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KurzfilmeTranskript
00:00Gar nichts, Eva.
00:01Doch. Das heißt, dass Simon dich liebt und nicht Nora.
00:05Deutlicher kann das ja wohl nicht sagen.
00:06Ja. Hör auf deine alte Busenfreundin, sie hat bestimmt recht.
00:10Jetzt hast du dir so viel Mühe gegeben, Simon und mich auseinanderzubringen.
00:12Und das ist doch gar nicht wahr.
00:13Da solltest du auch die Lorbeeren ernten, findest du nicht?
00:15Nein, Nora. Ich...
00:17Mein Job bin ich jetzt auch noch los.
00:19Und Frau Bernstein will, dass ich hier ausziehe.
00:22Was?
00:25Nora, mach dir keine Sorgen, ich kümmere mich drum.
00:27Du würdest dich kümmern können, indem du rechtzeitig abgereist wärst.
00:29Jetzt ist es zu spät.
00:30Nora, warte. Ich muss dir was sagen.
00:35Deine Mutter ist nicht tot.
00:39Was soll das? Ist das wieder irgend so ein Trick von dir?
00:42Nein, das stimmt.
00:44Sie lebt.
00:48Wir haben endlich herausgefunden, wer sie ist.
01:02Nein.
01:05Annabelle von Weiden ist deine Mutter.
01:21Das ist ein Trick von dir.
01:47Du kannst mir glauben, du bist Annabelle von Weidens Tochter.
01:53Ich weiß, das ist jetzt alles ein bisschen viel für dich.
01:57Vor allem, weil du innerlich schon Abschied von deiner Mutter genommen hast.
02:02Wir haben doch alle geglaubt, dass sie sich das Leben genommen hat.
02:05Es tut mir so leid, dass es so viele Missverständnisse gab, aber diesmal ist jeder Irrtum ausgeschlossen.
02:12Ja, ich habe das Foto gefunden, als die Sachen von Annabelle von Weidens zusammengestellt wurden.
02:26Nora!
02:39Danke.
02:54Patrizia hat geschrieben.
03:08Also, erwarte bitte nicht von mir, dass ich dir in irgendeiner Weise helfe.
03:15Es tut so weh, so etwas zu schreiben, aber ich bin froh, dass du endlich da bist, wo du hingehörst.
03:24Verdient.
03:26Ungesühnte Taten.
03:29Gerichtsschrafen.
03:35Schreib mir nicht.
03:36Ruf mich nicht an.
03:43Ich habe keine Mutter mehr.
03:57Patrizia.
04:04Sag mal, wer ist eigentlich diese Luisa?
04:08Noras Schwester.
04:09Sie arbeitet drüben im Gutshaus.
04:11Und was läuft da zwischen euch?
04:12Es sah fast so aus, als hättet ihr Stress.
04:14So könnte man das auch nennen.
04:18Äh, ja, geht das auch deutlicher?
04:21Ich liebe sie deutlich genug.
04:23Moment mal.
04:25Korrigiere mich, aber heißt deine Freundin nicht Nora?
04:28Wir sind nicht mehr zusammen.
04:31Ja, ich wusste doch.
04:33Irgendwie fehlt bei der Geschichte der Mittelteil.
04:35Und will diese Luisa auch was von dir?
04:38Das ist ein bisschen komplizierter.
04:40Na, entweder sie empfindet etwas für dich oder nicht.
04:42Was ist denn daran so kompliziert?
04:43Dass ich der Ex-Freund ihrer Schwester bin.
04:45Deshalb kann sie sich doch trotzdem in dich verlieben, oder?
04:48Das hat sie auch, glaube ich.
04:50Ja, wo ist dann das Problem?
04:52Wahrscheinlich nimmt sie Rücksicht auf Nora.
04:54Ich habe auch schon mal eine Frau wegen einer anderen verlassen.
04:57Das passiert eben.
04:58Den Pragmatismus hast du vom Vater, aber so einfach ist das nicht.
05:01Doch, genau so einfach ist das, wenn ihr euch liebt.
05:04Jetzt stell dir mal vor, deine Freundin macht mit dir Schluss, weil sie sich in mich verliebt hat.
05:07Wie würdest du da reagieren?
05:11Ja, okay, das fühlt sich nicht so gut an.
05:13Aber du bist mein Bruder und wenn die Frau wirklich dich liebt und nicht mich,
05:17dann würde ich mich irgendwann auch für dich freuen.
05:19Irgendwann?
05:20Vielleicht.
05:21Und was passiert denn in der Zwischenzeit?
05:52Es ist bestimmt schwer zu begreifen, dass Annabelle von Weiden deine Mutter ist.
05:58Ich war auch sehr überrascht, als Eva das Foto gefunden hat.
06:03Hast du eine Ahnung, wie das ist, wenn man ständig neue Überraschungen serviert bekommt?
06:09Nora, erst willst du mir einreden, dass Helena Bernstein meine Mutter ist
06:14und dann schickst mich auf den Friedhof und erklärst eine unbekannte Selbstmörderin zu meiner Mutter
06:19und jetzt ist es Annabelle von Weiden.
06:22Wer kommt als nächstes?
06:24Niemand.
06:26Du siehst doch das Foto, sie ist es.
06:28Ganz sicher.
06:30Und das erzählst du mir ausgerechnet jetzt?
06:34Weil Simon mich gerade abserviert hat
06:36und du dein schlechtes Gewissen beruhigen musst?
06:39Das stimmt nicht.
06:43Komm, Simon.
06:51Erst nimmst du mir Holger weg,
06:53dann Simon,
06:55aber zum Trost gibt's ja dafür eine neue Mutter.
07:01Weißt du was für Schwindel endlich?
07:04Hau endlich ab von hier.
