- vor 17 Stunden
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KurzfilmeTranskript
00:00Jetzt brauchst du mich also plötzlich wieder.
00:02Ja, das stimmt.
00:04Ich brauche dich und die Firma braucht dich.
00:06Wir müssen versuchen, diesen Huber-Auftrag zu retten.
00:10Dann wirst du Julia also kündigen?
00:13Nein, das werde ich sicher nicht.
00:18Du glaubst doch nicht im Ernst, dass ich mit Julia Schilling zusammenarbeite?
00:21Doch, das glaube ich.
00:23Wir brauchen beides. Wir brauchen ihre Ideen und einfach Wissen.
00:26Das kommt überhaupt nicht in Frage.
00:27Ich werde niemals mit ihr zusammenarbeiten.
00:31Patricia, setz dich bitte.
00:40Weißt du, warum ich glaube, dass du den Job wieder annimmst?
00:43Da bin ich halt gespannt.
00:45Weil du meine Nichte bist.
00:47Und weil wir zwei aus demselben Holz geschnitzt sind.
00:51Ich weiß, was deine Mutter sagt.
00:53Aber du solltest deine eigenen Entscheidungen treffen.
00:56Da, wo Annabelle einen Stein hat, hast du nämlich ein Herz.
00:58Und daraus solltest du dich verlassen.
01:00Ich treffe meine eigenen Entscheidungen.
01:03Patricia, ich habe ja bei dir an dein Gewissen.
01:05Ich weiß, dass du eins hast.
01:09Bitte, hilf uns, hilf der Firma.
01:11Spring über deinen Schatten und komm zurück.
01:21Hey, what you looking for?
01:24Hey, what you looking for?
01:26No one has the answer.
01:29They just want more.
01:33Hey, who's gonna make it right?
01:40This could be the first day of my life.
01:48Na komm, sag ja.
01:51Es geht schließlich um unsere Firma.
01:54Nein.
01:57Was hast du gesagt?
01:59Nein, ich...
02:01Ich kann den Job nicht übernehmen.
02:04Ist nicht dein Ernst.
02:06Friedrich, bitte.
02:08Versteh das doch.
02:09Ich...
02:09Ich kann jetzt nicht einfach so zurückkommen.
02:13Tut mir leid, das kann ich nicht verstehen.
02:15Begreifst du nicht, worum es geht?
02:17Klar weiß ich das.
02:18Es geht darum, deinen Arsch zu retten.
02:20Und den von Julia.
02:22Darum geht es durchaus nicht.
02:24Ach nein?
02:26Da kannst du Julia ja feuern und mir die Leitung der Designabteilung zurückgeben.
02:31Du bist nicht in der Position, hier Forderungen zu stellen.
02:35Du wirst uns nicht helfen.
02:37Der Firma nicht, der Familie nicht.
02:38Okay?
02:39Friedrich, bitte.
02:41Wenn du es dir anders überlegst, weißt du, wo du mich findest.
02:43Ich habe zu tun.
02:47Friedrich, ich...
02:49Fest.
02:53Hast du das gesehen?
02:54Die haben sich richtig gefetzt.
02:57Mehr hast du dazu nicht zu sagen.
02:58Die Firma steckt in der tiefsten Krise und du sagst nur, hm?
03:01Was heißt denn hier Krise?
03:03Genauso entstehen Gerüchte.
03:04Und wenn die auch Probleme haben, was kann ich denn daran ändern?
03:07Trotzdem sind es immer noch deine Arbeitgeber.
03:09Ach, ist doch wie in der Politik.
03:10Von den meisten Staatskrisen kriegst du Gott sei Dank nichts mit.
03:12Und nur deshalb kannst du gut schlafen.
03:15Dann schlaf schön weiter.
03:17Ich auf jeden Fall hoffe, dass Friedrich das Problem auch ohne Patricia lösen kann.
03:21Ach, immerhin hat auch noch Julia zur Unterstützung.
03:24Patricia hat im Wesentlichen aber viel mehr Erfahrung.
03:27Patricia ist aber auch ein richtiger Dickschädel.
03:29Und so leicht wird sie nicht nachgeben.
03:32Ich glaube, ich muss noch was essen.
03:35Du hast doch gerade erst.
03:38Ich nehme den Apfelkuchen.
03:44Ich dachte mir schon, dass Friedrich nicht so einfach aufgeben wird.
03:49Und deshalb hast du schon mal Plan B entwickelt.
03:52Ich werde mit Huber sprechen und ihm dazu überreden, dass er sich wenigstens ein neues Angebot ansehen soll.
04:01Du willst Friedrich und Julia zu einer weiteren Chance verhelfen?
04:04Und dann werde ich ihm klar machen, dass er sich auf keinen Kompromiss einlassen muss,
04:08sondern auf dem ursprünglichen Design bestehen kann.
04:13Damit blamiert sich Friedrich bis auf die Knochen.
04:16Es sei denn, er und Julia schaffen es doch noch, die Jugendstilserie billiger zu produzieren.
04:21Meinst du, das geht, ohne Abstriche beim Design zu machen?
04:25Nein, auf gar keinen Fall.
04:28Unmöglich.
04:29Und das ist der springende Punkt.
04:31Huber wird auf Einhaltung des Vertrages bestehen.
04:33Das ursprüngliche Design zum vereinbarten Preis.
04:38Wozu du ihn überreden wirst.
04:41Aber...
04:43Wir würden riesige Verluste machen.
04:46Und ich dachte immer, die Manufaktur wäre das Einzige, was dir heilig ist.
04:49Von Daniel mal abgesehen.
04:52Das ist sie auch.
04:53Aber was du vorhast, ist doch nicht im Interesse der Manufaktur.
04:57Manchmal muss man im Interesse der Manufaktur scheinbar gegen sie handeln.
