- vor 8 Minuten
Kategorie
🎥
KurzfilmeTranskript
00:00Wir sollten feststellen, ob es sich nicht um eine Fälschung handelt.
00:04Der Brief ist echt.
00:06Vorsitzender, dieses Beweismaterial werden Sie doch wohl nicht zulassen.
00:12Das Gericht stellt die Entscheidung über die Zulassung des Beweismittels vorerst zurück, bis die Sachlage...
00:17Der Brief ist echt. Ich bin unschuldig.
00:20Frau von Weiden, ich leite die Verhandlung. Sie bekommen Gelegenheit, sich zu äußern.
00:24Die Echtheit des Briefes wird bezweifelt und muss zunächst noch verifiziert werden.
00:29Warum fragen Sie nicht einfach nach, in dessen Besitz der Brief sich bislang befunden hat?
00:36Woher haben Sie diesen Brief, Frau Anwältin?
00:40Ich kann die Echtheit des Briefes bezeugen.
00:44Ich bin die Mutter der Verstorbenen.
00:48Ich habe den Brief kurz nach dem Tod meiner Tochter gefunden und ihn zurückgehalten.
01:24Ich kann die Echtheit des Briefes bezeugen.
01:30Die Echtheit des Briefes bezeugen.
01:35Würden Sie das bitte noch einmal wiederholen?
01:43Mir war der Inhalt des Briefes bekannt.
01:46Ich habe ihn bewusst zurückgehalten.
01:56Ich bitte um Ruhe.
01:59Aufgrund der neuen Faktenlage zieht sich das Gericht zur Beratung zurück.
02:03Die Verhandlung wird auf den Nachmittagvertrag unterbrochen.
02:07Richard. Richard, ich...
02:35Ich fühle mich so allein.
02:38Dabei ist Simon nur wenige Meter von mir entfernt.
02:42Trotzdem kommt es mir vor, als trennt uns eine unsichtbare Mauer.
02:47Ich möchte so gerne zu ihm gehen.
02:50Ihn spüren, mit ihm reden.
02:53Aber Simon hat recht.
02:54Wir können nicht einfach so tun, als ob wir nur befreundet wären.
02:58Wir lieben uns.
03:00Und ich habe mich wegen Nora entschieden, auf diese Liebe zu verzichten.
03:05Aber Gefühle sind keine Uhr, die man einfach zurückdrehen kann.
03:09Ich muss respektieren, dass Simon Abstand möchte.
03:13Und vielleicht ist das auch das Beste.
03:15Ich muss das Beste.
03:22Musik
03:47Seit wann weißt du denn von diesem Brief?
03:49Schon seit einer ganzen Weile.
03:51Und du hast Papa nichts davon erzählt?
03:55Kein Wunder, dass er so wütend ist.
03:57Der hasst es doch, angelogen zu werden.
03:58Ja, ich weiß.
04:02Aber ich denke, ich kann deine Gründe ganz gut verstehen.
04:05Und wenn Papa sich erst mal beruhigt hat,
04:06dann geht's ihm bestimmt nicht anders.
04:09Bis später.
04:15Warum hast du das getan?
04:17Ich habe dir gesagt, dass ich die volle Verantwortung übernehme.
04:20Ich kann nicht länger mit einer Lüge leben, Hagen.
04:22Ich bin nicht nur mir die Wahrheit schuldig,
04:24sondern auch Richard.
04:27Wenn ich irgendwas für dich tun kann,
04:29sag mir Bescheid.
04:30Danke.
04:31Ich werde dann mit ihm reden.
04:39Na?
04:40Wie fühlt es sich an,
04:42wenn man sein Gewissen erleichtert hat?
04:44Probieren Sie es selbst.
04:45Sie sind nicht in der Position,
04:47mir Vorhaltungen zu machen.
04:48Ich habe keinen Mord begangen.
04:50Ich auch nicht.
04:51Und das wissen Sie.
04:53Sonst hätten Sie nicht den Brief unterschlagen,
04:54der meine Unschuld beweist.
04:56Sie sind nicht unschuldig.
04:58In dem Brief steht,
05:00dass Viktoria das Gift besorgt hat,
05:02um mich zu ermorden.
05:03Aber jetzt ist meine Tochter tot,
05:05weil Sie ihr das Gift verabreicht haben.
05:07Das ist eine Unterstellung.
05:08Das ist die Wahrheit.
05:10Die Wahrheit liegt Ihnen ja plötzlich sehr am Herzen.
05:13Bisschen spät für meinen Geschmack.
05:14Und bestimmt auch für Richards Geschmack.
05:17Besser spät als nie.
05:19Ich habe ihm die ganze Zeit gesagt,
05:21dass Sie ihm etwas verheimlicht haben.
05:24Und jetzt weiß er,
05:26wem er wirklich glauben kann.
05:28Sie können doch nicht ernsthaft annehmen,
05:30dass Ihnen das irgendeinen Vorteil bei Richard verschafft.
05:33Abwarten.
05:34Ich kenne meinen Mann.
05:35Mit dieser Lüge
05:37haben Sie sein Vertrauen verspielt.
05:39Für immer.
05:49Wie kommt Helena Bernstein zu dieser Aussage?
05:52Will sie dich schützen?
05:54Ich habe mir gedacht,
05:54dass du dich aufregst,
05:55aber Helena hat die Wahrheit gesagt.
05:58Sie kannte den Brief?
06:01Und das habt ihr mir verschwiegen?
06:02Mein Gott,
06:03ich war genauso überrascht wie du.
06:04Unsere Absprache war,
06:05dass sie sich raushält
06:05und ich die Verantwortung übernehme.
06:07Die Art und Weise,
06:08wie wir vorgehen,
06:09ist meine Entscheidung.
