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Spaß
Transkript
00:00Seien Sie mein Gast im Lanzino.
00:03Das kann ich nicht annehmen.
00:04Wieso nicht?
00:06Herr Adam hätte bestimmt nichts dagegen.
00:08Dieser möchte gern Casanova.
00:09Haben Sie was gesagt?
00:10Nein, gar nichts.
00:12Dann werde ich mal Andrea nicht warten lassen.
00:14Mein großer Bruder Tom.
00:16Groß.
00:17Das ist Konrad Landmann, ein Freund von mir und unser Förster.
00:21Hallo.
00:30Komm her.
00:30Lass sie mich los.
00:32Oh Gott.
00:35Tom.
00:37Konrad.
00:39Du hast es damals nicht getan und du wirst es auch diesmal nicht tun.
00:42Ich mache ernst.
00:44Hilf mir doch.
00:45Hilf dir selbst.
00:47Das ist emotionale Erpressung von der allerschlimmsten Sorte.
00:49Sie versucht dich für ihr Schicksal verantwortlich zu machen.
00:51Ich weiß.
00:52Vielleicht musste ich auch erst ein paar Mal gegen die Wand rennen, um zu begreifen, dass sie sich nicht ändern
00:56wird.
01:09Was gibt's?
01:17Annabelle hat versucht, sich umzubringen.
01:21Sie schwebt in Lebensgefahr.
01:29Hey, what you looking for?
01:35No one has the answer.
01:38They just want more.
01:43Hey, who's gonna make it right?
01:49This could be the first day of my life.
02:00Annabelle hat sich wohl letzte Nacht die Pulsadern aufgeschnitten.
02:04Ich dachte, es sei nur eine leere Drohung, dass sie sich das Leben nehmen will.
02:07So sah es doch auch aus.
02:09Sie hat dich unter Druck gesetzt, damit du dein Geständnis zurücknimmst und sie nicht belastest.
02:13Wer hat denn überhaupt angerufen?
02:14Richard.
02:15Er hat mit Sophie gesprochen.
02:19Annabelle hat viel Blut verloren.
02:21Sie ist in Lebensgefahr.
02:23Ich hätte sie ernst nehmen müssen.
02:25Jetzt mach dir bitte keine Vorwürfe.
02:27Ich kann jetzt nicht hierbleiben.
02:28Ich muss sofort zurück.
02:30Ich fahr dich.
02:30Und was ist mit eurem Polterabend?
02:32Vergiss den Polterabend.
02:33Wir werden hier nicht feiern, wenn deine Mutter um ihr Leben kämmert.
02:35Nein, es tut mir leid.
02:36Es geht nicht.
02:36Du kannst doch nichts dafür.
02:38Ich lasse dich nicht so allein auf die Straße.
02:40Okay, danke, Luisa.
02:43Was ist denn mit den Gästen?
02:45Ich denke, da sind schon einige auf dem Weg hierher.
02:46Wir räumen das hier alles zusammen und werden allen absagen.
02:48Und wie kommst du nach Hause?
02:50Mach dir keine Sorgen.
02:51Ich werde Tobias anrufen.
02:52Zur Not holt er mich ab.
02:54Fahr vorsichtig.
03:07Hätte ich nicht von dir gedacht.
03:08Mensch, Konrad, bist du blind oder was?
03:11Ich bin's, Tom, so fies Bruder.
03:12Ich bin nicht der Wilderer.
03:13Ja, ja, klar.
03:14Und das da hast du im Supermarkt gekauft.
03:15Ja, gibt's heute wieder Kaninchen bei euch oder was?
03:17Ich sag dir doch, du hast den Falschen.
03:19Ich hab den Wilderer gesehen.
03:20Ein Typ mit einem lauen Jogginganzug.
03:21Er war grad noch hier.
03:22Ja, und gleich kommt Sandmännchen vorbei.
03:23Ja, jetzt geht's erst mal ab zur Polizei.
03:24Nein, leg die Polizei.
03:26Nein, leg die Polizei.
03:39Als Polizist solltest du wissen, dass das eine Straftat ist.
03:42Okay.
03:42So, und jetzt geht's zur Polizei.
03:43Los, hopp.
03:47Oh Mann, bleib stehen!
03:59Danke, Luisa, dass du uns informiert hast.
04:01Ja, bis später.
04:04Was ist mit Nora?
04:05Sie ist mit Luisa auf dem Weg ins Gefängnis.
04:08Sie macht sich Vorwürfe für Annabelles Zustand, verantwortlich zu sein.
04:13Naja, du weißt, wie stark das Band zwischen Annabelle und Nora war.
04:17Ja, und Annabelle weiß das auch.
04:19Jetzt hat sie erreicht, was sie wollte.
04:23Glaubst du wirklich, Annabelle wollte Nora nur unter Druck setzen?
04:26Ja, sicher.
04:28Gestern hat Annabelle Nora gedroht, sich das Leben zu nehmen, wenn sie ihr Geständnis nicht zurückzieht.
04:32Und da das nicht gefruchtet hat, hat sie ihre Drohung wahrgemacht.
04:35Ich hätte wirklich nicht geglaubt, dass Annabelle so weit geht.
04:40Ja, ich auch nicht.
04:42Wenn Annabelle Nora nur erpressen wollte, hat sie sich diesmal vielleicht verrechnet.
04:46Sie könnte sterben.
04:48Und Nora macht sich für den Rest ihres Lebens Vorwürfe.
04:51Nein, wir können nur hoffen, dass es nicht dazu kommt.
05:02Hörne, ich will doch nur wissen, wie es meiner Mutter jetzt geht.
05:05Sie ist auf der Krankenstation.
05:06Okay, ist sie ansprechbar?
05:08Bewusstlos.
05:09Ja, ist es denn nicht besser, wenn man sie ins Krankenhaus...
05:12Ja, gut, danke, verstehe.