05:03Aber das ist irrsinnig riskant.
05:06Was ist, wenn irgendwas passiert, was du nicht vorhersehen kannst?
05:09Du hast recht, das finanzielle Risiko ist groß.
05:13Aber ich sorge für entsprechende Abfederung.
05:17Lass dich überraschen.
05:20Hoffentlich verrechnest du dich da nicht.
05:27Aber der Altersunterschied war wohl wirklich zu groß.
05:30Sieben Jahre.
05:32Als du angefangen hast, mit Puppen zu spielen, habe ich ja schon wieder aufgehört.
05:38Ja, das ist bestimmt ein Grund dafür.
05:41Den Fehler werde ich auf jeden Fall nicht machen.
05:44Meine Kinder sollen nicht mehr ins drei Jahre auseinander sein.
05:47Wie viele Kinder willst du denn bekommen?
05:50Na ja, drei mindestens.
05:53Da wird sich ja Daniel bedanken.
05:55Ja, klar, das wird er.
05:58Daniel liebt Kinder.
06:00Er wird der beste Papa der Welt.
06:02Er freut sich doch jetzt schon so auf sein Baby.
06:06Manchmal kriege ich das Bild von Daniel Gravenberg nicht mit dem in Übereinstimmung, was du von ihm erzählst.
06:14Ja, okay, ich weiß, was du sagen willst.
06:17Vielleicht hat mein Bild nicht so viel mit der Realität zu tun.
06:20Kann sein.
06:22Wer kann schon immer zwischen Realität und Einbildung unterscheiden?
06:25Ich weiß auf jeden Fall, dass ich mit Daniel alt werden und Kinder bekommen möchte.
06:33Du hast dich ganz schön verändert.
06:37Ja, das klingt vielleicht komisch, wenn ausgerechnet ich das sage, aber...
06:43Du bist ganz schön erwachsen geworden.
06:49Hängt vielleicht auch mit deiner neuen Rolle zusammen.
06:52Vielleicht.
06:55Sag mal, hast du Lust mitzukommen, wenn ich den Stoff für die Wiege aussuche?
07:02Klar.
07:05Aber ich glaube, ich sollte mich jetzt erst nochmal beim Praktikum bitten lassen.
07:09Bis nachher.
07:11Bis nachher.
07:14Tschüss, wir sehen uns.
07:23Ich habe mit Patrizia gesprochen.
07:25Sie weigert sich, uns zu helfen.
07:27Ich habe nichts anderes erwartet.
07:30Ich schon.
07:31Deshalb bin ich auch so enttäuscht.
07:33Ich habe ihr so genau erklärt, wie dringend wir alle ihre Hilfe brauchen.
07:37Aber du wusstest doch, dass sie nicht mit mir zusammenarbeiten möchte.
07:40Ja.
07:41Ja, das wusste ich.
07:43Aber ich dachte, die Manufaktur ist ihr wichtiger als ihre persönliche Eitelkeit.
07:47Einen Moment lang habe ich gedacht, dass ich sie überzeugen könnte.
07:51Wie kommst du voran?
07:54Ach, das ist alles noch unausgegorenes Zeug.
07:56Nichts zum Vorzeigen, wirklich.
07:58Jetzt sei nicht so bescheiden.
07:59Komm, zeig her.
08:01Friedrich, ich habe es dir angeboten und ich bleibe dir.
08:04Es wäre für Patrizia wesentlich leichter, wenn du sie als meine Vorbesetze zurückholst.
08:10Glaubst du wirklich, dass das was ändern würde?
08:13Patrizia will ich aus der Firma raushaben.
08:15Das ist mir jetzt klar geworden.
08:16Na ja, bevor...
08:17Nein, du bleibst.
08:19Ohne dich fehlen uns alle entscheidenden künstlerische Impulse.
08:22Können wir gleich einpacken.
08:23Aber Patrizia hat viel mehr praktische Erfahrungen und darauf kommt es im Moment an.
08:28Nein.
08:30Nein, ich will mich ihrer Sturheit einfach nicht beugen und ich kann es auch nicht.
08:35Womit du dich als genauso großer Sturkopf erweist.
08:40Stimmt.
08:42Eigentlich überrascht mich das.
08:43Ist dir das noch nie aufgefallen?
08:46Nein.
08:47Früher bin ich bei dem kleinsten Anzeichen von Krise bereits auf meine Lodge geflüchtet.
08:52Geflüchtet finde ich jetzt ein bisschen hart.
08:55Wie würdest du es denn nennen?
08:56Du hast dich einfach für ein anderes Leben entschieden.
08:59Eins mit mehr Freiheit.
09:01So habe ich das früher auch bezeichnet.
09:04Aber jetzt habe ich den Ehrgeiz, mich durchzuweisen, egal was kommt.
09:09Ach.
09:14In Krisenzeiten sind Teamplayer gefragt, keine Einzelkämpfer.
09:17Wenn Julia Patrizia wenigstens halbwegs das Wasser reichen könnte.
09:21Aber diese Demütigung, die musste sie ja ablehnen.
09:24Das kann man aber auch anders sehen.
09:26Wenn ich um Hilfe gebeten werde, dann freue ich mich, dass man meine Fähigkeiten schätzt.
09:31Patrizia soll ihnen die Kastanien aus dem Feuer holen.
09:33Und für was?
09:34Für einen warmen Händedruck.
09:37Patrizia hat sich selbst aus der Manufaktur katapultiert, als sie Julias Entwürfe für ihre eigenen ausgegeben hat.
09:43Und Fredericks Bitte kann für sie jetzt so etwas sein wie ein erster Schritt zurück.
09:47Ein Wiedereinstieg.
09:49Deine Schwester soll sich also in der Firma wieder hocharbeiten?