06:10Wenn du oder Helena
06:11damit ein Problem habt,
06:12dann könnt ihr Richard erklären,
06:13warum ich mein Mandat niederlege.
06:15Und zwar sofort.
06:16Sophie.
06:17Wie kommt Helena Bernstein dazu,
06:18ein Geständnis abzulegen?
06:21Ohne Rücksprache.
06:23Nicht sie sitzt auf der Anklagebank,
06:25sondern Annabelle.
06:27Sie wollte Richard
06:28einfach nicht mehr anlügen.
06:30Wie rührend.
06:31Und das fällt ihr ausgerechnet jetzt ein,
06:33mitten in einer Gerichtsverhandlung.
06:35Das ist doch hier ein Kassballtheater,
06:36wo jeder einfach dazwischenrufen kann.
06:39Sophie, Helena ist keine Juristin.
06:41Außerdem geht es um den Tod ihrer Tochter.
06:42Da ist es ja wohl nur allzu verständlich,
06:44dass jemand emotional reagiert, oder nicht?
06:46Grundstudium Jura.
06:47Erstes Semester.
06:48Vor Gericht sind Emotionen.
06:50Ein ganz schlechter Ratgeber.
06:52Wer damit ein Problem hat,
06:53sollte nicht als Nebenkläger auftreten.
07:12Richard?
07:24Es war nicht richtig, dir den Brief zu verschweigen,
07:26aber ich möchte dir gerne erklären,
07:29warum ich es getan habe.
07:30Du hast mich belogen, Helena.
07:33Als ich von Hagen erfahren habe,
07:35dass dieser Brief existiert,
07:36habe ich genauso reagiert wie du.
07:38Ich war fassungslos,
07:40dass er niemandem davon erzählen wollte.
07:44Offensichtlich hast du dich schnell von deinem Schock erholt.
07:49Ich habe lange darüber nachgedacht,
07:51aber schließlich habe ich Hagens Gründe verstanden,
07:54weil ich auch nicht wollte,
07:55dass Annabelle ungestraft davon kommt.
07:56Natürlich nicht!
07:59Aber jeder hat einen fairen Prozess verdient.
08:01Selbst Annabelle!
08:05Wie kannst du im Zusammenhang mit dieser Frau
08:07das Wort fair in den Mund nehmen?
08:08Helena,
08:10so schmerzlich das für uns ist,
08:12aber es war Viktoria,
08:13die das Gift besorgt hat,
08:14mit dem Ziel, Annabelle umzubringen.
08:16Das dürfen wir doch nicht verschweigen!
08:18Aber Annabelle ist nicht gestorben,
08:20sondern unsere Tochter Richard.
08:21In Hagens Armen.
08:23Und ihre letzten Worte galten nicht dem Mann,
08:25den sie geliebt hat,
08:26sondern sie ist mit Annabelles Namen
08:27auf den Lippen in den Tod gegangen.
08:28Und du ziehst ernsthaft in Betracht,
08:30dass Annabelle unschuldig ist?
08:34Ich weiß nicht,
08:35was an Victorias Todestag passiert ist.
08:37Und du und Hagen,
08:38ihr wisst es auch nicht.
08:39Und weil wir es nicht wissen,
08:41können wir Annabelle nicht vorab verurteilen.
08:44Oder Beweismaterial zurückhalten,
08:46das auch für sie sprechen könnte.
08:49Ich habe Annabelle im Lanzino triumphieren sehen.
08:53Sie kam von Viktoria.
08:56Das glaubst du.
08:58Aber weißt du es auch?
09:00Was ist mit dir passiert, Helena?
09:03Ich habe dir vertraut.
09:05Egal welche Motive du hattest,
09:08hier konntest du mich nur so hintergehen.
09:15Mein Gott, Sophie,
09:16Helena wollte dir keine Schwierigkeiten machen.
09:17Helenas Aussage hat Annabelles Position entscheidend gestärkt.
09:21Ist euch das eigentlich klar?
09:22Dieser Brief...
09:24Dieser Brief enthält irreführende Informationen.
09:26Deswegen haben wir ihn zurückgehalten.
09:27Und wenn du das dem Richter nicht erklärst,
09:28dann werde ich das tun.
09:29Du bist doch kein Berufsanfänger.
09:31Dann sieht es so aus,
09:32als baue ich meine Nebenklage
09:33auf den Versuch,
09:34auf das Gericht zu täuschen.
09:38Wenn das Gericht entscheidet,
09:40dass Annabelle unschuldig ist,
09:41dann einzig und allein wegen dieses verdammten Briefes.
09:43Der Brief ist nicht das Problem,
09:45sondern eine Zeugin,
09:46die zugibt,
09:47dass sie durch Unterschlagung von Beweismaterial
09:48ein Gerichtsurteil manipulieren wollte.
09:50Komm schon, Sophie.
09:51Helena ist Victorias Mutter.
09:52Außerdem hat sie ein Geständnis abgelegt.
09:54Das sind alles mildernde Umstände.
09:55Täuschung des Gerichts ist kein Kavaliersdelikt.
09:58Helena hat sich strafbar gemacht
09:59und uns in Erklärungsnot gebracht.
10:02Du bist die Anmeldin.
10:04Und wenn du jetzt schon überfordert bist,
10:06dann hättest du das Mandat besser gar nicht angenommen.
10:10Darum geht es hier nicht.
10:11Wir stehen hier vor Gericht.
10:13Hier geht es um Objektivität und um Taktik.
10:15Und Fakt ist,
10:16dass Helena mir gerade meine komplette Strategie zerschossen hat.
10:19Es tut mir leid,
10:20dass ich die ganze Sache nicht so kühl sehen kann wie du.
10:22Aber Viktoria ist in meinen Arm gestorben
10:23mit den Worten, es war Annabelle.
10:26Ich mache meinen Job nicht erst seit gestern.