07:06Das hast du doch eh schon seit Tagen vor.
07:10Aber ich wollte nicht fahren, ohne dir zu sagen,
07:12dass Annabelle von Weiden deine Mutter ist.
07:15Ja, das hörst du ja jetzt.
07:17Hau endlich ab.
07:24Ja, das hörst du mich an.
07:51Hallo, kann ich dich kurz stören?
07:54Ja, natürlich.
07:57Sag mal, ist Papa jetzt endlich in dem Hotel angekommen?
07:59Er hat sich noch nicht gemeldet. Wahrscheinlich ist er noch unterwegs.
08:02Es ist sicher, alles in Ordnung. Du brauchst dir keine Sorgen zu machen, Lissi.
08:05Nein, es ist nur so, ich habe eine Überraschung für ihn.
08:09Ich habe mich jetzt endlich fürs Abi angemeldet, beim Römergymnasium.
08:13Wow, na, da hast du ja keine Zeit verloren. Und wann geht's los?
08:17Na, wenn die mich annehmen, dann zum nächsten Halbjahr.
08:20Wie schön. Lust auf einen Job in der Zwischenzeit?
08:25Na, jetzt verlierst du aber keine Zeit.
08:27Du hast doch lange im Catering gearbeitet.
08:29Und du kennst dich aus in der Manufaktur.
08:32Damit wärst du die ideale Besetzung für den Empfang.
08:34Dann hast du Nora Maywald tatsächlich rausgeschmissen?
08:37Sie ist anmaßend, unverschämt und inkompetent.
08:40Und zusätzlich noch Annabels Handlangerin.
08:42Und damit genau das, was ich hier überhaupt nicht gebrauchen kann.
08:47Also, was ist? Machst du's?
08:50Selbstverständlich.
08:51Tja, dann habe ich ja gleich eine erste Bitte an dich.
08:54Kannst du herausfinden, wer der junge Mann war, der Richard bei seinem Zusammenbruch erste Hilfe geleistet hat?
09:00Klar. Das ist Sebastian Becker, der Bruder von Simon Becker.
09:03Ach, du kennst ihn?
09:04Ja.
09:05Ja, dann kannst du ja vielleicht auch herausfinden, womit ich ihm eine kleine Freude machen könnte.
09:08So als Dankeschön.
09:09Klar.
09:12Aber für Aufträge dieser Art gibt's eine Spesenrechnung extra.
09:17Also.
09:35Also ich, ich soll für dich posieren. Was, was muss ich machen?
09:39Nichts. Bleib so. Du bist perfekt.
09:42Deine Augen.
09:43Dein Lächeln.
09:44Das kleine Grübchen an deinem Kinn.
09:48Kleines Grübchen.
09:49Bist du dir sicher?
09:50Deinetwegen haben die Menschen überhaupt angefangen zu malen.
09:53Oh.
09:54Ja.
09:54Was ist? Gefällt sie dir nicht?
09:56Doch, schon. Aber...
09:59Ich sehe so anders aus als sonst auf Fotos.
10:02Fotos haben nun keine Seele.
10:04Sie zeigen nur, was ist.
10:07Eine Zeichnung hingegen sieht, was kein Foto sehen kann.
10:11Und was ist das?
10:12Liebe.
10:19Ich habe Gefühle für dich.
10:23Aber nicht genug.
10:24Hör zu, Luisa. Ich liebe Nora nicht. Ich liebe dich.
10:27Es tut mir leid.
10:30Aber ich liebe dich nicht.
10:50Ich liebe dich.
11:00Nora hat recht.
11:02Ich sollte sie endlich in Ruhe lassen und weggehen.
11:04Wie ich es vorhatte.
11:07Jedes Mal, wenn du gehen wolltest, hat dir das Schicksal ein Schnippchen geschlagen.
11:11Vielleicht ist dein Platz doch hier in Falkenthal.
11:16Ich habe Angst, dass er die Trennung von Simon den Boden unter den Füßen wegzieht.
11:20Den Job in der Manufaktur hat sie auch verloren.
11:23Naja, sie ist durcheinander. Das kann ich sogar verstehen.
11:26Sie glaubt, dass ich ihr ausgerechnet jetzt von Annabelle erzähle, um sie von Simon abzulenken.
11:30Ich sag doch, sie ist durcheinander.
11:32Ich kann verstehen, dass sie verletzt und enttäuscht ist.
11:35Erst sorge ich dafür, dass sie ihren Verlobten verliert und sie ihre feste Stelle im Hotel aufgibt.
11:40Und dann präsentiere ich ihr in Falkenthal eine Mörderin als Mutter.
11:43Jetzt mach aber mal einen Punkt.
11:46Zu der Sache mit Noras Verlobten habe ich dir schon oft genug meine Meinung gesagt.
11:51Du kannst dir nicht für alles, was deiner Schwester zustößt, die Schuld geben.
11:55Aber ich...
11:56Nora ist erwachsen genug.
11:58Es war ihre Entscheidung, dir nach Falkenthal zu folgen.
12:01Und sie muss sich entscheiden, ob sie Annabelle als Mutter anerkennt oder nicht.
12:06Ich habe kein gutes Gefühl dabei, sie mit dieser Entscheidung allein zu lassen.
12:09Wo ist der denn, Nora?
12:12Kann ich dir was helfen?
12:14Nein, danke, ich suche den Wetzstahl. Ich glaube, den habe ich drüben.
12:19Also, Nora, kann man nur raten, den größtmöglichsten Abstand zu Annabelle zu halten.
12:27Sie hat noch keines ihrer Kinder glücklich gemacht.
12:30Dabei wünsche ich ihr genau das, dass Nora endlich glücklich wird.
12:35Ja, aber Nora ist für ihr Glück selbstverantwortlich und nicht du.
