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  • vor 2 Tagen

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Kurzfilme
Transkript
00:03Wie geht's dir?
00:08Naja, ich...
00:10Ich weiß es nicht genau.
00:22Ich hatte nicht viel Zeit, mir darüber Gedanken zu machen.
00:25Ich organisiere die Trauerfeier und Beerdigung.
00:31Der Großvater hat nicht viel festgelegt.
00:34Mit sowas wollte er sich nicht beschäftigen.
00:39Aber er hat eine Liste mit Musik zusammengestellt, ja Marc.
00:43Und die ist wirklich gut.
00:46Da ist kein Stück drauf, das ich nicht auch mag.
00:50Mir war solch in manchen Sachen eben sehr ähnlich.
00:56Deshalb mochte er dich auch so sehr.
01:01Wir haben nie zusammen Musik gehört.
01:05Ich wusste überhaupt nicht, dass wir die gleichen Sachen mögen.
01:07Ich hätte...
01:09...
01:12...
01:13Patricia.
01:16Wenn ich irgendwas für dich tun kann,
01:19ich bin für dich da.
01:20...
01:28...
01:32...
01:34...
01:34...
01:35...
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01:37...
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01:39...
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01:40...
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01:46...
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02:40...
02:41...
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02:45...
02:48...
02:49...
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02:53...
02:54...
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02:55...
02:59...
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03:00...
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03:06...
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03:15...
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03:18...
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03:18Ich wäre sofort ins Kursi gekommen, aber ich wollte Frederik nicht alleine lassen.
03:23Du musst dich von mir nicht rechtfertigen.
03:26Ich wäre gerne für dich da gewesen.
03:31Schon gut.
03:34Wo ist Frederik eigentlich?
03:36Ich wüsste gerne, wie weit wir mit der Falkenthal-Klassik-Linie sind.
03:39Frederik ist unten in der Formerei, in einer Besprechung.
03:42Aber ich glaube nicht, dass es noch lange dauert.
03:44Ich kann dir ja schon mal die neuesten Entwürfe zeigen.
03:46Ich glaube dir auch so, dass sie gut sind.
03:47Ich will dich auch gar nicht weiter aufhalten.
03:49Ich wollte nur einen kurzen Blick in die aktuellen Kalkulationen werfen.
03:52Das Material dazu finde ich sicherlich auch in den Unterlagen.
04:09Was ist los? Woran denkst du?
04:12Mir geht nur ein Blödsinn durch den Kopf.
04:14Schon wieder vorbei.
04:16Und was?
04:18Komm schon raus damit.
04:19Ich lach dich nicht aus.
04:23Guck mal, meine Eltern sind gestorben, als ich sieben war.
04:26Maria hat ihrem psychischen Zustand nur knapp überlebt.
04:29Und jetzt stirbt mein Wunsch-Großvater.
04:31Ist es ein Zufall?
04:32Klar ist das ein Zufall.
04:34Ein trauriger Zufall.
04:37Was soll es sonst sein?
04:39Ich habe einfach das Gefühl, dass ich meinen liebsten Unglück bringe.
04:42Und dann wärst du der Nächste.
04:44Ja, ich weiß, dass es Unsinn ist, aber ich kriege es einfach nicht aus meinem Kopf.
04:47Ach Charlie, wenn es dich beruhigt, ich fühle mich vollkommen sicher bei dir.
04:59Ist das schon wieder deine Schwester?
05:01Ja, komm, geh ran, dann hast du es hinter dir.
05:03Du musst sowieso irgendwann mit ihr sprechen.
05:05Hä?
05:09Ja?
05:11Oh, Charlotte.
05:13Endlich.
05:14Ich habe mir Sorgen gemacht.
05:16Um mich?
05:18Das würde ja heißen, dass du aus Versehen an mich gedacht hast.
05:21Ich kann verstehen, dass du sauer bist.
05:23Ich bin nicht sauer, Marie.
05:24Ich bin einfach nur enttäuscht, weil ich dir scheinbar nichts bedeute.
05:27Nein, das stimmt nicht.
05:28Und das weißt du.
05:29Ich weiß nur, dass du mich nicht angerufen hast, als Werner gestorben ist.
05:33Es tut mir wirklich furchtbar leid, bitte.
05:35Bitte glaub mir das.
05:38Ich war einfach so fertig und so schockiert.
05:42Ich konnte gar keinen klaren Gedanken fassen.
05:44Was ist mit fühlen, Marie?
05:46Ich sage dir, was ich fühle.
05:49Ich vermisse dich.
05:50Ich möchte dich gerne sehen.
05:52Du bist meine Schwester.
05:53Du bist die einzige Familie, die ich noch habe.
05:56Bitte.
05:57Bitte komm nach Hause.
05:58Du wirst dir von allen erwartet.
06:03Bitte, Charlotte.
06:05Ich brauche dich.
06:06Ich bin kurz vorm Durchdrehen.
06:08Es ist so furchtbar.
06:09Ach so, verstehe, Hine.
06:10Ja, klar.
06:11Dir geht es mal wieder mies und deswegen brauchst du mich.
06:13Nein, das stimmt nicht.
06:16Aber für dich ist es doch vielleicht auch gut, wenn du jemanden hast, der dir Gesellschaft leistet
06:19und der dich auffängt.
06:20Das habe ich, Marie.
06:22Coyle und seine Mutter kümmern sich besser um mich, als du es je könntest.
06:25Oh, das ist nicht fair.
06:27Bitte, komm her und gib mir wenigstens eine Chance.