05:14Ja, ich werde mich beeilen.
05:16Ich werde so schnell wie möglich da sein.
05:19Oh Mist, das klingt nicht gut.
05:21Warum wird sie denn nicht ins Krankenhaus von mir?
05:22Sie sagen, sie ist nicht transportfähig.
05:25Nicht.
05:27Warum dauert denn das so lange?
05:29Die Fähre kommt gleich.
05:30Fähre?
05:31Sind wir im Mittelalter?
05:31Warum hast du denn nicht die Autobahn genommen?
05:33Das ist der kürzeste Weg.
05:34Ja, wir schwimmen vielleicht.
05:36Jetzt ganz ruhig.
05:38Du kannst sowieso nichts machen.
05:40Die erste unternehmen alles, um deine Mutter zu retten.
05:44Und was ist, wenn sie es wieder versucht?
05:46Mutter konnte ich sie noch davon abhalten.
05:48Aber jetzt hat sie es getan.
05:52Oh Mann, das wird doch nichts mehr.
05:54Kannst du nicht umdrehen und einen anderen Weg fahren, bitte.
05:56Das bringt jetzt nichts.
05:57Gleich geht es weiter.
06:01Was ist, wenn die es nicht schaffen?
06:04Was ist, wenn sie stirbt?
06:17So fies Bruder soll der Wilderer sein?
06:20Ich habe ihn auf frischer Tat ertappt.
06:22Als er ein Tier erlegt hat?
06:23Nicht direkt.
06:25Dann hast du ihn zur Rede gestellt.
06:27Er ist mir entwischt.
06:30Aber Flucht ist quasi ein Schuldeingeständnis.
06:32Außerdem hatte er ein Kaninchen dabei, in einem Sack.
06:35Oh, na das ist natürlich ein Indiz dafür, dass er das Tier auch erlegt hat.
06:39Na dann rate mal, was es heute bei Nowaks zu essen gibt.
06:42Kaninchenrücken.
06:43Kaninchen im Sack, Kaninchen in der Röhre.
06:46Kaninchen in Rotweinsauce?
06:48Irgendwie habe ich den Eindruck, du nimmst mich überhaupt nicht ernst.
06:51Na, ich glaube einfach nicht, dass der Bruder von Sophie der Wilderer ist.
06:55Dann rechne doch mal nach.
06:56Seit wann ist dieser Wilderer hier in unserer Gegend?
06:59Letzte Woche.
07:00So, und seit wann ist Sophies Bruder wieder hier?
07:03Auch seit letzter Woche, aber...
07:04Ich habe ganz nebenbei bemerkt, die letzten zwei Jahre auf der Flucht verbracht.
07:07Ich möchte nicht wissen, wie der sich da sein Essen besorgt hat.
07:10Also jetzt bleib mal auf dem Teppich.
07:11Ja, bleib mal auf dem Teppich.
07:13Dieser, dieser Tom, ja, der hat mich doch lang und breit ausgefragt,
07:16ob ich schon wüsste, wer der Wilderer ist.
07:17Er hat Interesse bekundet, Smalltalk.
07:19So ein Quatsch, Smalltalk.
07:21Der wollte einfach wissen, wie weit ich in meinen Ermittlungen bin.
07:25Ah, dann habe ich ja nicht nur einen Förster geheiratet,
07:28sondern auch noch einen Kripo-Beamten.
07:30Ich werde die Sache schon der Polizei übergeben.
07:34Wirst du dann auch erwähnen, wer diese Grube ausgehoben hat?
07:38Also bevor ich ihn deswegen laufen lasse, gebe ich das lieber zu.
07:41Außerdem hat Sophie sich eh schon um die Anzeige gekümmert.
07:43Konrad, hör doch mal auf jetzt.
07:46Bevor du hier so wilde Theorien verbreitest,
07:47solltest du erst mal mit Sophie sprechen.
07:49Wenn jemand was über diesen Tom weiß, dann doch sie.
07:53Ja, meinetwegen.
07:55Aber wenn der Tom dann abhaut in der Zeit...
07:57Dann bist du das Problem mit dem Wilderer los.
07:59Weg ist weg.
08:00Und zu verlieren hast du doch nichts.
08:11Daher liegt mir Luisa auch so sehr am Herzen.
08:14Ich freue mich so sehr für Sie und Ihren zukünftigen Mann.
08:18Schade, dass es mit meinem Sohn immer noch nicht geklappt hat.
08:21Das verstehe ich.
08:23Signora Adam ist bestimmt auch eingeladen auf diesen...
08:25Wie sagen Sie?
08:26Heute Abend.
08:27Richtig.
08:29Ja, sagen Sie, wissen Sie eigentlich,
08:31dass Herr Adam früher in dem Hotel in Lindenburg beschäftigt war?
08:35Ich wusste gar nicht,
08:37dass Signora Ludwig auch in einem Hotel gearbeitet hat.
08:39Er ist ja unglaublich vielseitig und ein großes Talent.
08:43Ja, aber auf alle Fälle hat Nora,
08:47das ist die Schwester von Luisa,
08:49diese Feier organisiert.
08:51Ja, und ich habe ihn enttäuscht.
08:53Mir ist Piazza.
08:54Ach, Herr Adam wird schon über ein verbranntes Risotto hinweg kommen.
08:58Und Sie haben den Topf gerettet.
09:00Grazie, Signora Landmann.
09:02Ja, das war etwas Stahlwolle und Essig.
09:06Bestimmt haben Sie den Trick auch von Signora Ludwig, oder?
09:09Ich...
09:10Ja, sagen Sie nichts.
09:11Er ist ein großer Zauberer.
09:14Äh...
09:15Er drückt sich immer so gewählt aus.
09:18Naja, also manchmal ist er auch ein ganz schöner Besserwisser.
09:22Sie sagen es.
09:23Der Mann weiß einfach alles.
09:26Wenn Sie...