09:52Und wie lange soll das dauern?
09:54Bis die Firma bankrott ist?
09:56Davon sind wir meilenweit entfernt.
09:58Dein Onkel hat keine Ahnung vom Porzellangeschäft und seine Julia auch nicht.
10:03Frederic hatte einen großen Erfolg mit der Romantik-Serie.
10:06Und Julia hat den Goldberg-Preis gewonnen.
10:09Frederic hat mit seinen Spielereien unsere Bilanz in den Keller gefahren.
10:13Und von Auszeichnungen kann man keine Löhne zahlen.
10:17Nein, da hast du natürlich recht.
10:19Aber dann sei auch ehrlich.
10:21Ich habe mindestens genauso Schuld.
10:23Daniel, was soll denn das jetzt?
10:26Du bist weder schuld an der schlechten Quartalsbilanz,
10:31noch an dem geplatzten Huber-Auftrag.
10:33Doch.
10:35Ich hätte viel früher merken müssen, wo das alles hinläuft.
10:37Und dann hätte ich eingreifen müssen.
10:39Du hattest deine eigenen Probleme zu lösen.
10:41Und das ist dein gutes Recht.
10:43Und jetzt bist du bereit zu handeln.
10:45Und jetzt kommt das große Aber.
10:48Da Frederic immer noch an Julia festhält,
10:51beweist das, dass der falsche Mann auf dem Chefsessel sitzt.
10:55Mutter, du machst dir die Sache einfacher, als sie ist.
10:59Ich werde nochmal mit Patricia reden.
11:02Weißt du, wo sie steckt?
11:06Ich habe da so eine Ahnung.
11:12Das hat mich echt umgehauen.
11:14Ich meine, ich habe was angefangen, loszuflernen.
11:17Meine siebenjährige Schwester hat mich in den Arm gehalten
11:20und wollte mich nicht mehr hergeben.
11:23Hm, schön.
11:25So, wo bist du eigentlich gerade?
11:28Ähm.
11:31Entschuldigung, bei Tim.
11:33Habt ihr euch gezauft?
11:35Nein, nicht wirklich.
11:36Aber irgendwas stimmt nicht mehr.
11:38Und ich komme einfach nicht drauf, was es ist.
11:41Leg einfach mal los.
11:42Manchmal kommt man beim Sprechen drauf.
11:48Na ja, so wahnsinnig lang sind wir ja noch gar nicht zusammen.
11:51Aber ich habe irgendwie das Gefühl,
11:53ich kenne Tim auswendig.
11:55Das klingt jetzt blöd.
11:57Nein, Quatsch.
11:58Ich weiß ganz genau, was du meinst.
12:00Man weiß einfach, was der andere gleich sagen wird,
12:02nur an der Art, wie er guckt.
12:03Genau.
12:04Ganz genau.
12:05Ich weiß immer, ob er sagen will,
12:07wollen wir heute ins Kino gehen?
12:09Oder hast du Lust aufs Cosi?
12:12Was stört dich daran?
12:14Ich meine, es ist doch ganz praktisch,
12:15wenn man weiß, was der andere will.
12:18Es ist so...
12:21langweilig.
12:23Aha.
12:24Da war das Stichwort.
12:26Ja, ist doch klar.
12:28Dir ist langweilig, weil die immer dasselbe macht.
12:30Kino, Cosi, Kiste.
12:33Naja, ich weiß nicht.
12:37Man kann sein.
12:39Klar, ihr braucht einfach mal neue Eindrücke.
12:41Ihr müsst was Verrücktes zusammen machen.
12:43einfach Abenteuer erleben.
12:46Klar, Abenteuer.
12:48Ja.
12:48Wo willst du die denn hier erleben?
12:51Ja, ihr könntet euch zum Beispiel im Kaufhaus einschließen lassen.
12:57Du bist ja verrückt.
12:59Nein, Quatsch.
13:00Wieso denn?
13:01Erst eine riesen Fressorgie in der Gourmet-Abteilung
13:04und dann auf zum Betten testen in die Möbel-Abteilung.
13:09Du schützt total auf.
13:12Nein, wieso?
13:13Sex an verbotenen Orten soll sehr aufregend sein.
13:15Habe ich mir gelesen.
13:18Dir geht's wohl zu gut.
13:20Sei still.
13:21Nein, mir geht's gut.
13:22Mir geht's sogar richtig gut.
13:31Ich wusste, dass ich dich hier finde.
13:33Wer hierher kommt, will seine Ruhe haben.
13:36Gerade du sollst es das wissen, Daniel.
13:39Ich weiß, dass du enttäuscht bist.
13:41Ich bin nicht enttäuscht, ich bin wütend.
13:43Und ich bin nicht sehr nett, wenn ich wütend bin.
13:45Also lass mich lieber in Ruhe.
13:47Natürlich bist du enttäuscht.
13:49Du dachtest, Julia wird entlassen
13:51und automatisch wirst du wieder Chefdesigner.
13:53Sogar Mutter war sich sicher.
13:57Und das wäre auch die einzige logische Konsequenz gewesen.
14:01Unsere Mutter neigt leider manchmal zu...
14:04Wunschdenken.
14:05Ach, Unsinn.
14:07Frederik trifft Entscheidungen ohne jeden Sinn und Verstand.
14:10Bringt damit die ganze Firma ins Trudeln.
14:13Und das macht dir Sorgen, oder?
14:17Patricia, wenn ihr wirklich nicht gleichgültig ist,
14:19was mit der Manufaktur wird, dann...
14:20Das ist es natürlich nicht.
14:24Warum hilfst du uns dann nicht?
14:27Wieso schluckst du deinen übertriebenen Stolz
14:29nicht einfach herunter?
14:30Für mich ist die Manufaktur immer noch Großvaters Firma.
