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Kurzfilme
Transkript
00:28Untertitelung des ZDF, 2020
00:58Untertitelung des ZDF, 2020
01:00Das ist ein historischer Moment in der Geschichte der Firma. Lena Czerny kommt zurück.
01:04Mag ja sein. Aber leider hat sich das noch nicht bis Frankfurt rumgesprochen, an der Börse.
01:09Der Kurs dümpelt immer noch bei 8 Euro herum.
01:12Wie kann man in so einem Augenblick nur an Geld denken?
01:14Ich bin kein Künstler wie Sie, Herr Kruse.
01:17Tief in meinem Inneren bin ich immer noch Prokurist.
01:20Aber, da kommt Frau Czerny.
01:27Ich hab die ganze Nacht kein Auge zugetan. Das ist echt zu viel für mich. Sie glauben ja gar nicht,
01:31wie wir...
01:31Jetzt bleiben Sie mal auf dem Boden, Herr Kruse, ja?
01:33Sie haben mir keine Vorstellung, was hier los war. Der Untergang der Titanic war ein Kindergeburtstag dagegen.
01:38Also, wir sehen uns dann nachher im Atelier. Aber jetzt entschuldigen Sie mich, ich werde erwartet.
01:42Morgen, Herr Kunzel!
01:43Morgen! Frau Czerny, eine Bitte hätte ich noch, falls die Sprache auf die letzte Kollektion kommen sollte.
01:48Sie wissen, unter welchem Druck ich stand. Und den versprochenen Trendscout hab ich auch nicht bekommen.
01:52Bis nachher!
02:08ACF-Stange?
02:10Sie ist da! Du kannst deine Kerze ausblasen.
02:14Danke, Leifert.
02:20Mein Gott, Inge, das kann doch nicht so schwer sein. Sprudel, Kaffee, ein paar Kekse.
02:25Wo sind denn überhaupt die Kopien aus der Buchhaltung mit dem letzten Stand der Dinge?
02:28Wir haben hier ja keinen Kopierer. Und Frau Stangl ist eben...
02:31Tag, Frau Czerny.
02:32Tag, hallo.
02:33Hallo, Lena. In dieser Firma klappt so gut wie gar nichts.
02:35Das macht euch doch nicht verrückt. Das ist doch mehr ein Familienstrecken.
02:39Komm.
02:40Und du, schau nicht so, sondern tu was.
02:47Entschuldige, Lena, aber meine Nervenende liegen los.
02:50Ich hab nur zwei Stunden geschlafen, wenn man das Schlaf nennen kann.
02:53Aber warum?
02:55August will Zahlen sehen, und zwar unfrisierte.
02:57Aber in dem Chaos, das hier im Moment herrscht, ist das eine Herkundesaufgabe.
03:00Jetzt vergiss doch mal bitte für einen Augenblick die Zahlen.
03:03Viel wichtiger ist doch, dass wir uns einig sind.
03:06Wie meinst du? Ich dachte, wir sind uns einig.
03:08Ja, ich meine das jetzt auch nicht organisatorisch. Das ist mir egal.
03:12Mir geht's um die kreative Kompetenz. Um die Zukunft, Roland.
03:17Ich meine, wo wollen wir stehen in ein, zwei Jahren?
03:19Was ist unsere Philosophie, unsere Strategie?
03:22So wie's war, kann's ja wohl kaum weitergehen, oder?
03:25Philosophie, Lena. Ich bin froh, wenn genug Geld reinkommt, um die laufenden Kosten, die Löhne und Gehälter zu decken.
03:30Denken kostet kein Geld. Und Visionen sind umsonst. Nur ohne entsteht nichts.
03:36Träume hab ich genug. Albträume.
03:39Es ist so schlimm.
03:41Schlimmer.
03:45Der Mayerbär hat angerufen. Er hat seinen Pfleger verpasst und kommt etwas später.
03:48Und Wilhelm hat auch einen Termin.
03:50Das heißt, wir haben noch ein bisschen Zeit, um uns auf ein gemeinsames Konzept zu einigen.
03:58Wie sind denn jetzt die genauen Zahlen?
04:01Die Saison ist gelaufen, Lena. Wir haben den Zug verpasst. Unsere Umsätze sind auf breiter Front eingebrochen und Birgits High
04:08-End-Kollektion ist genau am Markt vorbeigegangen.
04:12Das war eine falsche Entscheidung, gut. Auch von dir. Aber das ist doch noch lange kein Weltuntergang. Wir werden diese
04:18Entscheidung eben korrigieren.
04:20Und wie?
04:21Wir machen das, was wir am besten können. Gutes Design zu erschwinglichen Preisen.
04:26Wo bleibt denn Frau Stangl mit diesen verdammten Kopien?
04:29Ich gehe rüber und mache sie selber.
04:33Entschuldige.
04:33Ist schon gut.
04:34Ich habe dir nicht zugehört. Was hast du gesagt?
04:36Nein, nein. Ich werde das später weiter ausführen.
04:39Uns steht das Wasser bis zum Hals, Lena. Und wir können nicht da weitermachen, wo du aufgehört hast. Und abgesehen
04:44von uns geht im Moment die ganze Branche den Bach runter.
04:47Entschuldige. Angela, ich bin's.
04:50Hast du es dir überlegt? Muss das jetzt sein?
04:53Ich muss in ungefähr einer halben Stunde vor versammelter Mannschaften ein neues Konzept präsentieren. Die Frage ist, ob du mitziehst
04:59oder nicht.
04:59Warum fragst du überhaupt? Ist doch deine Boutique.
05:02Das ist sie nicht. Es ist deine Boutique. Wann kapierst du das endlich? Ich bin nur sowas wie ein stiller
05:07Teilhaber.
05:08Das hast du mir gestern schon gesagt und ich verstehe es immer noch nicht.