06:29Du hast Annabelle und Daniels für dir wohl reichen.
06:33Wir sehen uns auf der Trauerfeier.
06:37Charlie, warte.
06:39Hey.
07:05Ach, Kind.
07:11Er fehlt mir so.
07:14Ich weiß, Patricia.
07:17Mir auch.
07:21Ich fühle mich so.
07:23Oh, allein.
07:27Wie hinter Glas und alle anderen sind dahinter.
07:32Ich bin ja hier.
07:35Ich bin ja hier.
07:42Großvater kann nicht tot sein.
07:45Ich brauche ihn doch.
07:51Ich will aufwachen und alles ist nur ein Traum.
07:57So geht es mir auch.
07:59Ganz genauso.
08:04Es ist mir so peinlich, Eva.
08:07Patricia.
08:08Ich bin froh, dass du endlich weinen kannst.
08:11Ich will dich nicht auch noch mit meinem Kummer belästigen.
08:14Das tust du nicht.
08:21Warum?
08:26Warum?
08:32Daniel.
08:34Schön, dass du da bist.
08:38Wie war die Sitzung?
08:40Sehr gut.
08:42Die ersten Gussformen für die Falkenthaler Klassiker sind fertig.
08:46Wir werden zunächst dieses verspielte Design aus den 20er Jahren auflegen und dann als Kontrast die Popart-Linie.
08:51Die Popart-Linie?
08:53Bloß nicht.
08:56Bosemann hat im letzten Jahr so etwas herausgebracht und ist total gefloppt.
08:59Ach ja?
09:00Mhm.
09:01Aber das heißt ja nicht, dass es uns auch so gehen müsste.
09:03Ich hätte ein gutes Gefühl dabei.
09:06Frederik, hör doch auf mich.
09:08Ich bin der Vertriebsleiter.
09:10Ich habe Tag für Tag mit dem Kunden Kontakt.
09:13Ich weiß, wo es lang geht.
09:16Was schlägst du vor?
09:19Wie wäre es zum Beispiel, wenn wir die Art-Dekor-Reihe wieder auflegen?
09:24Sowas ist total im Kommen.
09:28Ich weiß nicht.
09:31Wir wollten doch im Team zusammenarbeiten.
09:33Oder willst du wieder alles über meinen Kopf hinweg entscheiden?
09:37Ich verlasse mich auf deine Erfahrung.
09:41Es ist mir nämlich wichtig, den Wunsch meines Vaters zu erfüllen.
09:46Wir werden die Art-Dekor-Serie herausbringen.
09:50Na, dann lass uns mal in die Arbeit gehen.
10:00Wir wollen gleich zusammen Kuchen essen und Kaffee trinken.
10:04Hm, schön.
10:05Ist alles in Ordnung bei dir?
10:08Ja, ich genieße es mal, allein zu sein.
10:12Du wollen wir nicht auflegen, dann kannst du alles in Ruhe fertig machen.
10:15Ist das wirklich in Ordnung für dich?
10:17Wir sehen uns ja morgen auf der Trauerfeier.
10:19Mach dir mal keinen Kopf.
10:21Kuss und tschüss.
10:22Ich hab dich lieb.
10:24Kuss und tschüss.
10:39Abschied.
10:41Ich bekenne, ich bekenne mich zu dem Vorwurf des Herrn Stassel.
10:50Hallo Tim.
10:51Hallo.
10:55Schau mal.
10:57Für dich?
10:58Als kleines Dankeschön für deine Hilfe am Computer.
11:01Ich hab doch gar nichts gemacht.
11:03Das sag mal nicht.
11:05Ohne, natürlich hätte ich die ganzen Daten verloren.
11:07Sehen Sie, jetzt wissen Sie, wie es geht.
11:09Nächstes Mal können Sie es allein.
11:10Und den Rest lernen Sie auch ganz schnell.
11:12Das ist echt kinderleicht.
11:13Na, das sehe ich aber nicht so.
11:15Technisch bin ich völlig unbegabt.
11:16Ich bin zu blöd, den Videorekorder anzuschließen.
11:20Das hat immer mein Mann gemacht.
11:25Obwohl.
11:26Tim, du hast recht, ich muss das lernen.
11:28Ich bin ja ordentlich blöder als der Rest der Menschheit.
11:32Lust auf eine kleine Übungsstunde?
11:34Jetzt?
11:34Ja, mein Computer ist zwar eine lahme Krücke, aber zum Üben reicht's.
11:42Tim, kannst du mir beibringen, wie man mit Tabellen rechnet?
11:45Das muss ich unbedingt lernen.
11:46Kann ich.
12:14Ich werde mein Testament zu Fredericks Gunsten erlangen.
12:17Und solange ich lebe, wirst du nichts dagegen unternehmen können.
12:22Aber heute gehörst du nicht mehr zu dieser Familie.
12:29Schick mich nicht weg.
12:30Es gibt nichts mehr zu sagen.
12:32Annabelle, nichts mehr zu sagen.
12:33Annabelle, zu sagen.
12:37Annabelle, zu sagen.
12:39Du wirst mich hier nicht schlafen lassen.
12:41Nicht schlafen lassen.
12:43Bitte.
12:44Bitte, Philipp, vergib mir.
12:48Aber...
12:49Ich hätte alles verloren.
12:53Werner wollte mich aus dem Haus jagen.
12:56Und wenn alle erfahren hätten,
12:59dass Marie niemals schwanger war,
13:04unser Sohn hätte mich gehasst.
13:07Was?
