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KurzfilmeTranskript
00:00Familie retten, indem du mich anzeigst.
00:06Ich werde dich nicht anzeigen.
00:11Du warst mein Vorbild für mich.
00:15Ich fand es konsequent, dass du nach Südafrika gegangen bist.
00:19Und ich habe geglaubt, dass du hinter allem stehst, was du tust.
00:25Aber ich habe nicht gewusst, dass du nur an dich denkst.
00:32Ich habe dir nichts mehr zu sagen.
00:34Für mich bist du gestorben.
00:59Hey, who's gonna make it right?
01:15Daniel, wirst du nicht verstehen, wie leid mir das alles tut.
01:17Das kannst du dir sparen.
01:18Ich wollte Marie doch nicht verletzen.
01:20Du willst es nicht kapieren, oder?
01:22Du bist kein Mitglied der Familie mehr.
01:25Ab sofort setzt du keinen Fuß mehr in die Firma.
01:28Und wenn du noch einen Funkenanstand hast,
01:29dann lässt du dich auch in diesem Hause nicht mehr blicken.
01:58Danni.
02:02Hey!
02:08Es ist richtig, dass wir Frederik nicht anzeigen.
02:12Lass mich einfach in Ruhe.
02:37Ich weiß, du hättest lieber einen Mojito. Aber die Alkoholfreien sind auch nicht so schlecht.
02:44Machst du dir immer noch Sorgen wegen diesem Mistkerl?
02:49Jörg hat hier seine Show abgezogen. Aber du solltest dich deswegen nicht so verunsichern lassen.
02:53Dann hat er genau das erreicht, was er wollte.
02:56Du kennst doch Jörg. Der hat irgendwas vor. Vielleicht will er das Sorgerecht.
03:02Ausgerechnet der?
03:05Herr Grote, guten Abend. Hier ist Jörg Schwarz.
03:08Ja.
03:09Ich habe es mir überlegt. Ich möchte konkrete Schritte wegen der Sorgerechtssache einleiten. Und zwar so schnell wie möglich.
03:14Und Sie sind sich sicher, dass Sie das nur zum Wohl des Kindes wollen? Herr Schwarz?
03:19Ja, natürlich mache ich das nur für meinen Sohn.
03:22Lassen Sie es mich mal so formulieren. Bei unserem letzten Gespräch haben Sie sich über die werdende Mutter ereifert und
03:27von deren Freund mal ganz zu schweigen.
03:30Ja, und?
03:31Rache-Motive im Streit zwischen den Eltern werden vor Gerichten nicht als schlagkräftiges Argument angesehen.
03:36Jörg Schwarz?
03:37Sind wir es schon so weit mit unseren Gerichten, dass ich meinen Sohn einer psychisch labilen Mutter und ihren perversen
03:42Freund überlassen muss?
03:43Herr Schwarz, bislang ist dem Gericht allein die Tatsache aktenkundig, dass Sie die werdende Mutter bedrängt haben.
03:49Und gegen Sie gibt es eine laufende Unterlassungsklage und Sie dürfen sich der Frau noch nicht einmal mehr nähern. Muss
03:54ich dazu noch was sagen?
03:59Das heißt?
04:00Ich würde mir an Ihrer Stelle keine allzu großen Hoffnungen auf das Sorgerecht machen.
04:05Herr Schwarz?
04:08Herr Schwarz?
04:09Ja, ja, klar bin ich da. Gibt es denn keine Chance?
04:13Zumindest nicht, wenn Sie keine positive Beziehung zu der Mutter aufbauen. Sie sind leider von dem guten Willen dieser Frau
04:19abhängig. Aber das hätten Sie wahrscheinlich früher bedenken müssen.
04:23Hm, ja, wahrscheinlich.
04:25War es das, Herr Schwarz?
04:27Danke, Herr Grote.
04:31Der hat doch nicht den Hauch einer Chance.
04:34Jörg ist skrupellos. Jörg hat Geld. Er kann sich die besten Anwälte leisten.
04:39Er hat eine wehrende Mutter angegriffen. Er wollte dich zur Abtreibung zwingen. Und dafür gibt es Zeugen.
04:46Glaubst du wirklich, irgendein Gericht auf dieser Welt würde ihm das Sorgerecht für ein Kind geben?
04:53Ja. Wahrscheinlich hast du recht.
04:55Auf jeden Fall habe ich recht.
04:57Was hat denn der Richter für eine Wahl? Auf der einen Seite diese skrupellose Monster und auf der anderen Seite
05:02eine liebevolle, wundervolle Mutter.
05:04Ja.
05:08Dann muss das hohe Gericht gar nicht lange überlegen, wenn es überhaupt zu einem Prozess kommt.
05:12Och, bloß nicht. Allein der Gedanke daran, der verursacht Bauchschmerzen bei mir.
05:17Na, dann denk lieber nicht so viel drüber nach, sonst bekommt der Kleine wieder Schluck auf.
05:23Okay.
05:25Nein, nein, nein, nein.
05:42So schlimm?
05:47Keines Verachtung ist...
05:50Da ist nur noch mehr Hass.
05:53Blanke Hass.
05:59Für ihn gehöre ich nicht mehr zu dieser Familie.
06:02Ich bin gestorben für ihn.
06:09Jahrelang wollte ich nicht zu dieser Familie gehören.
06:12Ich bin weggelaufen. Je weiter, desto besser.
06:14Deshalb Südafrika, deshalb die Lodge.
06:17Ich wollte nicht dazugehören.
06:18Nicht zu dieser Welt, nicht zu dieser Firma.
06:20Nicht zu diesem Menschen.
06:24Und jetzt ist das anders.
06:29Ich gehöre trotzdem zu Ihnen.
