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KurzfilmeTranskript
00:14Musik
00:54Tag Herr Kunze, ist Frau Cerny da?
00:57Ja, wissen Sie nicht.
00:59Was?
00:59Frau Cerny arbeitet hier nicht mehr.
01:02Das gibt es noch nicht.
01:03Leider doch.
01:04Aber wenn Sie warten wollen, heute ist das Meeting der neuen Geschäftszeitung.
01:08Und Frau Cerny kommt auch.
01:10Und wann ist das?
01:11Um 14 Uhr, glaube ich.
01:13Okay, na dann.
01:27Bitte, Frau Seiler, ich muss das wissen.
01:31Jetzt denken Sie doch nicht gleich ans Schlimmste.
01:33In jeder Beziehung gibt's mal Probleme.
01:35Hallo, Chris.
01:37Hallo.
01:38Was machst du denn hier?
01:39Eigentlich wollte ich zu Lena.
01:41Ist Uwe wenigstens da?
01:42Ja, oben.
01:44Aber hau nicht gleich wieder ab.
01:45Ich renne nur schnell rüber in die Fertigung.
01:46Entschuldigung, ich will Sie ja nicht nerven, aber Sie können mir wirklich nicht sagen, wo Sie am Wochenende war?
01:52Nein.
01:54Ehrlich.
01:55Wagen 50, bitte melden.
01:57Hallo, Bernd.
01:59Na Gott, jetzt geh ran.
02:01Du hast einen Anstieg nach München.
02:03Flugplatz.
02:04Ja.
02:05Und schickst die Auftragsbestätigung, ja?
02:08Wagen.
02:12Du hast vielleicht mehr davon.
02:14Wo warst du?
02:15In New York.
02:16Und jetzt guck nicht so, sonst geh ich gleich wieder.
02:18Weißt du, was hier los ist?
02:20Lena hat hier den Krempel hingeschmissen und sich in ihrer neuen Wohnung verbarrikadiert.
02:25Das müsste ja so kommen, so wie sie durchgepowert hat.
02:28Bei mir hat sich auch einiges getan.
02:31Ich hab den Job an der Uni geschmissen.
02:33Was?
02:34Ja.
02:34Und ich hab einen Riesenauftrag an Land gezogen.
02:36McKenzie New York.
02:37Wenn du Lust hast, kannst du gleich mit einsteigen.
02:41Das, was du hier machst, ist weit unter deinem Niveau.
02:46Uwe, ohne Lena funktioniert das hier nicht.
02:49Du willst, dass ich alles aufgebe und hinter die Herdackel, bis dir wieder was anderes einfällt?
02:56Uwe, in dem Auftrag steckt so viel Kohle drin, dass wir beide saniert sind.
02:59Und mit Lena komm ich auch wieder klar.
03:01Ich hab echt was dazu gelernt.
03:03Und Lena bestimmt auch.
03:06Lena und ich gehören zusammen.
03:07Was uns getrennt hat, war nur diese verdammte Firma hier.
03:10Du kannst es einem wirklich leid tun, Chris.
03:13Wieso?
03:13Das stimmt doch.
03:14Wir hatten keine Chance in dem Betrieb hier.
03:17Und in dieser Gründerzeit will er auf dem Gelände mit der ganzen Verwandtschaft um uns rum.
03:21Du hast es kaputt gemacht.
03:22Kapier das endlich.
03:27Ja, lieber?
03:30Nein, aber soviel ich weiß, wollte Frau Michael noch zu Lena.
03:33Wegen dem Meeting heute.
03:39Du scheinst es hier ja gut getroffen zu haben.
03:42Mhm.
03:43Ich hab mich schon lange nicht mehr so wohl gefühlt.
03:47Na, hoffentlich verderbe ich dir den Spaß nicht mit dem Geschäftskram hier.
03:51Frau Mayer, wer möchte, dass du das unterschreibst?
03:55Tja, bringen wir es hinter uns.
04:00Und du willst tatsächlich nicht zu dem Meeting?
04:02Nein.
04:03Mein Vater wird mich vertreten.
04:05Schade.
04:06Wilfried, ich meine, Dr. Holzknecht hat fest mit dir gerechnet.
04:11Wilfried?
04:12Ja, wir duzen uns seit dem Wochenende.
04:17Wir waren zusammen segeln.
04:19Auf dem Chiemsee.
04:21Du und Wilfried.
04:25Ja, ich und Dr. Holzknecht.
04:27Aber es war nichts außer segeln.
04:29Er hatte einen Freund aus alten Brauereizeiten mitgenommen.
04:32Aber ich krieg ihn schon noch.
04:34Das ist nur eine Frage der Zeit.
04:36Und was ist mit deinem Bernd?
04:39Mein Bernd wird das schon wegstecken.
04:41Das war nichts auf Dauer.
04:42Das war von Anfang an klar.
04:45Jetzt schau nicht so.
04:45So wie du mit deinen Männern umspringst.
04:48Was für Männer?
04:50Wie du meinst.
04:51Aber glaub ja nicht, dass du das durchhältst.
04:54In drei Wochen, maximal in vier, stehst du wieder in der Firma.
05:00Also das unterschreibe ich nicht.
05:02Das soll Birgit mit Holzknecht klären.
05:03Der ist ja jetzt für meine Anteile zuständig.
05:05Lena.
05:07Waltraud.
05:08Das ist keine Laune von dir.
05:09Dafür ist es mir viel zu schwer gefallen, euch alle zu verlassen.
05:12Gerade dich, wo ich dich aus Frankfurt weggelotst habe.
05:15Du kommst wieder.
05:16Und weißt du auch warum?
05:18Weil du nicht mitanschauen kannst, dass alles, was du aufgebaut hast, dem Bach runtergeht.
05:21Und das wird es.
05:22Das ist so sicher wie das Arm in der Kirche.
05:24Aber Birgit versteht doch vom Geschäft viel mehr als ich.
05:26Und Kruse...
05:27Kruse ist doch ein reines Nervenbündel, seitdem er allein verantwortlich ist.