13:10Was hätte ich denn tun sollen?
13:24Gut, dann markiere ich jetzt den Rest des ganzen Textes.
13:31Schieb ihn hoch.
13:34Zack, hat gekleppt.
13:36Wunderbar.
13:37Mal sehen Sie, Sie können es doch.
13:38Ich vermieden kein Talent.
13:40Hab einen guten Lehrer.
13:42Danke sehr.
13:43Womit machen wir weiter?
13:45Das mit den Formeln.
13:46Können wir das nochmal wiederholen?
13:47Da habe ich bestimmt die Hälfte vergessen.
13:49Mal sehen, was davon hängen geblieben ist.
13:54Hey, was macht ihr denn da?
13:56Hallo, Charlotte.
13:57Hallo, Collier.
13:58Tim gibt mir gerade einen Crashkurs in Tabellenkalkulation.
14:02Und das bringt was?
14:03Na, sag mal, ich brauche das für meinen Job.
14:06Und außerdem, die Grundlagen kann ich schon.
14:08Stimmt's?
14:10Ich bin beeindruckt.
14:11Hätte ich nicht gedacht.
14:13Klingt deine Mama wohl für ein bisschen blöder, hm?
14:15Nein, dass Tim Talent als Lehrer hat,
14:17das hätte ich nicht gedacht.
14:19Na, herzlichen Dank.
14:24Ja?
14:27Es ist Silke.
14:29Oh.
14:31Silke, was geht's?
14:50Hallo, Silke.
14:51Wer bin ich?
14:52Ach, wie gut, dass du da bist.
14:53Ich muss dringend zum Arzt.
14:54Was hast du denn?
14:55Ach, ich habe so Magenkrämpfe.
14:57Ich hoffe, es ist nichts Schlimmes,
14:58aber ich will es einfach abklären.
15:00Lass das untersuchen, klar.
15:02Ja, übrigens, ich habe mit Frederik Ravenberg gesprochen.
15:04Er ist damit einverstanden,
15:06dass du als Aushilfe arbeitest.
15:07Und ich brauche keine Bewerbung schreiben?
15:09Nein, erst mal nicht.
15:11Sehr toll.
15:12Aber wenn du dann als richtige Schwangerschaftsvertretung
15:14für mich einspringst,
15:15dann solltest du schon eine schreiben.
15:16Natürlich.
15:17Mach ich auch.
15:18Ja.
15:18Silke?
15:18Danke.
15:19Ich danke dir.
15:21Ach, warte mal.
15:22Hier.
15:24Da ist die Auftragsbestätigung für die Fahrbestellung.
15:26Mhm.
15:27Ähm, soll ich die abbuchen?
15:28Die kommen in den Produktionsordner,
15:30der die Abbuchungen steuert.
15:32Damit die Rechnungen dann automatisch abgebucht werden,
15:35wenn die Ware eintrifft.
15:36Ja?
15:37Okay.
15:39Mach ich.
15:46Puh.
15:47Also mal sehen.
15:50System.
15:52Produktion.
15:54Abbuchung.
15:55Auftrag.
15:57Puh.
15:58Was mache ich denn da?
16:04Hallo?
16:05Tim, ich bin's, Birgit.
16:07Ja.
16:08Du, ich hab hier ein Problem.
16:09Ich muss was in den Produktionsordner eingeben,
16:12der die Abbuchungen steuert.
16:13Ich meine, es geht um viel Geld.
16:15Wenn ich da einen Fehler mache...
16:17Du bist ein Schatz.
16:19Danke.
16:19Tschüss.
16:39Seit Christa weg ist, hast du die Gitarre nicht mehr angefasst.
16:44Ich kann mich noch genau an den Moment erinnern,
16:46als der Gravenberg sie mir geschenkt hat.
16:49Dann hast du gerade an ihn gedacht und nicht an Christa.
16:54Und beide.
16:57Christa war dabei.
16:58Das Ganze war ja auch ihre Idee gewesen.
17:01Sie war stolz wie ein Kind.
17:04Das muss schlimm für dich sein.
17:07Erst ist Christa weg und jetzt stirbt der Gravenberg.
17:13Als ich die Gitarre ausgepackt hatte,
17:16war ich erst so verlegen.
17:19Ich dachte, ich kann das nicht annehmen.
17:23Und dann war ich der reichste und glücklichste Mensch auf der Welt.
17:28Das glaube ich.
17:32Schöne Erinnerungen sind das Einzige,
17:33was einem jemand wegnehmen kann.
17:36Sie sind das Wertvollste, was es gibt.
17:41Entschuldige, Lilly.
17:42Ich höre sofort auf, damit sentimental zu sein.
17:44Nein, du brauchst dir nicht zu entschuldigen.
17:46Ich verstehe dich gut.
17:49Spiel doch noch was.
17:50Sowas wie eben.
18:01Niko,
18:02warst du bei den Gravenbergs?
18:04Wie geht sie?
18:05Wollen viele Gäste da?
18:09Tu meinen Gefallen, da aufzuspielen.
18:13Nein, nein, spiel weiter.
18:17Ich geh mal zu ihm.
18:19Ich krieg ihn schon zum Reden.
18:35Ganz genau, genau.
18:36Und dann nur noch auf Ende drücken.
18:38Ja, das war's.
18:40Ja, keine Ursache, ich helfe doch gerne.
18:43Ja, ebenso.
18:44Ja, tschüss.
18:46War das schon wieder meine Mutter
18:47oder hast du mittlerweile einen Zweichab als Computerberater?