12:52Lena Bernstein?
12:54Anscheinend kannte sie Werner Grafenberg.
12:57Und sie lebt jetzt in Falkenthal mit Richard von Weiden.
12:59Und du meinst, weil Helena Bernstein mit Werner Grafenberg...
13:04Ist sie meine Mutter?
13:07Ich weiß nicht, ist es möglich?
13:08Ich weiß nur, dass Helena Bernstein mehr Geld hat als die englische Königin.
13:17Ich habe wirklich keine Ahnung, was sie von mir wollen.
13:19Natürlich nicht.
13:20So wie du seit über 30 Jahren keine Ahnung von mir hast.
13:23Wer sind sie überhaupt?
13:24Das ist alles ein ganz großes Missverständnis.
13:26Oh, bitte.
13:28Natürlich streitet sie jetzt alles ab.
13:29Kann ich jetzt bitte mal eine Antwort auf meine Frage bekommen?
13:36Sie sind wohl neu hier?
13:38Ja.
13:39Annabelle von Weiden.
13:40Freut mich, sie kennenzulernen.
13:42Freut mich auch.
13:45Ja.
13:47Ja.
14:07Ich will dir nicht mit irgendwelchen Sprüchen kommen, dass jeder seines Glückes Schmied ist.
14:12Aber irgendwie ist doch da was dran, hm?
14:16Ja, siehste, da ist er doch.
14:17Habe ich doch gewusst.
14:22Jeder ist für sein eigenes Leben verantwortlich.
14:25Auch Nora.
14:27Du hast recht.
14:29Aber Noras Leben ist so viel schief gelaufen.
14:32Und meistens hatte ich irgendwas damit zu tun.
14:34Naja, durch eine Verknüpfung unglücklicher Umstände.
14:37Doch nicht durch deine Schuld.
14:39Und Simon, wenn ich Freitenthal verlassen hätte, wie geplant,
14:43dann hätte er sich bestimmt nicht von ihr getrennt.
14:46Simon weiß, dass er Nora nicht liebt.
14:49Und durch dich hat er das nur ein bisschen früher gemerkt.
14:54Ihre Vorwürfe treffen mich trotzdem.
14:57Warum?
14:58Weil sie recht hat, Eva.
15:01Ich habe Gefühle für Simon.
15:04Und ich wünsche mir, mit ihm zusammen zu sein.
15:08Aber du hast dir doch nichts vorzuwerfen.
15:11Du hast dich doch selbst gegen deine eigenen Gefühle entschieden.
15:17Und das bereue ich auch nicht.
15:20Auch wenn sich das widersprüchlich erneut.
15:22Du weißt, ich hätte es auch gut gefunden,
15:24wenn deine Entscheidung anders ausgefallen wäre.
15:29Aber unter diesen Umständen können Simon und ich nicht zusammen sein.
15:35Was...
15:35Was nichts daran ändert,
15:38dass ich ihn liebe.
15:42Oh, Luisa.
15:46Luisa.
15:47Liebe ist ein so reines Gefühl.
15:51Dafür kann man nichts.
15:55Das bekommt man vom Schicksal geschehen.
15:58Und darum darf man sie auch annehmen.
16:02Ja, aber nicht.
16:03Weil das ist das Unglück der eigenen Schwester.
16:05Bedeutet, das könnte ich Nora nicht antun.
16:13Was willst du denn jetzt tun?
16:17Ich werde nochmal mit Nora sprechen.
16:21Die Nachricht, dass Annabelle ihre Mutter ist,
16:23hat sie völlig überfordert.
16:25Ja, das ist gut.
16:27Rede mit ihr.
16:30Dass Annabelle ihre Mutter ist.
16:32Dafür braucht sie allen Beistand,
16:34den sie kriegen kann.
16:47Genieß es, mein Guter.
16:48Bald wird hier ein anderer Winter.
16:49Wird hier nicht mehr geschmust, sondern gelernt.
16:51Du ziehst das mit deinem Abi echt durch, ne?
16:54Ja.
16:55Und bis die Schule anfängt,
16:56arbeite ich so lange am Empfang.
16:58Na, meinst du denn,
16:59du kannst Nora Maywald ersetzen?
17:02Ich weiß, es ist ein wahnsinnig schweres Erbe,
17:04aber man wächst ja an seinen Aufgaben.
17:06Ich finde es gut.
17:07Dann können wir mal zusammen Pause machen.
17:09Eigentlich ist es unglaublich.
17:11Ich werde jetzt richtig solide,
17:13mache mein Abitur,
17:14habe einen Job.
17:15Mein Vater wird sich wundern.
17:17Hast du eigentlich was von ihm gehört?
17:19Ist er gut an der Nordsee angelangt?
17:21Der ist noch unterwegs.
17:24Ich bin so froh,
17:25dass ihm nichts Schlimmeres passiert ist.
17:26Ja, ich auch.
17:28Zum Glück war Sebastian da
17:29und hat erste Hilfe geleistet.
17:31Sebastian, gutes Stichwort.
17:33Hast du was von ihm gehört?
17:34Mit ihm telefoniert?
17:35Weißt du wenigstens, wo er ist?
17:38Mensch, Malke, was machst du denn den ganzen Tag?
17:40Ach, Lissi, das geht nicht so schnell.
17:43Weißt du, ich will ihn nicht überrumpeln.
17:46Bei dem Tempo, was du vorlegst,
17:47brauchst du dir deswegen keine Sorgen machen.
17:49Ruf ihn an, lad ihn zu dir ein.
17:50Der ist neu in Falkenthal.
17:51Der freut sich riesig.
17:52Ja, das mache ich später.
17:54Lass uns doch mal wieder was zusammen machen.