06:31Seit Vaters Tod ist mir das klar geworden.
06:50Sag jetzt bitte nicht, trink nicht so viel.
06:54Kann man denn eigentlich nicht mal fünf Minuten seine Ruhe haben?
06:57Daniel, was da eben zwischen dir und Frederik passiert ist, das kann man nicht so einfach wegtrinken oder abschütteln.
07:06Es ist deine Familie.
07:09Eine Familie?
07:11Frederik gehört ab heute nicht mehr dazu.
07:15Früher, wenn dein Vater viel zu tun hatte und er hat dir öfters viel zu tun, dann hast du dich
07:28immer an Frederik gehalten.
07:30Er war nicht nur einfach ein Onkel.
07:33Er war...
07:33Was?
07:34Mein großer Bruder, mein Vater mit Zeit, bitte Eva, nicht das Thema schon wieder.
07:39Daniel, habe ich so Unrecht?
07:44Ich habe ihn sogar aus Südafrika zurückgeholt.
07:47Weil er mein Onkel ist.
07:50Und weil er für mich Familie war.
07:54Ich habe ihn dafür bewundert, dass er immer sein eigenes Ding durchgezogen hat.
08:00Aber nichts, Eva, nichts an ihm ist noch bewundernswert.
08:09Daniel, ich verstehe ja, dass du wegen eures Kindes fast verrückt wirst vor Trauer.
08:17Aber meinst du nicht auch, dass dein Vater oder dein Großvater dir raten würden, jetzt nach vorne zu sehen, einen
08:25neuen Anfang zu machen als Familie?
08:28Mein Vater und mein Großvater sind tot.
08:32Daniel.
08:34Ich möchte jetzt wirklich nicht über Frederik sprechen, verstanden?
08:37Ich möchte heute mit niemandem mehr sprechen.
08:51Die australische Nordküste.
08:54Hier schlüpfen die kleinen Seeschildkröten.
08:57Es ist der Anfang einer mysteriösen Reise, die über 30 Jahre dauern wird.
09:04Die Reise, die diesen Tieren bevorsteht, ist für sie ein ständiger Kampf ums Überleben.
09:11Was ist los?
09:13Nichts.
09:14Ich wollte mir was zu trinken holen.
09:17Tim, du ziehst so ein Gesicht.
09:19Ja, würde ich nicht, wenn wir diepe Schmottkig angucken würden.
09:22Du weißt, dass Papa die Musikkanäle hasst.
09:24Ja, und deswegen gucken wir uns jetzt Schildkröten an.
09:26Diese prassilischen Tierchen brauchen 30 Jahre, um bis nach Hause zu kommen.
09:29Super.
09:32Manchmal muss man Kompromisse machen.
09:35Papa wollte diese Schwarz-Weiß-Schinken.
09:36Ja, ich weiß, diese Schwarz-Weiß-Schinken angucken.
09:37Es geht hier nicht um die Glotze, Lilly.
09:40Es ist einfach nur echtes Wohnen mit deinem Vater zusammen.
09:43Das ist einfach nichts für mich auf Dauer.
09:48Du hast es, hier zu sein.
09:50Quatsch!
09:52Vergiss es einfach echt.
09:53Nein.
09:54Sag mir, was dich stört.
09:57Ich mag deinen Vater wirklich, aber es fühlt sich so an, als wäre ich wieder bei meinen Eltern eingezogen.
10:02In meiner WG kann ich tun und lassen, was ich will, wann ich will, aber hier gibt es ständig irgendeinen
10:06Kompromiss.
10:08Ich will ja auch echt keinen Stress machen und das ist ja hoffentlich auch nur für kurze Zeit.
10:11Und Koyas Mutter wird ja sicher bald eine eigene Wohnung finden, aber dann.
10:14Dann setze ich mich auf meine Couch und gucke auf meinem Fernseher, auf meinem Programm so laut, wie ich will.
10:22Andererseits sind wir so täglich zusammen, das ist besser als jeder Gig.
10:48Vielen Dank.
10:49Vielen Dank.
10:49Vielen Dank.
10:50Vielen Dank.
10:59Vielen Dank.
11:28Vielen Dank.
12:07Hätte ich Frederik sagen sollen, dass Daniel noch nicht bereit zur Versöhnung war?
12:12Was hätte er das geändert?
12:14Frederik hätte es trotzdem versucht und es war richtig, dass er es versucht hat.
12:20So hilflos habe ich Frederik noch nie erlebt.
12:32Dabei war für Daniel die Familie immer das Wichtigste.
12:34Er hat ihr alles andere untergeordnet.
12:38Eigentlich hat er es mit unserer Liebe auch getan.
12:46Jetzt zerstört er genau die Sache, für die er alles geopfert hat.
12:51Keiner von uns kann nachempfinden, was Daniel fühlen muss.
12:55Sein Kind ist gestorben.
12:58Gerade jetzt braucht er Menschen, die ihn trösten, die ihn lieben.
13:02Ich wünschte, ich könnte ihm helfen.
13:18Ist es wegen Daniel?
13:20Ach, ich weiß nicht, was mit dem Jungen los ist.
13:22Er war die ganze Nacht weg.
13:24Er hatte gestern Abend sehr viel getrunken und ließ überhaupt nicht mit sich reden.
13:29Nach diesem schrecklichen Streit mit Frederik.
13:31Ich weiß, dass mein Schwager schuld ist.
13:32Und es war längst überfällig, dass Daniel ihn endlich rauswirkt.
13:37Und?
13:38Er geht nicht ans Handy.
13:41Ich weiß nicht, wen ich noch fragen soll.
13:45Daniel!
13:47Guten Morgen, Mutter.
13:49Eva.
13:49Guten Morgen.