05:31Also überleg es dir noch mal.
05:33Das Meeting ist auf 14 Uhr verschoben, weil sich einer der Franzosen angemeldet hat.
05:38Du würdest Wilfried einen großen Gefallen tun.
05:43Vergiss deine Sinne nicht.
05:44Oh ja, danke.
05:51Max?
05:52Hallo.
05:54Ach, Tag Frau Michel.
05:55Tag Herr Römer.
05:5714 Uhr?
05:58Ja?
05:59Nein, Waltraud bitte.
06:00Vielleicht erliegt sie ja Ihrem Schaum.
06:03Tschüss.
06:07Tschüss.
06:08Tja.
06:10Ich wollte nicht ins Meeting, ohne vorher noch mal mit dir gesprochen zu haben.
06:14Aber ich gehe nicht ins Meeting.
06:15Ich habe aufgehört.
06:16Und dass keiner mir glauben will, dass es mir ernst ist, das ist nicht mein Problem.
06:19Ich glaube dir.
06:19Ich glaube, dass es dir sehr ernst ist.
06:22Ich bin mir nur nicht sicher, ob dir die Konsequenzen auch wirklich klar sind.
06:25Mein Gott, was habt ihr eigentlich alle?
06:27In jeder Firma wechselt mal das Management.
06:30Oder die Produktpalette wird geändert.
06:31Das heißt doch nicht, dass gleich alles den Bach runter geht.
06:33Das nicht, aber das Risiko, dass was schief geht, wird wesentlich höher.
06:36Ich glaube nicht, dass unsere Bank unter den Bedingungen die Kreditzusage aufrechterhält.
06:40Na, das hat sich ja jetzt mit meinem Abgang erledigt.
06:43Birgit braucht überhaupt keine Neuverteilung der Aktien,
06:45weil sie mit Rousseau und ihrem Vater sowieso die Mehrheit bei der Hauptversammlung hat.
06:50Was?
07:01Ich habe dich 14 Tage lang nicht gesehen.
07:06Ich habe ganz vergessen, wie schön du bist.
07:08Max.
07:11Ich habe gelogen.
07:12Ich bin gar nicht hier, um mit dir über das Geschäft zu reden.
07:15Ich wollte dich sehen.
07:19Ich wollte dir sagen, dass ich...
07:26Ich liebe dich, Lena.
07:29Ich wollte dir sagen, dass ich mir ein Leben ohne dich überhaupt nicht mehr vorstellen kann.
07:34Ich möchte dich bitten, meine Frau zu wählen.
07:40Das heißt aber nicht, dass man sich in einer Wohnung oder in einem Haus auf der Pelle sitzt.
07:44Ja, ich habe meine Arbeit, du hast deine Arbeit, jeder hat seine Freiheit.
07:47Und nur, wenn man sich sehen will, wenn man sich braucht, ja, dann...
08:19Ich kann mich nicht mehr, wenn man sich nicht mehr auf der Pelle ist.
08:33Das war die Kriterien von M. Chevalier. Er kommt nicht heute.
08:41Ach, geht schon los. Wo ist Frau Mayerbär?
08:46Mit Herrn Kruse in der Villa, glaube ich. Sie wollte nicht gestört werden.
08:50Herr Doktor, haben Sie Frau Czerny erreicht?
08:54Nein.
08:55Dann fahren Sie zu ihr. Es geht mich ja eigentlich nichts an, aber nach allem, was ich so mitgekriegt habe,
09:01beim Essen und so.
09:03Ich finde, Sie sollten zu ihr gehen.
09:05Ich kann nicht mehr tun, als ich getan habe, Frau Schäufele.
09:08Frau Stangel meint das auch.
09:11Ach, die hat sich gemeldet?
09:12Ja, aus St. Petersburg. Sie meint, die Frau Czerny kann die Firma doch jetzt nicht einfach im Stich lassen.
09:17Und der Kurs ist auch schon wieder gefallen. Um fast zwei Euro.
09:21Das ist saisonbedingt. Das trifft alle Textilwerte.
09:24Nein, nein.
09:26Der einzige Mensch, der Frau Czerny vielleicht dazu bewegen könnte, ihre Entscheidung rückgängig zu machen, ist Frau Mayerbär.
09:31Und genau das werde ich ihr Meeting auch nahelegen.
09:35Und ihr Vater wird mich dabei unterstützen.
09:37Also, sollte Frau Stangel nochmal anrufen, dann sagen Sie ihr das, ja?
09:41Kein Grund zur Panik.
10:10Und, haben Sie mit ihr gesprochen?
10:11Hallo. Ja, hab ich. Aber Lena ist sich noch nicht sicher, ob sie zu dem Meeting kommt.
10:18Darf ich dich daran erinnern, dass wir per Du sind?
10:21Ach so, ja. Entschuldige. Ich fürchte, das wird bei mir ein bisschen dauern.
10:24Wir könnten ja übers Wochenende üben.
10:27Äh, das wird nicht gehen.
10:29Nein, ich dachte...
10:31Nein, ich muss nach Paris. Jetzt entschuldige mich bitte.
10:35Ähm, Moment. Hier.
10:37Lena hat nicht unterschrieben.
10:39Du sollst es mit Frau Mayerbär klären.
10:45Paris.
10:47Da war ich eine Ewigkeit nicht mehr.
10:51Ja, ist gut.
10:53Ich sehe Frau Mayerbär sowieso gleich.
11:14Was kannst du mit mir nicht machen?
11:16Wo warst du am Wochenende?
11:18Was machst du denn noch hier? Auch Bernd.
11:21Was ist los mit dir?
11:23Was habe ich gemacht, dass du so...
11:24...so anders bist?
11:27Nichts.
11:28Ich habe im Moment eine Menge um die Ohren, Bernd.
11:31Die neue Geschäftsleitung, dann die Messe in Paris.
11:33Das ist doch Blödsinn. Hier ist immer was los.
11:34Waltraud.
11:36Wegen dir habe ich einen Stich nach München sausen lassen und weiß Gott, wie viele Fahrten noch.