17:57Ach, ich glaube, ich habe schon was vor.
17:59Na, das klingt ja konkret.
18:00Ich melde mich bei dir, sollte es nicht klappen.
18:03Klar, ich bin gern dein Lückenwüßer.
18:05Socke!
18:07Komm!
18:07Ciao!
18:09Hollande!
18:12W bleib!
18:14Oh!
18:18Oh!
18:25Oh!
18:33Oh!
18:36Oh!
18:37Oh!
18:43Findest du, sie sieht mir ähnlich?
18:51Schwer zu sagen.
18:54Aber ich finde, es ist ein schönes Foto von euch.
18:58Wenn es wirklich ich bin auf dem Foto, dann hat sie mich kurz danach weggegeben.
19:03Wer weiß, warum sie es getan hat.
19:05Das werde ich wohl nie rausfinden.
19:11Unser Streit tut mir übrigens leid.
19:14Mir auch.
19:16Ich wollte dich mit der Nachricht von Annabelle nicht überfahren.
19:19Hast du aber.
19:21Naja, ist doch egal.
19:25Aber willst du nicht wenigstens mit Annabelle reden?
19:27Sie weiß doch noch gar nicht, dass du ihre Tochter bist.
19:31Und wenn sie mich ablehnt?
19:33Warum sollte sie das tun?
19:35Sie hat sich die ganze Zeit nicht für mich interessiert.
19:38Warum sollte sie es jetzt tun?
19:39Aber das ist doch ein Unterschied, ob man eine Erinnerung an ein Baby mit sich trägt
19:43oder ob man 30 Jahre später einen erwachsenen Menschen vor sich sieht.
19:47Und wie soll das ablaufen?
19:50Ich gehe in ihre Zelle und sage, hallo Mama, Mensch, es ist ja richtig gemütlich hier drin.
19:59Na, vielleicht würde ich etwas subtiler in das Thema einsteigen.
20:02Ja, dann mach du es doch.
20:03Was, Anna will sagen, dass du ihre Tochter bist?
20:05Ja.
20:06Du hast es schließlich rausgefunden.
20:10Also ich könnte mir vorstellen, dass es wichtig für euch ist, wenn sie es von dir erfährt.
20:16Ich hätte die ganze Sache so mitgenommen.
20:21Ich wäre dir wirklich dankbar, wenn du erstmal mit ihr reden könntest.
20:26Bitte, Luisa.
20:31Warum hat es denn so lange gedauert?
20:33Wenn meine Mitarbeiter so langsam wären, dann hätte ich die Manufaktur schon längst dicht machen können.
20:38Fünf Minuten.
20:47Daniel, ich bin's, deine Mutter.
20:50Ich, ähm, ja, wir haben so lange nicht mehr telefoniert.
20:55Ich wollte nur mal hören, wie es euch so geht.
20:59Gut.
21:01Das freut mich.
21:04Ja, ich habe gehört, dass ihr bald noch ein Kind...
21:08Daniel?
21:13Ich wollte doch nur gerne, bis es euch gut geht.
21:27Sie bekommen heute Nachmittag Besuch.
21:30Von wem?
21:32Eine Frau Maiwald.
21:53Hallo, Sebastian.
21:55Hey, Papa.
21:56Bist du in dieser Zeit nicht im Labor?
21:58Ja, ich sollte eigentlich schon unterwegs sein.
22:02Und?
22:02Kommst du voran mit deiner Maschine?
22:04Ja, ich check gerade nochmal alles durch.
22:06Nicht, dass mir die Kiste dann in der Wüste verreckt.
22:09Ich will ja den Cut ausbauen.
22:11Wer weiß, ob du auf der Strecke immer bleifrei tanken kannst.
22:13Ja, das habe ich mir auch schon überlegt.
22:15Auf der Strecke kann ich mir wohl nicht aussuchen.
22:18Paris, Dakar.
22:19Hast du dir ganz schön was vorgenommen?
22:22Müssen wir uns da Sorgen machen?
22:23Ja, ich feiere nicht die Rallye, sondern nur die Strecke.
22:26Das wird schon nicht so wild.
22:29Was ist da mit dem Reifen?
22:32Ja, den muss ich auswechseln.
22:33Da stollen sie ihn angerissen.
22:40Zuschuss für den Reifen.
22:42Danke.
22:43Ich störe die Expertenrunde ja nur ungern.
22:45Aber soll ich dich in die Manufaktur mitnehmen?
22:47Du gerne.
22:48Ich muss nur noch ein paar Unterlagen holen.
22:54Irgendwie sieht so zuversichtlicher aus als vorhin.
22:56Ja, ich habe eben auch eine sehr gute Nachricht erhalten.
22:59Von Luisa?
23:00Habt ihr noch mal miteinander geredet?
23:02Nein, das sieht im Moment nicht so gut aus.
23:04Aber es hat tatsächlich etwas mit Luisa zu tun.
23:06Ich hoffe, du merkst, dass ich trotz meiner Neugier nicht nachfrage.
23:09Ich bin so stolzhaftig.
23:20Sie?
23:21Ja, ja, ich kenne Ihren Text.
23:23Maximal eine halbe Stunde.
23:28Keine Sorge.
23:29Er lässt sie schon wieder raus.
23:32Also, was wollen Sie?
23:33Ich möchte mit Ihnen etwas Wichtiges besprechen.
23:36Ja, sonst wären Sie ja nicht hier.
23:39Auch wenn es möglicherweise nicht so aussieht, aber meine Zeit ist knapp.
23:42Also?
23:44Es geht um Nora.
23:47Ist irgendetwas mit der Manufaktur?
23:50Warum kommt Ihre Schwester nicht selbst zu mir?
23:52Nein, es ist etwas Privates.