09:27Ich will so werden wie er.
09:29Perfetto.
09:32Die Marmelade ist bitter.
09:34Kein Vergleich mit Ihrer selbstgemachten Konfitüre.
09:37Das ist lieb von Ihnen, danke.
09:39Sagen Sie es mir.
09:40Ihre Rezepte sind bestimmt auch alle von Signora Ludwig, oder?
09:51Ich habe eben mit dem zuständigen Arzt gesprochen.
09:54Er glaubt nicht, dass Annabelle Gravenberg ihren Selbstmord nur vortäuschen wollte.
09:59Woher will er das wissen?
10:00An der Art der Verletzung.
10:02Bei den Pulsadern lässt sich anhand der Tiefe der Schnitte sehr leicht erkennen,
10:05wie ernst es jemandem wirklich ist.
10:08Wenn Frau Gravenberg sterben sollte,
10:10dann wird das Verfahren gegen Sie natürlich eingestellt.
10:12und Ihre Tochter wird sich vor Gericht allein verantworten müssen.
10:16Dann wäre es Nora sowieso immer ausgegangen.
10:18Hätte ihr Geständnis nicht gemacht, um Annabelle zu belasten.
10:21Weiß man denn, wie hoch die Überlebenschancen von Annabelle sind?
10:26Derzeit müssen wir mit allem rechnen.
10:28Sollte sie überleben, dann ändert sich allerdings die Sachlage.
10:32Man könnte ihre Tat als indirektes Schuldeingeständnis werden.
10:36Das wird Annabelle zu verhindern wissen.
10:38Wie ich sie kenne, wird sie auf Haftverschonung plädieren,
10:40damit sie vorzeitig entlassen wird.
10:42Ja, darin hat sie ja schon Erfahrung.
10:44Erster Hörsturz, dann Anschlaganfall.
10:46Nein.
10:47Da sie mehrfach versucht hat zu fliehen und sich aus der Verantwortung zu ziehen,
10:50glaube ich nicht, dass der Richter einer Haftverschonung zustimmen wird.
10:54Hoffentlich.
10:57Entschuldigen Sie mich kurz.
11:02Sofie Nowak?
11:03Konrad, hallo, was gibt's?
11:07Was?
11:09Das kann nicht wahr sein.
11:11Halt, stopp mal, bevor du irgendetwas unternimmst, ja?
11:14Warte, bis ich mit ihm gesprochen habe.
11:18Ja, gut, danke.
11:21Ärger?
11:22Konrad Landmann behauptet, er hätte Tom im Wald beim Wildern erwischt.
11:36Hey, was ist los?
11:38Noch nicht fertig.
11:39Henning.
11:39In einer Stunde wollen wir es kochen lassen.
11:42Der Polterabend fällt leider aus.
11:44Wieso, was ist passiert?
11:47Annabelle.
11:48Sie hat sich in der Untersuchungshaft versucht, das Leben zu nehmen.
11:51Was?
11:52Sie schwebt immer noch in Lebensgefahr.
11:54Luisa und Nora sind gerade auf dem Weg zu ihr.
11:56Mehr weiß ich nicht.
11:57Wie geht es, Nora?
11:59Sie ist völlig aufgelöst.
12:02Gestern hat die Annabelle noch gedroht, sich das Leben zu nehmen, wenn sie das Geständnis nicht zurückzieht.
12:05Und heute hat sie es getan.
12:08Ich hoffe nur, Nora glaubt jetzt nicht, dass sie dafür verantwortlich ist.
12:11Das hoffe ich auch.
12:13Kann ich dir irgendwie zur Hand gehen?
12:16Könntest du mir helfen, die Tische mit reinzuräumen?
12:17Ja, klar.
12:18Was ist eigentlich mit den anderen Gästen?
12:20Ich habe einen abgesagt.
12:21Dich habe ich leider nicht erreicht.
12:22Tut mir leid, dass du extra hier rausgekommen bist.
12:24Kein Problem.
12:25Außerdem brauchst du ja jetzt eine Rückfahrgelegenheit, oder?
12:28Sieht ganz so aus.
12:29Kennen Sie das?
12:30Dann hat sich der Weg wenigstens gelohnt.
12:32Komm, lass uns schnell alles reinräumen und dann zurückfahren.
12:35Danke, Henning.
12:36Schon gut.
12:50Hallo.
12:51Was machst du da?
12:52Und was sieht es denn aus?
12:54Ja, Conrad hat mich angerufen und mir von diesem Kaninchen erzählt.
12:57Dann weiß ich ja Bescheid.
12:58Dein Bruder, der Wilderer.
13:00Blödsinn.
13:01Ich glaube doch nicht, dass du irgendetwas damit zu tun hast.
13:03Das heißt, ein Förster, aber anderer Meinung.
13:05Okay.
13:06Wie kommt er eigentlich darauf?
13:08Ich war beim Joggen und habe den Wilderer gesehen.
13:10Ich wollte ihn mir schnappen, aber er ist abgehauen.
13:12Den Sack mit den Kaninchen hat er liegen lassen.
13:14Und mit dem hat mich Konrad dann erwischt.
13:16Okay.
13:17Wenn du weißt, wer der Wilderer ist, dann lass uns einfach zur Polizei gehen und ihn anzeigen.
13:22Ich habe sein Gesicht nicht gesehen.
13:24Außerdem, wenn Konrad Landmann schwört, er hat mich beim Wildern gesehen, wird man ihm glauben und nicht mir.
13:28Ich war zwei Jahre auf der Flucht und er ist der unbescholtene Revierförster.
13:31Tom, bitte.
13:32Dieses Missverständnis werden wir aus der Welt schaffen.
13:35Das habe ich auch mal geglaubt, als ich das erste Mal verhaftet wurde.
13:38Und das hat mich zwei Jahre meines Lebens gekostet.
13:40Das war damals etwas ganz anderes.