10:29Wenn Annabelle für den Tod von Viktoria verantwortlich ist,
10:32dann werde ich das beweisen.
10:33Annabelle hat diesen Mord begangen.
10:34Und wenn es sein muss,
10:35werde ich dem Gericht höchstpersönlich erklären,
10:37warum wir diesen Brief unterschlagen haben.
10:39Jetzt reiß dich endlich zusammen
10:40und lass mich meinen Job machen.
10:43Mag sein,
10:44dass für Helena meldernde Umstände geht.
10:47Aber wenn herauskommt,
10:48dass du als Anwalt das Gericht täuschen wolltest,
10:51dann sieht die Sache schon ganz anders aus.
10:53Sophie, mir geht es nur darum,
10:55dass sie weit ans Licht kommt.
10:56Sei vorsichtig, Haken.
10:58Sonst landet am Ende nicht Annabelle im Gefängnis,
11:01sondern du.
11:14Tag, die Nase nicht so hoch.
11:16Sonst übersiehst du noch eine Stufe und stolperst.
11:18Henning, was machst du mir?
11:20Ja, meine Frage.
11:21Wenn mich dich alles täuscht,
11:22habe ich dich irgendwann als Assistentin eingestellt.
11:24Mhm.
11:26Oder bist du so verkatert,
11:27dass du das vergessen hast?
11:28Nein, danke.
11:29Mir geht es gut.
11:29Du hast den Abend ja frühzeitig für mich beendet.
11:31Ich glaube,
11:31das war auch das Beste für alle Beteiligten.
11:33Du bist so süß,
11:34wenn du so fürsorglich bist.
11:36Bist du jetzt hier,
11:36um mich zur Arbeit abzuholen?
11:37So unempfehlig bist du nun auch wieder nicht.
11:39Schön.
11:40Dann muss ich mir ja keine Sorgen machen,
11:41wie du ohne mich zurechtkommst.
11:43Mach da lieber Sorgen darum,
11:44wie du in Zukunft deine Miete bezahlst,
11:46wenn du deinen hübschen Hintern
11:47nicht bald mal wieder
11:48in die Manufaktur bewegst.
11:50Mhm.
11:51Ich mag es,
11:52wenn du so autoritär bist.
11:53Das ist so männlich.
11:55Nur ist der Anlass ein wenig unpassend,
11:57denn genau genommen bin ich hier nämlich die Chefin
11:59und du bist mein Angestellter.
12:01Da muss ich wohl was verpasst haben.
12:04Die Manufaktur ist ja ein Familienunternehmen
12:06und ich bin ja jetzt Familie.
12:08Und als Annabelle van Weidens Tochter
12:10stehen mir Anteile davon zu.
12:13Soweit ich weiß,
12:14hat Annabelle ihren Kindern nichts hinterhergetragen.
12:16Die mussten für ihr Geld knallhart arbeiten.
12:19Übrigens in der Manufaktur
12:21setzt sich diese Tradition ja mit dir fort.
12:24Ich erlasse dir den Rest des Tages.
12:27Aber ich erwarte,
12:28dass du morgen pünktlich zum Meeting kommst.
12:31Und sorg dafür, dass Schnittchen da sind.
12:33Die hast du beim letzten Mal vergessen.
12:36An deiner Stelle würde ich etwas mehr
12:38entgegenkommen zeigen.
12:39Sonst behalte ich die Neuigkeiten
12:41über Luisa und Simon nämlich für mich.
12:43Das glaube ich weniger.
12:45Du kannst es doch kaum erwarten,
12:46sie loszuwerden.
12:47Und außer mir interessiert es keinen.
12:49Simon ist zu Luisa auf Abstand gegangen.
12:51Wieso das?
12:52Da er ja nur ihr Freund sein darf,
12:54hat er offensichtlich keine Lust,
12:55sich ständig ihr gejammern zu hören,
12:56was ich gut verstehen kann.
13:00Hey!
13:01Was ist dir die Nachricht denn wert?
13:05Vergiss das mit den Schnittchen.
13:07Komm einfach nur pünktlich zum Meeting.
13:28Aufwachen, Schneewittchen.
13:29Was?
13:29Ja, bevor du wachgeküsst wirst,
13:31musst du doch erst noch den Kochlöffel schwingen.
13:33Ach, das ist was für Fortgeschrittene.
13:35Heute wird erst mal die Lage sondiert.
13:38Ich finde es sehr mutig,
13:39dass du bei Sebastian den ersten Schritt machst.
13:41Du hattest einfach recht.
13:42Ich muss ihm die Möglichkeit geben,
13:44mich kennenzulernen.
13:46Sensibilität.
13:47Inzwischen menschlichen Schwingungen.
13:48Also das ist im männlichen Gencode nicht vorhanden.
13:50Und ich weiß, wovon ich spreche.
13:51Und das sagt mir die Frau,
13:52die sich gerade an einen begriffsstutzigen Förster herangräbt.
13:56Du.
13:59Oh, na dann zeig mal, ob du es besser kannst.
14:02Meike, na, alles klar.
14:04Hi Elsa, machst du mir einen Ohrsaft bitte?
14:07Ist Lissi auch da?
14:09Nein, heute ist doch der Prozess gegen Annabelle von Weiden
14:11und Lissi und ihre Familie sind noch bei den Verhandlungen.
14:14Stimmt.
14:15Hast du schon was gehört von ihr?
14:17Nein, noch hat sie nicht angerufen.
14:19Wie läuft's eigentlich bei deiner Fortbildung?
14:22Ist Klassik die neue Moderne?
14:23Danke.
14:24Das wirst du ja später noch herausfinden.
14:26Ja, ich bin schon mal gespannt.
14:28Sag mal, soll ich Lissi abholen oder kommt sie direkt zu dir?
