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KurzfilmeTranskript
00:00Und jetzt erwarten Sie wahrscheinlich, dass ich Sie mütterlich in den Arm nehme
00:03und feierlich zum Mitglied meiner Familie erkläre.
00:06Das muss keine große Geste sein.
00:08Wegen dieser lächerlichen Gerüchte und Indizien.
00:10Ja, aber...
00:11Ein anonymer Brief.
00:12Die wäre Geschichte einer alten Frau.
00:15Dazu die haltlosen Mutmaßungen und Unterstellungen der missgünstigen Frau Landmann.
00:21Ja, und das Foto?
00:22Ach ja, richtig.
00:25Das Foto.
00:28Ich mit einem Baby auf dem Arm.
00:33Das beweist gar nichts.
00:36Ich muss Sie enttäuschen, Frau Maywald.
00:40Ich bin nicht Ihre Mutter.
00:56No one has the answer.
00:59They just want more.
01:03Hey, who's gonna make it back?
01:10This could be the first day of my life.
01:20Aber ich dachte...
01:21Sie sollten nicht so viel denken.
01:23Ich fürchte, das ist nicht gerade Ihre Stärke.
01:26Aber das Foto...
01:28Hören Sie.
01:29Ich wüsste, wenn ich eine Tochter in Ihrem Alter hätte.
01:31Meinen Sie nicht?
01:32Meine Güte.
01:34Was beweist denn dieses Foto schon?
01:36Ja, ich halte...
01:37ein Baby.
01:39Na und?
01:41Irgendjemand wird es mir in den Arm gedrückt haben.
01:46Ich verstehe das nicht.
01:47Sie sehen darauf so glücklich aus.
01:50Ich bin ja eine junge Frau, das ist ein hübsches Baby.
01:52Wie sollte ich Ihrer Meinung nach denn aussehen?
01:54Mein einziger Fehler ist, dass ich so vertrauensselig bin.
01:58Ich hätte Ihnen niemals den Posten der Chefsekretärin anvertrauen dürfen.
02:02Wieso?
02:03Ich war immer loyal.
02:04Ich habe Sie immer verteidigt.
02:05Zu meiner Verteidigung engagiere ich einen Anwalt.
02:09Alles, was ich von Ihnen verlangt habe, war, dass Sie Ihre Augen und Ohren offen halten.
02:12Sie dagegen spielen sich dermaßen auf, dass man Sie hinauswirft.
02:15Das ist nicht wahr.
02:16Ich kann doch nichts dafür, wenn Frau...
02:17Ach, hören Sie auf.
02:19Offenbar ist Ihnen die ganze Sache zu Kopf gestiegen.
02:21Wie könnten Sie sonst behaupten, meine Tochter zu sein?
02:24Das war auch gar nicht meine Idee.
02:27Luisa hat mir das eingeredet.
02:28Wenn meine Schwester mich nicht dazu gedrängt hätte, dann...
02:30Ach, Schluss jetzt.
02:31Ich habe genug gehört.
02:32Sie oder Ihre Schwester, das ist mir völlig gleichgültig.
02:35Bitte gehen Sie jetzt.
03:00Nora ist schon so lange bei Annabelle.
03:02Aber eigentlich kann das nur bedeuten, dass alles gut gegangen ist.
03:06Nora hat ihre Mutter wiedergefunden.
03:08Die beiden haben jetzt sicher viel zu besprechen.
03:12Ich wünsche es Nora von Herzen.
03:15Dass sich Simon von ihr getrennt hat, war so schrecklich für sie.
03:19Nach all den Enttäuschungen ihres Lebens hatte sie endlich eine neue Perspektive.
03:24Endlich wusste sie, wo sie hingehört.
03:27Hoffentlich geht alles gut.
03:31Simon.
03:33Hallo, Luisa.
03:34Darf ich reinkommen?
03:35Ja, natürlich.
03:39Was bist du also noch hier?
03:41Ich habe meine Abreise verschoben.
03:43Das freut mich.
03:46Also, falls du Nora suchst, sie ist nicht da.
03:48Wie kommst du darauf, dass ich auf der Suche nach Nora bin?
03:50Ich bin deinetwegen hier.
03:53Ich habe mir gedacht, vielleicht könnten wir heute Abend etwas essen gehen.
03:58Ich glaube nicht, dass es eine gute Idee ist.
04:01Ich denke, wir haben einiges zu bereden.
04:06Es gibt nichts zu bereden.
04:10Bist du dir sicher?
04:16Zwischen uns hat sich nichts geändert, Simon.
04:19Bitte akzeptiere das.
04:23Also gut.
04:25Was ist deine Entscheidung?
04:39Das ist deine Entscheidung.
05:22Weißt du was?
05:24Ich habe mich vorhin herrlich mit Sebastian unterhalten.
05:27Was?
05:27Ja, ich bin bei ihm vorbeigelaufen, wir haben uns unterhalten.
05:30Er hat mich zu einer Cola eingeladen.
05:32In der Stadt?
05:33Nein, bei ihm, aus seinem Kühlschrank.
05:35Wir waren beide ein bisschen verschwitzt.
05:37Aha.
05:39Und weißt du, was ich herausgefunden habe?
05:41Was?
05:42Er verliert nie die Orientierung.
05:46Er hat immer ein GPS-Gerät dabei.
05:52Und wir beide sind heute Abend verabredet.
05:54Mit wem?
05:55Mit Sebastian.
05:55Was, wann, wo?
05:57Bei dir zu Hause, jetzt ganz ruhig.
05:59Atme durch.
05:59Wir haben zwei Stunden Zeit, deine Wohnung vorzubereiten.
06:02Also wenn du dich jetzt ein bisschen beeilst.
06:04Ne?
06:17Und?
06:18Wie war's?
06:20Wir haben keine Limonade mehr.
06:24Wie war dein Gespräch mit Annabelle von Weisen?
06:26Du meinst das wundervolle, alles wieder gutmachende Gespräch mit meiner sogenannten Mutter?