05:11Du hast mir den Laden finanziert und bei den ganzen Klamotten, die hier hängen, hast du mir auch geholfen. Also
05:16was soll das?
05:16Die Frage ist, willst du, dass du oder wir mit der Lidl-Kollektion, mit der ACF mitziehen, ja oder nein?
05:25Wolfgang!
05:26Angela, was ist denn los mit dir?
05:28Nichts. Das kommt alles einfach nur so überraschend.
05:31Warum machst du nicht einfach, was du für das Beste hältst?
05:34Angela!
05:47Es tut mir leid, es ging nicht schneller.
05:48Schon gut. Wir spüren nun mal wieder alle verrückt.
05:51Ja.
06:02Endlich, Herr Doktor. Ich bin so froh, dass Sie wieder da sind.
06:07Danke, danke, Frau Stange. Ist denn die Frau Czerny schon da?
06:09Ja, ich denke, rütteln in der Villa. Das Meeting ist verschoben. Herr Meyerbeer hat seine Maschine nach München verpasst.
06:15Und der Althofer Senior wird sich auch verspäten.
06:17Es ist also alles beim Alten geblieben. Das hätten wir ewig Zeit. Dankeschön.
06:29Jedenfalls haben Roland, Althofer und Herr Kuss mal die ganze Nacht durchgearbeitet, um die echten Zahlen zu ermitteln.
06:34Dort liegt eine Kopie für Sie.
06:38Was die Betriebsversammlung betrifft, ich habe einen Anschlag als schwarze Fett gemacht.
06:4316.30 Uhr, kurz vor Feierabend.
06:45Herr Wieland meint, er kann nicht alle Mitarbeiter entbehren, aber doch die meisten.
06:52Ja, sieht nicht gut aus.
06:55Hoffentlich war Herr Meyerbeer diesmal erfolgreicher in Frankfurt.
06:58Ohne einen neuen Kredit kommen wir diesen Monat nicht über die Runden.
07:05Auf jeden Fall freut sich die ganze Belegschaft, dass Sie wieder da sind.
07:08Ich habe mir erlaubt, Ihnen ein paar Blumen.
07:12Ach so. Ja, vielen Dank.
07:16Ich fürchte aber, dass die an mich irgendwie verschwendet sind.
07:19Warum stellen Sie sie nicht zu sich rüber und machen uns einen starken Kaffee?
07:23Der müsste schon durch sein.
07:24Prima.
07:26Ja, es gibt viel zu tun. Packen wir es an.
07:30Verbinden Sie mich bitte zuerst mal mit Wasserburg und dann zitieren Sie diesen jungen Computerfritzen zu mir.
07:34Oh, dem hat Roland Althofer schon gekündigt.
07:36Sie wollen die Blumen wirklich nicht?
07:38Nein.
07:39Aber sehr lieb von Ihnen. Vielen Dank.
07:42Ach, wissen Sie zufällig, ob Felix Althofer wieder auf dem Damm ist?
07:46Leider nicht.
07:48Eine Einladung zum Meeting hat er aber bekommen, soviel ich weiß.
07:53Laut seiner Frau soll es ihm schon wieder ganz gut gehen.
07:56Na, hoffen wir es.
07:58Ohne Vertriebsleiter läuft hier jedenfalls gar nichts.
08:01Dankeschön.
08:03Ähm, warum rufen Sie denn nicht mal bei ihm an und erruieren die Lage?
08:06Falls er nicht kommen müssen, müssen wir uns irgendeine andere Lösung einfallen lassen.
08:19Felix!
08:21Ja, Althofer?
08:22Frau Stangel!
08:24Danke der Nachfrage.
08:25Gestern war ich sogar zum ersten Mal wieder im Städtchen und habe mit Roland ein Bier getrunken.
08:29Himmel, Nathalie!
08:30Frau Stangel, ich habe Sie doch gebeten, Felix in Ruhe zu lassen. Er wird nicht kommen.
08:35Nathalie!
08:36Das ist mir egal. Von mir aus kann die ganze Firma den Bach runtergehen, bevor ich zulasse, dass mein Mann
08:40sich umbringt.
08:42Wie? Daran kann ich auch nichts ändern.
08:45So. Und du ziehst dich wieder aus.
08:49Und legst dich ins Bett. Los!
08:50Nathalie, hör auf. Ich bin okay. Und die brauchen mich jetzt in der Firma.
08:55Du bist nicht okay. Und die Firma muss ohne dich auskommen. Vorerst wenigstens.
09:02Bitte, Felix, tu mir das nicht an, ja?
09:04Es ist ein Wunder, dass alles so gut gegangen ist. Also mach es jetzt nicht kaputt.
09:09Ob ich im Bett sitze oder auf einem Stuhl in einem Meeting, wo ist der Unterschied?
09:14Nur im Bett werde ich verrückt und in der Firma kann ich mich wenigstens etwas nützlich machen.
09:19Du bleibst hier. Ich werde die Tür abschließen und den Schlüssel dem Hausmeister geben.
09:24Und wenn du schön brav bist, dann gehen wir Pizza essen heute Abend.
09:30Abschließen? Nathalie!
09:31Tschüss!
09:35Nathalie!
09:43Nathalie!
10:12Für die Bäder finde ich vielleicht nicht so gut.
10:16Ja?
10:17Ich bin's, Wörter. Gut, dass ich dich noch erwische.
10:20Felix!
10:22Du gehst doch zu dem Meeting in die Firma heute, oder?
10:25Ja, natürlich. Warum?
10:27Würde es dir was ausmachen, mich abzuholen?
10:29Ja, Moment. Du willst gehen? Traust du dir das schon zu?
10:36So ein Meeting wird mich schon nicht umbringen und Lena braucht mich jetzt.