14:33Na, ehrlich gesagt, bist du heute mein einziger Gast.
14:36Ah ja, verstehe.
14:37Die wird wahrscheinlich den ganzen Tag mit ihrer Familie verbringen.
14:43Naja, ich muss doch mal los.
14:44Man sieht sich dann später, ja?
14:45Ich freu mich. Bis dann. Tschüss.
14:47Bis dann.
14:55Richard, wie geht es dir?
14:59Du kannst dir das Theater sparen.
15:03Es muss ein Schock für dich gewesen sein, als du erfahren hast,
15:06dass Helena dich die ganze Zeit belogen hat.
15:09Falls du auf den Brief anspielst,
15:12ich gebe zu, du hattest recht.
15:15Ich kann ja verstehen, dass du mir gegenüber misstrauisch warst.
15:18Tatsächlich.
15:19Ja, es ist viel zwischen uns vorgefallen.
15:23Deshalb ist es jetzt umso wichtiger, dass die Wahrheit endlich ans Licht kommt.
15:29Warten wir den nächsten Verhandlungstage ab.
15:31Der Prozess ist noch nicht beendet.
15:34Richard, der Brief sollte dir beweisen, dass ich unschuldig bin.
15:38Du kannst dich auf mein Wort verlassen.
15:40Ich habe dir die Wahrheit gesagt.
15:42Nur weil dieser Brief existiert, ist er noch lange nicht geklärt, wie Victoria ums Leben kam.
15:46Trotzdem hat Helena alles daran gesetzt, dass ich verurteilt werde.
15:50Hätte sie das Beweismaterial nicht absichtlich zurückgehalten,
15:54dann wäre ich doch viel früher aus der Untersuchungshaft entlassen worden.
15:57Es wundert mich ja nicht, dass sie mir schaden wollte.
16:00Aber dass sie dich absichtlich verletzt, das kann ich nicht verstehen.
16:06Annabelle, bitte.
16:07Du hast Helena geglaubt, dass sie dir die Wahrheit sagt.
16:10Dabei hat sie dir die ganze Zeit ins Gesicht gelogen.
16:14Ich sehe dir doch an, wie tief dich das trifft.
16:22Ich glaube, ich lasse euch beide jetzt mal allein.
16:25Ihr habt bestimmt eine Menge zu besprechen.
16:42Ich glaube, ich habe bei Luisas Geburtstagsfeier meine Jacke hier vergessen.
16:49Ich habe nichts gefunden, aber sieh dich ruhig um.
16:55Vielleicht hat Luisa sie auch mitgenommen.
16:57Hast du sie nach der Feier nochmal gesprochen?
16:59Ja, warum?
17:01Ja, sie war ziemlich geknickt, weil Nora so ausgelastet ist.
17:05Ich denke, Nora hat einfach zu viel Alkohol getrunken.
17:09Allerdings.
17:10Warum hätte sie sonst so eifersüchtig sein sollen?
17:13Wo zwischen dir und Luisa doch nur noch Freundschaft ist.
17:15Wenn ich die Jacke doch noch finde, dann melde ich mich, okay?
17:18Danke.
17:20Und Henning!
17:22Wenn du das nächste Mal etwas über Luisa und mich wissen willst,
17:25frag mich doch einfach direkt.
17:27Danke fürs Angebot.
17:29Bei Bedarf komme ich gerne darauf zurück.
17:40Ich möchte noch einmal mit dir reden, Richard.
17:43Es ist bereits alles gesagt.
17:45Es tut mir leid, dass ich nicht ehrlich zu dir war.
17:48Aber ich habe den Brief auch zurückgehalten,
17:50weil ich dich schützen wollte.
17:53Wie viel Entschuldigung wirst du dir noch ausdenken?
17:56Ich liebe dich, Richard.
17:58Und ich habe mir Sorgen um dich gemacht.
18:01Ah ja.
18:02Du bist nach Victorias Tod zusammengebrochen.
18:05Wie hätte ich dich auch noch damit belasten können,
18:07dass unsere Tochter einen Mord geplant hat?
18:08Du hattest kein Recht, mir den Brief vorzuenthalten.
18:12Im Nachhinein ist man immer klüger.
18:15Es gibt nur einen Grund, warum du mir den Brief verheimlicht hast.
18:18Weil du wusstest, dass ich mich niemals damit einverstanden erklärt hätte,
18:20ihn vor Gericht zurückzuhalten.
18:22Sei doch wenigstens jetzt ehrlich, Helena!
18:23Zum damaligen Zeitpunkt hättest du die Wahrheit nicht verkraftet.
18:26Und danach, als es mir wieder gut ging.
18:35Ich habe dir vertraut, aber du hast mich belogen.
18:38Wiederholt.
18:39Also komme ich jetzt nicht mit irgendwelchen lapidaren Rechtfertigungen.
18:42Annabelle hat unsere Tochter auf dem Gewissen.
18:45Und mit Hilfe dieses Briefes wird sie vermutlich freigesprochen.
18:48Wenn Annabelle schuldig ist, dann wird Sophie das beweisen.
18:52Helena, du kannst doch kein Beweismaterial zurückhalten,
18:54um eine richterliche Entscheidung zu manipulieren.
18:57Du hast dich strafbar gemacht. Ist dir das eigentlich klar?
19:01Solange Annabelle für das bezahlt, was sie getan hat,
19:05nehme ich jede Strafe in Kauf, Richard. Jede.
19:10Wenn du bereit bist, das Recht zu beugen,
19:12dann bist du kein Deut besser als Annabelle.
19:33Sieht ja gut aus.
19:36Hast du dir den anderen Fuß auch noch verstaubt?
19:40Ach, äh, nein, das ist nur wegen der Fehlbelastung.
19:43Ich versuche, meine Hüfte zu schonen.