11:41Hey.
11:43Zeig, dass alles okay ist.
11:47Also gut.
11:49Ich war segeln mit einem Bekannten.
11:52Aber ich würde dich wirklich bitten, mir nicht ständig aufzulauen und mir hinterher zu telefonieren.
11:57Bekannten. War sicher dieser Dr. Holzknecht.
12:02Bernd.
12:04Warum machst du es mir nur so schwer?
12:06Wir hatten doch wirklich eine tolle Zeit miteinander.
12:09Aber jetzt...
12:10Gib bitte zu, dass wir nichts Gemeinsames haben.
12:12Bis auf...
12:13Naja, du weißt schon.
12:15Das reicht nicht mehr.
12:17Aber mir reicht's.
12:19Was willst du denn noch?
12:22Bitte fahr jetzt.
12:23Wir reden heute Abend darüber, ja?
12:25Ich muss jetzt los.
12:54Ich muss jetzt los.
12:59Außerdem trägt man das jetzt so.
13:01Sie vielleicht.
13:02Aber doch nicht unsere Durchschnittskunden.
13:04Wir produzieren für die Masse.
13:07Und nicht für den exklusiven Markt.
13:09Naja.
13:10Vielleicht gefällt es ja den Franzosen.
13:13Das hat sich erledigt.
13:15Herr Chevalier hat ihm durch seine Sekretärin ausrichten lassen, dass er nicht kommt.
13:18Ja, aber wieso? Ich dachte, wir...
13:19Danke, Herr Kruse.
13:20Wir sehen uns um 14 Uhr wieder.
13:22Und ab sofort würde ich gerne jeden Entwurf sehen, bevor Sie ihn gehen lassen.
13:48Durch seine Sekretärin ausrichten lassen. Wofür halten die uns denn?
13:52Na, ich nehme an, das ist die Reaktion auf Ihren Brief.
13:55Ach, das habe ich doch alles vorher geklärt.
13:57Mit Chevalier.
13:59Nein, nein, das muss andere Gründe haben.
14:00Und das werden wir gleich sehen.
14:02Ich habe Sie gewarnt, Frau Mayerbär.
14:05Ohne Lena Czerny ist dem Franzosen das Risiko zu groß.
14:08Und ich gehe jede Wette ein, dass die jetzt ihre Aktien abstoßen werden,
14:11noch bevor sich das in der Branche und auf dem Aktienmarkt herumgesprochen hat.
14:16Ja, dann fliege ich eben nach Paris. Ich glaube das nicht.
14:19Wie Sie meinen. Nur, das wird nichts nützen.
14:22Es sei denn, es gelingt Ihnen, Frau Czerny davon zu überzeugen, mitzukommen.
14:29Ich weiß, dass Sie nicht sonderlich viel von mir halten, Herr Doktor.
14:33Aber ich werde Ihnen und der gesamten Branche beweisen,
14:35dass man es mit einer Textilfirma wie der unseren,
14:38auch ohne Ihre Frau Czerny, zu etwas bringen kann.
14:41Und jetzt bitte, ich habe zu tun.
14:47Herr Gott, noch mal, die Umsätze sind bestens.
14:50Und die neuen Stoffe von Herrn Kruse werden auf der Premier Vision einschlagen,
14:54wie eine Bombe.
14:56Und die Herbstkollektion wird ein Renner.
14:58Dafür werde ich sorgen.
14:59Und zwar mit den modernsten Mitteln der Marktforschung.
15:01Und nicht nach Gefühl und frei nach Schnauze,
15:04wie Lena das bisher gemacht hat.
15:06Also das, was ich da gesehen habe, das...
15:09Ja, das wird auch noch geändert.
15:10Herr Kruse wird lernen, sich am Markt zu orientieren
15:12und nicht an seinem eigenen Ego.
15:14Und jetzt bitte, mein Vater kommt gleich.
15:20Könnten Sie mir Frau Schäufele für nachher vielleicht ausleihen?
15:24Ich bräuchte Hilfe mit den Getränken etc.
15:26Natürlich nur, wenn Sie sie entbehren können.
15:45Länger als zwei, drei Stunden dürfte das Meeting nicht dauern.
15:48Sag mal, willst du nicht doch mitkommen?
15:50Wir können dann in der Stadt noch was essen gehen und dann...
15:53Angela kommt gleich.
15:54Ich habe versprochen, mit ihr zu arbeiten.
15:56Ja, aber ich sehe dich heute Abend, ja?
15:59Max, lass mir ein bisschen Zeit, ja?
16:01Entschuldige, aber ich muss morgen schon wieder nach Hamburg.
16:03Und das ist so schön, das war so schön.
16:06Wir telefonieren, ja?
16:07Okay, dann bis heute Abend, ja?
16:10Ach, viel Spaß.
16:26Hallo, Lena.
16:29Ich muss dich unbedingt sehen.
16:30Mein Meeting ist auf zwei Uhr verschoben worden und ich dachte, wir...
16:32Du bist in der Firma?
16:34Ja, aber ich könnte in 20 Minuten bei dir sein.
16:36Es gibt Neuigkeiten.
16:37Heute ganz schlecht, vielleicht morgen.
16:39Lena, bitte.
16:41Ich habe einen Termin.
16:42Ich muss wirklich gleich los.
16:43Ich melde mich bei dir.
16:45Lena!
16:56Alles, was der braucht, ist ein neuer Anstrich und eine Konzession.
17:01Und was soll der Spaß kosten?
17:03Den Kiosk kriege ich fast geschenkt.
17:06Kommen noch die Renovierungskosten dazu, die Einrichtung...
17:10Ich schätze mal 30.000.
17:13Du bist kein Geschäftsmann, Leo.
17:16Dafür braucht man doch kein Diplom, Zeitschriften und Bier und Würstchen zu verkaufen.
17:20Na, und jetzt, wo wir keine Kantine mehr haben, da lohnt sich das garantiert.
17:24Ja.
17:25Ewald, bitte.