10:41Ich weiß nicht.
10:42Bitte, mach jetzt keinen Aufstand. Mir fällt hier die Decke auf den Kopf.
10:47Und ich will wissen, wie es weitergeht in der Firma.
10:50Felix, ich kann dir doch das Meme heute Abend vorbeibringen, nach der Betriebsversammlung.
10:55Ich will dabei sein, verstehst du das nicht? Also bitte!
10:58Hol mich ab, ja?
11:00Den Schlüssel hat Nathalie beim Hausmeister hinterlegt.
11:03Beim Hausmeister? Wieso denn das?
11:06Weil sie mich mit Gewalt hier festhalten will. Also, du kommst, ja?
11:09Also Felix, wenn deine Frau es für nötig hält, dich noch nicht auf die Menschheit loszulassen, dann finde ich...
11:17Felix!
11:35Wer hätte gedacht, dass wir beide zusammen nochmal was Neues anfangen?
11:41Wie heißt es so schön? Die Zeit heilt alle Wunden. Und wir waren ja beide noch nie besonders nachtragend.
11:49Gibt's Probleme mit Felix?
11:50Nein, nein. Es ist alles in Ordnung. Er ist ungeduldig.
11:56Ich kenne das ja aus eigener Erfahrung. Wenn man so einen Eingriff hinter sich hat, da will man sich beweisen,
12:03dass man noch am Leben ist.
12:04Na dann.
12:11Also, was meinst du nun?
12:14Na, jetzt wo Felix über dem Berg ist und Lena und Roland sich einig zu sein scheinen, könnte ich mich
12:24eigentlich neuen Aufgaben widmen.
12:26Und Hedda? Und dein Enkel?
12:29Hedda hat ihren August und den Enkel sehe ich auch nur, wenn der Babysitter nicht kann. Nein, nein.
12:36Mein Feld ist hier bestellt, wie man so schön sagt.
12:40Und du wirst ja nichts dagegen haben, wenn ich ab und zu Besuch aus Augsburg bekomme.
12:45Ich müsste gehen.
12:46Oh, ich auch. Ich habe einen Termin beim Nachlassverwalter.
12:49Aber so am Mittag bin ich wieder zu Hause. Rufst du mich an?
12:53Ich weiß nicht, ob ich es bis dahin schaffe, es meiner Familie schonend beizubringen.
12:57Aber in spätestens einer Woche sage ich dir Bescheid. Einverstanden?
13:00Einverstanden.
13:34Ruf halt einen Hausmeister an.
13:37Ich kann jetzt unmöglich weg. Gleich trudelt Meierbär hier ein und dann...
13:40Moment, bleib dran.
13:42Ist Roland da?
13:43Ja.
13:44Aber Frau Czerny ist bei ihm und Sie wollen...
13:46Frau Althofer!
13:48Das war deine Frau. Ich mache jetzt lieber Schluss. Tschüss.
13:52Natalie, was ist mit Felix? Der wollte doch auch kommen.
13:54Er wird nicht kommen. Nicht heute und auch nicht morgen.
13:57Vier Wochen hat der Arzt gesagt.
13:58Und ich möchte dich bitten, ihn in Ruhe zu lassen. Und du bitte auch, ja?
14:02Was ist denn los?
14:04Euer Bruder ist mal gerade so am Tod vorbeigeschrammt.
14:07Und ich will ihn nicht verlieren.
14:08Ist das so schwer zu begreifen?
14:10Natalie, es geht ihm doch gut, oder?
14:11Jetzt übertreib's mal nicht. Niemand will Felix übermäßig strapazieren.
14:15Aber wir brauchen ihn, sonst müssen wir seine Stelle neu besetzen.
14:17Keine Firma kann monatelang ohne funktionierenden Vertrieb auskommen. Das geht nicht.
14:21Felix hat den Kahn doch nicht in den Dreck gefahren. Das warst du. Du und Birgit.
14:26Also, zum letzten Mal. Lasst ihn in Ruhe gesund werden.
14:30Sonst, sonst flippe ich irgendwann richtig aus.
14:33Natalie!
14:36Ich ruf ihn mal an.
14:37Nein, lass doch.
14:39Es hat doch Felix zu entscheiden und nicht sie.
14:40Aber doch nicht über Nathalies Kopf hinweg.
14:45Bitte nicht, Roland.
14:48Ich gehe heute Abend bei ihm vorbei und informiere ihn.
14:50Wenn du willst, kannst du ja mitkommen.
14:52Wenn sie uns überhaupt zu ihm lässt.
14:55Nein, ich glaube, wir brauchen einen neuen Mann im Vertrieb.
14:58Die wachsen aber nicht auf den Bäumen.
15:07August!
15:14Also, wie besprochen.
15:15Du machst deinen Rechenschaftsbericht und ich verkaufe ihm unser neues Konzept.
15:19Falls er mit leeren Händen aus Frankfurt zurückkommt, können wir uns die Mühe sparen.
15:22Dann lassen wir uns eben was Neues einfallen.
15:24Jetzt gib doch nicht immer so schnell auf.
15:29Ich weiß auch nicht.
15:31Seit Birgit.
15:34Wie geht's ihr denn?
15:35Schlecht!
15:40Ich mach mir da keine Hoffnungen mehr.
15:43Trotzdem, Roland.
15:44Wenn wir aufgeben, ist keinem geholfen.
15:46Auch Birgit nicht.
15:50Tag zusammen.
15:52Wir haben nur auf Sie gewartet.
15:54Inge?
15:56Sag bitte drüben Bescheid, dass wir jetzt so weit sind.
16:05Und?
16:06Nun sagen Sie schon, was meint die Bank?
16:10Fehlernzeige.
16:14Kein Kredit.
16:16Ich habe alle Register gezogen, glaub mir.
