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00:24Love Is Enough
00:51Eine junge Frau, starke Unterleibsschmerzen. Sie wollte uns ihren Namen nicht sagen und verweigert jede Untersuchung.
00:56Hallo, ich bin Schwester Ulrike. Eine Ărztin wird gleich bei Ihnen sein.
00:59Ich brauche keinen Arzt. Mir geht es schon wieder viel besser.
01:02Ja, die Ărztin kann Sie ja wenigstens ansehen.
01:04Sie haben aber kein Recht, mich hier festzuhalten.
01:06Wir halten Sie nicht fest. Wir wollen Ihnen nur helfen.
01:08Lass mich nicht los.
01:09Was ist hier los? Die Patientin ist etwas desorientiert.
01:12Lassen wir mich in Ruhe.
01:13Ich bin Dr. Globisch. Hallo.
01:15Was fĂŒr ein Handy?
01:16Ganz ruhig. Ihr Handy wird sich schon anfÀnden.
01:18Ich nehme Ihnen mal Ihre Tasche ab.
01:19Jene Frau, wir bringen Sie jetzt erstmal in den Stockraum.
01:22Bitte beruhigen Sie sich.
01:25Ihr Kreislauf ist instabil.
01:28Warum wollen Sie uns Ihren Namen nicht sagen?
01:30Hatten Sie einen Unfall?
01:32Ich muss telefonieren.
01:35Hier ist alles voller Blut.
01:41Wann haben die Blutungen angefangen?
01:43Ich weiĂ nicht.
01:47Haben Sie vor kurzem entbunden?
01:52Wie lange ist das her?
01:54Bitte, ich muss wissen, was passiert ist.
01:57Wir machen einen Ultraschall.
01:59Nein.
02:00Wo ist denn das, Baby?
02:01Geht es Ihnen gut?
02:03Hören Sie mich?
02:04Sauerstoff.
02:10Die Entbindung ist maximal ein paar Stunden her.
02:13Der Blutdruck geht weiter in den Keller.
02:15Die Plazenta ist teilweise noch in der GebÀrmutter.
02:17Deshalb diese starke Blutung.
02:18Eine Plazenta-Retention?
02:20Das Mittel der Wahl, in diesem Fall, wÀre ein wehenförderndes Medikament.
02:24Bei einer Klinikgeburt.
02:26In diesem Fall mĂŒssen wir die Plazenta operativ lösen.
02:28OP-Vorbereitung.
02:29Und machen Sie ein Blutbild.
02:30Sagen Sie bitte Dr. Arendt Bescheid.
02:31Soweit ich weiĂ, ist der heute im Haus.
02:32Gut.
02:37Harald Drommer.
02:39Ich wurde Ihnen angekĂŒndigt.
02:40Richtig.
02:41Der Kliniktester.
02:42Bitte.
02:43Mir ist allerdings nicht ganz klar, wie Sie auf uns gestoĂen sind.
02:46Die Sachsen-Klinik genĂŒgt allerhöchsten AnsprĂŒchen.
02:47Da bin ich mir sicher.
02:48Ja.
02:49Allerdings sagt mir meine langjÀhrige Erfahrung, dass eine anonyme Kontrolle immer wieder Dinge
02:55zu Tage fördert.
02:56Was denn fĂŒr Dinge?
02:57Ich schlage vor, Sie lassen mich einfach meine Arbeit machen.
03:00Ich brauche eine neue HĂŒftstelle.
03:03Das nenne ich aber mal Einsatz.
03:05NatĂŒrlich nur pro forma.
03:08Entschuldigung, hast du die Kalkulation durchgesehen?
03:11Ja, die ist in Ordnung.
03:12Ich gebe das wir besprochenen Auftrag.
03:16Das ist Herr Drommer.
03:18Er hat einen Termin bei Dr. Brentano wegen einer HĂŒftprothese.
03:22Er hat sich verlaufen.
03:24In den dritten Stock.
03:27Ich habe Dr. Brentano eben in der Chirurgie gesehen.
03:30Danke.
03:34Das ist Dr. Heilmann, unser Klinikleiter.
03:37Ihm hÀtten Sie mich ruhig vorstellen können.
03:39Also wenn schon, denn schon.
03:40Ich bin auch an einem absolut unverfÀlschten Ergebnis interessiert.
03:44Und wie lange hast du in Aleppo als Krankenschwester gearbeitet?
03:47Ăber drei Jahre.
03:48Ich habe in der Klinik eigentlich alles gemacht.
03:51Grundpflege, Medikamente ausgeben, VerbÀnde, Spritzen, ZugÀnge gelegt.
03:56Ich habe auch mal im OP geholfen.
03:57Na, passt.
03:58Wie angegossen.
04:00Sie halten sich erst mal an mich oder an Schwester Ulrike.
04:03Und nicht vergessen, Sie sind Praktikantin.
04:07Solange nicht geklÀrt ist,
04:08inwieweit Ihre syrische Ausbildung hier anerkannt werden kann.
04:12Was haben Sie denn mit Ihrer Hand gemacht?
04:15Hingefallen mit dem Fahrrad, aber halb so weit.
04:17Und, Àhm...
04:18Mein Mann ist Arzt.
04:20Er hat mich von Kopf bis FuĂ untersucht.
04:22Es ist alles in Ordnung.
04:23Bis auf zwei angebrochene Finger.
04:26Da kommt eine helfende Hand, gerade recht.
04:28Herzlich willkommen, Frau Jandali.
04:31Bei Frau Marquardt sitzt ein Patient, der sich verirrt hat.
04:35Könntest du bitte sicherstellen,
04:36dass er in dem Behandlungsraum zwei findet?
04:38Mhm.
04:40Machen wir, oder?
04:41Mhm.
04:46Hast du deinen Sohn schon gesehen?
04:47Nee.
04:49Max muss sich noch bis heute Abend gedulden.
04:51Und ich auch.
04:51Tupfer.
04:53Ihr Blutdruck ist weiter sehr niedrig.
04:56Die Plazenta ist mit der GebÀrmutter verwachsen.
04:58Kurette.