06:31Was ist, was hat sie getan?
06:32Sie hat mich ausgelacht, Luisa.
06:34Sie hat behauptet, dass mir mein Job zu Kopf gestiegen ist.
06:37Sie hat gedroht, mich anzuzeigen, wenn ich mir nicht weiterhin so einen Blödsinn behaupte.
06:40Was?
06:41Was?
06:42Sie hat dir gedroht?
06:44Warum das?
06:44Ich weiß es nicht, Luisa.
06:46Ich kann mich nicht mehr erinnern.
06:47Und weißt du warum?
06:48Weil ich da saß wie eine 13-Jährige.
06:50Gott, ist das peinlich.
06:51Das muss ja doch nicht peinlich sein.
06:53Du suchst nach deiner Mutter.
06:54Ich kann mich einfach nur ohrfeigen, dass ich dir geglaubt habe.
06:56Ich hatte nichts außer diesem Foto und deiner dämlichen Schnapsidee.
06:59Das kann ich nur so blöd sein.
07:00Das war aber keine Schnapsidee.
07:02Frau Wiegand hat bestätigt...
07:03Frau Wiegand!
07:04Das ist so ein blödes, altes Weib, das sich einfach nur wichtig macht.
07:08Weißt du was?
07:08Du hast dir das einfach alles nur zusammenfantasiert, um mich von Simon abzulenken.
07:11Was?
07:12Das ist kein Unsinn.
07:12Das stimmt immer.
07:13Das ist kein Unsinn.
07:14Du hast dir gedacht, wenn die kleine Nora ihre Mama wiederfindet,
07:16dann ist sie so glücklich, dass sie Simon nicht mehr vermisst.
07:18Aber so leicht mache ich dir das nicht.
07:20Du willst einfach nur dein schlechtes Gewissen beruhigen.
07:22So leicht werde ich dir Simon nicht überlassen.
07:23Nora, jetzt warte doch.
07:26Was hat Annabelle genau zu dir gesagt?
07:28Lass mich einfach nur in Ruhe.
07:29Ich will darüber nicht mehr reden.
07:31Hurra!
07:37Was ist denn los?
07:38Ich dachte, du freust dich.
07:39Ja, schon.
07:42Ach, egal.
07:43Lisa, sag schon.
07:46Ja, ich finde es ja gut, dass du ihn zu mir in die Wohnung eingeladen hast,
07:49aber irgendwie finde ich es auch blöd.
07:52Verstehe ich jetzt nicht.
07:54Ja, weißt du, du hast ihn ja nicht zu dir in die Wohnung,
07:57sondern zu mir in die Wohnung eingeladen.
07:58Und ich finde, das sieht doch dann so aus, als wenn du sowas wärst wie eine Partnervermittlung oder so.
08:03Du denkst, ich will euch verkuppeln?
08:05Sieht ganz so aus, oder nicht?
08:06Eher oder nicht.
08:08Um die schmutzige Wahrheit zu sagen,
08:11dass es aus Eigennutz passiert, diese ganze Verabredung,
08:13und ich brauchte mir Hilfe.
08:15Aha.
08:16Sebastian hat doch meinem Vater so lieb geholfen, als er in Ohnmacht gefallen ist,
08:19und meine Stiefmutter möchte sich bei ihm bedanken,
08:22und ich soll rausfinden, was wir ihm schenken können.
08:24Ach, deswegen hast du den ganzen Nachmittag mit ihm geredet?
08:27Ja.
08:27Ich weiß jetzt zwar, dass man bei einer Wüstenrallye nicht viel Zeug dabei haben kann,
08:31aber was die Geschenkidee angeht, bin ich...
08:33Klar, kein Problem.
08:37Du willst wirklich für ihn kochen?
08:38Klar.
08:39Ja, Frontalangriff.
08:40Wenn schon, denn schon.
08:45So, was haben wir denn da?
08:53Ich weiß nicht, was Frau von Weiden dir erzählt hat,
08:56aber wir haben gute Gründe, sie für deine Mutter zu halten.
08:59Hör auf, ich kann das Thema nicht mehr hören.
09:00Hast du nichts zu tun?
09:01Du darfst den Kopf nicht in den Sand stecken.
09:04Dieses Thema hat dein Leben bestimmt und tut es immer noch.
09:06Doch, weißt du, wenn du mich nicht die ganze Zeit daran erinnern würdest,
09:09dann wäre ich wahrscheinlich das glücklichste Adoptivkind der Welt.
09:13Ich sag dir, was mir wirklich helfen würde.
09:15Lass meine Männer in Ruhe.
09:17Jetzt erzähl mal genau, was Annabelle von Weiden gesagt hat.
09:25Du bist wirklich die Pest.
09:27Also gut, wenn es dich glücklich macht.
09:30Sie wollte wissen, wie ich auf die Idee komme.
09:33Dann habe ich ihr von der Truhe erzählt.
09:34In der Frau Landmann das Foto und den Brief gefunden hat.
09:38Ja, und hast du erwähnt, dass die Truhe von Werner Grafenberg ist?
09:41Ja, natürlich.
09:42Und? Wie hat sie darauf reagiert?
09:44Gar nicht.
09:46Sie hat einfach nur zugehört und gefragt.
09:49Sie wollte alles ganz genau wissen.
09:53Woher wir das Foto haben.
09:56Das Vollständige.
09:57Und was genau in dem Brief stand.
09:59Was Frau Wiegand gesagt hat.
10:03Für mich hat sie sich überhaupt nicht interessiert.
10:06Aber das Foto zeigt doch eindeutig Annabelle und dich, kurz nach deiner Geburt.
10:09Das muss auch eine emotionale Reaktion bei ihr ausgelöst haben.
10:13Sie hat das Foto zerrissen.
10:16Ich verstehe das nicht.
10:18Ich schon.
10:20Sie ist nicht meine Mutter.
10:22Und meine Chefin ist sie jetzt auch nicht mehr.