18:49Das ist gar nicht so eine blöde Idee.
18:51Könnte eine echte Marktlücke sein.
18:52Glaub mir, da wäre schon bestimmt jemand draufgekommen.
18:55Also von deiner Mutter kriege ich sicher
18:56ein Empfehlungsscheiben, oder?
18:58Sehr komisch.
19:06Niko, dafür ist es zu früh
19:07und helfen tut es dir auch nicht.
19:09Ich möchte allein sein.
19:12War es so schlimm bei den Gravenbergs?
19:17Ich finde es toll, dass du da hinbekommen bist.
19:21Ich weiß nie, was ich machen soll, wenn einer weint.
19:26Patrizia würde sich eher die Zunge abbeißen als weinen.
19:30Da hast du wahrscheinlich recht.
19:32Ich verstehe sie einfach nicht.
19:34Ich wollte doch nur für sie da sein.
19:37Das ist doch was noch Meister auf der Welt.
19:39Weil die Stacheln aufstellt, verletze ich doch nur selbst.
19:42Will ich ihr das sagen, will sie mich auslachen.
19:45Ach, vergiss es einfach.
19:49Patrizia ist die geheimnisvolle Frau,
19:51für die du dich so ins Zeug gelegt hast?
19:53Ja, jetzt weißt du es.
19:55Und behalte es für dich.
19:58Na klar.
20:00Und die Karte, die ich machen sollte,
20:02für das romantische Candlelight,
20:04die war auch für sie, oder?
20:06Ja.
20:09Du liebst sie noch.
20:14Eins ist jedenfalls sicher.
20:17Sie hat mich nie geliebt.
20:32Wirklich bewundernswert.
20:33Dass du es schaffst, an tausend Sachen zu denken.
20:38Ich könnte das nicht.
20:42Da ist eben jeder anders.
20:43Ich bin ganz froh, dass ich was zu tun habe.
20:45immer noch besser, als mit Mitleid übergossen zu werden.
20:49Jetzt trink erst einmal deinen Tee, Kind.
20:53Und du auch, Marie.
20:55Du siehst ganz elend aus.
20:57Dankeschön.
20:58Danke, Eva.
21:02Ich schaff's noch nicht, mal meine kleine Schwester anzurufen und ihr Bescheid zu sagen, dass Werner gestorben ist.
21:08Jetzt mach dir keine Vorwürfe.
21:09Wir standen alle unter Schock, da kann keiner mehr klar denken.
21:13Ja, aber Charlotte sieht das anders.
21:15Sie will mir nicht verzeihen.
21:17Charlotte ist ein Teenager mit einem Dickschädel.
21:20Genauso war ich auch mal.
21:23Aber spätestens bei der Trauerfeier wird sie dir verzeihen.
21:26Und seit Schwestern.
21:28Ja, das hoffe ich.
21:30Ja, bestimmt.
21:31Sie kann gar nicht anders.
21:34So sehr, wie sie Herrn Grafenberg gemocht hat.
21:37Und Herr Grafenberg hat euch beide sehr gern gehabt.
21:45Sag mal, meinst du, stört jemanden, wenn ich mich während der Trauerfeier kurz mit Charlotte zurückziehe?
21:51Stimmt nicht.
21:53Und selbst wenn, wäre es mir an deiner Stelle ziemlich egal.
22:05Alles klar bei euch?
22:06Bist ihr zu still?
22:08Wir haben dir beim Gitarrespielen zugehört.
22:11Das war gar nicht schlecht.
22:13Ich bin genauso traurig, wie ich mich fühle.
22:16Hast du den Grafenbergs kontrolliert?
22:19Nur Patricia.
22:21Ich wollte sagen, dass ich für sie da bin, wenn sie jemanden braucht.
22:26Als Freund.
22:29Aber sie wollte nichts davon hören.
22:33Nico, nimm's nicht persönlich.
22:35Glaub mir.
22:35Es war sehr persönlich.
22:37Mensch, Nico, Patricias Großvater ist gerade gestorben.
22:40Sie trauert.
22:40Das ist ein emotionaler Ausnahmezustand.
22:43Ich verstehe trotzdem nicht, warum sie so abweisend ist.
22:46Du weißt nicht, wie es in ihrem Inneren aussieht.
22:49Vielleicht will sie sich einfach nur vor ihren Gefühlen schützen.
22:53Ich finde es gut, dass du es versucht hast.
22:55Ja, das sehe ich auch so.
22:57Gib nicht gleich auf.
22:59Vielleicht kann sie irgendwann über ihren Schatten springen.
23:04Das glaube ich nicht.
23:06Danke, Papa.
23:08Ich wollte nur zeigen, dass jemand an sie gedacht hat.
23:15Ich schau bei Eva vorbei.
23:17Zum Abendessen bin ich zurück.
23:19Mach das.
23:20Die hat ziemlich traurig ausgesehen vorhin.
23:22Der tut einen Besuch bestimmt gut.
23:25Ja, grüß die von mir.
23:26Mach ich.
23:48Du siehst richtig erschöpft aus.
23:51Das bin ich auch.
23:54Pass auf dich auf, ja.
23:56Vielleicht solltest du wirklich ein bisschen weniger arbeiten.
24:01Ich schaff das schon.
24:04Ich kann die Firma jetzt nicht im Stich lassen.
24:07Das bin ich meinem Vater schuldig.
24:13Annabelle und Daniel sind doch auch noch da.
24:15Ihr könnt euch die Arbeit doch aufteilen.