05:04Das MĂ€dchen ist jetzt im OP.
05:06Dr. Kaminski sucht sie.
05:09Ja, ich bin ihm eigentlich die ganze Woche zugeteilt.
05:12Da habe ich auch schon nachgeguckt.
05:14Keine Papiere, kein Handy.
05:16Wo könnte das Neugeborene sein?
05:19In einer anderen Klinik vielleicht?
05:21Die Frau hat in keiner Klinik entbunden.
05:22Nee, wahrscheinlich nicht.
05:24Selbst eine geordnete Hausgeburt kann man ausschlieĂen.
05:28Sie fÀllt im Druck.
05:29Das lÀuft und lÀuft unglaublich.
05:31Wir brauchen noch mehr Konserven.
05:32Rufen Sie in der Blutbank an.
05:34Nur noch 80 zu 60.
05:36Weiter fallend.
05:37So wird das alles nichts.
05:38Was willst du machen?
05:39Eine Hysterektomie?
05:41Nur als allerletzte Option.
05:42Das MĂ€dchen ist höchstens 20, wenn ĂŒberhaupt.
05:45Die GebÀrmutter kontrahiert nicht.
05:4610 Milligramm Utrokont.
05:48Ich versuche ein Kreditmanöver.
05:52Was ist, wenn sie das Baby irgendwo alleine zur Welt gebracht hat?
05:55Und jetzt?
05:57Ja, vorstellbar ist es leider.
05:58Vielleicht wollte sie Hilfe holen.
06:00Ja, aber das Baby könnte auch beim Vater sein.
06:03Oder bei den GroĂeltern.
06:05Sie wollte doch jemand anrufen.
06:07Ihnen kommt das Ganze doch auch irgendwie merkwĂŒrdig vor, oder?
06:10Ja, aber...
06:12Warum hat sie uns ihren Namen nicht gesagt?
06:14Und warum wollte sie sich nicht untersuchen lassen?
06:17Sie stand unter Schock.
06:19Wenn das Kind jetzt irgendwo alleine ist,
06:21es ist gerade mal ein paar Stunden alt.
06:24Wir mĂŒssen mit dem MĂ€dchen reden, sobald es aus dem OP kommt.
06:27Ihr Blutdruck ist kaum noch messbar.
06:29Verschaff mir einfach noch ein bisschen Zeit.
06:31Ich gebe ihr 15 Milligramm Baralin.
06:39Ich will mich in Leipzig operieren lassen,
06:41weil meine Familie hier in der NĂ€he wohnt.
06:44Bitte mal auf die Zehenspitzen stellen.
06:50Mal umdrehen.
06:54Das ist doch alles schon untersucht worden.
06:58Eine Arthrose.
07:00Berufskrankheit.
07:01Ich bin Fliesenleger.
07:05Haben wir die Röntgenaufnahmen aus Erfurt?
07:07Hat der Drummer mitgebracht.
07:11Finden die Untersuchungen hier immer vor Publikum statt?
07:14Frau Giandali ist Praktikantin hier.
07:16Wir sind ein Lehrkrankenhaus.
07:20Sie haben ein Ăbergewicht.
07:22Ja.
07:23Und?
07:25Ist es wichtig?
07:28Das ist eine ganz schöne, lastfÀllige Gelenke.
07:30Mach bitte auf die Liege legen.
07:39Das linke Bein anwinkeln.
07:43Wenn Sie meinen Àrztlichen Rat hören wollen.
07:45Ein neues HĂŒftgelenk reicht mir.
07:47Nehmen Sie ein bisschen ab.
07:52Die Beweglichkeit Ihres Beines ist angesichts des Röntgenbefundes ungewöhnlich gut.
08:00Auf den Bildern ist die Arthrose allerdings gut zu erkennen.
08:03Wann werde ich operiert?
08:06Sobald wir die Voruntersuchung abgeschlossen haben.
08:09Morgen oder ĂŒbermorgen.
08:11Wir nehmen noch Blut ab fĂŒrs Labor und dann bekommt er drumherum ein Zimmer.
08:16Aber wir mĂŒssen doch wissen, was mit Ihrem Baby ist.
08:19Sie haben ja recht.
08:21Sie haben ja recht.
08:21Trotzdem kann ich das MĂ€dchen jetzt nicht aus der Narkose holen.
08:24Das wÀre unverantwortlich.
08:25Wir konnten die GebÀrmutter erhalten, aber sie hat sehr viel Blut verloren.
08:28Das war wirklich knapp.
08:30Brauchst du mich noch?
08:31Die nÀchste OP wartet.
08:38Sind Sie diese Woche nicht Dr. Kaminski zugeteilt?
08:41Wir haben nicht einen Anhaltspunkt, wer sie ist.
08:45Dr. Heilmann hat bereits die Polizei informiert.
08:48Die werden schon wissen, was zu tun ist.
08:49Vielleicht gibt es ja auch eine Vermisstenmeldung.
09:03Ausbildung in Syrien, da nutzt die Klinik Sie hier bestimmt aus.
09:06Ăberstunden, schlechte Bezahlung?
09:08Nein, gar nicht.
09:09Ich bin sehr zufrieden.
09:11Soll ich die Tasche vielleicht auch noch in den...
09:13Lassen Sie, das mache ich selbst.
09:15Brauchen Sie sonst noch irgendetwas?
09:17ZunÀchst komme ich zurecht.
09:21Sie sind mein erster Patient hier in Deutschland.
09:34Tag 1.
09:35Behandelnder Arzt Dr. Brentano.
09:38Renitent, ĂŒberambitioniert, hĂ€lt sich fĂŒr Halbgut den WeiĂ.
09:42Junge Praktikantin, gewinnend, Qualifikation prĂŒfen.
09:45Zimmer zunÀchst unauffÀllig.
09:50FuĂboden, makroskopisch OB, Bett, OB, Nachttisch, OB.
10:19Möchten Sie vielleicht einen Tee?
10:21Danke, nein.
10:22Wenn irgendwas ist, melden Sie sich einfach.
10:25Ja.
10:31Entschuldigen Sie die VerspÀtung.
10:32Erste Abmahnung.