14:33Und nicht das, was Frederik daraus gemacht hat.
14:37Es wird eine Zeit nach Frederik geben.
14:40Verstehst du, ich will die Manufaktur erhalten.
14:43Für unsere Kinder, für unsere Enkel.
14:47Frederik hat alles getan, um mich zu demütigen.
14:49Und jetzt soll ich mich selber klein machen?
14:51Vergiss es.
14:53Er hat dich...
14:56...gedemütigt?
14:56Erst hat er mich beurlaubt und dann hat er mich rausgeschmissen.
14:59Ganz nach Lust und Laune.
15:02Er hat dich beurlaubt.
15:05Weil du die Romantik-Serie sabotiert hast.
15:07Und er hat dir gekündigt, weil du ihn und uns alle hintergangen bist.
15:10Ach, und sein Angebot, im Team mit Julia Schilling zu arbeiten, hat er mir auch aus reiner Freundlichkeit gemacht, oder
15:16was?
15:17Nee, das war auch nur ein weiterer Demütigungsversuch.
15:22Das stimmt überhaupt nicht.
15:25Doch.
15:26Er wollte, dass ich ablehne.
15:27Nur damit er hinterher sagen kann, ich hab's versucht.
15:30Aber die böse Patrizia hat sich geweigert.
15:34Und wenn ich dich bitte, nicht als Vertriebsleiter, als dein Bruder, bitte Patrizia, geht um uns, die Manufaktur wieder auf
15:45Kurs zu bringen.
15:48Daniel, das ist peinlich.
15:51Was ist denn daran jetzt peinlich? Wo willst du überhaupt hin?
15:55Irgendwohin, wo du mich garantiert nicht findest.
16:16Hey, warum hast du denn so einen Umweg gemacht? Wir hätten uns doch auch im Cozy treffen können.
16:22Nico, ich wollte mal mit dir allein reden. Es geht um Lillie.
16:25Wieso? Was ist denn los?
16:27Ich verstehe sie einfach nicht.
16:30Ich meistens auch nicht, weil sie das tröstet.
16:32Ich hab zu ihr gesagt, ich könnte mir vorstellen, Kinder mit ihr zu haben.
16:36Du hast was?
16:37Ja, ich dachte, Frauen lieben, wenn man sowas sagt.
16:40Und das Einzige, was Lillie dazu einfällt, ist zu sagen, unsere Beziehung ist langweilig.
16:43Sag mal, bist du auf Droge oder was?
16:45Wieso das denn? Natürlich nicht.
16:47Du bist mit einer 17-jährigen Schwester ein Kind anhängen. Sag mal, bist du verrückt?
16:51Nein, natürlich nicht jetzt. Ich meine, noch nicht jetzt. Ich meine, irgendwann in der Zukunft vielleicht.
16:56Dein Glück.
16:59Aber, ich meine, ich mache mir Gedanken um Kinder. Und sie sagt mir, unsere Beziehung ist langweilig. Wo ist denn
17:04da der Zusammenhang?
17:05Keine Ahnung. Ich weiß nur, dass ich zu spät zur Arbeit komme. Wenn wir nicht endlich losgehen.
17:20Du kannst es vielleicht nicht verstehen, aber ich fühle mich für die Manufaktur verantwortlich.
17:27Warum soll ich das nicht verstehen?
17:29Weil du kein Grafenberg bist. Uns liegt das im Blut, glaube ich.
17:35Die Manufaktur ist ein Teil von jedem von uns, auch von mir.
17:39Und auch, wenn es vielleicht keiner glaubt, aber mir liegt genauso viel daran wie Daniel.
17:44Warum hast du Fredericks Angebot dann abgelehnt?
17:46Willst du mich veralbern? Glaubst du, ich habe keinen Stolz? Ich bin doch nicht Julias Hilfskraft.
17:51Alles für die Firma.
17:52Julia ist nicht die Firma. Sie gehört nicht dazu.
17:57Außerdem mache ich keine halben Sachen. Ich will meinen Job für mich allein.
18:00Mit diesem bescheuerten Stolz hast du dir immer eine gute Möglichkeit gebracht, Julia zu schaden.
18:05Ach ja.
18:07Wenn die Lage noch schlimmer wird, bleibt Frederik überhaupt nichts anderes übrig, als Julia rauszuschmeißen.
18:12Damit ich den Laden retten kann.
18:14Braves Kind. Ganz dir Mama.
18:16Blödsinn.
18:18Meine Mutter verschwendet überhaupt keinen Gedanken daran, dass Frederik vielleicht zu spät nachgeben könnte.
18:23Okay.
18:25Dann denk du wenigstens mal ein bisschen mit.
18:27Und fahr vor allem mal die Panikschiene runter.
18:30Oder hast du unseren Plan vergessen?
18:32Julias Mutter in die Spielsucht zu treiben?
18:35Das dauert mir alles viel zu lange.
18:36Von wegen. Das geht es dratzfatz. Also, du musst zurück in die Firma. Ich brauche dich da.
18:40Sag mal, hast du sie noch alle? Was glaubst du eigentlich, wer du bist?
18:45Schalt endlich dein Gehirn an.
18:47Teil 2 des Plans.
18:49Die edle Julia stiehlt, um die Spielschulden ihrer armen, kranken Mutter zu begleichen.
18:53Na und?
18:55Dazu brauchst du doch mich nicht.
18:57Du gibst doch immer an, dass du in der Manufaktur an alles rankommst.
19:00Ich komme an Wertgegenstände ran, aber nicht an Julia.
19:02Ja. Zumindest nicht so unauffällig wie du, wenn du mit ihr zusammenarbeitest.
19:08Das sieht sehr vielversprechend aus.
19:10Das auch.