13:51Ich habe im Gästezimmer übernachtet.
13:52Ich wollte dich nicht wecken.
13:53Oh Mann, ich habe mir solche Sorgen gemacht.
13:56Ich war gestern alles andere als nett zu dir.
13:58Verzeih mir bitte.
13:59Warum hast du uns denn nicht gesagt, wo du steckst?
14:02Es gab nichts zu sagen.
14:06Eva, bei dir muss ich mich ganz besonders entschuldigen.
14:09Ich war gestern sehr wütend.
14:11Das war nicht in Ordnung.
14:12Ich muss ein Bild des Jammers abgegeben haben.
14:16Ich war sehr besorgt.
14:17Du warst so...
14:18Mach dir keine Sorge.
14:19Es geht mir gut.
14:21Heißt das auch, dass du dir die Sache mit Frederik noch einmal überlegst?
14:25Eva, was ich gestern zu diesem Thema gesagt habe, gilt heute immer noch.
14:30Marie, das Frühstück muss ich leider verschieben.
14:32Mutter, würdest du mich bitte begleiten in die Manufaktur?
14:34Wir haben eine Menge Arbeit vor uns.
14:36Ich habe mir ein paar Gedanken zu Neustrukturierungen gemacht.
14:38Ja, natürlich.
14:40Gern.
14:55Hey.
14:56Warst du schon unterwegs?
14:58Du hättest doch ausschlafen können.
15:01Ich wollte mich ein wenig nüchsig machen.
15:03Ich habe sonst kaum was zu tun.
15:05Entschuldige.
15:06Ich wollte den Finger nicht in die Wunde legen.
15:08Wie geht's dir?
15:10Willst du eine ehrliche Antwort?
15:12Auch eine Nacht darüber schlafen, ändert es nicht wirklich.
15:17Soll ich hierbleiben?
15:19Wir können ja was unternehmen oder einfach entspannen.
15:23Das wäre nett.
15:25Aber je früher ich mich daran gewöhne, dass ich ab heute offiziell arbeitslos und eigentlich auch wohnungslos bin, umso besser.
15:30Ach, so ein Unsinn.
15:31Du wohnst natürlich hier.
15:32Danke.
15:34Müsst du ein Geheimnis hören?
15:36Ich hasse es, nichts zu tun.
15:38Das heißt nicht, dass ich mich entspannen und genießen kann, aber eigentlich brauche ich eine Arbeit.
15:43Eine Aufgabe.
15:45In den letzten Monaten habe ich mich völlig in die Arbeit in der Manufaktur gestürzt.
15:49Das wäre ziemlich hart, auf einmal nichts zu tun.
15:52Vielleicht sollte ich da auch nicht mehr hingehen.
15:55Vergiss es gleich wieder.
15:57Das ist eine nette Geste, aber eine blöde Idee.
16:00Warum?
16:01Wie kann ich noch länger in dieser Firma arbeiten für jemanden, der dich so abgrundtief hasst?
16:06Weil es an deines Entscheidung nichts ändern würde.
16:09Das ist eine Sache zwischen ihm und mir.
16:12Weil du deinen Job liebst.
16:13Weil du verdammt gut bist.
16:20Morgen.
16:24Na, du bist auch nicht der Frischeste heute, was?
16:28Wir haben gestern noch eine Wiederholung vom Diebisch-Mod-Konzert gesehen.
16:32Klar.
16:33Man kann also doch mit dem Fernsehkompromiss leben und kommt auf seine Kost.
16:38Oh, ich möchte keinen Rührer, danke.
16:40Aber ich möchte meinen Platz.
16:42Da sitzt du drauf.
16:44Oh, das habe ich ganz vergessen.
16:45Entschuldigung.
16:46Tim, Tim, das war nur ein Scherz.
16:48Papa kann natürlich auch mal woanders sitzen.
16:51Nee, ist schon in Ordnung.
16:52Echt?
16:56Hättest du dir auch anders vorgestellt, was?
16:58Was, dass man hier Platzgarten braucht?
17:00Na ja, so streng sind wir in dieser Familie auch nicht.
17:03Äh.
17:04Natürlich nicht.
17:07Kann es sein, dass du dein WG-Leben ein bisschen vermisst?
17:11Kann man ja auch irgendwie verstehen.
17:14Oh ja, der Mann spricht aus Erfahrung, hm?
17:17Die längste Zeit, die Nico mal von zu Hause weg war, waren drei Wochen Zeltlager in Kärnten.
17:22Sehr witzig.
17:24Ja, ob du es glaubst oder nicht, Tim findet es klasse, dass wir hier zusammen wohnen.
17:29Ja, klar.
17:31Ja, wie euch immer.
17:33Ich muss jetzt los.
17:34Ein rostiger Zilinder wartet noch auf mich.
17:37Wann kommst denn du heute Abend wieder?
17:39Vielleicht wollen wir einen Film zusammen gucken oder mal wieder ein Maumau-Turnier starten?
17:42Ich will mich noch mit Patricia trennen.
18:00Nein, Frau Pauli, Herr Gravenberg hat nicht vergessen, Sie zurückzurufen.
18:05Er konnte Sie gar nicht anrufen.
18:07Wissen Sie, er war noch gar nicht hier in der Firma.
18:10Ja, selbstverständlich.
18:12Einen Augenblick, bitte.
18:13Wer ist das?
18:14Herr Gravenberg, Frau Pauli ist...
18:16Ich rufe in drei Minuten zurück.
18:18Hören Sie bitte, Frau Pauli, er wird Sie in Kürze zurückrufen.
18:23Ja?
18:23Sehr gerne, wiederhören.
18:25Frau Mertens, ich habe gesagt, in drei Minuten, nicht in Kürze.