10:33Wir haben eine neue Patientin, die möglicherweise...
10:37Also, sie hat gerade entbunden, aber...
10:39Ich habe davon gehört.
10:41Ich wusste allerdings nicht, dass Sie jetzt vornehmlich in der GynÀkologie ihren Dienst tun.
10:46Aber wir waren ja auch nur zu einer unbedeutenden, langweiligen Blasenspiegelung verabredet.
10:50Tut mir leid.
10:51Bei der ich allerdings ein Karzinom entdeckt habe.
10:54Aber das Schicksal dieser jungen Frau hat natĂŒrlich oberste PrioritĂ€t.
10:58Es geht nicht um die Patientin, jedenfalls nicht nur.
11:01Möglicherweise ist da drauĂen irgendwo ein neugeborenes Baby allein auf sich selbst gestellt.
11:05Ihre Sorge in allen Ehren, Herr Brenner.
11:07Aber ein AufklÀrungsversuch bei so vielen Unbekannten entspricht absolut nicht unserer Kernkompetenz.
11:12Hingegen das Blasenkarzinom unseres Patienten ist keine Unbekannte und durchaus real.
11:36Wie geht's dir?
11:37Ihr Kreislauf ist immer noch instabil.
11:40Also nichts mit schnell aufwachen lassen.
11:42Die Zeit lÀuft uns weg.
11:45Haben Sie gehört, was die Polizei dazu sagt?
11:47Es gibt keine passende Vermisstenmeldung.
11:49Sie wollen auch in anderen KrankenhÀusern und Entbindungskliniken nachfragen.
11:54Aber wenn nichts dabei rauskommt, soll morgen ein Foto von ihr veröffentlicht werden.
11:58Morgen?
12:01Wir wissen, wo sie zusammengebrochen ist.
12:04Man mĂŒsste von TĂŒr zu TĂŒr gehen und den Leuten ihr Foto zeigen.
12:09Vielleicht wird sie von jemandem wiedererkannt.
12:11Meinen Sie nicht, die Polizei hat das schon gemacht?
12:14Keine Ahnung.
12:19Ich hab gleich Feierabend.
12:22Ich auch.
12:24Wollen wir uns drauĂen treffen?
12:25In fĂŒnf Minuten.
12:27Aber wir brauchen ein Foto.
12:31Ich weiĂ nicht.
12:32Man erkennt sie so.
12:34Wie sollen wir denn sonst an ein Foto kommen?
12:50Nichts.
12:50Das hat sie niemand wiedererkannt.
12:52Ja, in dem Aufgang auch nicht.
12:53Einer meinte, er hat sie im Supermarkt gesehen.
12:55Aber sicher war der sich nicht...
13:03Frau Dr. Klobeck?
13:09Kamer flimmern.
13:10Defi, schnell.
13:15Laden auf 200.
13:17Weg!
13:20Sind Sie sicher, dass Sie sie nicht gesehen haben?
13:22Das ist ganz wichtig.
13:23Nein, tut mir leid.
13:25Okay, danke.
13:26TschĂŒss.
13:29Noch mal laden.
13:30Weg!
13:37Sehen wir es heute los.
13:43Sie gehen jetzt mal nach Hause.
13:45Sie haben doch FrĂŒhdienst morgen, oder?
13:46Was mit Ihnen?
13:53Ich seh mich hier noch ein bisschen um.
13:56Na gut.
13:56Wie Sie wollen.
13:57Bis morgen.
14:24Wie wĂ€re es denn mit FrĂŒhstĂŒck?
14:27Ich möchte vorher noch einen Bluttest machen, fĂŒr den Sie nĂŒchtern sein mĂŒssen.
14:31Ihre Blutzuckerwerte waren erhöht.
14:33Bitte, was?
14:35Haben Sie in letzter Zeit verstĂ€rkten Harndrang festgestellt oder ein starkes DurstgefĂŒhl?
14:40Nein.
14:41Trockene juckende Haut, MĂŒdigkeit?
14:43Ich bin wegen meiner HĂŒfte hier.
14:45Was wird das?
14:46Möglicherweise leiden Sie unter Diabetes.
14:49Unsinn.
14:53Die Oberschwester wird jetzt einen Glucosetoleranz-Test durchfĂŒhren.
14:57ZunÀchst wird ihr augenblicklicher Blutzuckerspiegel gemessen.
15:00Dann bekommen Sie eine Glucoselösung zu trinken.
15:03Danach wird Ihr Blutzucker dreimal in AbstÀnden von ungefÀhr einer Stunde...
15:06Sie sollen sich jetzt um meine HĂŒfte kĂŒmmern.
15:08Alles andere...
15:08Wir mĂŒssen nicht dem nachgehen.
15:10Eine bestehende Diabeteserkrankung muss bei der OP-Planung berĂŒcksichtigt werden.
15:16Ich brauche jetzt einen Tropfen Blut aus Ihrem Finger.
15:19Mit Ihrem EinverstÀndnis wird das unsere Praktikantin Alia machen.
15:23Sie tun Ihrer Klinie damit keinen Gefallen.
15:26Womit?
15:30Also gut, legen wir los.
15:33Ich bin dann eine halbe Stunde spÀter auch nach Hause gefahren.
15:36Ich habe gehört, das MÀdchen musste gestern Nacht reanimiert werden.
15:39Ja, aber Ihr Zustand hat sich inzwischen stabilisiert.
15:41Entschuldigung.
15:42Dieser Mann, der eben, er hat gestern fĂŒr das MĂ€dchen den Krankenwagen gerufen und...
15:45WeiĂ er, wie Sie weiĂ?
15:47Nein, aber er hat das hier gefunden an der Stelle, wo sie zusammengebrochen ist und er glaubt, es gehört ihr.
15:51Es hat gehört, dass zwei Leute von unserer Klinik ĂŒberall wegen des MĂ€dchens nachgefragt haben.
15:55Auf zur Visite, Herr Brenner.
15:56Ja, ich komme gleich.
15:57Nicht gleich, sofort.
16:02Wirklich?
16:05Ach, da mache ich mir eigentlich ĂŒberhaupt keine Sorgen.