24:19Die beiden haben es im Moment genauso schwer wie ich.
24:22Ich werde niemanden mehr zumuten als mir selbst.
24:25Daniel nimmt Werners Tod auch sehr mit, oder?
24:27Er wird so verschlossen.
24:30Ja.
24:32Es ist kompliziert.
24:35Auf der einen Seite trauert er und
24:37auf der anderen Seite hat der Vater nicht verziehen,
24:39dass er mich zu seinem Nachfolger gemacht hat und nicht ihn.
24:43Mit so verworrenen Gefühlen fertig werden,
24:45das ist bestimmt nicht leicht.
24:49Daniel hat Marie.
24:50Und er freut sich so sehr auf sein Kind.
24:53Er wird es schaffen.
24:55Zwischen Daniel und Marie ist alles klar, oder?
24:58Soweit ich das beurteilen kann, ja.
25:04Wieso fragst du?
25:09Für mich einfach besser bei dem Gedanken,
25:11dass die beiden sich Halt geben.
25:18So wie wir.
25:24Ihr habt noch zu tun.
25:26Bis später.
25:29Frederik.
25:33Ich bin gleich noch mal kurz außer Haus.
25:43Frederik spürt, dass ich mir Sorgen um Daniel mache.
25:46Ich kann verstehen, dass er darauf gereizt reagiert.
25:50Aber ich kann nicht ändern,
25:51dass Daniel mir am Herzen liegt.
25:55Es sah so aus, als wäre das,
25:56was zwischen uns war, für immer verloren.
25:58Aber das ist es nicht.
26:00Es ist noch da.
26:04Ich will, dass es Daniel gut geht.
26:06Ich will, dass er wieder glücklich ist.
26:08Und wenn Marie ihn glücklich machen kann,
26:10dann freue ich mich für sie beide.
26:13Aber das ist nur die halbe Wahrheit.
26:17Die Gefühle, die ich für Daniel habe,
26:18sind nicht ganz so uneigennützig,
26:20wie sie sein sollten.
26:24Ich will verstehen,
26:25was an dem Abend,
26:25als Jan angerufen hat, los war.
26:38Tobias.
26:40Eva.
26:44Wie geht's dir denn heute?
26:47Danke, dass du fragst.
26:49Es geht, weil es gehen muss.
26:51Ich habe viel zu tun.
26:53Für die Trauerfeier, hm?
26:55Ja.
26:56Ich habe noch einige Vorbereitungen zu machen.
26:59Und dann werde ich vielleicht noch
27:00die Fenster im Arbeitszimmer putzen.
27:03Möchtest du danach nicht zu uns
27:05zum Abendessen kommen?
27:06Ich habe keine Zeit.
27:08Ich muss noch die Häppchen vorbereiten.
27:10Und dann will ich noch
27:11dies und das erledigen.
27:13Dann kann ich dir nicht irgendwie helfen.
27:15Das tust du doch schon.
27:16Du bist hier.
27:19Eva.
27:20Gib auf dich Acht.
27:28Und vergiss nicht,
27:30dass nicht nur die anderen trauen.
27:33Du hast auch jemanden verloren,
27:35den du beliebt hast.
27:41Danke, Tobias.
27:44Danke, dass du das gesagt hast.
27:46Das bedeutet mir sehr viel.
27:53Ich werde schon damit fertig.
27:55Ich tröste alle, die zu mir kommen.
27:57Und damit tröste ich mich auch selbst.
28:04Was wolltest du dann so Wichtiges
28:06mit mir besprechen, Julia?
28:07Geht es um die Trauerfeier, Mann?
28:09Davon weiß ich ehrlich gesagt gar nichts.
28:12Was hast du mit der Trauerfeier für Werner zu tun?
28:15Anschließend, wenn die Familie
28:16zur Beerdigung geht,
28:17dann ist das Cosi für die Gäste der Trauerfeier
28:19reserviert.
28:20Das ist eine schöne Idee.
28:21Wir können alle noch ein bisschen zusammensitzen.
28:23Keiner muss alleine nach Hause gehen.
28:25Gehst du auch mit auf die Beerdigung?
28:27Wenn Frederik das möchte,
28:29werde ich es auf jeden Fall tun.
28:30Okay.
28:35Jan, ich möchte dich was fragen.
28:37Hm?
28:38Du hast mich neulich Nacht angerufen,
28:40als Daniel hier war.
28:41Hat es Ärger gegeben?
28:44Daniel wusste nichts davon.
28:46Und Marie hat, glaube ich,
28:47in falschen Hals gemacht.
28:48Das wollte ich nicht.
28:52Das glaube ich dir.
28:54Warum hast du mich angerufen?
28:57Daniel war so verzweifelt
28:59wegen dem Tod seines Großvaters.
29:01Und ich hatte das Gefühl,
29:02er braucht mehr Trost,
29:03als ich ihm geben kann.
29:05Er hat erzählt,
29:05dass Marie so in ihrer Trauer gefangen ist,
29:07dass es ihm nicht helfen kann.
29:13So.
29:13Voila.
29:18Für Marie und Daniel
29:19musstest du ausgesehen haben,
29:20als würde ich mich
29:21zwischen sie dringen.
29:23Darüber bin ich nicht glücklich.
29:25Es tut mir leid, Julia.
29:26Ich habe...
29:27Ich habe unüberlegt gehandelt.
29:30Ich möchte für Daniel
29:31einfach eine gute Freundin sein.
29:33Für Marie auch.
29:34Ich möchte helfen,
29:35wenn ich gebraucht werde.
