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00:18Liebe ist genug
00:36Liebe ist genug
01:00Sie werden sehen, in vier Wochen wird alles viel besser. Ich wĂŒnsche Ihnen eine gute Besserung.
01:05Julia?
01:07Du bist eine Stunde zu spÀt.
01:09Ja, ich weiĂ. Das ist eine lange Geschichte.
01:11Julia, Kurzfassung bitte.
01:13Mir ist die Kette vom Fahrrad gesprungen. Da dachte ich, dass ich es eigentlich noch pĂŒnktlich schaffen wĂŒrde.
01:17Aber?
01:19Mein Fahrrad ist kaputt.
01:20Dabei hat sich letzte Woche schon mal ein Roller von mir verabschiedet.
01:23Danke, Julia.
01:23Ja, aber zu spĂ€t kommen geht ĂŒberhaupt nicht.
01:26Und jetzt ab in die Notaufnahme.
01:28Sind Sie verrĂŒckt, mir das in die Klinik zu schicken?
01:31Wie kommen Sie ĂŒberhaupt darauf, dass ich...
01:36Das streng vertraulich. Hat ja aber offenbar niemanden davon abgehalten, den Brief zu öffnen.
01:42Herr Dr. Arendt, ich weià Ihre Sorge, um mich durchaus zu schÀtzen.
01:46Aber ich bin kein hoffnungsvoller Idiot, der noch dazu seine eigene Diagnose nicht wahrhaben will.
01:53Genau.
01:55Daraus ziehen Sie Ihre SchlĂŒsse und ich meine.
01:58Und merken Sie sich bitte, das war definitiv unser letzter Kontakt in dieser Angelegenheit.
02:04Danke.
02:06Ărger?
02:08Ja.
02:10Wollen wir heute Abend zusammen essen gehen?
02:12Nein.
02:12Das hilft...
02:16Na nun nehmen Sie mir doch das Fahrrad mal ab.
02:20Offensichtlich interessiert man sich in dieser Klinik nicht sonderlich fĂŒr die Patienten.
02:23Aber ich höre Ihnen doch zu. Sie sind vom Fahrrad gestĂŒrzt.
02:26Falsch.
02:27Der Karton ist vom Fahrrad gestĂŒrzt und da wollte ich den, wie bereits erwĂ€hnt, auffangen.
02:31Aber das ist ja auch alles ganz unwesentlich.
02:33Jedenfalls kann ich meinen linken Arm nicht mehr bewegen.
02:36Hier.
02:37Na und wie geht das jetzt hier weiter?
02:39Schwester Julia?
02:41Einen Moment bitte.
02:43Schwester Julia bringt Sie dann in den Untersuchungsraum.
02:45Danke.
02:46Ja und und mein Fahrrad?
02:48Hier kann es leider nicht bleiben.
02:51Ich kann es nachher in den Keller bringen. Da steht meins auch immer.
02:53Ja, wenn es nicht gerade kaputt ist.
02:57Kommen Sie bitte. Hier entlang.
02:59Ja.
03:05Und was soll mit dem Karton passieren?
03:08Welcher Karton denn?
03:09Achso, der kann ans Versandhaus zurĂŒckgeschickt werden.
03:18Aber wieso nehmen Sie denn jetzt nicht die Vermisstenanzeige auf?
03:2424 Stunden? Aber da kann meine Mutter doch schon, da kann ja...
03:30Nein, aber darf ich bitte nur, darf ich ganz kurz erzÀhlen, bitte.
03:33Ja, also wir waren am Bahnhof verabredet.
03:35Sie ist nicht aufgetaucht und dann, dann war sie auch nicht zu erreichen, telefonisch.
03:40Und ich, also ich weiĂ, da muss was passiert sein.
03:45Alle Kliniken anrufen, ja. Sehr hilfreich.
03:50Danke.
03:55Damit sollten Sie weniger Schmerzen haben und gar nicht essen und versuchen, den Arm zu belasten.
04:02Frau Frank, hier sehen Sie ganz deutlich den Bruch.
04:07Der Humerus-Kopf ist stark verschoben.