16:10Danke, Herr Berger.
16:11Ja, wiederhören.
16:15Alles in Ordnung?
16:16Herr Berger hat mir gerade erzĂ€hlt, dass eine Chemnitzer Klinik im Rahmen einer ĂberprĂŒfung schwer unter Beschuss geraten ist.
16:21Ich weiĂ, die sind durchgefallen.
16:23Ich habe keine Angst vor so einer PrĂŒfung.
16:25Du, unser medizinischer Ruf ist exzellent.
16:28Hochmut kommt vor dem Fall.
16:32Ich habe hier die Zahlen fĂŒr die Krankenkasse und lass uns das gemeinsam durchgehen.
16:38Sarah.
16:41Ja, die Zahlen, natĂŒrlich.
16:43Ja, aus der Sachsen-Klinik.
16:46Ich will Sie nicht erschrecken, Frau Meinhard.
16:48Aber haben Sie eine Tochter?
16:51Es geht um eine Patientin, die möglicherweise...
16:55Ist Ihre Tochter schwanger?
16:58Also ich meine...
16:59Nicht auflegen, Frau Meinhard.
17:02Können Sie mir Karos letzte Adresse sagen?
17:05Sie heiĂt Caro.
17:06Hallo?
17:06Frau Meinhard?
17:09Aufgelegt.
17:09Sind Sie sicher, dass es die Mutter von der Kleinen ist?
17:12Sehr wahrscheinlich.
17:13Sie sagt, sie hat keine Tochter mehr.
17:16Sympathische Frau.
17:17Sie wohnt Holunderweg 9.
17:19Ja, aber da waren wir doch gestern.
17:20Eben.
17:21Ihr mĂŒsst die Polizei informieren.
17:23Das mache ich von unterwegs.
17:24Herr Brenner, ich komme mit.
17:25Ich sage es ja auch nur ungern, aber wir haben ja auch noch andere Patienten.
17:28Ja, aber das ist ein Notfall.
17:30Das Baby ist seit 24 Stunden unversorgt.
17:32Mache ich halt keine Mittagspause.
17:33Und eine Stunde lÀnger.
17:51Hallo?
17:53Da ist niemand.
17:54Sie mĂŒssen die TĂŒr aufbrechen.
17:58Worauf warten Sie denn?
17:59Immer mit der Ruhe.
18:00Hier gibt es auch einen Hausmeister.
18:01Und der kann uns eventuell Zugang zur Wohnung verschaffen.
18:05Komm.
18:09Wir verlieren nur virtuelle Zeit.
18:13Was machen Sie denn?
18:15Vielleicht hat der Nachbar ja einen SchlĂŒssel.
18:17Seien Sie mal ganz ruhig.
18:24Das kommt aus der Wohnung.
18:26Ganz sicher.
18:28Was machen wir denn jetzt?
18:29Die Polizisten sind bestimmt gleich zurĂŒck mit dem Hausmeister.
18:32Ach, das kann doch ewig dauern, bis die den gefunden haben.
18:37Was haben Sie denn vor?
18:40Herr Brenner, ist alles in Ordnung?
18:42Keine Ahnung, das geht schon.
18:48Alles okay?
18:59Keine Ahnung, das will ich nur kurz ansehen.
19:02Das ist ein Junge.
19:04Haut ist kĂŒhl.
19:07Herzschlag regelmĂ€Ăig.
19:08Atmung auch.
19:11Sagen Sie das?
19:12Nein, Herr Brenner, das Kind lebt.
19:15Sagen Sie dem Rettungsdienst, Sie sollen einen Inkubator mitbringen.
19:19Ja, hallo.
19:20Wir brauchen einen Rettungswagen.
19:21Volunderweg 9.
19:22Ein Neugeborenes.
19:27Das war die letzte Messung.
19:28Dr. Brantanne wettet gleich alles aus.
19:32Morgen, Herr Drommer.
19:34Herr Drommer.
19:35Bekomme ich jetzt endlich etwas zu essen?
19:37Herr Drommer hat noch kein FrĂŒhstĂŒck bekommen?
19:40Dann holen Sie ihm das jetzt bitte.
19:41Ăhm, ja.
19:48Ich teile meine Ergebnisse nie vorab mit.
19:51Auch keinen Zwischenstandsbericht.
19:54Nicht mal eine klitzekleine Tendenz.
19:57Nein.
19:58Aber wenn Sie wissen wollen, was ich von diesem Dr. Brentano halte...
20:02Ein hervorragender Arzt, nicht wahr?
20:04Er behauptet bei mir bestĂŒnde Diabetesverdacht und quĂ€lt mich mit sinnlosen Untersuchungen.
20:09Wissen Sie, wie oft mein Blut im Labor durchgecheckt wird von Berufs wegen?
20:13MĂŒsst ja schon mal vorher jemandem aufgefallen sein.
20:16Na ja.
20:18Aber...
20:19Oh.
20:20Na dann.
20:25GenieĂen Sie erst mal Ihr FrĂŒhstĂŒck.
20:27Das sieht aber sehr spartanisch aus.
20:29DiÀt.
20:30Auf Anordnung des Arztes.
20:32Ja.
20:54Hallo.
20:55Hallo.
20:55So, ein Neugeborenes.
20:56Etwa 3500 Gramm mĂ€nnlich mit Zeichen der UnterkĂŒhlung.
21:00Sie hat es in Ihrer Wohnung allein zurĂŒckgelassen.
21:02Der Kleine ist etwa 30 Stunden alt und es ist davon auszugehen, dass er seitdem keine Nahrung erhalten hat.
21:07Abgasscore?
21:08Bei Auffinden 6, jetzt 7.
21:10Wir bringen ihn hoch.
21:10Die Neonatologie ist verstÀndlich, Schwester Eureke.
21:13Ja, hab ich.
21:13Dr. Arendt ist noch in Leipzig.
21:15Ich hab ihn dazu gebeten.
21:15Gut.
21:19Und was ist mit Ihnen?
21:20Er hat die TĂŒr aufgebrochen.
21:22Kommen Sie, die Schulter sehe ich mir gleich mal an.