29:37Ich verstehe nicht,
29:37warum das nicht klappt.
29:42Als ich mit Daniel
29:43vor dem Bild von Werner stand,
29:46da war es wieder da.
29:48Dasselbe Gefühl.
29:49Das hat Daniel auch
29:52angedeutet.
29:54Ich verstehe.
30:03Ich verbinde sie in die Produktion.
30:05Natürlich.
30:07Da bist du ja.
30:08Und?
30:09Alles in Ordnung.
30:11Ich glaube,
30:11ich habe mich so richtig blamiert.
30:13Der Arzt hat mich gefragt,
30:15wann ich das letzte Mal
30:15was gegessen habe.
30:17Und dann habe ich gemerkt,
30:18dass ich einfach nur Hunger habe.
30:19Ich habe den ganzen Tag
30:20noch nichts gefuttert.
30:21Aber lass mal.
30:22Lieber ein bisschen blamiert,
30:23als eine ernsthafte Komplikation.
30:25Ja, da hast du allerdings recht.
30:28Und?
30:28Lief alles gut?
30:30Ja, ja.
30:30Bloß an den Produktionsordner.
30:32Da habe ich mich erst
30:33nicht herangetraut.
30:34Aber dann habe ich Tim angerufen.
30:36Er hat mir geholfen.
30:38Ja, der Tim ist ein Netter,
30:39wenn man ihn erst mal richtig kennt.
30:40Am Anfang dachte ich,
30:41er ist ein bisschen ein Angeber.
30:43Ja?
30:44Ach,
30:45den Eindruck hatte ich gar nicht.
30:47Naja,
30:47ich habe mich halt gefragt,
30:48ob er der Richtige ist
30:49für Lilly.
30:50Ich finde doch,
30:51die passen gut zusammen.
30:53Ja,
30:53schon.
30:54Aber ich dachte halt
30:55am Anfang,
30:56dass Kolja und Lilly
30:58eher ein Paar würden.
30:59Aber so wie das jetzt gerade ist,
31:00ist natürlich auch alles wunderbar.
31:01Und da bin ich ganz deiner Meinung.
31:03Weißt du,
31:03Charlotte,
31:04die lockt Kolja irgendwie
31:05so aus der Reserve.
31:06Tut ihm ganz gut.
31:10Herr Gravenberg,
31:11was kann ich denn für Sie tun?
31:12Die Lieferung
31:13an das Hotel Meeresblick.
31:16Ja,
31:16einen Moment,
31:17da muss ich mal eben nachschauen.
31:19Mhm.
31:20Ja,
31:21also die komplette Lieferung
31:22ist letzte Woche rausgegangen.
31:24Lieferbestätigung
31:25mit Rechnungserhalt
31:26kam gestern
31:27per Fax.
31:29Keine Ursache.
31:30Ja,
31:31gerne.
31:34Du hast dich ja schon
31:35richtig gut eingearbeitet.
31:37Das ist toll.
31:39Wenn wir dieses verspielte Design
31:40aus den 20er Jahren
31:41zunächst nur an unsere
31:42autorisierten Fachhändler abgeben,
31:44dann müsste eigentlich
31:45eine Vorproduktion
31:46von 2000 Stück ausreichen.
31:47Was meinst du, Daniel?
31:50Daniel?
31:52Entschuldig, Frederik.
31:55Willst du lieber nach Hause gehen?
31:57Nein, das will ich absolut nicht.
32:00Es ist, wie Julia gesagt hat,
32:04die Trauer kostet sehr viel Kraft.
32:07Daniel, ich bin ja nicht böse,
32:08wenn du nach Hause willst.
32:10Großvater hätte gewollt,
32:11dass wir zusammen
32:12die Firma leiten.
32:14Ja.
32:15Das hat er gewollt.
32:17Das werden wir auch tun.
32:18Und deswegen werde ich
32:19auch hierbleiben.
32:20Ich habe es nur gut gemerkt
32:22in unserer Situation.
32:23Und ich glaube kaum,
32:24dass die Manufaktur
32:24eine weitere Fehlentscheidung
32:25verkraften kann.
32:29Da hast du recht.
32:31Deshalb habe ich auch
32:32auf deinen Einwand gehört
32:33und die Pop-Art-Linie
32:34zugunsten der Artikel-Serie
32:36zurückgestellt.
32:36Ich meinte auch nur,
32:38dass es in unser aller Interesse liegt,
32:40wenn wir künftig
32:40enger zusammenarbeiten.
32:41Das werden wir auch.
32:43Ich wollte dir ans Herz legen,
32:44nach Hause zu gehen.
32:45Es geht uns allen
32:46nicht besonders gut.
32:47Ja, natürlich.
32:48Aber ich werde
32:49trotzdem weiterarbeiten.
32:50Du bist ja auch hier.
32:53Was ist eigentlich los, Daniel?
32:55Wenn wir als Team
32:55zusammenarbeiten wollen...
32:57Entschuldige.
33:00Frau Mertens, bitte
33:01keine Anrufe.
33:04Okay, stellen Sie durch.
33:07Herr Saito,
33:09schön von Ihnen zu hören.
33:13Ja.
33:14Danke.
33:17So, zwei Milchkaffee, bitte.
33:20Danke.
33:21Und eine Apfelsaftschwolle.
33:22Dankeschön.
33:23Charlotte,
33:24mein herzliches Beileid.
33:27Danke.
33:28Du bist der Erste,
33:29der mich so behandelt,
33:30als würde ich wirklich
33:30zu den Grafenbergs gehören.