17:26Das ist meine letzte Chance.
17:29Sechs Monate Führerscheinentzug, das stehe ich nicht durch.
17:32Dr. Holzknecht hat schon angedeutet, dass ich nie noch was anderem umschauen soll.
17:37Na schön.
17:39Obwohl, so wie der Kurs im Augenblick steht, wäre es nicht gerade günstig, Aktien abzustoßen.
17:44Im Herbst, wenn die Kollektion rauskommt, wäre es besser.
17:47So lange kann ich aber nicht warten.
17:49Na, wie du meinst, Leo.
17:50Du kannst das Geld natürlich haben.
17:52Aber an deiner Stelle würde ich mir das Ganze nochmal überlegen.
17:56Danke, Ewald.
17:57Wenn's klappt, kriegst du jeden Tag ein Bier gratis.
18:00Und in ein paar Monaten bist du pleite.
18:03Na nein, lass mal, Leo.
18:04Sei lieber froh, dass sich die Emma nicht auf die Hinterbeine gestellt hat.
18:15Sag mal, was reibst denn du hier?
18:17Die Fuhre nach Wasserburg muss noch geladen werden.
18:20Ja, ja, ja.
18:21Und danach suchst du im alten Lager alle Stoffe zusammen, die weniger als zwei Meter auf der Rolle haben.
18:25Und stapelt sie auf der Rampe.
18:30Gott, hat der wieder eine Laune.
18:32Na ja, seit der Herr Benrad nicht mehr da ist, ist er voll im Stress.
18:36Und in zwei Wochen ist er schon wieder die Premiere Vision.
18:39Ach ja, Paris.
18:41Das war schon immer toll.
18:42Aber was soll's.
18:48Und vielleicht noch was Süßes dazu?
18:49Hörnchen? Kuchen?
18:51Danke, nein.
18:52Ein Lächeln von dir genügt mir.
18:53Der Herr Althofer.
18:55Immer einen lockeren Spruch parat.
18:57Kannst du dich vielleicht in den Arminuten konzentrieren?
18:59Ich bin ganz hoher.
19:02Birgit hat Lena ein Angebot gemacht, ihre Anteile zu übernehmen.
19:05Und zwar drei Euro über Kurswert.
19:10Sie schlägt vor, dass jeder von uns ein Drittel investiert,
19:12damit wir nächste Woche bei der Hauptversammlung nicht mehr als Zuschauer dabei sitzen.
19:19Das unterschreibt Lena nie.
19:21Was soll sie denn mit Anteilen an einer Firma, die ihr inzwischen scheißegal ist?
19:25Und wovon soll sie leben mit einem Kind am Hals?
19:28Vater.
19:29Außerdem habe ich Leuten hören, dass sie mit Angela Materna Kindermode machen will.
19:34Wer sagt das?
19:35Bieland hat mich gefragt, ob sie die alten Reste vom Lager haben kann.
19:42Meinetwegen.
19:43Du findest das okay?
19:45Lena soll doch erstmal in ihren Vertrag schauen.
19:47Da steht nämlich klipp und klar drin, dass sie ein Jahr lang nicht für die Konkurrenz arbeiten darf oder uns
19:51Konkurrenz machen.
19:51Wir haben keine Kindermode.
19:53Mode ist Mode, Felix.
19:55Und ihren Namen darf sie erst recht nicht benutzen.
19:58Das Label gehört Althofer.
20:00Na gut, wie du meinst.
20:01Wir müssen an einem Strang ziehen, Felix.
20:04Vor allem auch, was den Franzosen angeht.
20:06Und ich bitte dich dringend nachher im Meeting vor Monsieur Chevalier,
20:09nicht irgendwelche Extratouren zu machen oder coole Sprüche abzulassen.
20:12So, die Herren, darf ich mal?
20:45Paul, was willst denn du hier?
20:48Ich muss mit dir sprechen.
20:49Kann ich reinkommen?
20:50Nein, ich bin total im Stress.
20:52Du hörst ja.
20:52Also habe ich Wäsche in der Maschine und einkaufen war ich auch noch nicht.
20:55Das rät kein Blechstress.
20:57Das ist Urlaub im Vergleich zu dem, was bei uns in der Firma los ist.
21:02Na gut.
21:06Ich wickele kurz das Kind und vielleicht kannst du ja zwischen die Wäsche mit dem Topper tun, ja?
21:11Ich komme!
21:39Wieland.
21:40Ah, Wieland.
21:41Wo stecken Sie, im Kindergarten oder was?
21:43Ich versuche seit Stunden sie zu erreichen.
21:46Was gibt's, Herr Kruse?
21:47Der Aufbau für die Herbstkollektion ist vorerst gestoppt.
21:49Sind Sie verrückt?
21:50Ich habe die Maschinen schon umgerüstet.
21:52Ich kann es nicht ändern, Frau Meyer.
21:53Wer will die Modelle unbedingt einem Meinungstest unterziehen?
21:57Wie bitte?
21:57Ich weiß, das ist bescheuert, aber was soll ich denn machen?
22:00Jedenfalls können wir erst in Produktion gehen, wenn nächste Woche das Ergebnis vorliegt
22:03und irgendwelche Herausforderungen von der Straße ihre unmaßgebliche Meinung kundgetan haben.
22:07Und in der Zwischenzeit steht die M74, M88 und 19 still, oder wie haben Sie sich das vorgestellt?
22:12Was ich mir vorgestellt habe?
22:14Dass man meine künstlerische Freiheit mehr respektiert
22:16und meinen Instinkt für Trends ein wenig mehr Vertrauen entgegenbringt.
22:20Also verschonen Sie mich damit.
22:22Sie mich auch.
22:24Was ist mit der Wäsche?
22:26Setz dich mal hin.
22:27Ja.
22:27Paul, um sechs steht Anja auf der Matte und schau mal, wie es hier aussieht.
22:32Sag bloß, kochen lässt du dich ja auch noch.
22:34Nee, sie bringt was aus München mit, aber trotzdem.
