:21sagen wir mal,
41:21tragischen Unfall in der Lodge erfahren.
41:23Was wollen Sie von mir?
41:25Von Ihnen will ich nichts, Frau Schilling.
41:27Außer vielleicht,
41:28dass Sie Ihrer Tochter gut zureden.
41:30Die muss man nämlich einem Gefallen tun.
41:32Du wirst dich von Daniel trennen.
41:35Julia.
41:36Jetzt.
41:37Sofort.
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