13:42Delbrück hat Beweise gefälscht, um dich zu belasten.
13:45Und diesmal gibt es einen Augenzeugen, der über jeden Zweifel erhaben ist.
13:48Hat er mich schon angezeigt?
13:49Nein.
13:50Gut, dann habe ich einen Vorsprung.
13:51Sag mal, du willst fliehen?
13:53Und wieder zwei Jahre auf der Flucht verbringen? Ganz bestimmt nicht.
13:56Ja, und was hast du dann vor?
13:57Ich werde mir diesen Wilderer selber schnappen.
13:59Ist die einzige Chance, meine Unschuld zu beweisen.
14:01Tom, das ist ganz sicher nicht der richtige Weg.
14:03Wenn du mir einen Gefallen tun willst, dann halte Konrad Landmann davon ab, die nächsten Stunden meinetwegen zur Polizei zu
14:08gehen.
14:09Tom, bitte. Jetzt wart doch einfach. Ich will...
14:32Oh Gott, hallo.
14:33Sag, wie sind die Mutter?
14:34Nora von Leiden. Guten Tag.
14:36Dr. Sivan, guten Tag.
14:37Wie geht es ihr?
14:38Ihre Mutter hat sehr viel Blut verloren. Wir versuchen zunächst, den Kreislauf zu stabilisieren.
14:42Sie versuchen es. Was heißt das? Wird sie es schaffen?
14:45Wir tun unser Bestes.
14:47Wie ist denn das überhaupt passiert?
14:49Sie hat auch vom Wein zerbrochenen Teller benutzt, um sich die Pulsader aufzuschneiden.
14:53Aber könnte es denn sein, dass sie gar nicht sterben wollte? Dass sie einfach so verzweifelt war?
14:57Dazu ist der Schnitt zu tief.
15:02Das heißt, sie wollte sterben?
15:04Ich fürchte, ja.
15:22Das heißt, Signora Landmann, hat Ihnen unser Branch nicht gefallen? Habe ich Ihnen was Falsches über Signora Ludwig gesagt?
15:28Im Gegenteil, Sie reden ja sogar über seine Schnürsenkel in Superlativen.
15:32Hallo Eva, Herr Martelli.
15:34Gott sei Dank, dass ihr noch da seid. Ich habe schon gedacht, ihr seid ohne mich zum Folterabend.
15:39Nein, sind wir nicht und wir werden auch nicht fahren.
15:43Wieso? Was ist denn passiert?
15:45Frau Grafenberg hat heute Nacht in der Untersuchungshaft versucht, sich das Leben zu nehmen.
15:52Annabelle?
15:52Ja, man hat sie gefunden. Sie lebt zwar noch, aber Sie wissen nicht, ob sie durchkommt.
16:01Danke, Andrea.
16:02Wir wollten dir den Branch im Lanzino nicht verderben.
16:05Ja, ist ja schon gut. Und weiß Nora Bescheid?
16:08Ja, sie hat es offenbar von ihrem Vater erfahren. Das hat Simon mir erzählt, als er anrief, um den Folterabend
16:14abzusagen.
16:15Mehr wissen wir auch nicht.
16:17Arme Nora.
16:19Das Annabelle.
16:20Das ist das...
16:22Ich kenne die Signora zwar nicht, aber wenn ich mir eine Bemerkung erlauben darf, wer so etwas tut, muss sehr,
16:28sehr einsam und verzweifelt sein.
16:38Das habe ich nicht gewollt.
16:41Natürlich nicht.
16:43Warum habe ich ihr nicht geglaubt? Das hätte ich wissen müssen.
16:46Jetzt hör auf, ihr Vorwürfe zu machen.
16:48Du trägst nicht die Schuld für das, was sie getan hat.
16:51Ich habe sie nicht ernst genommen.
16:53Sie hat dich so oft belogen.
16:55Ich kann verstehen, dass du ihr nicht geglaubt hast.
16:58Was hättest du tun sollen?
16:59Dein Geständnis zurücknehmen?
17:01Das kann ich nicht.
17:03Mit weniger hätte sie sich nicht zufrieden gegeben.
17:06Ich wollte mit diesem Geständnis endlich etwas Richtiges tun, Luisa.
17:10Und jetzt liegt meine Mutter hier und stirbt vielleicht, weil ich mein Gewissen erleichtern musste.
17:14Du hast genau das Richtige getan.
17:16Du kannst nicht die Verantwortung für deine Mutter übernehmen.
17:19Das muss ich schon selbst tun.
17:21Danke.
17:25Wann wacht sie denn endlich auf?
17:28Ich will ganz offen zu Ihnen sein.
17:30Die Gewerte Ihrer Mutter haben sich noch nicht stabilisiert.
17:33Der Blutverlust war enorm.
17:34Dann geben Sie ihr doch noch eine Infusion.
17:36Ja, da liegt genau unser Problem.
17:38Die Vorwerte sind momentan erschöpft.
17:40Was, die haben kein Blut mehr?
17:43Aber da kann ich ihr doch Blut schwinden.
17:44Ich bin Ihre Tochter.
17:45Dann muss ich zu meiner Tasche, da ist mein Mutterpass drin.
17:47Sie sind schwanger?
17:48Ja, im zweiten Monat.
17:49Tut's mir leid, ich darf Ihnen kein Blut abnehmen.
17:51Aber Sie müssen ihr doch Blut geben.
17:52Sie können sie doch nicht sterben lassen.
17:54Also, ich könnte Blut spenden.
17:56Frau Gravenberg hat eine sehr seltene Blutgruppe.
17:58Nur negativ dazu, Kellfaktor positiv.
18:00Wir können sie gerne testen, aber ich glaube nicht, dass Sie die haben werden.
18:03Im Moment bleibt uns nichts anderes, als zu hoffen,
18:05dass die angeforderten Blutkonserven rechtzeitig eintreffen.