19:45Sieht so aus, als könntest du das Tanzen für längere Zeit vergessen.
19:48Oh, das tut mir leid. Dabei hast du dich so darauf gefreut.
19:51Tja, ich muss mich eben noch ein bisschen schonen.
19:54Zum Glück hat Tobias sich bereit erklärt, mich würdig zu vertreten.
19:58Ja, auf der Mutters Füße ist das bestimmt die gesündere Lösung.
20:00Sonst rumpelt ihr bald im Doppelpack und könnt euch gegenseitig stützen.
20:03So schlecht war dein Vater gar nicht.
20:05Er war nur ein bisschen eingerostet.
20:06Tja, ich muss zugeben, Tobias war immer besser.
20:09Er hat eben den Blus im Blut, wie man so schön sagt.
20:12Vielen Dank für das Kompliment.
20:13Ich hoffe, ich habe nichts verlernt.
20:15Mein lieber Onkel, da hast du bei unserer Mutter leider keine Chance.
20:18Zur Not übernimmt sie die Führung.
20:21Sag mal, warst du nicht verabredet?
20:23Ja, ich muss gleich los. Wieso?
20:26Übersetzt heißt das, lass uns noch etwas übrig.
20:31Wer weiß, wann ich das nächste Mal wieder was zu essen kriege.
20:51Ja, ich muss das nächste Mal wieder was zu essen.
21:04Na, ist er schon da?
21:05Nein, natürlich nicht. Sonst würde ich doch hier nicht für so ein Empfangskomitee stehen.
21:09Ja, das ist schlecht. Du darfst nicht so schnell die Tür aufmachen.
21:12Du musst dir ein bisschen zappeln.
21:13Spar dir deine Ratschläge. Was willst du überhaupt?
21:15Ich habe nur was vergessen.
21:18Damit ich nachher nicht klingeln muss.
21:21Viel Spaß.
21:38Malke, was gibt's denn?
21:42Du siehst großartig aus.
21:44Und das Teining war jetzt schon viel besser.
22:00Was hast du denn jetzt schon wieder vergessen?
22:04Wer hast du denn erwartet?
22:06Äh, Elsa. Ich dachte, sie hätte vielleicht den falschen Schlüssel mitgenommen.
22:09Ja, passiert mir auch immer.
22:12Oh, wow.
22:13Das ist aber ein guter Wein. Danke.
22:16Schlechter Fusel kann einen den besten Film verderben.
22:18Wie viel?
22:20Hier.
22:22Ach, danke.
22:24Na, dann kannst du ja mal losgehen.
22:41Frau Bernstein?
22:49Ist alles in Ordnung?
22:55Das kann man so nicht sagen, nein.
22:59Es tut mir leid, aber ich konnte nicht anders.
23:02Ich musste den Brief an Frau Nowak weitergeben.
23:08Sie haben getan, was Sie tun mussten.
23:14Ich hätte es mit meinem Rechtsempfinden nicht vereinbaren können, den Brief zu behalten.
23:21Und ich kann es mit meinem Rechtsempfinden nicht vereinbaren, eine Mörderin laufen zu lassen.
23:28Das kann ich verstehen.
23:30Aber ich bin sicher, dass Frau von Weiden verurteilt wird, wenn sie die Mörderin sein sollte.
23:36Frau Nowak wird die Wahrheit herausfinden.
23:40Ich wollte Ihnen keine Schwierigkeiten machen.
23:44Ich wollte nur das Richtige tun.
23:48Ja, das wollte ich auch.
23:51Aber vielleicht war das vermeintlich Richtige in diesem Fall genau das Falsche.
24:23Ich wollte dich auch
24:27Herr von Weiden, gut, dass Sie wieder da sind.
24:30Wieso? Gibt es noch mehr unangenehme Überraschungen?
24:32Glauben Sie mir, ich bin von Frau Bernsteins Geständnis ebenso überrascht wie Sie.
24:36Dann haben Sie es also auch nicht gewusst?
24:38Nein. Sonst hätte ich diese unüberlegte Aussage vielleicht noch verhindert.
24:46Und welche Konsequenzen hat das jetzt für den weiteren Prozessverlauf?
24:48Das wird sich zeigen. Auf jeden Fall habe ich entschieden, dass wir auf Frau Bernstein als Zeugin verzichten.
24:53Das habe ich befürchtet.
24:54Frau Bernstein hat in Glaubwürdigkeit verloren.
24:57Jede weitere Aussage von ihr würde als Versuch gewertet werden, Annabelle von Weiden weiterhin zu schaden.
25:01Ich verstehe.
25:02Unsere stärksten Zeugen sind jetzt Hagen und Luisa Maiwald.
25:05Sie waren beide ein Tatort, als Viktoria gestorben ist.
25:07Ja. Hoffentlich verliert Hagen jetzt nicht auch noch die Nerven.
25:11Ich habe bereits mit ihm gesprochen. Ich hoffe, er hat eingesehen, dass wir uns kein weiteres unüberlegtes Handeln mehr leisten
25:16können.
25:18Okay.
25:26Ich fahre gleich in die Manufaktur. Willst du mitkommen?
25:28Das wäre toll. Kommst du auch mit?
25:31Ich habe mir Arbeit mit nach Hause genommen und ich muss mein Bein noch schonen.
25:34Bitte.
25:35Das ist bestimmt gut für dich.
25:36Ja.
25:36Marianne, mach dir keine Sorgen. Ich kümmere mich um den Rest.
25:40Dann wollen wir mal. Bis später.
25:49Kann ich dir noch irgendwas bringen?
25:50Nein, nein, nein. Du, ich komme ganz alleine zurecht. Danke, danke.
25:52Bin gleich wieder da.
26:16Becker? Hallo?
26:18Hallo?
26:19Becker?