10:24Dank dir.
10:26Super.
10:37Seltsam.
10:38Erst fragt sie Nora aus wie eine Rechtsanwältin.
10:41Und dann zerreißt sie den einzigen Beweis.
10:44So handelt doch niemand, der nichts zu verbergen hat.
10:47Eigentlich gibt es nur eine Erklärung dafür.
10:50Annabelle von Weiden ist Noras Mutter.
10:52Aber aus irgendeinem Grund will sie die Mutterschaft nicht anerkennen.
10:56Sie blöfft.
10:57Und Nora ist darauf hereingefallen.
11:18Ich hoffe, Ihnen ist klar, dass ich Sie als reine Menschenfreundlichkeit empfange.
11:24Menschenfreundlichkeit?
11:25Was für ein seltsames Wort aus Ihrem Mund.
11:30Wir beide haben nichts miteinander zu tun, Frau Malwald.
11:33Nur weil ich weiß, dass Ihnen Ihre verrückte Schwester sehr im Herzen liegt, bin ich bereit, mit Ihnen zu reden.
11:40Das nenne ich Menschenfreundlichkeit.
11:42Meine Schwester ist nicht verrückt.
11:44Sie haben nichts.
11:46Ich entschuldige mich für den Ausdruck.
11:49Sie ist eben etwas labil.
11:52Deshalb muss sich die Zusammenarbeit mit ihr auch beenden.
11:56Schade eigentlich.
11:57Sie ist mir nicht unsympathisch.
11:59Kein Wunder, schließlich sind Sie Ihre Mutter.
12:02Lächerlich.
12:03Lächerlich ist die Tatsache, dass Sie das alles leugnen, obwohl die Beweise eindeutig sind.
12:07Welche Beweise?
12:10Das Foto zeigt Sie als junge Mutter mit Ihrem Kind.
12:14Der Brief von Frau Wiegand an Werner Grafenberg beweist, dass eine beträchtliche Summe gezahlt hat, damit es dem Kind gut
12:20geht.
12:21Aber der entscheidende Punkt ist, dass Frau Wiegand selbst bestätigt hat, dass Sie die Mutter des Kindes sind, um dessen
12:28Adoption sie sich kümmern sollte.
12:29Sie sind sehr naiv, wenn Sie glauben, Sie könnten mir ein Kind anhängen.
12:33Nora ist Ihre Tochter.
12:35Entweder Sie erkennen das freiwillig an oder ich werde Sie dazu zwingen.
12:39Durch die Aussage einer verwirrten alten Frau?
12:41Wenn es sein muss.
12:45Lassen Sie sich vom Augenschein nicht täuschen.
12:48Ich sitze vielleicht gerade in Untersuchungshaft.
12:50Aber wenn ich angriffen werde, weiß ich mich immer noch zu wehren.
13:15Das Gespräch mit Luisa ist wohl nicht so gut gelaufen.
13:20Ich weiß, dass Luisa mich liebt.
13:22Ich habe es aus Ihrem eigenen Mund gehört.
13:25Trotzdem weicht sie mir die ganze Zeit aus.
13:28Ich habe sie vorhin zum Essen eingeladen.
13:29Schließlich müssen wir ja mal drüber reden.
13:31Wachte ich zumindest.
13:32Und sie hat Nein gesagt?
13:33Hm.
13:35Begründung?
13:36Es hätte sich zwischen uns nichts geändert.
13:39Unzureichend.
13:40Ganz so leicht ist das nicht.
13:41Wieso nicht?
13:42Du weißt doch, dass sie dich liebt.
13:44Also, greif an.
13:46Manchmal wissen die Frauen einfach nicht, was sie wollen.
13:48Dann muss man ihnen ein bisschen Entscheidungshilfe geben.
13:52Danke für deinen Tipp.
13:54Aber der nächste Schritt muss von Luisa kommen.
13:57Aber auf den musst du alleine warten.
13:59Hä?
14:00Auf Luisas nächsten Schritt.
14:01Ich habe noch was vor.
14:03Viel Spaß bei deinem Date.
14:04Danke.
14:11Na, wo warst du?
14:15Ich war noch mal bei Annabelle von Weiden.
14:18Was?
14:19Warum denn?
14:20Warum?
14:21Annabelle ist deine Mutter.
14:23Wir dürfen das nicht ignorieren.
14:25Wir?
14:25Wieso wir?
14:27Wenn, dann geht das doch wohl höchstens mich was an.
14:29Jetzt hören wir doch erst mal zu.
14:31Oh Gott, ist das peinlich.
14:33Aber die muss doch langsam glauben, dass wir verrückt sind.
14:36Also den Eindruck hatte ich nicht.
14:37Nein?
14:38Und welchen dann?
14:39Ich habe ihr erzählt, welche Beweise wir haben.
14:42Das Foto, den Brief von Frau Wiegand an Werner Grafenberg, Frau Wiegands Aussage.
14:46Ja, und?
14:48Sie hat mir gedroht.
14:49Ja.
14:50Das kommt mir bekannt vor.
14:51Was hast du denn erwartet?
14:53Ich habe erwartet, dass sie ruhig und vernünftig mit mir redet.
14:56So wie es jeder tun würde, der jemandem dabei helfen kann, einen Angehörigen zu finden.
15:00Aber nein, Annabelle hat mir gedroht.
15:03Nora, sie hat etwas zu verbergen, glaub mir.
15:05Oh, Luisa, jetzt geht das schon wieder los.
15:08Hör doch mal auf zu spinnen.
15:09Wir haben nichts gegen diese Frau in der Hand.
15:11Aber das stimmt nicht.
15:12Wir haben Frau Wiegands Aussage.
15:14Wenn sie die offiziell bestätigt, dann kannst du vor Gericht einen Mutterschaftstest erwirken.
15:19Bitte, ich soll Annabelle von Weiden vor Gerichtsherren?
15:24So weit muss es ja nicht kommen.
15:27Vielleicht will ich sie schon vorher ein.