18:28Ja, Entschuldigung.
18:29Wo ist meine Post?
18:32Danke.
18:34Dann schicken Sie mir bitte unverzüglich die letzten Quartalsbilanzen.
18:38Und dann berufen Sie ein Treffen der Abteilungsleiter für heute Nachmittag ein.
18:42Sehr gerne, Herr Gravenberg.
18:43Ein Herr Schirrmeister möchte auch noch einen Termin haben.
18:46Von der Träumannkette?
18:47Genau.
18:48Der möchte unbedingt unsere Designerin kennenlernen.
18:50Machen Sie ein Mittagstreffen für Patricia.
18:52Mutter, können wir uns gleich mal zusammensetzen?
18:54Wir müssen die Terminplanung für die Designerabteilung überarbeiten.
18:57Ja, natürlich.
18:58Danke.
19:01Herr Grill, machen Sie mir bitte einen doppelten Espresso.
19:05Zweimal Süßstoff und nicht wieder so lauwarm wie das letzte Mal.
19:12Das wurde aber auch Zeit.
19:13Was?
19:14Dass die Gravenberg wieder an meinem Kaffee herummekelt?
19:17Nein, dass wir wieder einen richtigen Chef haben.
19:19Hier ging es doch in letzter Zeit runter und drüber.
19:21Patricia musste alle Termine absagen.
19:23Einige Kunden haben schon merkwürdige Fragen gestellt.
19:25Na ja, nach allem, was in Ihrer Familie passiert ist,
19:28ich finde, da haben sich die Gravenbergs auch mal eine Auszeit verdient.
19:30Ja, natürlich.
19:32Es ist schon bewundernswert, wie aufgeräumt Daniel war.
19:39So dynamisch.
19:41Dynamisch?
19:43Ja.
19:44Weißt du, das finde ich das erste Mal,
19:46dass sich jemand eine geschäftsmäßige Fassade gibt.
19:49Nur um von seiner Trauer abzulenken.
19:50Aber ob das immer gut ist, ist eine andere Sache.
19:53Du und deine Catering-Psychologie.
19:56Jetzt sieh mal zu,
19:57dass du den Espresso für die Gravenberg fertig kriegst.
19:59Weil ihre Fassade war ziemlich eindeutig.
20:08Ich kann ja verstehen,
20:09dass du keine Lust auf Streit hier im Haus hast.
20:11Aber Daniel kann ich auch verstehen.
20:13Ich meine, wenn Friederik nicht gewesen wäre,
20:14dann...
20:15Ich würde ihm auch nicht jeden Tag über den Weg laufen.
20:17Charlotte, zum letzten Mal.
20:18Es war ein Unfall und ich möchte nicht mehr darüber reden.
20:21Okay?
20:23Okay.
20:24Sorry.
20:30Was ist los?
20:34Bitte versprich mir,
20:35dass du mir nicht gleich eine Moralpredig hältst.
20:38Aber ich habe mich dazu entschlossen,
20:41die Schule in der Schweiz nicht weiterzumachen.
20:45Also das heißt nicht,
20:46dass ich kein Abi machen will oder so.
20:48Ich will mich hier im Gymnasium anmelden
20:50und ich habe auch schon mit der Schulleitung gesprochen.
20:51Das geht alles klar.
20:52Also es ist halt kein privates Elite-Lyzeum
20:55für das nomistische Hötus, höhere Töchter.
20:57Aber ich finde,
20:58es ist eine gute Entscheidung.
21:02Echt?
21:05Weißt du eigentlich,
21:06was ich für eine Angst davor hatte,
21:07dir das zu erzählen?
21:08Du hast doch die ganze Zeit gesagt,
21:09wie wichtig dir der Abschluss ist.
21:10Ja,
21:10und es war mir wichtig,
21:12dass du überhaupt einen Abschluss machst.
21:15Aber ich...
21:15Ich finde es toll,
21:16wie du dein Leben organisierst.
21:18Ich bin stolz auf dich.
21:21Ach,
21:21wirklich.
21:23Okay,
21:24aber ich...
21:25Ich brauche auf jeden Fall sofort
21:26die Abmeldung aus der Schweiz
21:27und die kann nur persönlich erfolgen.
21:29Das heißt,
21:29ich werde morgen für...
21:31Kein Problem.
21:33Wirklich,
21:33du musst dir um mich keine Gedanken machen.
21:34Das geht mir gut.
21:36Du kannst ganz beruhigt fahren.
21:51Es tut mir leid, Vater.
21:55Die Familie war dir immer das Wichtigste.
21:58Kaum bist du nicht mehr,
22:00bricht sie schon auseinander.
22:03Ich kann nicht einmal sagen,
22:04dass ich unschuldig daran bin.
22:08Ich habe dich enttäuscht.
22:12Ich bin mir sicher,
22:13dass Werner das anders sehen würde.
22:16Die Blumen sind wunderschön.
22:19Irgendwas muss ich ja richtig machen.
22:22Meine Bilanz ist ja ansonsten
22:23nicht so phänomenal.
22:25Aus der Firma bin ich rausgeflogen
22:27und meine Familie will keinen Kontakt
22:29mehr mit mir haben.
22:31Daniel ist sehr verletzt.
22:34Lassen Sie ihm etwas Zeit.
22:37Ich bin mir nicht sicher,
22:38ob er seine Meinung jemals ändern wird.
22:40Das sagen Sie.
22:42Ja.
22:43Der ewige Optimist.
22:46Man lernt eben dazu.
22:50Werner war jedenfalls ein Optimist.
22:52Ich sage ja nicht,
22:53dass es leicht wird.
22:55Aber, Frederik,
22:55eine Versöhnung ist immer möglich.