26:22Also, es ist ja erstaunlich, was da in der Mittagspause alles bewirkt. Du bist ja wieder richtig gut zu Fuß.
26:31Gibt es Probleme zwischen dir und Helena?
26:34Nein. Wie kommst du drauf?
26:36Ich habe zufällig einen Teil eures Gesprächs mitbekommen.
26:40Nein, es ist alles in Ordnung. Mach dir mal keine Gedanken.
26:42Du musst nicht immer alles alleine mit dir ausmachen.
26:46Wozu hat man denn...
26:48charmante, gut aussehende,
26:51wohlhabende, lustige, witzige und spritzige Freunde wie mich?
26:54Damit sie einem so lange auf die Nerven gehen und nicht lockerlassen,
26:57sondern sie haben, was sie wollen.
26:59Ich wusste, dass du so aufkommst.
27:03Henning, ich will dich nicht mit meinen Problemen belasten.
27:07Du belastest mich, wenn du sie mir nicht erzählst.
27:09Ich mache mir Sorgen um dich.
27:14Das ist eine lange Geschichte.
27:17Ich habe Zeit. Gehen wir ein paar Schritte?
27:30Falls du gekommen bist, deine Zeugenaussage zu machen, so muss ich dich leider enttäuschen.
27:34Was soll denn das heißen?
27:36Dein Versuch, das Gericht zu manipulieren, hat dich als Zeugin untauglich gemacht.
27:40Aber ich habe die Unterschlagung des Briefes vor Gericht zugegeben.
27:44Du hast vor allen Dingen zugegeben, dass du dem Gericht Material vorenthalten wolltest,
27:48was eventuell Annabels Unschuld beweist.
27:50Damit hast du unsere Position erheblich geschwächt.
27:52Richard, ich weiß, dass du enttäuscht und wütend auf mich bist.
27:56Aber du entscheidest nicht über meine Aussage.
27:58Es ist Sophies Entscheidung.
28:00Das hast du dir selber zuzuschreiben.
28:03Bleibt das jetzt so zwischen uns?
28:06Ist das die Art, in der wir in Zukunft miteinander umgehen?
28:08Was erwartest du, Helena? Was erwartest du?
28:12Dass du wenigstens versuchst, mich zu verstehen.
28:14Das kann ich nicht.
28:16Ist dir überhaupt klar, was du getan hast?
28:20Ich weiß doch, dass es falsch war.
28:22Und ich würde es gerne rückgängig machen.
28:24Aber das kann ich nicht.
28:25Ich brauche keine neuen Entschuldigungen.
28:27Und ich glaube dir sogar, dass es dir leid tut.
28:29Aber?
28:35Ich hatte meine Hand für dich ins Feuer gelegt.
28:38Du warst die Frau an meiner Seite.
28:40Meine Sicherheit.
28:42Ich hatte keine Geheimnisse vor dir.
28:44Ich habe dir blind vertraut.
28:46Jetzt erfahre ich, dass du mich belogen hast.
28:50Richard.
28:51Ich muss meine Welt neu ordnen und ich weiß noch nicht, wie ich damit umgehe.
29:03Ich habe mich nicht.
29:04Es tut mir leid.
29:05Sei mir bitte nicht böse.
29:06Aber wir dachten, sonst bekommen wir dich nie dazu, mit Marianne den Tanzkurs zu machen.
29:11Wir?
29:11Ja, Marianne und ich.
29:13Seit Birgit nicht mehr da ist, gehst du überhaupt nicht mehr unter Menschen.
29:16Und deshalb verzichtest du auf den Tanzkurs mit deiner Frau?
29:20Tja, das tut man nicht alles für seinen Bruderhard.
29:24Du schwindelst wirklich erbärmlich, Harald.
29:27Gib doch zu, dass du eigentlich ganz froh bist, dem Tanzkurs zu entgehen.
29:31Ja, sonst wäre hier sowieso nur die ganze Zeit auf den Füßen herumgetreten.
29:45Es tut mir leid, dass ich hier satt aufkreuze.
29:49Ich hatte keine Ahnung, dass du kochst.
29:50Was?
29:51Was dachtest du denn?
29:52Dachtest du, ich meiste jetzt eine Pizza in den Ofen und leg ein paar Chips auf den Tisch?
29:57Oder was?
29:58Oder Popcorn.
29:59Darum habe ich auch welche mitgebracht.
30:01Hast du eigentlich die DVD mitgebracht?
30:03Ja, dann wäre doch der Fernsehabend komplett.
30:06Ich dachte, die besorgst du.
30:07Naja, macht nichts.
30:08Ich kann dir noch schnell eine holen.
30:09Das war ein Witz.
30:11Ich hatte dich eigentlich jetzt nicht auf einen netten Kumpelabend eingeladen.
30:16Nicht?
30:19Für eine Sekunde habe ich jetzt gedacht, du hast hier sowas wie ein Date organisiert.
30:23Das ist hier sowas wie ein Date.
30:26Oder dachtest du, ich wollte den Strom sparen?
30:37Ich habe meine Stieftochter zuletzt im Wohnzimmer des Gutshauses gesehen.
30:42Sie hatte ihr Gepäck dabei.
30:44Ihre Mutter, Helena Bernstein, wollte sie offensichtlich zum Flughafen bringen.
30:48Warum bezweifeln Sie das?
30:51Nun, kurz darauf traf ich Frau Bernstein im Lanzino.
30:54Offenbar wusste sie nichts von dieser Vereinbarung.
30:57Hatten Sie den Eindruck, dass Victoria enttäuscht war, ihre Mutter nicht anzutreffen?
31:02Oder hatte sie es eilig?
31:04Im Gegenteil, sie bot mir sogar noch einen Drink an.
31:07Aber Sie haben abgelehnt.
31:08Ich hatte einen Termin.