23:55Frau von Weiden, das ist jetzt vielleicht etwas überraschend für Sie.
23:59Aber Nora ist nicht meine leibliche Schwester.
24:03Meine Eltern haben Sie adoptiert, kurz bevor ich auf die Welt kam.
24:08Verschonen Sie mich mit Ihrer Familiengeschichte.
24:10Damit habe ich wirklich nichts zu tun.
24:13Nora und ich sind nach Falkenthal gekommen, weil wir gehofft hatten, dort Ihre Mutter zu finden.
24:18Lassen Sie diese alberne Märchenstunde und kommen Sie endlich zur Sache.
24:23Diese Mutter sind Sie, Frau von Weiden.
24:27Sie haben Nora zur Welt gebracht.
24:37Kommen Sie voran mit der Forschung?
24:39Bitte?
24:42Ja, ja, ganz gut.
24:44Diese Rohlinge, die sind mir wirklich gut gelungen.
24:47Was meinen Sie dazu?
24:53Klingt gut.
24:54Erster oder zweiter Brenngang?
24:56Erster und letzter.
24:57Genial.
24:58Bei gleichem Härtungsgrad?
25:00Noch nicht ganz, aber wir sind nah dran.
25:03Sagen Sie mal, liegt eigentlich der Forschungsgeist bei Ihnen in der Familie?
25:08Naja, bei Simon ist er eher vorbeigegangen.
25:12Er ist eher für das Künstlerische, aber Sebastian hat etwas davor.
25:15Ach wirklich?
25:16Ja, vielleicht nicht Forschung, aber Technik.
25:19Der schraubt die ganze Zeit an seinem Motorrad herum.
25:22Ich dachte, der interessiert sich so eher für Medizin.
25:25Er hat die Rettungssanitäter-Aussbildung gemacht.
25:28Während seiner Zivildienstzeit.
25:30Er ist sogar mit dem Notarztwagen gefahren.
25:32Dann hat er wahrscheinlich ziemlich viel zu tun und weniger Zeit für sich.
25:35Also ich meine so für sein Privatleben.
25:37Er hat er ganz gut verdient.
25:38Er konnte sich sogar sein erstes Motorrad finanzieren.
25:42Was ist vielleicht eine Maschine?
25:44Als ich jung war, hatte ich selbst einen Motorrad.
25:46Aber da war die Technik noch eine ganz andere.
25:49Ja, das ist bestimmt ein Unterschied.
25:50Das kann ich mir vorstellen.
25:53Tja, es wundert mich, dass Sie sich als Künstlerin für Motorräder interessieren.
25:59Wissen Sie denn, diese Maschine, die ich hatte, da war von 500 Kubik.
26:04Woher haben Sie das?
26:06Als Ihre Sachen aus dem Gutshaus gebracht wurden, ist eine Kiste umgekippt.
26:10Da ist es rausgefallen.
26:13Es sind doch Sie auf dem Foto mit dem Baby auf dem Arm, oder?
26:16Sieht ja wohl ganz so aus.
26:20Wann ist das Foto entstanden?
26:22Keine Ahnung.
26:26Frau van Weiden, ich möchte Sie mit dieser Geschichte nicht unter Druck setzen.
26:30Wirst du auch nicht wie.
26:33Nora ist sehr froh, dass wir sie gefunden haben.
26:37Jeder Mensch will doch wissen, wo er herkommt.
26:39Wo seine Wurzeln sind.
26:43Die Zeit ist um.
26:44Einen Moment noch, bitte.
26:47Sie brauchen bestimmt etwas Zeit, um über alles nachzudenken.
26:50Aber darf ich Nora ausrichten, dass Sie mit ihr sprechen wollen?
26:55Behalten Sie es.
26:56Es gehört Ihnen.
26:57Es geht Ihnen.
26:59Es geht Ihnen.
27:38Untertitelung des ZDF, 2020
28:08Untertitelung des ZDF, 2020
28:15Untertitelung des ZDF, 2020
28:17Guten Tag.
28:18Herr Becker, Sie schickt der Himmel. Ich brauche dringend Ihren Rat.
28:21Gern. Worum geht's?
28:23Jede Kalkulation kann ich auf Anhieb überblicken.
28:25Ich kann Ihnen aus dem Stand einen Finanzplan machen.
28:27Aber vor diesen Entwürfen muss ich kapitulieren.
28:29Ich kann Ihnen natürlich keine Entscheidung abnehmen,
28:31aber wie sagt man so schön, Ihnen beratend zur Seite stehen.
28:33Tja, darauf habe ich gehofft.
28:35Ich brauche aber außerdem noch Ihr Einverständnis für einen neuen Entwurf.
28:39Wollen wir alles gemeinsam durchgehen,
28:40dann weise ich Sie in die Geheimnisse der Formen und Linien ein.
28:43Sehr gern.
28:44Ich habe aber auch noch ein anderes Anliegen.
28:46Worum geht's?
28:47Es geht um die Kündigung von Nora Maywald.
28:49Ich wollte Sie fragen, ob Sie in dieser Angelegenheit
28:51bereits das letzte Wort gesprochen haben.
28:54Ich weiß, dass Sie ihr nahestehen, aber diese Kündigung war unumgänglich.
28:58Frau Maywald ist untragbar für die Manufaktur.
29:01Das ist natürlich Ihre Entscheidung.
29:03Aber Nora macht im Moment eine sehr schwere Zeit durch
29:05und der Job hier war wirklich sehr wichtig für Sie.
29:09Sie hat sich als amtierende Geschäftsleitung
29:11und Stellvertreterin von Annabelle von Weiden aufgeführt
29:14und sie war von diesem Missverständnis leider nicht abzubringen.
29:18Das habe ich nicht gewusst.