16:19Aber mit eurer Bilanzfrisierei habt ihr jeden Vertrauensvorschuss verspielt.
16:26Tja.
16:28So ist das.
16:30Scheiße.
16:33Marion, ich muss dir was erzählen.
16:38Tag, Herr Dr. Holzklecht.
16:40Tag, Herr Althof.
16:42Schön, dass Sie wieder in der Firma sind.
16:43Ich wollte eigentlich zu Marion.
16:45Ja, Frau Stammel ist gerade noch was für mich erledigen.
16:47Ach, das ist auch nicht so wichtig.
16:49Sie wirken ja nicht gerade optimistisch.
16:52Ja, es sieht auch nicht gut aus.
16:54Haben Sie die Zahlen gesehen?
16:56Nein.
16:57Keine Firma kann es sich leisten, eine ganze Saison in Sand zu setzen.
17:00Und die Kollektion von Frau Mayerbeer ist ein absoluter Flop.
17:03Was ist denn mit dem Umsatz aus der Stoffproduktion?
17:07Das gibt gerade die Unkosten für Augsburg, aber nicht für Wasserburg.
17:11Aber ich fürchte, wir sind ein bisschen spät dran, wir sollten los.
17:14Ja, Sie haben recht.
17:18Ich bin ein bisschen alt.
17:23Ich bin ein bisschen glömischer, ich vermf Holz, aber nicht für Wasser und der Halbeuter.
17:27Aber ich bin ein bisschen IDEich.
17:27왜 so tun kann.
17:37Aber ich bin Deen, weil ich 3 sowas bes Sache doch.
18:12Musik
18:13Wirklich, Herr Wieland. Sie müssen doch wissen, dass in einem Betrieb immer geredet wird und dass in der Regel die
18:18Hälfte davon maßlos übertrieben ist.
18:21Trotzdem würde ich das lieber von Dr. Rolst nicht persönlich bestätigt haben.
18:24Ja, dann müssen Sie halt warten, bis er aus dem Meeting zurück ist.
18:28Ja, und wann soll das sein?
18:30Fragen Sie mich was Leichteres.
18:34Frau Stangel.
18:35Ich weiß es nicht, Herr Wieland. Ich weiß auch nicht, ob er dann Zeit für Sie hat.
18:40Wieso warten Sie nicht bis zur Betriebsversammlung, wie alle anderen auch?
18:44Na gut, nur, wer den Leuten erklären will, wie wir bei den Stückzahlen über die Runden kommen wollen, da bin
18:49ich gespannt.
18:51Hab ich recht?
18:56Was hat er?
18:56Ja, die Leute machen sich halt Sorgen, wo nur noch eine Schicht läuft in der Weberei.
19:02Glaubst du, Lena und Dr. Holst nicht kriegen das wieder hin?
19:05Nicht ohne eine kräftige Finanzspritze aus Frankfurt.
19:09Nun, einschreiben aus Köln.
19:12Ich glaube, das bringe ich lieber gleich selber rüber.
19:15Wenn schon mal die ganze Führungsspitze versammelt ist.
19:19Vielleicht bieten Sie uns ja neue Boutiquen an.
19:21Dann wäre der Auftragsmangel in der Weberei behoben.
19:24Schade, Ewald.
19:25Ich weiß nie mehr, ob es dir um die Firma geht oder nur um deine Aktien.
19:29Marion!
19:44Ja, sowas, Herr Althofer.
19:47Sind Sie wieder gesund?
19:49Na ja, Bäume ausreißen kann ich noch nicht.
20:10Herr Althofer!
20:14Ich dachte...
20:14Tja, Frau Stangl, so kann man sich täuschen.
20:17Aber verpetzen Sie mich nicht bei Nathalie, sonst fesseln Sie mich das nächste Mal mit Handschellen ans Bett.
20:22Wie geht's Ihnen denn?
20:23Gut, aber ersparen Sie mir bitte die Details, sonst schlafen Sie schlecht heute Nacht.
20:29Jedenfalls bin ich wieder auf dem Damm und brenne vor Tatendrang.
20:31Also, was gibt's Neues hier?
20:33Und ich meine damit nicht den offiziellen Klatsch und Tratsch.
20:36Ich brauche Ihre Exklusivinformation aus den Chefetagen.
20:41Da muss ich Sie enttäuschen.
20:43Na ja, Dr. Holzknecht ist wieder da und er hat gerade sein Büro gezogen.
20:46Aber das wissen Sie bestimmt schon.
20:49Ansonsten herrscht verhaltene Zuversicht.
20:51Mehr weiß ich auch nicht.
20:53Jedenfalls freue ich mich, dass Sie wieder da sind.
20:55Mit Ihnen, Frau Czerny und Dr. Holzknecht.
20:58Da muss es ja wieder aufwärts gehen.
21:00Darauf können Sie sich verlassen, Frau Stangl.
21:02Also, an die Arbeit. Bis später.
21:04Wiedersehen.
21:06Ach, Moment, Herr Althofer!
21:08Was ist?
21:09Den hätte ich fast vergessen.
21:12Kam eben wieder Post.
21:25Ist was mit den Boutiquen?
21:29Sagen wir, die Herausforderung ist doch größer geworden.
21:32Aber der Mensch wächst ja mit seinen Aufgaben.
21:51Felix!
21:52Sind die Herrschaften alle da drin?
21:54Ja.
21:55Was hast du?
21:57Ich brauche Minimum vier bis sechs Wochen.
22:00Felix!
22:01Setz dich lieber wieder hin, Vater.
22:04Die Boutiquen.
22:05Man hat uns den Vertrag gekündigt.
22:07Was?
22:13Sehen wir uns gezwungen, den Vertrag zum Quartalsende zu kündigen?
22:17Aber das können die doch nicht machen.
22:18Klar können die das.