21:24Herr Brenner.
21:29Und der Unterschied zu dem Krankenhaus in Syrien?
21:32Naja, irgendwie ist hier alles besser.
21:37Die Hygiene, das Essen, die Betten.
21:40Na, wollen wir mal hoffen.
21:44Zum Schluss gab es in unserem Krankenhaus nicht mal mehr Medikamente.
21:49Nichts.
21:55Das Mittagessen kommt dann auch bald.
21:57Hoffentlich nicht wieder dieses DiÀtzeugs.
22:00Kann ich nicht versprechen.
22:20Anheben.
22:23Das wird weh.
22:25Und jetzt noch mal vor, bitte.
22:29Also ausgekugelt ist nichts.
22:31Und gebrochen auch nicht.
22:32Nur eine Prellung.
22:33Sie haben noch mal GlĂŒck gehabt.
22:34Ja, also ruhig verhalten und schonen.
22:36Mhm.
22:38Dabei sieht das im Fernsehen immer so einfach aus.
22:41Die nehmen, glaube ich, keine echten TĂŒren.
22:43Ja, das wÀre eine ErklÀrung.
22:46Wir haben ĂŒbrigens vor einer Stunde angefangen, diese Leerung bei Frau Meinhardt runterzufahren.
22:51Na, da hatten Sie wohl den richtigen Riecher.
22:54Ja, scheint so.
22:56Dann ist es sicher nicht zu viel, verlangt er, Sie sich jetzt wieder Ihren eigentlichen Aufgaben widmen.
23:00Da muss ich Sie enttÀuschen.
23:02Herr Brenner ist fĂŒr den Rest des Tages krankgeschrieben.
23:05Herr Brenner.
23:05Entschuldigung, wie geht es dem SĂ€ugling?
23:08Nicht gut.
23:08Dr. Arendt ist mit ihm auf der SĂ€uglingstation.
23:11Er weiĂ noch nicht, ob das Baby durchkommt.
23:13Wir mĂŒssen abwarten.
23:16Herr Drummer hat sich ĂŒber mich beschwert?
23:19Ja, so sieht es aus.
23:22Seine Zuckerwerte sind auffÀllig.
23:24Deshalb habe ich einen Glucosetoleranz-Test veranlasst.
23:26Aber er ist ja nicht wegen seiner Blutwerte hier.
23:28Das musste vor der OP abgecheckt werden.
23:32Das stimmt schon, aber...
23:36Vielleicht geben Sie Herrn Drummer einfach das GefĂŒhl, dass er bei uns gut aufgehoben ist.
23:41Das ist er.
23:43Allerdings nur, wenn ich ĂŒber einen möglichen, beginnenden Diabetes mellitus nicht einfach hinwegsehe.
23:49AuĂerdem versuche ich seit heute Morgen, seinen behandelnden Arzt in Erfurt zu erreichen.
23:52Aber Herr Drummer hat doch alle seine Befunde dabei.
23:55Röntgenaufnahmen, Laborberichte.
23:58Oder etwa nicht?
24:02Doch, doch.
24:04Aber sind das wirklich seine Unterlagen?
24:06Die Blutwerte stimmen nicht mit denen ĂŒberein, die wir hier festgestellt haben.
24:10Und die Röntgenaufnahmen?
24:12Also meiner Meinung nach ist das ein Skelett eines kleineren Mannes.
24:15Das ist ja seltsam.
24:18Ich wollte erst mal wegen der Strahlenbelastung kein weiteres Bild machen.
24:22Das ist gut.
24:22Und wissen Sie was, ich rufe jetzt in Erfurt an und klÀre das auf dem kurzen Dienstweg.
24:27Und Sie machen fĂŒr morgen einen OP-Termin.
24:36Das ist ja furchtbar.
24:37Und das arme MĂ€dchen?
24:39Sie hat ihr Neugeborenes allein in der Wohnung gelassen.
24:42Wie verzweifelt muss man sein, wenn man sowas tut?
24:45Ich habe dafĂŒr nie so viel VerstĂ€ndnis.
24:47Wenn du gerade allein und ohne fremde Hilfe ein Kind geboren hast.
24:50Sie hÀtte rechtzeitig ins Krankenhaus gehen können, wie jeder andere Mensch auch.
24:54Aber das ist doch eine totale Ausnahmesituation. AuĂerdem ist sie noch so jung.
24:57Alt genug, um schwanger zu werden, war sie offenbar.
25:00Das sagt sich so.
25:01Es gibt immer einen Ausweg.
25:04Und wenn einem gar nichts mehr einfÀllt, gibt es noch die Babyklappen.
25:07Dazu muss man erst mal in der Lage sein, eine rationale Entscheidung treffen zu können.
25:18Da hattest du ja noch mal GlĂŒck im UnglĂŒck. Armer kleiner Kerl.
25:24Herr Brenner, ich soll Ihnen mitteilen, dass Frau Meinhardt gerade wach geworden ist.
25:28Hast du gehört?
25:30Deine Mama ist wach.
25:32Vielleicht kommt sie dich ja besuchen.
25:34Mein Baby.
25:35Ihr Baby lebt. Wir haben es gefunden.
25:38Es ist hier im Haus auf der SĂ€cklingsstation.
25:41Frau Meinhardt, Sie hatten aufgrund von Geburtskomplikationen starken Blutverlust.
25:45Ihre Plazenta hat sich bei der Geburt nicht richtig gelöst.
25:47Wir mussten sie operieren.
25:49Zum GlĂŒck konnten wir die GebĂ€rmutter erhalten.
25:52Aber jetzt sind Sie auĂer Lebensgefahr.
25:56Darf ich reinkommen?
25:59Herr Brenner ist Medizinstudent im praktischen Jahr.
26:02Er hat Ihren Sohn gerettet.
26:04Ich sehe spÀter nochmal nach Ihnen.
26:19Danke.
26:33Was machen Sie denn da?
26:35Meine Arbeit.
26:37Aber ich bin jetzt hier auch schon fertig.
26:40Womit?
26:41Zu Ihnen wollte ich gerade.