29:19Ja, für mich ist du mit deiner vertrauensvollen Zusammenarbeit
29:22jegliche Basis entzogen.
29:24Ich hätte Ihnen wirklich gerne einen Gefallen getan,
29:26aber in diesem Falle ist es mir nicht möglich.
29:28Ja, das verstehe ich.
29:30Dann will ich mal versuchen, Ihnen meine Kunst näher zu bringen.
29:33Gut.
29:49Hey, wo kommst du denn her?
29:51Ja, dich kenne ich doch.
29:53Hi.
29:54Hi.
29:56Ich wollte mich nochmal bei dir bedanken.
29:58Wofür denn?
29:59Na ja, dafür, dass du meinem Vater gestern so schnell geholfen hast,
30:02als er umgefallen ist.
30:03Ach, das ist doch selbstverständlich.
30:05Ja, und dafür, dass du dich so rührend um mich gekümmert hast,
30:07mit Michael zusammen.
30:08Ich war wirklich durch den Wind gestern.
30:10Ja, so würde es mir auch gehen, wenn mein Vater plötzlich umkippt.
30:14Und wie geht es ihm jetzt?
30:15Schon besser.
30:16Er ist heute Morgen zur Erholung an die Nordsee gefahren.
30:19Das ist bestimmt genau das Richtige.
30:21Er hat ihn ja gestern schnell wieder auf den Beinen.
30:24Das ist ja wirklich beeindruckend,
30:25dass du so schnell wusstest, was man tun muss.
30:28Ich stand nur wie hypnotisiert in der Gegend rum.
30:30Ja, ist doch klar, du hattest einen Schock.
30:32Aber jetzt geht es dir auch wieder besser, oder?
30:34Ja, schon.
30:36Hast du das irgendwo gelernt eigentlich?
30:38Ja, ich war als Zivi-Rettungssanitäter.
30:41Und dann traust du dich noch auf so ein Ding?
30:43Du hast doch bestimmt Dutzende von Unfällen mitgekriegt.
30:45Ja, stimmt.
30:46Aber gerade fürs Motorradfahren war es eine wichtige Erfahrung.
30:49Seitdem bin ich nämlich viel vorsichtiger.
30:51Was ist?
30:52Hast du Lust auf eine Cola?
30:53Ich muss sowieso rein was holen.
30:55Klar, gerne.
30:55Hm?
31:10Bernstein, äh, Falkendal-Porzellan?
31:12Helena?
31:13Alles in Ordnung?
31:14Äh, Richard!
31:16Hallo, bist du endlich angekommen?
31:18Ja, vor einer Viertelstunde.
31:19Mein Gepäck ist schon auf dem Zimmer
31:21und ich durfte auch schon den Wellnessbereich besichtigen.
31:23Und, gefällt es dir?
31:24Ja, das ist wirklich schön.
31:27Ich fürchte nur, dass ich mich hier in drei Tagen
31:29schon entsetzlich langweilen werde.
31:31Wehe, du kommst früher zurück als geplant.
31:33Du sollst Arsch spannen.
31:34Keine Sorge.
31:35Die drei Wochen halte ich schon durch.
31:37Ich muss auch gleich zu meiner ersten Anwendung.
31:40Was steht denn auf dem Programm?
31:42Äh, warte mal, hier steht es.
31:44Ach, du, liebe Zeit.
31:45Eine Klangschalenmassage.
31:47Klingt aufregend.
31:48Ja, ja.
31:49Ich werde berichten.
31:51Grüß Lissi von mir.
31:52Ja, mach ich.
31:53Sie ist momentan aushilfsweise bei uns am Empfang
31:56als Ersatz für Nora Maywald.
31:58Das freut mich.
32:00Sag mal, Frau Hün hört es sich so an,
32:01als könnte es die Unterstützung gebrauchen.
32:03Ja, für mich als Zahlenmensch
32:05ist das hier wirklich eine echte Herausforderung.
32:07Aber zum Glück hat mir Herr Becker
32:09gerade etwas Nachhilfe in Sachen Kunst gegeben.
32:12Scheint so, als sammeln wir beide gerade
32:14eine Menge neuer Erfahrungen.
32:16Allerdings.
32:16Ich muss los.
32:19Pass auf dich auf, mein Schatz.
32:21Du auch.
32:21Und, äh, Helena?
32:23Ja?
32:24Du fällst mir heran.
32:29Was hat Annabelle denn gesagt?
32:31Sie war nicht gerade von überschäumender Freundlichkeit.
32:34Aber sie war auch nicht total ablehnend.
32:36Ist sie jetzt meine Mutter oder nicht?
32:38Sie hat es jedenfalls nicht abgestritten.
32:40Aber auch nicht bestätigt.
32:41Hat sie überhaupt irgendwas Konkretes von sich gegeben?
32:43Sie hat vor allem zugehört
32:45und ein paar Fragen gestellt.
32:47Hat sie zu erkennen gegeben,
32:48was sie von mir hält?
32:49Sie war sehr zurückhaltend,
32:51aber das ist doch auch verständlich.
32:53Die Nachricht hat sie völlig überrumpelt.
32:55Also ich fass mal zusammen.
32:57Sie hat nichts gesagt
32:58und du hast nichts rausgefunden.
32:59Warum warst du denn überhaupt da?
33:01Bevor ich konkreter werden konnte,
33:02war die Besuchszeit um.
33:04Von Anfang an war das eine Schnapsidee.
33:15Ja, Maywald?
33:16Van Weiden.
33:18Frau Maywald, ich möchte Sie sehen.
33:20Hier, so schnell wie es geht.
33:22Sie kennen ja den Ablauf.
33:23Natürlich, Frau Van Weiden.
33:24Ich werde sofort zu Ihnen kommen.
33:26Ich habe da...