18:15Ich weiß nicht.
18:17Lass uns nach Hause gehen.
18:18Du wirst dich ausruhen.
18:19Ich kann mich jetzt nicht ausruhen.
18:21Würdest du mich für einen Moment mit meiner Mutter allein lassen?
18:23Bitte.
18:25Bitte.
18:53Sophie, dein Bruder hat da ein frisch erlegtes Kaninchen bei sich.
18:55Was soll ich denn da denken?
18:57Das hat er dem Wilderer abgenommen, als er ihn heute Morgen stellen wollte.
19:00Ich verstehe ja, dass du deinem Bruder nichts Böses willst.
19:02Konrad, kannst du deine Anschuldigungen beweisen? Hast du ihn jagen gesehen?
19:07Nein.
19:08Siehst du.
19:08Aber dein Bruder kommt nach Falkental und im gleichen Augenblick taucht hier ein Wilderer auf.
19:12Das ist ein ziemlich großer Zufall, oder?
19:15Mein Bruder hat seit seiner Ankunft fast zwei Tage lang durchgeschlafen.
19:18Er müsste ein ausgesprochener Schlafwanderer sein, wenn er es schafft, gleichzeitig jagen zu gehen.
19:23Und der Kaninchenrücken?
19:25Das ist jetzt nicht dein Ernst. Den hab ich eigenhändig aus der Metzgertüte ausgepackt.
19:30Du glaubst doch nicht, dass ich Tom in meiner Küche ein ganzes Kaninchen zerlegen lasse.
19:36Warum hat er sich denn so für diesen Wilderer interessiert?
19:39Einmal Polizist, immer Polizist. Wir haben heute Morgen sogar noch darüber gesprochen.
19:43Tom ist zum Joggen und hat gesagt, er wird nach dem Wilderer Ausschau halten.
19:47Und wie es scheint, hat er ihn auch gefunden.
19:49Aber warum ist er dann weggerannt, als ich ihn stellen wollte?
19:50Versetzt sich doch bitte mal in seine Lage.
19:53Mein Bruder wurde schon einmal zu Unrecht beschuldigt und verhaftet.
19:57Er war zwei Jahre lang auf der Flucht.
20:00Das hab ich natürlich nicht bedacht.
20:02Für Tom geht es um sehr viel mehr als um ein paar Kaninchen.
20:06Aber was soll ich denn jetzt machen?
20:08Nichts. Er wird sich bei dem melden, sobald er den Wilderer gefasst hat.
20:12Wie soll ich denn das jetzt verstehen?
20:13Na, pirscht durch den Wald und sucht nach ihm.
20:14Was?
20:15Ja.
20:15Warum sagst du das nicht gleich?
20:16Halt mal, hast du mich nicht verstanden? Mein Bruder ist unschuldig.
20:19Ja, das hab ich schon verstanden.
20:20Aber das gibt ihm nicht das Recht, alleine auf Wildererjagd zu gehen.
20:22Das ist mein Revier.
20:23Und wenn da jemand einen Wilderer sucht, dann ich.
20:25Aber...
20:26Oh nein.
20:30Wenn das mal gut geht.
20:49Bitte, lieber Gott.
20:51Mach, dass Simon wieder aufwacht.
20:55Wenn du mir jetzt hilfst.
20:58Verspreche ich dir, dass ich versuche, ein guter Mensch zu werden.
21:07Ich kann doch jetzt nicht mein Versprechen zurücknehmen, nur damit du bekommst, was du willst.
21:14Warum tust du mir das an?
21:18Ich weiß, ich hab das Richtige getan.
21:22Aber ich wollte nicht, dass du deswegen stirbst.
21:43Herr Adam!
21:53Herr Adam!
22:17Ich habe das Silberbesteck poliert und sortiert.
22:21Außerdem habe ich das Porzellan im Schrank abgestaubt und werde jetzt gleich den Tischdecken per la cena.
22:27Tun Sie das.
22:28Und ich habe den Vino aus dem Keller geholt und dekantiert.
22:32Danke, Andrea.
22:33Außerdem habe ich die Wäscherei kontaktiert und Ihnen gesagt, dass Sie die Tischdecken nicht nur waschen, sondern auch stärken sollen.
22:39Ist sonst noch etwas?
22:40Nein, kümmern Sie sich nur noch um den Tisch.
22:42Sie, Signore.
22:47Fleißig ist er, ja.
22:49Ja, fleißig ist er.
22:59Laura, jetzt komm mit mir nach Hause.
23:02Ich bin nicht.
23:03Ich will hier sein, falls irgendwas passiert.
23:07Ich habe eben mit Richard telefoniert.
23:10Er macht sich große Sorgen um dich.
23:13Ich wünschte, er wäre jetzt bei mir.
23:15Und ich kann es ihm nicht verdenken, wenn er dazu nicht bereit ist.
23:19Annabelle hat ihm die Frau genommen, die er geliebt hat.
23:23Sie hat ihm einfach zu viel angetan.
23:26Ich muss mich hier einfach ein bisschen setzen, ja.
23:29Ich lege mich später hin, versprochen.
23:34Du meldest dich, wenn du irgendwas brauchst, ja?
23:37Ja.
23:39Danke.
23:51Ich wünschte, wir könnten noch mal ganz von vorne anfangen.
23:58Das habe ich mir auch einmal von dir gewünscht.
24:01Aber Annabelle ist dazu einfach nicht in der Lage.
24:03Papa.
24:03Nein.
24:05Ich könnte dich doch ja nicht alleine sitzen lassen, hm?
24:31Ich bin nicht in der Lage.
24:38Was?
24:39Was machst du denn hier?
24:40Du?
24:41Ich such den Wilderer.
24:42Hey, hey, hey, bleib hier.
24:43Ich weiß, dass du es nicht bist.
24:45Sophie hat mich davon überzeugt.