15:30Ja, und was mache ich, wenn der Gentest negativ ausfällt?
15:33Er wird nicht negativ ausfallen.
15:36Annabelle ist deine Mutter.
15:42Mensch, du hast gut reden.
15:45Du bist ja auch nicht diejenige, die es durchziehen muss.
15:49Nein, auf keinen Fall.
15:51Auf sowas lasse ich mich nicht ein.
15:59Das war's für ein Schöpfchen.
16:03Aber das war's für ein Schöpfchen.
16:47Jedenfalls freue ich mich, dass Sie es sich anders überlegt haben.
16:49Hallo, Eva. Und wegen Ihrer Schwester brauchen Sie sich keine Gedanken zu machen.
16:53Sie kann natürlich hier wohnen bleiben, solange sie nichts anderes hat.
16:55Vielen Dank, das freut mich.
16:56Eine Bedingung habe ich allerdings noch.
16:59Ich kann mich noch sehr gut daran erinnern, wie Sie die Hochzeit von Nina Bergmann und Ben Petersen vorbereitet haben.
17:03Und deshalb möchte ich Ihr Organisationstalent besser nutzen.
17:06Sie meinen...
17:07Ich möchte, dass Sie ab sofort die Verantwortung für die Organisation des gesamten Haushaltes übernehmen.
17:13Ja, gerne. Gut.
17:18Hey!
17:21Du bleibst doch?
17:22Ja.
17:23Ich muss doch Annabelle van Weiden dazu bringen, ihre Tochter anzuerkennen.
17:27Ach, Annabelle streitet alles ab.
17:30Und deshalb müssen wir Sie mit Frau Wiegans Aussage zu einem Gentest zwingen.
17:33Hm. Und wie geht deine Schwester mit Annabelles Absage um?
17:40Sie hat sich von ihr einschüchtern lassen.
17:43Sie glaubt mir nicht.
17:46Hm.
17:46Na ja, das kann ich verstehen.
17:49Wer möchte schon Annabelle zum Feind haben?
17:51Ich kann sie auch verstehen, aber das hilft nichts.
17:55Ich komme ohne sie nicht weiter.
17:58Na ja, nur sie kann den Gentest beantragen.
18:03Ich wünschte, sie würde mir vertrauen.
18:06Nora ist für sich selbst verantwortlich. Alt genug ist sie.
18:09Das hat nichts mit dem Alter zu tun.
18:12Sie muss ihre Gefühle schützen.
18:14Sie hat niemanden, mit dem sie reden kann.
18:18Tja.
18:19Außer Simon.
18:21Das ist doch nicht dein Ernst.
18:24Eva, sie braucht jemanden.
18:26Also, aber doch nicht Simon. Die haben sich gerade getrennt.
18:30Das heißt doch noch nicht, dass er keine Gefühle mehr für sie hat.
18:32Ja, das ist mir auch klar. Aber ich meine, äh, was ist mit den Gefühlen, die sie für ihn hat?
18:38Nora und er, die können sich doch nicht ewig aus dem Weg gehen.
18:41Und ich bin mir sicher, dass Simon die richtigen Worte finden wird.
18:44Ich weiß nicht, ob das so eine gute Idee ist.
18:46Ich muss es versuchen.
18:54Ja?
18:56Hallo Simon. Ich bin's, Luisa.
18:59Luisa? Hallo.
19:00Na, wie geht's?
19:02Gut, danke. Und dir?
19:05Ich kann nicht klagen. Viel Arbeit.
19:08Gut.
19:10Also, ich müsste da was mit dir besprechen.
19:14Gern. Wann? Wo?
19:17Wann hast du Zeit?
19:19Wann du willst. Mein Angebot steht.
19:22Lanzino?
19:23Sagen wir jetzt gleich?
19:25Gut.
19:26Dann treffen wir uns im Lanzino.
19:28Aber das ist kein Date. Ich zahle.
19:30Alles klar. Es ist kein Date. Du zahlst. Bis dann.
19:34Bis gleich.
19:39Und dann kriegt man Panik und klammert sich an irgendeine Idee und wenn sie auch noch so hässlich ist, wie
19:46ein Ertrinkender in ein fauliges Stück Holz.
19:48Ja. Und wenn man Glück hat, sieht man irgendwann Land.
19:53Und wenn man Pech hat?
19:54Fressen ein, die Eier.
19:56Im Formen meines Bruders, was?
19:58Nein, dein Bruder. Ach, der macht mir überhaupt keinen Druck. Das ist ganz schön bewundernswert, wenn man bedenkt, was er
20:03selber für einen Druck hat.
20:05Ja, ja. Manchmal tut er mir echt leid. Ich meine, immer der Kampf um Einfälle und im Moment geht überhaupt
20:11nichts voran.
20:11Ach, wieso? Dein Bruder, der erschüttelt doch die Ideen nur so aus dem Ärmel.
20:15Hm.
20:15Ich wäre froh, wenn ich nur halb so kreativ wäre wie dein Bruder.
20:18Ja, ja. Ich meine ja nicht die Arbeit für die Firma. Er arbeitet nebenher noch an einer Skulptur und da
20:24geht überhaupt nichts voran.
20:25Hat er einen Auftraggeber?
20:26Nein. Das macht er nur für sich selbst.
20:28Ach, freie Kunst, ja. Da gelten ganz andere Regeln.
20:30Oh, Stress zu Hause. Tut mir leid, ich muss los. Ich lasse euch nicht von mir stören, ja?
20:36Ciao, bis morgen.
20:38Tschüss.
20:39Ja, ciao. Soll ich dich fahren?
20:41Ach, tu es nicht nötig. Ich komme auch allein nach Hause. Viel Spaß noch. Tschüss.
20:45Aber was war das denn?
20:47Ach, Lissi hat eine komische Familie. Die haben öfters mal Stress.
20:52Tja, zum Glück geht es ihrem Vater ja jetzt wieder halbwegs. Oder?
20:57Dank deiner Hilfe.