04:09Der Humerus, ja.
04:10Wenn Sie meinen, Frau Doktor, Àh, Frau Doktor, Àh, Àh...
04:15Globisch.
04:16Katrin Globisch.
04:17Danke.
04:18Ja, und nun?
04:19MĂŒssen wir operieren.
04:20Gut. Wann?
04:22Heute noch.
04:24Sind Sie schon mal operiert worden? Hatten Sie schon mal eine Narkose?
04:27Ich werde zum ersten Mal operiert.
04:30Gut, dann gebe ich Ihnen jetzt hier unseren AufklĂ€rungsbogen fĂŒr die Narkose.
04:34Bitte grĂŒndlich lesen und ausfĂŒllen.
04:36Wir gehen Ihnen dann spÀter gemeinsam durch, falls es noch Fragen gibt.
04:39Ja, ja, hier.
04:40Wie lange werde ich denn meinen Arm danach nicht mehr bewegen können?
04:43Wir versorgen den Bruch mit einer Platte.
04:45Danach, ja, etwa acht Wochen mĂŒssen Sie schon rechnen.
04:49Sind Sie doch berufstÀtig?
04:51Nein, nein. Ich habe angefangen, Golf zu spielen.
04:54Na, das werden Sie jetzt eine Weile nicht machen können.
04:57Und was haben Sie vor dem Golfspielen gemacht?
05:01Ob Klavier oder Schrank, UmzĂŒge mit Frank.
05:05Das kenne ich irgendwoher.
05:06Steht das nicht auf irgendwelchen LKWs drauf, die mir immer im Weg stehen?
05:10Ja, ja. Wo sollen denn meine Jungs auch parken? Die stehen immer im Weg.
05:15Frank-UmzĂŒge, das ist Ihre Firma?
05:17Wahr.
05:17Ja. 35 LKWs, 125 Mitarbeiter.
05:23Aber ich habe sie an meinen GeschĂ€ftsfĂŒhrer verkauft, weil meine Tochter...
05:29Ach, meine Tochter.
05:33Frau Frank?
05:35Ăh, meine Tochter wollte die Firma nicht ĂŒbernehmen.
05:41Ăbernehmen.
05:43Haben Sie noch andere Schmerzen?
05:46Was?
05:47Darf ich mal?
05:48Ja.
05:52Oh, oh, oh, oh, oh, oh.
05:54Ăhm, wir machen in jedem Fall noch Ultraschall und CT.
05:57Ich möchte innere Verletzungen ausschlieĂen.
06:13Was ist denn passiert?
06:15Ich bin gestĂŒrzt.
06:17Auf dem Weg zum Bahnhof, ja?
06:18Ja.
06:19Mensch, du hast mich ja gar nicht angerufen.
06:22Das ist meine Tochter Anja.
06:24Und das ist...
06:25Mama, warum hast du nicht angerufen?
06:27Du bist ja auch nicht ans Telefon gegangen.
06:29Du, ich hatte genug mit mir selbst zu tun.
06:31Ich fall nÀmlich nicht jeden Tag hin und brech mir in den Arm.
06:34Entschuldigung, wir mĂŒssten mit Ihrer Mutter in den CT und danach in den OP.
06:38Aber wenn Sie wollen, können Sie warten.
06:40Vielen Dank, ich bin gut.
06:42Aber rĂŒck dann an danach, ja?
07:10Und dann, ja.
07:16Entschuldige, das war unfair, aber ich hatte wieder so eine tolle Memo von deinem...
07:20Wie der aktuellen LebensabschnittsgefÀhrten?
07:23Und was bedeutet der Spruch?
07:25Du operierst gerade Frau Frank, die ehemalige Chefin von Frank-UmzĂŒge.
07:29Frank-UmzĂŒge? Mit denen bin ich zweimal umgezogen.
07:32Und?
07:33Alles heil geblieben.
07:34Na siehste, Frau Frank hatte ihre Jungs schon im Griff.
07:38Ich bin hier gleich durch.
07:39Was die Milz angeht, das ist nur ein kleines HĂ€matom, sollte sich von selbst zurĂŒckbilden.