22:36Wenn deine Frau angeht, wie so viel Kohle macht in ihrem Job,
22:39warum nehmt ihr euch da kein Kindermädchen?
22:40Das ist doch bescheuert.
22:42Anja will keine Fremden im Haus.
22:44Außerdem findet erst mal jemand.
22:46Dann nimm die Kleine halt mit.
22:48Emma kann noch drauf aufpassen, oder Nathalie.
22:50Wenigstens halbtags, Alf.
22:52Bis nach der Premiervision, bitte.
22:53Tut mir leid, Paul, aber ich muss Anja jetzt den Rücken frei halten.
22:57In ihrem Job, da geht's so wie in einem Haifischbecken.
23:00Jetzt kommst du entweder mit in die Waschküche, oder entschuldigst mich.
23:04Ja, aber es ist nach Feierabend, wenn deine Frau da ist.
23:07Darfst du dann vielleicht weg?
23:09Oder musst du ihr dann noch den Nacken massieren?
23:23Ja?
23:27Hi.
23:28Hi.
23:28Entschuldige, hat ein bisschen länger gedauert.
23:30Aber ich hab ne Nähmaschine organisiert und Stoffe hab ich jetzt auch.
23:33Die sind alle von Herrn Wieland, das sind Reste aus dem Lager.
23:35Und er hat gesagt, ich kann noch mehr haben.
23:40Äh, wo soll ich die hinstellen?
23:43Auf meinen Arbeitstisch.
23:44Angela hält dich ganz schön auf Trapfen.
23:45Och, das kann man so sagen.
23:48Komm, los geht's.
23:50Ähm, ich kann heute nicht. Mir ist was dazwischen gekommen.
23:53Du gehst zu dem Meeting?
23:54Nein.
23:56Ich muss mit jemandem reden.
23:58Lena.
23:59Du kannst doch schon mal mit dem Zuschneiden anfangen.
24:01Florian ist mit Wilhelm bei der Oma.
24:03Die sind vor Mittag bestimmt nicht zu Hause.
24:05Hast also genug Zeit zum Arbeiten.
24:07Na gut.
24:08Aber ist wirklich nichts Schlimmes?
24:10Nein.
24:13Tschüss.
24:41Ich muss mit dem, was ich bin.
24:45Sie haben Glück. Eigentlich sollte ich in München an der Uni sein, wo der Vortrag ist abgesagt worden wegen einer
24:51Demonstration.
24:52Es ist auch sicher das letzte Mal, dass ich Sie mit meinen Problemen beschäftige. Ich bin keine Managerin mehr in
24:57der Personalverantwortung.
24:59Was ist denn passiert?
25:01Entschuldigung, einen Johannesbärshaft bitte.
25:05Sie erinnern sich doch an unsere letzte Sitzung, als Sie mir sozusagen die Pistole auf die Brust gesetzt haben und
25:11mich gefragt haben, was ich mit meinem Leben anfangen will.
25:14Unabhängig von der Firma, ja. Und?
25:18Es war vielleicht ein bisschen übereilt, aber als ich an dem Abend nach Hause kam, nach der Auseinandersetzung mit Birgit
25:25Meierbeer und in meinem Wohnzimmer zwei Männer vorfand,
25:28die sich sozusagen um mich stritten, da... da habe ich den Kleinen aus dem Bett geholt und bin einfach losgefahren.
25:35Das heißt, Sie haben die Firma einfach...
25:37Ja. Seitdem war ich nur einmal dort, um meinen Mitarbeitern meinen Rücktritt zu erklären.
25:42Na, ganz schön mutig.
25:44Bitteschön.
25:45Danke.
25:47Mutig, naja. Mit wenigen Ausnahmen wird mir das eher als Feigheit und Egoismus ausgelegt.
25:53Und was denken Sie?
25:56Ich weiß es nicht.
25:59Einerseits fühle ich mich wie ein Neugeboren.
26:02Ich habe wieder angefangen zu zeichnen.
26:04Ich habe sogar angefangen zu kochen.
26:06Ich spiele mit dem Kleinen.
26:10Und andererseits...
26:12Haben Sie das unbefriedigende Gefühl, keinen Schlussstrich gezogen zu haben?
26:16Ja.
26:18Das ist wie...
26:20Wie ein Buch, das man nicht gelesen und einfach den Deckel zugeklappt hat.
26:26Und als ob das nicht alles schon kompliziert genug wäre, hat...
26:29Max Römer mir nahe, hat Sandra gemacht.
26:32Ist das der Fotograf oder der Banker?
26:35Der Banker.
26:39Ja.
26:40Er war sehr überzeugend.
26:42Und als ich ihn dann...
26:43Also...
26:46Jedenfalls...
26:48In seinen Armen zu liegen, das war...
26:50Wie eine Erlösung von dem Druck, endlich den Menschen gefunden zu haben, der einen bedingungslos liebt.
26:55Oh, ich komme mir vor wie mit 15.
26:59Ich glaube, Sie sollten aufhören, sich selbst zu überaus kritisch zu beobachten und zu beurteilen.
27:04Alles, was Sie bisher gesagt haben, klingt doch normal.
27:08Und wenn Sie den Mann lieben...
27:10Das ist es ja.
27:14Ich bin mir wie immer nicht sicher.
27:17Vielleicht...
27:18Vielleicht benutze ich ihn nur, um mich vor einer Entscheidung zu drücken.
27:23Genießen Sie es doch einfach.
27:25Es gibt doch nichts Schöneres, als geliebt zu werden.
27:28Einen Menschen zu haben, der sogar das liebt, was wir an uns selbst nicht leiden können.
27:33Und was das Kapitel Firma betrifft...
27:37Lesen Sie das Buch zu Ende oder...
27:39Schlagen Sie es zu.
27:41Aber sowohl das eine wie auch das andere kann Ihnen niemand abnehmen.
27:46Heute wäre die Gelegenheit.
27:48Um 14 Uhr ist ein Meeting angesetzt mit der Geschäftsleitung.
27:51Da geht es um die Umorganisation und die Hauptversammlung nächste Woche in Frankfurt.