19:15Das weicht mir ein bisschen zu sehr vom Grundkonzept ab.
19:18Mhm.
19:18Aber ich kann nicht einschätzen, wie sich die Änderungen jetzt auf die Produktionskosten auswirken.
19:23Ich leider auch nicht.
19:27Wir brauchen Patricia.
19:29Sie hat sogar ihr Handy abgeschaltet.
19:32Ihre Ablehnung war wohl endgültig.
19:33Frederik, du musst mich feuern oder ich kündige.
19:36Das kommt überhaupt nicht in Frage.
19:37Wir brauchen eine praxiserprobte Designerin. Das bin ich einfach nicht.
19:40Du bist genau das, was wir brauchen.
19:42Was du brauchst.
19:45Mag sein.
19:46Aber was für den Chef gut ist, kann ja für die Firma nicht schlecht sein, oder?
19:50Wie hast du es mit der Unternehmerphilosophie bloß auf den Chefsessel geschafft?
19:54Allein durch die Aussicht, irgendwann mal mit dir zusammenarbeiten zu können.
20:01Frederik, du...
20:04Störe ich?
20:06Natürlich nicht.
20:11Kann ich dich kurz allein...
20:13Ach, was soll's.
20:15Es geht euch sowieso beide was an.
20:20Also...
20:23Ich hab's mir überlegt.
20:25Ich mach's.
20:27Du willst uns helfen?
20:29Mit Julia zusammenarbeiten?
20:30Ja doch.
20:32Wenn's nicht anders geht.
20:34Wunderbar.
20:37Willkommen zurück.
20:38Damit eins klar ist.
20:40Ich mach das nur für die Manufaktur, nicht für euch.
20:43Und ich lass mich nicht rumkommandieren.
20:45Von niemandem.
20:49Kein Problem.
20:50Oder?
20:52Es ist schön, dass du da bist.
20:57Ja, ich glaub.
20:59Es bringt jetzt nicht viel mehr, wenn wir uns jetzt noch zusammensetzen.
21:01Ja, das seh ich genau so.
21:02Also, bis morgen.
21:04In alter Frische.
21:12Marie, ist irgendetwas mit deinen Händen?
21:14Sie sind ein bisschen verkrampft.
21:16Ich hab vorhin mit Charlotte die Wiege gewachst.
21:19Unglaublich, wie viel Arbeit so ein kleines Teil macht.
21:22War's erst mal ab, bis sie nicht mehr leer ist.
21:26Warum hast du nicht Eva gebeten?
21:28Charlotte hat mir ihre Hilfe angeboten.
21:30Das konnte ich doch nicht ausschlagen.
21:31Und hat es sich gelohnt?
21:33Ja, es war sehr schön.
21:34Wir haben uns gut unterhalten.
21:37Das freut mich für dich.
21:40Wenn du nicht aufpasst, bist du matt in drei Zügen.
21:45Und weißt du, was das Beste ist?
21:47Sie fängt langsam an, ihre Vorurteile gegen Daniel abzubauen.
21:51Wunderbar.
21:51Für alle Beteiligten.
21:52Es ist wichtig für Daniel, dass er jetzt Ruhe zu Hause bekommt.
21:57Hat er Probleme in der Firma?
21:59Ein wenig Aufregung.
22:01Das Übliche.
22:04Also, wenn ich irgendwie helfen kann.
22:07Ja, vielleicht.
22:08Ach was.
22:09Lass uns später darüber reden.
22:12Schach.
22:15Hat Daniel denn überhaupt Zeit, sich um dich zu kümmern?
22:18Er ist sehr liebevoll.
22:20Und er freut sich richtig auf das...
22:23Baby.
22:24Na siehst du.
22:26Alles wendet sich zum Besten.
22:29Schach.
22:30Ich wünschte, ich wäre wirklich schwanger.
22:32Ich weiß gar nicht, wie lange ich diese Lüge überhaupt noch durchstehe.
22:35Ach, das ist doch nur noch eine Frage der Zeit.
22:37Und dann wirst du wirklich schwanger.
22:39Und wenn er anfängt nachzusehen?
22:41Ich müsste doch jetzt in der zehnten Woche sein.
22:43Mindestens.
22:44Eins nach dem anderen.
22:45Es gibt für alles eine Lösung.
22:47Wichtig ist doch jetzt nur, dass ihr wieder zusammen wohnt.
22:51Dann wirst du schon alles andere zeigen.
22:54Schach.
22:56Matt.
23:12Annabelle, schön dich zu sehen.
23:14Patricia hat es dir sicher schon gesagt.
23:17Patricia?
23:17Ich habe sie den ganzen Abend noch nicht gesehen.
23:20Aber da du so gute Laune hast, rechne ich mit dem Schlimmsten.
23:23Lass gut sein.
23:24Ich werde mich nicht mit dir streiten.
23:27Ich wollte dir sagen, Patricia hat sich es anders überlegt.
23:29Sie will mit Julia zusammenarbeiten?
23:32Ja.
23:32Und ich muss wirklich zugeben, dass ich sehr erleichtert bin.
23:35Ich muss sagen, ich bin eher überrascht.
23:39Jetzt, wo wir alle an einem Strang ziehen, werden wir den Auftrag von Huber mit sichert retten.
23:44Ja, das ist schön.
23:47Dein Enthusiasmus ist wirklich ansteckend.
23:49Morgen früh, Lagebesprechung in meinem Büro.
23:51Schönen Abend.
23:56Ich passe.
24:00Die 20.
24:03Nochmal 20.
24:09Ich halte.
24:14Und erhöhe.
24:24Ich gehe mit.
24:39Und will sehen.
24:45Full House.
24:48Unglaublich, Christa.
24:49Du hast wirklich das Glück gepachtet.