33:32Na, bis auf die Grafenbergs
33:33selbst nehme ich mal an, oder?
33:35Ja, von wegen.
33:36Die haben mich nicht mehr angerufen,
33:37als Werner gestorben ist.
33:38Ich habe es aus der Zeitung erfahren.
33:40Das ist bitter,
33:41das gebe ich zu.
33:43Aber?
33:46Bitte?
33:48Ja, es kommt doch sicherlich
33:49noch ein dickes, fettes Aber, oder?
33:51Als mein Opa gestorben ist,
33:52konnte meine Oma
33:53drei Tage nichts anderes denken,
33:54als
33:55wer soll jetzt
33:56mein eingewecktes Obst aufessen.
33:58Das hat sie mir selbst erzählt.
34:00Und was hat es mit mir zu tun?
34:03Ach, du hast mich schon verstanden.
34:04In so Schocksituationen
34:05denkt man oft nicht
34:06an die naheliegendsten Sachen.
34:07So hat sich meine Schwester
34:08auch versucht, rauszuhören.
34:09Aber ich glaube ihr nicht.
34:10Guck mal,
34:11jemanden wie Koyas Mutter
34:12wäre das nie passiert.
34:13Ja, da wäre ich mir nicht so sicher.
34:15Ich schon.
34:17Sie hat sich um mich gekümmert,
34:19als ob es selbstverständlich wäre,
34:20obwohl sie mich gar nicht kennt.
34:22Freut mich, dass du wenigstens
34:23einen Menschen hast,
34:23der für dich da ist.
34:25Sie hat mindestens zwei.
34:27Okay.
34:32Ich würde mich gerne
34:33bei deiner Mutter bedanken.
34:38Mach's doch.
34:39Ja, nicht einfach nur so.
34:42Wie wäre es denn,
34:44wenn ich was koche
34:45und wir sie heute damit überraschen,
34:46wenn sie von Arbeit wiederkommt?
34:49Helft ihr mir?
34:51Auf jeden Fall.
34:52Gibt's irgendwas,
34:53was deine Mutter überhaupt nicht mag?
34:55Keine Ahnung.
34:56Schnecken vielleicht?
34:59Und wo geht sie gerne essen?
35:00In die Pizzeria.
35:04Ja gut, dann machen wir
35:07einen italienischen Abend.
35:12Charlie, was ist denn los?
35:15Werner macht sie italienisch auch,
35:16am liebsten.
35:27Sie geht den Apfelkuchen mit
35:28oder ohne Sahne?
35:29Mit, bitte.
35:30Wenn schon, denn schon.
35:32Mir war vorhin ganz schlecht vor Hunger.
35:34Ah, ich weiß nicht, Silke.
35:35Vielleicht solltest du lieber
35:36mehrere kleine Portionen
35:37über den Tag verteilt essen
35:39als so viel auf einmal.
35:41Sehr weiser Ratschlag.
35:42Das wollte ich auch gerade sagen.
35:43Aber dann höre ich überhaupt
35:44nicht mehr auf zu essen.
35:45Ich kenne mich doch.
35:47Wäre Herr Grafenberg
35:48zwei Wochen später gestorben,
35:49dann würde ich überhaupt
35:50nicht mehr in meine schwarzen Sachen passen.
35:54Also, entschuldigt.
35:55Oh Gott, das war jetzt...
35:56Das war ja total daneben.
35:58Na ja, hättest du das zu einem Mitglied
36:00der Familie Grafenberg gesagt,
36:01dann würde ich dir schon zustimmen, aber...
36:03Nein, du brauchst sie nicht entschuldigen.
36:05Ich glaube, es ist ganz normal,
36:07dass man an so praktische Sachen denkt.
36:09Nein, sowas sagt man nicht,
36:10sowas denkt man nicht mal.
36:11Außer man heißt Jörg Schwarz.
36:13Also, was der sagt oder denkt,
36:14das interessiert mich überhaupt nicht.
36:16Der morgen wohl zur Trauerfeier kommt?
36:18Das glaube ich nicht.
36:19Schließlich ist er ja gerade
36:20erst fristlos gekündigt worden.
36:22Wieso eigentlich?
36:24Na ja, er hat ganz schön Unfrieden gestiftet.
36:26Er hat Julias Mutter mit Absicht
36:28in die Spielsucht zurückgetrieben.
36:29Das war das Einzige,
36:30was man ihm beweisen konnte.
36:32Und sowas ist der Vater meines Kindes.
36:36Ich wünschte,
36:37der würde Falkenthal verlassen
36:38und nie wiederkommen.
36:40Klingt ganz schön hart.
36:41Na ja, immerhin hast du ihn auch mal geliebt.
36:44Nein.
36:45Muss ich ja wohl.
36:46Aber es ist doch unglaublich,
36:47wie schnell sich Gefühle ändern können.
36:49Das liegt nicht an dir, Silke.
36:51Das liegt schon an Jörg.
36:52Stimmt.
36:53Du bist wirklich mit Abstand
36:54der unangenehmste Mensch,
36:55der mir jemals untergekommen ist.
36:57Da muss ich Andreas leider recht geben.
36:59So, ich will ja nicht drängen,
37:01aber ich würde gern Feierabend machen.
37:02Ich habe da noch eine Verabredung
37:03mit Jan in Kose.
37:05Also, wie sieht es aus?
37:06Kann ich noch jemandem etwas Gutes tun?
37:09Nein, danke.
37:10Wir gehen auch gleich.
37:11Das ist schön.