26:43Den Weg hÀtten Sie sich sparen können.
26:44Ich habe alles gesehen, was ich sehen wollte.
26:47Meine Aufgabe ist erledigt.
26:49Ich muss jetzt nur noch meinen Bericht schreiben.
26:51Mit dem kommen Sie ĂŒbrigens nicht gut weg.
26:53Die Zeit fĂŒr Götter in WeiĂ ist vorbei.
26:55Meines Erachtens hat Dr.
26:57Brentano eine positive Bewertung in Ihrem Bericht verdient.
27:00Er hat alle Unstimmigkeiten in Ihrer Krankenakte aufgedeckt,
27:03nicht auszudenken, wenn er Sie anhand falscher Patientendaten operiert hÀtte.
27:06Haben Sie mit Erfra telefoniert?
27:08Das musste Ihre Chefin gar nicht.
27:09Sie war im Gegensatz zu Ihnen eingeweiht.
27:12Herr Drommer war hier inkognito, um unsere Klinik zu bewerten.
27:15Mit einem Ă€uĂerst positiven Ergebnis, wie ich wohl annehmen darf.
27:19Ihren schriftlichen Bericht erhalte ich morgen.
27:21Worauf Sie sich verlassen können.
27:23Wunderbar.
27:26Ich kann mich doch hoffentlich auf Ihr Stillschweigen verlassen.
27:37Die Wehen.
27:40Die Schmerzen.
27:45Der ewige Schrei.
27:47Ich habe das nicht ausgehalten.
27:50Sie hĂ€tten ihn nicht alleine lassen dĂŒrfen.
27:53Ich wollte Gregor anrufen.
27:55Der Vater?
27:58Zuerst hat er so getan, als ob er zu mir hÀlt.
28:02Und dann wurde ihm das noch alles zu viel Stress.
28:06Und er ist einfach rausgezogen.
28:10Ein netter Zeitgenosse.
28:13Er hat einfach Schluss gemacht.
28:18Und er hat auch versucht, ihn anzurufen.
28:25Aber Ihr Handy war nicht da.
28:28Sie haben es auf der StraĂe verloren.
28:30Das war jetzt.
28:32Ich habe ĂŒbrigens Ihre Mutter informiert.
28:37Ich kann mir schon denken, was sie gesagt hat.
28:41Sie wollte, dass ich das Baby wegmachen lasse.
28:49Weil ich zu jung bin.
28:52Weil er erst meine Lehre auf die Reihe kriegen soll.
28:59Vielleicht sollte ich die Mutter einfach nochmal anrufen.
29:01Gegen den Willen der Patientin?
29:03Sie ist minderjÀhrig.
29:04Sie ist 17.
29:05Wir haben das Jugendamt eingeschaltet.
29:07Die wissen, was in so einem Fall zu tun ist.
29:09Das heiĂt, schicken Sie morgen jemanden vorbei.
29:12Schönen Feierabend, Herr Brenner.
29:13Sarah?
29:14Hat das nicht bis morgen Zeit?
29:18Vor Dienstbeginn.
29:21Tut Ihnen leid, oder?
29:23Ja, irgendwie schon.
29:25Ich weiĂ nicht.
29:27FĂŒr mich hat die Mutter eine Grenze ĂŒberschritten.
29:29Ja, trotzdem.
29:31Ein Kind braucht seine Mutter.
29:33Nein, ein Kind braucht eine Mutter.
29:35Sie sind zu gut fĂŒr diese Welt.
29:38Jetzt gehen Sie endlich nach Hause.
29:49Der Zustand Ihres Babys ist jetzt stabil.
29:52Aber wir lassen ihn noch ein, zwei Tage im WĂ€rmebett.
29:55Wollen Sie ihn stillen?
29:59Sicher nicht?
30:02Ja.
30:04Ich werde das Baby weggeben.
30:09Also gut.
30:10Trotzdem, Ihre Brust hat angefangen, Milch zu produzieren.
30:13Ich sag doch.
30:14Wenn die Milch nicht mehr nachgefragt wird,
30:16hört die Produktion irgendwann auf.
30:17Das werden Sie spĂŒren.
30:18Schwester Ulrike wird Ihnen nachher noch ein paar KĂŒhlakkus fĂŒr Ihre Brust bringen.
30:22AuĂerdem bekommen Sie noch ein Medikament,
30:23um es abstimmend zu fördern.
30:25Danke.
30:32Haben Sie das Baby gesehen?
30:36Ja.
30:40Guten Morgen.
30:42Morgen, Herr Brenner.
30:45Ich wollte dir nur etwas vorbeibringen.
30:47Entschuldigung Ihnen.
30:48Sie mĂŒssen mich nicht siezen.
30:49Ich bin 17.
30:53Wenn du willst, kannst du zu ihm.
31:00Ich weiĂ nicht.
31:02Willst du deinen Sohn denn gar nicht sehen?
31:03Ăhm, Herr Brenner?
31:05Kann ich Sie einen Moment sprechen?
31:07Ich komme gleich wieder.
31:16Was ist denn dagegen einzuwenden, einer Mutter ihr Kind zu zeigen?
31:19Sie will es weggeben.
31:20Was?
31:22Hat sie das gesagt?
31:23Ja.
31:23Sie kann die Verantwortung fĂŒr ein Baby nicht ĂŒbernehmen.
31:26Aber es bleibt ihr Kind.
31:27Sie ist doch selber noch ein Kind.
31:29Völlig ĂŒberfordert.
31:30Jedenfalls jetzt noch.
31:34Du solltest doch parken.
31:36Können Sie uns einen Rollstuhl holen, Schwester Ulrike?
31:38Bitte.
31:53Nicht weiter.
31:54Lass ihn uns umdrehen.
31:56Ja, aber...
31:58Ich kann nicht.
31:59Ich kann nicht sehen.
32:00Man kann ihn schon von hier aus sehen.
32:02Er liegt da drĂŒben im WĂ€rmebett.
32:11Ich möchte zurĂŒck in mein Zimmer.
32:17Willst du ihn wirklich im Stich lassen?
32:21Das wĂŒrde ich doch sowieso.