22:20Die sind am Umsatz beteiligt.
22:22Und wenn kein Umsatz da ist?
22:25August.
22:27Also, wenn das hier eine Brauerei wäre, dann würde ich Insolvenz anmelden.
22:31Jetzt mal den Teufel nicht an die Wand, August.
22:33Wegen läppischer fünf Millionen.
22:35Das kann doch nicht wahr sein.
22:37Läppisch ist gut.
22:39Sind schon Firmen wegen viel weniger den Bach runtergegangen.
22:43Also, Moment mal.
22:44Ich finde, wir sollten uns das nicht gefallen lassen.
22:47Ich fahre nach Köln und rede mit denen.
22:48Wenigstens bis zur nächsten Saison müssen die uns Zeit geben.
22:51Was nützen uns die Boutiquen, wenn wir nicht zu verkaufen haben?
22:55Also, ich habe mein Pulver verschossen.
22:58Und ich bin todmüde.
22:59August, ich fahre dich gleich.
23:03Ich könnte versuchen, Max Römer zu erreichen.
23:10Vielleicht kann er uns irgendwo einen Kredit beschaffen.
23:12Selbst wenn, dann doch sicher nicht von jetzt auf gleich.
23:15Und um halb fünf ist die Versammlung, auf der wir Farbe bekennen müssen.
23:18Ja, dann würde ich sagen, wir treffen uns alle um drei wieder hier.
23:20Ohne mich.
23:22Wie habt ihr euch denn das gedacht?
23:24Nachher auf der Versammlung.
23:25Naja, ich wollte kurz den Ernst in Lager skizzieren und dann mit Lena das Konzept für die nächsten Jahre vorstellen.
23:30Aber jetzt...
23:32Hast du denn ein Konzept?
23:34Wir haben uns übernommen und jetzt müssen wir zurückstecken.
23:38Aber das muss kein Nachteil sein.
23:40Im Gegenteil.
23:43Bis später.
23:51Hey, voll gerade zu dir.
23:52Ich muss drüben nach Hause. Felix meldet sich nicht.
23:54Der ist drüben in der Villa.
23:56Was?
23:57Hier mit Roland im Meeting.
23:59Lena!
24:00Nathalie, jetzt beruhig dich.
24:03Du kannst doch nicht erwarten, dass Felix untätig rumsitzt, während hier unsere Existenz auf dem Spiel steht.
24:08Dann stimmt es also, was die Leute sagen.
24:10Ja.
24:11Aber wenn wir alle zusammenhalten und wir ein bisschen Glück haben, dann schaffen wir das.
24:15Bitte komm, ich muss mit dir reden.
24:18Ist Emma auch um?
24:19Ja.
24:20Ach, kannst du Fuse dazu holen?
24:22Ich telefoniere in der Zwischenzeit.
24:31Lena!
24:32Oh, hallo Emma.
24:33Hallo.
24:34Du, das ist der erste Lichtweg seit langem, dass du wieder da bist.
24:38Danke.
24:38Aber freu dich nicht zu früh.
24:39Es wird viel Arbeit geben.
24:41Ja, umso besser.
24:43Ja.
24:58Max Römer.
24:59Ja, Max, hier ist Lena.
25:01Wo bist du?
25:03Bitte ruf mich dringend zurück.
25:04Wir brauchen dich hier.
25:05In der Firma.
25:31Hallo, das ist Max Römer, Answering Machine.
25:34Ich bin sorry nicht zu sein, aber bitte eine Message nach dem Beep.
25:37Ich bin sorry nicht zu sein, aber ich bin sorry nicht zu sein.
26:04So.
26:05Und wir gehen jetzt ins Stofflager und checken, was wir für Möglichkeiten haben.
26:09Stofflager?
26:10Wir müssen versuchen, in vier bis sechs Wochen eine neue Kollektion auf die Beine zu stellen.
26:14Spinnst du?
26:14Ja, nur so weit, dass wir die Modelle über die Internet-Boutique vorstellen und anbieten können.
26:19Kommst du mit, Emma?
26:19Ich habe im Stofflager, das sind doch nur die...
26:21Richtig.
26:22Die gesamten Althoferstoffe.
26:24Wenn wir es nicht schaffen, daraus was Kreatives zu machen, dann haben wir unseren Beruf verfehlt, oder?
26:28Also.
26:38August, ich musste noch was mit dir besprechen.
26:41Also wenn du mich um Geld anpumpen willst, das kannst du vergessen.
26:45Wir haben schon genug in diese Firma gesteckt.
26:47Nein, nein.
26:48Es geht um mich.
26:51Sylvia hat sich bei mir gemeldet.
26:53Wer?
26:53Meine zweite Ex.
26:55Und ich habe mich auch mit ihr getroffen.
26:57Ach, um die wegen?
27:03Sie hat ein Hotel gehabt, auf Mallorca, und sie hat mich gefragt, ob ich mit ihr zusammen
27:09das Hotel leiten will.
27:12Mallorca?
27:13Ja, keine von diesen Bettenburgen.
27:16Nur 40 Zimmer, eine umgebaute Finca.
27:21Sag doch was.
27:22Was soll ich denn sagen?
27:24Wie ich dich kenne, hast du dich doch längst entschieden.
27:26Nein, nein, habe ich nicht.
27:32Ist das nicht komisch?
27:35Was?
27:37Na, wie das alles so gekommen ist.
27:40Ich sitze hier mit deiner Firma am Hals und deiner Ex-Frau und du reitest in den Sonnenuntergang
27:48mit Ex-Nummer und so.
27:51Und ich kann sehen, wo ich bleibe.
27:53Ach so.
27:54Wenn du das so siehst.
27:56Na ja.
27:57Mach du nur, was du willst.
27:59August.
28:01Sag einen guten Grund.