21:00Ja, ja. Wo sind wir stehen geblieben?
21:04Bei deinem Bruder und der Skulptur.
21:07Ja, ja, genau. Stimmt.
21:10Glaubst du eigentlich am Musen?
21:12Was meinst du damit?
21:14Ich meine, dass es Menschen gibt, deren pure Anwesenheit dich kreativ macht.
21:21Ich weiß nicht, ich kann es ja mal ausprobieren mit jemandem, der mir näher steht.
21:36Hoffentlich hat Simon meine Einladung nicht falsch verstanden.
21:39Ich war ein bisschen nervös am Telefon.
21:44Ist ja auch kein Wunder.
21:46Am liebsten hätte ich heute Nachmittag Ja gesagt, als er mich zum Essen eingeladen hat.
21:50Es war so schwer abzulehnen.
21:54Immer wenn ich ihn sehe, möchte ich, dass er bleibt.
21:57Und wenn er spricht, möchte ich, dass er nicht aufhört zu sprechen.
22:01Denn wenn ich seine Stimme höre...
22:09Schluss jetzt.
22:12Es geht nicht um mich und Simon, es geht um Nora.
22:16Nur wegen ihr treffen wir uns hier.
22:20Simon darf auf keinen Fall glauben, ich hätte es mir anders überlegt.
22:23Ich muss das von Anfang an klarstellen.
22:26Sonst wird der Abend eine Katastrophe.
22:35Hallo, Luise.
22:38Hallo, Simon.
22:40Hast du lange gewartet?
22:42Nein.
22:45Ich muss mit dir über Nora sprechen.
22:47Das trifft sich gut.
22:48Ich auch.
22:49Wussten Sie, dass Luise heute noch mal zu Frau von Weiden gegangen ist?
22:52Ja, sie hat es mir erzählt.
22:55Das ist ja immer wieder typisch.
22:56Mit jedem redet sie darüber, nur mit mir nicht.
22:59Finden Sie nicht auch, sie hätte es mir sagen müssen,
23:00wenn sie vorhat, zu meiner Chefin zu gehen und wilde Drohungen auszustoßen?
23:03Sie hat sicher nicht vor, Frau von Weiden in die Enge zu treiben.
23:07Aber was soll sie machen, wenn die Dame sich querstellt?
23:09Ich finde das ganz schön mutig von ihr.
23:12Mutig?
23:13Und wer kann es wieder ausbaden?
23:15Doch nicht Luisa.
23:16Ich soll Frau von Weiden zu einem Gentest zwingen.
23:20Wenn es keine andere Möglichkeit gibt.
23:22Luisa tut doch schon alles, um Ihnen die Sache leichter zu machen.
23:25Ich habe Sie aber nicht darum gebeten.
23:28Ich wünsche, Sie würde endlich aufhören, in meinem Leben rumzufuschen.
23:31Sie pusht doch nicht in Ihrem Leben herum.
23:33Sie versucht, Ihnen zu helfen.
23:34Nein.
23:35Sie versucht einfach, mir ihr schlechtes Gewissen zu beruhigen.
23:38Sie glaubt, wenn sie meine Mutter findet,
23:39dann verzeihe ich ihr, dass sie mir Simon weggenommen hat.
23:41Das ist doch vollkommener Unsinn.
23:43In Wirklichkeit verzichtet Luisa auf Simon, obwohl sie ihn liebt.
23:48Und warum ist sie dann noch nicht aus Falkenthal verschwunden?
23:51Weil sie hier eine Aufgabe hat.
23:53Sie mag zwar schwierig sein, aber Luisa gehört nicht zu denen,
23:57die vor schwierigen Aufgaben weglaufen.
23:59Außerdem sollten Sie froh sein, dass Luisa bleibt.
24:03Nur deshalb dürfen Sie hier wohnen bleiben.
24:06Also ich freue mich sehr, dass Luisa bleibt.
24:09Na, wenigstens eine.
24:10Hören Sie zu, ich habe keine Lust,
24:13mich auf diese Art und Weise weiter über Ihre Schwester zu unterhalten.
24:17Ich mag nämlich Luisa.
24:19Und ich hoffe nur, in Ihrem verkorksten Herzen tun Sie das auch.
24:36Da bist du ja.
24:37Was hattest du denn erwartet, Luisa?
24:41Sie ist eine Eifersucht, aber absolut unbegründet.
24:43Ich lebe nämlich nur dich.
24:45Jetzt komm hier zu.
24:50Was habe ich getan?
24:52Das fehlt alles auf mich zurück.
24:59Nein!
25:01Nein!
25:04Nein!
25:05Nein!
25:08Nein!
25:09Nein!
25:09Nein!
25:10Nein!
25:12Nein!
25:13Nein!
25:14Nein!
25:15Nein!
25:16Nein!
25:22Hilfe!
25:23Oh, Hilfe!
25:25Hilfe!
25:32Du willst über Nora sprechen?
25:34Ja, schließlich hast du ihr Rittwegen.
25:36Also ich meine, bist du hier geblieben.
25:39Woher weißt du das?
25:41Naja, ihr seid ja sehr eng zusammen und...
25:44Hat sie dir von ihrer Mutter erzählt?
25:47Nein, nicht direkt.
25:50Das ist der Grund, warum wir eigentlich nach Falkenthal gekommen sind.
25:53Aha.
25:54Also ich habe im Internet recherchiert und da bin ich zufällig auf Eva gestoßen.
25:59Sie hat eine Suchanzeige aufgegeben.
26:01Mit einem Foto.
26:02Ein Babyfoto von Nora auf dem Arm ihrer Mutter.
26:05Eva?
26:06Ja, sie hat das Foto in einer Kiste gefunden.
26:10Jedenfalls haben wir uns dann getroffen.
26:12Und das Baby auf dem Foto war tatsächlich Nora.
26:16Das ist ja super, ein Volltreffer.
26:19Naja, fast der Kopf der Mutter war auf dem Foto abgeschnitten.