27:55Tja, dann?
27:57Ich habe Angst.
28:00Aber warum?
28:01Es ist doch immer noch Ihre Firma, oder?
28:03Birgit hasst mich.
28:04Und meine beiden Halbbrüder sind froh, dass sie mich los sind und sich ins gemachte Nest setzen können.
28:09Was dort auf mich wartet, ist Feindseligkeit und Missgunst.
28:12Das halte ich einfach nicht aus.
28:14Ich habe Angst, dass ich anfange zu heulen.
28:16Und?
28:17Weinen ist doch kein Zeichen von Schwäche.
28:20Auch unter Tränen kann man sehr bestimmt und unmissverständlich seine Meinung darlegen.
28:27Also, weinen Sie, wenn Ihnen danach zumute ist, und schämen Sie sich nicht.
28:33Sie haben recht.
28:34Wie immer.
28:37So, wenn ich es noch rechtzeitig schaffen will, dann muss ich jetzt los.
28:40Sie gehen hin?
28:42Ja.
28:43Also dann viel Glück.
28:45Und lassen Sie mich wissen, wie es ausgegangen ist, ja?
28:47Das mache ich.
28:47Und danke.
28:48Vielen Dank.
28:51Fräulein.
28:57Tschüss.
29:00Du willst den Kiosk von Karl kaufen?
29:02Diese Bruchbude?
29:04Ach, das habe ich doch alles im Nullkommanix repariert.
29:07Emma, das ist doch nichts mehr für mich hier.
29:10Den Hilfsarbeiter spielen für Paul.
29:12Und außerdem ist es doch auch meine Kohle, oder?
29:14Für unsere alten Tage mal.
29:16Darauf hatten wir uns damals geeinigt.
29:18Aber bitte, du musst wissen, was du tust.
29:19Mir kann es ja eigentlich auch egal sein.
29:21Danke.
29:22Trotzdem.
29:23Dir ist doch hoffentlich klar, dass das nicht so einfach ist,
29:26von morgens sieben bis abends neun, zehn in der Bude sitzen.
29:29Ganz zu schweigen vom Kaufmännischen.
29:31Du hast doch keinen blassen Dunst.
29:32Das kann doch nur in die Hose gehen, Leo.
29:35Wann kann ich das Geld haben?
29:37Morgen, meint der Herr Kunze.
29:40Leo, das ist alles, was du auf der hohen Kante hast.
29:43Wenn das futsch ist, dann...
29:44Du willst mich für eine absolute Flasche, was?
29:46Jetzt mach doch nicht alles kaputt, bevor es überhaupt angefangen hat.
29:51Leo.
29:53Ach, ist doch wahr.
29:54Auch damals, als ich die Schnellreinigung hätte haben können am Bahnhof.
29:57Ja, und was ist die jetzt?
29:59Pleite.
29:59Und ein Schnellimbiss ist drin.
30:01Vergiss es.
30:12Lena!
30:13Oh, wie schade.
30:15Chris war hier und hat auf dich gewartet.
30:18Ich weiß.
30:19Hat er gesagt, was er will?
30:20Er hat so Andeutungen am Telefon gemacht.
30:22Er hat den Job an der Uni geschmissen und will wieder mit Uwe zusammenarbeiten.
30:25Ein ganz großes Ding.
30:26Wie so eine Agentur in den USA.
30:29McKenzie oder so ähnlich.
30:32Ach Lena, wieso kann nicht alles wieder so sein wie früher?
30:37Was ist das denn?
30:39Dein kleines schwarzes?
30:41Große hat es mit dieser Krause aufgemotzt.
30:43Die gibt es auch in Pink und Türkis.
30:48Ich muss wieder.
30:52Wieso besuchst du mich nicht mal am Wochenende?
30:53Es wird aber auch Zeit, meine Liebe, dass du mich einlädst.
30:56Ruf mich an, ja?
31:00Soll das heißen, du gehst doch zum Meeting?
31:03Ja.
31:03Und dazu brauche ich den letzten Quartalsbericht.
31:07Kein Problem.
31:09Aber darf ich fragen, wie es zu diesem Umschwung gekommen ist,
31:13dass du jetzt doch zu diesem Meeting gehst?
31:15Ich weiß nicht.
31:16Ich habe das Gefühl, dass alles in der Schwebe ist.
31:19Ich will Klarheit.
31:20So oder so.
31:21Na dann, viel Glück.
31:22Danke.
31:24Ach ja, noch was.
31:26Du hast doch den Laden gesehen,
31:27in der Nebenstraße von meiner neuen Wohnung, oder?
31:29Ja, warum?
31:30Laut meinem Hausmeister steht der schon seit Monaten leer.
31:32Vielleicht könntest du da mal für mich anrufen.
31:35Ich dachte, es macht einen guten Eindruck,
31:36wenn du noch einmal meine Sekretärin spielen würdest.
31:39Du willst, ähm...
31:40Nicht ich.
31:41Ist für Angela.
31:48Michel?
31:53Frau Czerny?
31:53Ja.
31:55Ach, Sie müssen die Vertretung von Frau Stange sein.
31:57Ja, Scheifele.
31:58Schön, dass ich Sie endlich auch mal persönlich kennenlerne.
32:00Sind die Herrschaften oben?
32:01Nein, das Meeting ist in der Villa.
32:03Frau Mayerbär hat ihr Büro jetzt da.
32:05Gott, da wird sich der Herr Althaufer Senior aber freuen.
32:08Und Dr. Holzknecht erst.
32:12Der Herr Chevalier hat nämlich abgesagt.
32:14Und Herr Römer auch.
32:15Und keiner weiß wieso und warum.
32:17Und was die jetzt mit der Firma vorhaben.
32:20Ich dachte, das mit Frau Mayerbär und Rousseau, das ist klar.
32:23Eben nicht.
32:24Alles wieder offen.
32:26Bitte, Frau Czerny.
32:27Es könnte mir ja eigentlich egal sein,
32:29weil in zwei Wochen sitze ich wieder in irgendeiner anderen Firma.