24:46Ich habe gestern wohl ein paar vorherige Schlüsse gezogen.
24:48Entschuldigung.
24:49Okay.
24:51Hätte an deiner Stelle wohl genau das Gleiche gedacht.
24:53Ja, schwamm drüber.
24:54Jetzt erzähl mir mal, wie der Typ aussieht,
24:56und dann übernehme ich hier den Rest.
24:57Nicht nötig.
24:58Aber sowieso nichts anderes vor.
25:01Hey.
25:03Je mehr Leute hier rumspringen,
25:04umso höher ist die Wahrscheinlichkeit,
25:05dass wir ihn vertreiben.
25:06Das sehe ich genauso.
25:06Hast du nicht irgendwelche Bäume,
25:08um die du dich kümmern musst?
25:09Ich habe nur eine persönliche Rechnung
25:10mit dem Typen offen.
25:11Ich auch.
25:12Außerdem bin ich hier der Fachmann
25:13fürs Verbrecherjagen.
25:14Jetzt kannst du mal in Deckung gehen.
25:18Da ist er.
25:19Jetzt komm.
25:32Was immer geschieht,
25:33du darfst dir keine Vorwürfe machen, okay?
25:36Hätte ich ihre Drohung ernst genommen,
25:37wäre es gar nicht so weit gekommen.
25:42Hättest du denn dein Versprechen für sie gebrauchen?
25:45Laura, sie ist nicht deinetwegen hier.
25:47Aber ich habe sie der Polizei ausgeliefert.
25:49Ja, weil du wusstest, was sie getan hat.
25:51Und das hat sie ganz allein getan.
25:53Daran hast du überhaupt keinen Anteil.
25:55Trotzdem wünschte ich,
25:56ich könnte dir irgendwie helfen.
25:59Ach, Dr. Süfern,
26:01das ist mein Vater.
26:03Tag.
26:04Dein Neum.
26:06Verbessert sich ihr Zustand denn langsam?
26:10Nein.
26:11Wenn die Blutkonserven nicht bald eintreffen,
26:13kann ich für nichts mehr garantieren.
26:15Weißt du zufällig deine Blutgruppe?
26:18Zöge ich für sie Blut spenden?
26:20Entschuldige, dass ich nicht gefragt habe.
26:24Tut mir leid.
26:29Was für eine Blutgruppe hat sie denn?
26:32Eine sehr seltene Kombination,
26:33die entsprechend selten gespendet wird.
26:35Nur negativ dazu kehrt positiv.
26:39Was ist?
26:41Hast du die?
26:44Bitte, Papa, wenn du ihr helfen kannst,
26:45dann tu es.
26:46Mir zulieber.
27:05Gleich haben wir ihn.
27:05Da lang.
27:06Dann kriegen wir noch die Lichtung.
27:12Alles okay bei dir?
27:13Nein.
27:14Lass mal nachdenken.
27:15Hör auf!
27:27Ach, du bist schon da.
27:29Wie bist du denn hergekommen?
27:30Henninger hat mich gefahren.
27:31Was ist mit Anna denn?
27:33Sie ist aber noch bewusstlos.
27:35Sieht nicht gut aus.
27:37Und was ist mit Nora?
27:39Sie weicht ihr nicht von der Seite.
27:41Sie gibt sich die Schuld für das, was passiert ist.
27:45Hoffentlich kommt Annabelle durch.
27:47Das würde sich Nora nie verzeihen.
27:49Wie kann Annabelle Nora nur so etwas antun?
27:51Ihre eigenen Tochter das Gefühl geben,
27:52sie sei schuld an ihrem Selbstmordversuch.
27:55Nora muss der Zeit so viel durchmachen.
27:56Dabei will sie sich wirklich ändern.
27:59Das ist nicht fair.
28:02Wenn es Annabelle wieder besser geht,
28:05wird Nora bei ihrer Selbstanzeige bleiben?
28:07Ich glaube schon.
28:09Ich habe vorhin mit ihr darüber gesprochen.
28:10Sie will das Geständnis eigentlich nicht zurückziehen.
28:13Sie ist sehr tapfer und sehr anschlossen.
28:16Das muss sie auch sein.
28:18Bei all dem, was auf sie zukommt.
28:21In Noras wählen hoffe ich, dass Annabelle durchkommt.
28:25Ich auch.
28:26Ich hoffe, es hilft, es heilt die göttliche Kraft!
28:56Helena und ich, wir waren Rivalinnen.
28:59Wir konnten uns nicht ausstehen.
29:06Es war unfassbar für mich, dass Richard sie vorzog.
29:14Das konnte ich einfach nicht aushalten.
29:17Ich wollte einfach nur, dass sie verschwindet.
29:19Deshalb habe ich den Auftrag geteilt, sie umbringen zu lassen.
29:25Wenn Annabelle Nora nur erpressen wollte,
29:27hat sie sich diesmal vielleicht verrechnet.
29:29Sie könnte sterben.
29:30Und Nora macht sich für den Rest ihres Lebens Vorwürfe.
29:33Nein, wir können nur hoffen, dass es nicht dazu kommt.
29:52Konrad, was ist denn passiert?
29:54Wir haben versucht, den Wilderer zu fangen.
29:56Aber er ist uns entwischt.
29:58Reden wir immer noch von demselben Wilderer wie heute Morgen?
30:02Heute Morgen, das war ein Missverständnis.
30:04Tom hatte nichts mit dem Wilderer zu tun.
30:06Hat er gleich gesagt.
30:07Du bist Tom?
30:08Ja.
30:10Elsa.
30:10Ach, Elsa in der Grube.
30:12Witzig.
30:13Was ist denn jetzt mit dem Wilderer?
30:15Wir hätten ihn fast gehabt.
30:17Eine Armlänge und dann bin ich ausgerutscht.
30:19Wenigstens wissen wir jetzt, wie er aussieht.