31:10Was für ein Termin war das?
31:11Ein geschäftlicher Termin. Ich weiß nicht mehr.
31:14Jeder Tag ist voller Termine.
31:16War Ihnen eigentlich daran gelegen, mit Ihrer Stieftochter anzustoßen?
31:20Die beide sollen ja regelrecht verfeindet gewesen sein.
31:22Vor zwei Jahren hat Victoria van Weiden versucht, sie zu erschießen.
31:27Ein schrecklicher Vorfall.
31:29Sie wusste nicht, was sie tat. Ich glaube, sie hat sich das nie vergeben.
31:34Haben Sie ihr denn vergeben?
31:36Ich habe meinen Frieden mit ihr gemacht.
31:39Schon allein meiner Ehe zuliebe.
31:42Trotzdem fühlte Victoria van Weiden sich von Ihnen bedroht.
31:45Dazu gibt es mehrere Zeugenaussagen.
31:48Meine Stieftochter war hochgradig labil.
31:50Und was mich betrifft, Lition der Verfolgungswahn.
31:54Das Fläschchen mit dem Gift, durch das Victoria ums Leben kam,
31:57wurde in Ihrer Handtasche gefunden, Frau van Weiden.
31:59Sie muss es in meine Tasche gesteckt haben.
32:02Wie hätte Sie das bewerkstelligen sollen?
32:05Nach Ihrer eigenen Aussage hatten Sie das Gutshaus bereits verlassen,
32:08als Victoria das Gift nahm.
32:10Wieso hätte ich das Fläschchen einstecken sollen,
32:12nachdem ich ihr das Gift verabreicht habe?
32:15Weil Sie es entsorgen wollten, jedoch nicht mehr dazu kamen.
32:19Ach, das ist doch absurd.
32:21Victoria wollte mich umbringen, nicht umgekehrt.
32:23Sie hatte das Gift besorgt.
32:26Das steht doch auch in dem Brief.
32:30Ich bitte um Ruhe.
32:33Ruhe, bitte.
32:35Ich habe zunächst keine weiteren Fragen.
32:38Frau Nowak, wenn Sie noch Fragen haben, Ihre Zeuge.
32:44Die habe ich. In der Tat.
32:49Da habe ich ein Date und merke es nicht.
32:51Und du schlägst mir bei Mutti den Magen voll und ich stehe stundenlang in der Küche.
32:56Das ist mir noch nie passiert.
32:57Mir auch nicht.
32:59Ich wollte dir eigentlich auch sagen, dass ich dich mag.
33:01Also, sehr mag.
33:04Wow.
33:05So eine direkte Ansage habe ich ja noch nie von einer Frau bekommen.
33:08Deswegen bekomme ich wahrscheinlich auch so eine direkte Antwort, richtig?
33:12Maike, du bist eine tolle Frau.
33:14Ich habe das dumme Gefühl, da kommt jetzt ein großes Aber auf mich zu.
33:19Aber ich lerne die Frauen einfach gerne richtig kennen, mit denen ich zusammen sein will.
33:25Also gehe ich recht in der Annahme, dass es noch ein paar Monate oder Jahre dauern wird.
33:29Hm.
33:31Ich verstehe.
33:32Ja, aber wenn du willst, dann können wir ja heute Abend damit anfangen.
33:43Erstaunlich, dass Sie sich an Ihren Termin nicht mehr erinnern können.
33:46Immerhin war es so erfolgreich, dass Sie später im Lanzino Frau Bernstein einluden, mit Ihnen darauf anzustoßen.
33:53Nun, ich bin eine vielbeschäftigte Frau.
33:55Sie werden verstehen, dass ich mir nicht alle meine Termine merken kann.
33:59Umso mehr wundert es mich, dass Sie sich diesen Termin nicht in Ihrem Time-Planer vermerkt haben.
34:04Vermutlich hat es sich kurzfristig ergeben.
34:07Vermutlich.
34:08Und Victoria lud Sie also zu einem Drink ein?
34:12Eine Art Abschiedstrunk?
34:14Das war Ihr Vorwand.
34:16Aber wie wir natürlich aus Ihrem Brief wissen, wollte sie mich vergiften.
34:20Zum Glück habe ich abgelehnt.
34:21Weil Sie keine Zeit hatten?
34:23Richtig.
34:24Tja, merkwürdig.
34:27Victoria wollte mit Ihnen anstoßen, hat aber nur ein Glas gefüllt.
34:31Ein zweites ist seltsamerweise niemals gefunden worden.
34:34Über den Verbleib von Gläsern befragen Sie besser unsere Hausangestellte, Luisa Maiwald.
34:39Keine Sorge, das werde ich.
34:40Sie ist als Zeugin geladen.
34:43Im Polizeibericht ist auch nur ein Glas erwähnt.
34:46Na, ist ja auch logisch. Ich wollte ja nicht mit ihr trinken.
34:49Ach, dann hat Victoria sich ihr Glas also erst eingeschenkt, als Sie bereits weg waren?
34:54Vermutlich.
34:56Na ja, ein bisschen sentimental war sie schon, unsere gute Victoria.
35:00Vielleicht wollte sie Abschied nehmen.
35:03Abschied nehmen?
35:04Ja, vom Haus ihres Vaters.
35:07Sie wollte Falkenthal für immer verlassen.
35:11Sehen Sie, Frau von Weiden?
35:12Und ab hier fängt Ihre Geschichte an, ein klein bisschen unrealistisch zu werden.
35:17Finden Sie nicht?
35:19Victoria von Weiden kam ins Gutshaus, lud sie zu einem Drink ein
35:23und als Sie keine Zeit hatten, hat sie sich selbst vergiftet?
35:27Bitte Ruhe, Herrschaften!