26:25Deswegen bin ich dann nach Falkenthal gekommen.
26:27Um Ihre Mutter zu suchen?
26:29Und warum macht sie das nicht selbst?
26:33Das ist nicht so einfach.
26:36Also meine Eltern haben Nora adoptiert, da gab es mich noch nicht.
26:39Und als ich dann kam, fühlte sie sich zurückgesetzt.
26:47Müsste sie dann eigentlich nicht noch mehr Interesse daran haben, ihre Mutter wiederzufinden?
26:52Eigentlich schon.
26:54Aber sie redet sich ein, dass ihr ihre Mutter völlig egal ist.
26:57Verstehe.
27:00Sie hat wahrscheinlich Angst, da ein zweites Mal zurückgewiesen zu werden.
27:04Aber irgendwann muss sie sich ihre Angst mal stellen.
27:07Nicht irgendwann.
27:08Jetzt.
27:09Ich habe ihre Mutter gefunden.
27:11Wirklich?
27:14Sie streitet die Mutterschaft ab.
27:16Aber ich bin mir ganz sicher.
27:19Nora müsste sie zu einem Gentest zwingen, aber sie will das nicht.
27:22Sie denkt, ich bilde mir das alles ein.
27:24Mhm.
27:26Ja.
27:26Sie vertraut ihr wahrscheinlich nicht mehr.
27:28Nach allem, was zwischen uns passiert ist.
27:33Aber dir vertraut sie noch?
27:36Mir?
27:36Ja.
27:37Ich habe mich gerade von ihr getrennt.
27:40Aber du magst sie doch noch.
27:44Was willst du mir damit sagen?
27:46Dass ich wieder mit ihr zusammenkommen soll?
27:48Nein.
27:49Nein, so meine ich das nicht.
27:50Ich dachte nur, du...
27:51Ich weiß nicht, wie soll ich das sagen?
27:54Vielleicht...
27:55Könntest du ihr in dieser schwierigen Phase ein Freund sein?
28:02Haben Sie Frau Landmann gesehen?
28:04Ist gerade rausgegangen.
28:06Danke.
28:09Ach, übrigens.
28:10Dass Sie immer noch hier wohnen dürfen,
28:11bedeutet nicht, dass Sie sich auch weiterhin alle möglichen Spielchen erlauben können.
28:15Was denn für Spielchen?
28:17Ich dachte, ich hätte mich unmissverständlich ausgedrückt, als ich Ihnen sagte,
28:20warum ich Ihre Dienste in der Manufaktur nicht mehr in Anspruch nehmen kann.
28:25Mein Führungsstil hat Ihnen nicht gefallen.
28:27Das war alles.
28:28Ihr was?
28:30Also wenn Sie damit meinen, dass Sie sich wie ein Elefant im Porzellanladen aufgeführt haben.
28:34Ja, allerdings.
28:35Das hat mir wirklich nicht gefallen.
28:37Aber das ist nicht der Grund, warum ich Sie entlassen habe.
28:40Der Grund ist, dass Sie von Annabelle von Weiden eingestellt worden sind.
28:43Ach, gelten Arbeitsverträge etwa nicht, wenn Frau von Weiden Sie unterschrieben hat?
28:47Warum geht es doch gar nicht.
28:49Aber Frau von Weiden hat Sie offensichtlich mit einer ganz besonderen Aufgabe betraut.
28:54Sie sollten Ihr Auge und Ihr Ohr in der Firma sein, solange Richard von Weiden die Manufaktur leitet.
29:00Der Posten der Chefsekretärin ist dabei ein Vertrauensposten.
29:03Sie können mir ruhig vertrauen.
29:05Ich stehe nicht mehr auf Frau von Weidens Seite.
29:06Ganz im Gegenteil.
29:08Tut mir leid.
29:09Aber das müsste Ihnen doch Herr Becker schon alles gesagt haben.
29:12Was?
29:13Herr Becker?
29:13Simon Becker?
29:14Ja, haben Sie ihn nicht gebeten, ein Wort für Sie bei mir einzulegen?
29:18Ähm, Simon hat sich für mich...
29:22Ja, aber machen Sie sich bitte keine Hoffnung.
29:25Ich schätze Herr Becker sehr, aber auch er wird mich nicht von meiner Entscheidung abbrechen.
29:35Ich möchte nicht, dass Nora denkt, dass ich wieder etwas mit ihr anfangen will.
29:38Sie hat verstanden, dass sie zwischen Liebe und Freundschaft unterscheiden muss.
29:43Ich habe ihr gesagt, dass ich nicht mehr zu ihr zurückkehre und daran wird sich auch nichts mehr ändern.
29:48Das soll es doch nur für sie da sein.
29:51Hör ihr zu, das reicht.
29:53Zeig ihr, dass sie nicht alleine ist.
29:56Aber ich will dich nicht zu etwas drängen, was du nicht wirklich willst.
30:00Auch wenn du Nora damit sehr helfen würdest.
30:06An dem Zustand fühle ich mich nicht ganz unbeteiligt.
30:10Wenn ich mich nicht von ihr getrennt hätte, dann...
30:14Ich habe Helena Bernstein gefragt, ob sie Nora wieder einstellen würde.
30:19Und?
30:20Keine Chance.
30:24Jetzt ist sie ganz auf sich allein gestellt.
30:29Wie hast du dir das eigentlich vorgestellt?
30:30Ich meine, ich kann sie ja nicht einfach auf ihre Mutter ansprechen.
30:32Schließlich hat dieses Gespräch ja niemals stattgefunden.
30:37Ich hoffe natürlich, dass sie sich dir anvertraut.
30:40Du musst einfach nur da sein und zuhören.
30:45Wenn es ihr wirklich hilft...
30:47Da bin ich mir ganz sicher.
30:49Gut.
30:51Ich spreche mit ihr.
31:10Ja, und was ist, wenn ihr euch verirrt oder wenn jemand krank wird?
31:13Wir verirren uns nicht.