07:45Ob Milz oder Galle, Heilmann operiert sie alle.
07:52Das hat sich gereimt.
08:15Das ist nur ein kleines Häžäž.
08:44Guten Morgen.
08:46Guten Morgen.
08:51Guten Morgen, Herr Kollege.
08:54Ihr ĂŒberbordender Frohsinn ist mir auch beim ersten Mal nicht entgangen, Frau Kollegin.
08:59Resultiert daraus ein GruĂzwang?
09:06Was ist denn mit dem los?
09:11Ich werde jetzt einfach eine Weile zu FuĂ gehen und sparen.
09:15Bis Sie das Geld zusammen haben, nehmen Sie mein Fahrrad.
09:20Das kann ich nicht annehmen.
09:23Seien Sie mal nicht albern, Kindchen.
09:25Ich werde ja wohl eine ganze Weile nicht fahren können.
09:27Und bevor mein Rad zu Hause dumm rumsteht und rostet, nehmen Sie es lieber.
09:33Aber es steht doch hier in der Klinik.
09:35Ja, richtig. Umso besser.
09:41Ihre Tochter hat sich Sorgen um Sie gemacht.
09:45Jetzt nehmen Sie das Rad, das steht bloĂ rum.
09:52Gut. Aber nur geborgt.
09:54Ja, ja.
09:55Danke.
09:56Bitte.
09:59Haben Sie Ihre Tochter denn schon angerufen?
10:03Sie mĂŒssen das Rad immer gut anschlieĂen, sonst zahlt die Versicherung nicht.
10:07Klar.
10:12Meine Tochter passt es nicht, wie ich jetzt lebe.
10:16Wir streiten uns nur noch.
10:20Ja.
10:22Und da hatte ich plötzlich keine Lust mehr, mit ihr nach Berlin zu fahren.
10:25Rufen Sie sie einfach an, damit sie weiĂ, dass alles in Ordnung ist.
10:29Ja, mache ich.
10:31Sie mĂŒssen mir sowieso noch ein paar Sachen vorbeibringen.
10:36SpÀter.
10:50Oh ja, dieser Mist.
11:14Hallo, Frau Doktor.
11:21Und? Haben Sie die gute Nachricht schon verkraftet?
11:24Welche gute Nachricht?
11:27Hat Sie Kaminski nicht informiert?
11:30WorĂŒber?
11:32Er hat Sie nicht informiert.
11:34MerkwĂŒrdig.
11:36Was ist denn nun die gute Nachricht?
11:38Das sage ich Ihnen nachher bei unserem Termin.
11:45Von dem ich auch nichts weiĂ.
11:49Kaminski hat wohl neuerdings TotalausfÀlle.
12:01Hallo?
12:02Hey, Sie, hallo!
12:13Die Platte kann in etwa in einem Jahr wieder entfernt werden.
12:17Entschuldigung.
12:18Nein, nein, kommen Sie ruhig rein.
12:19Ja?
12:20Ja, ja, ich bin gleich fertig.
12:21Kommen Sie rein.
12:23Und was Ihre Verletzung durch den Fahrradlenker angeht,
12:25da haben Sie groĂes GlĂŒck gehabt.
12:27Das Milch-Hemmatom ist nicht sehr groĂ,
12:29aber ich möchte es doch gern engmaschig per Ultraschall kontrollieren.
12:33Das bedeutet, wir mĂŒssen Sie noch drei bis vier Tage hier behalten.
12:35FĂŒr heute heiĂt das erst mal eingeschrĂ€nkte Bettruhe.
12:38Und bitte keine gröĂeren Anstrengungen.
12:40Versprochen?
12:40Prima.
12:42Eine Physiotherapeutin kommt heute Nachmittag
12:43und von da ab jeden Nachmittag bei Ihnen vorbei.
12:45Sehr schön.
12:46Gut.
12:47Mama, ich habe da drauĂen grad
12:48ne Krankenschwester mit deinem Fahrrad rumfahren sehen.
12:51Das, was ich dir zum Geburtstag geschenkt hab.