32:24Er ist ohne eine Mutter wie mich besser dran.
32:43Ich hatte eben ein merkwĂŒrdiges GesprĂ€ch mit Dr. Brentano.
32:47Es ging um diesen Patienten.
32:49Harald Drommer nehme ich an.
32:54Guten Morgen.
32:56Haben Sie schon einen Tisch gemacht?
33:00Herr Drommer hat unsere Klinik im Rahmen der QualitÀtssicherung getestet.
33:04Im Auftrag des Klinikverbundes.
33:05Das erklÀrt einiges.
33:07Warum weiĂ ich nichts davon?
33:09Weil ich auch ein unverfÀlschtes Ergebnis wollte.
33:12Das haben Sie ja nun.
33:13Darf ich?
33:14Bitte.
33:16Sie können das alles spÀter nachlesen.
33:18Vorab nur ganz kurz.
33:20Das Pflegepersonal hat sehr gut abgeschnitten.
33:24Auch im Vergleich.
33:25Das Essen ebenfalls.
33:27Insbesondere frische Geschmack und Inhaltsstoffe.
33:31Was die Medizin angeht, da habe ich jedoch so meine Zweifel.
33:35Dr. Brentano war nur grĂŒndlich.
33:38Darum geht es mir nicht.
33:39Was genau ist denn vorgefallen?
33:41Es gibt ein ganz anderes Problem.
33:48Krankenhauskeime.
33:50MRSA.
33:51Der Bakterienstamm kann schwere bis tödliche Infektionen verursachen.
33:54Hier in der Klinik?
33:55Was reden Sie denn da?
33:59Hiermit hat gestern Ihre Praktikantin Alia mein Zimmer geputzt.
34:04Der Lappen ist hoch verunreinigt.
34:07Ich befĂŒrchte, dass die Keime ĂŒber ihn weitergetragen wurden.
34:11Was haben Sie denn erwartet?
34:13Dass sich das MĂ€dchen freudestrahlend auf ihr Kind stĂŒrzt?
34:15Ja.
34:16Einerseits kann ich Sie verstehen.
34:18Eine Frau vom Jugendamt ist jetzt bei Frau Meinhard.
34:22Und wenn Sie Ihr Kind jetzt tatsÀchlich zur Adoption freigibt?
34:26Ich glaube nicht, dass das Jugendamt gleichfertig damit umgeht.
34:29Ein Kind gehört zu seiner Mutter?
34:31Normalerweise ja.
34:32Hier ist aber eher die Frage, ob die Mutter auch zum Kind gehört.
34:35Vielleicht ist eine Adoption in diesem Fall wirklich die bessere Lösung.
34:38FĂŒr wen?
34:39FĂŒr beide.
34:40Wenn man sich nicht in der Lage sieht, ein Kind groĂzuziehen.
34:43Aus welchen GrĂŒnden auch immer.
34:45Es ist doch verantwortungsvoll, ĂŒber eine Adoption nachzudenken.
34:49Aber kann man damit auch glĂŒcklich werden?
34:53Wenn man weiĂ, dass man das Richtige getan hat?
34:56Ich rede nochmal mit ihr.
34:58Tun Sie, was Sie nicht lassen können.
35:02Es wÀre zum Praktischen, ja.
35:03Aber sonst hat er sich nicht verÀndert.
35:05Empathie ohne Grenzen.
35:06Tatrykin, kommst du bitte mal?
35:08Es ist wichtig.
35:13Ich weiĂ, was zu tun ist, Frau Marquardt.
35:16Ja, danke.
35:18Ich verstehe das nicht.
35:19Ich habe wirklich fĂŒr jedes Zimmer, jedes Mal einen frischen Einweglappen benutzt.
35:23Wir mĂŒssen in allen Zimmern Proben nehmen.
35:26Abstriche von TĂŒrklinken, HandlĂ€ufen und offenen FlĂ€chen.
35:29Und dann wird alles desinfiziert.
35:31Ist ein schöner Mist.
35:33Bist du allein?
35:33Dr. Glovis hat drei Kollegen abgestellt.
35:35Wir wechseln uns stĂŒndlich ab.
35:36Wir mĂŒssen schnellstens den Keimherd finden.
35:40Wir testen erst die Patienten auf der Station und dann das Personal.
35:44Komm.
35:46Mit dem zu tun.
36:08Ich kann das Baby zur Adoption freigeben.
36:12Sie haben zwar gesagt, ich soll nochmal in Ruhe drĂŒber nachdenken, aber ist doch eigentlich alles klar, oder?
36:20Ich bin einfach zu jung.
36:22Aber es gibt doch bestimmt irgendwelche Möglichkeiten, Hilfen, dass du deine Ausbildung fertig machen kannst.
36:28Ja, schon.
36:29Aber?
36:30Es ist besser so.
36:33Sie haben gesagt, sie finden eine nette Familie.
36:36Es wird ihnen bestimmt gut gehen.
36:38MĂŒssen deine Eltern nicht gefragt werden?
36:40Das kann das Jugendamt alles klÀren.
36:43Was soll meine Mutter schon dagegen haben?
36:46Und wenn, auch egal.
36:50Ich komme nachher nochmal.
36:53Ist doch richtig, oder?
37:12Haben Sie sich die Ultraschallbilder auch mal angesehen, die Sie mir ins Fach gelegt haben?
37:16Ja.
37:17Dann verschlagen Sie vor.
37:18Jetzt lassen Sie mal hören, was Sie gelernt haben.
37:20Herr Dr. Kaminski, ich benötige bitte noch eine Unterschrift.
37:26Haben Sie Ihre Zunge verschluckt?
37:29Eine konservative Therapie ist nicht vielversprechend.
37:32Zwei Steine weisen einen Durchmesser von mehr als zwei Zentimetern auf.
37:36Ich denke, in dem Fall wĂŒrde ich aufgrund der Lage der Steine einen endoskopischen Eingriff einem Percutan vorziehen.
37:44Jetzt ĂŒberraschen Sie mich aber.
37:47Zumal die Urologie offenbar nicht zu Ihren favorisierten Spezialgebieten gehört.