28:03Und ich bleibe.
28:06Wilhelm.
28:08Wenn ich die Chance hätte, irgendwo nochmal von vorne anzufahren.
28:14Ich würde es tun.
28:17Aber ich kann Birgit nicht allein lassen.
28:21Da, komm, und jetzt lass uns fahren.
28:23Ich will nach Haus.
28:29Lena will das gesamte Programm zurückfahren.
28:33Fragen Sie mich nie, wie.
28:34Einfacher, bescheidener, meint sie.
28:38Das mit den Boutiquen damals war einfach ein Fehler.
28:41Nein, wieso denn?
28:42Außer den Mietkosten war da überhaupt kein Risiko dabei.
28:45Eigene Boutiquen hätten wir uns nie leisten können.
28:47Und nur übers Internet verkaufen?
28:49Das geht nicht.
28:49Also, wir brauchen für das erste zwei Millionen.
28:53Und dann später nochmal drei bis vier, bis zum Anfang der nächsten Saison.
28:59Falls Frau Tscherni bis dahin eine neue Kollektion auf die Beine stellt,
29:02dann können wir es schaffen.
29:05Ist sie nicht gut, Felix?
29:06Nein, nein, es ist nur die Narbe.
29:09Selbst wenn sie es schaffen sollte, was ein Wunder wäre,
29:11ist das noch immer keine Garantie, dass die Kollektion ein Erfolg wird.
29:15Ich gehe davon aus, dass Lena weiß, was sie tut.
29:18Gut. Also, bis jetzt zumindest hat sie den Markt und die Trends immer richtig eingeschätzt, oder?
29:23Herr Doktor, darf ich Sie mal was fragen?
29:25Bitte.
29:26Lena und Sie bahnt sich da was an.
29:29Also, ich habe nichts dagegen, im Gegenteil.
29:34Sagen wir,
29:37Lena war der einzige Grund, weshalb ich mich für Althofer entschieden habe.
29:41Damals und heute auch wieder.
29:45Erstens vertraue ich ihrer Kompetenz und ihrer absoluten Integrität.
29:50Und zweitens sind wir in den letzten Wochen gute Freunde geworden.
29:54Reicht Ihnen das als Antwort?
29:56Alle mal.
29:58Felix!
30:00Wir müssen Sie an den Arzt stellen.
30:02Nein, ich komme schon allein klar.
30:04Setz dich hin, komm.
30:05Dann gib mir ein Glas Wasser.
30:08Soll ich Sie nach Hause fahren?
30:09Machen Sie kein Theater, es ist nur die Wunde.
30:12Du fährst jetzt nach Hause und legst dich hin, ja?
30:14Okay.
30:17Mensch, gucken Sie nicht so.
30:20Entschuldigen Sie aber...
30:21Ich weiß genau, was Sie denken.
30:22Sie denken, der Felix Althofer ist erledigt und es muss ein neuer her.
30:25Aber damit warten Sie gefälligst, bis ich unter der Erde bin, ja?
30:29Felix!
30:30Bis sich ein neuer Mann eingearbeitet hat.
30:32Das dauert Monate.
30:33Und meine guten Kontakte und Beziehungen in der Branche wird er nie im Leben einfädeln können.
30:37Ihr braucht mich.
30:40Also, akzeptieren Sie das.
30:49Das bin ich gewohnt, aus der Not eine Tugend zu machen.
30:52Damals in meiner Boutique in München habe ich nur Restbestände aufgekauft.
30:55Was anderes konnte ich mir gar nicht leisten.
30:57Wenn Wieland es erfährt, flippt er mal wieder aus.
30:59Dann sind ja die Maschinen gar nicht ausgelassen.
31:00Die paar Wochen, dann müssen Sie halt ein bisschen kürzer treten.
31:03Kurzarbeit.
31:03Besser als arbeitslos.
31:05Felix wird die Stoffproduktion schon ankurbeln.
31:07Und ich bin sicher, dass wir das Geld von der Bank kriegen.
31:09Max Römer hat bis jetzt immer zu uns gehalten.
31:11Bist du wirklich sicher?
31:12Ich meine, ihr habt euch ja nicht gerade im besten Einvernehmen getrennt.
31:15Geht ihr schon mal vor, ich komme gleich nach.
31:21Hallo.
31:22Wir waren gerade im Lager.
31:24Da ist genug interessante Ware für die Kollektion.
31:26Und wir sparen Zeit.
31:27Sehr gut.
31:28Hast du Römer erreicht?
31:30Ich habe ihm auf den Mailbox gesprochen.
31:32Er meldet sich.
31:33Er fragt sich nur wann.
31:35Ja, keine Ahnung.
31:36Dann lass uns die Versammlung lieber absagen.
31:38Wieso?
31:40Weil wir ihn nicht zu bieten haben.
31:42Außer eine Bestandsaufnahme, die miserabel ausfallen wird und nur böses Blut schaffen wird.
31:47Die werden Roland Steinigen, wenn ihm das volle Ausmaß der Misere klauen wird.
31:50Also an der Misere sind wir nicht ganz unschuldig.
31:53Nein, Lena.
31:54Den schuze ich mir nicht an.
31:55Ja, du vielleicht nicht.
31:56Aber ich.
31:57Ich habe mich mal wieder viel zu sehr von meinen persönlichen Gefühlen leiten lassen.
32:00Ich hätte die Firma nicht im Stich lassen dürfen.
32:03Und ich werde alles tun, um diesen Fehler wieder gut zu machen.
32:07Das ist er jetzt bestimmt.
32:10Chani?
32:12Nein, dann ist er sich verweht.
32:14Ja, macht nichts.
32:17Verweht.
32:19Tja, Fehlanzeige.
32:21Dann lass uns wirklich absagen.
32:23Wir würden die Mitarbeiter nur unnötig verunsichern.