32:32Aber wenn ich das so mitkriege hier,
32:34wie sehr die Leute sich das zu Herzen nehmen,
32:36dass sie nicht mehr da sind.
32:38Dr. Holzknecht meint, wenn Sie wieder zurückkommen,
32:40kann er Rousseau sicher davon überzeugen,
32:42dass Sie allein den Vorstand führen.
32:44Ohne die Mayerbärs.
32:46Weil Herr Mayerbär gibt bestimmt auf,
32:47wenn seine Tochter nicht mehr...
32:48Mich denn nicht, Frau Schäufele.
32:50Ihr Engagement in allen Ehren,
32:51aber ich will jetzt nicht mit Ihnen darüber diskutieren.
32:53Jetzt schauen Sie nicht so.
32:55Die haben alle Angst,
32:56wie es weitergehen soll jetzt.
32:58Ohne Sie.
32:58Es wird weitergehen.
33:00Anders vielleicht.
33:01Aber sicher gut.
33:02Wenn nicht sogar besser.
33:07Ah ja, hier etwas Flotteres für die Kundin um die 20.
33:12Ich weiß, etwas gewagt der freien Nabel
33:14und der tiefere Sitz des Bundes.
33:16Also jetzt reicht es mir aber.
33:17Das ist nicht gewagt.
33:19Das ist ein Kostüm für eine Bauchtetzerin in der Bongo-Bar.
33:22Wie Sie meinen.
33:23Darf ich fragen, wann Sie zum letzten Mal in einer Bongo-Bar waren?
33:26Also bitte, meine Herren, so kommen wir nicht weiter.
33:28Vater, ich kann dich beruhigen.
33:30Was wir produzieren,
33:31und das entscheiden weder du noch ich oder Herr Kruse,
33:34sondern der Kunde selbst.
33:35Ach nee.
33:36Lena!
33:38Ach, das ist ja...
33:39Komm, setz dich.
33:40Einen Augenblick bitte.
33:41Ich finde...
33:42Wie geht jetzt Tür auf?
33:44Ich bin sehr interessiert daran,
33:45was Frottscherni zu sagen hat.
33:48Ja, was wohl?
33:49Irgendwer wird ihr erzählt haben,
33:51dass Chevalier von Rousseau zurückgepfiffen wurde
33:53und jetzt glaubt sie wieder Oberwasser zu haben.
33:55Was heißt denn hier Oberwasser?
33:56Können wir bitte einfach unsere persönlichen Gefühle
33:58und Ressentiments außen vor lassen?
34:00Sachlich bleiben?
34:02Ich freue mich, dass Sie sich entscheiden konnten,
34:04doch zu kommen.
34:05Und wenn Sie möchten,
34:06kann ich Ihnen kurz die einzelnen Punkte der Tagesordnung...
34:08Nein, nein, danke.
34:09Das wird nicht nötig sein.
34:11Ich bin eigentlich nur gekommen,
34:12um klarzustellen, warum ich aufgegeben habe,
34:14weil ich das Gefühl habe,
34:14dass es da so ein paar
34:17Missverständnisse gibt,
34:18wenn nicht gar ungerechtfertigte Unterstellungen.
34:22Seit ich weiß, dass Wilhelm Althofer mein Vater ist,
34:27habe ich von nichts anderem geträumt und für nichts anderes gelebt,
34:30als hier zu sein und hier arbeiten zu dürfen.
34:32Ich war ziemlich besessen davon.
34:36Und ich habe sicher manchem auf meinem Weg wehgetan.
34:39Besonders dir, Roland.
34:42Und dir auch, Vater.
34:44Ich will mich dafür entschuldigen,
34:45es tut mir leid.
34:47Aber ich denke,
34:48ich habe auch einiges erreicht.
34:50Als ich hier anfing,
34:51da stand die Firma kurz vor der Pleite
34:52und vor der Übernahme
34:53durch die Konkurrenz in München.
34:56Heute, das heißt im letzten Quartal,
34:58belief sich der Umsatz auf über 10 Millionen.
35:00Davon 40 Prozent über die Internet-Boutique.
35:03Das war natürlich nicht nur alles mein Verdienst,
35:05das ist mir schon klar.
35:06Aber ich war bestimmt maßgeblich daran beteiligt.
35:10Ich liebe diese Firma.
35:12Und ich liebe meinen Beruf.
35:14Und ich wäre sicher mit allem klargekommen,
35:17auch in diesem neuen, viel härteren Markt.
35:20Nur mit einem konnte ich nicht leben.
35:23Mit dieser vergifteten Atmosphäre
35:24und diesen ganzen Verdächtigungen.
35:27Ich bin ein kreativer Mensch.
35:29Und in so einem Umfeld bin ich wie gelähmt.
35:33Deshalb bin ich gegangen.
35:36War es das dann?
35:38Denn dazu würde ich auch gerne noch was sagen.
35:41Ja, ich auch. Und zwar einiges.
35:42Das ist nicht nötig. Ich gehe wieder.
35:44Nur meine und Florians Anteile behalte ich,
35:46weil es der Wunsch seiner Mutter war.
35:49Dr. Holzknicht wird Sie vertreten.
35:51Guten Tag.
35:52Lena.
35:53Ja, Wilhelm, lass sie doch.
35:55Bitte weiter im Text.
35:57Sonst sitzen wir ja morgen noch hier.
36:01Entschuldigt, aber ich finde,
36:02man kann jetzt nicht einfach zur Tagesordnung übergehen.
36:04Lena hat da gerade...
36:05Lena hat uns allen zu verstehen gegeben,
36:07dass sie glaubt,
36:08dass es ohne sie nicht geht.
36:11Und ich werde ihr beweisen,
36:12dass sie sich getäuscht hat.
36:14Und zwar gewaltig.
36:17Dein Wort in Gottes Ohr.
36:22Lena!
36:27Keiner angst dich.
36:28Ich will dich nicht umstimmen.