31:15Man darf in der Wüste nur nicht jeder Reifenspur hinterherfahren.
31:18Und außerdem haben wir GPS.
31:19Und gegen die Krankheiten gibt es Antibiotika.
31:21Und was ist mit Kidnapper?
31:23Das Risiko ist minimal.
31:25Und alles kann man sowieso nicht voraus berechnen.
31:27No risk, no fun.
31:28Stimmt.
31:29Ja.
31:30Sobald wir alles für die Ausrüstung zusammen haben, geht's los.
31:33Ach, dir fehlt noch was für deine Ausrüstung?
31:35Ja, eigentlich habe ich alles zusammen.
31:38Bis auf einen Wüstentank.
31:39Der ist bestimmt besonders groß in der Wüste, oder?
31:41Genau.
31:42Leider sind das Spezialanfertigungen.
31:45Und dementsprechend wahrscheinlich nicht billig.
31:47Mhm.
31:49Dabei sind die Dinger ziemlich hässlich.
31:51Das ist doch kein Problem.
31:52Spritze ihn doch einfach um.
31:53Ach, das geht nicht.
31:54Vom Lackieren habe ich keine Ahnung.
31:56Ich bin eher der Schrauber.
31:58Ich meine, es gibt schon Typen, die...
32:01Hey, Moment mal.
32:02Du kannst lackieren.
32:04Ach nein, wie kommst du denn darauf?
32:06Ich male Teerosen auf Teller.
32:08Ach komm.
32:09Du kannst mit Farben umgehen.
32:10Ja klar, schon.
32:12Aber ich denke mal, du brauchst eher einen Airbrush.
32:15Airbrush?
32:15Ja, das ist genial.
32:17Ach, bitte.
32:18Hm.
32:19Okay.
32:20Wann brauchst du das Design?
32:22Ja, zuerst muss ich mal das nötige Kleingeld für den Tank zusammen haben.
32:26Bisschen Zeit ist noch.
32:28Ich versuch's mal.
32:29Hm.
32:30Okay.
32:43Gott sei Dank.
32:45Das Gespräch ist gut gelaufen.
32:48Simon hat genau verstanden, was ich gemeint habe.
32:51Ich bin froh, dass er's mir so leicht gemacht hat.
32:56Kein Wunder, dass ich ihn vom ersten Moment an geliebt habe.
33:03Wie hilflos und verletzlich sie aussieht.
33:07Wie ein Kind.
33:09Ich glaube, ich hab mich richtig entschieden.
33:13Nora braucht mich jetzt.
33:15Ich darf sie nicht im Stich lassen.
33:27Ich darf sie nicht im Stich lassen.
33:35Ich hab Gefühle für Simon.
33:38Aber unter diesen Umständen können Simon und ich nicht zusammen sein.
33:42Was nichts daran ändert,
33:45dass ich ihn gebe.
34:13Ich darf sie nicht.
34:16Simon?
34:17Äh, hi.
34:18Ja, komm rein.
34:20Aber nur, wenn ich nicht störe.
34:21Warum solltest du denn stören?
34:22Nein, setz dich.
34:23Willst du was mitessen?
34:24Äh, nein, danke.
34:25Ich hab schon gefrühstückt.
34:26Aber dann leist du mir wenigstens Gesellschaft.
34:27Nur frühstücken finde ich sterbenslangweilig.
34:29Ich war gestern Abend bei dir im Atelier,
34:31aber du warst nicht da.
34:32Aha.
34:33Ich wollte mich bei dir bedanken.
34:34Du hast bei Frau Bernstein ein gutes Wort für mich eingelegt.
34:37Das finde ich sehr nett von dir.
34:38Das hat leider nicht viel gebracht.
34:39Das spielt überhaupt keine Rolle.
34:41Ich weiß es sehr zu schätzen.
34:42Wirklich.
34:43Danke.
34:44Danke.
34:45Und?
34:46Wie geht's dir jetzt so?
34:49Och, wie soll es mir gehen?
34:52Ich hab keinen Job, keine Aussicht.
34:55Ach Gott, das ist ja kein Drama.
34:57Wird sich schon was finden.
34:59Willst du in Falkental bleiben
35:00oder suchst du dir woanders etwas Neues?
35:02Ich werde auf jeden Fall in Falkental bleiben.
35:03Waltro interessiert mich nicht mehr.
35:05Und es ist schwer, woanders neu anzufangen.
35:07Vor allem, wenn man alleine ist.
35:09Aber hier hab ich wenigstens meine Schwester.
35:12Du hast hier nicht nur deine Schwester, Nora.
35:15Wirklich?
35:15Dass wir uns getrennt haben,
35:17muss ja nicht heißen,
35:17dass wir uns immer aus dem Weg gehen.
35:19Ich bin für dich da.
35:21Jederzeit.
35:21Und du bist extra gekommen,
35:22um mir das zu sagen?
35:23Ja.
35:24Ich bleibe dein Freund.
35:25Auch wenn wir nicht mehr zusammen sind.
35:29Oh, danke.
35:31Ja, was hältst du davon,
35:33wenn wir eine Tasse Kaffee trinken?
35:34In meiner Mittagspause.
35:35Gute Idee.
35:36Ja.
35:37Ein bisschen Abwechslung
35:38könnte mir ganz gut tun.
35:39Ja, gut.
35:40Also, bis heute Mittag.
35:42Ich freue mich.
35:42Ich mich auch.
35:57Was grinst du denn so?
35:59Wieso?
36:01Dann hat das wohl gestern Abend
36:01noch ein bisschen länger gedauert, was?
36:03Sieht man mir das an?
36:04Nö, du könntest auch im Lotto gewonnen haben.
36:08Herzlichen Glückwunsch.
36:09Danke, dass du gestern Abend
36:10nach Hause gegangen bist.
36:11Es war ein richtig schöner Abend.
36:13Wir haben noch bis zwei oder so gequatscht.