33:31Ich soll sofort zu ihr kommen.
33:34Ich werde alles dransetzen,
33:36dass meine Mutter aus der Untersuchungshilfe kommt.
33:39Wirst du nicht erst mal abwarten,
33:40bis wir miteinander gesprochen haben?
33:42Ja.
33:43Und dann werden wir uns gemeinsam
33:44um die Porzellanmanufaktur kümmern.
33:46Nora und Annabelle Van Weiden.
33:50Freust du dich nicht für mich?
33:52Natürlich freue ich mich für dich.
33:53Aber übertreib es nicht.
33:55Frau Van Weiden muss sich auch erst mal
33:57an den Gedanken gewöhnen,
33:57dass sie noch eine erwachsene Tochter hat.
33:59Hat sich schon daran gewöhnt.
34:01Sonst hätte sie mich nicht angerufen.
34:11Hey!
34:12Hey!
34:13Schon wieder zurück aus der Manufaktur?
34:15Ich hatte nur eine kurze Besprechung
34:16mit Frau Bernstein, der neuen Chefin.
34:18Und? Ist sie okay?
34:19Na, kommt drauf an, wen du fragst.
34:20Nora wurde gerade von ihr rausgeworfen.
34:22Verstehe.
34:23Ich dachte, ich könnte vielleicht
34:24noch etwas für sie tun,
34:25aber Frau Bernstein hat mir deutlich klargemacht,
34:28dass es keine weitere Zusammenarbeit
34:29zwischen den beiden geben wird.
34:31Das tut mir ja wirklich leid für deine Ex,
34:33aber darf ich dich fragen,
34:34warum du dich überhaupt darum kümmerst?
34:36Ich meine, damit sie leichter
34:37über eure Trennung hinweg kommt?
34:39Natürlich nicht.
34:40Aber bei Nora läuft im Moment einiges schief
34:42und daran bin ich nicht ganz unbeteiligt.
34:43Ich möchte ihr einfach gerne helfen.
34:46Kaufe doch eine Zeitung mit Stellenangeboten.
34:48Haha, sehr witzig.
34:49Geh du lieber zurück zu deiner Freundin,
34:51anstatt hier schlaue Sprüche zu klopfen.
34:53Ey, das mit Lissi hat nichts zu bedeuten.
34:54Wir trinken nur eine Cola zusammen.
34:56Bist du auch?
34:57Nein, danke.
34:58Ich habe mir Arbeit mit nach Hause genommen.
34:59Ich kann mich im Atelier besser konzentrieren.
35:01Verstehe.
35:02Mit Blickkontakt zum Gutshaus.
35:05Hat sich eigentlich was Neues ergeben,
35:06seitdem du heute Mittag so gute Laune hattest?
35:08Ich dachte, du wolltest nicht fragen.
35:10Ja, das wollte ich auch nicht.
35:11Bis jetzt.
35:12Also?
35:12Ich weiß, dass sie Gefühle für mich hat.
35:15Hat sie dir das gesagt?
35:15Ich habe durch Zufall mitbekommen,
35:17wie sie mit jemandem darüber geredet hat.
35:19Ja und, was willst du jetzt machen?
35:21Ich weiß es nicht,
35:22aber es fühlt sich verdammt gut an,
35:24endlich Gewissheit zu haben.
35:25Na bitte.
35:32Ich wünsche Nora,
35:33dass sie ein gutes Gespräch mit Annabelle hat.
35:35Sie hat sich so große Hoffnungen gemacht.
35:37Wenn es um Annabelle geht,
35:39da bin ich immer vorsichtig.
35:41Da traue ich nicht über den Weg.
35:43Teechen?
35:43Mhm.
35:45Aber warum soll nicht auch eine Annabelle
35:46von beiden Muttergefühle entwickeln?
35:48Hm.
35:50Annabelle ist keine gute Mutter.
35:52Annabelle ist kein guter Mensch.
35:55Aber sie hat doch Kinder.
35:57Mhm.
35:58Daniel und Patricia.
36:00Aber die konnten gar nicht weit genug wegziehen
36:02aus Falkenthal.
36:04Haben die keinen Kontakt mehr mit ihr?
36:05Na, nicht wirklich.
36:07Die beiden haben viel zu sehr
36:08unter Annabelles Intrigen
36:10und Machtspielen gelitten.
36:12Ich habe noch nie jemanden getroffen,
36:14der nett über Annabelle geredet hat.
36:16Außer Nora.
36:18Ich hoffe, Nora ist vorsichtig.
36:21Annabelle ist gefährlich und unberechenbar.
36:23Sie manipuliert die Menschen.
36:25Und da macht sie bei ihren Kindern
36:26keinen Unterschied.
36:29Und trotzdem
36:30hat sich Werner Grafenberg mit ihr eingelassen.
36:34So richtig kann ich mir das nicht vorstellen,
36:37dass Werner Noras Vater ist.
36:40Ich meine, obwohl für Nora
36:42wäre es ja gut.
36:44Dann hätte sie wenigstens von ihm
36:46etwas Gutes geerbt.
36:49Na ja, bald wissen wir mehr,
36:51wenn Nora und Annabelle
36:52sich ausgesprochen haben.
36:53Und dann wird sich endgültig klären,
36:56was wirklich mit Annabelle
36:57und Werner passiert ist.
37:08Sag mal, wie weit bist du jetzt
37:09mit den Vorbereitungen
37:10für deine Wüsten-Tour?
37:11Fast fertig.
37:13Wenn ich den Vergaser
37:14hier wieder zusammenkriege.
37:15Hast du alles beisammen,
37:16was du brauchst?
37:17Ja, so viel ist das nicht.
37:19Sonst wird die Maschine
37:20zu schwer
37:20und ich fahre eher unter dem Sand
37:22als drüber.