24:54Oh, das wird der neue Gast sein, von dem ich erzählt habe.
24:57Hm, der kommt ja wie gerufen.
24:59Ein frisches Geld, immer rein spaziert.
25:01Guten Abend, Herr.
25:03Frau Schilling.
25:07Ich glaube, ich muss gehen.
25:08Sie haben doch kein Problem damit, wenn ich mitspiele.
25:11Oder haben Sie etwa Angst, für mich zu verlieren?
25:14Angst?
25:15Ich.
25:26Wie konntest du mir nur so in den Rücken fallen?
25:29Wie sagst du immer so schön?
25:31Ich hatte meine Gründe.
25:34Nach unserem letzten Gespräch dachte ich wirklich, du wüsstest, worum es geht.
25:37Du hast es mir ausführlich erklärt.
25:40Du willst die Manufaktur in den Ruin treiben, um Frederik rauszukickt.
25:43So habe ich das nie gesagt.
25:45Hast du deshalb die Seiten gewechselt, weil du fürchtest, ich habe es nicht mehr im Griff?
25:51Ich habe die Seiten nicht gewechselt.
25:53Wie würdest du es denn sonst nennen?
25:55Schön.
25:57Machen wir das Beste daraus.
25:59Du wirst Frederik und Julia in Sicherheit wiegen und ihnen keinesfalls helfen.
26:06Ist das klar?
26:08Ich habe einen Ruf als Designerin zu verlieren.
26:10Vergiss das nicht.
26:12Und im Unterschied zu dir geht es mir wirklich um das Wohl der Manufaktur.
26:17Im Unterschied zu mir, Kind, entscheidend für das Wohl der Firma ist, dass Frederik und Julia verschwinden.
26:23Wer greift das endlich?
26:24Das sehe ich doch genau so.
26:27Na, wenigstens etwas.
26:29Also dann nochmal.
26:31Willst du tun, was ich sage?
26:34Ja.
26:36Ja.
26:40Waren deine Straußensteaks lecker?
26:43Gingen so.
26:44In Südafrika schmecken die irgendwie anders.
26:47Liegt wahrscheinlich am Futter.
26:48Und am wenigen Auslauf hier.
26:50Die sind eben nicht in der Savanne aufgewachsen.
26:52Und nicht über dem offenen Feuer im Portielkurs gekocht.
26:55Ah, das müssen wir unbedingt mal machen.
26:56Im Sommer.
26:57Ich nehme dich beim Bord.
26:58Ich verstehe sogar drauf.
27:00Hey, das sind ganz neue Töne.
27:05Darf man mit seinem Chef so nicht sprechen?
27:08Jetzt hätte ich gerade mal vergessen, dass ich der Boss von irgendjemandem bin.
27:12Aber das ist doch das Schöne an dir.
27:14Andere Chefs vergessen das nie.
27:19Wir haben morgen eine Menge zu tun, hm?
27:21Ich glaube, wir müssen dann...
27:24Okay.
27:26Aber ich habe dich eingeladen.
27:27Komm nicht in Frage.
27:29Ich verstehe drauf.
27:31Wer von uns beiden kriegt denn das Chefgehalt, hm?
27:33Und wer hat es nötig, damit anzugeben?
27:38Sagen Sie dem Herrn bitte,
27:39dass ich das letzte Mal mit ihm in diesen heiligen Hallen war,
27:41wenn er die Rechnung auch nur ansieht.
27:43Sagen Sie, der Dame, sie hat gewonnen.
27:45Sie zahlt.
27:47Das ist aber das einzige Mal.
28:09Gesteilt wie ein Rennwagen, voll gefedert.
28:13Und mit dem hier kann man gut jobgen gehen.
28:16Mhm.
28:17Den nehmen wir.
28:19Welche Farbe findest du gut?
28:20Auf jeden Fall nichts Grelles.
28:22Mhm.
28:23Wie wäre es denn hiermit?
28:25Was ist das?
28:26Lindgrün.
28:28Das ist schön.
28:30Das nehmen wir.
28:32Und in den Kinderwagen kommt ein Lammfell.
28:35Mhm.
28:36Ein Lammfell.
28:37Ich glaube, es gibt nichts Kuscheligeres.
28:41Doch.
28:42Ich glaube, es gibt noch etwas Kuscheligeres.
29:09Oh, und dich hat wirklich noch nie eine Frau zum Essen eingeladen?
29:12Nein.
29:12Kann ich gar nicht glauben.
29:13Ich bin so erzogen worden.
29:15Der Mann zahlt das Essen.
29:17Als Ersatz dafür, dass er die Beute nicht mehr eigenhändig mit der Keule erschlagen muss.
29:20Was sollen die Frauen machen, wenn sie das Mammut nicht mehr eigenhändig ausnehmen und zubereiten können?
29:25Manchmal ist eure Anwesenheit schon ein überreiches Geschenk für uns.
29:31Sag mal, kommt es mir so vor, dass sie dich irgendwie verändert?
29:34Ich meine, mir gegenüber?
29:39Danke für den schönen Abend.
29:43Du brauchst mir keine Antwort geben.
29:47Aber du weißt, dass du willst, ne?
30:00Ich halte.
30:02Und eure Jungen 50.
30:11Tausche eine Karte.
30:21Die 50.
30:24Die 50.
30:25Nochmal 50.
30:32Will sehen.
30:35Straight flash.
30:42Unglaublich, was Sie für ein Glück haben, Frau Schilling.
30:45Das ist kein Glück.
30:46Das ist ausgleichende Gerechtigkeit.
30:48Ach so.
30:51Wissen Sie was, Herr Schwarz?
30:53Mit dem Gewinn werde ich ein Geschenk für Julia kaufen.
30:57Als Ausgleich dafür, was Sie ihr alles angetan haben.