12:53Ach, Manja.
12:54Welche Schwester meinen Sie?
12:55Diese Kleine, die letzte Nacht mit Ihnen bei meiner Mutter war.
12:59Schwester Julia.
13:00Haben Sie da ne ErklĂ€rung fĂŒr?
13:02Nein, aber vielleicht weiĂ Ihre Mutter was.
13:08Ach, Manja.
13:11Und hab ich das grad richtig verstanden?
13:13Das ist beim Fahrradfahren passiert?
13:16Ja, es war ein Fahrradanfall.
13:19Wo denn?
13:20Warst du auf dem Weg zum Bahnhof mit dem Rad?
13:23Ach, Anja, lass.
13:26Du warst gar nicht auf dem Weg zum Bahnhof.
13:32Mama.
13:45Frau Frank, warten Sie ein Laum.
13:48Ich weiĂ nicht, was mit der los ist.
13:50Er hat sich so verÀndert.
13:51Was meinen Sie damit?
13:53Meine Mutter war ihr ganzes Leben lang unheimlich diszipliniert.
13:57Sparsam.
13:57Immer zuverlÀssig.
13:59Das merkt man ja jetzt noch an.
14:00Und in letzter Zeit, das ist, als wenn das alles genau ins Gegenteil umschlÀgt.
14:04Seitdem sie die Firma verkauft hat, ist das so.
14:06Aber vielleicht möchte sie einfach ihr Leben genieĂen.
14:08Und dann verschenkt sie das Fahrrad, das ich ihr zum Geburtstag geschenkt hab.
14:12Das darf Schwester Julia ĂŒberhaupt nicht annehmen.
14:14Dann lĂ€sst sie mich am Bahnhof stehen und dann lĂŒgt sie mich auch noch.
14:18Ich bin ja einfach nicht wichtig.
14:19War ich nie.
14:21Frau Frank, können Sie jetzt noch mal zu Ihrer Mutter gehen?
14:23Dann können Sie...
14:24Können Sie ihr die geben, bitte?
14:25Ich möchte jetzt nicht mit ihr.
14:34Also wenn man diesen Herrn Manthei einmal braucht, dann ist er natĂŒrlich nicht da.
14:40So.
14:43Bitte schön.
14:44Danke.
14:45Wo bleibt denn Kaminski?
14:52Sehr schön.
14:53Nehmen Sie doch bitte Platz.
15:02Um es kurz zu machen.
15:04Die GeschĂ€ftsfĂŒhrung des Avares-Konzerns plant zukĂŒnftig den Ausbau von Schwerpunktstationen.
15:12Das bedeutet, dass gewisse Bereiche zukĂŒnftig auĂerordentlich stark gefördert werden.
15:19Die urologische Abteilung unter Ihrer beider Leitung hÀtte dabei die aller, allerbesten Chancen.
15:25Ich brauche natĂŒrlich ein ausfĂŒhrliches Konzept von Ihnen.
15:28Widerlich.
15:30Der Kaffee?
15:31Nein.
15:32Das, was Sie mit uns allen vorhaben.
15:35Wie, das verstehe ich jetzt nicht.
15:37Dieses Angebot haben Sie doch sicher auch den anderen Abteilungen unterbreitet.
15:40Streng vertraulich natĂŒrlich.
15:42Nur denen, bei denen es auch möglich ist.
15:47Wenn dir eine gröĂere Gruppe feindlich gegenĂŒbersteht, teile sie und hetze sie aufeinander.
15:54Divide et impera.
15:57Ist das Ihr ganzer Beitrag?
15:59Ja.
16:00Ich bin nur gekommen, um Ihnen ein fĂŒr allemal zu sagen, dass mich das alles ĂŒberhaupt nicht interessiert.
16:12Die Milch ist sauer.
16:16Wenigstens dafĂŒr hĂ€tten Sie mich warnen können.
16:19Stimmt.
16:32Können Sie mir sagen, was mit ihm los ist?
16:36Ich weiĂ es nicht.
16:37Seit ein paar Tagen ist er völlig neben der Spur.