37:51Und was die Aufmerksamkeit dem GesprĂ€chspartner gegenĂŒber...
37:55Frau Meinhardt ist verschwunden.
37:59Na ja, jeder muss seine eigenen Erfahrungen machen.
38:03Nun gehen Sie schon, bevor ich mir anders ĂŒberlege.
38:08Dankeschön.
38:10Bisher zeigt keiner der untersuchten Patienten Anzeichen einer Infektion.
38:13Allerdings stehen die Laborergebnisse noch aus.
38:16WeiĂ jemand, wie weit die Oberschwester ist?
38:17Die Patienten und das Personal sind soweit durch.
38:20Die entnommenen Proben aus den Zimmern sind im Labor.
38:22Wir mĂŒssen in jedem Fall herausfinden, woher die Keime kommen.
38:26Ich denke, es ist wohl an der Zeit, diese kleine FeuerwehrĂŒbung abzubrechen.
38:31Was?
38:34FeuerwehrĂŒbung?
38:36HeiĂt das etwa, es gibt keine Keime?
38:38Richtig.
38:39Aber Sie haben alle ganz groĂartig reagiert.
38:42Ein hervorragendes Krisenmanagement.
38:44Besser hat bisher noch keine Klinik abgeschnitten.
38:46Ich werde das in meinem Abschlussbericht mit aufnehmen.
38:49Sagen Sie, sind Sie verrĂŒckt?
38:50Ich verstehe Ihre Aufregung, aber es gibt nur eine Möglichkeit herauszufinden,
38:55wie eine Struktur unter Druck reagiert.
38:58Kennen Sie seinen Vorgesetzten?
38:59Allerdings.
39:00Der wird was von mir zu hören bekommen.
39:01Tun Sie, was Sie nicht lassen können.
39:03Ich mache hier nur meine Arbeit, wie wir alle.
39:06Also, nichts fĂŒr ungut.
39:12Hast du davon gewusst?
39:13Ich? Nein.
39:15Wie kommst du da drauf? Traust du mir das zu?
39:18Ja.
39:21Schön, ich hÀtte dir vielleicht von Anfang an sagen sollen...
39:24Nicht vielleicht.
39:47Er ist so klein.
39:53Er hat mein Finger genommen.
39:55Haben Sie gesehen?
39:57Wie soll er eigentlich heiĂen?
40:02Ich weiĂ nicht.
40:05Das sollen seine neuen Eltern entscheiden.
40:08Sicher?
40:11Mach's gut, Kleiner.
40:14Wenn du einer Adoption tatsÀchlich zustimmst...
40:17Was soll ich denn sonst machen?
40:20Ich habe nichts.
40:21Ich bin nichts.
40:23Ich habe nur eine angefangene Lehre als VerkÀuferin.
40:26In ein paar Monaten kann der Kleine deine Kinder betreuen.
40:29Dann kannst du deine Ausbildung fertig machen.
40:31Ich schaff das nicht.
40:33Das denkst du jetzt?
40:34Aber was ist in einem Jahr?
40:36Was ist, wenn du deine Entscheidung dann bereust?
40:42Ich kann ihm doch gar nichts bieten.
40:45Sie werden bestimmt...
40:47... ein ganzes Teil Ă€ltert fĂŒr ihn.
40:50Bestimmt.
40:52Komm, ich bringe dich wieder auf dein Zimmer.
40:57Ein Moment noch.
41:00Glauben Sie wirklich, dass ich...
41:05... dass ich eine gute Mutter sein könnte?
41:08Ja.
41:15Er soll gesagt haben, es war nur ein Stresstest.
41:17Eine Ăbung.
41:18Er wollte uns auf die Probe stellen und sehen, wie wir mit der Situation umgehen.
41:22Egal.
41:23Sie können sich nicht vorstellen, wie froh ich bin.
41:26Entschuldigt mich kurz.
41:28Herr Drummer.
41:32Das mit Ihrem Blutzuckerspiegel war ĂŒbrigens keine Ăbung.
41:36Ich habe Ihren HbA1c-Wert bestimmen lassen.
41:39Er liegt oberhalb der kritischen Grenze.
41:41Soll das eine Retourkutsche sein?
41:43Nein, Herr Drummer.
41:45Sie leiden unter einem beginnenden Diabetes.
41:49Im Ernst?
41:52Ich verstehe das nicht.
41:54Meine Blutwerte werden doch stÀndig untersucht.
41:57Das bringt meinen Job so mit sich.
42:00Wie gesagt, es ist ein beginnender Diabetes mellitus.
42:03Ja, und jetzt?
42:04Es ist noch nicht dramatisch, aber Sie werden sich in Behandlung begeben mĂŒssen.
42:08Unter UmstÀnden reicht es vielleicht sogar schon,
42:11wenn Sie Ihre Essgewohnheiten umstellen und das Gewicht reduzieren.
42:16Aber Sie dĂŒrfen das auf keinen Fall schleifen lassen.
42:19Sie können auch zu mehr in Behandlung kommen.
42:22Kein Problem.
42:23Danke.
42:25Ich habe mich wohl in Ihnen getÀuscht.
42:44Ich habe das mit Dr. Globisch und Dr. Arendt besprochen.
42:48Ich sage ja nichts.
42:50Darf ich ihn nehmen?
43:03Sie sind wirklich zu gut fĂŒr diese Welt.
43:05Jetzt hört es sich plötzlich wie ein Kompliment an.
43:08Ja, ist es auch.
43:10Ich habe nie gedacht, dass ich mir so etwas Tolles hinbekomme.
43:13Wird Zeit fĂŒr einen Namen.
43:16Wie heiĂen Sie denn mit Vornamen?
43:19Ich?
43:19Hans-Peter.
43:21Hans-Peter.
43:22Das geht nicht.
43:24Das geht nicht.
43:25Vor allem nicht fĂŒr so ein kleines Baby.
43:27Ich war auch mal klein.
43:29Ich könnte ihn einfach nur Hans nennen.
43:31Hans?
43:33Ja.
43:35Das ist ein schöner Name.
43:37Hallo, Hans.