31:11Frederiks Worte gehen mir nicht aus dem Kopf.
31:13Mache ich mir wirklich was vor?
31:17Empfinde ich mehr für Frederik oder nutze ich ihn nur aus, um Daniel vergessen zu können?
31:24Nein, wenn ich mit Frederik zusammen bin, dann fühle ich mich völlig unbeschwert.
31:29Das hat mit Daniel nichts zu tun.
31:35Frederik ist ein toller Mann.
31:37Mit ihm kann ich endlich wieder lachen.
31:42Das hat mit Daniel nichts zu tun.
32:29Hallo, Patricia
32:30Guten Morgen
32:34Ich nehme nicht an, dass du bereit bist, meinen Schreibtisch zu räumen und den da hinten zu nehmen
32:38Nein, das bin ich nicht
32:40Das dachte ich mir
32:43Na schön
32:46Dann können wir auch noch gleich eine andere Sache besprechen
32:50Glaub bloß nicht, dass ich mich mit dir anfreunden werde
32:54Das habe ich auch nicht erwartet
32:55Gut, denn dich als Kollegin zu ertragen wird schon schwer genug sein
33:00Was ich allerdings von dir erwarte, ist ein Mindestmaß an Höflichkeit
33:07Keine Sorge
33:08Ich werde dir nur ab und zu vor das Schienbein treten
33:10Und dir auch nur die Augen auskratzen, wenn es sich überhaupt nicht vermeiden lässt
33:21Unser größtes Problem ist die Zeit
33:23Uber fährt Ende der Woche für längere Zeit nach Übersehen
33:26Bis dahin muss die neue Präsentation der Jugendstilserie stehen
33:29Ja, dann wollen wir das Unmögliche mal möglich machen
33:32Genau
33:34Annabelle, alles steht und fällt mit dir
33:36Glaubst du, du kannst Uber zu einer neuen Präsentation überreden?
33:39Uber spielt gerne den Schwierigen, aber ich kenne ihn gut genug
33:43Ich frage mich nur, ob Julia Schilling ihre Hausaufgaben schaffen wird
33:46Da kann ich dich beruhigen
33:48Ich bin ganz sicher, dass Julia es schafft
33:50Außerdem haben wir jetzt Patricia mit im Team
33:53Und ich denke auch, dass die beiden sich sehr gut ergänzen
33:55Ja, ich weiß, dass ich mich auf Patricia verlassen kann
33:57Sonst würde ich keinen Finger rühren für dieses Kamikaze-Unternehmen
34:02Daniel, du bist Supervisor der ganzen Aktion
34:04Ich möchte, dass du jede Kalkulation doppelt und dreifach prüfst
34:07Du kannst dich auf mich verlassen
34:08Danke
34:09Ja, dann an die Arbeit, Herrschaften
34:18Guten Morgen, Tobias
34:20Morgen
34:20Ich wollte gerade zu dir
34:23Du, es ist gestern Abend ein bisschen spät geworden
34:25Da habe ich lieber in einer Ferienwohnung übernachtet
34:27Das ist ja sehr rücksichtsvoll von dir
34:29Ja, ich wollte dich nicht wecken
34:30Dann hätte ich wenigstens gemerkt, dass du wieder da bist
34:33Wo wir uns eh kaum noch sehen
34:35Entschuldige, Tobias, aber ich bin gestern mit der Literaturagentin versackt
34:40Was die aus ihrem Leben erzählt hat, war wirklich interessant
34:42Ja, wahrscheinlich viel interessanter als alles, was ich zu erzählen habe
34:47Tobias, sei bitte nicht sauer
34:49Jetzt ganz mal im Ernst, Christa
34:53Langweilst du dich mit mir?
34:55Nein, keine Minute
34:57Warum habe ich dann das Gefühl, dass du ständig ausweichst?
35:00Aber das tue ich doch gar nicht
35:02Oder nimmst du Rücksicht auf Lilly
35:04Aber die hätte ich doch längst akzeptiert
35:07Tobias, Becker, du redest dir was ein
35:09Es ist nur so, dass ich ziemlich viel um die Ohren habe
35:12Wegen der Familienchronik
35:15Aber das ist ja bald vorbei
35:16Also die Chronik
35:18Klingt ja wirklich wie ein Vorwand
35:21Bist du etwa eifersüchtig auf meine Arbeit?
35:23Das ist ja süß
35:24Wenn ich mit der Familienchronik fertig bin, dann kriegst du ein Exemplar mit Widmung
35:28Komm, lass uns reingehen und frühstücken
35:30Ich habe einen Katalog mit neuen Einbauküchen mitgebracht
35:34Da ist einer drin, die wird dir bestimmt gefallen
35:36Ich will keine neue Küche
35:38Ich will einfach mehr Zeit mit dir verbringen
35:40Tobias, das hatten wir doch alles schon
35:43Warte erst mal ab, bis du die Küche siehst
35:53Ihr wollt also wissen, wie man diese Serie billiger produzieren kann
35:57Kolja, wie groß ist der Standarddurchmesser eines Esstellers?
36:0121 Zentimeter
36:03Genau
36:03Der Durchmesser dieses Tellers beträgt aber 23 Zentimeter
36:07Unsere gesamte Produktionsstraße inklusive der Öfen ist aber auf Standardmaß ausgerichtet
36:12Tut mir leid, Julia, ich hatte vergessen, dir das zu sagen
36:15Wozu hat man Auszubildende?
36:17Damit sie einem das Handwerk beibringen
36:20Die Glasur ist Art 23 Spezial, oder?