32:26Und nächste Woche wissen wir mehr und wir hätten auch Zeit, Alternativen zu checken.
32:29Ja, na gut.
32:32Ich muss mich mal wieder um Florian kümmern.
32:34Ich kann ihn nicht ewig bei Hedda packen.
32:38Dann, äh, bis morgen?
32:40Ja, klar.
32:42Bis morgen.
32:44Moment.
32:46Du solltest vielleicht Frau Althofer Bescheid sagen.
32:50Felix geht's, glaube ich, nicht sonderlich gut.
32:52Wie?
32:52Er hat es vorhin zusammengeklappt und dann gleich nach Hause.
32:56Er will natürlich nicht, dass seine Frau das erfährt, aber ich denke schon, sie müsste es wissen.
33:00Danke.
33:18Na, habt ihr noch was gefunden?
33:20Ja, brauchbare Stoffe sind schon dabei.
33:22Ich meine, wir haben ja damals keine Schund hergestellt.
33:26Trotzdem ist es mir noch schleierhaft, wie Lena daraus einen neuen Trend kreieren will.
33:29Ach, Lena, fällt immer was ein.
33:31Hoffentlich.
33:33Aber sag ja, warum bist du vorhin so schnell verschwunden?
33:35Ich musste telefonieren.
33:37Außerdem reicht's doch, wenn ihr drei euch über Stilfragen unterhaltet.
33:41Da muss ich nicht auch noch dabei sein.
33:43Aber natürlich.
33:44Du bist doch hier nach wie vor die Frau mit der meisten Erfahrung.
33:47Und genau das brauchen wir, wenn wir aus dem Nichts heraus eine Kollektion aus dem Boden stampfen wollen.
33:53Was nützt uns denn das schönste Design, wenn wir es nicht umsetzen und produzieren können?
33:57Ach was.
33:58Hat mich bisher jemand gefragt.
34:00Herr Kruse etwa.
34:01Na nein, ich bleib lieber hier und mach das, was mir auf den Tisch gelegt wird.
34:07Außerdem weiß ich sowieso nicht, wohin das noch alles führen soll.
34:10Ich hab vorhin Paul getroffen.
34:12Und als ich ihm gesagt hab, dass die neue Kollektion mit alten Stoffen produziert wird,
34:15da ist er ganz schön ausgerastet.
34:17Die haben drüben sowieso fast nichts zu tun.
34:19Was?
34:20Du hast es ihm gesagt?
34:22Ach, Emma.
34:23Wieso?
34:24Ist doch die Wahrheit.
34:25Und bis sich jemand von der Geschäftsleitung dazu durchringt, denen in der Produktion Bescheid zu sagen.
34:31Ach.
34:31Na ja, vielleicht hast du recht.
34:33Ich hoffe nur, du hast jetzt nicht alle Pferde scheu gemacht.
34:47Bitte sagen Sie überall Bescheid.
34:48Die Betriebsversammlung ist auf nächste Woche verschoben.
34:51Das wird aber nicht gut ankommen bei der Belegschaft.
34:54Ich kann's nicht ändern.
34:57Ich mach erst ein paar Telefonate und dann diktier ich Ihnen einige Zeilen für schwarze Brett.
35:20Ja, Frau Meyerbeer, kann ich kurz mit August sprechen?
35:23Moment.
35:25August, Telefon!
35:28Was ist denn passiert?
35:30Ich meine, August ist ziemlich deprimiert.
35:32Nun ja, es gibt doch wenig Grund zu Optimismus.
35:35Ich glaube nicht, dass das mit der Firma zu tun hat.
35:38Da hat er ein ziemlich dickes Fell.
35:40Hat der Krach mit Wilhelm gehabt?
35:42Was?
35:42Nein, nicht, dass ich wüsste.
35:45Wie viel?
35:47Ja?
35:49Ich wollte dir nur sagen, dass wir uns entschlossen haben, die Betriebsversammlung auf nächste Woche zu verschieben.
35:54Ach, und du glaubst, nächste Woche stehen wir besser, ne?
35:57Na ja, so Gott will, ja.
35:59Also, auf den würde ich mich nicht verlassen.
36:01Ja, so wörtlich habe ich das nur auch nicht gemeint.
36:04Sag mal, hast du heute Abend schon was vor?
36:06Nee.
36:07Warum?
36:08Ich hätte ja Lust, mich zu getrinken, aber alleine macht das wenig Spaß.
36:12Ja, eine Stimmungsjustierung könnte ich gut vertragen.
36:14Wann und wo?
36:16Ah, sehr gut, ja.
36:18Also, bis dann.
36:22Stimmungsjustierung?
36:22Bitte, sag das Essen mit Röhrigs ab.
36:24Ich habe was anderes vor.
36:26August!
36:28Du sag mir endlich, was in dich gefahren ist.
36:29Ich bin deine Frau und nicht dein Mülleimer.
36:32Aber Mülleimer, entschuldige mal.
36:34Ja, ich kriege immer nur die Reste deiner Gedanken mit und das ist mir zu wenig.
36:38Also bitte, wie du willst.
36:40Aber ich warne dich.
36:42Denn auch hier gilt der alte Spruch, weniger ist mehr.
36:45Rädt schon.
36:48Wilhelm geht nach Mallorca und übernimmt ein Hotel.
36:52Was?
36:53Und jetzt rate mal, mit wem?
36:55Mit wem?
36:57Mit deinem Scheidungsgrund.
37:00Nein, mit Silvia?
37:03Der ist ja verrückt.
37:04Also, wenn dir jetzt auch nach einem kräftigen Schluck zumute sein sollte,
37:08dann bist du herzlich eingeladen.
37:10Oder, entschuldige, musst du babysit?
37:13Nein, Lena holt ihn nach Feierabend ab.