16:42Aber Sie sind schon an meinem Angebot interessiert.
16:46Ja, natĂŒrlich.
16:49Aber ich kann Sie da nicht alleine durchsetzen.
16:53Sie mĂŒssen Kaminski wieder einfangen, sonst haben wir da ĂŒberhaupt keine Chance.
17:07Was sollte das denn eben?
17:09Wir bekommen ein Riesenangebot und Sie haben nichts Besseres zu tun, als wegzulaufen?
17:14Das ist kein Riesenangebot.
17:16Es ist das alte, unwĂŒrdige Spiel der Macht.
17:19Hören Sie doch mit dem Unsinn auf.
17:20Jetzt hören Sie bitte mal auf.
17:22Es interessiert mich nicht mehr, was Frau Marquardt fĂŒr grandiose Ideen hat.
17:25Und ich werde auf keinen Fall irgendwelche Konzepte erarbeiten, um mich in meinem Alter nochmal hier zu bewerben.
17:32Ja, aber ich habe...
17:33Ich habe hier eine eigene Existenz aufgebaut und bin von diesem ganzen Mist hier unabhÀngig.
17:37Also lassen Sie mich gefÀlligst in Ruhe.
18:06Wie im Lehrbuch.
18:10Irgendwie erinnert mich das Verhalten von Frau Frank an meine Mutter.
18:14Alzheimer?
18:16Aber dafĂŒr scheint sie doch zu fit zu sein.
18:18Und zu energisch.
18:21Wie alt ist die Patientin?
18:2464.
18:25Und die Tochter hat massive VerÀnderungen im Verhalten ihrer Mutter beobachtet?
18:29Hm.
18:31So eine Art Charakterverschiebung.
18:34Weswegen ist sie hier?
18:36Fahrradsturz.
18:38Sturzursache bekannt?
18:40Vielleicht ein kleiner Schlaganfall.
18:42Eine beginnende vaskulÀre Demenz.
18:47Der Blutdruck ist ziemlich hoch.
18:49Blutfeldwerte auch.
18:52VaskulÀre Demenz.
18:54Die ist am Anfang ziemlich unauffÀllig.
18:56Ja.
18:58So eine Art Zerstreutheit.
19:00Aber im Gegensatz zu Alzheimer keine kontinuierliche Verschlechterung,
19:03sondern eher ein sprunghafter Verlauf.
19:05Lange Phasen passiert gar nichts.
19:07Und alle schieben es aufs Alter.
19:09Genau.
19:10Wirkt ja auch nicht so dramatisch.
19:12Telefonnummern werden vergessen, altbekannte Namen sind plötzlich weg.
19:16Das passiert mir aber auch schon.
19:20Ja.
19:21Die Betroffenen ĂŒberspielen das immer sehr geschickt.
19:25Logisch.
19:26Wer gibt schon gerne zu, dass er langsam verblödet?
19:30Das ist doch völlig absurd.
19:31Das mĂŒsste ich doch gemerkt haben.
19:33Jetzt drĂŒcken Sie doch bitte mal zu.
19:35Sehr gut.
19:36Danke.
19:38Meine Tochter denkt, ich hÀtte unsere Reise einfach vergessen?
19:42Ja.
19:43Schön.
19:45Meine eigene Tochter stellt mich vor anderen Leuten als verblödet dar.
19:50Frau Frank, wenn man etwas vergisst,
19:53heiĂt das noch lange nicht, dass man dumm ist oder verblödet.
19:56Aber wenn es immer hÀufiger passiert,
19:59dann kann das ein Indiz fĂŒr eine beginnende Demenz sein.
20:03Und je frĂŒher man das erkennt und je frĂŒher man das untersucht...
20:05Nein!
20:07Und wenn meine Tochter sie in die Richtung gelenkt hat,
20:09dann weiĂ ich auch wieso.
20:11Wieso?
20:12Die fĂŒrchtet um ihr Erbe,
20:13weil ich mir jetzt ab und an mal was gönne.
20:15Frau Frank, in Ihrem eigenen Interesse.
20:18Ist die Opia aus Ihrer Sicht gut verlaufen?