30:21Groß, schlank, schätzungsweise Anfang 40.
30:23Blauer Jogginganzug.
30:24Bart und Zopf?
30:26Ja.
30:27Woher weißt du denn das?
30:32Das glaube ich jetzt nicht.
30:34Ich würde sagen, dann statten wir dem Herrn mal einen Besucher ab.
30:36Kannst kaum mal warten.
30:37Ruf die Polizei.
30:41Tag.
30:42Schicker Trainingsanzug.
30:44Und so praktisch beim Wecker...
30:45Hey, hey, hey, hey, hey, hey, hey, hey, hey, hey.
30:46Wir wollten uns gerade mit Ihnen über Hirschgulasch unterhalten.
31:01Wie reagiert Sie denn wenigstens auf die Infusion?
31:03Das kann ich noch nicht sagen.
31:05Ihr Kreislauf wird eine ganze Weile brauchen, bis er sich stabilisiert.
31:09Wie fühlen Sie sich?
31:11Uff, ganz okay.
31:12Ein bisschen wackelig auf dem Bein.
31:13Das gibt sie schnell.
31:15Eins kann ich Ihnen jetzt schon sagen.
31:17Ohne Ihre Blutspende hätte sie die nächste Stunde nicht überlebt.
31:42Kommt du glauben, dass ich dir nach all dem das Leben retten würde?
31:45Ja.
31:49Ich kann bezeugen, den Mann mehrfach mit selbst erlegter Beute im Wald gesehen zu haben.
31:53Und Sie sind?
31:53Tom Nowak, Kriminalhauptkommissar außer Dienst.
31:56Ach, ein Kollege.
31:57Naja, ein bisschen aus der Übung.
31:59Einmal Polizist, immer Polizist.
32:01Ich bin Tafnopf.
32:02Gleichfalls.
32:10Na?
32:11Wie fühlt sich das an, wieder auf der richtigen Seite des Gesetzes zu stehen?
32:14Ich habe die Seiten nie gewechselt.
32:17Ich weiß schon, dass Delbrück dich damals ziemlich reingeritten hat.
32:20Ja, hat ganze Arbeit geleistet.
32:21Hat mir seine ganzen krummen Dinger angehängt, um selbst wie ein Saubermann dazustehen.
32:25Klassische Verlade vom eigenen Partner.
32:27Also, hier in Falkenthal wirst du niemanden finden, der Delbrück dem Saubermann noch abkauft.
32:31Jedenfalls inzwischen nicht mehr.
32:32Klingt sehr sympathisch.
32:34Prost.
32:35Prost.
32:36Prost.
32:41Was hast du denn jetzt vor?
32:43Trittst du wieder in den Polizeidienst ein?
32:44Ach, das ist vorbei.
32:47Na ja.
32:48Wenn jemand das Zeug zum guten Polizisten hätte, dann du.
32:52Dieser Job hat mir in den letzten Jahren nicht allzu viel Glück gebracht.
32:56Naja.
32:58Jedenfalls hast du heute der Polizei gut in die Hände gespielt.
33:02Cheers.
33:16Sie ist aus dem Gröbsten raus.
33:18Es wird nicht mehr lange dauern, bis sie aufwacht.
33:21Gut.
33:22Wo ist Ihre Tochter?
33:24Die ruht sich im Besucherraum aus.
33:26Ich sag ihr gleich bescheid.
33:27Tun Sie das.
33:28Jetzt, wo es kein medizinischer Notfall mehr ist, dürfen Sie sowieso nicht länger hierbleiben.
33:32Das ist hier ein Gefängnis, kein Krankenhaus.
33:34Ich verstehe.
33:35Danke, Doktor.
33:51Auf Wiedersehen.
33:53Friches.
33:55Ja.
33:58Bist du mir gekommen, um mir beim Sterben zuzusehen?
34:03Nein, ich hab dir gerade das Leben gerettet.
34:06Du?
34:08Das klingt wie eine Ironie des Schicksals, aber ich habe dieselbe Blutgruppe wie du.
34:15Warum hast du das getan?
34:19Warum hast du mich nicht sterben lassen?
34:22Damit sich Nora nicht ein Leben lang schuldig fühlt.
34:27Sie hätte es behindern können, aber sie wollte nicht.
34:30Jetzt muss sie mit den Folgen und mit der Schuld leben.
34:33Schuld für was?
34:35Du bist für das verantwortlich, was du getan hast, nicht Nora.
34:42Du hast mir Viktoria und Helena genommen.
34:45Und deswegen will ich, dass du für den Rest deines Lebens hinter Gittern sitzt.
34:51Der Tod ist zu gut für dich.
35:04Aber Signora Landmann, Sie wollen doch nicht so alle Karotte scheren, ne?
35:07Was ist daran falsch?
35:08Das mache ich seit über 40 Jahren so.
35:10Ja, aber es geht viel schneller, wenn Sie die Karotte auf die Spitze aufstellen.
35:14Und mit dem Messer herunterfahren, als werden Sie einen Stock schnitzen.
35:17Darf ich?
35:22Also ich bleibe doch besser bei meiner Methode.
35:25Natürlich.
35:27Wenn ich sonst noch etwas für Sie tun kann.
35:28Nein, danke.
35:30Dürfte ich Sie einen Augenblick sprechen, Herr Martelli?
35:32Ja, kommen Sie.
35:36Ja.
35:37Was kann ich für Sie tun?
35:38Sie sind wirklich sehr aufmerksam.
35:40Aber Sie wissen selbst, welcher Schatten auf diesem Hause lastet.
35:44Dio mio, was für eine Tragödie.
35:47Und ich frage mich, ob es der richtige Zeitpunkt ist, eine Hospitanz zu absolvieren.
35:55Sie meinen die Störe?
35:56Nein, ganz im Gegenteil.
35:58Nein, aber wir können uns Ihnen nicht so widmen, wie Sie es verdienen.