22:58Werner hat immer
22:59auf eine Versöhnung mit Ihnen gehofft.
23:00Und?
23:01Es war bestimmt das Schönste für ihn,
23:04dass euch das noch gelungen ist.
23:07Bitte.
23:08Geben Sie nicht auf.
23:10Geben Sie die Familie nicht auf.
23:15Dann werden Sie Ihren Vater
23:16auch nicht enttäuschen.
23:39Frau Mertens,
23:40hat sich meine Schwester bei Ihnen gemeldet?
23:44Danke.
23:46Hoffentlich hat es Ihnen eine gute Ausrede.
23:50Gut,
23:50lasst uns anfangen.
23:53Zuerst das Grundsätzliche.
23:54Wir werden uns verstärkt
23:56um eine kostenreduzierte Produktion bemühen.
23:58Ich habe heute noch eine Sitzung
23:59mit allen Abteilungsleitern.
24:01Na, endlich.
24:03Ich weiß,
24:04dass Frederik sich auch
24:05verstärkt Gedanken
24:06in diese Richtung gemacht hat.
24:08Er hat sogar schon was ausarbeiten lassen.
24:10Vielleicht solltest du ihn deshalb noch mal fragen.
24:12Was immer er hier entschieden hat,
24:14interessiert mich nicht mehr.
24:15Und ich wünsche mir,
24:16dass das in der gesamten Firma
24:17und von allen Mitarbeitern
24:19beherzigt wird.
24:21Und was ist mit den Falkenthaler Klassikern?
24:25Diese Extravaganz
24:26deines Vorgängers
24:27sollte sofort eingestellt werden.
24:30Nein.
24:31Die Klassiker haben sich bewährt.
24:33Sie werden niemals
24:34unser Kerngeschäft sein,
24:35aber sie sind eine Produktpalette
24:37für einen exklusiven Kundenkreis.
24:39Und sie fördern unseren Ruf
24:40als hochwertige,
24:41künstlerisch wertvolle Firma.
24:43Also bleiben Sie.
24:45Und diese Entscheidung
24:46hat nichts mit meinem Vorgänger zu tun,
24:47sondern ist rein professionell.
24:58Schöne Grüße aus der Chefetage.
25:00Was soll das?
25:02Der Espresso war zu kalt
25:03und sie zweifelt daran,
25:04dass es echter italienischer war.
25:07Was Frau Gravenberg allerdings
25:08nicht davon abhält,
25:09noch einen zu wollen.
25:11Tja,
25:12wie die Gräfin befiehlt.
25:16Tim,
25:16egal was du willst,
25:17bitte heute keine Extravünsche.
25:19Ein Espresso,
25:20eine Mondschnecke.
25:22Darf ich mich hier irgendwo hinsetzen
25:23oder gibt es ja Stammplätze?
25:26Ich habe mich heute Morgen
25:27auf den Lieblingsplatz
25:28von Papa Becker gesetzt.
25:29Ey, vergiss es.
25:30Kann es sein,
25:30dass die WG mit dem Schwiegerpapa
25:32nicht so viel Spaß macht
25:33wie mit Kolja?
25:34Mhm, kann man so sagen.
25:36Ich weiß ja,
25:36dass es nur vorübergehend ist
25:38und das ist auch der Grund,
25:38warum ich Lilly nicht alles sage,
25:39was mir auf den Geist geht,
25:41aber...
25:42Und es ist Lilly auch irgendwie wertvoll,
25:43dass wir zusammenwohnen.
25:44Deswegen nehme ich das auf mich
25:46und freue mich aber so dermaßen
25:48auf meine WG,
25:49wenn ich endlich wieder da wohnen kann.
25:51Er geht aufs Haus.
25:53Beschweret sich zwar über viele Sachen,
25:54aber im Gegensatz zu den anderen
25:56nicht über mein Catering.
25:58Kriege ich noch die Mondschnecke?
26:04So, das wär's.
26:06Ach Mutter,
26:08kannst du die Firmenpräsentation überarbeiten?
26:10Die Infobabwehr muss angepasst werden.
26:11Natürlich.
26:12Julia?
26:13Soll ich Patricia nochmal versuchen zu erreichen?
26:15Nein.
26:18Kannst du noch einen Moment bleiben?
26:20Natürlich.
26:24Ich will gleich auf den Punkt kommen,
26:26denn du kannst mir nichts vormachen.
26:28Natürlich findest du meine Entscheidung,
26:29im Hinblick auf Frederik, falsch.
26:32Was denkst du,
26:33soll ich jetzt sagen?
26:34Nichts.
26:34Denn deine private Meinung dazu
26:36kann ich nicht ändern
26:36und sie interessiert mich auch nicht.
26:39Ich will nur sicher gehen,
26:40dass du deine persönlichen Gefühle
26:42am Arbeitsplatz zurückstellen kannst.
26:45Wenn das alle anderen ja auch können.
26:49Julia,
26:50ich schätze dich als Designerin.
26:52Aber wenn du ein Problem
26:53mit meinem Führungsstil hast,
26:54dann wäre es vielleicht besser,
26:56du suchst dir einen anderen Arbeitgeber.
26:58Ich habe kein Problem damit,
27:00dass du die Firma leitest, Daniel.
27:02War das alles?
27:04Ja.
27:30Ich fürchte, du wartest vergeblich.
27:32Andreas hat einen Arzttermin,
27:33was ihm bei seiner Laune
27:35über die Chefetage
27:35ganz gelegen kommt.
27:37Gibt es hier einen Mertens?
27:39Äh, eine Mertens.
27:40Das bin ich.
27:43Von, von wem ist denn das?
27:45Von mir jedenfalls nicht.
27:49Was ist denn das?
27:50Ich habe nichts bestellt.