20:22Ja, das ist sie.
20:24Schön.
20:25Das reicht mir dann völlig an Behandlung.
20:28Ich habe Sie verstanden.
20:30Sie bleiben noch wegen der Milzverletzung bei uns
20:32und den Rest entscheiden Sie ganz allein.
21:02Ich habe Sie verstanden.
21:05Ich habe ich verstanden.
21:32Ist sie aufgetaucht hier?
21:34Nein.
21:36Ich versteh das nicht. Wieso lÀuft die denn einfach weg?
21:39Vielleicht, weil ich ihre Mutter darauf angesprochen habe, dass sie eine Demenz entwickeln könnte.
21:51Demenz, ja.
21:52Ja, eine beginnende vaskulÀre Demenz.
21:55Die tritt auf, wenn Teile des Gehirns nicht mehr richtig mit Blut und Sauerstoff versorgt werden können.
22:00Bisher ist es ja auch nur ein Verdacht und ich wollte mit ihrer Mutter ĂŒber mögliche Untersuchungen sprechen.
22:06Was bedeutet denn das? Also wie Ă€uĂert sich denn sowas?
22:10Es kommt zu AusfÀllen, Vergesslichkeit, Ungeschicklichkeit.
22:17Haben Sie irgendeine Ahnung, wo Ihre Mutter jetzt sein könnte?
22:20Ich war ĂŒberall.
22:22Die Nachbarin meldet sich, falls Mama nach Hause kommt.
22:25Aber hören Sie, diese Symptome, die Sie da aufzÀhlen, das trifft alles zu, aber deshalb verÀndert man doch nicht seine
22:32ganze Persönlichkeit.
22:33Das ist doch...
22:36Das kann schon sein.
22:37Wenn Ihre Mutter merkt, dass sie langsam abbaut, dann will sie das möglicherweise ĂŒberspielen.
22:45Das bedeutet ja auch eine enorme psychische Belastung, wenn das GedÀchtnis nicht mehr so mitspielt.
22:52Ich glaube, dann habe ich ihr in letzter Zeit ziemlich Unrecht getan.
23:00Das ist mir bei meiner Mutter auch passiert.
23:03Ich habe immer geglaubt, sie wĂ€re stur, wĂŒrde mir einfach nicht zuhören und mĂŒsste sowieso immer alles...
23:09Ganz genau, ja.
23:14Ja, hallo.
23:17Oh, danke, danke, Inja.
23:21Mutter ist zu Hause jetzt. Ich fahre dann mal schnell.
23:24Frau Frank, es ist wirklich wichtig, dass Ihre Mutter wieder hierherkommt.
23:29Ja, ja, ich sag's ihr.
23:31Ich kann nicht versprechen, dass sie auf mich hört.
23:35Danke.
23:42TschĂŒss.
23:47Ich habe das Recht, so ein Krankenhaus jederzeit zu verlassen.
23:52Indem er mich fĂŒr dement hĂ€lt, weil du ihn das eingeredet hast.
23:59Ja, das Recht hast du.
24:06Was hast du denen eigentlich erzÀhlt?
24:08Die Wahrheit, dass du unsere Verabredung vergessen hast.
24:12Ich habe unsere Verabredung vergessen.
24:13Hör auf, Mama, nicht weiter lĂŒgen jetzt.
24:22Solche Sachen sind dir doch in letzter Zeit öfter passiert, ne?
24:25Und wog.
24:33WeiĂt du, noch vor zwei Wochen?
24:35Bei Frau Henze an der Kasse?
24:39Da hast du deine PIN nicht mehr gewusst.
24:43Ich hatte mir's anders ĂŒberlegt.
24:44Ich wollte diese Bluse einfach nicht mehr.
24:47Man will das dann wahrscheinlich nicht wahrhaben.
24:50Und deshalb denkt man sich dann so komische Geschichten aus.
24:53Ich kann mir das schon vorstellen.
24:55Mama, ich wĂŒrde dir gerne helfen.
24:57Können wir bitte ins Krankenhaus zurĂŒckfahren?