36:02Signora Adam, ich bewundere Sie.
36:06Seit Tagen spüre ich, dass etwas nicht stimmt und Sie bringen es einfach auf den Punkt.
36:10Ja, einfach gerade heraus.
36:11Das ist meine Devise.
36:13Wenn es Sie nicht zu sehr kränkt, würde ich Sie gerne um meine Entlassung bitten.
36:16Es ist natürlich sehr schmerzlich für mich.
36:19Aber unter den gegebenen Umständen ist es wohl das Beste.
36:23Ich danke Ihnen.
36:24Ich werde mich gleich um meine Abreise kümmern.
36:27Es tut mir wirklich leid, Signora Adam.
36:30Mi dispiace.
36:31Schon gut, Andrea.
36:32Ich werde es verkraften.
36:44Er wird mir fehlen.
36:46Wirklich?
36:47Natürlich.
36:49Ihnen etwa nicht?
36:50Durst.
36:51Durst.
36:56Tom?
36:58Hallo, bist du da?
37:16Wir haben den Wilderer geschnappt.
37:18Wir?
37:19Konrad Landmann und ich.
37:21Okay.
37:22Das heißt, ihr beide habt das geklärt?
37:25Kein übler Kerl, der Förster.
37:26Nein, das stimmt.
37:27Der ist schon in Ordnung.
37:29Und?
37:32Fühlst du dich jetzt besser?
37:34Hat gut getan, auch in dieser Sache meine Unschuld zu beweisen.
37:41Kann man ein guter Polizist sein, auch ohne an die unbedingte Gerechtigkeit zu glauben?
37:46Oh.
37:48Also, als Anwältin würde ich dir jetzt antworten, für Gerechtigkeit muss man jeden Tag aufs Neue kämpfen.
37:55Aber es ist ein gutes Gefühl, wenn da bei einem Unschuldigen geholfen wird.
38:00Ich kann mich ja mal umhören, ob hier in Falkenthal vielleicht jemand gebraucht wird.
38:05Ich könnte ja Kommissarin Redmann fragen, ob es hier noch Stellen gibt.
38:09Langsam.
38:09Ich habe nicht gesagt, dass ich mich dafür entschieden habe, zurückzugehen.
38:13Aber du ziehst es in Erwägung.
38:15Und das ist ja schon mal einiges.
38:28Annabelle ist außer Lebensgefahr?
38:30Hast du schon mit ihr gesprochen?
38:35Ich weiß nicht, soll mir vorbeikommen?
38:38Gut.
38:39Dann sehen wir uns morgen, Nora.
38:42Schlaf schön.
38:46Annabelle geht es besser.
38:51Richard hat Blut gespendet und ihr damit das Leben gerettet.
38:54Richard?
38:56Ich hätte nicht gedacht, dass er das für Annabelle macht.
38:58Hätte er sie sterben lassen sollen?
39:00Nora hätte sich ewig die Schulter rangegeben.
39:04Wahrscheinlich hat das Nora zuliebe getan.
39:07Er hat Annabelle ein neues Leben geschenkt.
39:10Vielleicht lernt sie etwas daraus.
39:12Ja.
39:13So wie wir.
39:17Simon hat recht.
39:19Wir haben auch schon ein Leben geschenkt bekommen.
39:22Simon hat eine lebensgefährliche Operation überstanden.
39:25Und als ich fast ertrunken wäre, hat er darum gekämpft, mich ins Leben zurückzuholen.
39:30Das hat mich auch verändert.
39:32Ich habe gespürt, wie kostbar das Leben ist.
39:35Und dass ich mich immer auf Simon verlassen kann.
39:39Vielleicht wird sich nach Annabelles Genesung auch ihr Verhältnis zu Nora ändern.
39:44Weil sie spürt, dass Nora sie trotz allem nicht aufgegeben hat.
39:58Ich hatte solche Angst, dass wir uns vielleicht nie wiedersehen.
40:02Ich wünschte, es wäre vorbei gewesen.
40:06Sag das nicht.
40:08Du darfst dein Leben nicht einfach wegwerfen.
40:10Das ist ein verhältnis Leben.
40:11Gefängnis.
40:13Es ist nicht zu spät, neu anzufangen.
40:16Vielleicht wirst du in ein paar Jahren schon entlassen.
40:19Bist du wirklich so naiv zu glauben, man könnte einfach ein neues Leben anfangen?
40:25Hast du Richard gebeten, mir das Leben zu retten?
40:29Ja.
40:34Was ist los?
40:36Geht es dir nicht gut?
40:39Ihr hättet mich sterben lassen sollen.
40:43Was sagst du da?
40:47Dein ganzer Edelmut ist mir zuwider.
40:51Glaubst du, dass ich vor lauter Dankbarkeit jetzt ein Geständnis ablege und wir immer im Gefängnis bleibe?
40:59Ihr hättet eure Chance, mich loszuwerden.
41:04Es werde ich für meine Freiheit kämpfen.
41:08Was hast du vor?
41:11Das alles wird dir noch sehr leid tun.
41:14Die einzige, die am Ende im Gefängnis sitzt.
41:18Das bist du.
41:25Ich bin mir nicht sicher, ob ich mein Geständnis abgelegt hätte, wenn ich gewusst hätte, dass ich sie damit ins
41:29Grab bringe.
41:30Deine Mutter ist für ihr Leben selbst verantwortlich und du für deins.
41:32Du kannst nicht immer nur draufzahlen, damit es deiner Mutter besser geht.
41:35Ich hatte ein Vorstellungsgespräch.
41:37Dann hat Falkenthal also bald einen neuen Polizisten?
41:40Schon möglich.
41:41Sie wird keinen Rückzieher machen.
41:42Annabels Anwälte werden versuchen, Nora vor Gericht zu demontieren, damit ihr Geständnis an Beweiskraft verliert.
41:49Ja, wahrscheinlich.
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