37:15Gut.
37:17Also, dann Prost.
37:45Wenn Sie 10.000 Blit haben.
37:46Felix!
37:47500 Meter drauf.
37:49Oh, no.
37:51Sehr gut.
37:53Dann sehen wir uns spätestens bei der Premier Vision in Paris.
37:56Ich bedanke mich.
37:58Alles Gute, Ihnen auch.
38:00Was machst du da?
38:03Ich hab mal auf die Schnelle fast 80.000 Meter Textilien vom Feinsten unter die Leute gebracht.
38:08Und dann hab ich noch mit Manuela Pfister gesprochen, der Chefeinkäuferin von Merkenthaler und Andee.
38:14Hey, wir kennen uns ja von diversen Messen und ich hab ihr was vorgeweint von wegen meinem Zustand und dass
38:19wir keine Boutique mehr haben.
38:21Sie hat mir versprochen, deine nächste Kollektion anzuschauen.
38:24Und falls sie ihr gefällt, könnte es gut sein, dass wir in der einen oder anderen Filiale von M&A
38:29demnächst eine ACF-Boutique eröffnen können.
38:32Und jetzt seid ihr dran.
38:38Und da bist du wohl auch noch stolz drauf.
38:40Was war los in der Firma?
38:42Hat Roland gepetzt.
38:44Typisch.
38:45Jetzt rät schon.
38:48Die Narbe tut manchmal noch weh.
38:49Ist doch normal.
38:50Wenn man bedenkt, was sie da alles aufgeschnitten haben.
38:52Ich sah aus wie ein Stick-Tatar.
38:55Ich bin okay, Nathalie.
38:58Und ich muss was tun, sonst schreiben die mich ab in der Firma.
39:01Aber wir schaffen das.
39:02Oder, Lena?
39:03Wir haben eine Woche, das Geld aufzutreiben.
39:06Du legst dich jetzt trotzdem ins Bett.
39:07Und ich muss Florian abholen.
39:09Bis morgen dann.
39:10Und danke nochmal, ja?
39:11Tschüss.
39:12Schon gut.
39:15Ehrlich, Nathalie.
39:16Du brauchst mich nicht so zu bemutern.
39:19Kümmere dich lieber um dein Baby.
39:33Frau Stangl, ich muss sofort...
39:35Ja, also wir fixieren den Termin nächste Woche, 9.30 Uhr, in Ihrem Büro.
39:41Ich werde es Dr. Holzknecht ausrichten.
39:44Danke, Frau Seibold.
39:45Schönen Tag noch.
39:47Herr Wieland, was die drüben in der Weberei machen, das ist mir ziemlich egal.
39:53Aber hier bei mir bin ich gewöhnt, dass man anklopft.
39:56Entschuldigung.
39:57Aber was soll das?
39:58Die Betriebsversammlung ist abgesagt.
40:00Von Emma erfahre ich gerade, dass die neue Kollektion mit alten Stoffen genäht wird.
40:03Sollen wir in Urlaub gehen oder was?
40:05Herr Wieland, was ist Ihr Problem?
40:07Ach, Herr Holzknecht, Dr. Holzknecht.
40:10Ich habe gerade erfahren, dass die Hälfte meiner Mannschaft faktisch arbeitslos ist und...
40:13So, haben Sie erfahren.
40:15Sie schnappen also irgendwo ein Gerücht auf?
40:17Und posaunen es in völlig unangebrachter Lautstärke in der Gegend rum?
40:20Warum? Warum kommen Sie mit sowas nicht gleich zu mir?
40:24In einer Minute habe ich Zeit für Sie.
40:27Scheiße.
40:29Jetzt warten Sie erst mal ab, was er Ihnen zu sagen hat.
40:31Und vor allem beruhigen Sie sich.
40:33Wollen Sie irgendwas trinken?
40:35Nein, danke.
40:37Sie haben ja recht.
40:38Das ist wahrscheinlich der Stress der letzten Tage.
40:41Ich habe ja gehofft, dass jetzt alles besser wird.
40:44Aber immer wenn man denkt, man hat es geschafft, dann stellt man fest,
40:47dass das Glas doch nur halb leer ist.
41:02So.
41:09Wie haben Sie es denn nun eigentlich aufgenommen?
41:13Ich habe es erst August gesagt.
41:16Der war nicht begeistert.
41:19Naja.
41:20Es ist ja auch nicht so einfach.
41:22In meinem Alter weiß man ja nie, ob man die Freunde, die Familie wieder sieht.
41:26Ach, jetzt rät doch keinen Unsinn.
41:29Danach noch die Firma, das sieht nicht gut aus.
41:33Die Betriebsversammlung haben Sie auch abgesagt.
41:38Was ist das denn?
41:48Na, mir sticht das nicht an.
41:51Na, ihr beiden?
41:57Sag mal, dann stimmt das, was Hedda sagt, dass du weggehst?
42:00Ja, das sieht so aus.
42:03Und dann besuchst du mich auf Mallorca, ja?
42:06Ja, und dann fahren wir beide aufs Meer.
42:08Und da gibt es auch Swimmingpool.
42:10Also, Wilhelm.
42:11Die beiden tun nicht so, als ob Mallorca am Ende der Welt liegt.
42:17Hallo, Lena.
42:19Guck mal, wer da ist.
42:21Schön, dich zu sehen.
42:22Auch wenn ich euch Wilhelm entführe?
42:24Ja, also nein, ich meine,
42:26ich finde es ja eigentlich mutig und toll.
42:29Aber was wird dann aus der Firma, Baba?
42:32Die Firma.
42:33Lena, die Firma, das bist du.
42:36Ich doch schon lange nicht mehr.
42:40Ja.
43:27Untertitelung.
43:28Untertitelung des ZDF, 2020
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