36:23Stimmt genau
36:24Nur vom Feinsten
36:27Hier aber völlig verschenkt
36:29Der Effekt von Spezial kommt bei dieser Farbstellung überhaupt nicht zur Geltung
36:34Standard reicht also völlig
36:36Merke ich mir
36:38Und ansonsten kann ich nur sagen
36:41Wenn du nicht mindestens die Hälfte von dem Gold einsparst
36:43Kannst du dieses Porzellan bestenfalls an einen Ölscheich verkaufen
36:50Danke, Patrician, das war sehr beeindruckend
36:53Ah, Kolja, Lilly
36:54Wolltet ihr nicht in die Frühstückspause gehen?
37:05Das hat dir jetzt richtig Spaß gemacht, Patrician, nicht wahr?
37:08Ist der Papst katholisch?
37:11So viel zum Thema der Tonmacht, die Musik
37:16Ich bin sehr froh, Patrician, dass du bei uns im Team bist
37:18Das habe ich jetzt gesehen
37:20Wir hätten viel länger gebraucht, um diese Tatsache herauszufinden
37:26Dem kann ich mich nur anschließen
37:28Danke
37:29Ich fühle mich geehrt
37:31Tja, dann habe ich euch fürs Erste wohl genug Anregungen gegeben
37:34Und kann ein bisschen frische Luft schnappen
37:38Genieß es
37:45Ich habe so eine Wut auf Patrician, wie sie mit Julia umgegangen ist
37:48Das geht echt gar nicht
37:49Ja, aber sie hat echt was drauf, das musst du zugeben
37:51Sie hat die Glasur sofort erkannt
37:53Na und?
37:55Meinetwegen hätte sie gar nicht wiederkommen brauchen
37:56Sag das nicht
37:57Patrician ist vielleicht nicht so nett wie Julia
37:59Aber sie hat eindeutig das bessere Fachwissen
38:01Und das brauchen wir jetzt
38:03Na, dann bringt sie das Julia bei und verschwindet ganz schnell wieder
38:07Wart doch erst mal ab
38:10Vielleicht werden die beiden ein super Team
38:13Nach der Nummer eben?
38:15Du meinst, dann können die gut zusammenarbeiten?
38:18Es gibt den ganzen Tag Streit, da wette ich drauf
38:20Ich nicht
38:22Apropos Streit
38:23Ähm, du und Tim, was läuft denn da gerade?
38:26Was ist denn los?
38:27Was hat er dir denn erzählt?
38:29Eigentlich gar nichts
38:30Nur ein paar Andeutungen, aber ich habe gleich gemerkt, dass da irgendwas nicht stimmt
38:36Ich will da jetzt nicht drüber reden, das ist echt zu kompliziert
38:39Okay
38:43Inhaltlich hatte sie völlig recht
38:46Ich dachte, ich kann sie mit Lob besser motivieren
38:49Mir imponiert das, wie du mit Patrizia umgehen kannst
38:51Ich werde mir das ein bisschen abgucken
38:54Und ich bin sicher, dass ihr beiden über kurzer Dank ziemlich gut miteinander auskommen werdet
38:58An mir soll es nicht liegen
39:00Patrizia ist die in der Familie, die mir am ähnlichsten ist
39:03Und wir beide verstehen uns doch glänzend, oder?
39:05Tja, wenn wir uns noch besser verstehen, gäbe es einen Skandal
39:11Aber mit der Ähnlichkeit habe ich meine Zweifel
39:16Du hast Humor
39:19Patrizia ist einfach sarkastisch
39:20Du kannst Kritik vertragen
39:22Und sie ist zickig hoch zehn
39:24Na, jetzt reicht's, komm, es wird ja peinlich
39:27Wir sollten lieber drüber nachdenken, wie wir Patrizias Ratschläge in die Tat umsetzen können
39:30Ja, die Hälfte an Gold einsparen, das wird nicht leicht
39:34Schön, dich zu sehen
39:35Hallo
39:36Eva hat gebacken
39:37Ich hab dir frischen Kuchen mitgebracht
39:39Ja, wunderbar
39:41Bitteschön
39:42Wollen wir die zusammen essen?
39:43Ich kann einen Kaffee bei Andreas bestellen
39:45Ja, gern
39:47Hallo, Mai
39:49Ich hab dein Auto auf dem Hof gesehen, da dachte ich, ich sag mal kurz Hallo
39:53Hallo, das ist ja nett von dir
39:55Hallo
40:02Hallo
40:05Das ist fürs Baby
40:07Ja, ich hatte das noch irgendwo und ich weiß auch gar nicht mehr, wo ich das gekauft habe
40:12Danke, die ist... die ist hübsch
40:17Ja, okay, ich geh dann mal wieder
40:20Bis die Tage
40:21Tschüss
40:21Ciao
40:28Weißt du, was das heißt?
40:31Sie akzeptiert dich, endlich
40:33Das ist aber eine originelle Art, das zu zeigen
40:35Ja
40:36Die ist doch super
40:40Ich bin so froh, dass du da bist
40:43Warte, was ihr da seid
40:51Ich kenne mich ja wenig aus, aber ich habe den Eindruck, wir sollten die Staffage nicht noch schmaler machen, weil
40:57das wirkt irgendwie ärmlich
40:59Mhm, das sehe ich genauso
41:01Und vielleicht könnten wir einen Teil des Goldes dadurch einsparen, dass wir es durch einen weiteren Gelbton ersetzen
41:08Darin habe ich auch schon gedacht
41:10Für jemanden, der davon überhaupt nichts versteht, hast du einen ziemlich guten Instinkt
41:16Hör lieber auf, ich gewöhne mich an das viele Lob
41:20Ich versuch's
41:21Also, was hältst du davon?
41:32Wow
41:33Wie machst du das so schnell und präzise?
41:37Das ist wahrscheinlich der Teil des Jobs, den man nicht lernen kann
41:41Aber es ist natürlich auch leicht, die Arbeit in so angenehmer Gesellschaft
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