27:52Ein Paket brauchen wir offensichtlich nicht.
27:54Die wäre schon längst hochgegangen
27:55bei deiner Schüttelei.
27:55Oh, komm mal, lass es mal raus.
28:12Oh, das ist ein echtes Derger.
28:16Das erkennt man hier an der Naht.
28:18So eine Naht hat nur ein echtes...
28:20Derger?
28:22Nett.
28:23Das ist nicht nett,
28:24das ist sündhaft teuer.
28:26Wie es erschuft.
28:28Du weißt, von wem es ist?
28:30Ja, von Andreas, natürlich.
28:33Andreas?
28:36Hinter dem Tresen
28:37mimt er den knallharten Caterer.
28:40Aber in Wirklichkeit
28:40freut er sich fast so wie ich
28:42auf mein Baby.
28:44Ich...
28:44Ich muss mich unbedingt bedanken.
28:47Was meinst du?
28:48Soll ich ihm was schenken?
28:50Ja, klar.
28:51Am besten eine neue Vertretung,
28:53dann hätte ich jetzt nicht so einen Hunger.
29:05Noch einen Kuss für den Weg.
29:08Der letzte war doch schon für den Weg.
29:10Für den Rückweg.
29:15Wir sehen uns heute Abend.
29:16Papa hat irgendwas vorbereitet,
29:17ich habe keine Ahnung was, aber...
29:19Ach, das wird bestimmt super.
29:21Okay.
29:22Wo gehst du hin?
29:24Ich begleite Julia
29:25zu einer Produktionsbesprechung.
29:27Es geht irgendwie um die Vereinfachung
29:28der Bemalung oder so.
29:29Später weiß ich mehr.
29:31Tschö.
29:31Lust auf einen Kaffee?
29:33Nee.
29:33Außerdem ist Andreas nicht da.
29:35Oh, ich weiß,
29:36wo seine Kaffeemaschine steht.
29:38Tim, ich habe keinen Bock darauf,
29:39mit dir einen Kaffee zu trinken, okay?
29:41Habe ich irgendwas nicht mitgekriegt?
29:43Bist du sauer,
29:44weil Charlie für zwei Tage in die Schweiz geht?
29:46Spar dir deine Sprüche für Lilly auf, ja?
29:48Da erzählst du doch auch dauernd Blödsinn.
29:50Sag mal, was geht denn mit dir?
29:53Erst kotzt du bei Andreas rum,
29:54dass das Leben bei den Bäckern scheiße ist
29:55und jetzt tust du so,
29:56als ob du dir nichts Schöneres vorstellen könntest.
29:58Das nenne ich verlogen.
29:59Ich weiß echt nicht,
30:00was sich das angeht.
30:01Lilly ist immerhin
30:02eine gute Freundin von mir.
30:03Ja, und ich will sie nicht verletzen.
30:05Ich will so schnell wie möglich
30:06wieder in die WG,
30:07weil das Wohnen mit einem Papa
30:08ist nicht gerade eine Freude.
30:10Oder findest du es mittlerweile
30:11super mit deiner Mutter?
30:13Und bevor du dich hier weiter aufregst,
30:14denk mal ganz kurz dran,
30:15für wen ich das mache.
30:16Deine Mutter wohnt in meinem Zimmer.
30:18Also halt mal ganz schön ballflach, ja?
30:46Marie?
30:50Hallo, Frederik.
30:53Willst du nicht reinkommen?
30:55Nein, danke.
30:59Ich wollte dir nur sagen,
31:00wie leid es mir tut,
31:01was alles passiert ist.
31:03Und egal, was Daniel sagt,
31:05ich gebe dir keine Schuld
31:05an der Fehlgeburt.
31:07Ich finde sein Verhalten falsch.
31:10Danke.
31:12Das bedeutet mir sehr viel.
31:16Daniel hat keine Ahnung,
31:17dass du hier bist, oder?
31:18Nein.
31:20Ja, du musst ihn verstehen.
31:21Er sucht händeringend
31:24nach einer Erklärung
31:25für alles, was passiert ist.
31:26Und nach einem Schuldigen.
31:28Ich bin der Schuldige.
31:28Nein!
31:33Ich muss immer wieder
31:34über deinen Unfall nachdenken.
31:37Wie es dazu kommen konnte.
31:41Erinnerst du dich?
31:44Ich wollte dir etwas fragen.
31:47Es ging um Annabelle.
31:50Frederik, bitte.
31:50Ich möchte nicht mehr darüber sprechen.
31:54Entschuldige, natürlich.
31:56Ich wollte dich nicht quälen.
31:57Ja, ich weiß.
32:01Ich muss da mal wieder los.
32:02Auf Wiedersehen.
32:06Auf Wiedersehen.
32:07Auf Wiedersehen.
32:32Asien erfahren.
32:33Ich glaube nicht, dass das jetzt schon
32:35ein Thema ist.
32:36Und was ist mit deiner
32:37Neustrukturierung der Firma?
32:40Ich glaube, wir werden nicht um
32:41Hinkommen, Stellen abbauen zu müssen.
32:43Das ist mein Bereich.
32:45Und wenn ich dahingehend
32:46Entscheidungen treffe, dann werde ich dich,
32:48dass wir alle anderen Mitarbeiter
32:48auch wissen lassen.
32:49Ich bin mir sicher, dass du die Firma
32:51großartig leiten wirst.
32:53Und ich werde alles tun,
32:54um dich zu unterstützen.
32:56Danke.
32:57Hast du Entwürfe für die neuen Broschüren?
32:59Ja, das ist eine Informationskarte.
33:06Der abrupte Wechsel
33:07in der Geschäftsführung
33:09hat vielleicht bei unseren Kunden
33:11und Geschäftspartnern
33:12zu einer gewissen
33:14Verunsicherung geführt.