25:02Ich war vorhin bei der Firma.
25:08Es war richtig, die Firma zu verkaufen.
25:11War's nicht.
25:12Seitdem geht's mit mir ĂŒber Gap.
25:13Oh Mann, rede nicht so.
25:15Mama, komm jetzt.
25:17Lass uns ins Krankenhaus fahren.
25:19Bitte, dein Bauch muss auch ĂŒberwacht werden.
25:20Ach, und dann mein Kopf?
25:21Vielleicht auch, ja.
25:22Das findet nicht statt.
25:26Das hat doch vielleicht Zeit bis morgen.
25:32Na gut.
25:33Aber ganz frĂŒh gleich dann.
25:35Dann lass ich dich jetzt mal allein.
25:37Du kannst doch hier schlafen.
25:48Falls der Befund positiv sein sollte, kommt nur eine Zystektomie in Frage.
25:52Ich hab mit dem Patienten gesprochen.
25:54Wenn irgend möglich, möchte er eine Neoblase statt eines kĂŒnstlichen Ausgangs.
25:59Ob das möglich ist, klÀren wir wÀhrend der OP, ist doch logisch.
26:03Ja, ich sprech nochmal mit dem Patienten.
26:06Tun Sie das.
26:07Wir sehen uns in Ihrem OP.
26:20Ich hab noch was vergessen.
26:24Dr. Kaminski.
26:32Wo ist denn Frau Dr. Globisch, bitte?
26:34Die ist auf dem Weg.
26:34Was ist mit Ihrer Mutter passiert?
26:36Ich sollte sie eigentlich gestern schon herbringen.
26:38In Absprache mit Frau Dr. Globisch, aber sie wollte nicht mal kommen.
26:41Okay, beruhigen Sie.
26:42Starke Abwehrspannung.
26:43Verdacht auf stumpfens Bauchtrauma.
26:44Sie ist wahrscheinlich gestĂŒrzt.
26:46In den Schockraum.
26:47Frau Dr. Globisch.
26:48Ich glaube und warte...
26:49Bitte einen Augenblick.
26:50Ich kĂŒmmere mich erst mal um Ihre Mutter und dann reden wir.
26:52Okay.
26:53Okay.
26:55Das passiert einmal so, wenn man zu wenig trinkt.
26:58Man fÀllt in Ohnmacht.
27:01Das ist ziemlich tief.
27:03Das muss ich nÀhen.
27:05Blödsinn.
27:06Machen Sie ein Pflaster drauf.
27:07Darf ich das entscheiden?
27:12Kompromissvorschlag.
27:13Sie kleben es mit Strips.
27:17Sieh an.
27:19Das passiert also, wenn man zu wenig trinkt.
27:28Das ist so ziemlich der stÀrkste Hammer, den man gegen Schmerzen nehmen kann.
27:32Ertappt.
27:34Und wofĂŒr?
27:37Die Folter fĂŒr den Hausgebrauch.
27:41Scharnschmerzen.
27:42Hören Sie auf, mich zu veralbern.
27:45Ich bin weder blind noch blöd.
27:47Ich sehe doch, dass mit Ihnen was nicht in Ordnung ist.
27:53Bitte.
27:55Sagen Sie mir, was mit Ihnen los ist.
27:57Wir mĂŒssen in den OP.
27:59Da gehen wir ganz bestimmt nicht hin.
28:01Aber ja.
28:01Nein.
28:02Wo doch.
28:03Wir sagen die OP ab.
28:05Das haben Sie nicht zu entscheiden.
28:09PrĂŒgelei unter Kollegen.
28:12Dr. Kaminski ist gestĂŒrzt.
28:14Ich war schuld dran.
28:15Quatsch.
28:16Alter Mann, Stuhl im Weg.
28:18Kann passieren.
28:19Wir mĂŒssen in den OP.
28:21Okay.
28:21Also.
28:23Ja, kommen Sie.
28:46Und?
28:47Wir mĂŒssen Ihre Mutter sofort operieren.
28:49Was hat sie denn?
28:50Die Milz ist gerissen.