37:24Und was machst du,
37:26wenn dir dein Motorrad
37:26mitten in der Wüste kaputt geht?
37:28Warten, bis die nächste
37:29Karawane vorbeischaukelt?
37:31Du wirst dich wundern,
37:32aber die Nomaden reiten
37:33nicht mehr auf Kamelen,
37:34sondern fahren moderne Geländewagen.
37:36Na, ist ja gut.
37:36Dann haben sie wenigstens
37:37Ersatzteile dabei.
37:39Ja, ein paar habe ich auch dabei.
37:41Aber eben nur das Nötigste.
37:43Ja, sonst wird die Maschine
37:45zu schwer
37:45und du musst dieses U-Boot-Ding abziehen.
37:47Genau.
37:50Sag mal,
37:50was ist eigentlich
37:52mit einem GPS-Gerät?
37:53Hast du sowas?
37:54Wenn du mal
37:54an der falschen Sanddüne abbiegst,
37:56die Wüste ist groß
37:57und unübersichtlich.
37:58Ich habe eins.
37:59Ja, totaler Wahnsinn,
38:01die Tour ohne so ein Ding zu machen.
38:02Wow, du hast ja wirklich
38:03an alles gedacht.
38:07Hast du auch mal Zeit
38:08für andere Dinge
38:08als diese Vorbereitung?
38:10Für was denn?
38:12Zum Beispiel für deinen Einstand
38:13hier in Falkenthal.
38:15Heute Abend vielleicht.
38:16Klar, gerne.
38:18Gut.
38:21Komm, Socke.
38:37Dann erzählen Sie mal,
38:40wie Sie darauf kommen.
38:41Ich könnte Ihre Mutter sein.
38:43Na, durch das Foto.
38:45Hier, das Baby auf Ihrem Arm.
38:47Das bin ich.
38:49Das ist alles?
38:50Na ja, dann gibt es ja noch
38:51Frau Wiegand.
38:53Frau Wiegand?
38:54Ja, Hedwig Wiegand.
38:55Sie arbeitet für die Pfarrgemeinde
38:56in Falkenthal.
38:57Sie hat mich damals
38:58an die Adoptionsstelle
38:59weitervermittelt.
39:00Und?
39:01Und Frau Wiegand
39:01hatte Kontakt
39:02zu Werner Gravenberg.
39:05Mein Vater,
39:07vermute ich mal.
39:08Aber das wissen Sie
39:09ja sicher besser.
39:11Und was für ein Kontakt
39:12soll das gewesen sein?
39:14Es gibt da einen Brief
39:15an Werner Gravenberg,
39:16in dem Frau Wiegand
39:17den Empfang von 20.000 Mark
39:19bestätigt.
39:20Und berichtet,
39:21dass ich bei einer guten
39:21Familie untergekommen bin.
39:32Hoffentlich ist Annabelle
39:33Nora gegenüber
39:34ein bisschen zugänglicher,
39:35als sie es bei mir war.
39:37Und die beiden
39:37werden sich nicht
39:38vor Rührung weinend
39:39in den Armen liegen.
39:40Aber es muss Annabelle
39:41berühren, ihr Kind
39:42nach über 30 Jahren
39:43wiederzusehen.
39:57Eva ist überzeugt,
39:58dass Annabelle
39:59gefährlich ist.
40:01Zugegeben,
40:01ich hätte mir auch
40:02eine andere Mutter
40:03für Nora gewünscht.
40:05Aber sie ist im Gefängnis
40:06und kann Nora nicht schaden.
40:08Und für Nora
40:09ist es wichtig,
40:10dass sie endlich
40:10ihre richtige Familie
40:11kennenlernt.
40:13Nach all den
40:14was in letzter Zeit
40:15passiert ist,
40:16wird dir das Halt geben.
40:18Da bin ich mir sicher.
40:22Und jetzt erwarten
40:23Sie wahrscheinlich,
40:23dass ich sie mütterlich
40:24in den Arm nehme
40:25und feierlich
40:26zum Mitglied
40:27meiner Familie erkläre.
40:28Das muss keine
40:29große Geste sein.
40:30Wegen dieser lächerlichen
40:31Gerüchte und Indizien.
40:32Ja, aber...
40:33Ein anonymer Brief,
40:35die wäre Geschichte
40:36einer alten Frau.
40:37Dazu die
40:39haltlosen Mutmaßungen
40:40und Unterstellungen
40:41der missgünstigen
40:42Frau Landmann.
40:43Ja, und das Foto?
40:44Ach ja, richtig.
40:47Das Foto.
40:50Ich mit einem Baby
40:51auf dem Arm.
40:55Das beweist gar nicht.
40:58Ich muss Sie enttäuschen,
41:00Frau Maywald.
41:02Ich bin nicht Ihre Mutter.
41:10Du hast dir gedacht,
41:11wenn die kleine Nora
41:11ihre Mama wiederfindet,
41:12dann ist sie so glücklich,
41:13dass sie Simon nicht mehr vermisst.
41:14Aber so leicht
41:15mache ich dir das nicht.
41:16Du willst einfach
41:16nur dein schlechtes Gewissen beruhigen.
41:17Nora ist ihre Tochter.
41:19Entweder
41:20sie erkennen das freiwillig an
41:21oder ich werde sie dazu zwingen.
41:23Ich sitze vielleicht
41:23gerade in Untersuchungshaft.
41:25Aber wenn ich angriffen werde,
41:27weiß ich mich immer noch zu wehren.
41:28Ich habe mir gedacht,
41:30vielleicht könnten wir heute Abend
41:31etwas essen gehen.
41:32Zwischen uns hat sich nichts geändert, Simon.
41:34Bitte akzeptiere das.
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