36:32Ich wollte dir nur sagen,
36:34dass ich sehr stolz auf dich bin.
36:37Es gehört viel Mut dazu,
36:38seine Gegner um Verzerrung zu bitten.
36:41Zuzugeben, dass man Fehler gemacht hat.
36:44Du hast viel gelernt.
36:46Und was auch mit der Firma passiert,
36:48was zählt,
36:49ist nur das.
36:52Danke.
36:54Wie ist es?
36:55Trinken wir heute Abend
36:56bei mir im Garten ein Glas Wein?
36:59Ich habe heute eigentlich schon was vor.
37:00Oh.
37:01Aber wir holen das nach.
37:03Ganz bestimmt.
37:05Bis morgen.
37:28Entschuldigen Sie, Frau Ciani,
37:29aber darf ich fragen,
37:30wie es gegangen ist im Mieting?
37:31Dann müssen Sie sich
37:32an die Geschäftsleitung wenden.
37:34Das heißt,
37:35Sie kommen nicht wieder?
37:36Nein.
37:38Naja.
37:39Dann werde ich ausspalten
37:40mit unseren Aktien.
37:41Herr Kunze,
37:42geben Sie Birgit und den Althoffers
37:44noch eine Chance.
37:45Ich gebe meine Anteile auch nicht her,
37:46falls Sie das beruhigt.
37:48Alles Gute.
38:17Hallo.
38:18Schau mal.
38:19Fast fertig.
38:20Nur die knappe Spiele noch.
38:22Toll.
38:23Und Waltraud hat angerufen,
38:24ich soll dir ausrichten,
38:26ab sofort zu haben
38:28und sie würde sich freuen,
38:30noch öfters für dich
38:31die Sekretärin spielen zu dürfen.
38:33Hast du eine Ahnung,
38:34was das bedeutet?
38:36Das bedeutet,
38:36dass du ab morgen
38:37den Laden in der Nebenstraße
38:38mieten kannst.
38:39Dann hast du deine eigene Boutique.
38:41Und wovon?
38:42Ich beteilige mich.
38:44Als stille Teilhaberin.
38:45Oh, Lena!
38:47Nicht so schnell.
38:48Das wird harte Arbeit.
38:50Hat sonst noch jemand angerufen?
38:51Ja, aber ich sage nicht, wer.
38:53Wer?
38:54Der Herr Römer.
38:56Und ich soll ausrichten,
38:57dass er in München zu tun hat
38:59und später hier vorbeikommen wird.
39:00Gut, dann lass uns bis dahin
39:02den Laden anschauen.
39:02Oh ja, und dann können wir gleich schauen,
39:04wie wir was einrichten und wo.
39:06Mist, das wird er sein.
39:07Der ist ja morgen auch noch da.
39:10Hallo?
39:11Was war's dann wohl?
39:12Du hast auch ein netter Empfang.
39:14Hallo.
39:15Na du, hm?
39:20Lass mich den Stratziergang machen.
39:22Komm.
39:36Moment, ich komm gleich.
39:42Warum hast du mir nicht gesagt,
39:43dass du was Besseres vorhast?
39:44Dann hätte ich dir und mir
39:46diese peinliche Begegnung ersparen können.
39:48Was ist daran peinlich?
39:50Wir sind erwachsene Menschen, oder?
39:52Schon gut.
39:52Das ist meine Schuld, ne?
39:54Warum muss denn immer einer schuld sein?
39:56Du bist deinen Weg gegangen,
39:57ich meinen.
39:59Es muss ja nicht heißen,
40:00dass sich die Wege
40:00nicht irgendwann mal wieder kreuzen.
40:03Viel Glück in New York.
40:04Danke, kann ich brauchen.
40:05Dir auch.
40:06Danke.
40:07Danke.
40:18Danke.
40:20Danke.
40:21Danke.
40:24Danke.
40:24Danke.
40:25Danke.
40:26Danke.
40:30Danke.
40:40Ja, aber nur eine Karte von irgendeiner Burg in Sachsen-Anhalt. Mit liebem Gruß.
40:45Ja, die habe ich auch gekriegt. Aber sonst hat sie dir nichts geschrieben.
40:49Was denn zum Beispiel?
40:50Na, mit wem sie so in der Landschaft rumgondelt.
40:59Du bist wohl eifersüchtig.
41:00Ach, hör mal.
41:03Du nicht?
41:04Also, Ewald. Das ist nun wirklich eine Weile her.
41:09Außerdem braucht doch kein Mann dahinter zu stecken.
41:12Diese Gruppen- oder Bildungsreisen gibt es doch nie im Reisekatalog zu duchsen.
41:17Ich war in ihrer Wohnung.
41:20Was?
41:22Ja, ihre Nachbarin, die Frau Baumann. Sie hat einen Schlüssel wegen der Blumen.
41:25Und da habe ich zufällig auf ihrem Schreibtisch die Annonce gefunden.
41:28Von einem Dr. Bartke, Kunsthistoriker, der eine Begleitperson sucht.
41:34Schlank, gebildet, unternehmungslustig.
41:37Ja, also, Ewald. Und wenn?
41:40Ja, aber sie hätte mir doch was sagen können. Das stört mich.
41:47Wie wär's mit dem Happen in meinem Rathauskeller, hm?
41:50Damit du mal auf andere Gedanken kommst.
41:53Nach einem Läschen Wein sieht die Welt doch ein bisschen anders aus.
41:55Was meinst du?
41:57Na gut.
41:57Wenn du zehn Minuten warten kannst.
42:14Also, du bist mir vielleicht eine, der, wenn ich das gewusst hätte, dann, dann hätte ich doch nicht abgesagt.
42:21Sei froh, dass du nicht dabei warst. Du hast wirklich überhaupt nichts verpasst.
42:26Aber wenigstens bin ich alles losgeworden.
42:29Ich bin ein freier Mensch, Max.
42:35Nicht mehr, Mama.
42:36Ich bin ein freier Mensch, ich bin ein freier Mensch.
43:06Ich bin ein freier Mensch, ich bin ein freier Mensch.
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