36:16Dann hast du also auch rausgekriegt,
36:17was Helena ihm schenken kann.
36:18Ja, das habe ich auch.
36:19Und?
36:21Einen Wüstentank.
36:22Das sind so ganz teure Spezialanfertigungen.
36:24Und ich glaube,
36:25Sebastian braucht ziemlich lange,
36:26bis er das Geld dafür zusammengespart hat.
36:28Das hört sich nach dem richtigen Geschenk
36:29für Helena an.
36:30Wo kriegt man denn sowas?
36:32Keine Ahnung, aber ich denke,
36:33das finden wir raus.
36:34Aber das Beste weißt du noch nicht.
36:37Und?
36:38Die Dinger sind nicht nur teuer,
36:40sondern auch richtig hässlich.
36:42Das heißt?
36:44Na, dass der Tank ein Airbrush-Design braucht.
36:47Und weißt du, wer das macht?
36:49Deine beste Freundin.
36:51Super Idee.
36:53Du designst ihm seinen eigenen Wüstentank.
36:56Ja, genau.
36:58Mann, bist du abgezockt.
37:01Von dir kann ja ich sogar noch was lernen.
37:04Hm.
37:06Bist du sicher,
37:07dass jemand versteht,
37:09was du von ihm willst?
37:10Ganz sicher.
37:12Er sieht doch auch,
37:12dass es Nora nicht gut geht.
37:14Na, daran ist sie ja nun selber schuld.
37:16Vielleicht, aber es ist ein Grund,
37:17dir nicht zu helfen.
37:19Außerdem mag er sie.
37:20Das hat er selbst gesagt.
37:22Hoffentlich nutzt sie das nicht aus.
37:24Ich denke, sie ist froh,
37:25wenn der Kontakt zu Simon nicht ganz abbricht.
37:27Und er wird ihr bestimmt
37:28keine falschen Hoffnungen machen.
37:30Wie viel weiß er denn eigentlich
37:32von Annabelle von Weiden?
37:34Also ich habe ihm nur erzählt,
37:36dass ich Noras Mutter gefunden habe.
37:38Nicht, dass es Annabelle von Weiden ist.
37:40Aber er weiß,
37:41dass die Mutter sie nicht akzeptiert.
37:43Er wird Nora also Mut machen,
37:45um ihre Anerkennung zu kämpfen,
37:47falls sie das Thema zur Sprache.
37:48Ja, und was, wenn nicht?
37:51Nora will bestimmt
37:52mit jemandem darüber sprechen.
37:55Wollen wir mal hoffen,
37:56dass sie sein plötzliches Interesse
37:58nicht missversteht.
37:59Ich glaube, im Moment
38:00ist sie genug mit Annabelle beschäftigt.
38:02Du, Annabelle von Weiden
38:04hat bisher jedes ihrer Kinder
38:06unglücklich gemacht.
38:07Vielleicht spürt das Nora instinktiv.
38:10Nora hat ein Recht zu erfahren,
38:11wer sie ist und woher sie kommt.
38:13Annabelle hat ihr 30 Jahre
38:14ihres Lebens gestohlen.
38:15Damit muss Schluss sein.
38:16Ja, du hast ja recht.
38:18Wir müssen dafür sorgen,
38:19dass Frau Wiegand offiziell aussagt,
38:21dass Annabelle Noras Mutter ist.
38:22Aber Frau Wiegand hat Angst vor Annabelle.
38:25Und das kann ich auch verstehen.
38:27Ich werde Sie ins Gutshaus bitten.
38:29Heute noch.
38:30Wir dürfen keine Zeit verlieren.
38:56Hallo, Hedwig.
38:57Wie geht es Ihnen?
39:01Ja, richtig.
39:03Und Sie haben mich trotzdem gleich erkannt,
39:06obwohl wir so lange nichts
39:07voneinander gehört haben?
39:11Ja, vielleicht so lange.
39:17Das weiß ich doch, Hedwig, natürlich.
39:20Ja, aber das Alter macht uns redselig.
39:24Und ich habe gehört,
39:25dass Sie in letzter Zeit
39:26so richtig ins Plaudern gekommen sind.
39:38Mhm.
39:39Das will ich doch hoffen.
39:42Sonst muss ich mir nämlich Sorgen
39:44um Sie machen.
39:45Sie sind nicht mehr die Jüngste.
39:48Wie schnell kann in Ihrem Alter
39:49alles vorbei sein?
39:57Dann ist es ja gut.
40:00Ich freue mich,
40:01dass Sie so vernünftig sind.
40:07Ja?
40:11Luisa, hallo.
40:13Hallo, Simon.
40:15Na, gut geschlafen?
40:16Mhm.
40:17Ich war so froh
40:18nach unserem Gespräch gestern Abend.
40:19Ich auch.
40:21Ich wollte mich noch mal
40:22bei dir bedanken.
40:23Kein Problem, ich helfe gern.
40:24Ich war heute Morgen auch bei Nora
40:26und habe sie zum Kaffee eingeladen.
40:28Wirklich?
40:28Und wie hat sie reagiert?
40:30Ja, sie war erstaunt.
40:31Aber dann wirkte sie erleichtert.
40:33Du hattest recht.
40:34Sie braucht jemanden zum Reden.
40:36Und ich bin dir so dankbar,
40:37dass du es für Nora tust.
40:39Ich tue das doch nicht für Nora.
40:41Das weißt du auch.
40:46Was meinst du damit?
40:49Ich tue es für dich.
40:51Für uns.
40:54Ich verstehe leider nicht,
40:55was du damit meinst.
40:57Wirklich nicht?
40:59Hältst du mich für so blind?
41:02Es ist doch ganz offensichtlich,
41:03dass es Nora ist,
41:04die zwischen uns steht.
41:07Nein, du irrst dich.
41:08Ich irre mich nicht.
41:11Luisa, hör auf, davon zu laufen.
41:13Ich habe gehört,
41:14was du Eva gesagt hast.
41:17Ich weiß, dass du mich liebst.
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