28:52Kann man da, also, ist sie in Lebensgefahr?
28:55Sie hat sehr viel Blut verloren.
28:56Wissen Sie, was passiert ist?
28:58Sie war ganz normal gestern.
29:00Sie hat Fernsehen geguckt.
29:01Sie hat mir auch nichts erzÀhlt von einem Sturz oder so.
29:05Und ich wollte sie noch dazu bringen, dass wir gleich zurĂŒck ins Krankenhaus gehen.
29:08Aber sie hat darauf bestanden, dass sie die Nacht noch zu Hause bleibt.
29:10Und als ich sie heute Morgen dann wecken wollte, war sie total leblos und ganz weiĂ.
29:16Sie muss erneut gestĂŒrzt sein.
29:17So ein dramatischer Verlauf passiert nicht von alleine.
29:19Aber ich habe nichts bemerkt.
29:21Ich muss in den OP.
29:22Ich melde mich bei Ihnen, sobald wir fertig sind.
29:25Versprochen.
29:30Die Konzernleitung legt gerade fest, welche Bereiche zu Schwerpunkten ausgebaut werden sollen.
29:36Unter Ihrer FĂŒhrung hĂ€tte die Endoprothetik allergröĂte Chancen.
29:42Ich brĂ€uchte allerdings ein ausfĂŒhrliches Konzept von Ihnen.
29:46Kriegen Sie?
29:49Ah, Frau Dr. Peters.
29:58Kollege Brentano kennen Sie von frĂŒher, ne?
30:00Ja.
30:01Und wie schÀtzen Sie ihn so ein?
30:04Das fragen Sie ausgerechnet mich.
30:06Warum nicht?
30:08Dann auch wirklich neu hier.
30:09Gerade deswegen.
30:10Sie haben noch so einen unverstellten Blick auf das Ganze.
30:14Mag sein, aber...
30:16Wissen Sie, ich operiere lieber, als dass ich Kollegen beurteile.
30:29Ich weiĂ.
30:35Tupfer.
30:38Saugen.
30:42Bauchtuch abdecken.
30:47Fragen Sie doch mal, wo der hÀstologische Befund bleibt.
30:54Ich will endlich wissen, ob ich nun eine Neoblase machen muss oder nicht.
31:00Denn nun gucken Sie nicht so.
31:01Ich will pĂŒnktlich Feierabend machen.
31:08Bleiben Sie ruhig sitzen.
31:16Es ist gut fĂŒr Ihre Mutter, wenn sie spĂŒrt, dass Sie da sind.
31:24Was glauben Sie, wie das hier alles ausgeht?
31:28Schwer zu sagen.
31:30Normalerweise ist eine Milzentfernung keine komplizierte Operation.
31:35Aber?
31:36Ihre Mutter hat sehr viel Blut verloren.
31:37Und damit auch Kraft.
31:39Was kann ihr denn passiert sein?
31:42Das wird sie uns hoffentlich erzÀhlen, wenn sie aufwacht.
31:50Das ist schon merkwĂŒrdig.
31:52Ich habe sie noch nie so gesehen, so hilflos.
32:00Am Anfang sind unsere MĂŒtter Tag und Nacht fĂŒr uns da.
32:03Und spÀter dann.
32:04Wir fĂŒr sie.
32:14Am Anfang sind unsere MĂŒtter Tag.
32:37Und dann.
32:39Das war's.
33:09Das war's.
33:39Das war's.
33:40Das war's.
33:41Das war's.
33:41Das war's.
33:42Das war's.
33:44Das war's.
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33:46Das war's.
33:47Das war's.
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33:48Das war's.
33:58Das war's.
34:01Das war's.
34:31Das war's.
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34:35Das war's.
34:47Das war's.
35:19Das war's.
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35:35Das war's.
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35:49Das war's.
35:51Das war's.
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36:00Das war's.
36:26Das war's.
36:57Das war's.
37:19Das war's.
37:34Das war's.
38:21das ist.
38:45Das war's.
39:00Das war's.
40:22Das war's.
40:38Das war's.
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41:11Das war's.
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41:22Das war's.
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