37:21Sie haben sich also bei Schwarzes zugelegt.
37:24Für die Trauerfeier nehme ich an.
37:27Ja.
37:28Na, dann wissen Sie ja auch,
37:29dass die Trauerfeier
37:30vor der Beerdigung stattfindet.
37:33Ja, das weiß ich.
37:35Aber ich weiß nicht,
37:36warum Sie das jetzt so betonen.
37:38Nur damit Sie wissen,
37:39wo Sie hingehören.
37:40Die Beerdigung findet nur
37:41im engsten Familienkreis statt.
37:44Verstehe.
37:45Aber ich überlasse es,
37:46Frederik zu entscheiden,
37:47wer zum engsten Kreis
37:48seiner Familie gehört.
37:56war Ihnen etwas mit Annabelle?
37:58Nein, nichts.
38:00Nicht der Rede wert.
38:02Lass uns gehen.
38:14Da wirst du ja das Haus
38:15voller Gäste haben
38:15morgen nach der Trauerfeier.
38:17Ja.
38:19Herr Zujan,
38:20wenn du Hilfe brauchst...
38:22Danke,
38:22nicht nötig, Paul, komm.
38:26Du bist halt
38:26ja so wortkack.
38:27Was ist denn los mit dir?
38:29Ach,
38:30ich ärgere mich
38:30über mich selbst.
38:32Also,
38:32die meisten Leute
38:33sind da wortreich, ja?
38:35Ich spuck's schon aus,
38:35sonst kriegst du noch
38:36ein Magengeschwür.
38:39Kurz nach Werner Grafenbergs Tod
38:41war Daniel hier.
38:43Er war völlig durch den Wind.
38:45Ist ja kein Wunder.
38:46Ich meine,
38:46jeder weiß,
38:47dass er eine sehr enge Beziehung
38:48zu seinem Großvater hatte.
38:49Und nach allem,
38:50was er erzählt hat,
38:51hatte ich das Gefühl,
38:52dass ihn nur Julia trösten kann.
38:54Verstehst du?
38:54Nur Julia.
38:55Also habe ich sie angerufen.
38:57Was ist mit Marie?
38:58Das ist es ja.
39:00Ich habe vorschnell gehandelt,
39:01völlig unüberlegt.
39:02Ich habe Julia
39:02nur Ärger gemacht
39:03mit dieser Aktion.
39:05Hat sie dir deswegen
39:06einen Vorwurf gemacht?
39:08Eigentlich nicht.
39:10Dann macht du dir auch keinen.
39:12Wie soll ich das anstellen?
39:14Du wolltest doch nur helfen.
39:16Ja, aber ich habe niemandem geholfen.
39:17Ich habe es nur schlimmer gemacht.
39:18Das hätte ich vorher wissen können.
39:20Wenn ein geliebter Mensch stirbt,
39:21dann löst er schon mal
39:23einen emotionalen Schock aus.
39:25Emotionalen Schock?
39:27Dann kannst du durch dein Denken
39:28deine Gefühle
39:29nicht mehr kontrollieren.
39:30Und dann brechen
39:33die ganzen angelösten Beziehungen auf.
39:37Wie viel Semester Psychologie
39:39hast du denn studiert?
39:42Das Leben war meine Schule.
39:43Ich weiß ganz genau,
39:44dass es gesünder ist,
39:45die Dinge zu klären.
39:46Und vielleicht ist es gar nicht so schlecht,
39:47als du davon gesprochen hast.
39:48Das Leben war meine Schule.
39:53Ich weiß ganz genau,
39:55bis zum nächsten Mal.
40:04Ich weiß ganz genau,
40:07bis zum nächsten Mal.
40:08Ich weiß ganz genau,
40:13bis zum nächsten Mal.
40:16Bis zum nächsten Mal.
40:27Bitte bleib, Daniel.
40:29Wir waren vorhin nicht fertig.
40:32Wir werden morgen meinen Vater,
40:35deinen Großvater, beerdigen.
40:37Wenn irgendwas zwischen uns steht, sollten wir es jetzt auf den Weg räumen.
40:40Du hast recht.
40:46Was ist los, Daniel?
40:49Ich wollte nur sicherstellen, dass du weißt,
40:51dass du mit deinen einsamen Entscheidungen der Firma Schaden zugefügt hast.
40:56Das weiß ich.
40:57Wir werden in Zukunft enger zusammenarbeiten, um so etwas zu verhindern.
41:02Jeder macht mal Fehler. Oder nicht?
41:05Ich nicht.
41:06Jedenfalls nicht in beruflichen Dingen.
41:09Aber du bist derjenige, der sich bewundern lässt.
41:12Du reißt ja auch alles an dich.
41:14Du hältst Werners Grabrede, du hältst die Rede an die Belegschaft.
41:18Du lässt dich sogar dafür bewundern, dass du nach dem Tod deines Vaters in die Firma gehst.
41:24Das mache ich als Sohn und Nachfolger meines Vaters.
41:26Es ist meine Pflicht.
41:28Ich lasse mich nicht dafür bewundern.
41:32Wo ist dein Problem?
41:33Ich trauere auch.
41:36Mein Großvater ist tot.
41:39Ich weiß das.
41:42Es geht nicht darum, wer hier mehr trauert oder wer mehr Aufgaben übernimmt.
41:47Worum geht es dann?
41:49Glaubst du, ich merke nicht, wie du reagierst, wenn nur Julias Name erwähnt wird?
41:52Daher der Groll.
41:54Es geht nicht.
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