33:16Und eine Hochzeit
33:17ist da weniger verwirrend.
33:18Nun, eine Hochzeit
33:20ist ein freudiges Ereignis.
33:25Was davon ablenkt,
33:26dass es in unserer Familie
33:27nicht immer zum Besten stand.
33:29Es ist ein positives Signal.
33:31Mutter,
33:32was für die Firma gilt, gilt genauso
33:34für meine Heiratspläne mit Marie.
33:36Es ist meine Entscheidung
33:37und keine Marketingstrategie.
33:39Du heiratest sie doch.
33:41Ja, natürlich.
33:43Ich will sie heiraten
33:44und eine Familie gründen.
33:46Marie braucht jetzt wirklich
33:48von dir ein Zeichen.
33:49Sie wartet nur darauf,
33:50nach allem, was geschehen ist.
34:00Oh, Silke.
34:01Bin ich zu spät zur Ablösung?
34:02Nein.
34:03Alles in Ordnung mit dir?
34:04Ja, ich habe nur die Post
34:06schon weggebracht
34:06und wollte dir die neue Postkiste
34:08gleich mitbringen.
34:09Ich bin sehr froh,
34:10dass du mich ablöst.
34:11Daniel Gravenberg ist zurück
34:13in der Firma
34:14und legt ein irres Tempo
34:15an den Tag.
34:16Ach, dann will ich mal
34:17lieber losmachen.
34:19Ich wollte dir noch was zeigen.
34:23Ach, ist das süß.
34:25Ah, das ist doch ein echter Derger.
34:28Du, von der Firma
34:29hatte Kolja mal eine kleine Kuh.
34:31Die hat er so geliebt.
34:32Aber die waren damals
34:33schon recht teuer.
34:34Dietmar wollte ja nicht,
34:35dass ich eins kaufe,
34:36aber habe ich natürlich
34:37trotzdem gemacht.
34:38Ich habe es ja gar nicht gekauft.
34:41Es ist von Andreas, das Lamm.
34:44Das ist doch ein Mann mit Geschmack,
34:46aber leider.
34:49Der wäre doch
34:50der perfekte Vater, oder?
34:52Ich bin auch so froh,
34:53dass ich ihn als Freund habe.
34:57Hallo?
35:00Na, sowas, ein Derger.
35:02So eins habe ich mir
35:03das Kind immer gewünscht.
35:05Du, als Kind,
35:06das kann ich mir
35:07überhaupt nicht vorstellen.
35:08Aber ich habe es nie bekommen.
35:11Hab noch einen schönen Tag, Sylvia.
35:19Mir kommen die Tränen.
35:31Eine Familie gründen.
35:33Hat Daniel das gesagt?
35:35Ach, jetzt tu doch nicht so,
35:37als wenn das eine große Überraschung wäre.
35:39Daniel liebt Kinder.
35:40Das hat ich dir auch während
35:41deiner Schwangerschaft
35:42immer wieder gezeigt.
35:43Während meiner Schwangerschaft?
35:45Du meinst wohl
35:46während dem Schmierentheater,
35:47was ich Daniel vorgespielt habe.
35:49Ich war niemals schwanger
35:50und kann auch keine Kinder bekommen.
35:52Das weißt du ja wohl ganz genau.
35:53Du musst endlich lernen,
35:55nach vorne zu sehen.
35:56Das Schlimmste hast du doch hinter dir.
35:58Du darfst auf keinen Fall
35:59in Erwägung ziehen,
36:00Daniel die Wahrheit
36:01über deine angebliche
36:02Fehlgeburt zu erzählen.
36:08Warum eigentlich nicht?
36:15Ja, vielleicht ist es doch
36:16meine einzige Chance.
36:18Dann wäre endlich Schluss
36:20mit den ganzen Lügen
36:21und mit dem Betrug.
36:22Und vielleicht
36:24verzeiht Daniel mir ja.
36:26Es gibt Entscheidungen im Leben,
36:28die kann man nicht rückgängig machen.
36:30Du hast dich für den Kampf
36:32um Daniel entschieden.
36:33Und das ist auch gut so.
36:35Als ich aus dem Sanatorium kam,
36:36habe ich mir vorgenommen,
36:38ein neues Leben anzufangen.
36:40Ein Leben,
36:41in dem ich mir nie wieder
36:41etwas vormache.
36:42Und das tust du doch auch gar nicht.
36:44Deine Liebe zu Daniel ist echt.
36:46Ja, natürlich.
36:48Und er liebt dich auch.
36:50Heirate ihn.
36:52Und du wirst lernen,
36:53diese kleinen Notlüge
36:54zu vergessen.
36:55Aber nicht jeder
36:56kann so gut vergessen wie du.
36:58Begreif doch endlich,
36:59was ich dir sagen will.
37:01Die Wahrheit ist
37:02ein zweischneidiges Schwert.
37:04Für die einen ist sie
37:05eine Erleichterung
37:06und andere können sie
37:07überhaupt nicht ertragen.
37:09Denk doch nur mal dran,
37:10wie es Werner ergangen ist,
37:12als du ihm deine kleine
37:13Notlüge gebeichtet hast.
37:15Es hat ihm quasi
37:16das Herz gebrochen.
37:20Ach, hallo Schatz.
37:22Hey.
37:23Hat der Gravenberg schon
37:24nach mir gefragt?
37:25Nach dir nicht, nee.
37:26Aber er ist auch auf Patricia,
37:28weil die noch nicht
37:28aufgetaucht ist.
37:29Oh.
37:30Sag mal, hast du,
37:32hast du mal mit dieser,
37:33mit dieser Hausverwaltung
37:34gesprochen?