35:31Denn wenn Sie nicht mehr da waren und Victoria das Gift nicht für Sie in das Glas gemischt hat,
35:37kann sie es ja nur für sich selbst getan haben.
35:39Nun, äh, Victoria hat vielleicht in letzter Sekunde begriffen, wie irrsinnig ihr Plan war.
35:46Und dann?
35:47Nun ja.
35:49Und dann hat sie sich selbst umgebracht.
35:52Ist das nicht sehr unwahrscheinlich, Frau von Weiden?
35:56Victoria kam mit Gepäck ins Gutshaus.
35:59Und vielleicht wollte sie Abschied nehmen.
36:02Aber ihr Leben beenden wollte sie garantiert nicht.
36:05Im Gegenteil. Sie wollte ein neues Leben beginnen.
36:09Finden Sie nicht auch, Frau von Weiden, dass Ihre Selbstmordtheorie mehr als abwegig klingt?
36:44Sie schweigen, Frau von Weiden?
36:47Dann werde ich Ihrem Gedächtnis mal ein bisschen auf die Sprünge helfen
36:50und erzähle Ihnen, wie es wahrscheinlich war, als Victoria zum letzten Mal ins Gutshaus kam.
36:58Victoria von Weiden hat geplant, sie zu töten, bevor sie mit gefälschten Papieren das Land verlassen wollte.
37:04Zu diesem Zweck hat sie sich das Schlangengift besorgt, genau wie es in ihrem Abschiedsbrief steht.
37:10Hast reines Schlangengift.
37:12Damit können Sie ein vollbesetztes Fußballstadion platt machen.
37:14Wenn Sie auch das Gegengift dazu haben wollen, dann...
37:17Danke. Kein Bedarf.
37:19Schönen Tag noch.
37:20Vor Ihrer Abreise ist Victoria noch einmal ins Gutshaus gefahren und traf, wie sie sich das vorgestellt hatte, auf sie.
37:30Jetzt sag bitte nicht, du hast es dir anders überlegt.
37:32Ich suche Helena. Sie wollte mich zum Flughafen bringen.
37:35Zum Flughafen? Ach, da habt ihr euch ganz knapp verpasst. Sie ist eben zur Tür raus.
37:39Dann sehe ich sie halt nachher im Luft.
37:42Dann guten Flug.
37:43So, komm.
37:45Erinnerst du dich noch, wie wir uns damals kennengelernt haben?
37:48Genau hier, in diesem Raum, haben wir beide auf eine gute Mutter- und Tochterbeziehung angestoßen.
37:54Erinnerst du dich?
37:56Wie könnte ich das vergessen?
37:58Wie wär's? Wollen wir unser kleines Ritual von damals zum Abschied nicht wiederholen?
38:02Und deshalb...
38:04...hat Victoria nicht eins, sondern zwei Gläser gefüllt und auf eine Gelegenheit gewartet, ihren Plan auszuführen.
38:12Ich habe nie etwas Gegenteiliges behauptet.
38:16Bis hierhin vielleicht.
38:18Aber Sie haben dann das Gutshaus nicht verlassen, wie Sie es behaupten.
38:23Sie wollten den Triumph, das Victoria Falkenthal für immer verlässt, voll auskosten.
38:30Sie haben mit ihr angestoßen.
38:36Und warum bin dann nicht ich tot, sondern Victoria?
38:39Sie kannten Ihre Stieftochter.
38:42Auf dich, Annabelle.
38:44Auf uns?
38:45Sie haben gemerkt, dass irgendetwas an Ihrem Verhalten nicht stimmt.
38:51Da ahnten Sie, was sie vorhatte.
38:55Ihre Freundlichkeit machte plötzlich einen Sinn.
38:59Auch, dass sie sich gerade von Ihnen verabschieden wollte.
39:02Und nun beschlossen Sie selbst, zur Mörderin zu werden.
39:07Das ist doch lächerlich.
39:09Ich weiß nicht, wie Sie es gemacht haben.
39:12Aber Sie haben die Gläser vertauscht.
39:15Da fällt mir ein, ich habe gar kein Abschiedsgeschenk für dich.
39:21Ich bitte dich, seit wann machst du mir denn Geschenke?
39:25Der Stein des Anstoßes.
39:27Das war er doch immer für dich, nicht wahr?
39:29Ein Talisman von der Erzfeindin.
39:31Wenn das kein Glück bringt.
39:36Danke.
39:49Dann haben Sie mit Ihrer Erzfeindin angestoßen und zugesehen, wie sie das Gift trinkt.
39:59Vermutlich hat Victoria bald um Hilfe gefläht.
40:03Aber Sie haben sie qualvoll sterben lassen.
40:08Du musst mir helfen.
40:10Die helfen?
40:11Und wie stellst du dir das vor?
40:13Es gibt ein Gegengift.
40:18Mhm.
40:19Ich glaube kaum, dass wir das in unserer Hausapotheke haben.
40:21Und selbst wenn, warum sollte ausgerechnet ich dir diesen Gefallen tun?
40:27Bitte.
40:29Annabelle.
40:30Nun, Frau van Weiden, ist es nicht eher so gewesen?
40:37Waren Sie dabei, als Victoria die Drinks eingeschenkt hat?
40:42Haben Sie mit ihr getrunken?
40:50Antworten Sie, Frau van Weiden.
40:55Es muss so gewesen sein.
40:58Denn wenn Sie nicht mehr da waren, als Victoria das Glas mit dem Gift präparierte,
41:04wie kam dann das Gift, das identische Gift, in Ihre Handtasche?
41:10Haben Sie dafür eine Erklärung, Frau van Weiden?
41:14Jetzt geben Sie doch endlich zu, dass Sie die ganze Zeit gelogen haben.
41:39Ja.
41:42Ich gebe es zu.
41:46Ich habe gelogen.
41:47Ich habe gelogen.
Kommentare