37:34Ach, ich bin noch nicht
37:36dazu gekommen,
37:37aber mache ich wirklich morgen.
37:38Okay.
37:39Hallo.
37:40Hallo, Nico.
37:40Ist Patricia da?
37:42Nein, ich habe auch gar
37:43keine Ahnung,
37:44wann sie reinkommt.
37:45Möchtest du so lange warten?
37:47Ah, ich muss noch
37:47ein paar Ersatzteile besorgen.
37:49Ich wollte ja eigentlich,
37:51ich habe ja was für sie,
37:53weil sie mir doch
37:54die Werkstatt besorgt hat.
37:56Süß, wenn du möchtest,
37:57lege ich sie hin.
37:58Okay.
38:00Aber ich würde noch
38:01gern was draufschreiben.
38:03Klar.
38:10Sag mal,
38:12wolltest du irgendwas von mir?
38:14Nee, nee, gar nichts.
38:16Hast du die Zeitung gekauft?
38:20Bitte.
38:21Danke, ich, ich,
38:22ich habe sie selbst.
38:24Da ist heute
38:25der Immobilienteil dran.
38:27Ach.
38:30Gibt es irgendwas?
38:31Warum willst du mich loswerden?
38:36Gibt es Stress
38:36mit Tim und den Peckers?
38:39Nein, also,
38:40bei mir hat er sich
38:40zumindest nicht beschwert.
38:42Und im Moment
38:43ist er auch ziemlich glücklich,
38:44weil er so viel Zeit
38:45mit Lilly verbringen kann.
38:46Mit Herrn Becker
38:47versteht er sich auch ganz gut.
38:49Tatsächlich.
38:50Ich mache ein paar Tage
38:51und dann gibt es
38:52bei uns die ersten und verletzten.
38:56Reicht immer eine große Klappe.
38:58Das hätte ich wohl
38:59ja nicht sagen sollen, oder?
39:03König,
39:05gibt es da irgendwas,
39:07was ich wissen sollte?
39:13Ja, natürlich bin ich enttäuscht.
39:15Heute Abend
39:15ist nicht heute Mittag, oder?
39:17Ich bin von Ihnen
39:18eigentlich
39:18einen anderen Service gewohnt.
39:20Meine Familie
39:21ist schließlich
39:21seit Jahren
39:22Kunde ihres Jubiläugeschäfts.
39:24Nein, ich schicke einen Fahrer.
39:25Auf Wiederhören.
39:27Probleme mit dem Referenten?
39:29Nein.
39:31Wo willst du hin?
39:32Ich hoffe,
39:33in deine kostenreduzierte Produktion
39:35passt noch eine Mittagspause.
39:36Ich bin mit Frederik verabredet,
39:38außerhalb der Firma.
39:39Du solltest eigentlich wissen,
39:39dass eine leitende Angestellte
39:41nicht einfach mal eben
39:42so Pause machen kann.
39:43Und da Patricia
39:44nicht aufgetaucht ist,
39:45musst du das
39:45Schirrmeister-Meeting übernehmen.
39:47Du musst natürlich wissen,
39:48ob die Arbeit hier
39:49überhaupt Priorität für dich hat.
39:52Natürlich hat sie das.
39:53Gut.
39:55Ich mache das Meeting.
40:11Hallo.
40:12Hallo.
40:14Sitze dich.
40:15Ich habe leider nur ganz wenig Zeit.
40:17Ich habe noch eine Konferenz
40:18mit dem Amteilungsleiter.
40:20Klar.
40:21Schau mal hier.
40:23Am 16.
40:24fliege ich nach Tokio
40:26und ich bin da wieder hier.
40:29Wir hätten also
40:30das ganze Wochenende.
40:33Wie, du meinst
40:34ein Wochenende nur für uns, oder?
40:36Naja, nicht ganz.
40:39Weißt du,
40:39nach gestern Abend
40:40habe ich nochmal nachgedacht.
40:43Und ich will das
40:45mit unserem Kind nicht vergessen.
40:47Aber
40:48wir müssen noch
40:49mit dem Schmerz fertig werden.
40:50Sonst frisst er uns auf.
40:54Lass uns nach vorne schauen, Marie.
40:57Wir können doch
40:58immer noch Kinder bekommen.
40:59Es muss ja nicht jetzt sein.
41:00Irgendwann später.
41:03Verstehst du jetzt,
41:04warum dieses lange
41:04Wochenende ideal für uns ist?
41:08Es ist perfekt
41:08für eine Hochzeit.
41:11Lass uns heiraten.
41:17Marie,
41:19ich dachte,
41:20du freust dich.
41:24Daniel,
41:25ich...
41:27ich würde nichts lieber,
41:29als dich heiraten.
41:31Dann lass es uns tun.
41:33Aber es geht nicht.
41:35Also,
41:36jedenfalls nicht so.
41:40warum nicht?
41:45Es gibt
41:48etwas,
41:51was du über mich wissen musst.
41:58Ich erwarte von dir,
41:59wie von jedem anderen,
42:00hervorragende Arbeit.
42:01Aber wenn du dazu
42:01nicht in der Lage bist,
42:02dann solltest du irgendwann nachdenken,
42:03dir einen anderen Job zu suchen.
42:04Daniel,
42:05das ist total unfair.
42:06Wenn Patricia sagt,
42:06dass sie einen wichtigen Termin hat...
42:07Du musst dir niemanden
42:08entschutzen, Julia.
42:09Was ist eigentlich mit den Entwürfen?
42:10Sie sind schlecht, Patricia.
42:12Das ist mit den Entwürfen.
42:13Du willst mich verlassen?
42:14Ich denke,
42:15dass du keine Kinder mehr bekommen kannst.
42:21Ja.
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